anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 26. Mai 2023
Angekommen
Wenn man erst um 19.30h abends mit der letzten Fähre rüberfährt, kommt man auch erst an, wenn es schon fast dunkel ist.

Wobei, so dunkel war es nicht als wir ankamen, aber wir mussten ja erst noch auspacken, den Kühlschrank einräumen, die Fahrräder abladen und allgemein etwas rumkrosen, bevor wir endlich losgefahren sind, um den neuen Fahrrädern die Insel zu zeigen.

Wir fuhren die große Runde, erst durch die Dünen und den Wald bis zur Deichscharte, dann von dort über den Loopdeelenweg und das Deckwerk am Wasser lang zurück, und weil es dann so spät und so dunkel waren, fuhren wir weiter über den verbotenen Weg, der eigentlich nur für Fußgänger freigegeben ist, den ich aber trotzdem natürlich dringlich mal mit dem Fahrrad fahren wollte. Wir fuhren über die neu verlegten Loopdeelen den gesamten Südstrand lang bis zur heimlichen Liebe, dort dann auf die große Promenade bis ins Dorf.

Als wir dort ankamen war es inzwischen dann wirklich schon dunkel, es reichte grade noch für ein Foto oben von der Aussichtspromenade.

Aber es war eine schöne Tour, ich bin sooo glücklich, dass ich dieses Fahrrad jetzt hier auf der Insel habe, der Unterschied ist so groß, ich kann es kaum fassen und weiß nur, dass es sich wirklich, wirklich gelohnt hat und dass es die richtige Entscheidung war, einfach das gleiche Rad noch mal zu kaufen
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Donnerstag, 25. Mai 2023
Ungeöst
Im Büro musste heute ein Vertrag geöst werden. Leider war keiner der Mitarbeiter, die sonst mit der Ösmaschine umgehen, im Büro anwesend und es pressierte etwas, weil sich Termine verschoben hatten und die Verträge genau jetzt gebraucht wurden. Es stand eine Vertragsunterzeichnung mit Presse und allem Pipapo an, leider ohne Notar, dann hätte der das Problem des Ösens übernommen.
So waren wir selber für die Ausfertigung der Verträge zuständig und leider handelte es sich auch noch um sehr dicke Verträge, über 30 Seiten und damit definitiv zu dick für die Ösenzange.
Weil der Chef erster Ordnung höchstpersönlich mit zwei Vertragsexemplaren zu dieser öffentlichen Vertragsunterzeichnung fahren würde, war es zudem auch noch wichtig, dass die Verträge schön geöst waren.

Wer einmal mit einem liederlichen geösten Vertrag bei unserem Chef erster Ordnung eine Unterschrift erbeten hat, versucht das kein zweites Mal, heute waren aber alle an der großen Ösmaschine ausgebildeten Mitarbeiter nicht anwesend.

Also habe ich mich selber damit beschäftigt, um sehr schnell festzustellen, dass wir gar keine Ösen haben für 30seitige Verträge. Die Maschine kann das, aber es braucht natürlich auch die passenden Ösen.

Ich konnte das gar nicht glauben, denn die Mitarbeiter im Hochbau ösen häufiger mal Architekten-Verträge und die sind auch immer sehr dick. Bis ich mir die Verträge zeigen ließ und nur noch staunte: Die lassen den Chef erster Ordnung einen ungeösten Vertrag unterschreiben und kloppen die Seiten anschließend irgendwie (Öse auch noch falschrum) zusammen, sieht total scheiße aus, ist unserer Architektentruppe aber piepsegal. Die versenken ohne mit der Wimper zu zucken zusätzlich 5-6 stellige Beträge beim Bau einer Immobilie, nur damit "die Linien aufgegriffen werden" oder irgendwo irgendeine architektonisch besonders anspruchsvolle Schönheit umgesetzt werden kann - aber für die simple Schönheit eines vernünftig geösten Vertrages haben sie kein Gespür. Es ist zum Heulen.

Ich bin dann durch das gesamte Bürgebäude gelaufen und habe in allen Nachbarbüros nach großen Ösen gefragt - erfolglos. Wir haben zwar zwei Anwaltsbüros und eine Unternehmensberatung in unserem Gebäude, aber keine großen Ösen.

