anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 13. Mai 2023
Verpasst
Tja, da hat der Abend länger gedauert als der Tag und jetzt haben wir schon Samstag, aber egal, es war ein schöner Freitag, auch wenn ich mehr gelaufen bin als mein Komfortlevel zulässt, trotzdem war es ein schöner und vor allem ein sehr erfolgreicher Tag.
Ich war shoppen und lasern und sehe jetzt aus als hätte ich akut die Affenpocken, aber das heilt alles wieder ab und dann habe ich eine totale gleichmäßige Haut, vielleicht. Ach was bestimmt, ich glaube da fest dran, auch wenn es im Moment nicht danach aussieht.



Am Abend kam K, wir bezogen unser Hotel und trafen uns dann wieder mit N beim Japaner, anschließend waren wir noch bei Ns Chef zu Besuch, wo der Absacker bis nach 2h dauerte.

Immerhin weiß ich jetzt schon, was wir morgen machen, nämlich erst mal gründlich ausschlafen
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Donnerstag, 11. Mai 2023
Städtische Anstrengungen
Der Kongress war heute Nachmittag zu Ende, passend zu Ns Arbeitsschluss in der Praxis, so dass er zum Hotel kam, von wo wir dann gemeinsam mit der Straßenbahn bis zu seiner Wohnung fuhren.

Am Abend gingen wir noch mal los, um etwas zu essen, es wurden Burger aus einer Szene-Burger-Frittenbude, die wir mitnahmen, um dann noch ca. 1km bis zur Spree zu laufen, wo wir das inzwischen recht gut abgekühlte Mahl am Ufer eines für meinen Geschmack arg stinkenden Flusses aßen.

Für Berliner mag das romantisch sein, mich überzeugt das Konzept Stadt nicht und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern.

Diese permanente, dauernd wechselnde, aber immer laute Geräuschkulisse von tausenderlei menschengemachten Geräuschen schlägt mir richtig aufs Gemüt. Ich werde immer leiser, weil ich gegen den Dauerkrach um mich herum nicht mehr anschreien mag. Ich bin längst heiser und habe Halsschmerzen. Ein normales Gespräch in Zimmerlautstärke ist in dieser Stadt nicht möglich, weil auch die Wohnungen alle so hellhörig sind, dass es wirklich nirgendwo leise ist.

Und es riecht. So wie einem überall und permanent irgendwelche Geräusche auf die Ohren einhämmern, so geht es mit den Gerüchen genauso, die die Nase bombardieren. Ein latenter Geruch von Pisse ist immer in der Luft, der beständig von wechselnden Menschen-, und Kloakegerüchen ergänzt wird-, unterstützt von den diversesten Restaurantabluft- und Straßenverkehrgestanksvariationen.

Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass Laufen eindeutig nicht mein bevorzugtes Mobilitätskonzept ist, kann man sich ungefähr vorstellen, wie es meiner Laune mittlerweile geht.

Ich bin gespannt, was der morgige Tag so bringt
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Mittwoch, 10. Mai 2023
Zwischenmeldung
In 10 Minuten muss ich in der Hotellobby sein, denn dann fährt der Busshuttle, der die Teilnehmer aus diesem Hotel zur Abendveranstaltung bringt, die in Schönefeld stattfindet, was bedeutet, der Bus wird ca. 1h unterwegs sein.

Für Menschen, die nicht in einer Großstadt leben, führen Reisezeiten von 1h einen schon irgendwohin ziemlich weit weg, in Berlin fährt man in dieser Zeit von Berlin nach Berlin, also um von einem Bereich der Stadt, der fast in der Mitte liegt, zu einem Stadtbezirk zu gelangen, der etwas weiter am Rand liegt.

Ich finde das alles erschreckend gigantisch groß, aber ich wiederhole mich, wenn ich mich immer wieder aufs Neue darüber wundere, was alle diese Menschen dazu bringt, sich auf so engem Raum so dicht zusammenzuknubbeln.

Gelernt habe ich heute, dass es rein quantitativ gar keine Wohnungsnot gibt, denn in vielen Gegenden außerhalb, also dort wo offenbar niemand hin will, gibt es genau so viele Leerstände, wie es Wohnungsmangel in Großstädten gibt und ich habe eine neue Idee, wie man das mit dem Wohnungsmangel in Griff kriegt: Statt neue Wohnungen zu bauen, sollte man einfach nur mehr Therapeuten ausbilden, die den Leuten die fixe Idee, dass sie dringend in der Stadt wohnen wollen, auf die sanfte Tour wegtherapieren.

