Früher hat mich das nie gestört, wenn es immer mehr wurde, was unbedingt kurzfristig erledigt werden musste, im Gegenteil, ich fand das toll, das fühlte sich nach Leben an und ich habe mich mit Begeisterung in den Stress gestürzt.
Ich merke heute, dass ich diesem Alter deutlich entwachsen bin, ich brauche heute weder Selbstbestätigung noch den Geruch von Abenteuer.
Früher fand ich es spannend, mit Unmengen von Deadlines zu hantieren, die ständig bedrohlich näherkamen und nach objektivem Ermessen nicht einzuhalten waren, dabei entspannt und gelassen zu lächeln und nonchalant zu murmeln: "Ach, das ist nicht so schlimm, das regel ich schon."
Heute finde ich es nur noch nervig und lästig und bin regelmäßig geneigt, einzelne Blödsinnsfristen wirklich mal mit Schwung vor die Wand zu fahren, weil es so albern ist, bei so lächerlichem Krimskrams so eine dicke Wichtigwelle mit "muss unbedingt bis spätestens vorgestern fertig sein" zu schieben.
Ein skurriles Erlebnis hatte ich heute mit einer Kollegin aus dem Mutterhaus. Sie rief mich an, als ich grade in einem Vorstellungsgespräch war, weil es aber hätte sein können, dass sie irgendetwas total Dringendes hat, bin ich kurz ans Telefon gegangen, um ihr mitzuteilen, dass ich sie nachher zurückrufe, woraus sie wiederum nur sagte, es wäre nicht wichtig, sie wolle mir nur eben zum Geburtstag gratulieren.
Hmm, da dachte ich ja noch, sie hätte die telefonnummer verwechselt und hätte jemand anderes anrufen wollen, als ich aber nach dem Vorstellungsgespräch eine E-Mail von ihr fand, in der sie mir ganz herzlich zum Geburtstag gratulierte und mich bedauerte, dass ich auch an meinem Geburtstag so viel arbeiten muss, fand ich es witzig und habe ihr geantwortet, dass isch gar keinen Geburtstag 'abe, 'eute, dass ich ihre Glückwünsche aber aufbewahren und im Oktober aus der Wiedervorlage rausholen werde. Als ich das noch tippte, klingelte das Telefon und die Kollegin rief wieder an, diesmal sprudelte sie gleich los, dass sie eben bemerkt hätte, dass sie sich wohl im Datum vertan habe und dass ich ja gar nicht heute Geburtstag hätte, sondern erst morgen, dass sie aber morgen keine Zeit hätte und dass sie mir deshalb doch schon mal heute alles Gute wünschen wolle.
Leute gibt's.
Eine andere lustige Szene gab es in dem Vorstellungsgespräch, als ich den Bewerber fragte, wie er denn seine technischen Fähigkeiten so einschätzen würde und ich meinte damit natürlich die Computertechnik, weil, was sonst. Er antwortete aber sehr engagiert und ernsthaft, dass er technisch echt eine Menge draufhätte, erst neulich habe er den Trockner seiner Frau fast alleine repariert, die Schrauben hätte er schon alle gelöst gehabt, bis er an die Stelle kam, wo die weiteren Bauteile mit Nieten verschlossen gewesen wäre und da hätte er dann doch aufgeben müssen, weil er keine Nietenzange hat.
Leute gibt's.
Ansonsten habe ich heute mit Erstaunen die Börsen beguckt, mein privates Depot ist jetzt das erste Mal seit zweieinhalb Monaten wieder im Plus, zwar nur leicht, aber schwarz und nicht mehr rot und ich stelle fest, dass mir das mehr Sorge als Freude macht. Ich glaube nämlich nicht, dass das hält, ich gehe eigentlich sogar fest davon aus, dass es noch mal eine dicke Welle nach unten geben wird, aber ich traue mich auch nicht, jetzt alles zu verkaufen und die Welle abzuwarten, weil ich per Saldo dann eben doch ein Schisshase bin und nicht zum Zocken zu gebrauchen.
Eines habe ich aber auf alle Fälle aus den Bewegungen der letzten Monate gelernt: Besonders anfällig für wilde Kursstürze sind ETFs und mein Depot ist nur deshalb per Saldo im Plus, weil die gemanagten Fonds teilweise wirklich richtig gut durch die Zeit gekommen sind und mit ihren Wertzuwächsen den Verlust der ETFs, die insgesamt immer dick im Minus sind, ausgleichen.
Mein eigenes Aktien-Stockpicking ist per Saldo übrigens auch im Plus, und das, obwohl ich dort so desaströse Titel wie Thyssen-Krupp, TUI und diverse Banken- und Autotitel dabei habe. Ich habe aber einige Titel auch wirklich sehr günstig auf den Tiefstwerten Ende März nachgekauft und das führt halt zum dem insgesamt positiven Saldo meiner Einzelaktien.
Auf lange Sicht mache ich mir übrigens überhaupt gar keine Sorgen, dass ein Invest in Aktien negativ bleiben könnte, denn natürlich werden die Börsen sich irgendwann wieder komplett erholt haben und dann auch weiter nach oben laufen, jetzt, wo die Notenbanken Geld wie Heu in den Markt pumpen, wird das erst recht passieren, denn wo sollen die Leute mit all dem Geld sonst hin? Zinsanleihen bringen keine Zinsen, also bleiben nur Aktien und deshalb werden die weiter steigen, das ist schlicht alternativlos, ich glaube halt nur, dass es vorher noch mal gewaltig nach unten gehen wird.