Am Ende fuhr der Chef erster Ordnung mit zwei ungeösten, losen Vertragsausdrucken zum Termin, ich beschäftigte mich anschließend mit der Beschaffung von größeren Ösen
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Montag, 22. Mai 2023
Zauberei und Wunschpunkte
Hier verschwinden Dinge.
Wobei, das ist so nicht korrekt, die Dinge verschwinden nur vor mir bzw. für mich und meine Wahrnehmung. Oder sie verstecken sich, was auch immer, auf alle Fälle sind sie eine Zeitlang weg bis sie plötzlich wieder auftauchen, natürlich an genau den Stellen, wo ich vorher schon Xmal nachgeschaut hatte, weil es genau die Stellen sind, wo sie planmäßig auch sein sollten.
Aber ich schwöre, sie waren zwischenzeitlich unsichtbar. Oder nicht da. Was auch immer, es macht mich wahnsinnig.

Vorgestern habe ich den Schwamm gesucht, mit dem ich grade eben den Herd geputzt hatte. Ich habe den Herd nämlich jetzt schon mal in den örtlichen Facebook-Gruppen auf Borkum zum Verkauf angeboten, ein erster Stimmungstest, ob es überhaupt eine theoretische Möglichkeit des Verkaufs gibt. Die Reaktionen waren überwältigend, der Beitrag hat eine zweistellige Anzahl von Likes und mehrere Kommentare, in denen Leute Dinge schrieben wie: "Was für ein Traumherd", eine Interessentin würde ihn sofort nehmen, wenn sie einen Gasanschluss in der Küche hätte usw. grundsätzlich fanden ihn also viele Leute ganz toll, verkauft ist er leider trotzdem nicht, obwohl ich ihn zu einem sehr günstigen Preis angeboten habe. Mal sehen, wie es weitergeht.
Aber er ist jetzt sehr vorteilhaft fotografiert und vorher habe ich ihn geputzt. Mit einem Spezialschwamm, der sich quasi sofort, nach dem ich mit Putzen fertig war, für über zwei Stunden versteckt hielt. Dann tauchte er wieder auf, er lag friedlich neben dem Spüli und tat so, als läge er da schon seit Stunden. Unverschämtes Teil.

Gestern Abend suchte ich meine Gesichtscreme. Ich habe von N eine Spezialgesichtscreme bekommen, mit der ich die gelaserten Wunschpunkte in meinem Gesicht beschmiere, damit ich nicht auf Dauer aussehe wie ein Sams auf Freigang und die Creme wirkte auch schon sehr gut. Fast 80% der Punkte in meinem Gesicht habe ich inzwischen weggecremt, es ist also eine wirklich gute Creme. Nur gestern Abend war sie weg. Einfach nicht zu finden, dabei hätte ich geschworen, dass ich die Creme nach der Rückkehr aus Borkum, wo ich sie natürlich auch dabei hatte, ausgepackt und neben meine Zahnbürste gelegt habe. Die Zahnbürste war da, die Creme nicht. Also putzte ich mir die Zähne, benutzte eine andere Creme und ärgerte mich. Heute Morgen lag die Wunschpunktcreme neben der Zahnbürste. Ich hatte mir vorher, noch im Bett, einen weiteren Punkt aus dem Gesicht abgeknibbelt und mir dabei die Creme wieder herbeigewünscht, hat funktioniert, nur habe ich inzwischen kaum noch Wunschpunkte und ich sorge mich, wie das weitergeht, wenn alle weg sind.


