anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 11. Oktober 2023
Allerlei Amüsantes
Im Büro passieren lustige Dinge, ich überlege, ob ich mir eine große Schale Popcorn auf den Schreibtisch stelle und dann genüsslich von der Seitenlinie aus zuschaue.

Die seit fast drei Jahren vakante Stelle für die Leitung der Technikabteilung ist seit diesem Monat endlich wieder besetzt und es ist sehr amüsant zu beobachten, wie der kommissarische Teamleiter dieser Truppe nun versucht, all seine liebgewonnenen Statussymbolen samt all seiner sonstigen Freiheiten, die er sich gegen jede Compliancevorschrift einfach zugebilligt hat, weil keiner kontrollierte, wie er all diese komplett ungerechtfertigten Vorteile verzweifelt versucht zu verteidigen, zu verharmlosen, zu verstecken oder zu rechtfertigen.

Ich mag es ja sehr, wenn inkompetente Gockel, die sich vor allem über ihre Schwanzlänge und die Größe ihres Firmenwagens definieren, zurechtgestutzt und zurück ins Glied geschoben werden.

Außerdem habe ich in einer Zeitschrift, in der nur Immobilienversteigerung inseriert werden, diese Versteigerung gefunden, die ich zwar leider verpasst habe, aber auch nur von der Beschreibung her schon höchst witzig fand:
Grundstücksverkauf bei Ebbe
Da wird auf Sylt ein Grundstück verkauft - bei Ebbe.
Ich dachte ja, das wäre ein Witz, aber es sieht so aus, als ob die Sylter das wirklich machen. Der Auktionator ist ansonsten durchaus seriös.

Zitat aus dem Auktionsangebot:
Eine besondere Rarität stellen die Flurstücke 197 und 198 mit ca.1.775 m² dar, denn lt. Bestandsverzeichnis bilden sie einen Teil des nordfriesischen Wattenmeeres und sind je nach den Gezeiten trockengefallenes Watt bzw. Wasserfläche. In diesem Bereich befinden sich Lahnungen als Uferschutz und zur Landgewinnung

Warum um alles in der Welt sollte jemand Watt kaufen?
Ich kam auf alle Fälle aus dem Lachen kaum noch raus.

Außerdem sind noch mindestens zwei wirklich lustige Dinge passiert - die mir aber alle beide jetzt nicht mehr einfallen, auch längeres Nachdenken hilft nicht, ich weiß nur, dass ich noch mindestens zweimal heute dachte, dass ich das unbedingt bloggen muss - und nu ist es leider weg. Ich habe ja leider immer noch kein System gefunden, mit dem es mir problemlos möglich ist, jederzeit zwischendurch mal eben Notizen zu machen. Notizblock und Stift hilft mir nicht weiter - immer dann, wenn ich gerne etwas notieren möchte, kann ich grade nichts aufschreiben - oder habe das passende Werkzeug nicht zur Hand.
Es müsste irgendwas mit Handy und App und Diktieren sein, was aber auch im Auto funktionieren sollte und da wird es problematisch, denn im Auto ist das Handy mit dem Autosystem verbunden und ich kann es nicht mehr vernünftig sprach-fernsteuern.

Es ist also kompliziert
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Dienstag, 10. Oktober 2023
Von geht gar nicht bis zu alles sehr gut
Heute war die Stimmungslage während des Tages schon wieder etwas ausgeglichener, nachdem ich am Morgen noch dachte, ich lasse den Tag lieber komplett ausfallen, weil es mir nicht gelang, nach dem Aufwachen die Augen zu öffnen.

Das erste Mal wachte ich gegen 7h auf, als K im Haus rumkramte, mir dann einen Kaffee auf den Nachtisch stellte und das Frühstücksfernsehen anschaltete, womit er seine eigene Morgenroutine startete.

Es gelang mir, mit einem Augen wenigstens so weit zu blinzeln, dass ich erkennen konnte, dass es erst 7h ist, was dazu führte, dass ich nach dieser Erkenntnis sofort wieder ganz tief einschlief.
Um 7h wache ich nur auf, wenn ich von alleine aufwache, weil ich mich wach fühle oder wenn irgendetwas ganz Tolles auf dem Programm steht, für das ich mich dann freiwillig ins Wachsein quäle.

Heute stand nur Büro auf dem Programm, dafür stehe ich ganz bestimmt nicht freiwillig auf und wach fühlte ich mich ganz eindeutig auch nicht.

Als ich um 8h das zweite mal wach wurde, weil K seine Morgenroutine beendet hatte, endgültig das Bett verließ, um sich zu rasieren, zu duschen und anzuziehen.

Als ich das zweite Mal wach wurde, war ich gefühlt immer noch genauso müde wie beim ersten Mal und ich hätte sehr gut sofort wieder in Tiefschlaf fallen können, es fiel mir nämlich immer noch genauso schwer, überhaupt die Augen zu öffnen, ich hatte durch mühsames Blinzeln aber erkannt, dass es inzwischen 8h war und das ist die allerspäteste Zeit des Tages, an der eine Entscheidung getroffen werden muss, nämlich ob ich überhaupt ins Büro gehe oder mich lieber als krank, verstorben oder unfähig abmelde.

