Habe ich nämlich heute morgen nicht gemacht.
Was dazu führte, dass ich mir heute am frühen Nachmittag, zwischen zwei Terminen, die eben leider beide nicht im heimischen Büro stattfanden, ein zweites Paar Schuhe (flach!) kaufen musste, um überhaupt noch eine reelle Chance zu haben, zu dem zweiten Termin, der, so wie der erste heute zufällig auch mitten in der Innenstadt stattfand, um also dort überhaupt noch selbstständig laufend eintreffen zu können.
Termine in der Innenstadt, außerhalb der Reichweite von vor der Haustür liegenden Parkplätzen, sind des Teufels. - Zumindest wenn man hochhackige Pumps anhat und damit dann kilometerweit über das schicke Münsteraner Kopfsteinpflaster schweben soll.
Wenn es dann noch Temperaturen so um die 30°C hat, die die Schuhe auch eher kleiner werden lassen (oder die Füße dicker, einen Blickwinkel, den ich aber aus ästhetischen Gründen streng ablehne), dann geht erst recht gar nichts mehr in der Kombination von Pumps und Laufen.
Das war heute also ein fußharter Tag, aber immerhin habe ich ein neues Paar Schuhe, so gesehen, dann auch wieder nicht schlecht
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Nach seiner Meinung, kann man Mathematik nur "plötzlich verstehen", dann hat es aber auch dauerhaft "klick" gemacht, weshalb er der Meinung ist, dass die klassische Nachhilfe, in der der Schüler nur immer wieder und wieder "durch die Mathematikaufgaben geführt" wird, zu nichts führt, außer dazu, dass der Schüler dann weiß, was er "sehen" soll, ohne es wirklich selber zu sehen.
Ob das mit der Mathematik und dem Mathematikverständnis wirklich so ist, lasse ich einfach dahingestellt. Für mich funktioniert Mathematik nämlich noch mal anders: Für mich haben Zahlen Farben und wenn ich eine Statistik oder eine lange Zahlenreihe sehe, dann habe ich zur Verzweiflung aller Menschen, die um mich herum arbeiten, eine extrem hohe Trefferquote beim Entdecken von Fehlern. Ich sehe einer Zahl einfach an, dass sie da nicht hinpasst, sie hat eine "falsche Farbe" - besser kann ich nicht begründen, warum ich so auffällig treffsicher und vor allem so schnell aus allen möglichen Zahlenwerken immer genau die Zahlen rauspicke, die verkehrt sind.
Dieser individuelle Umgang mit Zahlen setzt sich bei mir dann natürlich auch beim Rechnen fort, d.h. meine "Rechenwege" passieren zu mindestens 50% im Bauch. Ich weiß nicht, wie ich auf das Ergebnis komme, aber ich weiß, dass nur dieses Ergebnis richtig sein kann.
Das führte in der Schule früher häufig zu Punktabzug, weil die Lehrer darauf bestanden, dass ich meinen Rechenweg dokumentiere, was ich aber grade nicht konnte. Ich wusste nur was rauskommt, woher ich das wusste, konnte ich aber nicht sagen.
Davon abgesehen habe ich in der Schule immer nur dann Probleme mit Mathematik gehabt, wenn es nicht um Zahlen ging, sondern um Zeichnen. Das Wort "Geometrie" löst bei mir bis heute reflexartige Fluchtgedanken aus. In der Geometrie sind meine ansonsten farbigen Zahlen entzaubert, verkümmert und einheitlich grau. Da wirken andere Kräfte, die ich bis heute nicht begreifen kann.
Auch Physik und Chemie sind für mich Wissenschaftsbereiche, die sich meinem Verständnis entziehen, aber vielleicht passt hier dann auch der Vergleich von Herrn Klinge wieder: Ich sehe die Logik dahinter einfach (noch?) nicht.
Was das von Herrn Klinge gezeichnete Bild angeht, habe ich tatsächlich sehr lange da drauf starren müssen, absolut sogar länger als es meine üblicherweise nur sehr gering ausgeprägte Frustrationstoleranz sonst erlaubt, aber weil ich das Bild in meiner Verzweiflung auch mal ausgedruckt hatte, (denn ich habe einfach nichts Sinnvolles darauf erkannt), und es dann meinem Westfalenmann gezeigt habe, der (als echter Westfale) eine bewunderswerte Hartnäckigkeit im auf Dinge starren hat, deshalb habe ich insgesamt auch länger auf dieses Bild gestarrt als ich es sonst ohne Wutanfall und Bildzerstörung ausgehalten hätte - und plötzlich machte es "klick".
