anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 30. September 2023
Samstag, 30.9.
Das war ein guter Tag heute.
Der Mieter war superpünktlich und klingelte um Punkt 10 Uhr. Er machte einen sehr sympathischen Eindruck, hatte alle notwendigen Unterlagen dabei, bezieht ein sicheres Einkommen, ist sich mit dem jetzigen Mieter einig, was Möbelübernahme etc. angeht und übernimmt die Wohnung ohne Leerstandsphase. Das finde ich alles ganz prima und hoffe nun, dass das neue Mietverhältnis genauso unproblematisch weiterläuft wie das bisherige.

Gegen Mittag kam K, ich holte ihn vom Flugplatz ab, wir machten dann noch einen Zwischenstopp bei Lidl und kauften dort unter anderem Strawberry-Cheesecake-Eis von Dr. Pudding, weil es das grade als Sonderangebot gab, mussten es zu Hause dann sofort probieren und waren beide sehr angetan. Gute Sorte, könnte man glatt noch ein Paket kaufen.
Als zweites Paket haben wir Salted Caramel mitgenommen, auch zum Sonderpreis und haben insgesamt für 1kg Eis weniger bezahlt als neulich ein Hörnchen mit drei Kugeln an der Eisdiele kostete.

Ich komme da immer noch nicht drüber hinweg, wie weit die Preise mittlerweile auseinanderklaffen.

Einerseits ist mir absolut klar, dass der Eisdielenbetreiber diese Preise nehmen muss, um überhaupt über die Runden zu kommen. Er muss Löhne bezahlen, Pacht und Material, das ist alles deutlich teurer geworden in den letzten zwei Jahren, ihm bleibt also gar keine andere Wahl als ebenfalls seine Verkaufspreise zu erhöhen.

Auf der anderen Seite bekommt er aber auch ein Problem, wenn noch mehr Kunden so rechnen wie ich und er deshalb immer weniger Umsatz macht, weil die Kunden lieber auf günstigere Varianten ausweichen.
Eigentlich hat ein kleiner Eisdielenbetreiber in dieser Konstellation immer die A...karte, das ist schon erschreckend.

Am Nachmittag machten wir eine kleine Radtour und fuhren dann zum Onkel. Der besprach mit K das weitere Vorgehen zum Einbetonieren der nächsten Pfeiler für seinen Terrassenwindschutzzaun, Montag soll auch noch brauchbares Wetter sein, dann gehen die Bauarbeiten weiter.
Ich pflückte dann noch ein paar sehr reife Tomaten, die ich sofort zu einem Abendessen verarbeitete, gebratene Kirschtomaten in Chili-Sahne-Sauce mit Gambas und Fettucine, schnell gemachtes Abendessen von dem wir zu dritt gut satt wurden.

Dann habe ich mich noch ausführlich damit beschäftigt, meine Zählerstande an den Grundversorger zu übermitteln, denn ich wechsele sowohl hier als auch in Greven zum 1.10. den Anbieter und für die Zwischenabrechnung meldet offensichtlich immer der Grundversorger sowohl an den alten als auch an den neuen Lieferanten die entsprechenden Zählerstände.

Da meine Zählerstände ja meldetechnisch immer etwas vorgehen, was mir einen entsprechenden Spielraum gibt, um Preissprünge etwas zu glätten und sich diesmal die Preise wirklich sehr stark ändern, musste ich genau überlegen, ob die zu meldenden Zählerstände jetzt auf- oder abgebaut werden müssen.
In Greven muss ich dabei zusätzlich beachten, dass ich da ja (hoffentlich) nicht mehr sooo lange wohnen werde, so dass es sehr klug ist, wenn ich den Zählervorsprung bis zu meinem Auszug abgebaut habe.

Ich musste also genau überlegen und mir vor allem notieren, welche Zählerstände ich dann letztlich übermittelt habe. Es war alles in allem eine etwas umständliche Aktion, ist jetzt aber auch erledigt.

