Diesmal hatte ich vorgesorgt und bin im Anschluss an die Sitzung direkt auf eine Baumesse in Münster gefahren, Das lenkt ab, sorgt für Bewegung und bringt neue Ideen.
Der Plan ging auch komplett auf, ich habe den perfekten Küchenfußboden für die neue Küche in Rheda gefunden, allein dafür hat sich der Tag komplett gelohnt. Außerdem eine Firma, die Terrassenüberdachungen herstellt und auch bereit wäre, so etwas auf Borkum zu montieren Und eine Firma, die sehr schmale, sehr hübsche Infrarotflächenheizungen verkauft, auch danach hatte ich schon länger gesucht.
Die Idee mit der Messe war also ein Volltreffer, ich bin sehr zufrieden.
Weil die Messe in Münster nicht weit entfernt vom Großmarkt liegt, hatte ich am Morgen auch schon das komplette Leergut ins Auto geladen, so dass ich anschließend auch diesen Punkt noch erledigen und abhaken konnte. Auf dem Rückweg nach Hause ein Zwischenstopp beim Abholjapaner, zum Abschluss des Tages gab es also noch ein sehr leckeres Sushi-Abendessen. Das war ein prima Tag heute
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Soll Al Capone gesagt haben und ich finde, er hat recht.
Ich bin immer noch nicht ganz frei von irgendwelchen "ich töte sie alle"-Gedanken, im Moment erreichen die Abstrusität, die sich einige Kollegen in und außerhalb unserer Firma, so einfallen lassen jeden Tag neue Höchstwerte.
Es ist wirklich gut, dass ich keinen Zugang zu Gewehren habe.
Es ist alles nicht blogbar, der Irrsinn, der da jeden Tag um mich herum immer neue Blüten hervorbringt, es ist aber sehr anstrengend, das immer wieder gelassen abzufedern.
Morgen ist schon wieder Aufsichtsratssitzung, diesmal die turnusgemäß normale Terminierung, das, was wir da vor sechs Wochen veranstaltet haben, war ja völlig außer der Reihe und nannte sich Strategiesitzung, insgesamt führt es aber dazu, dass wir vor lauter vorzubereitendem Berichtswesen kaum noch Zeit für normale Arbeit haben. Und Lust auch nicht.
Vielleicht wird es besser, wenn das morgen erst mal vorbei ist
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Abends bin ich dann nicht nur erschöpft vom Zusammenreißen während des Tages, sondern auch sehr unsicher, ob das eine kluge Energieverwendung war, vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte meinen niederen Instinkten einfach mal freien Lauf gelassen.
Andererseits ist unser Rechtsstaat so aufgestellt, dass ich für so einen Amoklauf auch nur einmal eine Gelegenheit habe, danach wird man weggesperrt und kann seine Tage dann endgültig nur noch mit Irren verbringen.
Wenn man in Ruhe drüber nachdenkt, stellt man also fest, dass der Satz: "Lächle, du kannst sie nicht alle töten." ein weiser Ratschlag ist.
Also probiere ich es morgen nochmal von vorne, ich werde lächeln und ruhig und gelassen sein und vielleicht gewöhne ich mich ja auch an das Gefühl "alle irre" und irgendwann ist es dann ganz normal und überhaupt nicht mehr anstrengend
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Wahrscheinlich ist meine Superpower etwas, dass ich nicht habe, und das ist Angst.
Ich glaube, ich habe keine Angst. Zumindest nicht in der Form, dass mich meine Angst jemals in irgendeiner Weise behindern und aufhalten würde.
Natürlich gibt es eine Menge Dinge, die sind mir unangenehm, die finde ich grässlich, die mache ich nicht gerne oder vermeide sie komplett, ich glaube aber, dass ich all diese Dinge genau kenne und benennen kann und mir meine Abneigung dagegen einfach als persönliche Marotte halte, so wie mein Kuscheltuch.
Denn natürlich habe ich ein Kuscheltuch, wobei, ich habe nicht eines, ich habe viele, es kommt dabei auch nicht auf das konkrete Tuch an, sondern auf das Material, aus dem das Tuch gefertigt wurde. Es muss aus einem ganz besonderen Stoff sein, aber alles, was aus genau diesem Stoff ist, liebe ich heiß und innig und muss sofort anfangen, meine Finger und meine Lippen daran zu reiben, wenn ich es in die Hände bekomme.
