Für das Tau und seine geplante Ankunft auf der Insel steht das Ende noch aus.
Ich hatte mich ja für meine ausgeklügelte Logistik schon heimlich gefeiert, denn schließlich war mit dem Emder Schiffsausrüster Shop vereinbart, dass ich das Tau dort heute kurz vor Ladenschluss, also eine Stunde vor Abfahrt der Fähre, abhole, um es dann im Auto mit nach Borkum zu nehmen. Alles war vorbereitet, die Rückbank des Autos leer, sprich tauaufnahmebereit, N war ebenfalls pünktlich mit mir zusammen am Schiffsausrüster Shop, um mir beim Einladen zu helfen, alles war perfekt, es fehlte nur noch das Tau.
Und dann das:

Zum Glück war aber doch jemand da. Nachdem ich unter der Schranke durchgekrochen war, um auf dem Betriebshof zu gelangen, traf ich auf einen Arbeiter, der damit beschäftigt war, mit einem Gabelstapler Paletten zu verschieben - und den erklärte ich spontan zum Hauptzuständigen für die ansonsten geschlossene Firma. Diese Beförderung machte ihn stolz und er gab sich viel Mühe, mein Problem zu lösen. Er telefonierte mit mehreren Nummern und landete nach einigen erfolglosen Bemühungen wenigstens bei einem Kollegen aus der Tau-Abteilung, der ihm sagte, wo er suchen müsse. Dann liefen wir gemeinsam 20 Minuten durch die gesamte Firma, fanden große Menge an Tauen, aber keines, auf dem mein Name stand.
Der neue Hauptzuständige telefonierte wieder, erklärte die Lage und dass wir das Tau nicht finden, dass ich aber jetzt gleich mit der Fähre nach Borkum fahren müsse, wurde dann mehrfach weitergereicht und landete schließlich bei jemanden ziemlich weit oben, den er im Urlaub störte und der sagte ihm, dass die Firma das Tau dann eben auf eigene Kosten nächste Woche nach Borkum transportiert wird, nächste Woche wird es ja wohl wieder aufgetaucht sein und wenn ich nicht so lange warten wolle, nun, dann würden sie es mir eben hinterherschicken.
Die Geschichte des Taus ist also noch nicht zu Ende, ich bin immer noch zuversichtlich, dass es gut wird.
Die Überfahrt war ausgesprochen stürmisch, es wehte ein ziemlich heftiger Wind aus Westen, die Fähre schaukelte ab und zu und die Wellen klatschten gegen die Bullaugen im unteren Salon. Einige Touristen juchzten, andere jammerten, klassisches Stimmungsbild einer wild zusammengewürfelten Gesellschaft, wat dem einen sin Uhl ist dem annern sin Nachtigall.

Die Fahne draußen hatte sich komplett am Fahnenmast vertüddelt, vorne am Bug spritzte es beeindruckend, von oben blieb es aber trocken, die Regenwolken waren schon durch.
Geplant war, dass K und J mit dem Flieger kommen, gegen 17h fuhren sie zum Flugplatz, um 17.30h waren sie schon wieder zu Hause und ich bekam die lapidare Nachricht: Wir packen den Kühlschrank jetzt wieder voll.
Ich hatte nämlich K beauftragt, den Kühlschrankinhalt mitzubringen, da das Zeug im Flieger ja viel kürzer ungekühlt unterwegs ist als wenn ich es auf die etwas längliche Reise im Auto mit Zwischenstopp beim Vater und beim Tau und anschließender zweieinhalbstündiger Fähre mitschleppe.
Dementsprechend hatte K in Greven alles eingepackt, das Haus ordentlich urlaubsfest gemacht - um dann festzustellen, dass das Wetter so schlecht war, dass er einfach nicht starten konnte. Landen wäre hier auf Borkum kein Problem gewesen, hier hatte sich das Wetter schon gut beruhigt, aber wenn es beim Start so mies ist, dass er einfach nicht raus kommt, nun, dann bleibt nur, die Reise auf morgen zu verschieben.
