anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 3. März 2024
Strandbaustelle
Von gestern nachgereicht folgt unten noch zweimal der Himmel überm Funk- und Leuchtturm, nämlich zunächst mal der um 19h, als wir grade auf dem Hinweg zur Onkelgeburtstagsfeier waren



und dann noch der um Mitternacht, als wir nach Hause kamen.
Das, was mich um diese Zeit am meisten faszinierte, war der glitzernde Sternenhimmel, der aufgrund der wolkenlosen Nacht besonders gut zu sehen war. Ist mit einem Handy etwas kompliziert zu photographieren, aber K gelang dann doch ein Bild, wo immerhin viele, viele helle Punkte um die Türme herum zu sehen sind.



Heute Vormittag war Geburtstagsfeier Teil 2, der Onkel hatte eine zweite Truppe Freunde zu einem Frühstück um 11h eingeladen, vorbereitet hatte er alles alleine, ich half vor allem beim Verteilen und Auf- und Abräumen, außerdem hatte ich frische Brötchen gebacken.

Gegen Mittag verabschiedeten wir uns vom Onkel und machten auf dem Heimweg noch einen Zwischenstop am Strand. Es war immer noch prächtiges Wetter und mit 12°C fast strandtauglich, auf alle Fälle strandspaziergangtauglich.
Ein großer Trupp Schneeammern hüpfte fröhlich durch den Sand, die Strandreinigung hatte seltsame Sandhaufen gebastelt und das Schild "Betreten der Dünen verboten" steht soweit oben auf der Düne, dass es eine echte Herausforderung ist, soweit hochzuklettern, dass man das Schild überhaupt lesen kann.


Am allerauffälligsten ist zur Zeit aber die Riesenbaustelle gleich am Strandaufgang, hier werden die Fundamente für zwei neue Milchbuden gelegt, in drei Wochen sind Osterferien und damit der traditionelle Saisonbeginn, ob die Arbeiten bis dahin fertig sind, wage ich ja zu bezweifeln, ich freue mich also jetzt schon auf das Gemecker der Kurgäste


Der Rückflug aufs Festland verlief ohne Auffälligkeiten, von Haustür zu Haustür exakt 100 Minuten, so könnte es immer laufen
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Samstag, 2. März 2024
Frühjahrsputz
Hier war heute absolut fantastisches Wetter.
So fantastisch, dass selbst ich alter Drinnensitzer gar nicht mehr rein gehen wollte, weil es draußen so toll war.
Strahlender Sonnenschein, Wind aus Südost, der bei mir vorm Haus wunderbar durch die Dünenkette abgeschirmt wurde, für mich fühlte es sich vorm Haus also an wie windstill und ohne Wind in der Sonne war es richtig warm, schon fast T-Shirt-Wetter.

Ich bekam einen akuten Putzanfall, schrubbte den Gehweg und den Straßenrand, K sagte, die Dachrinne ist fast komplett durch Sand verstopft, also reinigte er die Dachrinne, dann leerten wir die Regentonne und schrubbten mit dem auslaufenden Wasser die Pflasterfläche vorm Haus. Außerdem sind die Schlafzimmerfenster jetzt sauber inklusive Fliegengitter, das saß ebenfalls alles dick voll Sand - so viel Sand wie dieses Jahr ist nach meiner Erinnerung hier noch nie ums, ans und ins Haus geweht worden. Da der Sand mit Salzwasser versetzt ist, klebt er prächtig und lässt sich gar nicht mal so leicht entfernen.

Am Nachmittag ging ich zum Onkel und half ihm bei den Vorbereitungen für seine Geburtstagsfeier heute Abend, dann machte er eine Stunde Pause und ich ging wieder nach Hause, räumte unser Haus auf, bereitete den Brötchenteig für morgen vor und kaufte noch schnell ein weiteres Buch von Lutz Geißler, diesmal das allerneueste, was ich bisher noch nirgends als gebraucht von privat gefunden hatte, heute dann aber doch, also musste ich es natürlich sofort kaufen, jetzt habe ich aber glaube ich alle meine Wunschbücher zusammen, jetzt könnte ich eigentlich demnächst mal anfangen, sie zu lesen und das Brot nachzubacken.