Heute morgen war ich sehr dicht dran, mich für die verstorben-Variante zu entscheiden, die hat so etwas angenehm Endgültiges, ich fand es sehr verlockend.

Dann fiel mir aber zum Glück doch noch ein, dass es etwas unglaubwürdig ist, wenn ich im Büro anrufe und mich selber als verstorben melde.
Ich stellte mir den Dialog analog des alten Fritzchen Witzes vor:
Ich: "Ich wollte Ihnen mitteilen, dass Frau A verstorben ist."
Büro: "Ähem hallo, wer spricht denn da?"
Ich: "Meine Schwester".
Das müsste funktionieren, denn meine Schwester und ich haben am Telefon sehr ähnliche Stimmen, wir haben damit schon viele Leute reingelegt, aber irgendwie hatte ich dann doch ein Störgefühl bei dieser Meldung und überlegte stattdessen, ob ich statt tot vielleicht einfach nur krank sei.

Das gefiel mir aber auch nicht, krank war ich eindeutig nicht, nur sterbensmüde. Tot wäre akzeptabel, aber krank fühlt sich anders an.

Blieb noch unfähig, aber das ist immer eine Entschuldigung, für die ich zu stolz bin, auch wenn sie in den meisten Fällen die richtigste ist.

Im Ergebnis blieb mir also nichts anderes übrig, als mich trotz bleischwerer Müdigkeit irgendwie ins Wachsein zu versetzen, um zwar etwas verspätet aber immerhin überhaupt noch so gegen 10h schließlich im Büro zu erscheinen.

Ab da wurde der Tag aber kontinuierlich besser, im Ergebnis kann ich mich also nicht beklagen.

Am Abend beschlossen wir spontan, dass wir beide Lust auf Grieche haben.
Wir haben hier in Greven zwei Griechen, den Zeus-Griechen und den Sirtaki-Griechen.
In acht von zehn Fällen gehen wir zum Sirtaki-Griechen, weil der erstens dichter dran ist, weil es dort außerdem nicht nur zur Rechnung, sondern auch zur Begrüßung einen Ouzo gibt und weil der die deutlich besseren Pommes hat. Außerdem muss man sich für einen Besuch beim Sirtaki-Griechen nicht extra die besonders pflegeleichte und schnell waschbare Kleidung anziehen, weil es beim Sirtaki-Griechen nicht riecht.

Der Zeus-Grieche hat dafür ein wirklich großes Geruchsproblem, die Kleidung, die man beim Zeus-Griechen getragen hat, muss erst zwei Tage draußen auslüften und dann auf direktem Weg in die Waschmaschine befördert werden. Das ist sehr lästig, weshalb wir üblicherweise nur im Sommer zum Zeus-Griechen gehen, da können wir nämlich draußen im Biergarten sitzen und dann ist das mit dem Geruch kein Problem.
Der Zeus-Grieche serviert aber auch keinen Ouzu zur Begrüßung und die Pommes sind sehr latschert, weshalb ich beim Zeus-Griechen grundsätzlich nur den Zeus-Salat esse, das ist ein sehr leckerer gemischter Salat mit Grünzeug, Gurke, Tomate, Oliven, Melone, und zwei großen Lammfilets.

K ist bei Pommes nicht so pingelig wie ich, K isst beim Zeus-Griechen das gleiche wie beim Sirtaki-Griechen: Souflaki-Spieße mit Zaziki und Pommes.

Wir wären heute also eigentlich gerne zum Sirtaki-Griechen gegangen, weil sich Oktober nicht mehr als typische Biergartenzeit anfühlt, aber der Sirtaki-Grieche hat Dienstags Ruhetag, es blieb also nur der Zeus-Grieche, weshalb wir uns extra vorher umzogen und geruchsgewappnet zum Zeus-Griechen fuhren.

Dort war unerwartet aber der Biergarten nicht nur geöffnet, sondern auch bereits von anderen Gästen besucht, ich holte mir also noch meine Jacke aus dem Auto (hatte ich wegen Geruch eigentlich nicht mit reinnehmen wollen), K gehört zu den Männern, die nie zugeben, wenn sie frieren, wir setzten uns in den Biergarten und hatten einen sehr schönen, vollkommen geruchsfreien Abend mit leckerem Essen
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Montag, 9. Oktober 2023
Schuhe wieder angezogen
Aus einem für mich nicht erklärlichen Grund hatte ich heute den gesamten Tag latent schlechte Laune.
Nicht so richtig schlecht, dass ich alle Menschen um mich herum ständig angeknurrt hätte, aber auch nicht so gelassen, dass ich die Idiotien im Büro einfach als das hätte akzeptieren können, was sie sind: Alltag.

Ich finde es immer wieder unfassbar, wie dumm und gedankenlos manche Menschen sich benehmen, ich unterstelle noch nicht mal böse Absicht, sondern wirklich nur grenzenlose Dummheit - aber manchmal wünschte ich mir, es wäre wirklich ein vorsätzlicher Plan, der dahintersteckt - dann wäre es wenigstens ein Match und ich bräuchte kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich diesen Leuten immer wieder auf den Hut haue.