Ich fürchte, K hat jetzt ziemlich schlechte Laune, ich gehe ihm telefonisch grade weiträumig aus dem Weg.
Da wir aber nun unerwartet einen leeren Kühlschrank hatten, sind wir als erstes mal einkaufen gefahren, sooo schlimm finde ich das auch nicht.
Zum Abendessen gab es gebratenen Reis mit Gemüse und Hähnchen, anschließend scrollte ich mich durch eine Spotify-Playlist und bin hier hängengeblieben
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Am Nachmittag kam eine E-Mail von einem Speditionsunternehmen, die mir mitteilten, dass sie mir demnächst mein bestelltes Fahrrad liefern werden.
Das kommt jetzt ungelegen, ist halt keiner da.
Anrufen konnte ich niemanden, weil es keine Telefonnummer gibt, aber ich fand auf der Website des Händlers die Möglichkeit, sich einen Rückruf zu buchen.
Den habe ich jetzt für Montag 9.30h gebucht und bin mal sehr gespannt, ob mich wirklich jemand anruft und wie das dann weiter geht mit der Logistik dieses Fahrrads.
Am Sonntag um 9.10h habe ich einen Mammographietermin, letzte Woche das Einladungsschreiben mit Termin für heute im Briefkasten, diesen Termin konnte ich aber problemlos online verschieben und finde das sehr klasse, dass die sogar Sonntags arbeiten. Einmal im Jahr kommt ein großer Bus mit einer kompletten Röntgenausstattung auf die Insel, so dass alle Insulanerfrauen, die im Mammographiealter sind, diesen Termin direkt auf der Insel wahrnehmen können. Ich muss dann immer versuchen, genau in dem Zeitfenster auch auf der Insel zu sein - für dieses Jahr hat das schon mal gut geklappt.
Ich hatte mir eine Liste gemacht, um nichts zu vergessen, was ich gerne dabei haben möchte, wenn ich jetzt sechs Wochen ohne Pendeln an einer Stelle bleibe, ich hoffe, ich habe an alles gedacht, auf alle Fälle ist das Auto schon ganz schön voll. Gut, dass wir letzte Woche noch den extra Transportflug gemacht haben
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Ich finde, es wurde Zeit.
In den letzten Wochen habe ich mich in immer kürzer zu wiederholenden Durchhalteparolen jeden Morgen aufs Neue aus dem Bett und ins Büro gequält, es wurde gefühlt mit jedem Tag anstrengender.
Jetzt also erst mal Abschalten, oder besser Umschalten, denn auf Borkum geht es in den nächsten Tagen ja sofort sehr quirlig weiter. Nächste Woche um diese Zeit ist die neue Küche hoffentlich schon fertig eingerichtet.
Und dann werde ich mich darum kümmern, die weiteren geplanten Projekte anzuschieben. Ein neues Gartenhaus ist mehr als überfällig - 2020 bin ich beim Umgraben vom Spaten gefallen - damals dachten wir noch, der Garten mit neuem Pflaster und neuem Gartenhaus ist in ein paar Wochen fertig. Immerhin ist der Fuß jetzt wieder einigermaßen heile, das ist ja auch was.
Die Außenanlagen sind inzwischen zwar fertig gepflastert (naja fast, bis auf die Stelle, wo jetzt noch das alte Gartenhaus steht und wo nachher unsere neue Terrasse sein soll), es fehlt aber noch die Mauer und überhaupt noch so einiges, was in diesem Zusammenhang getan werden muss.
Ein neues Bad habe ich auch letztes Jahr schon in Auftrag gegeben, hierfür wurden Badewanne und Dusche bereits geliefert und lagern jetzt im Vaterhaus, weil da Platz ist und sie niemanden stören, als Endlösung taugt das aber eher nicht, ich werde da deshalb mal bei dem Installateur die weitere Terminplanung abfragen.
