anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 6. Dezember 2020
Saubere Sofaecke und die Freuden des Reichtums
Der Tag startete sehr schwungvoll mit einer grundlegenden Generalreinigung der Schmuddelecke hinterm Sofa.
Ich hatte ja noch mehr Hue Zigbee-kompatibles Zubehör erworben und um das einzubinden, waren umfangreiche Umorganisationsarbeiten notwendig.

Hinterm Sofa ist jetzt alles schick, ich bin selber total überwältigend, so ordentlich und aufgeräumt war es da seit Jahren nicht mehr und die neu gefundene Anordnung der Lampen und Pflanzen und Dekodinger gefällt mir ausnehmend gut. Das ist wirklich ziemlich toll geworden und ich muss im Halbstundentakt da gucken und staunen gehen, weil es so schön ist.

K ließ sich von meinem Schwung anstecken und zerschnitt die Kartons, die in den Riesenpaketen waren, um sie kleingestückelt in die Papiertonne zu befördern, jetzt stehen nur noch größere Mengen an Edelstahlbehältern auf dem Wohnzimmerteppich, weil ich es bei der Zubehörbestellung wohl etwas übertrieben und bis jetzt noch keine Ahnung habe, wo ich das Zeug endgültig verstauen soll.

Ich brauche ein neues Haus.

Als ich zu der Erkenntnis gelangt war, war es Mittag, K musste zum Flugplatz um Interessenten die Maschine, die er gestern noch fit gemacht hatte, vorzuführen und ich fand, es sei Zeit, mal wieder Einkaufen zu gehen.

Morgen werde ich Kuchen backen, habe ich geplant, dazu musste Zubehör erworben werden und außerdem wollte ich noch mehr Zigbee-Steckdosen haben, ich habe da grade so einen Umorganisationslauf.

Und ich wollte noch mehr von diesen Swiffer-Feuchttüchern haben.
Ich bin ja jetzt reich, habe ich beschlossen, und das bedeutet in erster Linie, dass ich keine Sorge mehr habe, zu verarmen, was mich zu einem zweiten Schritt bringt, der darin besteht, plötzlich Geld für Dinge auszugeben, die man auch preiswerter haben könnte, die teurer aber bequemer sind und weil ich jetzt reich bin und Geld raushauen kann, kaufe ich mir jetzt original Swiffer-Feuchttücher und nicht mehr die billigen Nachmacherprodukte aus dem 1-Euro-Shop.
So einen Swiffer-Wischer habe ich schon lange, den gab es mal im Angebot für 9,99€ und den finde ich echt ganz prima, denn da klemmt man einfach ratzfatz so ein wischergroßes Feuchttuch dran und kann mal eben fix was wischen. Kein umständliches Eimerbefüllen vorher, kein Wischmop auswringen, kein Wischwasser entsorgen, einfach gar nix, sondern nur Feuchttuch an Wischer klemmen und loswischen. Sehr komfortabel - aber natürlich auch sehr teuer, denn so ein Wischerfeuchttuch ist ein Einmalprodukt, man kann sich also sehr leicht ausrechnen, wie viel 1 x Wischen kostet, wenn man solche Tücher verwendet. Es gibt die Original-Swiffer-Feuchttücher in einer 12er Box für rund 3€, das heißt aber, dass einmal Wischen 25 Cent kostet und das ist dann ja schon viel, finde ich. Verglichen mit einer nicht berechenbaren Zahl für Kosten des Mehrfachwischers, der in der Anschaffung zwar 25€ gekostet hat, mit dem ich aber bestimmt öfter als 100 mal wischen kann - und schon wird es preiswerter.
Aber jetzt bin ich reich, jetzt kann ich mir auch Einmalwischtücher für 25 Cent leisten - und wenn man mal richtig guckt, wo sie günstig sind, dann findet man sie sogar schon für 1,94€, so viel kosten sie nämlich grade bei Netto im Angebot und das senkt den Preis für 1 x Wischen auf 16 Cent, ich meine, da wird es ja schon fast bezahlbar.