Da ich ganz innen drin nicht wirklich an Wunschpunkte glaube, halte ich die Sachenverschwinderei für eine Folge meiner fortgeschrittenen Alterstüddeligkeit, nur so kann ich mir ohne Zauberei erklären, dass es den Dingen gelingt, so einen Schabernack mit mir zu treiben.
Andererseits lebt mein Westfalenmann schon seit jeher mit der Tatsache, dass sich auch vor ihm die allermeisten Dinge regelmäßig verstecken. Er ist so daran gewohnt, dass er schon vor Jahrzehnten aufgehört, überhaupt nach irgendwas zu suchen, er weiß längst, dass das nichts hilft, denn die Dinge sind ja nicht wirklich weg, nur halt grade nicht greifbar oder unsichtbar, für ihn.
Für mich galt das bisher nicht, so dass ich ihn stets mit großer Faszination dabei beobachtet habe, wie er sich morgens fürs Büro fertig machte, von der Kommode, auf der sein Autoschlüssel und sein Handy nebeneinander lagen, seinen Autoschlüssel einsteckte, zwei Etagen abwärts in die Tiefgarage lief und, wenn es gut ging, dann noch vor der Abfahrt merkte, dass er das Handy vergessen hatte, manchmal bemerkte er das aber auch erst nach einigen Kilometern Fahrt und drehte dann noch mal um. Seitdem er den Tesla hat, ist dieses Problem gelöst, er kann jetzt ohne Handy gar nicht mehr losfahren, denn der Schlüssel des Tesla ist im Handy hinterlegt, dafür läuft er jetzt jeden zweiten Morgen die zwei Etagen zwischen Schlafzimmer und Tiefgarage mehrfach, aber da er eh zu wenig Sport macht, ist das nur förderlich für ihn.

Dass mein Westfalenmann in einer Welt der unsichtbaren Dinge lebt, hat bei ihm also ganz eindeutig nichts mit dem Alter zu tun, bei ihm war das schon immer so. Dass ich aber jetzt auch in diese Welt abdrifte, das macht mich etwas nervös
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Sonntag, 21. Mai 2023
Festlandswoche und Rädertausch
Mit der letzten Fähre zurück

Morgen wieder Büro, schon um 9h den ersten Präsenztermin, ein etwas hektischer Wochenstart.
Und eine echte fünf Tage Woche, die am Freitag aber früh endet, denn am Freitag fahren wir schon wieder mit dem Auto nach Borkum, K hat erst für Juni das Flugzeug sicher buchen können.

Ist aber auch ganz praktisch so, denn dann kann ich schon mal mein Gazellerad hier aus Greven mit auf die Insel nehmen, auf der Rückfahrt nehme ich dann das ehemalige Greven-Rad, das wir erst letztes Jahr auf die Insel gebracht haben, aus Borkum wieder mit aufs Festland, um es dann zu verkaufen. Es ist auf dem Festland und in der Umgebung von Münster sicherlich leichter so ein Rad zu verkaufen als auf Borkum, zumindest gibt es hier mehr potentielle Käufer.

Ich habe mir nämlich ein neues Gazelle-Rad bestellt, weil ich kurzerhand beschlossen habe, dass ich mir diesen Luxus nicht nur leisten kann, sondern auch leisten will.

Immer den gleichen Typ Rad zu fahren ist nicht nur ein Luxus- und Komfortthema, sondern auch ein Sicherheitsthema, weil ich mittlerweile so alt bin, dass es mir schwer fällt, die Bedienung der Räder sauber auseinanderzuhalten.
Hauptsicherheitsaspekt: Beim Gazelle-Rad sind Vorder- und Hinterradbremse genau umgekehrt zu greifen als beim Bergamontrad und weil ich zu viel Sorge habe, dass ich das mal verwechsele (ich weiß schon jetzt nicht, auf welcher Seite bei welchem Rad was ist), finde ich es sehr sinnvoll, hier einfach nur noch einen Typus zu fahren, an den werde ich mich gewöhnen und dann bedient sich immer alles gleich.
Das gilt auch für die Gangschaltung. Das eine Rad hat fünf Gänge, das andere acht, mich bringt das immer wieder durcheinander und dass ich bei dem einen Rad die Gangschaltung nach vorne drehen muss, um hochzuschalten, bei dem anderen Rad aber nach hinten drehen muss, macht es nur noch ätzender.

Künftig ist alles gleich, die beiden Räder unterscheiden sich dann nur noch in der Farbe, das blaue ist fürs Festland, das graue fährt auf der Insel und in der Watt-Stärke des Akkus. Den "schlappen" 400Wh Akku gibt es dieses Jahr nicht mehr, deshalb hat das frisch bestellte blaue Rad nun einen 500Wh Akku, für die Insel reicht der 400 Wh Akku aber allemal und deshalb geht das Rad, was ich schon habe, nun auf die Insel und alles wird super
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Samstag, 20. Mai 2023
Draußentag und drinnen essen
Heute war Draußentag.
K hat den Rasen gemäht, das erste Mal dieses Jahr, es hat sich also wirklich gelohnt, danach war alles schick und ordentlich, nur K nicht, der war k.o., ist halt anstrengend, wenn man durch so hohes Gras mähen muss.

