anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 21. März 2022
Krachmacher
Den größten Teil des Tages war ich heute mit mehreren, aufeinander aufbauenden, ausgesprochen komplexen Excel-Tabellen so konzentriert beschäftigt, dass mir immer noch der Kopf schwirrt und ich dringenden Bedarf nach irgendeiner Tätigkeit ohne Kopf habe.

Ich hätte zum Beispiel Lust, den Blödmann zu verhauen, der zur Zeit mit runtergelassenen Fensterscheiben und Mucke auf maximaler Lautstärke in seinem Auto unter meinem Bürofenster sitzt und wahrscheinlich auf seine Perle wartet, die im Callcenter arbeitet, das ebenfalls hier im Gebäude ansässig ist.

Der Typ geht mir maximal auf die Nerven, weil ich es eh schon eine Unverschämtheit finde, seine Umgebung ungefragt mit irgendwelcher Musik zu beschallen, diesem Typ wurde aber sogar schon dreimal gesagt, dass er hier nicht so einen Krach machen soll, weil es Menschen gibt, die hier konzentriert arbeiten wollen, das kratzt ihn aber offensichtlich sehr wenig.

Auto, Macker und Perle erfüllen alle klischeehaften Vorurteile, die man sich nur vorstellen kann.
Das Auto hat wahrscheinlich mehr PS in den eingebauten Boxen als unter der Motorhaube, der Kerl selber trägt Arbeitskleidung, die auf Draußenbaustelle schließen lässt und die Frau, auf die er wartet, stöckelt ihm irgendwann auf 15cm Highheels übers Kopfsteinpflaster entgegen, Handtasche, Frisur und Fingernägel blitzen und blinken, dass es eine wahre Pracht ist und ich mich immer frage, wie es Menschen gelingt, bei all diesem Dauergeglitzer nicht ständig epileptische Anfälle zu bekommen.

Überhaupt diese Schuhe, ich stehe immer nur kopfschüttelnd daneben und frage mich, was diese Frauen dazu bringt, solche Treter zu tragen.
Mein Lieblingsspruch dazu ist ja "je höher der Absatz, desto kürzer der Hauptsatz" und auch wenn es viele Frauen gibt, die diesem Vorurteil nicht gerecht werden, so bleibt bei mir doch sehr oft die Frage nach dem "Warum?"

Ich meine, nicht dass ich was gegen hohe Absätze hätte, ich besitze selber reichlich Schuhwerk mit 10cm+ Absatz und ich habe sogar mal gelernt, professionell darauf zu gehen, aber für jeden Tag und Alltag? Was für ein minderwertiges Selbstbild muss ich haben, wenn ich mir mein eigenes Rollenverständnis mit so einem Schuhwerk schon im Alltag aufpeppen muss?

Und überhaupt, wir haben doch jetzt Feminismus und Gendern und sowas, ist es da nicht kontraproduktiv, wenn sich Frauen immer noch mit solchen Schuhen groß machen müssen?
Vielleicht sollte man hier mal ansetzen.

Wir fassen zusammen: Ich habe heute schlechte Laune, muss ja auch mal sein
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Dienstag, 22. Februar 2022
Es wird Zeit, dass es besser wird
Eben habe ich den aushäusigen Termin für morgen abgesagt und in einen Bedarfsvideotermin geändert, also, wenn es notwendig ist, dass ich dabei bin, wird man mich dazuschalten.

Dadurch spare ich gut vier Stunden nutzlose Reisezeit, in der ich viel sinnvoller noch Dinge im Büro erledigen kann, sonst befürchte ich, dass mir dort einige Dinge böse auf die Füße fallen.

Der Tag heute war erneut sehr voll, mit vielen Besprechungen, einige durchaus unerfreulich, aktuell macht das alles wenig Spaß
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Freitag, 11. Februar 2022
Im Sog des Nichts
Im Moment macht das Bloggen wenig Spaß, weil ich zum einen nichts anderes mache als zwischen zuhause und dem Büro hin- und herzupendeln, an aufregenden Tagen gehe ich abends noch bei Lidl einkaufen, aber damit ist meine Mobilitätsrate schon abschließend beschrieben und weil mir deshalb zum anderen jeder externe Content fehlt, von dem ich etwas erzählen könnte.

Es gibt schlicht nichts zu berichten außer immer anders formulierten Berichten darüber, dass es nichts zu berichten gibt.