Ich habe mir also heute die Original-Swiffer-Feuchtwischtücher preiswert gerechnet und dann gleich mal 48 Stück gekauft, wahrscheinlich trocknet mir die Hälfte ein, so oft bzw. eben nicht oft, wie ich wische. Aber ich habe sie günstig erworben.
Die Nachmachertücher aus dem 1-Euro-Shop, die taugen auf alle Fälle gar nicht, das habe ich schon ausführlich getestet, die passen nämlich von der Größe nicht, die kann man nur ganz schlecht an dem Swiffer-Stil befestigen. Warum die nicht 5 cm breiter produziert werden, ist nicht zu begreifen, aber ich habe zumindest noch keine passenden Nachmacherprodukte für den Swiffer-Wischer gefunden.

Die Original Swiffer-Tücher dagegen passen natürlich prima, ich habe heute schon das zweite Wischtuch verbraucht (die Ecke hinterm Sofa glänzt jetzt) und mich dabei die ganze Zeit daran gefreut, wie gut es sich anfühlt, reich zu sein und einfach so, ohne Verarmungsproblematik, original Markenprodukte kaufen zu können.

Als ich vom Einkaufen wieder kam, war ich k.o. und Fuß lahm, aktuell tut mein Fuß wieder sehr viel und sehr schnell weh, der Arzt meint aber, das wäre alles völlig normal, war halt gründlich kaputt und das dauert.

Aber deshalb war danach nicht mehr viel los mit mir, ich habe noch Kartoffeln geschält und Reibekuchen zum Abendessen gemacht, bei Lidl gab es Lachs Carpaccio, das passte gut zusammen, danach nur noch Sofa, jetzt Bett
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Freitag, 4. Dezember 2020
Ein glücklicher Tag
Ich habe ein neues Lieblingslied und heute passte es wirklich sehr gut



Heute war wirklich ein richtig schöner Tag.
Und ich finde es eine gute Idee, jede Gelegenheit zum Glücklichsein auch gründlich zu nutzen.

Am Morgen haben wir mein Geburtstagsgeschenk ausgepackt.
Die Kartons waren ja schon von außen riesig, es war allerdings auch wirklich so viel drin. Kaum Verpackungsinhalt, fast nur Inhalt, ich hatte halt viel Zubehör bestellt.



Um das neue Brett samt einer ausgewählten Menge an Schalen sinnvoll in der Küche unterzubringen, musste ich etwas umräumen, das machte aber auch Spaß, die Teeschublade wurde bei der Gelegenheit auch gleich mit entmistet und am Ende war ich nicht nur sehr zufrieden, sondern tatsächlich glücklich. Mir gefällt dieses Schneidebrett mit den drumherum hängenden Schüsseln sehr gut, zur Einweihung habe ich sofort Ratatouille gekocht, da konnte ich gleich live erleben, wie praktisch dieses Brett ist, das ist alles wirklich ganz wunderbar.

Weil ich überlegte, wie ich das organisiere, den Vater zu besuchen, schlug K vor, dass wir mal eben mit der Maschine eines Kumpels nach Leer fliegen könnten, der hatte ihn nämlich gebeten, am Wochenende mal einen Checkflug mit der Maschine zu machen und warum nicht sinnvoll mit praktisch kombinieren.
Wir flogen also spontan nach Leer, ich fuhr mit dem Taxi ins Seniorenheim und K beschäftigte sich noch etwas mit dem Flieger und gab einen Flugplan für den Rückflug auf, denn da zur Zeit schon um 16.15h Sunset ist, kamen wir natürlich ins Dunkle.



Beim Start zum Rückflug nach Münster war noch ein Rest Helligkeit am Horizont zu sehen

als wir eine halbe Stunde später in Münster landeten, war die Sonne dann wirklich fast komplett verschwunden und wir waren froh über die gut beleuchtete Landebahn



Der Vater hat sich sehr über den Besuch gefreut, K hat seinem Kumpel einen Gefallen getan und ich hatte den ganzen Tag gut Laune
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Donnerstag, 3. Dezember 2020
Alle Pakete sind noch im Auto
Schon wieder ein langer Tag, eben erst das Kamerafenster zugeschoben und den letzten Call für heute beendet.