Der Mensch ist gar nicht gut
drum hau ihm auf den Hut
Hast du ihm auf den Hut gehaut
dann wird er vielleicht gut



Aber nun ja, es ist halt wie es ist und zum Glück gibt es immer noch die Möglichkeiten des innerliches Augenverdrehens und dem gedanklichen Entwerfen von mehr als deutlichen E-Mails, die man dann nie abschickt, weil man sie ja nur im Kopf entworfen hat und sich währenddessen längst wieder resigniert abgeregt hat. Hilft ja nix.

Das war dann im Wesentlichen mein erster Arbeitstag nach einer Woche Auszeit. Je mehr ich mich dem Ende meiner offiziellen Arbeitstätigkeit nähere, um so mehr brauche ich diese regelmäßigen Auszeiten, obwohl der Wiedereinstieg danach jedesmal eine größere Anstrengung ist - wenn man nach einem langen Tag abends im Restaurant unterm Tisch die Schuhe auszieht, ist es anschließend auch eine Quälerei, wenn man sie für den Heimweg wieder anziehen muss. Man weiß es vorher, aber beides lässt sich nicht vermeiden, also die Pause mit Schuheausziehen und das anschließende wieder Anziehen, jedesmal fällt man wieder drauf rein
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Sonntag, 8. Oktober 2023
Schon wieder vorbei
So, Urlaub zu Ende, ab Morgen wieder Büro, Jammern hilft nicht, ich ziehe das jetzt noch 348 Tage durch und werde versuchen diese Zeit maximal gesichtswahrend ohne Auffälligkeiten abzuwickeln, auch wenn ich es regelmäßig mehr als anstrengend und beklagenswert finde.

Da J und seine Kumpels (heute kam noch einer) erst morgen Abend wieder abfahren, wird das Haus auch erst morgen in den finalen Abreisezustand = Leerstand für drei Wochen versetzt (hoffe ich zumindest), für mich waren die Putzarbeiten damit überschaubar.

Die Kühlschrankinhalte wurden besprochen, ich packte alles ein, was die Jungs bis morgen nicht mehr verbrauchen und gab es K mit, der mit dem Flieger deutlich schneller und damit drei Stunden vor mir in Greven war.

Die Schwester, der Hund und ich fuhren Auto und machten auf dem Rückweg einen Zwischenstopp im Heim des Vaters, der sich sehr über diesen doppelten Überraschungsbesuch freute.

Am Abend schaue ich mir seufzend die Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen und Bayern und sehe für die Zukunft des Landes immer schwärzer, oder, um es im politischen Farbspektrum korrekt einzusortieren, schwarzbraun und am allerschlimmsten finde ich die Statistik der Wählerwanderungen, die klar aufzeigt, dass die größten Zuwanderungen der neuen Afd-Wähler ehemals SPD oder Grüne gewählt haben und ich habe echt keine Idee, wie man das Gesamtkonstrukt noch jemals wieder graderuckeln kann. Die Dummheit der Wähler ist genauso beeindruckend wie frustrierend
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Samstag, 7. Oktober 2023
Besuch
Es sind diese Zwischenzeiten im Leben, wo man Dinge tut, die man sonst nicht tut, weil sie auf einen zugekommen sind und man sich nicht die Mühe gemacht hat, vor ihnen auszuweichen und man dann plötzlich feststellt, dass es das ja auch (noch) gibt, nämlich ein Leben unter Menschen, und dass sich das gar nicht zwingend anstrengend anfühlen muss.

Ich habe mal zurückgerechnet, Corona fing 2020 an, d.h. es sind jetzt dreieinhalb Jahre, in denen ich auf privater Ebene sehr bewusst und vorsätzlich so gut wie allen (fremden) Menschen aus dem Weg gegangen bin, und das ist offensichtlich lange genug, als dass ich ganz vergessen konnte, dass es ab und zu ja auch tatsächlich mal wieder ganz nett sein kann, sich mit fremden Menschen zu unterhalten, sehr faszinierende Erkenntnis.

Gestern kamen nämlich zwei Studienkollegen von J an, die J eingeladen hatte, mal ein verlängertes Wochenende bei ihm auf der Insel zu verbringen und weil außer mir und K auch meine Schwester samt Hund die ganze Woche da sind, wurden die Neuankömmlinge kurzerhand in den Alltag des Hauses integriert, d.h. wir haben gestern Abend alle gemeinsam gegessen und saßen anschließend dann noch sehr lange am Tisch und haben uns unterhalten.