Ich habe den Bürgersteig und die Straßenkante gesäubert, das ist nämlich eine ganz wichtige Sache hier im Kurbad. Wenn sich da mehr als ein grünes Hälmchen zeigt, was in den Ritzen wächst, gibt es sofort einen Meckerbrief vom Ordnungsamt mit bösen Strafandrohungen, ich habe da Ahnung von, ich mache inzwischen in vorauseilendem Gehorsam sauber, hilft ja nix.

Außerdem habe ich das Kräuterbeet wieder in Form gebracht und kiloweise Queckengras entfernt, das scheint sich in meinem Kräuterbeet besonders wohl zu fühlen.

Löwenzahn und Disteln ausgestochen, Springkraut, wo es sich zeigte, entfernt und Antiameisenpulver in die Ameisenlöcher der frisch gepflasterten Flächen vor dem Haus gestreut. Wehret den Anfängen, wenn man die Ameisen nicht sofort von Anfang an vertreibt, dann untergraben die den gesamten Zuweg und alles sackt ab und wird schief und krumm. Vorsichtshalber habe ich noch drei Dosen Antiameisenpulver auf Vorrat hier stehen.

Dann habe ich den Fahrradschuppen ausgeräumt und alles einmal gründlich ab- und durchgefegt. Mag ja sein, dass es immer weniger Insekten gibt, im Fahrradschuppen trifft das auf Spinnen auf jeden Fall nicht zu. Obwohl, jetzt schon, ich habe sie alle gnadenlos hinfortgefegt.

Die dort lagernden Reste von Baumaterialien hat K am Abend kleingemacht, dann haben wir einen schwarzen Müllsack gefüllt und den Rest ins Auto gepackt, das kann ich auch in Greven nach und nach in der schwarzen Tonne entsorgen.

Am Nachmittag hat K mit dem Onkel gemeinsam das Beerenschutznetz ausgebracht. Der Onkel hat viele Johannisbeersträucher in seinem Garten und gleich daneben das Erdbeerbeet, diese Beeren müssen gegen die obergefräßigen Amseln und anderes Gevögel geschützt werden, deshalb gibt es ein riesengroßes Netz samt einer speziellen Ständerapperatur, die jedes Jahr im Frühjahr einmal auf- und im Spätsommer dann wieder abgebaut wird.
Heute war Aufbau und die Beeren können jetzt ungestört wachsen und reifen.

Zum Abendessen gab es Ofengemüse, Kartoffelspalten und Zaziki und die Feststellung von K, dass er früher (also das ganz frühe Früher, als er sich noch von seiner Ehefrau verpflegen ließ), also dass er früher sehr gerne auswärts Essen gegangen sei, dass er heute aber viel lieber zu Hause isst, das wäre irgendwie viel abwechslungsreicher.
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich diese Aussage verstehen soll, ich habe es vorsichtshalber aber einfach mal als Kompliment gedeutet und mich gefreut, dass ihm mein abwechslungsreiches Ofengemüse so gut schmeckt
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Donnerstag, 18. Mai 2023
Mai
Ich mag den Mai, er ist randvoll mit angenehmen Ereignissen.
Erstens ist es natürlich der Monat im Jahr, wo man sich endlich wieder ohne Mütze, Handschuhe und Schal draußen aufhalten kann.
Manchmal ist das auch schon vorher möglich, aber es ist nicht so sicher wie im Mai.
Im Mai ist es deshalb sicher, weil man ab dem 1. Mai keine Strumpfhosen mehr tragen muss.
Okay, das ist jetzt eine Regel aus meiner Kindheit, die meine Mutter 1:1 aus ihrer Kindheit übernommen und auf ihre Kinder übertragen hat, aber sie ist fest in meinem Hirn verankert - ab Mai ist warm, egal welche Temperaturen es wirklich hat.