Aber eigentlich ist das auch egal. Am besten ist, man sitzt es einfach aus
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Für einen Tag in der Woche ist Home-Office völlig okay, vor allem für den Freitag. Da schlürt man so langsam vor sich hin, kümmert sich um all die sonstigen Kleinigkeiten, die liegengeblieben sind, aber auch nicht viel Konzentration erfordern, kann sich auch mal wieder aufs Bett legen, um die aufgelaufene Fachliteratur zu lesen, räumt ein wenig sein E-Mail-Postfach auf und lässt ansonsten die Arbeitswoche langsam ins Wochenende gleiten. Einen Arbeitstag in der Woche mit allgemeinen Aufräum- und Nachlesearbeiten zu füllen finde ich sinnvoll, aber auch ausreichend.
Für die sonstigen Arbeitstage, wo auch immer mal wieder Aufgaben vorkommen, zu denen ich eigentlich gar keine Lust habe, die aber, hilft ja nix, eben auch getan werden müssen, für diese Tage ist mir eine echte Büroumgebung eindeutig lieber, weil sie nicht so viele Prokrastinationsmöglichkeiten bietet und ich deshalb mit deutlich weniger Selbstdisziplin meinen Kram effektiver erledigt bekomme.
Weil ja jeder gerne von sich auf andere schließt, gehe ich natürlich als erste Vermutung grundsätzlich davon aus, dass es genau so auch anderen Leuten im Home-Office geht, und unter denen sind dann auch sicherlich einige, die Home-Office aber auch als Dauerlösung tatsächlich genießen, weil sie sich dann im Büro nicht so ausführlich langweilen müssen.
Also alle, die sowieso nicht ausgelastet sind in ihrem Job und ihre Arbeitszeit zu einem Gutteil schlicht "absitzen", die profitieren sehr von der neuen Home-Office Situation, zumindest so lange, wie damit kein nachvollziehbares Zeiterfassungssystem verbunden ist.
In der allgemeinen Verwaltung, wo es in den meisten Fällen keine produktiven "billing times" gibt, gibt es dafür sehr häufig nicht ausgelastete Mitarbeiter, weil die Arbeitsbelastung natürlich ohne Produktivitätskennziffern nur sehr schwer zu kontrollieren ist und statt dessen jeder Mitarbeiter fast schon grundsätzlich über die hohe Arbeitsbelastung klagt.
Als wir bei uns im Büro die Arbeitsplatzwahl wieder freigestellt haben, als also jeder, der wollte auch wieder im Büro arbeiten durfte, habe ich ja vorher eine Wette mit mir selber gemacht, welche Kollegen lieber weiter im Home-Office bleiben wollen und wer sehr gerne wieder ins Büro kommt.
Meine Trefferquote war beachtlich, weshalb ich auch davon ausgehe, dass meine Einschätzung, wer wie viel zu tun hat und bei wem noch größere Kapazitäten frei sind, auch sehr passend ist - und ich denke, es wird Zeit, dass ich da mit dem Chef erster Ordnung mal drüber rede, damit das Projekt "wir feuern den Assistenten der Geschäftsleitung" endlich mal Formen annimmt.
Ich meine, dass er tiefbegabt ist und deshalb keine Arbeit fehlerfrei erledigen kann, dafür kann er im Zweifel nichts, das ist Schicksal. Aber wenn man ihn fair behandelt, dann sollte er auch fair bezahlt werden, was in diesem Fall bedeutet, dass er nur noch 1/3 seines Gehalts bekommt, das entspricht dann in etwa seiner Leistungsklasse.
Da ich davon ausgehe, dass er mit einer derart drastischen Gehaltskürzung nicht einverstanden ist, bleibt nichts anderes übrig, als dass er sich einen neuen Arbeitgeber suchen muss, das ist auch eine faire Alternative. Vielleicht findet er ja noch mal einen, der bereit ist, ihm ein knapp sechsstelliges Jahresgehalt für quasi nix als Gegenleistung zu zahlen, ich gönne es ihm, aber ich finde, von unserem Büro ist er jetzt lange genug für nix bezahlt worden.
Und vor allem brauche ich seine Stelle.
Ich brauche nämlich jemanden, der genau diesen Job wirklich macht, ich meine also damit, jemanden, der genau die Dinge erledigt, die dieser tiefbegabte Seniorassistent eben nicht erledigt.
Ich brauche jemanden, der für alle Firmen, die wir betreuen, die Geschäftsberichte schreibt und nicht nur aus dem Vorjahr copypasted, wobei oft noch die Jahreszahlen nicht sauber gewechselt wurden.
Ich brauche jemanden, der für die Depots, die wir verwalten, regelmäßig die Reportings erstellt und dabei selber bemerkt, dass manche Ergebnisse einfach nicht sein können, der mir also kein Reporting mit 7% Rendite aus festverzinslichen Wertpapieren vorlegt, einfach, weil es das schon seit Jahren nicht mehr gibt.
Ich brauche jemanden, der eine Liquiditätsplanung mit Sinn und Verstand erstellt und nicht einfach nur das vergangene Quartal stumpf nach vorne fortschreibt und deshalb die im Januar fälligen Versicherung im April gleich noch mal bezahlt.
Ich brauche jemanden, der Protokolle schreibt, die nach der Korrektur nicht zu 90% aus MarkUps bestehen.