Für morgen steht noch nicht ein einziger Programmpunkt auf dem Plan, das wird mit Glück ein richtig fauler Schlunztag
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Freitag, 29. September 2023
Und Abfahrt
Heute gab es eine sehr lange to-do-Liste für en Tag, denn nach einem halben Tag Home-Office war die Abfahrt nach Eemshaven geplant, wo ich für die 17h Fähre einen Autoplatz reserviert hatte.
Weil K noch berufliche Termine hat und heute nicht mitfahren konnte, hatte ich meine Schwester gefragt, ob sie Lust hat, mit mir nach Borkum zu fahren, so dass der logistische Ablaufplan vorsah, dass sie nach Greven kommt, wir ihren Kram in mein Auto laden, und dann fahren wir gemeinsam nach Borkum.

Gestern Abend fiel mir ein, dass sie ja nicht einfach nur in ein anderes Auto umsteigt, sondern dass sie ganz sicher auch vorher ins Haus kommen wird - und dieser Gedanke löste eine gewisse operative Hektik in mir aus.
Meine Schwester ist nämlich ein sehr ordentlicher Mensch, ganz im Unterschied zu mir und um nicht als der ultimative Lotter-Looser dazustehen fand ich es dringend notwendig, der Optik des Haushalts wenigstens ansatzweise eine gewisse Sauberkeit und Ordnung zu verleihen.

Ich fing also gestern Abend schon mit Hausputz an und putzte heute intensiv weiter, zum Glück sind viele Putztätigkeiten ganz wunderbar mit Home-Office kombinierbar. Staubsaugen vielleicht nicht so, aber Bodenwischen ist leise genug, um nebenher zu telefonieren, dasselbe gilt für Aufräumen und Fensterputzen.
Fürs Staubsaugen habe ich mir in meiner Kaffeepause also extra freigenommen, der Rest lief problemlos nebenher.
Gegen Mittag hatte ich zwei Maschinen Wäsche durchlaufen und trocknen lassen, die Kaffeemaschine entkalkt, den Wasserkocher entkalkt, die Spülmaschine ein- und nach dem Spülgang auch wieder ausgeräumt, die Küche geputzt, den Kühlschrankinhalt in Kühltaschen verpackt, alle Blumen gegossen und das gesamte Erdgeschoss gewischt. Außerdem hatte ich nebenbei zwei Jahresabschlüsse besprochen und einen Arbeitsvertrag, die Liquidität auf den beruflichen Konten geprüft und organisiert und einem volkswirtschaftlichen Vortrag gelauscht, in dem die These vertreten wurde, dass demnächst alles gut wird. Naja.

Zusammen mit meiner Schwester kam auch ihr Hund, ein kleiner schwarzer Wirbelwind, der aufgeregt durchs ganz Haus jagte und sich nicht entscheiden konnte, ob er vorsichtshalber dicht bei seinem Frauchen bleiben sollte, um auf sie aufzupassen oder doch lieber das neue Haus erkunden, das immerhin vier Etagen hat und irre viele unbekannte Ecken zum Schnüffeln bietet. Er traf alle zehn Minuten eine neue Entscheidung und rannte deshalb die Treppen ständig hoch und runter, so war er für die anstehende Autofahrt immerhin müde genug und ruhig im Fußraum durchzuschlafen.

Wir kamen pünktlich los und noch pünktlicher an, quasi keine Wartezeit an der Fähre, das war alles sehr erfreulich.
Unterwegs gab es keine echten Staus, aber sehr häufig zähfließenden Verkehr, weil es ganz gewaltig regnete und man an manchen Stellen vor lauter Regen kaum noch etwas sah.

Auf Borkum war aber Sonne und angenehme 20°C, wir packten das Auto aus und fingen mehrfach den Hund wieder ein, der sich vor Begeisterung über den Freilauf, den es hier gibt, kaum noch halten konnte.

Morgen ist auch frühes Aufstehen angesagt, ein neuer Mieter für das Haus am Rochepad stellt sich vor. Er wurde vom jetzigen Mieter als Nachmieter vorgeschlagen und ich bin sehr gespannt, ihn kennenzulernen, am Telefon ist er auf alle Fälle sehr lustig, weil er stark berlinert - und das wirkt ja immer eher komisch. Nun, wir werden sehen.