Auf den Fahrten zwischen zuhause und Büro höre ich Podcasts, in der letzten Zeit waren interessante Folgen dabei, mit vielen Bemerkungen, über die ich dann auf der Fahrt auch sofort selber ausführlich nachdenke und während ich darüber nachdenke, überlege ich mir, dass das doch interessante Themen zum Bloggen wären - aber wenn ich abends vor dem leeren Textfeld sitze, um diese Gedanken als Wörter zu tippen, sind sie weg.
Die Gedanken und die Wörter und in den meisten Fällen auch die Erinnerung an das Thema insgesamt.

Aufgelöst in einem einzigen, trüben Müdigkeitsstrudel, der alle nicht zwingend notwendigen Aktivitäten mit sich reißt und mich ermattet auf ein leeres Textfeld starren lässt.

Diese alles vernichtende Müdigkeit zieht jede Energie an wie ein schwarzes Loch die Materie, da bleibt dann nichts mehr für Extras, ich bin froh, wenn es mir gelingt, unauffällig zu existieren
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Donnerstag, 25. November 2021
Der Tag heute kann weg.
Er begann mit dem intensiven Gefühl "ich will nicht aufwachen." Fast eine Stunde dröselte ich dann mit fest geschlossenen Augen im Halbschlaf vor mich hin und versuchte mir krampfhaft eine Lösung zu erträumen, wie ich Aufwachen und Aufstehen vermeiden könne - es gelang nicht. Irgendwann gab ich auf, öffnete die Augen und sah K zu, wie er ziemlich hektisch die letzten Dinge zusammenraffte, da er einen Termin am Morgen hatte und dafür schon ziemlich spät dran war.

Ich hatte keinen Termin mit anderen Menschen, nur mit meiner immer dringlicher werdenden to-do-Liste, deshalb ja auch das dringende Bedürfnis gar nicht erst aufzuwachen.

K hatte mir Kaffee nebens Bett gestellt, als ich endlich so weit wach war, dass ich die Tasse wahrnahm, war der Inhalt schon lange kalt, wenn's blöd läuft, ist meistens auch alles blöd.

Als ich im Büro ankam war es halb elf, dementsprechend spät wurde es am Abend bevor ich fertig war.

Am Nachmittag eine E-Mail mit einem wahrlich gruseligen Inhalt, eine von CWs alten Gesellschaften, die seit längerem in der Insolvenz steckt, macht Ärger, der Insolvenzverwalter kommt auf völlig abstruse Ideen, wo er noch Geld holen könnte und wenn's blöd läuft, ist meistens auch alles blöd.

K hat Ärger mit einer Mieterin, die einen durchgeknallten Sohn hat, der 20 Rollen Klopapier im obersten Stockwerk in der Toilette versenkt hat, was zu einem Riesenschaden führte, aber die Mutter will nicht zahlen, weil sie sagt, dass der Sohn krank ist und deshalb nicht schuld.

Wenn's blöd läuft, ist es meistens überall blöd.
Ich sag's ja, der Tag kann weg
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Donnerstag, 14. Oktober 2021
Genervt
Heute Abend habe ich keine Zeit zum Bloggen, denn ich muss stapelweise Bankformulare ausfüllen, zur vertraulichen Selbstauskunft, zu meiner wirtschaftlichen Situation und der Zusammensetzung des Gesamtvermögens mit detaillierter Beschreibung der Einzelteile, alle monatlichen Ein- und Ausgaben und was weiß ich noch welch andere alberne Übersichten erstellt werden müssen, weil doch die Immobilie in Velbert abgesoffen ist und wir jetzt die Gelegenheit nutzen, sie gleich mal kernzusanieren, dafür aber einen Kredit brauchen.

Diese Formulare rauben mir den letzten Nerv und machen richtig schöne schlechte Laune. Was für ein Heckmeck, echtmal
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Donnerstag, 16. September 2021
Es gab schon bessere Tage
Ein randvoller Bürotag, eine vergessene Finanzamtsfrist, die jetzt zu Strafzuschlägen führt, durchgeknallte Mieter, die irrsinnige Beträge an Schadensersatz fordern, weil die Immobilie in Velbert abgesoffen ist und wir (der Verwalter) sie nicht gegen Elementarschäden versichert hatte, ein Kollege, der in Excel-Tabellen die vorgegebenen Formeln mit Zahlen überschreibt, ein mit falschen Gründen abgelehnter Einspruch, nicht erklärliche Kürzungen in den Erstattungen der Krankenversicherung des Vaters, eine nicht abgeholte Mülltonne und eine aufgeplatzte Blase am kleinen Zeh.
Ich hätte niemals geglaubt, dass ein dysfunktionaler kleiner Zeh zu solch einer Bewegungseinschränkung führt, wie ich sie heute praktizierte.