Jetzt bin ich müde, ausgelaugt und möchte am liebsten direkt ins Bett, aber vorher muss ich noch mein Auto ausräumen, das ist nämlich randvoll mit Paketen, die mir heute ins Büro geliefert wurden, die aber so groß und riesig sind, dass ich warte bis K auch zu Hause ist, damit er mit anfassen kann.

Eigentlich hatte ich nur ein Küchenarbeitsbrett bestellt, dafür hatte K mir nämlich einen Gutschein zum Geburtstag geschenkt, weil er Gutschein besser fand als das fertig konfigurierte Schneidebrett, denn es ist tatsächlich schon etwas spezieller.
Und weil der Gutschein so großzügig bemessen war, dass ich auch viel Zubehör dazu kaufen konnte, habe ich auch viel Zubehör dazu gekauft.
Das Ergebnis sind zwei riesengroße Pakete, von denen das eine so groß ist, dass ich schon Sorge hatte, ich könnte es nur mit offenem Verdeck nach Hause transportieren, aber dann passte es doch grade eben so auf den Beifahrersitz mit Dach zu.

Fotos dazu gibt es frühestens morgen, weil die Pakete ja jetzt noch im Auto feststecken, aber ich bin echt gespannt, was da alles so zum Vorschein kommt.

Ach, und meine Lidl-Einkäufe sind auch noch im Auto, da gab es nämlich heute Hue-Lampen. Also, keine echten von Hue, sondern Generika von Ernesto, aber mit Zigbeee-Standard und ich bin sehr sicher, dass die technisch gleichwertig sind, also habe ich davon gleich einen ganzen Schwung gekauft, für 1/3 des Preises der Original-Präparate, fand ich echt akzeptabel. Jetzt habe ich mir das System einmal angeschafft, jetzt kann ich es auch großzügig weiter ausbauen
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Mittwoch, 2. Dezember 2020
Neue Organisationsüberlegungen und die Begründung der Feminismusverweigerung
Langer Dienstag und auch ansonsten unterschied sich der Tag nur marginal von seinem Vorgänger. Ich kontrolliere immer noch Wirtschaftspläne (es gibt halt nicht nur eine Firma bei uns), ich ärgere mich immer noch über die schlechte Vorarbeit, aber ich habe heute beschlossen, für nächstes Jahr wird alles anders.
Ganz grundsätzlich bin ich das nämlich alles schuld, ich meine, dass in den Vorarbeiten so viele Fehler stecken, weil die Menschen, die die Vorarbeiten gemacht haben, nicht persönlich für ihre Fehler verantwortlich sind.
Wenn man weiß, dass ja sowieso noch jemand kommt, der nicht nur immer über alles noch mal drüber guckt, sondern dabei auch gleich alle Fehler ausbügelt und grade zieht, na, dann ist es ja auch nicht so schlimm, wenn vorher noch Fehler drin sind, am Ende ist aber alles weitestgehend fehlerfrei, weshalb sollte man sich da vorher mehr anstrengen, wenn das Endergebnis dasselbe ist.

Und deshalb werde ich mir jetzt eine Organisation ausdenken, wo jeder für seine Fehler selber verantwortlich ist. Mein Plan geht da hin, dass ich die Einzelergebnisse in einer großen, gemeinsamen Runde öffentlich zusammentragen lassen und dass in dieser Runde jeder seine Einzelergebnisse allen vorträgt - und dann wird sofort gemeinsam kontrolliert, ob alle Zahlen plausibel sind und ob alle Plan-Ist-Abweichungen sauber erläutert sind. Dabei muss jeder den Weg erläutern, wo er seine Zahlen herhat und wie er sie errechnet hat und alle anderen müssen diesen Weg nachvollziehen können, sonst ist schon der nicht erklärbare Weg ein Fehler.

Ohhoho, ich male mir das grade aus und ich freue mich schon sehr auf die Umsetzung, ich bin sicher, da kommen ein paar Leute ganz gewaltig ins Schwitzen.