K ist im Fliegerfieber. Die letzten Tage war er jeden Abend unterwegs und hat die neuen Instrumente ausprobiert, es ist schon sehr viel anders als vorher und es funktioniert auch noch nicht alles so wie es soll, aber das kennt er ja aus dem Tesla, da gibt es im Schnitt zweimal im Monat ein Update und dann funktionieren manche Dinge besser - und andere schlechter, der Klassiker bei Updates.
Den Tesla wird er jetzt wohl doch für eine längere Zeit behalten. Verkaufen lohnt nicht, die Gebrauchtpreise sind zu sehr gefallen und außerdem haben alle anderen E-Mobil-Alternativen eben auch so ihre Macken und wenn man sich mal ausführlich damit beschäftigt, dann erscheint mir eine fast problemlos funktionierende, überall vorhandene und meistens frei verfügbare Ladeinfrastruktur kombiniert mit dem absoluten niedrigsten Verbrauch aller E-Mobile schon einer der wichtigsten Vorteile zu sein, wenn man das Auto nicht nur als reinen Stadtwagen benutzt, sondern auch mal mehr als 400km an einem Tag fährt und zu Hause keine Wallbox hat.
Ich habe immer noch vieles an diesem Auto auszusetzen, aber es ist halt alles eine Frage der Benchmark - und da ich mittlerweile so viele andere E-Mobile kenne und ausprobiert habe, scheint der Tesla aktuell immerhin das sinnvollste E-Mobil zu sein, was sowohl das Preis-/Leistungsverhältnis als auch Alltags- und Reisetauglichkeit angeht.
Für mich selber sehe ich zur Zeit keine E-Mobil-Notwendigkeit, das nachhaltigste Auto ist das, was man nicht kauft, mein Golf wird dieses Jahr neun Jahre alt und ich hoffe, er hält noch ein paar weitere Jahre durch
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Auf der Insel wehte zwar noch ein angenehmer Wind, den man aber schon umständlich einfangen musste. Wenn ich im Fahrradschuppen die hintere und vordere Tür aufmachte und mich dann genau in den Gang stellte, da wehte ein schöner Zugwind und dort ließ es sich gut aushalten.
Nun ist es aber irgendwie blöde, wenn man stundenlang im Fahrradschuppen im Gang steht, nur weil es da am erträglichsten ist, ich probierte also noch ein paar andere Aufenthaltsorte aus, aber im Grunde waren sie mir alle zu heiß.
Am Strand war es zu heiß, weil es keinen Schatten gab, im Haus war es zu heiß, weil es keinen Wind gab, es war alles ungemein unschön.
Wenigstens hatte ich ausreichend zu trinken,

auf einem der letzten Flohmärkte habe ich dieses Riesenglasgefäß mit Zapfhahn gekauft, gestern nach der Ankunft mit kaltem Leitungswasser gefüllt und Earl Grey Teebeutel reingeworfen. Über Nacht wird das wunderbarer Eistee, mein Lieblingsgetränk bei diesen Temperaturen.
Am Abend flogen wir zurück nach Greven, noch eine Woche Büro und dann habe ich sechs Wochen Sommerpause
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Auf Borkum ist es genauso warm wie auf dem Festland, mit dem Wind lässt es sich aber einigermaßen aushalten.
Wir räumten den mitgebrachten Krempel ein, dann setzten wir uns auf die Räder und machten eine ausgedehnte Radtour.
Am Nachmittag mähte K den Rasen, ziemlich ätzende Beschäftigung bei dieser Hitze, aber jetzt ist alles wieder schick und schön.