Meine Großmutter hatte früher ein Nachthemd aus genau diesem Stoff, das hat meine Mutter in viele einzelne Stofffetzen geschnitten, jeden einzeln gesäumt und so eine große Anzahl Kuscheltücher für mich hergestellt.
Die meisten davon habe ich im Laufe der Jahre verloren oder verbraucht, zwei dieser Tücher besitze ich aber heute noch, doch leider sind sie kaum noch brauchbar, da einfach derart abgegriffen und totgeliebt in den letzten 60 Jahren, dass sie ihre wichtigste Eigenschaft, nämlich eine weiche und gleichzeitig rauhe Oberfläche zu bieten, an der die Finger und die Lippen mit klitzekleinen Haut- oder Nagelrissen so angenehm schmerzhaft hängen bleiben, verloren haben. Diese Funktion können die ganz alten Stofflappen nicht mehr erfüllen, weil sie dazu schlicht zu abgegrabbelt sind, aber zum Glück habe ich vor vielen Jahren noch mal ein ähnliches Nachthemd auf dem Flohmarkt gefunden, so dass ich meine Kuscheltuchvorräte auffüllen konnte und ein paar dieser Läppchen halten bis heute.
Seit über 35 Jahren versuche ich auf dem Flohmarkt sozusagen unablässig und jedesmal noch eines dieser Nachthemden aus eben diesem Stoff zu finden, bisher leider vergebens.Es wird aber langsam Zeit, dass ich ein frisches Stück Stoff finde, alle meine alten Kuscheltücher sind inzwischen schon sehr durchgenudelt. Mit Glück halten sie allerdings noch ca. 14 Jahre, das ist ja meine aktuelle Halbwertzeit, danach brauche ich im Zweifel auch keine Kuscheltücher mehr.
Eigentlich brauche ich ein Kuscheltuch in meinen Händen, um zufrieden einschlafen zu können, wenn ich aber keines habe, nun, dann schlafe ich halt trotzdem.
So ist das auch mit meiner Angst.
Wenn man K fragt, wovor ich alles Angst habe, wird er sofort eine lange Liste von Dingen beginnen aufzuzählen, angefangen von Maikäfern über Bauchnabel und gefährliche Szenen in Filmen aus dem Kinderprogramm, und er hat damit absolut recht, all das finde ich gräßlich und möchte es möglichst bitte nicht in meinem Leben haben.
Wenn es sich aber ungefragt in mein Leben drängelt und ich nicht schnell genug war darin, es rauszuhalten, nun, dann ist es halt da und ich lebe trotzdem weiter.
Selbstverständlich würde ich selber und persönlich keinen Maikäfern einfangen und aus dem Zimmer werfen, solange ich einen Westfalenmann im Haus habe. Wenn ich aber nur einen Maikäfer und keinen Westfalenmann im Haus habe, nun, dann hilft das ja alles nichts, dann muss ich mich halt selber damit beschäftigen, wie man diesen hochgefährlichen Maikäfer wieder loswird.
Und genau so geht es mir auch mit all den anderen Ängsten, die ich so gerne pflege: Wenn jemand da ist, der sich sicher kümmert, dann stelle ich mich sehr gerne sehr hilflos, aber wenn keiner da ist, nun denn dann, hilft ja nix.
Und weil ich das genau so schon mein gesamtes Leben lang mache, kann ich mir natürlich gar nicht vorstellen, wie sich eine Angst anfühlt, die man nicht einfach abstellen oder zur Seite schieben kann, wenn sie lästig wird.
Im Gesamtergebnis würde ich deshalb sagen, ich habe keine (echte) Angst. Ich weiß auch nicht, wie sich Angst anfühlt. Ich kann immer alles alleine und wenn man das so fest verinnerlicht hat wie ich, dann ist da kein Platz für Angst, denn schließlich ist es schon anstrengend genug, immer alles alleine zu erledigen, wenn man sich dabei auch noch mit unnötigen Ängsten herumschlagen müsste, ne, das wäre eindeutig zu viel.