Mal sehen
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Freitag, 1. März 2024
gelungener Flug und schlechtes Essen
Morgen hat der Onkel Geburtstag, heute war das Wetter fliegbar, perfekte Gelegenheit.

K freute sich, weil er sich immer freut, wenn er fliegen kann und jetzt war es schon wieder sechs Wochen her, seitdem er das letzte Mal in der Luft war.
Er fand also, es wird Zeit und es wurde wohl auch für die Batterie des Fliegers Zeit, der ist nämlich auch länger nicht mehr bewegt worden, so dass sich die Batterie in den Winterschlaf begeben hatte. Aber mit ein bisschen Nachhilfe klappte es dann doch, irgendwann sprang der Motor an und so kamen wir grade noch rechtzeitig los, bis es zu spät gewesen wäre, denn auf Borkum schließt der Platz im Winter immer schon um 17h.

Wir hatten mal wieder reichlich Transportgepäck dabei, natürlich hauptsächlich Geburtstagsgeschenke, aber auch eine neue Pumpe für den Keller und eine große Tasche gesammelten Krimskrams, der nach Borkum sollte.


Zum Glück hatten wir Rückenwind, damit fliegt es sich doch spürbar schneller, Ankunft auf Borkum um 16.58h, perfekt pünktlich, Sonnenuntergang war rund eine Stunde später, im Landeanflug drehten wir genau gegen die Sonne, ich mag ja die Bilder, die aus solchen Konstellationen entstehen


Auf Borkum hat es in den letzten zwei Monaten so viel geregnet wie noch nie, nicht nur mein Keller steht ständig unter Wasser, sondern auch der Flugplatz.


Das sind die Flächen links und rechts neben der Rollbahn, demnächst brauchen wir ein Wasserflugzeug, um auf Borkum landen zu können.

Weil ich keine Lust hatte, größere Mengen Lebensmittel mitzuschleppen, morgen bekommen wir ja beim Onkel was zu essen und Sonntag müssen wir schon wieder zurück, habe ich angeregt, dass wir heute Abend essen gehen.

Ich gehe sehr selten auf Borkum essen, hauptsächlich deshalb, weil es nur sehr wenige Restaurants gibt, die wirklich gutes Essen haben, die überwiegende Mehrzahl kocht eher im Stil Touristenabfütterung, das brauche ich wirklich nicht, da mache ich lieber zu Hause eine Dose Ravioli auf.

Aber heute war mir nach Essen gehen und ich wählte ein Restaurant aus, wo K noch nie war, was extrem gute Bewertungen überall hat und wo wir schon häufiger Personen getroffen haben, die begeistert davon erzählten, wie gut man da essen kann.

Ich war das letzte Mal im Jahr 2006 dort und hatte damals beschlossen, dass ich das nicht wiederholen muss. Weil mich K aber nun mehrfach nach diesem Restaurant befragt hatte und ich aus seinen Fragen heraushören konnte, dass er Zweifel an meiner ablehnenden Bewertung hatte, weil es schließlich so viele Leute gab, die so offensichtlich begeistert von diesesm Restaurant sind, dass er sich nicht vorstellen konnte, dass es dann wirklich schlecht ist.

Solche Zweifel kann man nur mit einem selbst erlebten Drama ausräumen, deshalb wollte ich da heute hingehen, damit endlich die liebe Seele ihre Ruhe hat.

Die Speisekarte bot schicke Gerichte mit moderner Beschreibung, K wählte Hamburger Pannfisch, ich nahm einen Hamburger mit Pommes, ich hoffte, dass ich damit am wenigstens falsch machen kann.