Es war wirklich ein extrem plötzchlicher "Ich sehe es" Moment, so etwas habe ich ansonsten noch nie erlebt (wahrscheinlich, weil ich sonst auch nie die Geduld habe, darauf zu warten), aber ich kann bestätigen: Auf dem Bild in dem Beitrag von Herrn Klinge ist tatsächlich etwas Sinnvolles zu erkennen und wenn man es einmal gesehen, dann sieht man es für immer. Und vor allem ist man sich im selben Moment ganz sicher, dass man das richtige sieht, da gibt es keine "Deutungsspielräume". Jeder kennt es im übrigen, es ist nichts Geheimnisvolles, keine Landschaft mit irgendwelchen Schluchten oder Abgründen, nichts Abstraktes, nichts Besonderes, sondern etwas völlig "Alltägliches". Im Grunde ist es ein Foto, in dem die Kontraste extrem überschärft wurden, der Kopf muss einfach nur wissen, was er sehen soll - dann sieht man es für immer und es fällt einem sogar schwer, die seltsamen schwarzweißen Muster, die man vorher gesehen hat, jetzt noch wahrzunehmen.
Ich weiß natürlich, dass es sich wahrscheinlich um ein Bild handelt, was schon einunddrölfzig Mal durchs Internet geschleift wurde, ich kannte es aber bis
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Früher hätte es mich extrem kribbelig gemacht, wenn ich in einem von mir selbst geschriebenen Text im Nachhinein noch Fehler entdeckt hätte. Dann hätte ich alles mögliche unternommen, um die noch nachträglich zu korrigieren, niemals hätte ich einfach achselzuckend darüber hinweg lesen können.
Gleichzeitig habe ich bei bestimmten Rechtschreibregeln, die sich im Rahmen der ersten und zweiten Rechtschreibreform neu ergeben haben, inzwischen aber auch kapituliert, weil ich eingesehen habe, dass ich die in diesem Leben wohl nicht mehr mit gutem Gefühl fehlerfrei werde anwenden können. Bei Groß- oder Kleinschreibung bin ich beispielsweise sehr häufig sehr unsicher, genauso wie bei der Frage nach "getrennt oder zusammen geschrieben" und manche Änderungen kann ich mir auch einfach nicht merken.
Die dadurch sowieso latent vorhandene Fehlermachgefahr, kombiniert mit der AutoKorrektur moderner, digitaler Geräte und eben seit einiger Zeit auch dieser Diktierfunktion, ergibt eine äußerst entspannte “ istmireigentlichvölligegal – Haltung“, die ich mir selber niemals never je zugetraut hätte.
Aber je mehr ich mich daran gewöhne, Texte mit Fehlern einfach unkorrigiert stehen zu lassen, (o. k., nur im Privatbereich, beruflich ist das etwas komplett anderes), umso kritischer beginne ich diese Gewöhnung nunmehr selber zu beobachten.
Ganz sicher bin ich mir nämlich nicht, ob das nicht die ersten, gefährlichen Anzeichen einer beginnenden Vergreisung sein könnten.
Spätestens wenn ich demnächst nur noch jeden zweiten Tag dusche, weil ich es nicht mehr so wichtig finde, sollte ich mir darüber wohl ernsthaft Gedanken machen
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Dass in einer Unistadt wie Münster an einem Wochentag abends die Kneipe voll ist mit jungen Menschen, das fände ich nicht weiter verwunderlich, aber hier waren keine jungen, sondern wirklich nur sehr alte Menschen, und auch überwiegend nur Männer.
Als ich gegen 22:00 Uhr nach Hause ging, saßen viele von ihnen immer noch dort wo sie schon saßen als ich um 18h kam. Einige am Tresen, aber die meisten in Gruppen zu dritt oder viert um Tische herum, tranken Bier und schwiegen sich an.