Ich erinnere mich an Mais, in denen ich bitterlich gefroren habe, eben weil ich rein Kalender orientiert und damit völlig temperaturunabhängig Rock mit Kniestrümpfen trug. Aber es war ein gutes Frieren, eines, das mir bestätigte, dass die Erwachsenenregel völlig bekloppt ist und mich darin bestärkte, mir so schnell es geht, von niemandem mehr etwas vorschreiben zu lassen. Wenn ich mich jederzeit so kleiden könnte, wie ich selber wollte, dann müsste ich auch nicht frieren im Mai, aber mit Vorschrift war das leider nicht zu ändern.

Zweitens ist der Mai gespickt voll mit Feiertagen und es gibt kaum eine Maiwoche, in der man die volle 5-Tage-Woche durcharbeiten muss. Jedes Jahr im Mai stelle ich aufs Neue fest, dass ich großer Fan einer 4-Tage-Woche bin. Ich finde, verkürzte Wochen machen das Arbeiten gleich entspannter, weil jeder weiß, dass man sowieso nicht alles geschafft kriegt, was auf der Agenda steht, da muss man sich auch gleich gar nicht so anstrengen.

Und drittens ist der Mai der Dividendenmonat.
Die allermeisten Aktiengesellschaften zahlen im Mai ihre Dividende für das Vorjahr und alle, die Aktien haben, können sich regelmäßig über zusätzliche Plusbuchungen auf ihrem Konto freuen.
Ich habe den Kaufpreis für die Fabrik komplett in Aktien gesteckt, ich finde den Mai deshalb ganz wunderbar, im Mai fühle ich mich unbegrenzt reich.

Heute ist einer der vielen Maifeiertage, wir sind auf Borkum, hier ist es zwar ziemlich kühl, aber es ist Mai und ich musste deshalb unbedingt barfuß über den Strand, es zahlt sich aus, dass ich in meiner Kindheit für kalte Mais vortrainiert habe
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Mittwoch, 17. Mai 2023
Die Fähre ist gebucht
Um 11h kam die E-Mail vom Küchenstudio, dass sie jetzt die Fähre für den 5.7. reserviert hätten. Geplant ist der komplette Küchenaufbau für einen Tag, sie kommen mit drei Mann, haben neun Stunden Aufenthalt und wollen mit der letzten Fähre zurückfahren. Das wird dann wohl klappen.

Seit 11h laufe ich deshalb mit einem breiten Honigkuchenpferdgrinsen durch die Gegend und muss ab und zu kleine Hüpfer machen, weil ich mich so darüber freue.
Es sind ja manchmal nur die Kleinigkeiten, aber seitdem ich weiß, dass die Fähre reserviert ist, glaube ich daran, dass es wirklich klappen könnte.
Am 5.7. werde ich abends eine neue Küche haben, das ist heute in sieben Wochen und die Dinge, die bis dahin noch getan werden müssen, passen genau in den Zeitplan. Hachz.

Alles, was ich selber an Zubehör und Ausstattung kaufen musste, ist gekauft und geliefert, die Regale warten nur darauf, montiert zu werden, die neue Rückwand kam gestern und die Extrarollen Tapete sind auch schon da. Tapetenkleister brauchen wir noch, fällt mir grade ein, aber das Problem lässt sich in den nächsten sieben Wochen sicherlich lösen. Das gesamte Elektrozubehör ist bereits besorgt, hier muss nur der Onkel noch mal gegenchecken, ob wirklich nichts fehlt.

Es ist allerdings auch noch eine Menge vorzubereiten, denn am 5.7. muss die alte Küche komplett ausgeräumt und abgebaut sein, der alte Fliesenspiegel muss abgeklopft sein, die Wand darüber muss neu tapeziert werden und es müssen noch jede Menge Leitungen und weitere Steckdosen verlegt und installiert werden, einige davon Unterputz, K muss also noch Schlitze stemmen und runde Löcher für fünf zusätzliche Steckdosen in die Wand bohren, das macht viel Dreck, was aber zum Glück nicht so schlimm ist, wenn die Küche ja eh abgebaut wird.