Andererseits: Dann wird es dort, wo ich es jetzt zur Zeit ja noch angenehm aushaltbar leer finde, plötzlich voll und ich hoffe deshalb, dass die Umsetzung dieser Idee noch mindestens 15 Jahre braucht, denn dann habe ich mein ökonomisches Mindesthaltbarkeitsalter erreicht, danach ist mir alles egal. Und 15 Jahre scheint eine realistische Perspektive für diese Idee zu sein, denn alleine so eine Therapeutenausbildung dauert ja schon fast 10 Jahre, dann fünf Jahre Therapie für die heilungsbedürftigen Stadtmenschen - das passt alles.

Die Abendveranstaltung findet heute hier statt, wenn ich mich morgen nicht melde, bin ich davongeflogen
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Dienstag, 9. Mai 2023
Berlin
Heute habe ich dann mal gleich mehrere Dinge getan, die in meinem normalen Alltagsleben nicht vorkommen und weil ich mir selber eingeredet habe, das wäre alles eine große Challenge, sozusagen ein Abenteuerspiel, für das andere Leute viel Geld bezahlen, um überhaupt so etwas Aufregendes spielen zu dürfen, hatte ich die gesamte Zeit eine positive Grundstimmung und ich denke, ich habe mich da wunderbar selber ausgetrickst.

Ich bin nämlich heute nach Berlin gefahren und das auch noch mit dem Zug.

Ich fahre so selten Zug, dass ich es tatsächlich jedes Mal ganz interessant finde, all die Leute um mich herum zu beobachten, außerdem ist es für mich ja schon eine Herausforderung, den richtigen Zug in die richtige Richtung und dort dann auch noch das richtige Abteil mit den reservierten Sitzplätzen zu finden.
Wir (ein Arbeitskollege und ich) fuhren ab Hamm, weil der Kollege dort in der Nähe wohnt und deshalb bis Hamm mit dem Auto fahren wollte. In Hamm stiegen wir in den nur leicht verspäteten ICE - und drei Stunden später in Berlin wieder aus. Erlebt haben wir unterwegs sozusagen gar nix, keine Bahnkatastrophe, keine Zwischenfälle, alles lief reibungslos und ordnungsgemäß, für mich als Abenteuersuchende war es enorm enttäuschend.

In Berlin angekommen wollte der Kollege mit einem Taxi bis zum Hotel fahren, was ich energisch verweigerte, das ist ja wohl wirklich endgültig nur noch langweilig. Ich bestand darauf, dass wir mit S-Bahn und Tram weiterfuhren, weil ich in der Bahn-App herausgefunden hatte, dass die Anschlusstickets für den ÖPNV im Zugpreis inkludiert sind und außerdem sagte mir die Bahn-App auch ganz genau, mit welcher S-Bahn und welcher Tram wir weiterfahren mussten.

Aber auch dieser Reiseabschnitt war gänzlich unspektakulär. Am Bahnhof folgten wir der Beschilderung Richtung S-Bahn, der einzige Fehler war dann nur, dass wir zunächst mal eine S7 einstiegen, die in die falsche Richtung fuhr, das bemerkten wir aber schnell, sind am nächsten Halt wieder ausstiegen und haben die Richtung korrigiert. Mehr Abenteuer ist nicht passiert.

Auch Trambahnfahren war nicht so aufregend wie erhofft, die Tram hielt rund 100m vom Hotel entfernt, auch mit Gepäck also alles problemlos zu meistern, die gesamte Reise hatte perfekt funktioniert, ich habe leider keine Katastrophen zu erzählen.

Das, was als letztes nicht so gut funktionierte, war die Restaurantsuche, weil ich gerne zum Japaner wollte, aber der erste, den wir vom Hotel aus zu Fuß angelaufen waren, war ausgebucht, der zweite, 500m weiter, hatte geschlossen und der dritte, noch mal 500m weiter, entpuppte sich als eine Vietnamesische Take-Away-Bude, den wollte ich nicht. Wir gingen dann einfach noch weiter und fanden schließlich ein koreanisches Restaurant. Ich habe heute gelernt, dass koreanisch nicht so meine Stilrichtung ist.…

Im Hotel hatte ich aber zum Glück noch die Butterbrote von heute morgen aus dem Büro, also alles gut, ab morgen ist hier dann durchgängig Programm bis Donnerstag, ich werde mich also zunächst mal nicht mehr mit dem Problem der Essensbeschaffung beschäftigen müssen.