K wird das Wetter checken und wenn alles passt, kommt er mit dem Flieger nach
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Donnerstag, 28. September 2023
Tag -1 bis Urlaub
Gibt grade nicht viel zu erzählen, lange Bürotage bieten nicht viel Stoff für lange Blogtexte.
Im Gegenteil, sie blockieren so viel freie Gedankenwelt, dass ich noch nicht mal im Kopf irgendwelche Abenteuer erlebe, sondern nur sehr diszipliniert und vor allem eben auch konzentriert meine Arbeit erledige - und dann ist der Tag kurz nach dem Aufstehen auch schon wieder rum.
Dazwischen habe ich seitenlange Verträge bearbeitet - und da fällt mir jetzt doch ein lustiges Detail ein, denn in dem langen und komplexen Vertrag gab es eine Passage, in der stand:
"Die Parteien sind sich einig, dass der AN für die notwendigen Erschießungen auf dem Gelände zuständig ist."

Das fehlende "l" ist seit neun Monaten niemandem aufgefallen. Scheint eine ziemlich barbarische Welt zu sein, in der die anderen Vertragsteilnehmer sonst so leben.

Außerdem habe ich mich mit unserem IT-Koordinator gestritten, der meint, dass ich was falsch mache, wenn auf meinem Rechner seit neuestem alle möglichen Dinge blockiert sind. Ich habe ihm heute sehr deutlich klargemacht, dass es egal ist, ob ich was falsch mache oder nicht, sein Job ist es, dafür zu sorgen, dass der Rechner funktioniert, und wenn ihm das nicht gelingt, dann macht er was falsch.

So auf den letzten Metern bevor ich mich endgültig aus diesem Büro verabschiede, werde ich dann wohl doch noch sehr deutlich den Chef raushängen lassen müssen. Ich finde, die Mäuse sollen ordnungsgemäß abwarten, bis die Katze das Haus verlassen hat, bevor sie beginnen auf dem Tisch zu tanzen
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Mittwoch, 27. September 2023
Mit der Wurst nach dem Speck werfen
So, der dicke Brocken Aufsichtsrat ist erledigt, jetzt noch ein Tag Büro mit tausenderlei Aufräumarbeiten, eben alles, was in den letzten zwei Wochen als zweite Priorität und nicht so dringend erst mal liegengeblieben ist, dann noch ein halber Tag Home-Office und dann eine Woche Urlaub. Ich bin sehr bereit dazu.

Während K und ich noch darüber diskutieren, wie es uns gelingen könnte, die neue staatliche Förderung von Photovoltaikanlagen in Anspruch nehmen zu können, weil ihm das E-Auto und mir das Haus gehört und die Förderbedingungen verlangen, dass der Hauseigentümer ein E-Auto besitzt, meldet der WDR, dass wir gar nicht weiter überlegen müssen, der groß angekündigte Fördertopf ist schon am ersten Tag komplett ausgeschöpft.
Damit hat sich dann auch die Überlegung erledigt, ob wir noch extra ein weiteres E-Auto kaufen, nur um an die Förderung zu kommen. K nannte das "mit der Wurst nach dem Speck werfen" und war sich nicht ganz sicher, ob wir wirklich so bekloppt sein sollen, zum Glück müssen wir uns darüber nun keine Sorgen mehr machen.

Im Familienchat fragt C danach, wann wir das nächste Mal zu Sockenfalke ins Sauerland fahren, sie würde da gerne mal mitkommen - und spontan melden sich die anderen beiden auch an. Jetzt machen wir demnächst also einen Familienausflug ins Sauerland, um bei Sockenfalke reduzierte Socken im Werksverkauf zu kaufen, zu dem Zweck reisen die Kinder quer durch die Republik an, aber man kann dort ja auch wirklich gut sparen. Das mit der Wurst nach dem Speck werfen scheint eine Familienkrankheit zu sein
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Dienstag, 26. September 2023
Wenn jemand mit einem Redner redet
Noch so ein langer Bürotag mit einer Finanzmarkt-Bankveranstaltung am Abend als Extra.