Ich brauche jemanden, der einfach nicht ganz so grottendoof ist wie dieser unsägliche Assistent, der da seit 20 Jahren auf diesem Karrieresprungbrettjob sitzt und alles blockiert. Und das seit acht Wochen nun auch im 80%igen Home-Office, denn selbstverständlich gehört er zu genau den vorhersehbaren Mitarbeitern, die finden, es reicht, wenn er einmal die Woche im Büro körperlich anwesend ist.
Aktuell, also seit zwölf Jahren, erledige ich diesen Kram noch einfach so nebenbei mit, was aber per Saldo dazu führt, dass ich entweder völlig bekloppte Wochenstunden arbeite - oder die Dinge liegen lasse, die sich ohne Problem schieben lassen, die aber irgendwann auch mal getan werden müssen und dann ist plötzlich immer alles dringend und eilig und ich fühle mich ständig gehetzt und unter Strom.
Und ganz ehrlich: Ich habe auch keinen Bock mehr, Geschäftsberichte zu schreiben. Das ist was für Menschen am Anfang ihrer Karriere, die damit beweisen können, dass sie nicht nur gut schreiben können, sondern auch kreativ sind und die Aufgaben und Interessen der Firma umfassend verstanden haben.
Und ich habe auch keine Lust mehr, mühsam das Zahlenmaterial für Reportings zusammenzutragen. Auch das ist eine perfekte Aufgabe für einen Assistenten, der dabei lernt, wo überall Zahlen stecken können, was man alles mit Zahlen aussagen kann und wie man sinnvoll mit Zahlen die Wahrheit retuschiert, aber auch, wie man aufkippt, wenn man zu schlampig arbeitet.
Ich habe einfach überhaupt keinen Bock mehr auf diese gesamten Assistenten Aufgaben und ich will, dass dieser blöde Typ jetzt einfach nur noch gefeuert wird.
Jawoll
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Absolut gesehen habe ich durch die Veränderung der Abläufe jede Menge Zusatzzeit gewonnen. Allein die tägliche Nichtfahrt ins Büro spart schon eine Stunde.
Dann die Nichtfahrten am Wochenende, natürlich ist es schön, am Wochenende nach Borkum zu fahren, es kostet aber eben auch eine Menge Zeit und da ich nicht gefahren bin, hätte ich ja theoretisch irgendetwas anderes in dieser Zeit machen können.
Habe ich aber nicht.
Ich weiß gar nicht, was ich in den letzten Wochen tatsächlich mit all der freien Zusatzzeit gemacht habe, aber auf alle Fälle nicht das, was ich anfangs dachte, was ich damit tun könnte, nämlich 1001 Dinge hier im Haushalt in Greven regeln, ganz viele Bücher lesen, ausführlich Klavier spielen und vor allem endlich mal wieder den Klavierstimmer kommen lassen, denn bei Home-Office ist das mit dem Termin ja gar nicht kompliziert.
Noch nicht mal irgendwelche Steuererklärungen habe ich gemacht - und das, wo alle Welt jetzt damit angibt, dass sie ihre Steuern schon erledigt haben.
Es ist schon sehr traurig, so viele verpasste Chancen und ich habe nichts geschafft.
Andererseits war ich in den letzten Monaten aber auch sehr zufrieden, mit dem, was ich alles nicht mehr tun musste und habe die freie Zeit im Zweifel sofort mit Nichtstun gefüllt. Nichtstun ist wirklich zu meinem größten Hobby geworden. Kommt gleich nach Schlafen.
Wahrscheinlich war ich in meinem früheren Leben die Zwillingsschwester von Oblomow, anders kann ich mir meine große Begeisterung für dieses Nichtstun nicht erklären.
Sei's drum, so nach und nach werden einige Dinge, die in den letzten Monaten nicht gemacht wurden, nun aber doch dringlich, im Büro ist auf alle Fälle genug zu tun.
N hat heute sein mündliches Staatsexamen bestanden und hat damit jetzt offiziell eine abgeschlossene Berufsausbildung. Kind 1, check.
So, jetzt gehe ich noch eben einen neuen Rasierapparat kaufen, das Seniorenheim hat angerufen, der Rasierer vom Vater ist verstorben, das ist jetzt schon der zweite in anderthalb Jahren, ich möchte wirklich gerne wissen, was die dort mit den Rasierern immer so anstellen
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Interessant ist, dass ich jetzt grade mit einem psychischen Durchhänger akut zu kämpfen haben, dieses "ichwillnichtmehrinsBüroweildassowiesoallesnichtwichtigist-Gefühl" ist mit Macht aufgeploppt und ich finde es echt kompliziert, diesen lächerlichen Bürokram wieder ernst zu nehmen.
Ich bin im Moment eh nicht gut auf Bürokratie zu sprechen, weil ich finde, dass all diese albernen Vorschriften, mit denen sich die Behörden inderaktuellenSituation reihenweise selber lahmlegen, teilweise so schwachsinnig sind, dass man nur noch heulen möchte, weshalb sich bei mir automatisch der DeckeüberdenKopfzieh-Reflex aktiviert hat, der bei mir in brenzligen Situationen immer dafür sorgt, dass ich die echten Schrecklichkeiten gar nicht mitbekommen muss.
Und deswegen will ich auch nicht ins Büro gehen, da wird nämlich nur eine Alternative zur orthodoxen Bürokratie verwaltet, sehr viel besser als in einer echten Behörde geht es da auch nicht zu und ich finde es derzeit einfach anstrengend, sich mit so albernen Formalismen zu beschäftigen, nur weil es eben so sein muss.