Schönster Moment des Tages: eine richtig leckere Portion Pommes zum Abendessen
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Donnerstag, 2. September 2021
Zu viel von allem
Der Stressfaktor aus Ärger- und Arbeitsbelastung ist nach wie vor unangenehm hoch, neben dem großen Projekt, was immer noch nicht wieder in ruhigen Bahnen läuft, entstehen aber auch immer mehr andere Baustellen, die zunehmend akut werden, einfach aus purer Vernachlässigung.

Im normalen Büroalltag hat man immer wieder mal periodische Sonderthemen, die kurzfristig sehr arbeitsintensiv sind, die man aber gut händeln kann, wenn man sie früh genug einplant und dann mit ausreichend Zeit nach und nach neben dem laufenden Geschäft vorbereitet und abarbeitet

Wenn aber ein Großprojekt derart ausufert, dass es alle sonstigen Zeitreserven beansprucht und noch mehr darüber hinaus, dann schiebt man die periodischen Themen eben immer weiter, bis sie plötzlich dann morgen fertig sein müssen.

Man hätte das natürlich wissen können, aber man hat es aus verzweifeltem Selbstschutz lieber ignoriert, vielleicht geht es ja von alleine weg, wenn ich nur fest genug die Augen zu kneife. An irgendwas muss man doch glauben, wenn sonst nichts mehr hilft.

Solche Nebenkriegsschauplätze tragen definitiv nicht zur Entlastung oder Entspannung bei und deshalb kann ich aktuell nur einen steigenden Stress- und Erschöpfungsfaktor melden, aber wie durch Zauberhand geht es jeden Tag aufs Neue immer weiter.

Ich schalte jetzt wieder um auf Bürorechner, morgen ist Gremienvorlage für einen Wirtschaftsplan einer Tochtergesellschaft und natürlich hat den bisher noch niemand erstellt
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Donnerstag, 19. August 2021
Kopfschmerzen
Heute morgen wurde ich um 4.30h wach und hatte sehr starke Kopfschmerzen.
Das ist absolut ungewöhnlich für mich, erstens werde ich normalerweise nachts nie wach und zweitens habe ich nur sehr selten Kopfschmerzen.

Heute Nacht wurde ich wach, weil ich Kopfschmerzen hatte. Ziemlich stark und genau in der Mitte des Kopfes, so in Höhe der Augen, aber sehr weit oben unter der Schädeldecke. Ich machte die Augen nicht auf und versuchte krampfhaft wieder einzuschlafen, denn erstens sind Kopfschmerzen bzw. jede Art von Schmerzen ja nicht schlimm, wenn man schläft und außerdem hoffte ich darauf, dass ich die Kopfschmerzen einfach wegschlafen kann.

Ich duselte eine längere Zeit vor mich hin und beobachtete mich dabei mit geschlossenen Augen selber. Wo genau sind die Kopfschmerzen? Ich versuchte, die Stelle genau zu beschreiben, so richtig gelang das nicht.

Werden die Kopfschmerzen stärker oder schwächer? Auch das war nicht eindeutig zu klären, die Schmerzintensität schwankte, mal war es ganz schlimm, dann weniger und ich freute mich schon, dass es beginnt, nachzulassen, da wurde es wieder schlimmer.

Was genau hatte der Impfarzt am Sonntag von gefährlichen Risiken erzählt? Bei welchen Symptomen sollte ich auf alle Fälle wachsam sein und zum Arzt gehen? Bei allen Reaktionen in den ersten drei Tagen nach der Impfung muss ich mir gar keine Sorgen machen, die sind völlig normal, auch wenn es mit Fieber und Schüttelfrost einhergeht, alles problemfrei.
Wenn ich aber am 4. Tag nach der Impfung ganz plötzlich Kopfschmerzen bekomme, so einen Schmerz genau in der Mitte des Kopfes, der sich unter der Schädeldecke langzeiht, dann solle ich unbedingt sofort zum Arzt gehen. Das wäre gefährlich.

Ich zählte nach, heute war der 4. Tag nach der Impfung und wenn ich mich noch ein bisschen mehr auf die Lokalisierung des Schmerzes konzentrierte, dann war der schon ziemlich genau in der Mitte und zog sich unter der Schädeldecke lang. Ob das jetzt wirklich die ersten Anzeichen so einer Hirnthrombose sind? Das wäre ja schon spannend, da hätte ich einen extrem seltenen Treffer gelandet.