Erkenntnis meines 2x2,5km Marsches durch Berlin: Freiwillig würde ich hier niemals wohnen wollen. Es ist so ein unaufhörlicher Krach, dass ich schon nach sechs Stunden Berlin ganz nervös davon bin, wie um alles in der Welt kann man das dauerhaft aushalten? Und dann diese Unmengen an Wohnhochhäusern, ich finde es ungemein gruselig. Ich bin hier grade in Friedrichshain, keine Ahnung, ob das nur in diesem Teil von Berlin so ist, aber man läuft 2,5km nonstop zwischen Wohnhochhäusern lang und ich stelle mir diese irre Menge an Menschen vor, die alle in diesen Häusern wohnen - und bekomme akute Fluchtreflexe.
Was habe ich doch für ein Glück, dass mir diese Sorte Leben erspart geblieben ist
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Sonntag, 7. Mai 2023
Sonntagsbasar und Probefahrt
Heute war das Wetter nicht ganz so schön wie gestern, es reichte aber, um ein bisschen offen durch die Gegend zu fahren. Wir fuhren nach Münster, dort war Flohmarkt, allerdings nur einer von diesen Sonntags-Flohmärkten, die ja eigentlich gar keine richtigen Flohmärkte sind, sondern nur verkappte Einkaufsbasare für Moslems, für die ein Sonntag ja so viel Wichtigkeit hat wie für Christen ein Dienstag, weshalb sie das Ladenschlussgesetz mit den vorgeschriebenen Ladenschließungszeiten am Sonntag einfach dadurch umgehen, dass die Markthändler behaupten, es wäre ein Flohmarkt.

Mir persönlich ist das ehrlich gesagt total wumpe, ich finde das Ladenschlussgesetz eines der überflüssigsten und sinnlosesten Gesetze, die wir uns hier in Deutschland ausgedacht haben, weil ich nicht begreife, wer damit vor wem geschützt werden soll, denn es arbeitet ja keiner länger deshalb, nur an anderen Tagen.

Ich finde solche Sonntagsflohmärkte deshalb grundsätzlich völlig okay, schade finde ich nur, dass es dort relativ wenig gebrauchtes Zeug gibt, sondern zu 95% nur noch Neuware.

Aber nun ja, heute war Sonntag und schönes Wetter, da passte grundsätzlich alles zusammen. Außerdem hatten wir uns für 17h auch noch einen Probefahrtslot für den Polestar gebucht, die stehen grade in Münster am Hafen und man kann sich online ganz problemlos eine Probefahrtstunde buchen.

Quintessenz der Probefahrt mit dem Polestar: wenn man wählen könnte zwischen Tesla und Polestar fiele die Wahl 9:1 auf den Polestar. Einzige Vorteile des Tesla: Er ist etwas günstiger im Verbrauch und er sieht etwas weniger suvig aus (also das Model 3, das Model Y ist ja nun wirklich nicht mehr anzuschauen vor lauter Hässlichkeit), das war's aber auch schon, in allen anderen Bereichen ist der Polestar einfach das angenehmere Auto.

Aber wir können ja nun grade nicht mehr wählen, wir haben jetzt diesen Tesla und werden uns damit auch arrangieren, es war einfach nur schiere Neugierde, die uns diese Probefahrt buchen ließ.

Eine Entscheidungs- oder besser Glaubensfrage finde ich aber trotzdem noch interessant: Alle diese Elektroautos werden ja regelmäßig zentral vom Hersteller mit Updates versorgt, wenn der Hersteller das also wollte, könnte er mit irgendeinem Software-Update einen Virus in alle Autos in einem bestimmten Land schleusen und sie dadurch lahmlegen.
Von wem möchte man lieber abhängig sein, von Elon Musk oder von den Chinesen?
Ist ein bisschen wie Pest oder Cholera, diese Überlegung, nicht wahr?