Als wir am Abend zum Strand gingen, war es dort schon wieder angenehm ruhig, kaum Menschen und das Meer hatte sich auch zurückgezogen

Trotzdem gab es natürlich noch ein paar hartnäckige Schwimmer

Ich überlegte auch kurz, ob ich tiefer ins Wasser gehen sollte als nur bis zu den Fußknöcheln (Fachausdruck: Strandzeltvermietervollbad) und ich hätte mich fast durchgerungen und wäre über meinen Schatten gesprungen, wenn die Sonne nicht schon so tief gesunken gewesen wäre

Vielleicht morgen
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Gegen 16h Ankunft bei der Schwester, gegen 18.30h Weiterfahrt zu der Location der "Kleidertauschbörse", wie das offiziell heißt. Pro Person durfte man 15 Teile abgeben, mit C hatte ich ausgehandelt, dass ich ein paar ihrer 15 Teile abbekomme, so dass wir dann zu zweit 30 Teile abgaben, was bedeutete, dass ich eine sehr große Tasche voll Klamotten losgeworden bin, dafür habe ich eine neue Hose, einen neuen Rock und ein neues Top wieder mitzurückgebracht, ich denke, das kann man als eine geglückte Mission Kleiderschrankverkleinerung verbuchen.
Gegen 22h war ich wieder zuhause, K war auch schon da, er hat heute erfolgreich seinen Einweisungsflug auf dem neuinstrumtentierten Flieger absolviert, morgen fliegen wir damit nach Borkum, da kann er gleich weiter üben
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Diese Wetterfront, die da heute über NRW hinwegzog, überquerte das Münsterland nur als ein sanfter, zahmer Landregen. Das wilde daran waren nur die Unmengen an Unwetterwarnungen, die über Stunden im 10 Minutentakt auf dem Handy aufploppten, aber irgendwann hört man einfach auf, das ernstzunehmen.
K hat heute die Einweisung in die neuen Instrumente bekommen, wenn alles gut geht, kann er morgen seinen Checkflug auf der Maschine absolvieren, so dass wir Samstag dann damit nach Borkum fliegen können. Endlich.
Ich bin sehr daran interessiert vor dem 1.7. noch mal einen Ferryflug nach Borkum zu machen, denn ich habe mittlerweile so viel Krempel in meinem Borkumlager angesammelt, dass ich Sorge habe, ob ich das alles am 1.7. ins Auto bekomme.
Wenn ich nächste Woche mit dem Auto rüberfahre, muss ich beim Packen ja noch zusätzlich Platz für das Tau lassen, das wahrscheinlich den gesamten Rücksitz einnehmen wird und bei einem ohne Pendeln geplanten Aufenthalt von 6 Wochen nehme ich außerdem auch gerne noch meine allerliebsten Lieblings-Sommerklamotten mit und dann wird das alles etwas eng im Kofferraum, vor allem, weil ich ja auch noch die große Rose für den Onkel irgendwo unterbringen muss.
Der Onkel besitzt irgendein altes Streumittel gegen die Maden von Gemüsefliegen, mit dem er immer sehr zufrieden war, wo aber einen Wirkstoff drin ist, der seit einiger Zeit bei uns in Deutschland verboten ist, so dass er das Zeug nirgendwo mehr kaufen kann. Ich habe einen Bekannten, der eine Ausbildung als Kammerjäger hat und außerdem einen Bauernhof als Nebengewerbe betreibt, den habe ich gefragt, ob er noch an das Zeug rankommt, was der Onkel gerne haben möchte und der sagte mir, ich solle mal nach Landhandel Polen googeln, die würden keinen Sachkundenachweis verlangen und im Grunde alles anbieten, was in Deutschland an Privatkunden sonst nicht mehr verkauft werden darf.
Sehr spannender Link, ich war hochfasziniert.
Morgen erst Home-Office und dann Bielefeld, wo am Abend endlich mal wieder der Kleiderkreisel stattfindet. Verabredet mit Tochter und Schwester wird das ein netter Frauenfamilienausflug
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Auch wenn diesmal nichts Besonderes auf der Tagesordnung stand, so weiß man doch nie, was den Menschen spontan so einfällt, so dass sich in der Zeit vorher halt schon eine Menge Anspannung aufgestaut hat.
Aber nu ist das erledigt und das intensivste Gefühl ist ein ganz tief empfundenes "Uff!"