Die Pommes waren schlecht, der Hamburger noch schlechter, aber am schlechtesten war der Fisch von K, er meinte, er möchte künftig lieber zu Hause Fischstäbchen essen und so haben wir nun heute dieses Restaurant selber getestet, erwartungsgemäß für schlecht befunden, insgesamt waren wir aber beide sehr zufrieden, weil dieses Thema jetzt final abgeräumt ist
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Mittwoch, 28. Februar 2024
Flohmarktmittwoch
Heute war Mittwoch und da ich ja beschlossen hatte, von jetzt an Mittwochs immer erst auf den Flohmarkt zu gehen, bevor ich im Büro auftauche, habe ich dieses Vorhaben heute auch ordnungsgemäß umgesetzt.

Ich hatte kurz gezögert als ich das Wetter draußen wahrnahm, das Autothermometer zeigte 2°C und es war ganz entsetzlich nebelig, aber es war kein Regen angesagt und richtige Kälte hat diesen Winter hier ja auch noch keiner aushalten müssen. Ich fuhr also zum Flohmarkt und es waren immerhin ca. 10-15 Stände aufgebaut.

Auch der Bauer und die Blumenfrau waren da, die bieten ihre Produkte auf diesem Markt zu akzeptablen Flohmarkt- und nicht zu Wochenmarktpreisen an, bei den beiden Ständen kaufe ich gerne ein.

Insgesamt war ich fast eine Stunde mit Kucken, Quatschen und Kaufen beschäftigt, das machte Spaß, aber bei 2°C reichte es mir nach einer Stunde auch mit dem Draußen sein, ich war froh, dass ich anschließend ins warme Büro fahren konnte.

Im Büro ploppte dann allerlei Irrsinn aus den verschiedensten Ecken auf, am Ende war ich fest überzeugt von "alle bekloppt"
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Montag, 26. Februar 2024
Spoiler Alarm
Wann ist eigentlich das Wort "Spoiler" im Deutschen erfunden worden und was hat man früher gesagt, wenn man davor warnen wollte, dass gleich der Schluss einer Geschichte verraten wird?

Ich weiß, dass ich erst mit Anfang 30 so einen Aha-Moment hatte, als ich begriff, dass Spoiler nicht nur ein Bauteil am Auto ist, was die aerodynamischen Fahreigenschaften verbessert, sondern plötzlich im Deutschen dieselbe Bedeutung hat wie im englischen, also ein (Spaß)verderber.

Ich persönlich bin intensiv daran interessiert, den Fortgang bzw. das Ende einer Geschichte so früh wie möglich zu kennen, denn dann kann ich die Geschichte selber mit viel mehr Genuss lesen und muss nicht hektisch durch das Buch hetzen, weil ich unbedingt wissen will, wer der Mörder ist, oder so.

Aber gut, ich finde Spannung ja auch grundsätzlich eine sehr lästige, unangenehme Situation, die ich gerne so früh wie möglich auflösen oder noch besser, gleich von vornherein umgehen möchte.

Als Kind fand ich es schon schrecklich, wenn die Erwachsenen versucht haben, mich dadurch zu ärgern, dass sie ständig verschlüsselte Andeutungen über bevorstehende Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke machten, ich wollten dann lieber gar kein Geschenk haben als dieses Theater mitzumachen.

In jedem Buch (okay, fast jedem, bei Sachbüchern eher nicht, aber bei Krimis immer) lese ich nach den ersten 10 Seiten als nächstes die letzten 10 Seiten, um schon mal einen groben Eindruck zu bekommen, von wo bis wo sich der Spannungsbogen spannt. Manche Autoren fang ich gleich von hinten an, damit ich mir sogar das Drama in den ersten Seiten erspare.

Ich lese Bücher vor allem, weil ich Spaß an der Sprache habe, weil ich die Erzähltechnik mag, weil ich einen gutgemachten Aufbau und eine durchdachte Struktur bewundern kann, der Inhalt selber ist dabei für mich eher Nebensache. Aber all diese feinen Details kann ich nur dann wirklich genießen, wenn ich nicht vor lauter Luftanhalten, Fingernägelbeißen und atemloser Eile gezwungen bin, im Tiefflug durch die Geschichte zu jagen und mich mehr auf mich als auf die Feinheiten des Textes zu konzentrieren.