Aber wahrscheinlich gewöhne ich mich bald wieder dran, so ein paar Tage Auszeit und Freiheit schnuppern sind immer ein Problem, danach fällt es mir regelmäßig schwer, mich wieder in den Alltagstrott einzufinden
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Grade wegen der komplett fehlenden körperlichen Fitness gelange ich an meinen toten Punkt ungefähr fünf Minuten nach dem ich eine körperliche Aktivität begonnen habe. Da das derart albern, lächerlich und eben überhaupt nicht akzeptabel ist, beiße ich dann die Zähne zusammen - und wenn man den eigenen toten Punkt erst mal überwunden hat, funktioniert der Körper danach wie geschmiert.
Man darf nur keine Pause machen, dann ist alles vorbei, aber das weiß ich und wenn ich etwas wirklich erledigen will, mache ich einfach durch.
Heute haben K und ich die gesamte alte Pflasterung aufgenommen, jeden Stein einzeln mit einer Stahlbürste geschrubbt und gereinigt und anschließend fein ordentlich auf dem fertigen Pflasterteil gestapelt, damit die Handwerker, die jetzt ja noch mal wiederkommen müssen, das Anschlussstück mit den vorbereiteten Steinen fertig pflastern können.
Auf der Strecke geblieben ist dabei ein Spatenstiel, der hat die Belastung des Aufhebelns der alten Kantensteine nicht ausgehalten, aber zum Glück hatte der Nachbar noch einen Spaten zum Ausleihen, wir konnten also ohne Pause weitermachen.

Jetzt sieht es so aus:

Der örtliche Baumensch berechnet für sein Facharbeiter 65,50€ die Stunde, K und ich haben heute mindestens vier Stunden nonstop Vorarbeiten für die Pflasterarbeiten erledigt, die ja sonst die Facharbeiter hätten machen müssen, wir haben also über 500€ verdient, dafür kann man sich ja schon mal anstrengen.
Beim Spaten Ausleihen habe ich ein wenig mit dem Nachbarn geplaudert, der ja jetzt auch wieder auf die Insel darf, als Zweitwohnungsbesitzer war er fast zwei Monate ausgesperrt. Er ist Arzt und hat auf dem Festland eine Praxis für Allgemeinmedizin und natürlich haben wir uns über das Virus und die Krankheit und Ansteckungen und den behördlichen Umgang damit unterhalten - und waren uns dann sehr einig, dass das alles insgesamt ganz enorm skurril ist und dass die Hoffnung, das Virus mit Nachverfolgungen des Gesundheitsamtes unter Kontrolle zu halten, völlig absurd ist, weil es viel zu viel zu viele Leute gibt, die sich freiwillig niemals melden würden, wenn sie Symptome haben und die auch die Personen, mit denen sie Kontakt hatten, niemals freiwillig nennen würden, denn dann ist man ja schuld, wenn man selber als Virenschleuder identifiziert wird.
Er erzählte, dass er früher in seiner Ausbildung viel für bzw. in Kinderheimen gearbeitet hat und dass das erste, was ihm damals beigebracht wurde, war, dass er das Wort Scharlach aus seinem Diagnosevokabular streichen solle. Wenn, dann hat ein Kind halt eine Halsentzündung und wird entsprechend behandelt, aber Scharlach kommt nicht vor, denn der Behördenzirkus, der durch Scharlach ausgelöst wird, ist so ätzend, das will niemand freiwillig anstoßen.
Ich kann mir das sofort vorstellen und mir ging es grundsätzlich genauso mit Läusen. Läuse sind auch eine meldepflichtige Seuche - und ich habe exakt einmal den Fehler gemacht, das tatsächlich ehrlich zuzugeben. Danach hatten meine Kinder nie mehr Läuse. Ich hatte sie so fest darauf trainiert, dass das Thema Läuse vollkommen und ohne Diskussion niemals außerhalb der Familie vorkommt, dass sie sich aber gleichzeitig bei dem kleinsten verdächtigen Jucken sofort von mir inspizieren lassen, dass wir nachher ein ziemlich gut eingespieltes Familienteam waren. Bei drei Kindern in drei verschiedenen Schulen/Einrichtungen kann man Läuse gar nicht vermeiden - wir hatten nur ein einziges Mal welche, das war mir eine Lehre.
Der Nachbar erzählte dann noch ein paar Anekdötchen aus seiner Praxis und dem Umgang mit den Gesundheitsamt und nach meinen eigenen Erfahrungen mit Behörden glaube ich ihm jedes Wort, es ist insgesamt schon ziemlich ernüchternd.
Vielleicht ist es doch ganz klug, einfach an Mundschutz als neuen Heilsbringer zu glauben, weil, sehr viel mehr bleibt eh nicht als Glaube und Hoffnung, Liebe sollte aus Abstandsgründen vorerst in Quarantäne geschickt werden
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Das Wetter passte exakt zur Wettervorhersage, für die Urlauber, die hier auf der Insel das lange Wochenende genießen wollten, sicher eine herbe Enttäuschung, für uns aber relativ egal, wir hatten alle beide noch sehr viel Home-Office-PC-Telefon-Arbeit zu erledigen, da ist schlechtes Wetter sogar angenehmer als strahlender Sonnenschein.