Westfalen sind ja von Hause aus keine echten Plaudertaschen, aber in dieser Kneipe fällt das noch mal extra deutlich auf. 40-50 Menschen in einem Raum und es ist für eine Kneipe außergewöhnlich leise.
Dafür haben sie Sitzfleisch, wirklich beeindruckend.
Draußen vor der Kneipe, auf dem Prinzipalmarkt, war die Stadt dafür wie leer gefegt. Kaum eine Seele unterwegs und mir war schon fast unheimlich, so alleine durch die leeren Gassen gehen zu müssen.
Ich bin ja nun ausdrücklich kein Stadtmensch und vielleicht empfinde ich nur deshalb die Stimmung, die in einer Stadt herrscht, als so ungewöhnlich und bedrückend. Aber jedes Mal, wenn ich mal wieder ein paar Stunden in der Stadt verbracht habe, bin ich froh, wenn ich wieder zu Hause bin.
Wenn ich schon schweigend vor einem Bier sitzen möchte, finde ich das zu Hause doch deutlich gemütlicher
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Und die einen sind im DunkelnWir wollten zu einem Einkaufsladen fahren, der auf der anderen Seite von Münster liegt und weil so schönes Wetter war, sind wir natürlich mit dem offenen Cabrio gefahren, als K. auf die Idee kam, wir könnten doch noch ein paar Schlenker extra fahren und mich durch so ein Nobelwohnviertel von Münster lotste.
und die anderen sind im Licht,
doch man sieht nur die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht.
Ich kannte die Gegend nur aus der Zeitung, war da selber aber noch nie gewesen. Sehr enge Straßen, rechts und links komplett mit Autos zugeparkt und dahinter eine Stadtvilla neben der anderen. Von den Immobilienpreisen her wusste ich, dass hier nur Leute mit Geld wohnen können, zwar keine Hollywoodpromis, aber gehobener Mittelstand. Wer in Häusern wohnt, die bei 500 T€ losgehen (die älteren) hat auf alle Fälle genug Geld, um sich nur dadurch von "den anderen Leuten" abzugrenzen.
Es mag ein Kindheitstrauma sein, ich bin schließlich in genau so einer Gegend großgeworden, dem Millionärsvorort von Düsseldorf, nur gehörte ich damals nie dazu - und habe es wohl bis heute nicht gelernt, mich in solchen Gegenden heimisch, oder wenigstens "neutral" zu fühlen.
Denn im Gegenteil, nachdem ich 300m in dieses Stadtvillenviertel reingefahren war, merkte ich, wie ich anfing zu schwitzen, wie mein Herz raste und ich mich mit Macht darauf konzentrieren musste, nicht einfach loszuheulen oder in einer Panikattacke zu einem Amokfahrer zu werden, der ohne Rücksicht auf Verluste einfach nur mit Vollgas da wieder rauspreschte. - Ich habe mich in dieser Gegend so unwohl gefühlt, wie seit Jahren nicht mehr.
Dabei könnte ich heute dazugehören, ich habe ein schickes Auto und trage schon lange keine selbstgenähten Jeans mehr - aber ich gehöre nicht dazu, denn ich will nicht dazugehören, nie und niemals, nicht in diese besseren Kreise, nicht zu dieser gehobenen Gesellschaftsschicht, nicht zu diesen Lichtgestalten.
Wer im Licht steht, wird gesehen, muss sich "verhalten", wird bewertet, beredet, begutachtet.
Ist gefangen in diesem Lichtkäfig der Ausstellungen.
Mir geht es gut in meiner dunklen Ecke, nicht gesehen werden ist wunderbar, bloß keine Aufmerksamkeiten, dafür Freiheit und keine Regeln.
Jetzt muss ich nur noch lernen, nicht jedes Mal in Panik zu verfallen, wenn ich diesen Lichtgestalten zu nahe komme
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Mit "sozialunverträglich" habe ich aber endlich ein Wort für meine eigene Unzulänglichkeit im Umgang mit Menschen gefunden, ein Verhalten, das ich bisher immer nur leicht hilflos mit "antisozial" versucht habe zu beschreiben. "Asozial" ist mit zu vielen anderen Bildern konnotiert, obwohl ich finde, rein sprachlich würde es sonst auch sehr gut passen, denn meine mangelnde Sozialverträglichkeit liegt eindeutig daran, dass ich eine hochgradige Gruppenabneigung habe und mich deshalb schon fast reflexhaft absondere, wenn sich irgendwo eine Gruppenbildung nur andeutet.