Da das Wetter im Moment für Draußenaktivitäten auch nicht wirklich ansprechend ist, wiederholten wir das heute Nachmittag, nach dem wir gegen Mittag alle gemeinsam ein ausführliches English Breakfast genossen hatten, blieben wir einfach am Tisch sitzen und redeten weiter. Über alles mögliche, angefangen von den Besonderheiten und erzählenswerten Details eines Pharmaziestudiums, über Berufsaussichten, das Leben eines Apothekers im allgemeinen und den Möglichkeiten eines Pharmazeuten im Speziellen, über seltsame Ideologien, von Homöopathie über Gendern bis zur AFD, über Immobilien, Geldanlagen und wie man einen Hund richtig krault. Eine richtig bunte Mischung an Themen, die sich ganz von alleine ergaben, entwickelten, vermischten und belacht wurden, mir hat das alles wirklich gut gefallen.

Dann gingen die drei Jungs spazieren und ich habe mich damit beschäftigt, alles, was noch an Gemüse im Haus war, zum Abendessen zu verarbeiten.
Als die drei wieder da waren, gab es also Bruschetta, Grillgemüse und einen ganzen Selleriekopf aus dem Ofen als Vorspeise, als Hauptgang ein Kilo Hähnchenschnitzel mit Kartoffelbrei und als Nachtisch Eis - ich war schon nach der Vorspeise pappsatt, aber zum Glück hatten sich die jungen Menschen ausreichend hungrig gelaufen, um alles aufzuessen. Ich muss also morgen keine Reste einpacken, was mir sehr gut gefällt
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Donnerstag, 5. Oktober 2023
Am Tag danach
Es ist ja schon faszinierend, dass man einen ganzen Tag permanent mit irgendetwas beschäftigt sein kann, aber am Ende des Tages nur sehr schwer zusammenbekommt, was man eigentlich wirklich gemacht hat.

Ich bin nämlich heute ständig von dem, was ich eigentlich machen wollte, abgekommen, weil sich plötzlich etwas anbot, was vorher nicht auf der Agenda stand, sich dann aber zufällig als "ach, wollte ich ja schon lange mal machen, gut dass ich jetzt grade dran denke, dann mache ich es sofort, um es nicht wieder zu vergessen" ergab, so dass ich hinter dem, was ich eigentlich machen wollte, den ganzen Tag hinterherhechelte, was wiederum den Effekt hat, dass ich mich am Ende des Tages völlig abgehetzt fühle und trotzdem nicht genau weiß, was ich den Tag über so gemacht habe.

Auf meiner Agenda stand heute:
noch mal zur Sparkasse fahren, um die einzige Mitarbeiterin, die Ahnung von moderner Technik hat, zu befragen, weshalb ich mein Konto, das bisher problemlos mit der alten Uhr funktionierte, nun mit der neuen Uhr nicht mehr koppeln kann.
Als ich um 11.47h auf die Uhr schaute, bemerkte ich, dass es schon fast zwölf ist und so wie ich den Laden hier kenne, schließen die um zwölf und haben sowieso nur Vormittags geöffnet. Also googelte ich die Öffnungszeiten und stellte fest, dass die zwar um 12h schließen, dass aber die überlangen Öffnungszeiten des ehemaligen Schlados* in gewisser Weise immer noch gelten, denn immerhin ist Donnerstag der einzige Tag in der Woche, wo die Sparkasse überhaupt für zwei Stunden (von 15-17h) am Nachmittag geöffnet ist.
*Scheißlangerdonnerstag

Da ich dem Onkel versprochen hatte, für ihn Überweisungen zur Bank zu bringen und Kontoauszüge zu ziehen, zu dem Zweck aber vorher bei ihm seine Banktasche hätte abholen müssen, war klar, dass es sich um 11.47h nicht mehr lohnte, dieses Vorhaben noch in Angriff zu nehmen, also habe ich es auf 15h vertagt.

Außerdem wollte ich die drei großen Kleidersäcke, die hier im Weg rumstanden, in den Altkleidercontainer bringen - mehr hatte ich mir für heute gar nicht vorgenommen, aber beides, Bank und Container nur mit großer Verzögerung überhaupt geschafft und währenddessen tausenderlei andere Dinge getan, die ich inzwischen schon alle wieder vergessen habe.

Mein Besuch in der Sparkasse war auch nur halb erfolgreich, denn als ich am Nachmittag dort erschien, teilte man mir mit, dass die junge Kollegin nur Vormittags da sei, ich müsse also morgen noch mal wiederkommen. Als ich einwandt, ich wäre doch gestern am Vormittag da gewesen, sagte man, dass sie gestern ja auch Home-Office gemacht habe und dann muss ich das wohl so hinnehmen.
Ich frage mich zwar, was eine Sparkassenmitarbeiterin im Home-Office zu tun hat, aber als ich darüber nachdachte, fiel mir auf, dass ich wahrscheinlich sowieso nicht weiß, was Sparkassenmitarbeiter überhaupt so machen, meine bisherige Vorstellung, dass sie Kunden bedienen ist ja offensichtlich falsch.

Ich fragte meinen Westfalenmann, der ganz früher auch mal Bankkaufmann gelernt hat, der wusste es aber auch nicht. Früher haben die Leute in einer Bank offensichtlich komplett andere Arbeiten gemacht als heute.

Wie auch immer, ich muss da morgen noch mal hin, weil sich die Karte immer noch nicht einbinden lässt und wenn ich morgen wenigstens die Telefonnummer von jemanden bekomme, der sich auskennt, bin ich ja schon mal einen großen Schritt weiter.