Weil ich regelmäßig auf die diversesten Bankveranstaltungen eingeladen werde, lerne ich auch regelmäßig neue Veranstaltungslocation kennen.
Manchmal ist dann die Location das Interessanteste an so einem Abend, hängt sehr von dem Volkswirt der jeweiligen Bank ab, manche sind seeehr trocken, es gibt aber auch einige, die sind schon halbe Entertainer, da macht es dann sogar Spaß zuzuhören.

Sehr beliebt als Location sind die VIP-Bereiche von größeren Stadien. Wenn grade keine Sportveranstaltung stattfindet, kann man diese Räumlichkeiten offensichtlich ganz normal mieten und um 100 - 200 Personen unterzubringen sind die allemal groß genug. So war ich schon in allen Fußballstadien im Ruhrgebiet, ein Erlebnis, was ich ohne eine Bankeinladung nie gehabt hätte, denn um eine offizielle Sportveranstaltung oder alternativ ein Konzert zu besuchen würde ich niemals freiwillig dahin gehen.
100-200 Menschen auf einmal in einem Raum sind für mich das absolute Maximum, was ich ertragen kann, wenn es mehr würde, könnte ich es wahrscheinlich schon körperlich nicht mehr aushalten.

Heute war ich in der OWL-Arena. Die hieß früher Gerry-Weber-Stadion, aber seit die pleite sind, brauchte es einen neuen Namen.

Tennis finde ich genauso langweilig wie Fußball, ich unterscheide bei den Sportarten da nicht besonders, ich habe noch nie einen Sinn darin gesehen, anderen Menschen beim Sport zuzugucken.
Deshalb war ich natürlich auch noch nie in der Gerry-Weber-Halle, aber immerhin kenne ich jetzt die OWL-Arena. Hässlich, ist meine Kurzbeurteilung dazu, von innen fast noch mehr als von außen, aber wahrscheinlich habe ich nur keine Ahnung von gehobener Stadien-Architektur.

Die Volkswirt-Vorträge waren okay, der eine etwas trocken, der zweite dagegen ansprechend lebhaft mit ein paar lustigen Metaphern, was aber das allerlustigste des Abends war, das war der Mann, der während der Vorträge neben mir saß. Der redete nämlich mit den Rednern, was grundsätzlich ja auch nachvollziehbar ist, denn die redeten ja auch mit ihm, trotzdem fand ich es eher ungewöhnlich und gleichzeitig sehr komisch, denn die Redner redeten mit einem 100 Personen-Publikum, mein Sitznachbar verhielt sich aber so, als wäre er mit ihnen in einem 1:1 Gespräch und machte ständig diese lustige Loriot-Bestätigungsgeräusche.

Das hörte sich dann so an:

Redner: Das Bruttosozialprodukt besteht zu 68% aus dem privaten Konsum der Haushalte.
Mann neben mir (Mnm): Ach was
....
Redner: Der Ifo-Geschäftsklimaindex geht seit Anfang des Jahres kontinuierlich zurück.
Mnm: Oh je
.....
Redner: Die Fed wird spätestens nächstes Jahr die Zinsen wieder senken.
Mnm: Ach ja

Und so ging es die gesamten anderthalb Stunden weiter, in denen die Volkswirte schlaue Reden hielten.
Ich hatte viel Spaß daran.

Morgen ist wieder eine Aufsichtsratssitzung, danach ist dann der akute Stress der letzten Tagen etwas entspannter und am Freitag fahre ich für eine Woche nach Borkum. Man braucht positive Aussichten für die nähere Zukunft, an denen man sich festhalten kann, während man mit zusammengebissenen Zähnen durch die anstrengende Gegenwart jongliert
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Sonntag, 24. September 2023
Flohmarkt, Eis und E-Mobilitätsüberlegungen
Es war heute wirklich ganz wunderschönes Wetter, strahlender Sonnenschein, blauer Himmel mit ein paar reizenden Schäfchenwolken, wenig Wind und Temperaturen um die 20°C, besseres Wetter kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Angenehm warm aber nicht zu warm, ich war mit einer Jeanshose, Boots und einem kurzärmeligen Baumwollpulli genau richtig gekleidet und fühlte mich wohl, natürlich wollte ich bei diesem Wetter nicht drinnen sitzen und blöde Steuererklärungen machen.