Ich wundere mich regelmäßig über den fast einheitlich akzeptierten Konsens, dass "spoilern" schlechtes Benehmen ist, ich persönlich finde spoilern eine ausgesprochen freundliche, zugewandte und rücksichtsvolle Eigenschaften, nämlich andere höflich und liebevoll zu behandeln, statt sie einer unerbittlichen Spannung auszusetzen und dort alleine zu lassen.

Wenn man mir schlechte Laune machen will, reicht es, mich auf die Folter zu spannen. Der Begriff sagt doch schon alles, wer wird eigentlich gerne auf die Folter gespannt?

Oder besteht die Mehrheit der Gesellschaft aus heimlichen Masochisten und ich habe das nur noch nicht begriffen?
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Sonntag, 25. Februar 2024
Dies und das
Seit einiger Zeit träume ich nachts plötzlich wieder häufiger. Ich meine, ich weiß, dass jeder Mensch im Schlaf immer träumt, aber wenn ich aufwache, wechsele ich von einem Zustand ohne Bewusstsein in einen Zustand mit Bewusstsein, what happens in sleep stays in sleep. Mein Kopf scheint da sehr streng zu trennen, so dass ich normalerweise beim Aufwachen keinen Fitzel Erinnerung an irgendeine Art von Traum habe.
Wenn ich besonders unruhig geschlafen habe, dann kann es vorkommen, dass der Übergang von Schlaf zu Wachsein nicht so digital wie an und aus funktioniert, sondern schleichend, so dass ich dann manchmal das Gefühl habe, da war irgendetwas, mit dem ich mich während des Schlafens beschäftigt habe, dass ich mich darüber hinaus aber an konkrete Trauminhalte erinnern könnte, das passiert wirklich nur alle Jubeljahre mal.

In letzter Zeit schlafe ich nicht unruhiger als sonst, ich habe zumindest nicht das Gefühl, mein Schlafbedürfnis ist zur Zeit nur so absurd hoch, dass mir acht Stunden pro Nacht wohl nicht mehr genügen. Meine normale Dauermüdigkeit hat mittlerweile Spitzen erreicht, die mich regelmäßig einfach nur umfallen und einschlafen lassen.
Deshalb fällt mir auch Aufwachen viel schwerer als sonst, so dass der Aufwachvorgang zäh und mühsam ist und in dieser Zeit gibt es noch Resterinnerungen an den richtigen Schlaf davor. Wenn ich dann irgendwann wirklich wach bin, dann weiß ich, dass ich etwas geträumt habe. Nur was, das kann ich immer noch nicht festhalten, das ist vollkommen verschwunden.

Den jetzigen Zustand, grundsätzlich zu wissen, dass man träumt, aber nicht was, den finde ich blöd, jetzt möchte ich bitteschön auch noch gerne wissen, was mein Kopf da nachts so im Alleingang erlebt.

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Am Freitagabend war Kleiderkreisel in Bielefeld und K hat mich hingebracht, vor Ort musste er sich dann anderthalb Stunden alleine beschäftigen, weil Männern der Zutritt verboten ist, anschließend fuhren wir gemeinsam wieder zurück.
Ich fand das eine sehr nette Geste und ich habe mich darüber gefreut, aber gleichzeitig finde ich es auch normal, dass man als Paar gerne gemeinsam Zeit verbringt und so ein Ausflug nach Bielefeld und zurück bedeutet immerhin zwei Stunden Autofahrt gemeinsam.
Ein bisschen amüsiert habe ich mich über das Erstaunen meiner Schwester, die sich gar nicht vorstellen konnte, dass ein Mann so etwas tut, wenn er dann doch vor Ort so lange rumwarten muss. Ich fand ihr Erstaunen vor allem deshalb so witzig, weil sie als Mutter gefühlt ihr halbes Leben vor oder neben irgendwelchen Turnhallen oder Sportplätzen verbracht hat, denn sie hat drei hochbegeisterte Sport-Kinder, für die sie seit fast 25 Jahren bis heute mehrmals wöchentlich absolut selbstverständlich und ohne es je zu hinterfragen stundenlange Mama-Taxi-Dienste erbringt.
Die Sportbegeisterung meiner Kinder erlosch in dem Moment, als sie realisierten, dass sie nicht nur fancy Hallen-/Gruppensport betreiben würden, sondern zusätzlich auch noch den Sport der An- und Abreise zur Sportstätte jeweils selber hätten organisieren, d.h. also abstrampeln müssen. Sooo sportbegeistert war dann keines meiner Kinder.