Und vielleicht ist genau das meine Superpower: Dass ich Dinge einfach mache, weil sie nun mal gemacht werden müssen, nicht weil ich sie besonders gut kann, sondern weil ich es als alternativlos betrachte
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Mario Barth zB ist so ein Witzbold, den ich freundlich beurteilt nur öde finde und mich regelmäßig wundere, wie so ein Langeweiler so einen Erfolg haben kann. Andererseits bespielt er wahrscheinlich die gleiche Zielgruppe wie Andrea Berg, Kerstin Ott, Johannes Oerding und Gregor Meyle, ich muss mich also nicht wundern, sondern kann statistisch korrekt festhalten, dass mein Humoranspruch eben nicht massentauglich ist.
Eine andere Erklärung ist, dass ich einfach zu alt bin, denn viele der Humoristen, die ich wirklich witzig fand, sind schon lange tot oder inzwischen uralt, allerdings fand ich die schon vor 50 Jahren witzig, vielleicht hat sich auch nur mein Humor nicht weiterentwickelt?
Ich mag schon das Wort nicht, mit dem heutzutage Unterhaltungskünstler bezeichnet werden: Comedian, meine Güte, geht es noch etwas flatter?
Loriot nannte sich selber Humorist und Heinz Erhardt war nach eigener Aussage ein Unterhaltungskünstler - das sind Bezeichnungen, die treffen das, was die Menschen machen, sehr gut, aber Comedians waren die ganz sicher alle beide nicht, die waren auf eine ganz andere Art witzig und sie waren beide auf diese ernste, leise und trockene Art witzig, die ich besonders gut finde.
Lauter Schenkelklopferhumor à la Mario Barth ist dazu das genaue Gegenteil.
Ich finde übrigens albernen Humor auch nur begrenzt komisch. Otto ist so ein Beispiel, wo ich schon vor 50 Jahren immer etwas distanziert drauf geschaut habe. Er hat ein paar wirklich gute Sachen, aber das meiste ist aus meiner Sicht hauptsächlich albern - und albern ist für mich eben nicht automatisch lustig. Obwohl natürlich auch oder grade alberne Dinge am ehesten einen unbremsbaren Lachanfall hervorrufen können.
Satiriker finde ich gut und Kabarettisten, Personen, die diese Art von Beruf ausüben, bringen mich regelmäßig zum Lachen, obwohl, Satiriker und Kabarettisten bringen mich meistens nur zum Grinsen, das ist noch etwas anderes, ich habe aber auf alle Fälle viel Spaß dabei, ihnen zuzuhören. Schwarzen oder bösen Humor finde ich sehr oft sehr komisch.
Dass ich wirklich laut lachen muss, nur weil Leute so witzige Dinge sagen, das passiert mir ganz extrem selten. Wenn ich Geschichten oder Texte wirklich gut finde, dann bringt mich das in 98% aller Fälle vielleicht zu einem leichten Schmunzeln oder Grinsen, aber lautes Lachen - ich glaube, dafür bin ich auch gar nicht der richtige Typ.
Tatsächlich lache ich nur sehr selten sehr laut und die meisten Menschen, die wegen allem möglich Kram sofort hemmungslos rumgackern, finde ich in der Regel nur albern. Diese Serie LOL zB habe ich in weiten Teilen nicht verstanden. Zum einen, weil ich das Meiste, was die Leute da machten, eben nicht lustig fand und zum anderen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es so schwierig ist, ernst zu bleiben.
Ich bin gerne ernst, vor allem und grade dann, wenn es besonders lustig ist.
Wie auch immer, ich habe ein schwieriges Verhältnis zu dem, was heutzutage so als Comedian über die Bühnen der Welt tourt, aber ich muss es mir ja zum Glück auch nicht anschauen.
Umso faszinierter war ich von einem Podcast, den ich im Blog von Alex gefunden habe, der empfahl nämlich den neuen Podcast von Marc-Uwe Kling "Schreiben und Schreddern", ich klickte den neugierig an, probierte es mit der Folge mit Torsten Sträter und Sarah Bosetti und konnte mich selber mehrfach beim lauten Lachen beobachten.