Außerdem musste ich ja raus, um das Päckchen mit dem Notizbuch in der Packstation einzuliefern, wenn man also sowieso unterwegs ist, kann man auch gleich schauen, ob in der Nähe noch ein Flohmarkt ist.

Und tatsächlich, es gab einen süßen kleinen Flohmarkt in Telgte, also machten wir uns auf zu einem Ausflug durchs Münsterland.
In Telgte angekommen fanden wir zwar eine Packstation, aber keinen Flohmarkt, der war nämlich abgesagt, wie eine etwas intensivere Internetrecherche ergab.
Da wir aber nun schon einmal so weit gefahren waren, kam es dann auch nicht mehr drauf an, der nächste, nicht abgesagte Flohmarkt war 26km weiter in Lengerich, also zockelten wir entspannt über die Dörfer.

++++++++++++++++++
Kleine Zwischenbemerkung:
Ich habe mich inzwischen durchaus ausführlich mit E-Autos beschäftigt.
Wir haben verschiedene Modelle in der Firma, außerdem sind wir schon mit sehr vielen anderen Typen im Rahmen einer Probefahrt unterwegs gewesen und schließlich besitzt K seit genau einem Jahr diesen Tesla und fährt täglich damit. (Modell 3, Performance)

Dass der Tesla nicht mein Traumauto ist, habe ich ja schon verschiedentlich kundgetan, aber wenn ich ihn mit den anderen Autos vergleiche, die ich inzwischen so kennengelernt habe, dann hat er doch mindestens einen Vorteil, den meines Wissens bisher noch kein anderes E-Auto schlagen kann: Der Tesla hat einen sensationell niedrigen Verbrauch.
Unsere Zockelei über die Dörfer hat er heute mit einem Verbrauch von 12kWh pro 100km absolviert - bei einem Strompreis von 40 cent (ich setze den Preis jetzt vorsätzlich hoch an), kosten 100km damit nur 4,80€, das finde ich einen sehr akzeptablen Preis.

Insgesamt ist K mit dem Wagen in einem Jahr jetzt rund 23.000km gefahren und hat dabei durchschnittlich 18kWh pro 100km gebraucht, auch das ist ein ansehnlicher Wert, ich finde, da kann man nicht meckern. Vor allem, wenn man Ks Fahrstil kennt. Er hat natürlich nicht ohne Grund die Performance-Ausführung bestellt, d.h. das Auto hat mehr als 500PS, ich finde zwar, das braucht kein Mensch, aber K sieht das anders und gibt sich viel Mühe, dass auch regelmäßig durch seinen Fahrstil zu beweisen.

Ich will jetzt nicht sagen, er fährt wie eine gesenkte Sau, das tut er ganz bestimmt nicht, aber wenn er neben einem anderen Auto an der Ampel steht und der andere meint, er könnte ihn beim Anfahren mal eben Abhängen, dann klappt das sozusagen nie - für den anderen.
Und auch die klassischen Autobahndrängler-Raser, bevor er die entspannt weiterrasen lässt, muss er ihnen immer erst mal gezeigt haben, dass ER entscheidet, wann sie vorbeiziehen dürfen. Und das wirkt sich natürlich nicht positiv auf den Verbrauch des Autos aus.

Da in dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 18 kWh/100km aber auch alle Schnellfahrepisoden enthalten sind (und natürlich der komplette Winter, wenn es kalt ist, braucht jedes E-Auto deutlich mehr), ist das halt wirklich ein sehr ansehnlicher Wert, fast alle E-Autos, die ich sonst so kenne, brauchen mindestens 20 kWh (und viele natürlich noch viel mehr).
Durch den niedrigen Verbrauch hat der Tesla auch automatisch eine entsprechend hohe Reichweite, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass man ein E-Auto öfter laden muss als man einen Benziner tankt, dann ist das alles okay und vollkommen alltagstauglich.
Zumal der Tesla ja auch an allen Tesla-Supercharger-Stationen geladen werden kann, was längere Reisen quer durch die Republik zu völlig "normalen" Reisen macht, es gibt sozusagen nichts extra zu beachten.