Am Abend schauten wir "Die Anstalt" auf 3Sat, eine Folge, in der sie vor allem Andy Scheuer mal wieder maßlos durch den Kakao zogen. Die FDP und Volker Wissing bekamen auch ihr Fett weg, aber anders. Andy Scheuer wird grundsätzlich dargestellt als wäre er geistig minderbemittelt. Ich kenne Herrn Scheuer nicht, ich würde ihn aber brennend gerne mal kennenlernen, erstens um mir selber eine Meinung bilden zu können und zweitens, um ihn zu fragen, wie es sich anfühlt, wenn man auf diese Art von Kabarettisten runtergeputzt wird. Wie dick muss das Fell eigentlich sein, das man sich dafür zulegen muss? Ich würde ja sofort alles hinwerfen und lieber irgendwo anonym Fensterputzer oder Straßenfeger werden, bevor ich mir so einen Hohn und Spott regelmäßig einhandeln würde
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Freitag, 5. Mai 2023
unerfülltes Bauchgefühl und sex on the beach
Ich habe keine Ahnung, was genau ich von dem Tag heute erwartet habe, aber jetzt, wo er fast rum ist und ich zurückblicke auf das, was ich gemacht und geschafft habe, stelle ich fest, dass es sich seltsam unbefriedigend anfühlt. Ich habe ganz offensichtlich nicht das getan und erreicht, was ich gerne getan und erreicht hätte, wobei es schon sehr seltsam ist, dass ich das nicht spezifizieren kann, eben weil ich nicht weiß, was ich mir selber für Erwartungsziele gesetzt habe.

Ich weiß nur, dass ich sie nicht erreicht habe, aber nun ja, dann eben nicht, man kann ja nicht immer gewinnen.

Objektiv betrachtet war es ein angenehmer Tag, kein Stress, wenig Anstrengungen und viel Einkaufen, eine Aktivität, die mir eigentlich immer gut gefällt.

Vormittags Home-Office mit einem sehr lustigen Bewerbergespräch. Es meldete sich ein Mann, der an einer Stelle interessiert ist, die wir vor rund vier Monaten ausgeschrieben hatten und deren Bewerbungsfrist seit Ende März abgelaufen ist.
Wir haben also schon längst alle eingegangen Bewerbungen gesichtet und alle Vorstellungsgespräche geführt, eigentlich müssen wir uns nur noch für eine Person entscheiden.
Aber genau das haben wir noch nicht final getan, so dass ich dem Bewerber sagte, dass die Frist eigentlich schon abgelaufen, aber wenn er die eierlegende Wollmichsau sei, die wir grundsätzlich natürlich immer suchen, dann würden wir auf die Frist pfeifen und ihn nehmen, weil alle anderen Bewerber nur normale, wenngleich aber teilweise auch sehr hochqualifizierte Menschen seien.
Er ging genau auf diesen Gesprächsstil ein und wir hatten fast eine halbe Stunde gemeinsam Spaß am Telefon. Jetzt will er seine Bewerbungsunterlagen noch schicken und dann schauen wir mal.

Außerdem hatte ich ein sehr nettes Gespräch mit einer Dame, die am Telefon der Grundsteuer-Hotline des Finanzamtes arbeitet. Ich rief dort an, weil ich einen blöden Fehler gemacht und bei zwei Grundsteuererklärungen ziemlich viel Durcheinander reingebracht habe. Die Dame war super nett und sagte, dass ich mich nicht darüber grämen solle, ich wäre mit genau diesem Fehler nicht allein, der wäre tausendfach begangen worden. Wir kamen ein wenig ins Plauschen, weil ich mich ausführlich entschuldigte und sagte, dass ich mich sehr dafür schäme, weil man ja schon arg verpeilt sein muss, wenn man so blöde Fehler macht, die Dame plauderte daraufhin ein wenig aus dem Nähkästchen und erzählte unter anderem, dass es einige Menschen gegeben habe, die sie nur angerufen hätten, um ihr mitzuteilen, dass sie sich weigerten die Grundsteuererklärung abzugeben, weil sie sich nicht schikanieren lassen würden.