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K hat die anderthalb Stunden Wartezeit am Freitagabend zu einem Großteil damit verbracht, dass er genüsslich einkaufen gegangen ist. Ich hatte ihm gesagt, dass ich fürs Wochenende noch nichts konkretes geplant oder eingekauft hätte, er also freie Hand und freie Auswahl dabei habe, was wir am Samstag und Sonntag essen werden.
Ergebnis: Lammlachse (gestern) und Kalbsmedaillons (heute), außerdem noch Hähnchenschnitzel für später, oder so. Merke: Wenn Männer alleine einkaufen, gibt es immer etwas besonders feines.

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Mit dem Bau eines Schwadomaten bin ich zwar immer noch nicht viel weiter, aber immerhin habe ich heute schon mal zwei hochwertige Backsteine ersteigert, braucht man nämlich auch dringend, steht in dem Buch von Lutz Geissler.
Beide ersteigerten Backsteine sind von Miele, der eine neu und ungebraucht für 25% des Listenpreises (der immerhin bei ca. 200 € liegt), der andere wenig gebraucht für 15%. Jetzt hoffe ich, dass die Dinger auch wirklich deutlich besser sind als die von Lidl, die hätten nämlich neu im Geschäft nur so viel gekostet, wie ich jetzt bei ebay von privat bezahlt habe. Dann wären sie aber eben auch nur vom Discounter und vor allem unglasiert und deshalb viel unpraktischer (bilde ich mir ein), und ach, ist ja auch egal, ich freue mich jetzt über die edlen Schnäppchen und rede mir feste ein, dass die ganz bestimmt viel, viel besser sind als die noname-Nachmacher Produkte
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Samstag, 24. Februar 2024
Samstagsgekruschel
Ich suche ja immer noch nach Edelstahlmuttern und deshalb wollte ich heute unbedingt auf den Flohmarkt gehen, in der Hoffnung, dass der Schraubenverkäufer heute da ist.

Also wurde das lustvolle Rumlungern im Bett rigoros unterbrochen, um einigermaßen pünktlich auf dem Flohmarkt anzukommen und nicht erst, wenn die meisten schon wieder anfangen einzupacken.

Letzten Samstag war ich ja auch schon auf dem Flohmarkt und da war es ziemlich voll, viele Anbieter und viele Besucher.
Heute war weniger als halb so viel los, deutlich weniger Stände und überwiegend Sperrmüllkram.
Der Schraubenverkäufer war immer noch nicht da, ich bin mit dem Bau meines Schwadomaten also noch nicht weiter gekommen.

Da es heute aber auch deutlich kälter war als letzte Woche, fand ich es gar nicht schlimm, dass ich in unter eine Stunde schon komplett rum war, ich war trotz der kurzen Zeit auch schon gut durchgefroren, weil ich falsch angezogen war.

Am Nachmittag habe ich allgemeine Wochenendeinkäufe erledigt, Glasmüll wegbringen, Wäsche waschen, Haus aufräumen, was man eben so macht am Wochenende.

Zum Abendessen gab es Lammlachse und warmen Kartoffelsalat, jetzt bin ich schon wieder müde, ich habe das Gefühl, ich brauche zur Zeit mindestens 10h Schlaf pro Tag
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Freitag, 23. Februar 2024
Was mich nicht interessiert
Dass ich den Interview-Podcast von Matze Hielscher, "Hotel Matze" mag und schon viele Folge davon gehört habe, habe ich ja schon mehrfach erwähnt. Ich höre allerdings längst nicht jede Folge, denn er hat immer wieder Gäste dabei, da reicht mir schon die kurze Beschreibung in den Show Notes, um die Folge gar nicht erst anzuklicken, bei anderen Gästen reichen mir die ersten 10 Minuten zum reinhören und abbrechen, weil ich zwar grundsätzlich die Art, wie Herr Hielscher seine Interviews führt, sehr mag, aber Gespräche mit Gästen, deren Lebens- oder Mittelpunktthema mich nicht interessiert, werden auch nicht dadurch interessanter, dass sie von Herrn Hielscher geführt werden.