Schließlich müssen noch Leitungen unten durch den Kriechkeller gezogen werden, wir brauchen eine Herdanschlussdose unter der künftigen Kücheninsel, außerdem eine separat abgesicherte Leitung für den Backofen, die auch durch den Kriechkeller geführt werden muss. Und wenn man eh einmal dabei ist, dann hätte ich auch gerne noch eine weitere, separat abgesicherte Leitung für die Waschmaschine, ich denke, das ist letztlich alles ein Aufwasch.

Dann suche ich noch nach einer Anschlussverwendung für den alten Herd, der ja noch gar nicht so alt ist, ich fände es viel zu schade, ihn einfach zu entsorgen.
So ein Blog ist praktisch, ich habe grade nachgeschaut, der Herd wird diesen Sommer erst fünf Jahre und ist noch top in Schuss. Ich sollte jetzt also kurzfristig versuchen, ihn auf den Kleinanzeigenmarkt zu werfen.
Auch der Schubladenschrank ist ein Kleinanzeigenkandidat, der Edelstahltisch dagegen kommt in den Schuppen, dafür ist er ideal.

Nur für die alte, massive Buchenholzarbeitsplatte habe ich noch keine Idee. Zum Verheizen ist das Holz zu schade, aber was soll ich sonst damit tun? Ich brauche einen Schreiner.

Da mich die Küchenterminnachricht so enthusiasiert hatte, schwebte ich danach nur noch durchs Büro und brachte alle zum Lachen, weil ich den Kopf voller Flausen hatte. Es war also gut, dass ich sehr früh Schluss machte, da ich ja am Abend noch die Fähre nach Borkum erreichen musste, für ernsthaftes Arbeiten taugte ich eh nicht mehr.

Die Fahrt nach Eemshaven verlief völlig problemlos, die Überfahrt war allerdings etwas schaukelig, hier im Norden geht ein frischer Wind, der die Touristen juchzen lässt, ich kramte meine Jacke aus dem Auto und freute mich sehr, endlich richtig nach Hause zu kommen.

Die Kälte im Haus lässt sich durch das Anfeuern des Ofens vertreiben, alles wird schön
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Montag, 15. Mai 2023
Der Hurz als Buch
Frau Nessy hat vor einem Monat ein Buch gelesen, was ihr gut gefiel, sie schrieb hier darüber in ihrem Blog und ich sah genau dieses Buch als Hörbuch kurze Zeit später auf dem Flohmarkt und kaufte es natürlich spontan, weil ich davon ausging, dass es mir auch gefallen wird, wenn es Frau Nessy gefiel.

Soweit alles normales Influencertum, für Buchempfehlungen von anderen Bloggern bin ich grundsätzlich sehr empfänglich. Kommt natürlich auf den Blogger an, aber Frau Nessy hielt ich grundsätzlich für eher bodenständig und nicht allzu abgehoben intellektuell.

Ich hatte also ein Hörbuch mit acht CDs zuhause, das ich letzte Woche extra für die Berlinfahrt grade noch vorher in iTunes importierte, um anschließend mein Handy mit iTunes zu synchronisieren. So gelangen die Daten von oldschool, kohlenstofflastigen CDs üblicherweise problemlos in mein Handy und ich kann sie dann ohne Internetempfang jederzeit und überall abhören.
Aus genau diesem Grund (also Abhören ohne Internet) besitze ich erstens ein Handy mit viel Speicherplatz und kaufe zweitens auch heute noch gerne CDs (auf dem Flohmarkt), weil ich mir damit die Unabhängigkeit von jedem Internetzugang und jedem Streaminganbieter sichere. Ich benutze natürlich auch Spotify, aber eigentlich nur, um neue Musik (also für mich neu, oft ist es eher alte Musik, aber das liegt an meinem verqueren Musikgeschmack), also auf alle Fälle, um Musik, die ich erstmal nur probehören möchte, auszuprobieren. Musik, die mir dann richtig gut gefällt, die habe ich sehr gerne als offline festverfügbare Datei auf dem Handy, denn auch wenn ich schwerpunktmäßig schon seit langem im Internet lebe, so traue ich der Beständigkeit dieses Mediums in Punkto Zuverlässigkeit doch nicht richtig über den Weg und kümmere mich lieber selber um die externe Datensicherung.

Dies nur als Exkurs, wie ich mit Musikdateien und Hörbüchern umgehe, ich mache das schon sehr lange so, es hat bisher stets wunderbar funktioniert und ich sehe auch keinen Grund, an diesem System irgendetwas zu ändern.