Ansonsten hatte ich heute Abend Spaß in einer TelKo mit vielen Anwälten. Wir besprachen einen Vertrag, es gab eine Ursprungsfassung, die inzwischen von x-Leuten überarbeitet wurde und heute wurde noch mal weiter drin rumgeändert, das war ja der Sinn der TelKo. Am Schluss sagte einer der Anwälte, er würde uns ja gerne eine clean-Version des Vertrages mit dem aktuellen Stand geben, aber dann könnten wir ja nicht mehr erkennen, welche Änderungen heute noch besprochen und aufgenommen worden sind. Er würde deshalb den Vertrag morgen "mal den Damen im Sekretariat geben", die könnten dann eine Vergleichsversion für uns ziehen, das wäre das einfachste.
Ich habe daraufhin erklärt, dass es ja doch ein Vorteil ist, wenn man selber Frau ist, weil man dann auch die rein weiblichen Fähigkeiten, nämlich den Umgang mit dem Computer und dem Wordprogramm, selber beherrscht und auf keine Dame aus dem Sekretariat angewiesen sei, ich hätte deshalb grade drei mal hin und her geklickt und die Vergleichsversion wäre schon fertig, ich könnte die jetzt sofort in den Verteiler geben.

Ich habe wirklich nichts mit Feminismus oder anderem Genderförderkram am Hut, weil ich im Grunde meines Herzens zutiefst davon überzeugt bin, dass ich als Frau ganz selbstverständlich alles kann, was ein Mann auch kann, wenn es sich auf der rein intellektuellen Ebene bewegt. Dass Männer schwerere Gewichte heben können, steht nicht zur Diskussion, denn wann ist das heutzutage noch ein echter Vorteil? Aber bei allen Dingen, wo es nur um Grips im Kopf geht, sehe ich keinen Unterschied, der durch ein Geschlecht vorgegeben ist, deshalb bin ich auch noch nie auf den Gedanken gekommen, dass Männer irgendetwas mehr oder besser können als ich, zumindest nicht, weil sie Mann sind.
Selbstverständlich gibt es Männer, die Dinge besser können als ich, es gibt ja auch Frauen, die Dinge besser können als ich, aber ob der Mensch, der etwas besser kann als ich, nun durch Zufall ein Mann oder eine Frau oder ein Rechtshänder oder ein Linkshänder oder Evangele, Katholik oder Heide ist - das sind doch alles keine kausalen Zusammenhänge.

Und weil ich nicht an diese kausalen Zusammenhänge glaube, sondern diesen ganzen Gender- und sonstigen Diskriminierungskram nur für selbstkonstruierte Erklärungsausreden halte von Leuten, die Korrelation und Kausalität nicht unterscheiden können, aber eine plausible Erklärung brauchen, weshalb das Leben für sie nicht so läuft, wie sie es selber gerne hätten, weil ich also die Begründung "ich bin nicht genommen worden, weil ich eine Frau bin", in den allermeisten Fällen schlicht für die falsche Begründung halte (außer eine Frau wollte katholischer Priester werden oder so was) weil ich hier also rigoros geschlechtslos argumentiere, bin ich ganz sicher kein Kandidat für den Posten einer Frauenrechtlerin.
Aber dieser Möchtegernemännchenanwalt, der "seine Damen" braucht, um niedere Sekretariatsaufgaben erledigen zu lassen, der hat mich dann doch getriggert. Der arme Kerl, eigentlich muss er einem doch zutiefst leid tun, wenn man mal überlegt, wie unselbständig er so durch sein Leben wandert und nur überleben kann, wenn es ausreichend Damen gibt, die all das für ihn erledigen, was er alleine eben nicht auf die Reihe kriegt.
Wofür genau tritt der Feminismus noch mal ein? Dass Frauen ein Recht darauf haben, genau so unselbständig zu sein wie Männer?
Maybe, mir ist das nur zu blöd, ich bin lieber keine feministische Frau, dafür kann ich alles, was Männer können und das, was nur Frauen können, das kann ich natürlich auch.
Wie ungemein praktisch
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Montag, 30. November 2020
Aufräumen, nähen, kochen und arbeiten
Eine Menge Dinge getan, heute. Besuch gehabt, das Haus aufgeräumt, eine Lampe umgebaut, eine andere Lampe aussortiert und noch zwei weitere Lampen in das Hue-System eingebunden.
Außerdem habe ich verschiedene Näharbeiten erledigt und einen großen Berg Akten sortiert.
Für den kompliziertesten Abschluss aus der Reihe der noch offenen Abschlüsse für 2019 alle Zahlen zusammengestellt und einige wichtige Entscheidungen getroffen - der Rest ist jetzt nur noch Technik.