Das scheint bei mir ein angeborener Defekt zu sein, denn ich war auch als Kind schon "gruppeninkompatibel".
Zwar ist der offizielle Grund, dass ich nie in einen Kindergarten gegangen bin, der, dass ich in einem mehrheitlich katholischen Dorf am Niederrhein aufgewachsen bin und der einzige Kindergarten des Dorfes eben ein katholischer Kindergarten war und die nahmen keine Ketzer, aber tatsächlich wäre ich wohl auch in einem Kindergarten schon negativ aufgefallen, denn zu den klassischen Gruppenspielen und all diesem Ringelpietz mit Anfassen, was in Kindergärten ja sehr ausgiebig stattfindet, hatte ich schon immer eine eher distanzierte Haltung, um nicht zu sagen, ich habe so etwas in der Regel rundweg abgelehnt.
Zum Glück bin ich so alt, dass ich noch in eine Schule gehen konnte, in der "Gruppenarbeit" zwar schon ab und zu vorkam, aber noch nicht zum zentralen pädagogischen Zwangskonzept gehörte, so dass ich die Gruppenarbeitsaufgaben stets dadurch erfolgreich bewältigen konnte, dass ich dafür sorgte, dass möglichst die schwächsten, widerspruchslosesten oder angepasstesten Mitschüler in meiner Gruppe waren, die mich erfreut die gestellte Aufgabe alleine erledigen ließen, um dann (meistens sogar als "erster fertig") ein völlig akzeptables Resultat als "Gruppenergebnis" präsentieren zu können.
Ich würde sagen, eine meiner ausgeprägtesten Eigenschaften ist akute Faulheit. Ich finde fast alle Aktivitäten anstrengend und bin deshalb dauerhaft damit beschäftigt, mir Effizienzsteigerungen (in allen Bereichen des Lebens) zu überlegen, um, wenn ich mich schon "bewege", jede Art von Action wenigstens so produktiv wie möglich zu machen.
Einer meiner Standardsätze dazu lautet deshalb auch: "Wenn ich etwas mache, kann ich es doch auch gleich richtig machen, macht auch nicht mehr Mühe als es falsch zu machen."
Wobei ich gleichzeitig überzeugter Anhänger des Pareto-Prinzips bin.
Logisch, dass das nicht sozial verträglich ist, denn es bleiben unweigerlich die auf der Strecke, die langsamer sind, weniger effizient oder insgesamt ein deutlich geringeres Kapazitätslevel mitbringen. Ich persönlich finde das überhaupt nicht schlimm, denn so ergibt sich eine natürlich sortierte Reihenfolge, in der jeder seinen Platz hat, aber auch jeder weiß, wo er steht, wenn diese Reihenfolge leistungsgeprägt ist. Ich selber muss dabei gar nicht vorne stehen, ganz im Gegenteil, ich bin mit großer Begeisterung einfach nur "Crewmitglied", wenn ausreichend "Anführer" dabei sind, die mir leistungstechnisch überlegen sind. Anführer, die mir leistungstechnisch nicht überlegen sind, haben es allerdings schwer mit mir....
Was ich dagegen überhaupt nicht leiden kann, ist ein unsortierter Haufen von Leuten, in dem alle wild rumwuseln, keiner genau weiß, was er zu tun hat, aber alle gleichermaßen wichtig sind, weshalb jeder in eine ihm genehme Richtung läuft, wobei er gleichzeitig sehr darauf achtet, sich bloß nicht von der Gruppe zu entfernen, denn ohne die Gruppe ist der einzelne nichts. Der Hauptzweck solcher Gruppen besteht darin, Lebenszweck für Menschen zu sein, die ihre persönliche Daseinsberechtigung aus ihrer Gruppenmitgliedschaft ableiten, l'art pour l'art also, oder eben die Gruppe um der Gruppe willen. In solchen Gruppen läuft man natürlich ständig Gefahr, irgendetwas falsch zu machen oder jemandem auf die Füße zu treten. Genaugenommen treten sich in diesen dicht gedrängten Sozialhaufen die Leute ständig gegenseitig auf die Füße, aber dafür gibt es dann Gruppentherapien, wo man nicht nur lernt, so etwas auszuhalten, sondern sich sogar besonders stark, wichtig und damit glücklich fühlt, je intensiver man dieses dauernde Getrete und Geschubse als Chance für das eigene Wachstum wahrnimmt.