Ich überlegte, wie das jetzt weitergehen könnte. Was passiert, wenn ich niemandem davon erzähle? Kippe ich dann einfach irgendwann um und bin tot? Oder schlafe ich vorher ein und bin tot, wenn ich wieder aufwache?
Ich habe keine große Lust, damit zu meinem Hausarzt zu gehen, weil ich dann ja zugeben müsste, dass ich mir diese dritte Impfe vorschriftswidrig ergaunert habe.
Oder ich könnte zu einem Arzt gehen, wo ich noch nie war, irgendein komplett fremder, genau so fremd, wie der Impfarzt. Dazu wäre ich eventuell bereit, aber zu welchem? Wie finde ich den? Wonach suche ich den aus? Und vor allem, wie viel Zeit bleibt mir dafür eigentlich?

An dieser Stelle wurde mir das Problem zu kompliziert und ich schlief wieder ein.
Als ich gegen halb 9 zum zweiten Mal wach wurde, stand neben mir eine fast kalte Tasse Kaffee, K war schon angezogen und machte sich fertig, das Haus zu verlassen.

Die Kopfschmerzen waren eindeutig besser geworden, aber noch weit weg von weg.
Ich fühlte mich krank, aber nicht krank genug, um krank zu sein. Vertrackt. Aber versterben werde ich wohl doch eher nicht, zumindest nicht kurzfristig.

Ich beschloss, eine Ibu zu nehmen und beschloss auch gleichzeitig, dass Ibus mit Haltbarkeit bis 2019 bestimmt noch gut sind, Schmerzmittel in diesem Haushalt haben keinen hohen Umschlag.

Danach beschloss ich, dass der Kompromiss aus nicht krank genug für krank, aber nicht fit genug für Büro dann eben Home-Office heißt und mit der Entscheidung konnte ich mich gut arrangieren.
Gegen halb zehn wirkte auch die leicht abgelaufene Ibu, die Kopfschmerzen waren weg und ich konnte sogar ganz normal arbeiten.

Morgen ist ein Tag mit diversen Präsenzterminen im Büro, ich gehe deshalb einfach mal früher ins Bett und hoffe, dass der gesamte Kopfschmerzspuk jetzt nachhaltig vorbei ist
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Freitag, 18. Juni 2021
Bürokratische Pissflitsche
Heute ist meine Zweitimpfung 17 Tage her, das heißt, ich darf ohne zusätzlichen Test den Vater in seinem Seniorenheim besuchen.
Bisher war das nicht möglich, weil Besucher zwingend einen negativen Test vorweisen mussten und weil ich mich weigere, mich von fremden Menschen testen zu lassen, konnte ich ihn leider seit November nicht mehr besuchen.
Das mit mir und dieser Testverweigerung ist eine meiner neueren psychischen Macken (neuer wahrscheinlich nur deshalb, weil sie mangels Situation vor der Pandemie nicht vorkam), es ist aber eine nicht verhandelbare Macke, d.h. auch mit Zusammenreißen und Luftanhalten ist da nichts zu machen, ich kann mich leider nicht testen lassen.
Zumindest nicht diese Wattestäbchentests.
Spucken, Lutschen oder was es sonst noch gibt wäre wahrscheinlich möglich, da müsste ich nur meinen quersitzenden, verweigernden Prinzipienkaspar ruhigstellen, aber diese Wattestäbchennummer ist komplett und vollständig ausgeschlossen. Nur unter Vollnarkose, wenn ich mich nicht mehr wehren kann.

Ich muss es mir nur in Ansätzen leicht bildhaft vorstellen, dass da irgendsoein blöder Fredel mit einem Wattestäbchen bis zum hinteren Anschlag in meiner Nase rumpopelt - und zack, fluten wilde Panik-, Flucht- und vor allem wild um mich schlagende Gegenwehrattacken meinen Kopf. Es wäre also auch für den Tester definitiv zu gefährlich, es geht wirklich nicht, eher esse ich lebende Frösche oder was es sonst so an widerlichen Mutproben gibt.

Bisher bin ich auch ganz wunderbar ohne Test durch diese Pandemie gekommen, wenn man nirgendwo hingeht, muss man sich auch nirgendwo testen lassen.
Dass ich den Vater nicht besuchen konnte, war schade, ließ sich aber nicht ändern.

Mittlerweile bin ich aber doppelt geimpft, dieses Wochenende sind dann auch die 14 Tage Wartezeit um, deshalb hatte ich mir vorgenommen, heute den Vater zu besuchen.

Gestern habe ich mir in der Apotheke meinen Impfnachweis auch noch digitalisieren lassen, ich kann also in der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes nachweisen, wie oft und wann ich geimpft wurde.
Vorsichtshalber habe ich am Vormittag auch noch im Heim angerufen und mir ausdrücklich bestätigen lassen, dass doppelt Geimpfte nach der Wartezeit keinen Test mehr machen müssen. Es war also alles bestens vorbereitet.