Morgen gibt es noch eine längere und sehr wichtige, wahrscheinlich aber auch sehr streitige Verhandlung, die großes Potential für eine Eskalation hat, wir werden sehen, aber dann sind wirklich alle dicken Sachen erledigt und die nächste Woche wird überwiegend aus Aufräumen und Saubermachen bestehen, bis ich mich Ende nächster Woche dann für sechs Wochen aus dem Büro verabschiede.
Beschlossen wurde heute vom Aufsichtsrat die Einstellung einer neuen Geschäftsführungskollegin für den Technikbereich und ich bin sehr froh, dass man sich für die Bewerberin entschieden hat, die meine persönliche Favoritin war und nicht für einen von den coolen Jungs, die den Job auch alle wollten und sich natürlich als entsprechend tolle Typen vorgestellt haben.
Ich gehe davon aus, dass diese Männer jetzt anschließend alle das Narrativ verbreiten werden, dass hier mal wieder eine Quoten- oder Alibifrau genommen wurde, denn das ist ja die einzige Begründung, die sie gesichtswahrend für ihr eigenes Scheitern anführen können, aber der wahre Grund ist ganz einfach, dass die Zeit der selbstherrlichen und ach so souverän männlich auftretenden Ü50 Alphamännchen inzwischen vorbei ist. Der Stallgeruch, den sie verbreiten, ist abgestanden und muffig, er riecht inzwischen nur noch nach altem weißen Mann und verschafft ihnen keinerlei Vorteile mehr. Dumm gelaufen.
Ich habe in 40 Jahren Berufsleben in einer reiner Männerwelt zwar gelernt, mit diesem Typus umzugehen, ich stelle aber auch fest, dass ich offensichtlich an Materialermüdung leide und mit zunehmendem Alter zunehmend wenig Bedarf habe, mich weiter mit solchen Männern zu beschäftigen.
Habe ich schon mein Erlebnis auf der Baumesse neulich erzählt?
Auf Baumessen finden sich ja besonders viele Männer Typ wichtigtuerischer Besserwisser, bevorzugt als Verkäufer von reinen Männerspielzeugen, z.B. völlig überteuerten Kaminöfen. K blieb an so einem Kaminofenstand stehen und wurde sofort von einem Verkäufer angequatscht. Als höflicher Mensch hat er sich auf ein Gespräch eingelassen, ich stand daneben und war offensichtlich nur Deko für das Männergespräch. Früher hätte ich mich darüber amüsiert und es einfach ignoriert, dass ich ignoriert wurde, inzwischen finde ich es nicht mehr lustig, sondern nur noch unverschämt, aber meine Kontrolle funktionierte noch.
Als es um Preise und Bezahlen ging, erzählte der Verkäufer die lustige Geschichte, wie er am Flughafen XY mal den Fehler gemacht hat, seiner Frau die Kreditkarte unkontrolliert zu überlassen und unterstellte typisch männerkumpelig, dass K das anstehende Preisgespräch lieber ohne Frauenbegleitung führen möchte, um das Risiko auszuschließen, dass ich anschließend im gleichen Gegenwert Handtaschen und Schuhe einfordere.
Das war der Moment als meine Kontrolle nicht mehr funktionierte und ich mich unmissverständlich nach vorne drängelte und explizit fragte, was der Kaminofen direkt vor mir denn nun kosten würde. Der Verkäufer schaute mich gequält lächelnd an und forderte mich auf, doch mal zu schätzen. Ich schätzte 25.000 €, weil ich mir Mühe gab, einen extra hochgegriffenen Preis zu nennen, der Verkäufer seufzte wissend und meinte, damit käme ich leider nicht hin, ab 35.000 wäre richtiger. Ich schaute erschrocken und antwortete zu K gewandt: "Oh, das ist wirklich teuer, aber Mausele, wenn du gerne so einen Ofen haben möchtest, dann kaufe ich ihn dir. Möchtest du einen haben?"