Ich finde das Auto nach wie vor weder besonders gemütlich noch besonders komfortabel, diese konfuse digitale Bedienung finde ich unverändert albern und unkomfortabel, vor allem, weil sich das Auto ja ständig updatet und nach jedem Update verändert sich die Bedienung.

Es ist mittlerweile ein running Gag geworden, dass ich K frage, ob er grade jetzt im Moment genau weiß, wie er die Scheibenwischer anstellt, denn deren Bedienung verändert sich gefühlt bei jedem Update. Und wie er die Warnblinkanlage einstellt, weiß er überhaupt nicht, die hat er bisher noch nicht gebraucht.

Aber was den Verbrauch angeht - da ist der Tesla wirklich ganz weit vorne.
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Zurück zu unseren Tagesaktivitäten. Wir fanden in Lengerich den Flohmarkt und der war sehr angenehm, genau die passende Größe und ausreichend private Verkäufer.
Außerdem ein Stand von einem Haushaltsauflöser. Die mag ich immer besonders gerne, denn da findet man die tollsten Dinge.
Mein Lieblingsfund waren heute zwei Trinkgläser von Ikea - allerdings wirklich ganz frühes Ikea, wenn es Autos wären hätten sie ein H-Kennzeichen und mir war sehr nostalgisch als ich diese Gläser entdeckte und das Stück für 50cent erwarb.

Außerdem habe ich für 5 € eine (Marken)hose in genau dem Grün gekauft, was ich schon länger suche, die Hose passt perfekt, ich bin sehr zufrieden.

Anschließend war uns nach Eis und wir fuhren in einen Ort, in dem wir eine wirklich gute Eisdiele kennen. Jeder bestellte sich ein Eis mit drei Kugeln (die waren früher deutlich größer), dafür kostete jetzt jedes Eis 4,50 €. Immerhin schmeckte es so gut wie früher auch.
Es war unser erstes Eisdielen-Eis dieses Jahr und gleichzeitig auch unser letztes, denn diese Eisdiele hatte heute ihren letzten Tag und geht ab morgen in Winterpause. Hier in Greven hat die einzig wirklich gute Eisdiele vor drei Jahren einen neuen Betreiber bekommen und jetzt haben wir keine gute Eisdiele mehr hier im Ort, mit der Folge, dass wir seitdem unser Eis im Supermarkt paketweise kaufen. (Oder selber machen, wenn ich nicht meistens zu faul dazu wäre.)

Und ich sag mal so: Für 4,50 € bekomme ich im Supermarkt eine Großpackung Eis, was auch nicht soviel schlechter schmeckt und wenn ich mir dann noch überlege, dass ich grade für 5 € eine wirklich prima Hose gekauft habe - dann habe ich spontan nur noch sehr wenig Lust, mir ein Eis in einer Eisdiele zu kaufen, irgendwie ist mir da das Preis-Leistung-Verhältnis verrutscht.

Als wir am späten Nachmittag wieder zu Hause waren, habe ich mich aber pflichtschuldigst an den PC begeben - und meine Steuererklärung fertiggemacht und abgegeben.
Eine Woche vor der Frist, soll mal keiner sagen, dass ich träge sei
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Freitag, 22. September 2023
Seniorenfeier
Ich war heute auf einer Ruhestandsverabschiedungsfeier.

Der Geschäftsführer einer mit der Muttergesellschaft verbandelten Firma hat sich in den Ruhestand verabschiedet und lud zu einer Veranstaltung in großem Rahmen ein.

Es waren etwas mehr als 100 Gäste da, es wurden viele, viele Reden gehalten, es gab ein sehr gut kuratiertes Rahmenprogramm, es gab Tränen, viele Umarmungen und einen Dudelsackspieler, der stilecht das Geschenk der Belegschaft dudelnd überbrachte: Man hatte dem künftigen Ex-Chef 100 Fuß Land in Schottland gekauft - und wer Land in Schottland besitzt, darf sich Lord nennen. So geht der Gute jetzt angemessen geadelt in den Ruhestand.

Ich saß im Publikum, schaute zu und fasste ungefähr 20x den gleichen Beschluss: Ich muss schon vor meinem letzten Tag in der Firma verschwinden. Polnischer Abgang, alles andere kommt einfach überhaupt nicht in Frage.