Sehr viele seiner Gäste kenne ich noch nicht mal vom Namen, was sicherlich vor allem daran liegt, dass mein Kunst-, Musik- und Kulturinteresse nur sehr schwach ausgeprägt ist und sich die wenigen Interessensreste auch noch in einer abseitigen Nische befinden. Ich kann also mit den allermeisten Künstlern, die dort interviewt werden, in aller Regel nix anfangen. Wenn die Leute älter sind, wie zB Wim Wenders, dann kenne ich vielleicht den Namen und kann mit Glück so 2-3 Assoziationsstichwörter wie "Regisseur" und "Himmel über Berlin" produzieren, aber mehr Ahnung habe ich von dem auch nicht. Dann höre ich mir die ersten 10-15 Minuten des Interviews an und entscheide sehr oft, dass mir der Gast zu langweilig ist. Grade Künstler, egal aus welchem Gebiet, finde ich als Menschen sehr oft sehr langweilig.

Viele dieser Künstler leben in einer Welt, in der völlig andere Themen vorkommen als in meiner Welt. In einer Künstlerwelt sind Dinge wichtig, die nehme ich in meiner Welt höchstens als unbedeutende Randerscheinungen wahr, dafür werden in einer Künstlerwelt die Dinge, die ich als meine zentralen und unmittelbaren Lebensinhalte und -wichtigkeiten bezeichnen würde, achselzuckend zur Seite gewischt. Viele Künstler sind mir in ihren Gedanken, Überlegungen, Phantasien, Umsetzungen, Prioritäten, Entscheidungen, Problemen, Freuden und Zielen mindestens so fremd wie ein seiltanzendes Zirkuspferd. Und die finde ich auch nur in sehr eingeschränktem Maße interessant.

Ich bin üblicherweise mit meinen eigenen Gedanken, Überlegungen, Phantasien, Umsetzungen, Prioritäten, Entscheidungen, Problemen, Freuden und Zielen in meinem eigenen, schlichten Langeweiler Alltagsleben schon so gut beschäftigt und ausgelastet, dass ich gar keinen Drang verspüre, mich mit Dingen zu beschäftigen, die sich außerhalb meiner Realität befinden. Oder, anders ausgedrückt: Ich bin mit meinem schlichten Langeweiler Alltagsleben grundsätzlich vollkommen zufrieden und verspüre keinen Drang, daran etwas zu ändern oder gar daraus ausbrechen zu wollen, auch nicht in Gedanken.
Ich habe deshalb kein Interesse an den Gedanken, Überlegungen etc. von Menschen, die sich in einer Welt befinden, in die ich weder wechseln möchte, noch teilhaben. Das ist wie mit lilfarbenen Kleidungsstücken, egal ob Pulli, Hemd, Hose oder Socken - wo auch immer die angeboten werden, gehe ich uninteressiert weiter, die Farbe Lila kommt in meinem Kleiderschrank nicht vor und es fehlt mir auch nicht, dass sie fehlt.

Mein hochgradiges Desinteresse an Menschen aus der Künstlerwelt, liegt meiner Meinung nach an der spürbaren Getriebenheit dieser Personen. Ähnlich intensiv desinteressiert bin ich auch an Sportlern und neurodiversen Menschen. Menschen, die von irgendeiner Art Zwang getrieben werden, finde ich genauso langweilig wie eine Einbahnstraße.
In meiner Welt ist eine künstlerische oder sportliche Betätigung ein Hobby, das man privat betreibt, um sich wohlzufühlen und/oder zu entspannen. Menschen, die das zum Mittelpunkt ihres Lebens machen, weil sie ohne nicht existieren können, haben Bedürfnisse, die ich an keiner Stelle nachempfinden kann, weshalb sollte ich mich dann mit ihnen beschäftigen?