Ich persönlich trete ungern jemand anderem auf die Füße, ich mag es aber auch nicht, wenn ich selber getreten werde. Ich habe aber auch keine Lust auf eine Gruppentherapie, um diese Abneigung zu überwinden, ich finde es am allereinfachsten, wenn einfach jeder so viel Abstand hält, dass man gar nicht erst Gefahr läuft, sich gegenseitig zu treten.
Und ich finde auch nicht, dass alle Leute gleich sein sollen, gleich wertvoll, gleich wichtig, gleich gerichtet.... Ich finde, es gibt ganz natürliche Unterschiede zwischen den Menschen, der eine kann schneller laufen, der andere schneller denken, wieder ein anderer hat mehr Kraft und noch ein anderer mehr Empathie. Der eine ist schön, der andere hässlich, der eine gesund, der andere krank. Jeder kann irgendwas gut und irgendwas nicht so gut, der eine hat mehr und der andere weniger, das ist nichts besonderes und auch nichts schlimmes. Es ist aber natürlich auch nicht gerecht, denn die individuellen Fähigkeiten, die der einzelne hat oder eben nicht hat, die sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern willkürlich. Deshalb gibt es Leute, die haben ganz viele nützliche Eigenschaften und andere haben deutlich zu wenige. Das mag man gemein finden, nur wirklich ändern kann man es nicht.
Aber man kann sich natürlich mit Umverteilung beschäftigen und fordern, dass der, der schneller laufen kann als die anderen, zum Ausgleich immer noch welche ziehen muss, die gar nicht laufen können - doch wie lange soll das gut gehen? Das klappt doch nur, wenn der schnelle Läufer auch etwas dafür bekommt, dass er die anderen zieht. Dafür muss er etwas bekommen, das er auch gerne haben möchte, etwas was ihm fehlt, etwas für das er bereits ist, sich deutlich mehr anzustrengen als nötig, denn "nötig" wäre ja nur das langsame Durchschnittstempo, was er, wenn er alleine läuft, quasi im Leerlauf erreicht.
Hier ist es jetzt von großem Vorteil, wenn der schnelle Läufer ein geborener "Gruppenmensch" ist und gleichzeitig Spaß am Laufen hat. Dann möchte er gerne schnell laufen, einfach weil es ihm Spaß macht, weil er aber dann sofort den Kontakt zur Gruppe verlieren würde, ist er quasi von alleine ausgebremst. Ihm bleibt im Grunde also gar nichts anderes übrig, als andere zu ziehen, wenn er wenigstens ein bisschen laufen will. Er bekommt also den für ihn lebensnotwendigen, intensiven Gruppenkontakt, wenn er andere zieht.
Dieser Mensch ist damit definitionstechnisch extrem sozialverträglich.
Ich bin schon deshalb nicht sozialverträglich, weil ich üblicherweise viel zu faul bin - und weil ich der festen Überzeugung bin: "Gruppen gibt es überall, denn mehr als eins ist eine Gruppe." Bin ich durch Zufall in einer (größeren) Gruppe gelandet, in der alle langsam laufen, dann versuche ich sicherlich erst mal, alle dazu zu bewegen, dass man gemeinsam schneller läuft, denn dann ist man eher am Ziel und kann sich länger ausruhen. Sollten aber jetzt einzelne dabei sein, die einfach nicht mitkommen, dann würde ich kurzerhand "meine Gruppe" neu definieren und nur mit denjenigen weiterlaufen, die das Tempo auch halten können. Hierfür brauche ich tatsächlich nur eine Person, denn das ist die am einfachsten zu findende Gruppe: Eine Person, die optimalerweise grade genau meine Laufstärke hat, mit der kann ich am allerbesten und unfallfreisten nebeneinander genausogut wie hintereinander laufen, ohne dass wir uns dabei selber auf die Füße treten.