Die Veranstaltung war definitiv gut geplant und hervorragend kuratiert und ich glaube, alle empfanden die Feier als wirklich gelungen, nur ich gruselte mich.

Nicht wegen dieser Feier, die war für mich völlig okay, solche geschäftlichen Termine gehören dazu, man kann ja nicht immer nur Excel-Tabellen bearbeiten, aber ich gruselte mich ganz enorm vor der Tatsache, dass Ruhestandsverabschiedungsfeiern im Grunde nix anderes sind als Hochzeiten - man hat eine einmalige Chance eine große Feier zu schmeißen und alle werden eingeladen.
Ich stehe ja nicht so auf Massenveranstaltungen und Hochzeiten finde ich pauschal ätzend, aber grade als ich begann mich zu freuen, dass mittlerweile auch die deutlich jüngeren Menschen in meinem Umfeld aus dem Hochzeitsalter raus sind, fällt mir auf, dass ich nahtlos in das Alter für Einladungen zu Ruhestandsverabschiedungen reingerutscht bin und als mir das bewusst wurde, da gruselte ich mich halt.

Ich muss ganz dringend an einem Plan für ein unauffälliges Verschwinden in 364 Tagen arbeiten, denn ich bin ja mittlerweile schon bei unter einem Jahr
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Sonntag, 17. September 2023
Transfertag
Im Norden waren heute deutlich mehr Wolken als weiter landeinwärts. Als wir abends auf Borkum starteten, sind wir deshalb relativ hoch gestiegen, um über den Wolken entspannt gerade aus fliegen zu können, sonst wäre das wieder so ein wildes Zickzack geworden, wenn man unter den Wolken fliegt und versucht einzelnen, noch tiefer hängenden Wolken, auszuweichen.

Als Belohnung gab es einen sehr schönen Sonnenuntergang über den Wolken



Ansonsten war es ein sehr ruhiger Tag, K hat sich von den anstrengenden Bauarbeiten gestern erholt, dabei habe ich ihm gerne geholfen.
Ich habe also lange gelesen und dann das Haus abreisebbereit gemacht.

Beim Onkel gibt es gerade sehr viele Tomaten, deshalb gab es bei uns zum Mittagessen ein vorgealtertes Baguette, komplett aufgeschnitten, scheibenweise im Kontaktgrill geröstet um es anschließend mit einer etwas improvisierten Bruschettamischung belegt im Ofen zu überbacken.
Ich hatte keinen Mozzarella, nur Feta, damit wird das gebackene Ergebnis deutlich trockener, war aber trotzdem okay und machte satt.

Die nächste Woche wird anstrengend, besser ich gehe heute früh ins Bett
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Samstag, 16. September 2023
Rumgewerkelt
Das Wetter war heute sehr angenehm, aber K hatte versprochen, dem Onkel beim Bau seiner neuen Terrassenumrandung zu helfen und so bestand der Tag im Wesentlichen aus Handwerkerarbeit.
K fuhr schon am Vormittag zum Onkel, ich machte derweil noch ein bisschen unser eigenes Haus sauber, putzte vor allem Fenster und wunderte mich mal wieder, in welchem Tempo alles eindreckt, ohne dass man selber aktiv dazu beiträgt.

Ich meine, wenn ich mit schmutzigen Schuhen von draußen reinkomme, muss ich mich nicht wundern wenn der Boden schmutzig ist, wenn ich im Haus esse und dabei klecker oder krümel, auch nicht, wenn ich die Küche benutze wird sie schmutzig, genauso wie das Bad - aber die Fenster zB benutze ich doch maximal zum Rausgucken, davon können sie nicht schmutzig werden, trotzdem sind sie regelmäßig so schmutzig, dass ich immer wieder nur staune.

Das gleiche gilt auch für die Fußleisten und die Zierleisten auf den Türen, es ist unglaublich, wie oft man die sauberwischen muss, wo kommt nur all der Dreck her, der sich in diesen Mengen überall im Haus absetzt?