Mir ist das jetzt grade akut aufgefallen, weil ich mich auf der Suche nach einem interessanten Podcast durch die letzten 20 Folgen von Hotel Matze gescrollt habe, und die einzige Folge, die ich dabei wirklich interessant fand, war die mit Markus Lanz. Menschen, die von so vielen Super-Intellektuellen so begeistert niedergemacht werden, die haben schon deshalb meine Aufmerksamkeit, weil ich wissen will, was sie haben und was es ist, von dem sich grade die Intellektuellen so provoziert fühlen, dass sie sich ausdauernd an diesen Personen festbeißen.

Ich bin ja bekennend anti-intellektuell, allein schon deshalb, weil ich kein Interesse an Kunst und Kultur habe, vielleicht finde ich grade deshalb vor allem die Personen interessant, die von der Anhängerschaft dieser Blase abgelehnt werden. Was auch immer, ich habe die Folge mit Markus Lanz sehr gerne gehört und halte ihn jetzt umso mehr für eine faszinierende Persönlichkeit
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Donnerstag, 22. Februar 2024
Finanzthemen und Promigespräch
Heute war ich zu einer Bankveranstaltung eingeladen, bei der unter anderem auch Axel Weber einen Vortrag halten sollte und darauf war ich schon vorab sehr gespannt.

Auf der Fahrt zu der Veranstaltung fragte ein Kollege, wer genau eigentlich Axel Weber sei und ich habe ihm kurzerhand den Wikipediaartikel vorgelesen. In der Finanzwelt ist Herr Weber zwar sicherlich ein A-Promi, doch die genauen Daten, bis wann er Chef der Bundesbank war und wie lange er bei der UBS war, das alles hätte ich auswendig auch nicht gewusst, so dass ich auch mein eigenes Wissen noch mal auffrischen konnte.
Am spannendsten fand ich aber, dass in dem Wikipedia-Artikel steht, dass er 2012, als er bei der UBS anfing, eine Antrittsprämie von 4 Mio. Schweizer Franken in bar erhalten habe, und bei mir ploppten spontan sehr viele Fragezeichen auf.

Warum um alles in der Welt bekommt ein Bankenchef sein Geld in BAR? Und was macht er dann damit? Wie hat er das aus der Schweiz herausbekommen? Ist es da immer noch?
Ich hätte Herrn Weber immer als durch und durch seriöse Person eingeschätzt, Bargeld in dieser Größenordnung passt da überhaupt nicht ins Bild.

Es ergab sich dann durch Zufall, dass Herr Weber selber und persönlich in der Warteschlange am Buffet neben mir stand und so habe ich spontan die Gelegenheit genutzt, ihn nach diesem Bargeld zu befragen. Er war sehr erstaunt, dass in der Wikipedia solche Sachen stehen und sagte, das stimmt überhaupt nicht, er habe niemals irgendein Bargeld bekommen, sondern ein Großteil seines Salärs seien Aktien der UBS gewesen, die er aber nicht hätte verkaufen dürfen, weshalb er darum bat, dass er zusätzlich auch noch echtes Geld als Vergütung ausbezahlt bekäme, um davon dann in Deutschland die Steuern bezahlen zu können, die er auf die erhaltenen, aber nicht liquidierbaren Schweizer Aktien zahlen musste.

Die steuerliche Seite verstand ich sofort, wir wunderten uns gemeinsam, was manchmal immer noch für ein Quatsch in der Wikipedia steht und kamen dann vom Höksken aufs Stöksken in eine ausgedehnte private Plauderei, die nach einiger Zeit vom Veranstalter allerdings rigoros unterbrochen wurde, weil nicht vorgesehen war, dass sein A-Promi so lange nebenher private Gespräche führt, er sollte sich lieber mit wichtigen Investoren unterhalten und für Umsatz sorgen.