K hat beim Onkel die Terrassenumrandung fertig einbetoniert, jetzt muss da nur noch ein Dach drauf befestigt werden. Dafür fehlt das passende Material, ist aber schon bestellt. K hofft, dass er morgen vielleicht frei hat.

Zum Abendessen gab es warmen Kartoffelsalat und Steaks von der Grillplatte, das war als Geburtstagsessen eigentlich für gestern geplant, aber gestern waren wir abends noch alle satt vom Kuchen und so hatten wir jetzt zwei Tage tolles Essen
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Mittwoch, 4. Oktober 2023
Was alles nicht so funktioniert
Manche Tage haben eine Pannenanziehungskraft, das ist beeindruckend.
Dabei begann der Tag so schön, nämlich Punkt Mitternacht als mir K und meine Schwester zum Geburtstag gratulierten und ich vor einer beeindruckenden Menge an Geschenken stand, die bis auf eines von meiner Mutter und eines von K alle von meiner Schwester stammten.
Geschenke

Weil beim Kleiderschrankdurchsortieren nicht nur sehr viele Teile aussortiert wurden, sondern sich bei einigen Teilen auch eine Maschinenwäsche als gute Idee anbot, lagen hier eine helle und eine dunkle Maschine Wäsche, die ich wegen Wetter gestern nicht gewaschen hatte. Für heute prognostierte der Wetterbericht aber deutlich längere Sonnenphasen ohne Regen, also eine gute Chance, die Wäsche draußen auf der Leine trocken zu kriegen und nicht den blöden Wäschetrockner anwerfen zu müssen. Um den Tag trockentechnisch maximal gut auszunutzen, steckte ich die erste Maschine gestern Abend in die Waschmaschine und benutzte das erste Mal, seitdem ich diese Maschine besitze, die Zeitprogrammierung.
Ich habe ja jetzt eine Miele-Waschmaschine auf die ich gehörig stolz bin, weil ich bisher noch nie so ein edles Teil besessen habe, in meiner Einbildung wird die Wäsche in einer Miele-Waschmaschine nicht nur viel sauberer, sondern es geht auch alles viel leichter.

Blöd nur, dass Einbildung und Realität zwei Paar Schuh sind, denn wirklich leichter wäscht es sich mit einer Miele-Waschmaschine auf alle Fälle ganz sicher nicht. Gleich nach der ersten Inbetriebnahme hatte mich schon gestört, dass die Maschine völlig lautlos endet. Meine bisherigen Waschmaschinen piepten nach dem letzten Schleudergang alle eine ganze Zeitlang und ich weiß dann, dass die Maschine durchgelaufen ist und geleert werden möchte. An dieses Piepen bin ich seit über 40 Jahren gewöhnt und finde es praktisch, muss ich mir nicht separat merken, wann die Maschine fertig ist.
Nun, die Miele-Maschine piept nicht und nein, man kann das Piepen auch nicht irgendwo in der Grundprogrammierung der Maschine einstellen, es ist einfach kein Piepen am Laufzeitende vorgesehen. Ich habe das gründlich überprüft und weil ich es nicht glauben wollte, dass es so ist, als letztes sogar den Kundendienst deswegen angerufen, die mir aber auch nur bestätigten, dass diese Maschine nix Piep.
Ich stelle mir seitdem also einen Handywecker, geht auch, aber komfortabel ist aus meiner Sicht anders.

Gestern Abend wollte ich den Waschgang nicht sofort starten, sondern wollte, dass er morgens um 9h fertig ist, dann kann ich die erste Maschine gleich nach dem Aufstehen schon aufhängen, ohne dass das Zeug über Nacht feucht und geklumpt in der Maschine rumlag und es gibt eine gute Chance, dass alles bis abends trocken ist.
Also Zeitprogrammierung, kenne ich von meiner Bosch in Greven, nutze ich oft, man sagt der Maschine einfach, in wie vielen Stunden sie fertig sein soll und dann startet sie rechtzeitig von alleine.

Wenn man bei der Miele ein Programm ausgewählt hat, erscheint in der Anzeige die Zeit, die sie braucht, bis sie fertig ist. Wenn da also 2h steht, dann ist sie in 2h fertig durchgelaufen. Kenne ich, ist bei der Bosch genauso. Wenn ich dann den Zeitprogrammierknopf drücke, steht da zunächst 3h und diese Zeit kann ich immer weiter hochdrehen, bis es für mich passt, dann drücke ich Start und alles nimmt seinen programmierten Lauf. Kenne ich genau so auch von der alten Bosch, ist alles ganz easy. Ich steckte die erste Waschladung also gestern Abend um 21h in die Maschine und drehte die Zeitprogrammierung auf 12h.