Meinen Westfalenmann glücklich gemacht, weil ich einen Schinkennudelauflauf produziert habe und am Abend einen Film geguckt ohne dabei einzuschlafen.

Insgesamt also ein sehr erfolgreicher Tag, so kann die Woche weitergehen
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Mittwoch, 25. November 2020
Der Bierkasten ist endlich weg
Es gibt ja ab und zu merkwürdige Hinweise, aber bei diesem hier



fiel mir dann nur noch ein lorioteskes "Ach was?" ein.

Aber wo auch immer man letztlich die Wachteleier findet, es war eine gute Idee, heute Abend noch in einen Spezialmarkt in den tiefsten Süden von Münster zu fahren, denn die nahmen tatsächlich diese vermaledeite Holsten Pils Bierkiste, die hier erst einige Monate im Waschkeller im Weg rumstand, die K dann ein paar Wochen in seinem Kofferraum spazierenfuhr, immer in der Hoffnung, mal auf einen Laden zu treffen, der diese seltsamen Pfandflaschen zurücknimmt, die seit einer Woche dann in der Garage rumstand und die ich heute morgen wild entschlossen, sie endlich wo und wie auch immer aber endgültig loszuwerden, in meinen Kofferraum lud - für diese Bierkiste habe ich endlich eine Abnahmestelle gefunden. Von einem Laden, wo die Wachteleier in der Fischabteilung zu finden sind, kann man ja nun auch wirklich erwarten, dass er Hamburger Bierkisten als Pfandflaschen annimmt.

Damit wäre das Problem dann auch gelöst.
Memo to myself: Künftig unbedingt verhindern, dass N hier wieder seltsames Leergut einlagert.

Ansonsten habe ich heute über den Corona-Podcast mit Herrn Drosten gegrinst, weil ich heute erst Zeit hatte, ihn zu hören (ich fuhr ja stundenlag quer durch Münsters Weltgeschichte), aber ich fand es witzig, dass Herr Drosten gestern über genau dasselbe Thema, über das ich mich gestern aufgeregt habe (nämlich wie erratisch und wie unlogisch die Corona-Quarantäne und Nachverfolgungsregeln gehandhabt werden, weil das im Zweifel jedes Gesundheitsamt anders macht) - über genau das Thema hat Herr Drosten auch in seinem Podcast geredet, allerdings hat er sich nicht aufgeregt, sondern hatte, wie es seine Art ist, viel Verständnis dafür, dass die Situation ist wie sie ist und dass es eben nicht leicht ist, das vernünftig zu organisieren.
Ich mag Herrn Drosten ja wirklich, ach was, ich finde ihn toll, und es war vorherzusehen, dass er eine ganz ruhige Erklärung und Zusammenfassung des aktuellen Behördenversagens liefern wird, und natürlich hat er damit recht, denn es sind ja nicht die Behörden, sondern es sind die Politiker, die das zu verantworten haben, weil es denen nicht gelingt, in ihrer wilden Gemengelage aus individuellem Macht- und Imponiergehabe eine pragmatische Lösung für einen einheitlichen Alltagsumgang aller Behörden zu entwickeln, aber es ändert nichts daran, dass es für den einzelnen Bürger zum Kotzen ärgerlich ist, wie das da grade gehandhabt wird - und mich wundert es halt, dass es aus genau diesem Grund nicht schon längst viel mehr Revolte gibt.