Gegen Mittag haben wir aber einen Ausflug zur Müllkippe gemacht, ich wollte endlich den im Schuppen gesammelten Elektroschrott loswerden, was auch bestens gelang. Den Kram über lokale Facebookgruppen zu verschenken ist mir entschieden zu mühevoll, das habe ich letztes Jahr durchexerziert, dafür fehlt mir eindeutig die nötige Gelassenheit, um ausreichend Verständnis für die Ansprüche der Zubeschenkenden zu entwickeln.
J hatte Weihnachten seinen kaputten Großraumkoffer noch ein letztes Mal mit nach Borkum geschleppt, um ihn dann hier endgültig versterben zu lassen - für mich nun das ideale Transportmittel, um darin all den gesammelten Kleinschrott-Krempel einzupacken. Der Koffer selber landete anschließend im allgemeinen Sperrmüllcontainer, im Schuppen ist jetzt wieder richtig Platz.
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K hat den örtlichen Baumenschen kommen lassen und ihm aufgebrummt, die Pflasterung noch mal neu und ordentlich zu machen, als er vorgestern die angeblich fertige Pflasterung das erste Mal in echt sah, war er noch unzufriedener als nach den Fotos, so will er das auf keinen Fall akzeptieren, also muss der Baumensch jetzt nachbessern. Wahrscheinlich ist das sinnvoll so.
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Auf dem Rückweg vom Müllplatz haben wir noch einen Zwischenstopp bei Lidl gemacht, dort war es so voll, dass vor der Einkaufswagenrückgabestation eine lange Schlange stand und auf zurückgebrachte Einkaufswagen wartete, denn ohne gibt es keinen Zutritt im Laden. Angeblich sind nur 20% aller Betten belegt, ich glaube, ich möchte nicht erleben, wie das hier abgeht, wenn wirklich wieder alle Kapazitäten belegt sein dürfen, das wird noch ein Spaß.....
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Den Nachmittag habe ich ohne Unterbrechung am PC verbracht, ein paar der in den letzten Wochen immer wieder liegengebliebenen Dinge sind jetzt aufgearbeitet
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K war jetzt seit über 10 Wochen nicht mehr auf der Insel, es gab eine Menge Dinge zu tun, also haben wir uns systematisch ans Werk gemacht. Hier bei uns im und am Haus waren die zu erledigenden Arbeiten noch einigermaßen übersichtlich, der Rasen muss gemäht werden, aber ausgerechnet das ist an einem Feiertag keine passende Arbeit, also haben wir so Kleinkram gemacht und uns einen sehr leckeren Smoothie zusammengeschnibbelt und teilweise durch den Entsafter gejagt. Festes Obst und Gemüse mag ich lieber, wenn es richtig entsaftet ist und die Faserstoffe ausgeworfen werden, weiches Obst wie Pflaumen, Ananas, Nektarinen und Bananen schmeiße ich direkt in den Mixer, aber von Möhren, Äpfeln und Fenchel verwende ich nur den echten Saft. Macht etwas mehr Arbeit, ist vor allem viel zum Saubermachen, schmeckt dafür aber auch wirklich prima.
Dann haben wir die gekauften "Spezialtomaten" zusammengepackt, haben den Fahrradanhänger angeschlossen und sind zum Onkel geradelt. Dort wartete der bestellte Ventilator auf seine Abholung, außerdem hatte der Onkel größere Mengen an Holz für uns, was wir auch abholen sollten. Deshalb hatten wir ja extra den Anhänger am Rad.
Außerdem hatte ich dem Onkel versprochen, dass ich mich um die Ferienwohnung im Haupthaus kümmere und dort vor allem die Küche einmal komplett saubermache und ausmiste. Das habe ich heute dann auch im Wesentlichen geschafft, dafür ist der Müllsack randvoll. Ich bin immer wieder aufs Neue von den Unmengen an Kram fasziniert, den die Onkelfrau überall gehortet hat, ihre Sammel- und Dekowut machte auch vor der Ferienwohnung nicht halt, auch die steckte voll mit niedlichen Gänschen und Entchen und Blümchen und eben all diesen Nüstenkram, der bei mir schon immer bedingungslos im Müll gelandet ist. Unabhängig davon, dass Staubfänger in Ferienwohnungen eh schon eher überflüssig sind, fand ich das Zeug, was sie dort aufgehäuft hat, auch noch grottenscheußlich. Nur so Niedlichkram, gruselig.
Aber nach einem beherzten Durchgang mit einem großen Mülleimer sieht es dort jetzt schon deutlich besser aus.
Jetzt müssen nur noch die Windowcolorbilder ab - und da weiß leider keiner, wie wir das mit einem angemessenen Arbeitseinsatz schaffen sollen, denn die Dinger sind inzwischen mindestens 10, die meisten aber fast 20 Jahre alt und dementsprechend lange Zeit hatten sie, ausgiebig an den Fenster anzutrocknen. Die gehen nicht mehr ab, die weigern sich hartnäckig.
Blöd nur, dass die Windowcolorbilder passend zum Geschmack der Onkelfrau auch derart sagenhaft kitschig, scheusslich und Augenkrebs versuchend gruselig sind, dass einfach dran lassen eben auch keine echte Alternative ist.
Leider sind es auch noch so unendlich viele, dass man sofort depressiv wird, wenn man sich das gesamte Ausmaß des Grauens vollständig klarmacht.