Vielleicht kann ich mir jetzt etwas leichter vorstellen, dass die Idee von LOL doch nicht so abwegig ist, wenn man mit Menschen zusammen ist, die wirklich lustig sind, ist das mit dem Nichtlachen offenbar doch gar nicht so einfach
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Es sind nur noch sechs Monate und davon auch nur die Hälfte mit Büroanwesenheit, aber zum Ende hin wird es wirklich mit jedem Tag mühseliger.
Mein Problem ist, dass ich für meinen Geschmack viel zu viel Zeit vorm PC verbringen muss und dazu mit jedem Tag weniger Lust zu habe. Weil ich mich für die Büroarbeit schon so sehr zusammenreißen muss, um das überhaupt durchzuhalten, bleibt für die privaten Büroangelegenheiten sozusagen gar keine Energie mehr übrig und das macht mir dann besonders schlechte Laune, weil ich grundsätzlich ja bereit wäre, die privaten Bürodinge zu machen, weil die auch wesentlich sinnstiftender sind als die fremden Dinge im Büro. Denn für die fremden Dinge im Büro bekomme ich einfach nur ein Gehalt, was mich aber nicht mehr interessiert, seitdem ich meine finanziellen Dinge geordnet habe und auf dieses Gehalt einfach nicht mehr angewiesen bin. Ich weiß, Luxusprobleme, sie bestimmen aber meinen Alltag und mein Wochenende und ich bin grade maximal genervt deswegen.
Mittlerweile sind sehr viele private Verwaltungsdinge zu erledigen - und ich verbrauche 80% meiner eh schon nur schwach vorhandenen Energie dafür, dass ich mich davor drücke und dann versuche mich zu zwingen, indem ich priorisiere und dabei starke Zusammenhänge zu dem Begriff Triage entdecke, es ist alles im höchsten Maße unerfreulich, aber wenn ich mich um einige private Themen nicht jetzt kurzfristig kümmere, werden die so teuer, dass es wirtschaftlicher klüger ist, ich kündige meinen Bürojob mit sofortiger Wirkung.
Immerhin habe ich es heute geschafft, die Buchhaltung für den Vater zu aktualisieren, alle aufgelaufenen Rechnungen sind bezahlt und bei der Krankenkasse und der Beihilfe eingereicht, wenn man das anderthalb Monate schleifen lässt, dann dauert so etwas schnell schon mal zweieinhalb Stunden, bevor alles erledigt ist.
Außerdem habe ich meine eigene Buchhaltung auf Stand gebracht, mir einen Überblick über diverse Finanzthemen verschafft, ungefähr achtundsiebzig private E-Mails sortiert, abgelegt und wenn nötig beantwortet, alle privaten Rechnungen bezahlt und die gesammelte Papierpost aus Februar eingescannt und elektronisch abgelegt.
In meinem Entwurfsordner schlummern noch genau 16 angefangene Steuererklärungen für 2022 und eine für 2023, hier hatte ich eigentlich ein Vorankommen für dieses Wochenende geplant, habe diesen Plan aber inzwischen schon auf nächstes Wochenende verschoben.
Am Freitag hatten wir einen Termin mit dem Architekt für das Rheda-Haus, wir haben das beste Ausschreibungsangebot für den Rohbau besprochen, hier muss jetzt noch ein bisschen nachverhandelt werden und dann wird der Auftrag unterschrieben. Mit Glück ist dann im April Spatenstich.
Vorher müssen wir aber noch einen Galabauer finden und mit dem die Baustelleneinrichtung besprechen, denn ich träume ja nach wie vor davon, aus dem Kelleraushub einen Deich an der Grundstücksgrenze aufzuhäufen, denn schließlich verläuft dahinter ein reißender Bach. Aber was man dafür alles vorab beachten muss, das weiß nur ein professioneller Galabauer, das steht also als dringend für nächste Woche auf dem Plan.
Angebote für Elektro und Sanität liegen vor und müssen jetzt auch beauftragt werden, ich muss noch ein Baucontrolling einrichten und die vorliegenden Angebote alle vernünftig in Excel-Tabellen einpflegen.
Außer meinem privaten normalen Verwaltungskram wird dieses Bau-Vorhaben künftig noch jede Menge Zeit fressen, ich freue mich schon sehr auf das fertige Haus, habe aber auch ordentlich Respekt vor der Arbeit, die noch vor uns liegt.