Aber vielleicht ist das letztlich auch völlig egal, oder, anders ausgedrückt, ist es mir egal, weil ich für mein eigenes kleinen Privatleben noch immer einen Weg gefunden habe, der zwischen den öffentlichen Vorgaben legal nebenher lief.
Und legal in meiner Definition ist alles, was sich nicht als illegal beweisen lässt.
Wie z.B. die Pflicht, Dinge zu sagen oder zu melden, das geht nämlich nur, wenn man es weiß. Wenn man es nicht weiß, kann man auch nichts dazu sagen - und wie will irgendjemand beweisen, dass ich etwas weiß? Selbst wenn ich es früher mal gewusst habe, habe ich es danach einfach wieder vergessen. Dass genau das eine reale Alltagssituation ist (also Dinge, die man eigentlich weiß, wieder zu vergessen), beweisen Tausende von Schülern regelmäßig in Vokalbeltests, wo sie einfachste Vokabeln plötzlich nicht mehr wissen.
q.e.d.
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Mittwoch, 25. November 2020
Behördenirrsinn
Durch die zunehmende Verseuchung der Republik kenne ich auch zunehmend Leute, die entweder selber verseucht oder nur quarantiert wurden, aber auf alle Fälle irgendwie direkt betroffen sind.
Spoiler vorab: Ich kenne niemanden, der von der Seuche dahingerafft wurde, wenn man mal den 88jährigen Stiefvater eines Arbeitskollegen und die 102jährige Mutter eines entfernten Bekannten nicht als Menschen bezeichnet, die ich kenne.
Ich kenne ein paar Menschen, die selber infiziert waren, manche hatten kaum Symptome, andere sagten, es wäre schon arg übel gewesen, aber keiner von denen leidet an nachlaufenden Spätfolgen, wenn ich also die Menschen in meinem analogen Umfeld als Referenz nehme, dann ist es bisher noch immer gut gegangen.
Ich bin jetzt weit davon entfernt, auch nur im Geringsten die Dramatik dieser Infektion herunterspielen zu wollen oder gar quergedacht zu verleugnen, echt nicht. Ich bin ziemlich sicher, dass das alles gar nicht lustig ist, wenn man Pech hat und eben zu den Unglücksraben zählt, die sich nicht nur infizieren, sondern eben auch einen schweren Verlauf bekommen. Da ich mit meiner COPD auch ganz ausdrücklich keinen Bedarf an einer weiteren Lungenerkrankung habe, versuche ich mich so weit es geht von allen theoretisch denkbaren Infektionsquellen fernzuhalten, wobei ich es ja schon ein paarmal hier erwähnt habe, dass es mir sehr recht ist, wenn ich mit dieser Ausrede als Aushängeschild jetzt wirklich allen Menschen aus dem Weg gehen kann.

Ganz persönlich profitiere ich also von der Pandemie bisher, weil die generellen Einschränkungen meinen Neigungen entgegenkommen und ich an keiner Stelle extra Erschwernisse ertragen muss.
Mein Job ist sicher, ich wohne in großzügigen, räumlichen Verhältnissen mit Garten und mit einem separaten Arbeitszimmer mit allem, was ein gutes Arbeitszimmer an Komfort bieten sollte, ich habe keinerlei finanzielle Probleme, ich habe keine schulpflichtigen Kinder und kein Hobby, was mir jetzt grade verboten wird.
Mir geht es also rundum gut, aber vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich so entspannt, aber gleichzeitig auch fasziniert auf das Geschehen um mich herum blicke und mich frage, warum da nicht schon längst viel mehr eskaliert ist als nur die paar wildgewordenen Querdenker mit anthroposophisch oder esotherischem Nazivolk vermischt, die zwar viel Gebrüll veranstalten, aber unterm Strich ja nun auch nicht wirklich ernstgenommen werden müssen, dazu sind es absolut schlicht zu wenige.

Nein, ich frage mich, warum sich nicht viel mehr ganz normale Leute gegen die unbestritten wirklich komplett schwachsinnigen, unlogischen, überhaupt nicht verständlichen und offensichtlich völlig erratischen und nicht kontrollierbaren Vorschriften und Anweisungen der mittlerweile überwiegend heillos überforderten Gesundheitsämter wehren.