Und es mag ja sein, dass wir ein schlimmes Insektensterben haben, aber warum müssen sich alle verbliebenen Spinnen, Käfer und Krabbelgetier in mein Haus flüchten, als sei es das letzte Refugium. Ich bin doch nicht die Arche Noah.
Ich gebe mir regelmäßig große Mühe, alle Insekten. Spinnen und Käfer zu vergraulen, sehr erfolgreich bin ich dabei nicht.

Gegen Mittag fuhr ich dann auch zum Onkel und half den beiden so gut ich es vermochte.
Gegen 19h war endlich der letzte Pfosten für heute fertig einbetoniert und alles Zwischenwände montiert, knapp die Hälfte der geplanten Terrassenumrandung ist fertig, der Rest folgt dann nächste oder übernächste Woche.

K hat acht Stunden ohne Pause beim Onkel gewerkelt, entsprechend platt und k.o. war er abends.

Ich machte noch fix einen gemischten Salat mit allem, was wegmuss, das ist meistens eine interessante Mischung und immer wieder spannend, wie es am Ende schmeckt.
Diesmal war unter anderem Ei und Cheddar dabei. Auf zwei Eiern im Kühlschrank stand ein "A" und ich wunderte mich, weil ich doch sonst eigentlich ein "H" für hart gekocht draufschreibe, mit dem "A"konnte ich gar nichts anfangen und nahm an, ich hätte es in einem Moment akuter Rechtschreibschwäche auf das Ei gemalt, gemeint war sicherlich ein "H" für hart.

Als ich die harten Eier pellen wollte, stellte sich heraus, dass sie noch gar nicht gekocht waren. K grinste und meinte, das "A" bedeutet alt, denn ich hatte neulich frische Eier gekauft, die dann zu den alten Eiern in eine Kiste geräumt wurden und weil die alten als erste benutzt werden sollten, wurden sie entsprechend gekennzeichnet.
Klingt logisch, hatte ich vergessen.

Alte, rohe Eier lassen sich genausowenig pellen wie junge rohe Eier, ich warf die Eier also in eine Pfanne, den (alten) Cheddar dazu, rührte etwas rum und als Ergebnis gab es eine schmackhafte Rühreimischung mit geschmolzenem Cheddar, die ich hemmungslos in die Salatschüssel kippte, streng dem Prinzip folgend, es gibt nichts, was man nicht in einen gemischten Salat werfen kann. Das Prinzip hatte mal wieder recht, es wurde ein sehr guter gemischter Salat.

Als Nachtisch verarbeitete K die Limetten, die sich glücklicherweise auch noch im Kühlschrank fanden, zu einem Getränk, das werden wir jetzt noch beide genießen, und dann ist der Tag vorbei und das ist auch gut so
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Freitag, 15. September 2023
Man wird nicht jünger
Home-Office war heute ausgesprochen intensiv, als ich gegen 15h den Rechner runterfuhr, habe ich erstmal eine Stunde Pause gemacht, in der ich nur auf dem Sofa saß und Löcher in die Luft guckte.
Die intensive geistige Arbeit im Home-Office verlangte nach einer intensiven geistigen Pause als Gegengewicht, ich war selber davon fasziniert, wie sehr mich die Video-Konferenzen angestrengt hatten.

Am Nachmittag fuhren wir zum Onkel, K half ihm dabei, ein paar Stützpfeiler für seine geplante Terrassenumzäunung einzubetonieren, ich bekam den Auftrag derweil so Sachen wie Brot, Margarine, Tee, Sahne usw. für ihn einzukaufen - ich fand, ich habe die angenehmere Arbeit erwischt.

Weil es nicht alles in einem Laden gab, machte ich eine große Rundtour quer über die halbe Insel und machte sogar noch einen Schlenker über die Promenade, um von oben ins Dorf reinzufahren und das Fahrrad dann durch die Fußgängerzone zu schieben, was bedeutete, dass ich noch ein bisschen Rentner in Cafés gucken konnte, mittlerweile sind auch die Bayern abgereist, es ist ein sehr langweiliges Publikum, was derzeit die Insel bevölkert - und ich mittendrin, ist schließlich bald auch meine Altersklasse
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Am Abend gab es Kartoffelsuppe mit Lachs, immer wieder gut
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