K grinste und meinte, er bräuchte grade keinen und wir gingen weiter, aber trotz meiner souveränen Abfuhr an den Westentaschenchauvi regte ich mich innerlich auf, weil ich finde, für solche Menschen mit so einer Denke ist einfach die Zeit abgelaufen und sie sollten sich aus der Gesellschaft zurückziehen und vorzugsweise dauerhaft die Klappe halten.
Auf die Arbeit mit der neuen Kollegin freue ich mich dagegen, ich bin sehr sicher, dass sie sich gegenüber der männlichen Baumafia souverän durchsetzen wird
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Ich habe so unendlich wenig Lust dazu, mich mit so etwas zu beschäftigen.
Für die großen Sachen habe ich in Punkto Verkauf eine Zusatzmotivation, weil die wahre Belohnung beim Verkaufen ja nicht das vereinnahmte Geld ist, sondern der freie Platz im Haus.
Bei so kleinen Sachen wie Sonnenbrillen, Applewatch-Armbändern, Armbanduhren, die jedes für sich deutlich wertvoller sind als eine kaputte Eiswürfelmaschine oder ein uralter Kontaktgrill stört es mich viel weniger, wenn das Zeug immer weiter rumliegt, weil ich weiß, dass ich alles im schlimmsten Fall einfach in die schwarze Mülltonne kloppen könnte und es wäre verschwunden - tatsächlich bringt mir hier das Einstellen bei ebay vor allem Geld und ich bemerke deutlich, wie gründlich gestört meine Geldverdienmotivation ist.
K hat sich immerhin aufgerafft und die alten Fritzboxen und Receiver alle bei ebay eingestellt und ich kann mich nur wundern, wie viel für das Zeug noch bezahlt wird. Da er vor rund vier Monaten unsere eigene Haustechnik in zwei Haushalten komplett auf die neusten Versionen von Fritz umgestellt hat, lohnte es sich, die alten Geräte, die im Schnitt so drei-vier Jahre alt waren, zu verkaufen, da dafür immer noch rund 80% des Originalkaufpreises bezahlt wird. Selbst für eine 12 Jahre alte Fritzbox (er hat gründlich in dem alten Techniklager aufgeräumt) hat er noch einen zweistelligen Betrag bekommen.
Ich kaufe ja seit Jahren die allermeisten Dinge nur gebraucht, aber bei diesen Preisen verstehe ich die Menschen nicht, denn bei so einem geringen Preisunterschied zur Neuware würde ich hier ganz bestimmt das neueste Modell als Neuware mit Garantie vom Händler vorziehen. Aber für uns ist das ja nur gut, denn so kommen wir günstig zu einer stets topaktuellen Haustechnik.
Grundsätzlich gefällt mir gebraucht kaufen aber schon deutlich besser als gebraucht verkaufen, weil ich viel besser darin bin, Geld zu sparen als es zu verdienen. Zumindest wenn es um einen Einsatz auf dem Gebrauchtwarenmarkt geht, denn beim Geldsparen kann man viel leichter größere Beträge nicht ausgeben als man beim Geldverdienen einnimmt.
Für den alten Kontaktgrill habe ich jetzt 10€ bekommen, dafür habe ich den ganzen Huddel mit Verpacken und Versenden und zusätzlich noch die Kommunikation mit teilweise durchaus seltsamen Interessenten. Kann mir zB mal jemand erklären, was die Anfrage "noch da?" bezwecken soll? Wenn nicht mehr da, dann weg, wenn aber noch da, dann sag doch sofort, ob du es haben willst und wie die Übergabe stattfinden soll.
Bei dem Grill hatte ich drei Nachrichten mit "noch da?", die ich alle mit "ja" beantwortet habe, von denen haben sich zwei dann am nächsten Tag gemeldet mit "okay, ich kaufen, wo abholen?", da war der Grill allerdings inzwischen verkauft und zu meinem Ärger auch verpackt und versandt. (hätte ich mir ja erspart, wenn ihn jemand direkt abgeholt hätte.)