Weil ich ja maximal viele Ausreden brauchte, um nicht den ganzen Tag am PC zu verbringen, habe ich heute außerdem noch einen großen Topf Gulasch gekocht, so dass wir ein sehr leckeres Abendessen hatten, eine Stunde gebügelt, drei Maschinen Wäsche zusammengelegt, ein T-Shirt gestopft und bin außerdem noch für anderthalb Stunden hier in Greven auf dem Sonntags-Flohmarkt gewesen.
Ich weiß nicht, wie man das küchen-(haha, sorry) psychologisch deuten soll, aber ich habe in der letzten Zeit einen großen Drang Kochbücher zu kaufen. Außer den vier großen, dicken Brotbackbüchern von Lutz Geißler habe ich nur auf den Flohmärkten von gestern und heute noch fast einen halben Meter weitere Kochbücher gekauft. Logischerweise gefallen die mir alle ungemein gut und am allerliebsten würde ich ab sofort ganztägig zu Hause bleiben und kochen. Noch lieber würde ich das allerdings in einer großen, modernen Küche machen. Seitdem die neue Küche auf Borkum fertig ist, fühlt sich die Küche hier in Greven unbequem, klein, eng und popelig an und ich kann es nur mühsam abwarten, bis das hier alles ein Ende hat und wir umziehen können.
Insgesamt ist mir heute also gefühlt sehr jammerig, weil es so viel gibt, was ich dringend tun muss, wozu ich keine Lust habe und weil es noch mehr gibt, was ich viel lieber tun würde, was aber nicht geht, weil die Zeit dafür noch nicht da ist. Ich glaube, ich stehe mir grade selber etwas im Weg
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Nina gab eine Warnmeldung aus
und hier kann man gucken, wo die Teile am wahrscheinlichste rumschwirren werden. Ich befinde mich natürlich genau in der trefflichsten Gegend, wenn ich mich morgen nicht melde, wissen Sie Bescheid.
Einen wesentlichen Teil des Tages habe ich mich heute mit Formatierung diverser Grafiken beschäftigt, wobei ich auch nach drei Stunden Suchen und Rumprobieren nicht rausgefunden haben, wo die Punkte an den Formen geblieben sind, an die man früher problemlos Verbindungslinien andocken konnte, die dann mit der Form fest verbunden blieben auch wenn man die Form verschob oder veränderte. Am Ende war ich ausreichend genug genervt, um unseren IT-Menschen um Rat zu fragen, etwas, was ich üblicherweise gerne vermeide, weil ich von seiner IT-Kompetenz nur sehr eingeschränkt überzeugt bin, aber was tut man nicht alles, wenn man nicht weiter weiß. Er wusste allerdings auch nicht, wie ich mein Problem lösen konnte, bot dann aber an, dass er mir eine Visio-Lizenz besorgt und nun denn, dann eben so.
Danach habe ich mir die Aktualisierung einer sehr komplexen Excel-Tabelle vorgenommen, sie muss vom 31.12.2023 auf den 1.1.2024 umgestellt werden und das ist eine ziemlich komplizierte und umständliche Angelegenheit.
Nach dem ersten Versuch hatte ich eine Differenz von 365,47, die habe ich nach kurzer Suche aber gefunden und durch Formelerweiterung entfernen können, dann hatte ich aber eine Differenz von 1 Mio, nach der habe ich schon deutlich länger gesucht und viel geflucht und gestöhnt, bis ich sie entdeckt und umprogrammiert hatte.
Als letztes gab es noch eine Differenz von 5,5 Mio, die sich aber zum Glück schnell wieder auflöste, so dass ich am Ende sehr erleichtert die final umprogrammierte Tabelle abspeichern und eine erfolgreiche "erledigt-e-mail" an eine Kollegin schreiben konnte.
Am besten gefiel mir das "letzte Mal-Gefühl" bei der gesamten Aktion, für den nächsten Jahreswechsel bin ich schon nicht mehr zuständig
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Deshalb kann ich heute nur andererleuts Content verarbeiten, mein eigener Kopf fühlt sich an wie eine zerknautschte, leere Chipstüte, außer klebrigen Krümeln findet sich dort sonst nichts sinnvoll verwertbares.
Aber ich habe zwei Links, die mir angereicht wurden und die mir beide gut gefielen.