Besuchszeit war nur von 14h-16.30h, ich hatte mir den Tag aber ganz frei genommen, ich wollte mich nicht hetzen und wenn ich vier Stunden Auto fahren muss (zwei hin und zwei zurück), dann finde ich das insgesamt schon anstrengend genug, da will ich nicht vorher noch nervige Büroarbeit erledigen.
Immerhin herrschte bestes Cabriowetter, obwohl ich zwischendurch das Gefühl hatte, es war schon wieder fast zu heiß. Aber irgendwas ist ja immer.

Als ich in Leer im Heim ankam und fröhlich meinen digitalen Impfpass vorzeigte, erklärte mir die Dame an der Einlasskontrolle, dass sie den leider nicht einlesen könne, deshalb müsse ich doch einen Test machen.
Mir reichte dieser Satz ja schon als Triggersatz für die komplette Panik- und Angriffswut, die auf einen Schlag in mir hochschoss.
Immerhin versuchte ich der Dame aber noch maximal ruhig zu erklären, dass sie den digitalen Impfausweis auch nirgendwo einlesen müsse, sondern nur zur Kenntnis nehmen solle, es wäre halt ein Nachweis und etwas anders wäre das gelbe Impfbuch ja auch nicht. Immerhin wäre es der Nachweis vom RKI, wie oft und wann ich geimpft worden sei, damit nichts anderes als ein Impfausweis, aber in digitaler Form viel fälschungssicherer. Die Dame wollte aber nicht diskutieren, sie wollte dass ich einen Test mache.
Das wiederum war mir nicht möglich und außerdem hatte ich auch überhaupt keine Nerven mehr, weiter ruhig zu bleiben, ich ließ es also eskalieren.

Es wurde zu einer bühnenreifen Show. Ich überlegte zwischendurch, ob ich nicht einfach mal die Polizei rufe, um noch mehr Schwung in die Sache zu bringen, denn die Verwaltungsleitung war leider nicht mehr im Haus, die geht Freitags immer schon früh.

Als Kompromiss war ich irgendwann bereit, meinen original Impfausweis vorzuzeigen (immerhin war ich so klug gewesen, den vorsichtshalber zusätzlich einzustecken), den lehnte die Dame dann aber auch ab, das sei kein Impfausweis, sondern ein Notfallausweis, da könne ja jeder kommen.



Das brachte mein Fass dann endgültig zum Überlaufen, weil ich das jetzt schon wirklich arrogant unverschämt ignorant fand. Ich habe also einen internationalen Impfausweis, der überall auf der Welt akzeptiert wird, nur nicht in Leer in Ostfriesland. Die auch den digitalen Impfausweis ablehnen, weil sie den nicht einlesen können. Hätte ich mir einfach einen deutschen Impfausweis mit gefälschtem Impfnachweis auf dem Schwarzmarkt besorgt, wäre alles perfekt gewesen.

Ich sehe ein, dass sich in Ostfriesland die Errungenschaften der modernen Zeit nicht immer im selben Tempo verbreiten wie im Rest der Welt und ich akzeptiere, dass die Dame, die dort die Einlasskontrolle machte, vielleicht auch nicht die allerhellste Kerze auf der Torte sein wird, dass aber diese unglückselige Kombination von keiner Ahnung und versteiftem Bürokratiedenken jetzt von mir verlangte, dass ich einen Test mache, das ging einfach entschieden zu weit.

Nun, natürlich machte ich am Ende keinen Test und natürlich durfte ich den Vater besuchen - ich habe mich aber wirklich sehr, sehr aufgeregt und ich wundere mich immer noch, dass ich Frau nicht einfach verprügelt habe, ich war sehr versucht
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Donnerstag, 17. Juni 2021
Zu heiß
Sagte ich schon, dass ich bei zu viel Wärme zu einem einzigen jammerigen Häufchen Elend zusammenschnurre und nichts mehr fertigbringe außer intensiv zu leiden?
Hier war es heute warm.
Sehr, sehr warm und ich wundere mich, dass ich überhaupt noch lebe und nicht schon längst verkocht bin.

Wie Menschen freiwillig im Sommerurlaub in Länder wie Italien, Spanien, Griechenland oder ähnlich schrecklich heiße, lebensfeindliche Gegenden fahren können, wird mir wahrscheinlich für immer ein Rätsel bleiben, aber zum Glück muss ich das ja weder verstehen noch nachmachen.

Heute Nacht soll es gewittern, vielleicht kühlt es sich dabei ja ein wenig ab
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