Schlechtes Deutsch ist keine Ausrede für schlechte Kommunikation.
Insgesamt habe ich beim Verkauf des Grill 10€ verdient, was sozusagen nichts ist im Vergleich zu dem, was ich vor 15 Jahren gespart habe als ich den Grill für ebenfalls 10€ auf dem Flohmarkt gekauft habe. Der hatte damals nämlich einen Neupreis von über 200€,ich habe beim gebraucht kaufen also 190€ gespart, aber beim Verkauf nur 10€, verdient. Meine alte These bestätigt sich: im Einkauf liegt der Gewinn.
Ebenfalls gebraucht gekauft habe ich vor 15 Jahren die Einbauküche in Greven. Die war damals erst zwei Jahre alt und ich habe nur 10% des ursprünglichen Preises bezahlt, weil die Leute, die sie verkauften, in der Greencard-Lotterie gewonnen hatten und nun dringend alles loswerden mussten, was sie beim Auswandern nicht mitnehmen konnten. Die hatten also einen gewissen Zeit- und Verkaufsdruck und ich habe davon profitiert, dass außer mir keiner bei ebay geboten hat. Küchen sind bei ebay offenbar nicht so gefragt wie Fritzboxen.
Die Küche passte so perfekt in das Haus in Greven, dass ich noch nicht mal eine neue Arbeitsplatte brauchte, sondern durch Auseinandersägen und Neuzusammensetzen alles übernehmen und einbauen konnte, damit bin ich bis heute sehr zufrieden.
Mittlerweile ist die Küche also 17 Jahre alt und soll bitte noch so lange weiterfunktionieren bis das Haus in Rheda fertig ist.
Ersetzt haben wir in der Zwischenzeit den Herd, aber nur, weil ich lieber einen Induktionsherd und einen Backofen mit Pyrolyse haben wollte (Pyrolyse, so toll, nie mehr will ich einen Backofen ohne diese Technik haben), ansonsten funktioniert noch alles. Die Tür vom Kühlschrank hat K schon zweimal repariert und vom Tiefkühlfach hängt der Griff schief, weil ein Stift an der Seite abgebrochen ist, das sind aber Kleinigkeiten und bisher hat vor allem die Geschirrspülmaschine nicht einmal irgendwelche Schwierigkeiten gemacht. Ganz anders übrigens als die Geschirrspülmaschinen auf Borkum, wo ich vor 17 Jahren eine funkelnagelneue (von LG) gekauft habe, die 12 Jahre hielt, dann habe ich eine von AEG gekauft, die eine Woche nach Ablauf der 3-Jahres-Garantie ihren Geist aufgab und seit zwei Jahren haben wir dort eine von Siemens, die, toi, toi, toi, bisher noch störungsfrei läuft.
Seit dem Wochenende hat aber nun das alte Geschirrspülschätzchen (Neff) in Greven auch ein Zipperlein: Das Fach für das Spülmittel öffnet sich nicht mehr von alleine. Mein erster Impuls war natürlich ein "Oh nein, das lohnt doch nicht, für die letzten zwei Jahre eine neue Maschine zu kaufen." Mein zweiter Impuls war, mal bei YouTube nachzugucken und es sieht so aus, als ob es reparabel ist, dafür müsste ich allerdings einen Haustechniker finden, der genau weiß, wie und was er da reparieren muss und ich muss zuhause sein, wenn der Techniker Zeit hat.
Mein dritter Impuls war dann, die Maschine mal laufen zu lassen und den Reinigertab einfach in den Besteckkorb zu legen. Ergebnis: Funktioniert, nach dem Spülgang hatte ich einwandfrei sauberes Geschirr.
Jetzt hoffe ich, dass ich mir mit diesem Trick so lange weiterhelfen kann, bis ich in Rheda eine neue Spülmaschine habe
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Es mag sein, dass es gute Gründe gibt, weshalb das Arbeitsrecht die Rechte von Arbeitnehmern so massiv schützt, das führt aber leider auch dazu, dass es sich immer mal wieder einzelne Arbeitnehmer sehr bequem machen, in diesen Schutzräumen, und das dann natürlich auf dem Rücken der Kollegen, die keine so großzügige Arbeitsmoral haben.