Der eine kam von N, der mir eine Reinhard Mey Parodie auf Instagram zeigte. Ich bin ein uralter Reinhard Mey Fan und bin sehr fasziniert, wie ungemein treffend dieser Mensch Reinhard Mey nachmachen kann.
Der zweite kam von J und war eigentlich ein Privatkommentar auf meinen Text von vorgestern, in dem ich feststellte, dass ich äußerst ungern das mache, was alle machen und J schickte mir daraufhin den lateinischen Spruch "Etiam si omnes, ego non", den ich zu meinem eigenen Erstaunen nicht kannte, passt er doch perfekt als Wahlspruch für mein Leben. Entsprechend begeistert war ich davon, ihn endlich gefunden zu haben
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Die Telekom schickt einen komplett durchgegenderten Newsletter an alle Aktionär*innen, aber anstatt einheitlich stringent das Gendersternchen zu benutzen, verwenden die für den Begriff "Privatanleger" diese völlig abstruse Gerundiumsform "Privatanlegende" und bei mir im Kopf ploppt sofort das Bild eines privaten Anlegesteges an einem See auf, an dem jetzt grade jemand privat sein Boot festbindet, ein Privatanlegender an einem Privatanleger eben.
Ich muss ja bei "Studierende" schon immer innerlich kichern, weil das Wort halt eigentlich nur Menschen meint, die grade intensiv am Studieren sind, um es mal in die rheinische Verlaufsform zu übersetzen, was aber in echt ja nicht die 24/7 Beschäftigung von Menschen ist, die sich an einer Hochschule immatrikuliert haben, aber sei's drum, einen Tod muss man sterben und dann opfern wir halt die Bedeutung des Gerundiums zum Wohl der geschlechtergerechten Neutralisierung, für Mitglieder*innen der heutigen Studierendenschaft scheint das ja eine entscheidende Bedeutung zu haben und dann sei es ihnen natürlich gegönnt.
Ich habe dafür neulich folgenden Dialog mit einer Frau geführt:
Frau: Was sind Sie denn von Beruf?
Ich: Steuerberater
Frau: Sie meinen, Sie sind SteuerberaterIN?
Ich: Nein, ich bin Steuerberater. Beruflich tut mein Geschlecht nichts zur Sache, Frau bin ich nur im Privatleben.
Und dann habe ich ihr noch erklärt, dass ich meine erste Bestellungsurkunde, die mir das Finanzministerium 1992 tatsächlich in der weiblichen Fassung zuschickte, mit genau dieser Begründung zurückgeschickt und reklamiert hatte. Ich finde es nicht nur eine Unverschämtheit, sondern auch einen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, mein privates Geschlecht beruflich so zu exponieren. Demnächst müssen aus der Berufsbezeichnung noch die Religionszugehörigkeit und die Essvorlieben erkennbar sein. Die spinnen doch, als ob das irgendetwas an der Qualifikation ändert.
Ich rege mich üblicherweise über genderkonforme Sprache nicht auf, finde es aber höchst interessant, zu beobachten, wer sie benutzt und dann mache ich mir meine eigenen Gedanken, warum jemand diese neuartige Sprachform benutzt. Denn das passiert ja nicht zufällig wie eine Ansteckung als unbeabsichtigte Angewohnheit, wie zB die invasive Verbreitung des Powerpoint-Genaus. Wer selber aktiv gendert, der weiß, was er tut und denkt sich was dabei. Und ich wiederum finde es spannend, mir zu überlegen, was sich der jeweilige Mensch dabei denkt.
Wenn Unternehmen oder Institutionen wie zB die Telekom solche Umbenennungen vornehmen, dann hat da sicherlich die PR-Abteilung einen entscheidenden Beitrag zu geleistet und die wiederum haben ihre Zielgruppe analysiert und erhoffen sich irgendwelche positiven Effekte davon. Im Falle der Telekom kann das meiner Meinung nach nur der verzweifelte Versuch sein, sich auf diesem Weg eine neue Zielgruppe erschließen zu wollen, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der typische Privataktionär der Telekom Genderfan ist. Ich mag mich aber natürlich auch täuschen, ich sollte mal die zuständige Mitarbeiterin aus dem Bereich Investor Relations danach befragen, die allerdings laut Ihrer Zuständigkeitsbezeichnung (noch?) nur für Privatanleger und Hauptversammlung zuständig ist.