K
Das große Schwein im Flur haben wir bis zu den Oberschenkeln entfernt, dann waren wir völlig k.o. und abgearbeitet, den Kram mit einem Ceranfeldschaber zu bearbeiten ist auch noch sauanstrengend. Und es dauert. An dem Schwein haben wir locker schon eine Stunde gearbeitet, es ist aber immer noch zu mindestens 80% existent.

In der Küche der Ferienwohnung kleben Blumen an den Fenstern, nicht ganz so schrecklich wie das Schwein, aber ich finde, auch Blumen müssen nicht sein. Die 90er sind vorbei und damit gibt es auch für Fensterbilder keinen Grund mehr.
Wir haben inzwischen alles mögliche probiert, Ceranfeldschaber, Fön, Zeitung und warmes Wasser - wirklich sinnvoll funktioniert nichts davon, es ist zum Verzweifeln.
Am Abend fuhren wir ziemlich ermattet nach Hause, morgen geht es weiter, aber für heute sind 10 Zentimeter Schweinebein schon ein guter Erfolg.
Zuhause habe ich dann den neuen Ventilator ausgepackt und installiert. Die modernen Geräte von heute werden ja alle nur noch über eine App gesteuert und müssen dazu vorher ins W-Lan gebracht werden, die Anleitung für dieses Gerät war angenehm verständlich und alles funktionierte auf Anhieb, das macht sehr viel gute Laune.
Das Gerät selber gefällt mir auch sehr gut, ich habe jetzt einen Dyson Pure Hot&Cool und bin aktuell sehr damit zufrieden. Die Steuerung funktioniert tatsächlich so einfach, dass selbst ich es intuitiv begreife, das Gerät kann kalte Luft, warme Luft, saubere Luft und Drehungen und alles vom Telefon aus bedienbar, ist schon prima.
Morgen ist außerdem Müllabfuhr, auch das passt sehr gut, hier standen nämlich schon wieder fünf volle Müllsäcke
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Aber jetzt ist es wieder offen und ich bekam sogar per E-Mail einen Hinweis, dass ich meine reservierte Fähre ab Emden bei Bedarf auch umbuchen könne in eine Fähre ab Eemshaven, was ich natürlich sofort tat.
Die Aussicht, zwei Stunden auf einer vollen Fähre mit Hunderten von anderen Menschen eingesperrt zu sein, behagte mir schon die ganze Zeit nicht, ab Eemshaven dauert die Überfahrt nur eine Stunde, das ist schon mal ein großer Vorteil. Und die Fähre fuhr um 15h, d.h. es war noch mitten am Tag und warm und ich konnte die gesamte Zeit auf dem Oberdeck sitzen, ich war also sehr zufrieden mit der Fährverbindung.

Überhaupt war das Wetter prächtig, fast windstill und das Wasser glatt wie ein Kinderpopo

Die Wellen, die auf dem Bild zu sehen sind, kommen von dem kleinen Motorboot, was da ganz hinten links verschwindet, es war schon recht idyllisch.

Zuhause angekommen war es vorbei mit der Idylle, die Heizung stand auf Störung und ließ sich weder durch Reset noch durch Hoch- und Runterfahren wieder in Gang bringen, es blieb nur der Anruf beim Installateur, der aber zum Glück auch eine halbe Stunde später schon vorbei kam. Der Installateur ist auch Pilot, man kennt sich aus dem Fliegerclub, das macht Notfalleinsätze relativ problemlos möglich.
Was die Heizung hat, ist nicht rauszukriegen, sie zickt schon seit Jahren immer mal wieder. Jetzt läuft sie, was vor allem für das warme Wasser wichtig ist, sonst wäre hier morgen kalt Duschen angesagt.
Nach dem Instandsetzen der Heizung und einem kurzen Informationsaustausch, was hier die letzten Wochen los war (im Wesentlichen nichts), sind wir Einkaufen gefahren, haben was zu Essen gemacht und sind dann noch eine Runde über den Strand gelaufen.
Als die Sonne weg war, sind wir heimgegangen

schon wieder Idylle.
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In Niedersachsen sind die Schutz- und Kontaktvorschriften noch deutlich strenger als in NRW, und hier auf der Insel achten alle ganz besonders darauf, schließlich will keiner die keimenden Knospen der heißbegehrten Wiedereröffnung gefährden und am besten gelingt das, wenn man nach außen sichtbare Zeichen des guten Willens vor sich her trägt, ohne Maske ist man hier also sofort als potentieller Gefährder gebrandmarkt.
Heutzutage ist ein Mundschutz das neue Weihwasser.
Vertrieb man früher den Teufel mit Weihwasser, so hält man heute Corona mit dem Mundschutz in Schach, lustig finde ich dabei, dass der Mundschutz von den Einheimischen nur gegenüber den gefährlichen Badegästen getragen wird und natürlich wird verlangt, dass alle Urlauber sich ebenfalls nur mit Mundschutz in die Öffentlichkeit begeben. Aber natürlich nur die Fremden - ich sach ja, Weihwasser und Teufel.
Als der Installateur heute bei uns die Heizung reparierte, schlackerte der Mundschutz die ganze Zeit entspannt unter seinem Kinn, auch als er sich noch gut eine halbe Stunde mit uns unterhielt, kam das Ding nicht zum Einsatz, wir sind schließlich keine Badegäste. Dafür erzählte er aber mehrere Geschichten, wie er die Badegäste durch sein gutes Vorbild konsequent dazubringt, ebenfalls Mundschutz zu tragen.