Wir wären dann eben eher im Ziel und könnten uns schon in die Sonne legen und auf die Nachzügler warten - aber andere ziehen, nur damit wir alle gleichzeitig ankommen? Nein, sorry, dafür fehlt es mir tatsächlich an Gemeinsinn, oder anders ausgedrückt: Ich bin halt sozialunverträglich und funktioniere nur in kleinen Zweiergruppen
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Die Idee als solches ist schon so bescheuert, dass man eigentlich nur noch kichern kann, wenn man sich den Aufstand vorstellt, den viele Passagiere deswegen jetzt veranstalten werden. Wer packt schon freiwillig seinen Laptop, auf dem ja oft auch wichtige oder sensible Daten gespeichert sind, in einen Koffer und gibt ihn auf? Allein am Wort erkennt man ja schon, dass das keine gute Idee ist: "Aufgeben" - von welch tiefer Verzweiflung muss ich getrieben sein, wenn ich meinen Laptop aufgebe. Nein, da werden sich viele, sehr viele weigern, nicht nur die, die unterwegs im Flieger damit arbeiten wollen.
Was mich aber noch viel mehr amüsierte war die Vorstellung, welche Stilblüten diese Vorschriften jetzt hervorbringen wird, wenn sie stumpf wie üblich von den Mitarbeitern der Sicherheitskontrollen umgesetzt werden. Wenn die nämlich erst mal verinnerlicht haben, dass Laptops und Tablets nicht mehr ins Handgepäck dürfen, dann lassen die auch keine Laptops und Tablets mehr durch die Sicherheitskontrolle. Egal, wer sie mitnehmen will.
Da aber Piloten durch dieselbe Sicherheitskontrolle gehen müssen wie alle Passagiere auch, können die Piloten sich jetzt schon mal darauf einstellen, dass sie künftig wieder auf manuelle Flugvorbereitung und Navigation mit Lineal, Messwinkel und Papierkarten umsteigen müssen, denn ihre elektronischen Geräte, die heute jeder Pilot standardmäßig benutzt, dürfen sie leider nicht mehr mit ins Cockpit nehmen.
Das ist alles so skurril, dass ich es eigentlich nicht glauben kann. Da die Nachricht heute aber den ganzen Tag über von diversen Sendern und auf vielen Kanälen verbreitet wurde, wird da wohl wirklich irgendwas dran sein.
Die Sicherheitskontrollen am Flughafen sind ja sowieso mein Lieblingskicherthema. Denn natürlich werden auch Privatpiloten samt ihrem gesamten Gepäck überprüft und immer wieder kommt es zu seltsamen Szenen dabei. Ich habe bis heute nicht verstanden, vor wem oder was wir geschützt werden müssen, wenn wir anschließend in unser eigenes Flugzeug steigen und davonfliegen - aber das Sicherheitsscreening vor dem Flugzeug ist obligatorisch. Aber natürlich auch nur, wenn man auf einem großen, internationalen Flughafen startet. Fliegen wir also von Münster nach Borkum: volles Sicherheitsprogramm vor dem Abflug in Münster und ich muss jedesmal betteln, dass ich ausnahmsweise meine Nagelschere, die ich als Standardinhalt in meiner Handtasche mit mir trage, doch bitte, bitte behalten darf.
Umgekehrt passiert dagegen gar nichts, also wenn wir von Borkum nach Münster fliegen, können wir kiloweise Scheren, Messer, Pistolen und Sprengstoff ins Flugzeug laden, merkt schlicht keiner, denn auf dem Flugplatz auf Borkum gibt es keine Sicherheitskontrollen. Gar keine. Auf keinem der kleinen privat betriebenen Flugplätze gibt es so etwas, wofür auch, denn die dort startenden Piloten könnten sich in ihrem Flugzeug ja auch nur selber entführen.
Aber Münster ist ein internationaler Flugplatz, da gelten internationale Vorschriften, da wird kontrolliert. Unterschiedslos.