Ich importierte also alle 8 CDs des empfohlenen Hörbuchs in iTunes, fasste die 8 einzelnen Dateien dann zu einem Gesamtbuch zusammen und fuhr nach Berlin.

Bei Kapitel vier wunderte ich mich etwas, weshalb Frau Nessy so ein konfuses Buch empfiehlt, bei Kapitel sechs schlug ich die Buchbeschreibung samt Klappentext noch mal bei Amazon nach und fragte mich, wann man als fremder, neuer Erstleser bzw. -hörer die Zusammenhänge der Geschichte wenigstens soweit begreift, dass man weiß, worum es hier überhaupt geht und zumindest den Klappentext wiedererkennt, bei Kapitel acht war ich bereit, anzuerkennen, dass ich für dieses Buch nicht intellektuell genug bin.

Mich erinnerte der Aufbau des Buches und die sprunghaften Einzelblenden in den Kapiteln enorm an eine Oberstufen-Deutschkursliteratur von Uwe Johnson, Das dritte Buch über Achim. Es ist vierzig Jahre her, aber dieses Buch hat wirklich ein tiefsitzendes Trauma bei mir hinterlassen, weil ich auch nach mehrfachem Durchlesen weder begriffen hatte, worum es in dem Buch überhaupt ging, noch in der Lage war, es auch nur ansatzweise zusammenfassend wiederzugeben. Seitdem versuche ich, echte intellektuelle Literatur aktiv zu meiden, ich komme mir dann immer so dumm vor, wenn ich das nicht verstehe.

Weil ich aber in der Bahn saß und eh nichts anderes zu tun hatte, habe ich einfach weitergehört - und bei Kapitel neun dann einen schallenden Lachanfall bekommen.
Kapitel neun war nämlich eigentlich Kapitel zwei, denn bei Kapitel neun waren die jeweils ersten Kapitel jeder der acht CDs abgespielt und es folgten dann die zweiten Kapitel jeder CD. Das dämmerte mir aber erst, als die Geschichte wirklich wieder von ziemlich weit vorne anfing.
Beim Zusammenfassen aller acht CDs zu einem Hörbuch hatte iTunes einfach die Nummerierung durcheinandergeworfen und statt 1a, 1b, 1c usw. hintereinander abzuspielen, spielte es 1a, 2a, 3a usw ab, was bei mir den Effekt verursachte, das Buch insgesamt für hohe, intellektuell anspruchsvolle Literatur zu halten.
Was sollte es auch sonst sein, wenn es von anderen so gelobt wurde und nur ich zu blöd war, den Inhalt zu begreifen?

Inzwischen habe ich die Kapitel richtig sortiert und es ist insgesamt ein angenehmes, heiteres Buch, dem man gut zuhören kann
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Sonntag, 14. Mai 2023
Wieder zurück
So, ich habe den Ausflug in die Großstadt überstanden und bin jetzt sehr zufrieden wieder zuhause.
Ich war sechs Tage unterwegs und stelle mit einem erleichterten Stoßseufzer fest, dass es jetzt auch genügt. Mein Bedarf an Stadt und Rumreisen ist fürs erste gründlich gedeckt.

Heute sind wir nach dem Auschecken (das Wort sieht sehr seltsam aus, wir haben halt final und mit Gepäck das Hotel verlassen) danach also sind wir mit dem gesamten Krempel erst mal in ein Cafe gegangen, um unseren Frühstückskaffee zu trinken. Das ist ja auch so etwas, was ich am Rumreisen hasse - Kaffee ans Bett ist nur für einen derart horrenden Aufpreis möglich, dass es dann auch keinen Spaß mehr macht).

Wir saßen draußen und schauten den Menschen zu, die auch an einem Sonntagmorgen schon sehr zahlreich unterwegs waren, ich glaube, Berlin besteht zu 80% aus Touristen. Muss man auch mögen.