Sie hätte all diesen Leuten dann immer nur mitgeteilt, dass es ihr persönlich völlig schnurz sei, und wenn sie die Erklärung nicht abgeben wollten, dann eben nicht, das Finanzamt wird dann einen Schätzungsbescheid mit extra Strafgebühren erlassen und damit fertig. Aber auch diese total unaufgeregte und sehr pragmatische Antwort führte nicht dazu, das diese Menschen ihr eigenes Verhalten reflektierten, die schrien und tobten am Telefon - und sie würde sich regelmäßig wundern, wie viele solcher Leute noch frei rumlaufen und nicht längst in irgendeiner forensischen Klinik weggesperrt seien.

Am Ende versicherten wir uns gegenseitig, dass es ein sehr nettes Gespräch gewesen sei und legten auf, wenn man den Tag gleich mit solchen Gesprächen startet, hat man sofort schon die Hälfte der notwendigen Karmapunkte des Tages erledigt.

K kam am späten Nachmittag nach Hause und wir beschlossen, dass wir mal wieder im Großmarkt einkaufen könnten, also fuhren wir ans andere Ende von Münster und im Großmarkt gab es genau die Dinge, die ich suchte und alle waren mit einem sehr günstigen Preis im Sonderangebot, mir macht so etwas ja dann jedesmal extra viel Spaß.

Auf dem Rückweg hielten wir noch am Baumarkt und kauften die fehlenden Steckdosen, die wir für die neue Küche noch brauchen, mich beruhigt es, wenn solche Dinge schon mal erledigt sind.

Im Großmarkt gab es die Fruchtsaftmischung für "Sex on the beach" im Angebot, man musste nur noch Wodka dazugeben und Eiswürfel und dann viel schütteln, im Ergebnis hatten wir heute Abend beide Sex on the beach ohne auf Borkum zu sein. scnr
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Mittwoch, 3. Mai 2023
Nichts gekauft, nur sehr müde
Jetzt wär's fast passiert. Ich hatte sozusagen schon das Licht aus als mir einfiel, dass da doch noch was fehlt für heute.
Also habe ich das Licht wieder angemacht und das iPad rausgeholt, ist zwar nicht so komfortabel wie ein richtiger Computer mit richtiger Tastatur, aber um mitzuteilen, dass ich ja eigentlich schon das Licht ausgemacht hatte und ein ordentlicher Blogtext deshalb heute ausfällt, dafür ist es wunderbar geeignet.

Ich war heute Abend auf einer Bankveranstaltung der Abteilung "privat wealth", da waren keine Vermögensverwalter eingeladen, die andererleuts Geld verwalten, also sogenannte "Institutionelle" Bankkunden und damit der Kreis, in dem ich mich normalerweise bewege, sondern private Kunden, die einfach selber so viel Geld besitzen, dass sie von der Bank bevorzugt behandelt werden und deshalb ab und zu zu Veranstaltungen eingeladen werden, auf denen dann Fachleute Finanz-Fachvorträge speziell für diese Klientel halten.

Ich fand es faszinierend, wie groß die Unterschiede sind. Nicht nur im Publikum, das ist ja klar, sondern auch in der Qualität und dem Stil der Vorträge. Mich erinnerte das ganze sehr an so eine Kaffeefahrt mit begleitendem Verkauf von Rheumadecken, es war ungemein lustig, das alles zu beobachten.

Es war aber auch ein bisschen anstrengend, weil ich mich immerzu beherrschen musste, nicht zu sehr aus der Rolle zu fallen, denn es hätte insgesamt auch genausogut ein Ausschnitt aus irgendeiner Comedy-Show mit Dieter Hallervorden sein können, oder eine Live-Aufnahme für "Verstehen Sie Spaß"- zumindest war es dafür hinreichend skurril.

Nun, im Ergebnis habe ich nichts gekauft, weder Fondsanteile noch Rheumadecken, auch kein Topfset oder ein 128 teiliges Besteck echt vergoldet, ich habe nur zugeguckt und bin dann wieder gefahren - und jetzt bin ich sehr müde
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Montag, 1. Mai 2023
Hotelbuchungen, Rückfahrt und Teslaakzeptanz
Einen Nachteil meiner vor rund 20 Jahre eingetretenen großen Reiseunlust habe ich heute bemerkt: Ich habe keine Ahnung mehr, wie man passende Hotelzimmer/Übernachtungsmöglichkeiten findet, auswählt und bucht.