Eine Möglichkeit weiss ich aber noch für die Piloten, die doch gerne ihr iPad mit in den Flieger nehmen wollen, weil sie auf die elektronische Flugvorbereitung nicht verzichten möchten und sich manuell mit Karte und Lineal nicht so sicher fühlen: Sie müssen privat von einem kleinen, außerhalb gelegenen Flugplatz in einem kleinen Flieger anreisen und dann einfach auf dem Flugfeld umsteigen in ihren großen Airbus. Die Sicherheitskontrollen sind ja vor dem Flugfeld, also nur bei Leuten, die mit dem Auto anreisen. Die, die schon aus der Luft kommen, die sind qua Definition luftgereinigt und clean, da kann nichts gefährliches mehr eingeschmuggelt werden. Sagt die Vorschrift - und an Vorschriften halten sie sich, die Sicherheitskontrolleure auf dem Flugplatz, eisern und ohne Ausnahme
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Von meiner Grundveranlagung her bin ich schreckhaft. Sehr schreckhaft. Um nicht zu sagen, außergewöhnlich schreckhaft.
Ich bekomme wegen aller möglichen unerwarteten, aber auch erwarteten Vorkommnisse regelmäßig einen Riesenschreck, der so groß ist, dass ich es in fünf von vier Fällen nicht vermeiden kann, dabei auch noch schrill loszuschreien. Mir ist das jedesmal sehr peinlich, ändern kann ich es aber nicht.
Menschen, die sich regelmäßig in meiner Umgebung aufhalten, sind längst daran gewöhnt und nähern sich mir nur mit rechtzeitiger und lauter Ankündigung. Die Putzfrau zB hat nach zwei Situationen, in denen sie, um mich nicht zu stören, unangemeldet und leise mein Büro betrat, weil sie den Mülleimer leeren wollte und dabei jedesmal ein irres Schreckgeheul bei mir auslöste, sich längst angewöhnt, sich schon 10m vor meinem Büro lautstark bemerkbar zu machen. Sie klappert und klimpert mit allem, was sie grade und finden kann und ruft dann vor der Tür noch: "Nicht erschrecken, ich komme jetzt rein." So haben wir uns gut arrangiert und keiner von uns ist mehr herzinfarktähnlichen Situationen ausgesetzt. Ich nicht, weil ich rechtzeitig vorgewarnt werde, dass da gleich jemand mein Büro betritt und sie nicht, weil ich nicht mehr schreien muss.
Mein Westfalenmann wiederum liebt mich vor allem und hauptsächlich wegen meiner Schreckhaftigkeit, bin ich fest überzeugt. Denn es kann für ihn keine größere Freude geben als wenn er es wieder mal geschafft hat, mich zu erschrecken. Und da das so außergewöhnlich einfach ist, leistet er sich diese Freude auch sehr häufig, in der Regel mindestens vier bis fünf Mal täglich. Es reicht ja schon, wenn er neben mir im Bett liegt und plötzlich "buh" macht - ich zucke dann maßlos zusammen, zappel hilflos mit Armen und Beinen und stoße unartikulierte Laute aus - und er freut sich wie Bolle, weil ich mich so hübsch erschrocken habe.
In den letzten Tagen, also genau in denen, die so auffällig unauffällig verlaufen, in denen sich alles anfühlt wie in Watte gepackt, wo die Farben einerseits viel klarer, die Konturen gleichzeitig aber auch viel unschärfer sind, in diesen letzten Tagen bin ich plötzlich nicht mehr schreckhaft. Jedes Erschrecken kommt wie in Zeitlupe bei mir an - erst wenn ich darüber nachdenke, dass sich da doch grade jemand unerwartet schnell bewegt hat, dass mein Westfalenmann absichtlich "buh" gemacht hat, dass ich doch eigentlich jetzt eben gerade einen schrecklichen Schreck hätte bekommen müssen, fällt mir auf, dass ich das schreckauslösende Moment viel zu langsam wahrgenommen habe, um überhaupt noch einen Schreck bekommen zu können.
Seitdem ich das bemerkt habe, finde ich diese seltsam gespannte und gleichzeitig unauffällige, harmlose und ruhige Atmosphäre der letzten Tage noch beängstigender. Es ist, als ob die Schmetterlinge rückwärts flögen. Nichts schlimmes, aber überhaupt nicht richtig
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908 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Und verbloggt erst recht nicht.