Wie auch immer, ich hatte erfahren, was mir wichtig war, es war kein Bargeld transportiert worden, ich konnte also auch alle aufgeploppten Bilder in meinem Kopf wieder zur Seite schieben, außerdem weiß ich jetzt, dass seine und meine Tochter eine sehr ähnliche Grundeinstellungen zum Leben haben, dass sein Sohn dafür das genaue Gegenteil ist - und das ist bei meinen Kindern ja auch so ähnlich.

Am Nachmittag war dann noch ein Termin bei uns im Büro, zu dem Gäste von auswärts anreisten, die sich sehr erstaunt in unserem Bürogebäude umsahen und sagten, sie hätten nicht erwartet, dass das hier alles so groß sei und stellten die Frage: "Wie viele Personen arbeiten denn hier so?"
Antwort vom Chef erster Ordnung: "Höchstens die Hälfte."

Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging es um die Kriterien für nachhaltige Kapitalanlagen, d.h. Unternehmen, in die ein Anleger mit gutem Gewissen investieren darf, dürfen sich keine Verstöße gegen eines der ESG-Kriterien erlauben, (ESG steht dabei für environmental, social and governance) und einer der Gäste berichtete, dass ja vor allem die Lebensmittelhersteller, die Kakao verarbeiten, also Nestlé oder Unilever oder so, dass die schon vor mehr als 15 Jahren ein Problem mit Kinderarbeit hatten.
Ich sagte, dass dieses Problem dann jetzt doch erledigt sein dürfte, schließlich sind diese Kinder inzwischen alle volljährig, aber es sieht so aus, als ob dieses Argument nicht greift.

Es gab heute also reichlich Finanzthemen, bei denen es überwiegend heiter zuging, nur für die Wirtschaft in Deutschland, da sind die Aussichten eher trübe, aber das war mir schon vorher klar
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Mittwoch, 21. Februar 2024
Vormittagsfrei
Ich hatte gestern mein Überstundenkonto geprüft und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ab sofort jeden Mittwochvormittag, wenn akzeptables Wetter ist, erst um 12h im Büro erscheine, so habe ich genug Zeit, um vorher auf den Flohmarkt zu fahren und ich finde das einen ganz wunderbaren Plan.

Habe ich heute auch sofort umgesetzt, ich bin sehr zufrieden mit dem Tag.

Ich hatte gehofft, dass der Schraubenverkäufer heute da ist, denn bei dem möchte ich gerne 1kg Edelstahlmuttern kaufen, die brauche ich für den Schwadomat, den ich mir selber bauen möchte.
Ich habe ja diese Brotbackbücher von Lutz Geissler gekauft, weil ich beabsichtige, Profi-Brotbäcker zu werden und selbstverständlich steht gleich vorne in der Einleitung des Grundlagenbuchs, was man dringend alles an Zubehör und Ausstattung braucht.

Das ist genau mein Ding, bevor es losgeht, erst mal einkaufen, ich liebe das.
Und ein Schwadomat, also irgendein Teil, mit dem man Dampfschwaden im heißen Ofen erzeugen kann, ist essentiell wichtig und die selbstgemachte Variante ist ein Edelstahlkasten gefüllt mit Edelstahlmuttern, die man im Ofen vorheizt und dann mit 100ml Wasser bespritzt, wenn man den Brotteig reinschiebt. Weil Edelstahl besonders gut heiß wird und nicht rostet, bietet ein mit Edelstahlmuttern gefüllter vorgeheizter Kasten die maximale heiße Oberfläche, auf der Wasser blitzschnell verdunsten und sich in Schwaden auflösen kann.

Ich muss jetzt also Edelstahlmuttern kaufen, leider war der Schraubenverkäufer heute nicht da.
Dafür ein neuer Handtaschenverkäufer, der alte Handtaschen verkaufte und jetzt besitze ich endlich die seit Jahren gesuchte, schlichte dunkelblaue Shopper-Handtasche aus butterweichem Kalbsleder, ich bin entzückt.

Ich hatte also einen schönen Vormittag, der Rest des Tages verlief akzeptabel, halbtags arbeiten macht sowieso viel mehr Spaß
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