Von dem was ich mitbekommen habe - und meine Informationen beziehe ich aus Erzählungen von Betroffenen, die ich persönlich kenne und aus Berichten von Betroffenen aus dem Netz, die - natürlich - aus meiner Filterblase stammen, die sich aber analog und virtuell berichtet erstaunlich gleichen, von dem also, was ich mitbekomme, wie sich das Gesundheitsamt verhält, wenn man ihm in die Fänge gerät, ist nichts dabei, was ich auch nur ansatzweise positiv finde.

Die Quarantäneverurteilungen sind oft unvollständig, von seltsamen Meldeadressen abhängig, an denen wiederum selbst definierte Haushalte leben können oder eben auch nicht, was nachher alles nichts mehr mit realer Ansteckungsmöglichkeit zu tun hat und sie treffen auch Leute, die schon selber infiziert waren und damit nur mit einer verschwindend geringen Möglichkeit erneut selber zur Virenschleuder werden können.
Grade die letzte Gruppe wird ja nun mit steigender Durchseuchung auch immer größer - und da bin ich sehr gespannt, wann die "Geheilten", die jetzt trotzdem immer noch wieder erneut in Quarantäne geschickt werden, wann die aufbegehren und sich weigern.

Es bleibt spannend
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Dienstag, 24. November 2020
Seuche im Süden
Wenn man sich die deutschlandweite Coronadurchseuchungskarte ansieht, dann bemerkt man ein sehr deutliches Nord-Süd-Gefälle, wobei die Verseuchung in den letzten Wochen auch immer weiter hoch in Richtung Norden wanderte.
Während der Pandemie habe ich mich wenn überhaupt, dann fast ausschließlich zwischen Westfalen und Niedersachsen bewegt und habe keine spür- oder sichtbaren Unterschiede bemerkt zwischen den Hygienekonzepten der Einkaufsläden und auch keine Unterschiede im Verhalten der Menschen allgemein.
Die meisten Menschen hielten Abstand, in den Läden waren überall große Mengen an Abstandsmarkierungen auf den Böden verklebt, jeder hielt sich an die Vorschriften (z.B. Betreten eines Laden nur mit Einkaufswagen und Maske) und eigentlich trug auch jeder überall Maske, in den letzten 2-3 Wochen auch schon auf dem Parkplatz.
Und obwohl die Vorschriften in NRW sicherlich anders waren als in Niedersachsen, ist mir das nicht aufgefallen, auf mich wirkte alles sehr ähnlich. Ich gebe aber zu, dass ich mich auch nicht ausführlich mit den Detail-Vorschriften beschäftigt habe, da ich keinen Bedarf an sonstigen sozialen Kontakten habe und mich im Wesentlichen nur zum Einkaufen außerhalb des Hauses aufgehalten habe.

Wir hatten heute einen Termin in Moers und sind deshalb nicht nur 150km Richtung Süden gefahren, sondern haben dabei auch den Aldiäquator überquert und das (interne) Bundesland gewechselt, d.h. wir haben Westfalen und Aldi-Nord verlassen und sind ins Rheinland zu Aldi-Süd gefahren.
Spannendes Erlebnis.
Natürlich mussten wir bei Aldi-Süd einkaufen gehen, bis vor 12,5 Jahren war das mein Leib und Magen Einkaufsladen und ich habe es sehr vermisst als ich in Norden ging. Inzwischen habe ich mich eingewöhnt und habe, was den Hausdealer angeht, Aldi-Süd gegen Lidl getauscht. Aldi-Nord war kein adäquater Ersatz.
Aber wenn ich denn mal auf Besuch im Süden bin, dann ist ein Abstecher zu Aldi-Süd ein fester Programmpunkt.
Deshalb waren wir dort heute Einkaufen - und huiiii, was für ein Unterschied.
Dabei meine ich gar nicht mehr das Sortiment, das ist mir inzwischen so fremd wie es früher das Sortiment von Lidl war, aber die Unterschiede im gelebten und umgesetzten Hygienekonzept, die waren schon spannend.
Sozusagen keine aufgeklebten Abstandsbalken (2-3 vor den Kassen, mehr nicht), die Hälfte der Kunden ohne Einkaufswagen (wir hatten zwei, weil wir so intensiv auf das Konzept pro Kunde ein Wagen konditioniert sind) und Abstand war auch nichts, wo drauf irgendjemand besonderen Wert legte. Die Leute trugen zwar Masken, aber auch das teilweise nur sehr nachlässig. So echte Nasenpimmel habe ich hier im Norden in den letzten Wochen gar nicht mehr gesehen, hier geht alles sorgfältig und ordentlich zu.
Hier ist halt Norden und Westfalen.