Eigentlich habe ich ja ursprünglich mal gedacht, so ein Blog ist das ideale Werkzeug, um die eigenen Gedanken zu sortieren und sich dadurch über viele Dinge viel besser klar zu werden.
"Worte machen Dinge wahr!" - ein Satz, den ich immer wieder zitiere, seit dem ich ihn das erste Mal bei Pia Ziefle gelesen habe und mich jedesmal darüber freue, welche tiefe Wahrheit in diesen simplen vier Worten liegt.
Dinge, die einem nur als unsortierte Gedankenfetzen durch den Kopf wabern, sind genauso irreal wie Geister. Kann sein, dass was dran ist, kann sein, dass es vernünftige Erklärungen dafür gibt, kann auch sein, dass es einfach nur eine skurrile Erscheinung ist, kann aber auch eine wilde Einbildung sein oder irgendein Sachverhalt, vor dem einen das eigene Unterbewusstsein warnen will, das klare Bewusstsein aber noch nicht weiß, was es ist.
Unsortierte Gedankenfetzen können alles sein oder nichts, man weiß es nicht, dafür müsste man den Gedanken erst fassen und in Worte kleiden.
Wenn man das tut, dann merkt man schnell, was für eine Art Gedanke das ist, den man da grade versucht zu packen. Denn manche Gedanken lassen sich gar nicht packen, sie flutschen zwischen den Sätzen einfach wieder durch, zerfallen zu nichts, widersprechen sich selber und zurück bleibt nur ein irres Lachen, das leise verklingt und eine Chemtrailspur im Hirn hinterlässt, die einen den Wahnsinn der eigenen Phantasie deutlich erahnen lässt.
Andere Gedanken dagegen erscheinen zunächst ganz einfach und fügen sich rasch in die ersten fünf Sätze, doch dann piekt hier ein Ast heraus und dort ein Zweig, dann wird das Gesamtgebilde stachelig und unhandlich und man merkt, dass es so nicht geht. Statt eine wohlgeformte Überlegung mit Hand und Fuß zu erschaffen, entdeckt man ein wirres Gedankengestrüpp, das erst mal grundsätzlich entgratet werden muss, bevor man es überhaupt weiterverarbeiten kann.
Es gibt aber auch Gedanken, die sind hartnäckig, die kommen immer wieder, geben nicht auf und keine Ruhe. Die wollen dann unbedingt zu Worten geformt werden, um dadurch wahr zu werden und eine Existenzberechtigung zu erhalten.
Gedanken von dieser Sorte treiben sich gerade verschiedene in meinem Kopf rum, kehren regelmäßig wieder und verlangen danach, formuliert zu werden.
Das will ich auch gerne tun, genau dafür habe ich dieses Blog schließlich mal vorgesehen. Es sind nur im Moment grad zu viele verschiedene und sie schreien alle wild durcheinander. Außerdem fürchte ich, dass da auch noch so ein paar "alternative fake thoughts" dabei sind. Die haben natürlich keinen echten Sinn, die sind nur zum Verwirrunng stiften dabei, weshalb ich die vorher unbedingt rausfischen und dem Tageslicht aussetzen muss, dann zerplatzen sie und zerfallen zu Staub, aber erst dann. Vorher sind sie vor allem lästig und verhindern ein sauberes Sortieren.
Es ist also im Moment grad etwas mühsam und ich habe das Gefühl, ich stehe mir regelmäßig selber im Weg. Aber hilft wohl nix, wenn ich Ordnung in mein Gedankenchaos bekommen möchte, dann sollte ich mal irgendwann anfangen, einen Gedanken nach dem anderen langsam aus diesem Sammeltopf zu puhlen und in saubere Worte zu kleiden, dann kann man weiter sehen.
Aber auch erst dann
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851 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Ich habe dann die Zeit gestoppt, wie lange es dauert, bis ich ein Ergebnis für eine Parameterkonstellation ermittelt habe: unter einer Minute.
Und um sich 12 Minuten Arbeit zu sparen, hat er zwei Stunden mit mir diskutiert.
D.h. ich habe ja auch mit ihm zwei Stunden diskutiert, weil ich mir eine Stunde und 59 Minute lang nicht vorstellen konnte, dass es wirklich nur darum geht, dass ihm 12 Ergebnisse zuviel Arbeit sind.
Leute gibt's
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