Mittlerweile finde ich den verzweifelten Glauben daran, dass so ein durchgesabberter Mundschutz uns alle vor dem Verderben rettet, richtig niedlich, aber selbstverständlich trage ich selber auch so ein Teil, wenn ich in einen Laden gehe, ist schließlich Vorschrift und Teil der neuen Religion.
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Beim Anmelden auf dem Server aus dem holländischen Netz kam heute eine denkwürdige Meldung:

Ich habe es dann drangegeben mit dem Programm weiter zu arbeiten, da hatte wohl jemand Sorge, ich suche nach dem Fuß des Regenbogens, weil die Goldpreise grade auf einem alltime high sind, eine andere Erklärung fällt mir dazu nicht ein.
Als ich es vorhin hier aus dem heimischen Netz probierte, war alles wieder normal, so dass ich auch den Zahlungsverkehr für heute noch erfolgreich abschicken konnte.
Lustiger Fehler
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Der Chef erster Ordnung ist noch viel mehr eingespannt, der hechelt nur mit hängender Zunge von Termin zu Termin, um zwischendurch, wenn er meint, jetzt hätte er mal fünf Minuten Zeit mit mir zu reden, von weiterem, hoch akutem Störfeuer von der Seitenauslinie beschossen zu werden, also entscheide ich manche Dinge eben ganz alleine, auch gut.
Andere Dinge nehme ich zur Kenntnis und verweigere mich hartnäckig, mich aktuell damit auseinanderzusetzen. So nach und nach kommt bei den Mitarbeitern der allgemeine Coronaunmut auf, der nicht wirklich was mit der Arbeit zu tun hat, aber da kann man sich ja auch mal versuchsweise austoben und einige Kollegen schwingen jetzt Reden, die finde ich schon bemerkenswert.
So eine Krise ist eben vor allem auch ein Charaktertest - jetzt zeigt sich bei einigen Menschen nur leider ein sehr seltsamer Charakter und ich staune immer mehr, was sich bei einigen unter der sonst stromlinienförmigen Oberfläche versteckt.
Wenn ich die Situation der Mitarbeiter bei uns in der Firma mal versuche, so objektiv wie möglich zu beschreiben, so bleibt doch als Kurzzusammenfassung: Sie haben schon gewaltiges Glück mit ihrem Job und den allgemeinen Rahmenbedingungen, verglichen mit vielen anderen Angestellten sind sie alle miteinander wirklich privilegiert. Und genau deshalb macht es mich auch sehr böse, wenn sie jetzt ankommen und noch weitere Forderungen stellen.
Eine drohende Arbeitslosigkeit ist genausowenig ein Thema wie Kurzarbeit oder irgendwelche anderen Lohneinbußen. Sie kriegen alle ihr Gehalt mit unveränderter Sicherheit weiter, wobei die Arbeit insgesamt sogar etwas abgenommen hat, weil halt alles zur Zeit ruhiger und damit weniger intensiv abläuft.
Die Büros sind in einem sehr großen, sehr weitläufigen Gebäude, jeder hat ein großes Einzelbüro, auch auf den Gängen kann man sich weiträumig aus dem Weg gehen, es gibt also an keiner Stelle einen unvermeidbaren Kontakt, trotzdem wurde ab Mitte/Ende März für jeden die Möglichkeit geschaffen, im Homeoffice zu arbeiten, was auch aktuell noch jedem freigestellt ist.
Abgeschafft wurde die Zeiterfassung, es arbeiten jetzt also alle auf Vertrauensarbeitszeitbasis - und das sorgt bei einigen doch für größeren Unmut. Da wir keine Umsätze durch Mitarbeiterproduktivität generieren, sondern rein vermögensverwaltend tätig sind, also Immobilien und Kapitalvermögen verwalten, ist eine genaue Zeiterfassung, die irgendwelchen nichtexistenten Kunden gegenüber abgerechnet werden könnte, überflüssig. Wir haben die Zeiterfassung beim Kommen und beim Gehen nur für die Erfassung der Gesamtarbeitszeit, die das Ansammeln von Überstunden ermöglicht, die dann auch wieder abgeglitten werden können, d.h. zusätzliche Gleittage neben dem regulären Urlaub können so rausgearbeitet werden.
Aktuell geht das aber nicht, weil man aktuell keine Überstunden machen kann. Das verärgert einige Mitarbeiter sehr und mich verärgert dieses unangemessene Anspruchsdenken. Statt froh zu sein, einen Job zu haben, der aktuell wirklich alle Vorteile auf einen Schlag in sich vereint, nörgeln sie rum und wollen noch mehr.
Daneben gibt es dann noch den Trupp der Regelüberwacher und -einforderer. Die habe ich bei uns zum Glück durch frühes Zurechtweisen und der klaren Ansage der fehlenden Zuständigkeit einigermaßen gut ausbremsen können, aber im Büro einer Freundin scheinen mehrere Frl. Rottenmeiers auferstanden zu sein und machen der Geschäftsführung das Leben zur Hölle. So erzählte sie, dass sich eine Kollegin sehr darüber aufregt, dass innerhalb des Büros niemand einen Mundschutz trägt und in der Mittagspause palavert sie lautstark in der Küche (natürlich vor einer Gruppe von Kollegen, alle gemeinsam überflüssigerweise in einem Raum, aber sonst kann man ja auch keine Reden schwingen), dass sie es unmöglich findet, dass sich nur sowenige Menschen an die Maskenpflicht halten (btw. im Büro gibt es keine Maskenpflicht, aber man kann es ja mal behaupten und als selbstverständlich nötig einfach so postulieren) und dass sie es noch viel unmöglicher finde, dass auch die Geschäftsführung keinen Mundschutz trägt, von der Geschäftsführung würde sie auf alle Fälle eine Vorbildfunktion erwarten.