Heute morgen bin ich um 9h in eine leichte Hektik verfallen, weil mir einfiel, dass ich ja extra die Maschine so gestartet hatte, dass sie um 9h fertig ist, damit ich die Wäsche so früh wie möglich aufhängen kann. Also bin ich trotz kurzer Nacht extra früh aufgestanden und habe mich vorher natürlich komplett angezogen, denn Wäsche aufhängen war ja für draußen vorgesehen. Als ich um kurz nach 9h vor der Waschmaschine stand, stellte ich fest, dass die Maschine grade eben erst losgelaufen war. Das heißt, dass die blöden Mieletechniker allen Ernstes nicht die Schlusszeit für die Zeitprogrammierung vorgesehen haben, sondern die Startzeit. WTF!
Meine ganze Frühaufstehhektik war total überflüssig, ganz abgesehen davon, dass ich die Wäsche jetzt erst viel später aufhängen konnte, mit dem Erfolg, dass heute Abend natürlich noch nicht alles trocken war.
Sehr guter Start in den Tag.

Dann habe ich mich damit beschäftigt, meine neue Apple Watch einzurichten. K hat mir die grade eben erst erschienene Version geschenkt, denn meine bisherige Uhr hat schon einige Jahre auf dem Buckel und er meinte, es wäre mal Zeit für ein technisches Update. Da ich mir genau das auch schon überlegt hatte, also dass meine bisherige Uhr halt wirklich schon recht alt ist und wie lange sie wohl noch hält, habe ich mich sehr über eine neue Uhr gefreut, der einzige Haken bei neuer Technik ist dann immer nur, dass man sie auch neu einrichten muss, zumindest alle Bankkarten müssen für das neue Gerät einzeln freigeschaltet werden.

Da ich die Uhr ja vor allem deshalb habe, weil ich es so bequem finde, damit zu bezahlen, muss ich natürlich dringlich alle meine Bankkarten auch auf der neuen Uhr sofort startklar haben, und genau das klappte nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte.
D.h. bei den zwei Karten der reinen Online-Neobanken klappte es sofort, auch INGDiBa und DKB ließen sich nach zwei Versuchen einbinden - nur Commerzbank und Sparkasse stellten sich komplett quer.
Da ich sowieso ins Dorf fahren musste, um eine Fahrkarte zu kaufen, bin ich gleich mal bei der Sparkasse vorbei gefahren, ich bin nämlich sicher, dass der Fehler in deren System steckt und nicht zwischen meinen Ohren.
Nach längerem Anstehen gelang es mir, mit einem älteren Mitarbeiter der Sparkasse zu sprechen, der mir mitteilte, dass für diesen Technikkram eine junge Kollegin zuständig sei, die sich sehr gut damit auskenne aber erst morgen wieder da sei. Ich möge deshalb bitte morgen um 9h noch mal wiederkommen.

Anschließend ging er in ein Büro und begann heftig auf einer Schreibmaschine zu tippen. Wenn es nicht so traurig wäre, hätte ich es richtig komisch gefunden.

Als ich aus der Sparkasse rauskam begann es heftig zu regnen, es passte irgendwie ins System.

Die nächste Pannenmeldung kam von J - Zugverspätung und Fährabfahrzeiten sind nicht kompatibel, er kommt deutlich später, aber immerhin hat er noch einen Platz auf dem Kat am Abend erwischen können.

Bis auf Js Verspätung verlief der Nachmittag dann einigermaßen störungsfrei, der Onkel kam vorbei, wir tranken Tee und aßen Schwarzwälderkirschtorte, am Ende hatte der Onkel vier Kirschkerne gefunden, außer ihm aber niemand. Das war eine sehr seltsame Kernverteilung.

Dann holte ich J von der Fähre ab und während ich ihm im Hafen entgegenlief rief N an, um mir mitzuteilen, dass er sein Geschenk seinem Bruder mitgegeben habe, der es mir ja jetzt gleich geben würde, es stellte sich heraus, dass J leider alle Geschenke vergessen hatte einzupacken.

Am Abend haben wir den Ofen angeworfen, wenigstens das hat ohne Probleme funktioniert
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Dienstag, 3. Oktober 2023
Feiertag
Weil heute Feiertag ist, haben wir uns auch entsprechend verhalten. Bis mittags im Bett liegen, dann ganz langsam aufstehen, bis ich in Ks ausgedehntes Nichtstun einen kleinen Beschleunigungstwist einbrachte, weil mir einfiel, dass ich morgen Geburtstag habe und dass J sich samt einem Freund als kuchenessende Geburtstagsgäste angekündigte hatte, was bedeutet, dass ich den zu essenden Kuchen ja noch backen muss und dass ich mir vielleicht auch heute schon mal Gedanken über das morgige Abendessen machen könnte.

Im Ergebnis wollte ich unbedingt einkaufen gehen, was auf dieser Insel ja zum Glück auch an einem Feiertag kein Problem ist, der einzige Unterschied zu einem Werktag besteht darin, dass die Läden nicht bis 21h geöffnet haben, sondern nur bis 16h - und genau das war der Grund für die Beschleunigung, mit der ich K zum finalen Ausgeh-Anziehen durchs Haus scheuchte, weil er grundsätzlich schon ganz gerne mitgeht zum Einkaufen, ich ihn aber nicht in seinem gemütlichen Feiertags-Imhaus-Schlabberlook mitnehmen wollte, noch nicht mal auf Borkum.