Früher war ich darin ausgewiesene Expertin, dieses Früher ist allerdings schon so lange her, dass das noch vor Neulandzeiten war, als es also wirklich noch kein Internet gab und 98% der Menschen auf Reisebüros angewiesen waren, wo sie sich die passenden Hotels selbst dann raussuchen ließen, wenn sie keine Pauschalreise buchen wollten, weil: Es gab kein Internet.

Ich besorgte mir für Reisen, die in eine Gegend gingen, wo ich niemanden kannte oder vorher noch nie war und deshalb noch keine eigenen Hotelinformationen gesammelt haben konnte, entsprechende Reiseführer in der Bücherei, dort gab Informationen und Kontaktdaten von allerlei interessanten Hotels und Hostels, die nicht nur über Reisebüros zu buchen waren und mit denen kommunizierte ich dann per Fax, weil Telefonieren und insbesondere Auslandstelefonate in den Zeiten vor dem Internet auch so schweineteuer war, dass man für ein 10 Minuten Gespräch nach Südafrika schon fast ein halbes Hotel kaufen konnte.
Wenn sich Telefonieren nicht vermeiden ließ, hatte ich für jedes Ausland die passende Billigvorwahlnummer parat, das senkte die Kosten wenigstens ins halbwegs Erträgliche.

Außerdem abonnierte und buchte ich Mitgliedskarten für lokale Hotelgruppen, wenn eine Rundreise geplant war und ich mit spitzem Bleistift ausgerechnete hatte, dass wir den Jahres-Mitgliedspreis spätestens ab der vierten Nacht in der gleichen Hotelgruppe durch Rabatte wieder reinverdient hatten. Für Südafrika zB besaß ich jahrelang eine Mitgliedschaft in der Protea-Hotelgroup.

Ein von mir ebenfalls sehr gern genutzter Trick war das vorgetäuschte Interesse für Time-Shares.
In den 90ern waren Time-Share-Beteiligungen der neueste heiße shice zum Schröpfen einer gutsituierten Zielgruppe.
Wenn man es richtig anstellte, konnte man als Berater (Multiplikator) und Interessent problemlos einen Promoaufenthalt für bis zu eine Woche entweder für komplett kostenlos oder für eine geringe Handling-Fee raushandeln, das Austricksen der abgezockten Verkäufer machte mir dabei stets extraviel Spaß.

Und selbstverständlich jonglierte ich souverän mit mehreren Kreditkarten (die mussten ja immer ein deutlich größeres Limit haben als es tatsächlich nachher belastet wurde), was insbesondere für die Mietwagenreservierung wichtig war.

Kurz: Ich kannte mich aus, ich war trainiert und benutzte mein Wissen auch häufig, denn bis ungefähr zur Jahrtausendwende war ich viel unterwegs.

Als ich keine Lust mehr hatte, in der Gegend rumzureisen, übertrug ich alle meine Reiseorganisationsaufgaben auf CW, der nach wie vor wie blöde durch die Weltgeschichte jettete, weil er aber nun überwiegend alleine unterwegs war, sollte er sich auch alleine kümmern.

Inzwischen ist CW jetzt auch schon seit fast 9 Jahren tot, ich könnte ihn also eh nicht mehr um Rat fragen, aber noch viel dramatischer ist es, dass sich die Welt des Reisens und vor allem der Übernachtungsangebote in den letzten Jahren derart drastisch verändert hat, dass ich mir heute vorkam wie Catweazle, als ich fasziniert die irre Menge an Buchungsportalen, Apps und Direktangeboten von Google anstaunte, die mir das Internet anbot als ich "Übernachtung in Berlin" eingab.