Unabhängig von der Frage, wer oder was mit so einem Mundschutz überhaupt geschützt wird, (ich halte die Dinger ja nach wie vor für komplett überbewertet und eine alberne Spielerei, die aber natürlich einen nicht zu verleugnenden psychologischen Mehrwert hat.) finde ich es immer wieder spannend, dass solche Leute in derartigen Krisen zu ganz großer Form auflaufen und wie die Pilze aus dem Boden schießen. Sie waren im Keim immer schon da, nur ohne Krise sieht man sie nicht. Und so fällt es einem wieder ein, das passende Oberwort zu dieser Krise: Charaktertest.
Nie war er so wertvoll wie heute
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530 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Der größte Teil des Tages wurde also heute mal wieder vor dem Aufstehen absolviert. Danach (also nach dem Aufstehen und kurz vor Sonnenuntergang) bin ich dann noch eine Runde spazieren gegangen, K hatte einen Brief fertiggestellt, der eingeworfen werden musste und mit diesem Auftrag habe ich einfach eine etwas größere Runde gedreht und dabei festgestellt, dass ich zur Zeit zu 100% schmerzfrei laufen kann, im Gegenteil, Laufen macht mir sogar Spaß, es passieren ab und zu durchaus seltsame Dinge.
Im Internet gelesen, dass Vorerkrankungen der Lunge gar nicht sooo gefährlich sind bei Covid 19, mit knapp 60% gehören Menschen mit vaskulären Vorerkrankungen zu der weitaus betroffeneren Risikogruppe derer, bei denen eine Infektion zu schweren Verläufen führt. Diese Information habe ich genutzt, um zu prüfen, ob N für seine mündliche Prüfung in 10 Tagen auch schon ausreichend gelernt hat und habe mir deshalb von ihm noch mal ausführlich erklären lassen, was vaskuläre Vorerkrankungen sind.
Ergebnis: Wir nehmen jetzt aktiv ab, das führt nämlich zu einem gesünderen Blutdruck und dann sind wir raus aus den Risikogruppen.
Hossa.
Überhaupt wurde hier schon vor einigen Tagen ein Gesundheitsbeschluss gefasst, mit der Folge, dass Bier des Haushaltes verwiesen wurde, Alkohol überhaupt nur noch zu besonderen Anlässen geduldet wird und ich in der letzten Woche über 2l Smoothie hergestellt habe, weil, mehr gesund geht ja wohl kaum.
Es mag Leute geben, die schmeißen Möhren und Äpfel direkt in den Mixern und verbessern die Flüssigkeit des Smoothies dann durch Wasser oder andere Flüssigkeiten.
Fand ich blöd, ich habe lieber den Entsafter rausgeholt, jage dort dann Möhren, Äpfel und Fenchel durch (ja, Fenchelsaft passt prima, wenn er aus dem richtigen Entsafter kommt), vermatsche dann das weichere Obst wie Bananen, Pfirsiche, Kiwi und Pflaumen im Thermomix, fülle mit dem flüssigen Saft aus dem Entsafter auf, gebe etwas Leinöl und eine Handvoll Weizenkleie, Flohsamen und/oder Mandelpulver dazu - und voilà, ein höchstgesunder und sehr leckerer Smoothie ist fertig und sättigt auch noch ausreichend.
Wir werden sehen, wie schnell wir kerngesund und gertenschlank sind, einen versuch ist es auf alle Fälle wert.
Weitere Aktivität des Tages war die Installation diverser TV-Remote-Apps, weil es angeblich ganz leicht ist, auch ohne Apple TV Mediathekinhalte aufs Fernsehen zu bringen. Aktueller Zwischenstand: Ich bin zu blöd, aber bei mir funktioniert es nicht. Apple TV und Bildschirm teilen ist für mich immer noch die einfachste Variante.
Am Abend haben K und ich uns dann erstmals mit der konkreten Planung unseres künftigen Hauses beschäftigt, also beginnend mit der Frage wie groß soll es werden - Antwort: So maximal groß, wie der Bebauungsplan es für dieses Grundstück zulässt und ich fürchte, wir brauchen ein neues Grundstück. Wir scheiterten schon im Erdgeschoß, weil ich dringend einen angemessen großen Hauswirtschaftraum verlange (Wäsche aufhängen), außerdem eine Speisekammer, die vorzugsweise als begehbarer Kühlschrank konzipiert ist, eine Küche mit Kochinsel und Essplätzen drumherum und einen großen Eingangsbereich, in dem es eine Empfangskaffeeküche gibt, weil ich es hasse, wenn immer alle Leute sofort in meiner richtigen Küche rumstehen. Mit diesen Vorstellungen habe ich schon rund 80qm belegt, wir werden also entweder das Arbeitszimmer zum Wohnzimmer erklären (ist sowieso praktischer, wer braucht eigentlich ein Wohnzimmer und wofür? Was macht man da? Wann hält man sich da auf?) oder eben ein neues Grundstück finden müssen, das eine Gesamtbebauung von 400qm zulässt. Da Grundstücke eklig schwer zu finden sind, werden wir wohl ein Haus ohne Wohnzimmer bauen, mir gefällt das
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