Dann fuhren wir mit zwei verschiedenen U-Bahnen und einer Straßenbahn zu N. Unterwegs schmiss es mich in einer U-Bahn um, ich hatte mich nicht schnell genug festgehalten und schlug der Länge nach hin - jetzt habe ich auch so eine Jeanshose mit einem stylishen Riss am Knie. Bei N bekam ich N Jod und Pflaster und humpelte den Rest des Tages etwas, inzwischen geht es aber schon wieder, ernsthaft kaputt ist nichts - außer der Jeanshose.

Dann fuhren wir auf einen Flohmarkt, weil ich neugierig darauf war, wie Flohmärkte in Berlin aussehen. Der für mich auffälligste Unterschied war die schier unendliche Menge an Klamotten, die angeboten wurde, dafür gab es kaum etwas anderes.
Also nur sehr wenig Bücher, Deko, Taschen, Haushaltskram, was man sonst halt so auf dem Flohmarkt findet, wenn man hier in NRW über Flohmärkte läuft.
Die Klamotten war zudem überwiegend von einer sehr einfachen Qualität, also sehr viel H&M, Zara und ähnliche Standardmode, sehr wenig gehobene Designerstücke, die paar, die angeboten wurden, waren unverhältnismäßig teuer. Überhaupt waren die Preise verglichen mit den NRW-Flohmarktpreisen deutlich höher. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur übertrieben verwöhnt, was gute Flohmärkte angeht.

Gegen 15h hatten wir genug und traten die Heimreise an. Die reine Fahrtzeit betrug ziemlich genau 5h, außerdem haben wir einmal in Berlin für 30 Minuten geladen und einmal in Hannover für 15 Minuten, insgesamt dauert Reisen mit einem Elektroauto eben schon länger als mit einem Benziner, aber auch hier ist es wahrscheinlich nur eine Frage dessen, was man gewöhnt ist und wir werden uns jetzt halt umgewöhnen müssen.
Oder nicht mehr reisen, was für mich auch völlig okay wäre.

Wenn ich wählen kann, ob ich mit der Bahn oder mit dem Auto reise, dann ziehe ich das Auto vor - da sind eindeutig weniger seltsame Menschen direkt um einen herum. Bahnreisen mag ganz witzig sein, wenn man es für soziologische oder psychologische Studien benutzt, ich bin aber inzwischen in einem Alter, wo sich auch die absurdesten Menschentypen wiederholen und ich es deshalb überwiegend langweilig finde, Menschen zu gucken. Ich habe das wahrscheinlich früher zu intensiv betrieben, auf alle Fälle entdeckte ich wenig Neues in diesen sechs Tagen intensivem Menschenbadens.

Morgen wieder normales Büro, es fühlt sich erstaunlich erholsam an
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Samstag, 13. Mai 2023
Noch ein Stadttag
Nach dem relativ frühen Start in den Tag war heute erst mal Ausschlafen angesagt. Es macht schließlich keinen Sinn, sich körperlich unwohl und mit akuten Schlafmangelsymptomen durch einen weiteren Tag in einer Stadt zu quälen, die ich schon im ausgeschlafenen Zustand als herausfordernd und anstrengend empfinde.

Da wir uns in einem Hotel direkt am Checkpoint Charly befinden, haben wir uns dort erstmal die nähere Umgebung angesehen und dabei entdeckt, dass sich neben diesem Touristensammelpunkt "Charly" auch noch ein spannendes Museum befindet, nämlich das Museum für ekelhafte Lebensmittel.

Nach einem sehr interessanten Durchgang durch das Museum, über den ich sicherlich noch mal ausführlicher berichten werde, probierten wir im Anschluss das ausgewählte Spezialessen an der Probiertheke des Museums

und aßen deshalb Heuschrecken, Mehlwürmer & Co. zum Frühstück. Ehrlich gesagt schmeckte das alles sehr ähnlich wie die Frühstückscerealien, die die Kinder früher so toll fanden. Ich brauch das nicht, aber Kellogs kann das sicher gut verkaufen.

Anschließend fuhren wir zum Alex, trafen uns dort mit N und gingen in die Körperweltenausstellung.
Auch sehr interessant, u.a. gab es einen plastinierten Angler als Explosionsmodell zu bestaunen.


Mehr Lust auf Unternehmung hatten wir dann aber auch nicht mehr und fuhren zurück ins Hotel, wo wir endlich mal wieder früh ins Bett gehen werden
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