Wir fuhren mit dem Auto, weil draußen Sturm und ungemütliches Wetter war und weil ich größere Mengen an Mineralwasser erwerben wollte, das transportiert sich im Auto auch leichter als auf dem Rad.

Während wir unterwegs waren, hatte die Schwester den aussortierten Kleiderberg durchsortiert, einen kleinen Haufen für sich ausgesucht und den Rest nach Klamottenart (Hose, Bluse, Pulli etc) geordnet und ordentlich zusammengelegt auf Stapeln gesammelt, damit ich noch einen letzten Blick darauf werfen kann, bevor es in einen, nein falsch, es sind insgesamt drei große Säcke geworden, gestopft wird, die anschließend in den Altkleidercontainer geworfen werden können.

Einen weiteren kleineren Berg habe ich beiseite gelegt, um die Kinder zu fragen, ob sie davon etwas haben möchten und drei große Müllsäcke voll bringe ich morgen zum Container. Es ist wirklich erschreckend, wie viel aussortierte Plünnen da zusammengekommen sind, als Folge regelmäßiger und teilweise exzessiv eskalierter Flohmarktbesuche aber auch nicht verwunderlich. (und gleichzeitig finanziell auch immer noch vollkommen vertretbar.)

Am Nachmittag habe ich dann die obligatorische Geburtstagsschwarzwälderkirschtorte gebacken, der Teig blieb mittendrin etwas klebrig und ging nicht richtig auf, wovon ich mich aber nicht habe irritieren lassen, kletschige Teigstücke kann man ganz hervorragend mit viel Rum aufpeppen - was ich tat.

Abendessen fiel aus, jeder suchte sich irgendwas zu essen, ich war mit einer Tüte Chipse sehr glücklich, morgen gibt es wieder was Ordentliches zu essen
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Montag, 2. Oktober 2023
Arbeitstag
Heute war ein offizieller Werktag, also weder Sonntag noch Feiertag, so dass K zum Onkel gefahren ist, um dort weitere Pfähle für die Terrassenumrandung einzubetonieren.

Ich habe die Gelegenheit genutzt, meine Schwester im Haus zu haben und verpflichtete sie deshalb spontan als Unterstützung beim Kleiderschrank durchsortieren.
Wir haben erst die T-Shirts, dann die Pullover, Blusen, Röcke und Hosen rausgeräumt, ich habe jedes Teil angezogen, wir haben es gemeinsam auf Paßform und Schönheit begutachtet, trafen danach die Entscheidung für yea or nay und so wuchs der Berg der aussortierten Teile immer weiter an. Ich habe das Gefühl, wir haben jedes zweite Teil aussortiert, dennoch sieht man es kaum, wenn man jetzt die Schränke öffnet. Es ist alles ordentlich und aufgeräumt, aber immer noch gründlich voll. Mich fasziniert das sehr, weil ich mir gar nicht vorstellen kann, wie dieser Riesenberg aussortierter Klamotten je zusätzlich in die Schränke gepasst hat.
Ich bin jetzt aber sehr zufrieden und genieße diese Ordnung im Kleiderschrank.

Zwischendurch machten wir eine Pause und fuhren zu Kik, um neue Kleiderbügel zu kaufen - ich wollte jetzt alles einheitlich haben und das war eine sehr gute Entscheidung. Dann fuhren wir noch zu Lidl, wo ich Dinge fürs Abendessen einkaufte.
Die Schwester hatte ihren Hund vorne im Fahrradkorb festgebunden, das klappte gut. Aber dann meinte sie, er könne ja auch mal ein Stück laufen und ob wir nicht durch die Dünen zurückfahren wollten. Ich schlug den Loopdeelenweg vor - und so geschah es. Der Hund lief über 5km, ohne Probleme und verhältnismäßig flott, es war eine sehr schöne Fahrradtour.

Kurz nachdem wir wieder zu Hause waren kam auch K vom Onkel zurück, ziemlich k.o. gekämpft, leider konnte er sich zum Ausruhen nicht aufs Bett legen, da lag nämlich immer noch der halbe Kleiderschrankinhalt.

Mittlerweile ist aber alles fertig geräumt, morgen muss nur noch der Berg der aussortierten Klamotten sortiert und irgendwie aus dem Haus geschafft werden
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Sonntag, 1. Oktober 2023
Unsichere Fliegerkollegen und kaputte Werbung
Der Tag verlief absolut plangemäß: Wir hatten nichts vor und taten deshalb auch nichts, das war toll.

Bis Mittag lagen wir im Bett und lasen Internet, wobei K hauptsächlich Wetterkarten und Fliegerinfos studierte.
Das Wetter war nämlich schlecht fliegbar, tiefhängende Wolken, schlechte Sichten, und K fand es einerseits spannend, wer bei diesem Wetter überhaupt noch unterwegs war und außerdem wusste er, dass ein Kollege aus dem Fliegerclub gestern nach Juist geflogen war und heute zurückmusste und er wartete auf einen Anruf dieses Kollegen, weil er sehr sicher war, dass der sich nicht alleine trauen würde, die Wetterbedingungen zu beurteilen und sich Rat und Hilfe bei K holen würde.
So kam es auch, gegen Mittag rief der Kollege an und K war unauffälligerweise perfekt vorbereitet und konnte ihm lässig souverän und natürlich standby eine sichere und gut durchdachte Flugroute von Juist nach Münster empfehlen, die der Kollege auch prompt befolgte.