Ich werde nämlich übernächste Woche in Berlin sein. Die ersten Tage bis Donnerstag verbringe ich auf einem rein dienstlich veranlassten SAP-Kongress, hier war das Hotel gesetzt und vom Büro gebucht, da musste ich mich nicht kümmern.
Donnerstagabend ziehe ich vom beruflich gebuchten Hotel um zu N und schlafe dort eine Nacht bei meinem Sohn, der diesen Wunsch seufzend damit kommentierte, dass er dann besser nächste Woche schon mal anfängt, die Wohnung zu putzen. Am Freitag kommt dann aber auch K nach Berlin und zu dritt bei N im Bett zu übernachten, erschien mir unpraktisch, ich brauchte also eine externe Übernachtungsmöglichkeit von Freitag bis Sonntag, bis ich mit K gemeinsam wieder nach Greven fahre (oder fliege, K spekuliert ja darauf, dass er einen Flieger für das Wochenende bekommt.)
Ich habe heute also schon mal ein Hotel gebucht, ich steh ja nicht so auf Spontan-Improvisationen, weil man vorher keinen Bock hatte, die Logistik zu klären, aber vielleicht wäre das in diesem Fall die einfachere Variante gewesen, denn ich litt akut unter Multi-Options-Paralyse, weil ich mich nicht nur für ein Hotel entscheiden musste (oder Ferienwohnung oder Airbnb oder oder oder), sondern auch für ein Buchungsportal und dabei feststellte, dass immer dasselbe Hotel zur selben Zeit in 10 verschiedenen Portalen 10 verschiedene Preise hatte. Spinnen die jetzt total?

Wie auch immer, ich habe jetzt ein Hotel gebucht, direkt am Check Point Charly und ich hoffe, dort ist es nett.

Sonst noch:

Abreise natürlich zu einem Zeitpunkt wo das Wetter wirklich richtig, richtig toll war, 20° und kaum Wind - so hätte ich es gerne immer.

Als die Fähre in Hafen einlief, fand ich es schon sehr traurig, dass ich wieder zurück aufs Festland musste.


Unter Deck konnte ich dafür vor der Abfahrt die Bullaugenansichten bewundern, was man sich halt so anschaut, wenn man den blauen Himmel und die tolle Luft bewusst ausblenden will.


Die Rückfahrt verlief unspektakulär. Wir haben gelernt, wenn die Temperaturen steigen, kommen wir mit dem Tesla einmal hin und wieder zurück ohne Nachladen zu müssen. Wenn es kälter wird, sollten wir irgendwo unterwegs noch ein paar Kilowattstündchen reinschubsen, sonst wird es eng, aber bei warmem Wetter verbraucht der Tesla wirklich nur rd. 15 kWh auf 100km, was die Reichweite der 80 kWh Batterie doch recht attraktiv ausdehnt. (Wir wissen ja, man kann in echt nur rund 60 kWh davon verbrauchen, aber bei 15 kWh für 100 km kommt man damit dann auch schon 400 km weit und das reicht genau für einmal Eemshaven und zurück.)
Auf dem Hinweg wurde es leider auf halber Strecke kalt und usselig, deshalb stieg der Verbrauch deutlich an, aber wenn es durchgängig warm ist, dann klappt das sicher ohne Nachladen.

Ach so, wir behalten den Tesla jetzt, seitdem Herr Musk die Neuwagenpreise ständig senkt, ist der Gebrauchtmarkt für Teslas total eingebrochen und wenn man sich eh schon ständig über das Auto geärgert hat, muss man das nicht noch damit übertrumpfen, dass man beim Verkauf einen großen Verlust macht. Der Tesla bleibt also und wenn das jetzt so ist, dann muss ich ihn ab sofort mögen, weil es ja blöd wäre, sich ständig über ein Auto zu ärgern, was man im Zweifel noch lange am Hals hat.
Heute sammelte er erste, dicke Pluspunkte durch den geringen Verbrauch und die dementsprechend große Reichweite. Geht doch
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Sonntag, 30. April 2023
Strandspaziergang
Heute war das Wetter endlich so, dass ich Lust auf meinen geplanten Strandspaziergang mit Barfuß-Test hatte.
Offiziell waren es 16°C, aber der Wind hatte gewaltig abgeflaut, so dass es in der Sonne schon richtig warm war. Das Wasser war mit 10°C zwar noch nicht wirklich badetauglich, aber ich wollte ja auch nur mit den Füßen da durchplatschen.



Gestern war offizielles Saisonanbaden der DLRG, mir war es sogar zum Zugucken zu kalt. Und okay, natürlich hätte ich auch schon wegen der vielen Menschen keine Lust dazu gehabt, aber gestern war es wirklich noch richtig frisch.