Dann habe ich mich über einen Kollegen aus einer anderen Tochterfirma geärgert, der fachlich dem Mutterhaus zuzusortieren ist, der aber hartnäckig versucht, sich in unsere Firma reinzuzecken, indem er behauptet, es gäbe ständig etwas zu besprechen.
Dabei gibt es gar nichts zu besprechen, das heißt grundsätzlich schon, aber nichts, wo er dabei sein muss, er spekuliert aber darauf, dass ihm das keiner so deutlich sagt.
Weil es bei uns unbestreitbar schöner ist, kann ich sein Ansinnen verstehen, aber so ist das halt mit Wirtschaftsflüchtlingen, sie müssen schon ein attraktives Fachwissen mitbringen, wenn man sie aufnehmen soll, und dieser gute Mann ist ausgebildeter Sonderpädagoge, für die kaufmännische Verwaltung also so gut geeignet, wie eine Ente für den Balletttanz, weshalb ich nichts dagegen habe, wenn er schnatternd um Seerosenteich hüpft und allen Leuten gutes Karma mitbringt - er soll mir aber aus den Füßen bleiben, denn ich finde die kaufmännische Verwaltung auch ohne ihn schon lästig genug, da brauch ich nicht auch noch eine balletttanzende Ente, die mir ständig im Weg ist und meine Mitarbeiter von der Arbeit abhält, weil die es so witzig finden, ihm zuzuschauen.
Ich bin in solchen Situationen ja sehr großer Freund von sehr klaren Worten, aber der Chef erster Ordnung meint, wir sollten den Kerl einfach nur ignorieren, der läuft sich von ganz alleine tot. Ich weiß aber nicht, ob es nicht ab und zu auch mal ganz nett ist, jemandem einfach sehr klar zu sagen, dass er sich vom Acker machen soll, weil man ihn nicht braucht.
So tröpfelte der Tag so vor sich hin, am Nachmittag rief der Wirtschaftsprüfer an, weil wir die Vorstellung der Jahresabschlüsse koordinieren wollten und wir kamen über die teilweise bemerkenswerte Dreistigkeit von Mitarbeitern, die bei manchen aber auch nur ihre komplette Unfähigkeit verdecken soll, ins Gespräch und er sagte, dass er trotz massiver Personalnot heute einer Mitarbeiterin gekündigt habe, weil es nicht zum Aushalten war, wie hartnäckig dämlich die sich anstellte. Die Gute ist formal zwar Masterabsolventin der Wirtschaftswissenschaften, in echt aber auf dem Niveau einer Waldorfgrundschule.
Sie ist in einer Jahresabschlussprüfung eingesetzt worden, bekam einen Stapel Arbeitspapiere mit genauen Anweisungen und sollte die dort vermerkten Belege prüfen und anschließend die Position in dem Arbeitspapier rot markieren, wenn der Beleg komplett fehlte, gelb, wenn es dazu Rückfragen gibt und grün, wenn alles in Ordnung ist. Hört sich für mich jetzt nicht nach einer Raketenwissenschaft an.
Sie lieferte ein Arbeitspapier ab, das lila, hellblau und türkis gemarkert war. Auf den Hinweis, dass sie bitte die Ampelfarben verwenden möge, weil sich das bewährt habe, machte sie die Arbeit neu und hatte anschließend alles gelb markiert, weil sie doch nicht so ganz genau verstanden hatte, was sie eigentlich tun sollte.
Wenn das das Niveau unserer Masterabsolventen ist, kann man nur hoffen, dass die KI maximal schnell weiterentwickelt wird und dann vor allem die Akademiker ersetzt.
Ich bin schon sehr froh, dass ich mich damit nur noch 459 Tage beschäftigen muss
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