Ich fand das alles ganz ungemein erheiternd, gleichzeitig aber auch ein bisschen spooky, wenn ich mir überlege, was für Typen sich da mit voller Lizenz und formal völlig legal im Flieger durch den Luftraum bewegen, mitfliegen möchte ich mit denen sicher nicht - und unterwegs in der Luft begegnen möchte ich denen auch nicht, grusel.

Ich las derweil die Blogs der letzten Woche nach und geriet über irgendeinen Link auf einen Artikel der Zeitschrift Spektrum, den man ohne Bezahlschrank lesen konnte, wenn man keinen Adblocker installiert hat. Ich weigere mich ja grundsätzlich, den Adblocker zu deaktivieren, weil mir das schlicht zu umständlich ist, lieber lese ich dann den Artikel nicht. Wenn es was wirklich Wichtiges ist, wird der Inhalt auch irgendwann von den Öffentlich-Rechtlichen geteilt und sonst ist es wahrscheinlich einfach egal.

Ich bin großer ÖRR-Fan und wäre sofort bereit, auch ein Mehrfaches an GEZ-Gebühr zu zahlen, wenn ich mir dafür erkaufen könnte, dass dort bitte kein Sport mehr gesendet wird. Nischensport ist okay, aber dieser überall verfügbare Massensport, den man auch ohne Probleme auf jedem Privatfernsehkanal gucken kann, der gehört meiner Meinung nach nicht zu den Aufgaben des ÖRR und ich ärgere mich regelmäßig sehr darüber, dass ich mit meinen Gebühren das höllenteure Ankaufen von Senderechten im ÖRR mitfinanziere. Das muss wirklich nicht sein, keinem Sportbegeisterten wird irgendetwas vorenthalten, wenn ARD und ZDF das nicht mehr im Programm hätten.
Aber grundsätzlich finde ich den ÖRR vor allem deshalb toll, weil es dort sozusagen keine Werbung gibt.

Ich finde nämlich Werbung blöd und versuche ihr maximal weiträumig aus dem Weg zu gehen.

In vielen Fällen lässt sich das nur dadurch erreichen, dass man bestimmte Kanäle nicht benutzt, was mir schon deshalb nicht schwerfällt, weil ich die allermeisten Social-Media-Kanäle schlicht langweilig finde.
Meta mit seinen unsäglichen Werbeeinblendungen in dem personalisierten Feed ist da ganz weit vorne dabei,
Facebook öffne ich nur noch, wenn ich in einer Borkum-Gruppe etwas verkaufen will, mit Instagram konnte ich noch nie so richtig was anfangen, weil ich kein Bildermensch bin, Xing und Linkedin brauche ich nicht mehr, weil ich keinerlei berufliche Ambitionen mehr habe, und für so Kanäle wie Twitter und alle Nachfolger fehlt mir schlicht die Zeit und das Bedürfnis, mich damit zu befassen, ich habe es wirklich oft und ernsthaft probiert, bin aber immer an der Tatsache gescheitert, dass man sich damit ja dann wirklich täglich und regelmäßig beschäftigen müsste und dazu fehlt mir einfach das Interesse und der Ehrgeiz. Und wahrscheinlich auch die soziale Kompetenz/ Empathie/ Interesse, was weiß ich, aber ich wäre auch früher nie in eine Stammkneipe gegangen, um dort verlässlich immer die gleichen Leute zu treffen, das ist vielen Menschen sehr wichtig, mir aber nicht und damit habe ich akzeptiert, dass ich einfach die falsche Persönlichkeit für soziale Netzwerke habe.

Gleichzeitig fällt es mir damit sehr leicht, Werbung zu mindestens 90% aus meinem Leben zu verdrängen.

Außer ich möchte einen Artikel in Spektrum lesen (und bin zu faul, mir den verlinkten Artikel in meinem Readly-Abo herauszusuchen), dann muss ich ein Werbevideo auswählen, dass ich angucken muss, um anschließend für den gewünschten Artikel freigeschaltet zu werden.
Das mache ich inzwischen aber wirklich gerne, denn die Challenge lautet, aus den sechs angeboten Werbevideos das rauszusuchen, was kaputt ist und sofort nach dem Anklicken auf den gewünschten Spektrumartikel weiterleitet. Denn eines ist fast immer kaputt - man muss sich nur richtig entscheiden.

Heute hatte ich gleich im ersten Treffer das kaputte gefunden (das von Aldi ohne weiteren Text im Vorschaubild) und ich stellte rückwärts fest, dass das genau DIE Art ist, wie ich Werbung toll finde: Herauszufinden, was definitiv nicht funktioniert
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680 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?