Und irgendwie fühlte sich dieser Ausflug in den wilden Süden an wie eine Erklärung für die sichtbar unterschiedliche Seuchenausbreitung im Land.
Tja
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Sonntag, 22. November 2020
Wolkenperspektiven und unberührte Sanddünen
Wieder zurück auf dem Festland und zum Glück war das Wetter fliegbar.
Gestern wäre Fliegen völlig ausgeschlossen gewesen, so dass wir schon über eine deutlich unbequemere Rückreisevariante als Plan B nachdachten, denn morgen sind unaufschiebbare Termine und wir mussten deshalb unbedingt heute wieder zurück. Aber es hat dann doch alles problemlos geklappt, wir haben sogar einen neuen Geschwindigkeitsrekord von Haustür zu Haustür aufgestellt, 1:28h, so schnell waren wir noch nie.
Unterwegs bot das Wetter ein paar eigenwillige Wolkenformationen zum Bestaunen, aber wie häufig sind besonders beeindruckende Ansichten nur eine Frage der Perspektive.



Rechts ging die Sonne unter und lieferte ein spektakuläres Schauspiel, nach gradeaus sah die Wolkenwand dagegen nur finster und bedrohlich aus, aber das war alles kurz vor der Landung, so dass wir da nicht mehr durch mussten, sondern einfach nach unten zum Landen runtergingen.

Gegen Mittag bin ich noch mal kurz mit N zum Onkel gefahren, es gab ein paar Müllsäcke zu packen und zwei Stockwerke runterzuschleppen und Muttermale zu begucken. Ist schon praktisch so einen vielseitig verwendbaren Arzt im Haus zu haben, der nicht nur Müllsäcke tragen, sondern auch die Entfernung von Muttermalen organisieren kann.

Weil die Sonne schien und das Wetter verglichen mit gestern gut Laune machte, sind wir am Strand lang gefahren und während ich anhielt, um die langen, weiten und wie urtümlich wirkenden Sandflächen, die gestern von Sturm und Regen zusammengeweht und glattpoliert worden waren, zu fotografieren,


frönte N dem alten Traum aller Kinder: Als erster über unberührte Oberflächen laufen und alles mit den eigenen Spuren markieren.


Insgesamt war es ein wunderschönes Wochenende, jetzt bin ich allerdings so müde, dass ich plane, schon vor 20h im Bett zu liegen.

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Samstag, 21. November 2020
Aufräumsamstag
Kurzzusammenfassung des Tages: geputzt, aufgeräumt, aussortiert, gekocht, gegessen - müde.

Die Türen wurden heute noch luftdicht eingeschäumt, jetzt zieht es auch nicht mehr rechts und links durch die Ritzen, aber die vollständige Verkleidung für außen rum, die gibt es erst nächstes Jahr, wenn der Schreiner noch mal wiederkommt und dann auch die neuen Fenster einbaut.

In dem Zusammenhang (er kommt im Januar noch mal und baut neue Fenster ein) habe ich heute dann noch stand by entschieden, dass auch der Abstellraum ein richtiges Fenster bekommen soll. Bisher gibt es dort Glasbausteine, von denen ich einen schräg stellen kann zum Lüften, das fliegt jetzt alles raus und dafür wird ein richtiges Fenster eingebaut, der Schreiner meint, das sei eine gute Idee, denn damit verschwindet auch die Kältebrücke in dem Raum, die immer wieder für Schimmelprobleme gesorgt hat.

Zum Abendessen gab es Gambas al ajillo, gefüllte Blätterteighäppchen, Salat und Baguette, alles sehr lecker, jetzt hat K den Ofen angeworfen und wir werden ein bisschen chillen
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