Heute war das aber völlig okay mit dem Strandspaziergang

in beiden Milchbuden war schon Hochbetrieb, auch wenn direkt am Wasser noch nicht so viel los war.
Zur Zeit sind mehrheitlich noch die "echten", traditionellen Strandzelte am Strand, die Strandkörbe, die eigentlich nicht zu Borkum gehören, aber wegen der Nachfrage der tumben Touristen angeschafft wurden, standen noch seltsam aufgeräumt in grader Linie aufgereiht rum, K meinte, das wären Strandbehausungen mit Migrationshintergrund.

Wie warm es sich anfühlte beurteilen die Menschen unterschiedlich, Kinder sind da traditionell ja eher abgehärtet unterwegs, die Erwachsen neigten doch noch zu einer wärmeren Bekleidung.

Ich war dafür erstaunt, wie warm der Sand war, barfuß war es wärmer als in Schuhen, außer man ging ins Wasser, da war es natürlich noch etwas kneippig kalt.
Und man durfte sich nicht mit den Füßen in den Sand eingraben, schon knapp unter der sonnengewärmten Oberfläche war der Sand kalt und ungemütlich.

Auf dem Rückweg wollten wir in einer der Milchbuden einkehren und einen Sundowner im Liegestuhl genießen, klappte aber nicht, weil wir nur elektronisches Geld dabei hatten (Handy) und die Milchbuden tatsächlich nur Bargeld akzeptieren.

Ich konnte es kaum glauben, wir haben 2023 und die ziehen die Bargeldnummer eisern durch. Nun, dann wünsche ich ihnen gute Geschäfte, meine persönliche Vermutung ist ja, dass die eiskalt vor allem das Finanzamt bescheißen und behaupten, am Strand gäbe es kein Internet und deshalb funktioniert die elektronische Kasse, die seit neuestem in der Gastro ja Pflicht ist, nicht, aber das soll dann nicht mein Problem sein, ich schaue einfach mal zu, wie lange das überhaupt noch so klappt und bringe mir künftig meine Getränke einfach selber mit
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Samstag, 29. April 2023
Elektrogefummel
Wir schliefen lange aus und machten uns dann mit den Fahrrädern auf den Weg ins Dorf, weil ich noch Fahrkarten für Montag besorgen musste und uns der strahlende Sonnenschein eh nach draußen lockte.

Es sah allerdings nur warm aus, auf dem Fahrrad war es dann doch noch ganz schön frisch.
Wir fuhren über die Promenade am Wasser lang - und mein lieber Scholli, ist diese Insel voll. Die Promenade war gesteckt voll mit Menschen, es war wirklich eine sportliche Herausforderung, sich da mit dem Fahrrad durchzuschlängeln und dabei niemanden umzufahren, zumal die Hälfte der Menschen, die da unterwegs waren, auch Radfahrer waren. Weil aber die einzige Regel, die auf der Promenade gilt, "gegenseitige Rücksicht" ist, fahren und laufen alle wild durcheinander, es gibt keine Ordnung, keiner guckt irgendwohin, Fußgänger hüpfen plötzlich unvermittelt zur Seite, Radfahrer fahren unerwartete Schängel, es ist wahrlich ein Abenteuer, unfallfrei durch dieses Kuddelmuddel durchzukommen.

Auf dem Rückweg besuchten wir den Onkel, der erstaunt war, dass wir da waren, denn eigentlich war ja Flieger geplant und dann hätten wir zwecks Taxidienst bei ihm angerufen, aber so hatten wir uns heimlich mit der Fähre und dem Zug auf die Insel geschlichen, öfter mal was neues.

Wir besprachen die Elektroinstallationen für die neue Küche, das wird noch ein Abenteuer.

Vom Onkel aus fuhren wir noch kurz Einkaufen und dann durch die Greune-Stee zurück.

Wieder zuhause überprüften wir die vorhandene Elektroinstallation und schrieben auf, welche Sicherung welche Anschlüsse absichert. Nach dem großen Wasserschaden in 2010, als die Installation überwiegend neu verlegt wurde, hängt nur ein halbfertiger Belegungsplan am Sicherungskasten - heute haben wir ihn endlich aktualisiert, gut Ding will Weile haben, ähem.

Zum Abendessen gab es Krakauer Bratwurst mit Gnocchi, was sich nach einer seltsamen Kombination anhört, schmeckte in echt wirklich gut.

Jetzt brennt der Ofen schon wieder, draußen sind es noch ca. 8°C, da ist ein warmer Ofen eine wunderbare Sache
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