Bei uns im Mutterhaus ist Gendern jetzt offiziell von oben verordnet, die erhoffen sich damit Vorteile bei der Personalgewinnung. In unserer kleinen Sonderfirma (Ganz Gallien? Nein!) widersetzt sich der Chef erster Ordnung hartnäckig allen Gendereien und ändert jede Vorlage und jede Anzeige, in der Sternchen oder andere neuartige Ausdrücke verwendet werden, höchstpersönlich und selber ab. Die letzten drei Mitarbeiter*innen, die wir bei uns eingestellt haben, waren alle drei sehr erleichtert, dass sie bei uns so reden und schreiben dürfen, wie sie es früher mal gelernt haben. Ich hatte in diesen Fällen das dumpfe Gefühl, dass es für unsere Personalgewinnung eher positiv ist, dass wir nicht gendern, aber nun ja, wir haben ja auch keine HR-Abteilung mit den neuesten arbeitspsychologischen Erkenntnissen.
Wir haben dafür eine junge Mitarbeiterin, die in letzter Zeit immer öfter den Glottisschlag verwendet. Ich weiß nicht, ob sie damit nur den Chef erster Ordnung provozieren will oder ob ihr das wirklich wichtig ist, ich finde es auf alle Fälle amüsant zu beobachten, weil ihre feministische Grundhaltung ansonsten ziemlich konfus ist. So hat sie zB neulich geheiratet und von mir darauf angesprochen, wie sie jetzt heißt, sagte sie, sie hätte selbstverständlich ihren Namen behalten, da würde sich nichts ändern. Als ich daraufhin wissen wollte, weshalb sie denn überhaupt geheiratet hätte, sagte sie, es wäre halt etwas anderes, ob sie ihren Partner als "mein Freund" oder als "mein Mann" vorstellen könne.
Das verwunderte mich, denn ich habe alle meine Männer stets als "mein Mann" bezeichnet, solange sie als Mann zu meiner Familie gehörten, dafür brauche ich doch keinen Trauschein. Ich habe meinen Hund ja auch als meinen Hund bezeichnet, ohne ihn geheiratet zu haben.
Als sie mir dann noch etwas von "wenn eine Frau ihrem Mann ein Kind schenkt" erzählte, gruselte mich wirklich, denn ich mag ja bekennende Rabenmutter sein, aber meine Kinder hätte ich wirklich nie verschenkt, auch nicht an "meinen Mann".
So dreht sich denn jeder die Sprache so, wie sie ihm selber gefällt. Ich habe keine Hemmungen, das Possessivpronomen zum Mann ohne rechtliche Legitimation zu benutzen und Kinder würde ich auch nicht zum Verschenken gebären, dafür ist es mir wichtig, meine Berufsbezeichnung im generischen Maskulin zu führen und nicht auf die weibliche Version reduziert zu werden
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Mich freut das, denn dann muss ich mich nicht grämen, dass ich schon wieder auf dem Festland im Büro sitze, statt weiter auf der Insel über den Strand zu schlendern.
Ansonsten war heute Montag und es schien mir, als ob der Tag sich größte Mühe gab, seinem Image gerecht zu werden, es gelang auf das Trefflichste.
In einer Besprechung konnte kein Beschluss gefasst werden, weil erst noch "alle anderen, die heute grade nicht anwesend sind" nach ihrer Meinung gefragt werden sollten und mir wurde mal wieder klar, dass meine persönlich Grundhaltung wahrscheinlich nur als zutiefst undemokratisch bezeichnet werden kann, denn ich halte nie etwas davon, immer alle zu fragen, da kommt ganz selten etwas Vernünftiges raus.
Andererseits, was will man auch von jemandem erwarten, dessen Lebensmaxime lautet "ich kann alles alleine". Demokratie ist vor allem für diejenigen wichtig, die nicht alles alleine können und deswegen nur in der Gruppe stark sind.
Ich meine, können alle anderen gerne so machen, aber ich möchte dann bitte nicht. Und ich finde, auch so etwas muss eine Demokratie aushalten: Leute, die keinen Bock haben, mitzumachen
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