anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 3. Juni 2021
Mauerlos und voll mit Menschen
Die Mauer ist ja schon gestern gefallen, nur gestern war ich zu müde, davon noch Fotos zu machen, die reiche ich heute nach:

Der Einstellplatz kommt also direkt neben den Weg zum Haus, dort wurde erst der Mutterboden abgenommen und rechts und links neben dem künftigen Stellplatz gerettet, dann wurde alles mit Schotter aufgefüllt und morgen wird der Schotter noch festgerüttelt. Als nächstes müssen wir jetzt jemanden finden, der den Stellplatz pflastert, ich stelle mir Rasengittersteine vor, die dann wieder mit Erde aufgefüllt werden.
Eine neue Mauer brauchen wir natürlich auch noch, der Stellplatz ist aber wichtiger, eins nach dem anderen.

Ansonsten war das heute ein angenehm ruhiger Tag, in dem ich mich von einer Aufgabe zur nächsten habe treiben lassen, solche Tage mag ich sehr, keine Verpflichtungen, kein Stress, aber trotzdem werkelt man so vor sich hin und hat am Abend auch einiges erledigt.

Am Vormittag war ich im Dorf, ich musste zum Drogeriemarkt, denn der ist für mich hier auf der Insel besser zu erreichen als auf dem Festland und in Greven sind verschiedene Dinge nachfüllbedürftig.

Rein theoretisch weiß ich, dass die Insel wieder offen ist, dass Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen wieder vermieten, dass die Gastronomie offen ist und alle Läden auch, ja, theoretisch war mir das klar, praktisch habe ich aber tatsächlich nicht darüber nachgedacht, was das konkret bedeutet.
Was das tatsächlich sehr konkret und sehr praktisch bedeutet wurde mir dann schlagartig klar, als ich aus dem Drogeriemarkt rauskam, der direkt neben dem Bahnhof liegt und dort war grade ein Zug randvoll mit Fährankömmlingen eingefahren, die grade dabei waren, aus dem Zug zu quellen und die Umgebung zu verstopfen. Es traf mich tatsächlich komplett unvorbereitet, ich hatte einfach nicht darüber nachgedacht, aber es fühlte sich an, wie der Weltuntergang. So viele Menschen auf einen Haufen und alles nur Fremde, mir war bis unter die Haarwurzeln unheimlich.
Ich wünschte mir sofort und auf der Stelle die nächste Pandemie, die macht, dass all diese Leute hier wieder verschwinden, aber auch mit Augen fest zukneifen und intensiver Konzentration darauf, dass die Menschen gar nicht echt sind und sich in Luft auflösen, wenn man das nur fest genug will, passierte - nix.
Die Insel ist randvoll mit Urlaubern und ich werde mich wohl wieder dran gewöhnen müssen, hilft ja nix
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Mittwoch, 2. Juni 2021
Viel Logistik erfolgreich koordiniert
Weil wir am Nachmittag schon nach Borkum fliegen wollten, geriet das Abarbeiten der to-do-Liste, die vor dem Abflug erledigt werden musste, zu einem mittleren Dauerlauf, aber ich habe alles geschafft und überhaupt hat der Tag heute wunderbar funktioniert.
Bevor ich ins Büro fuhr, rief ich beim Hausarzt an und überzeugte ihn, dass er mir ein neues Rezept für meine Schilddrüsentabletten ohne weiteren Termin ausstellt, die Blutwerte sind frisch überprüft und unverändert, also alles bitte so wie immer, dazu war er dann auch bereit, so dass ich auf dem Weg ins Büro nur schnell beim Arzt reinspringen musste, um mein Rezept abzuholen.
Punkt 1 der Liste erfolgreich abgehakt.
Im Büro wollte ich unbedingt drei Dinge erledigen, alle drei konnte ich bis zur Mittagspause ebenfalls erfolgreich als erledigt abhaken, es lief.
In der Mittagspause fuhr ich in die Stadt zum Optiker, meine Brillen sind fertig, gestern Abend kamen sechs SMS mit Abholaufforderung und natürlich wollte ich die Brillen dann auch sofort haben und mit nach Borkum nehmen.
Auch das klappte ganz wunderbar. Als ich grade wieder zurück im Büro war, schellte das Telefon, der Onkel war dran und brauchte Logistikunterstützung. Er war auf dem Festland zur Nachuntersuchung in der Augenklinik, die ihm bestätigten, dass seine neuen Linsen sehr gut passen und er sich jetzt endlich eine neue Brille anfertigen lassen kann, aber dafür müsste er natürlich zu einem Optiker und das war das Logistikthema, bei dem er Unterstützung brauchte.
Ich telefonierte also einige Optiker ab, bis ich einen gefunden hatte, der sich bereit erklärte, ihn heute noch dazwischen zu schieben, dann guckte ich Zugverbindungen nach und lotste den Onkel per Telefon und Whatsapp zum Optiker.
Und weil wir ja sowieso mit dem Flieger unterwegs waren, habe ich ihm gesagt, dass er nach dem Optiker nicht zur Fähre gehen solle, sondern zum Flugplatz, wir sammeln ihn da dann ein.
Das klappte soweit auch alle sehr gut, ich konnte im Büro früher Schluss machen, K war schon zu Hause, wir räumten nur noch schnell den Kühlschrankinhalt in eine Kühltasche und fuhren dann zum Flugplatz. Der Onkel wartete inzwischen schon in Emden am Flugplatz und schickte eine Whatsapp, dass wir ihn dort rausholen müssten, die hätten ihn eingesperrt.
Es stellte sich heraus, dass das Flughafengebäude in Emden für den Publikumsverkehr geschlossen ist, weil in Emden die Inzidenz immer noch über 100 ist und dort deshalb alles geschlossen ist. Der private Flugverkehr war davon aber nicht betroffen, wir konnten also problemlos in Emden landen, der Onkel durfte aber den Warteraum erst verlassen, als wir versicherten, dass wir ihn mitnehmen und er Emden ganz sicher verlassen wird. Die sind schon seltsam da, die Leute.
Es war dann noch ein wenig kompliziert, ihn in den Flieger zu quetschen, da sein rechtes Knie kaputt ist und er es weder belasten noch beugen kann, so ein Kleinflugzeug ist tendenziell nicht für Passagiere mit ausgestreckten Beinen vorgesehen. Letztlich schafften wir es aber mit vereinten Kräften, ihn in Emden erst in die Maschine hineinzubugsieren und auf Borkum dann auch wieder rauszupulen. Das war schon ein bisschen aufregend, aber alles gelang ohne Unfall.
Vom Flugplatz auf Borkum fuhren wir dann mit dem Taxi bis zum Hafen, weil der Onkel dort das Auto geparkt hatte, insgesamt also eine reichlich verquere Logistik, aber im Gesamtergebnis ausgesprochen erfolgreich.

Der Anflug auf Borkum führte einmal um die Insel rum. Weil wir das Thema "Flugzeugeinstieg und Onkel" nicht noch dadurch verkomplizieren wollten, dass er auch noch hinten in die Maschine hätte reinklettern müssen, saß ich hinten und hatte deshalb eine komplett neue Fotografierperspektive. Gefiel mir.



Oben der Hafen, unten der Südstrand bei uns vorm Haus, inzwischen sind alle Zelte und Strandkörbe auf den Strand gebracht.



Oben ist der Hauptstrand mit dem Seehundpinkelbecken und darunter der FKK-Strand, über den man immer anfliegt, wenn der Wind aus Süden kommt.

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Vorm Haus ist die Mauer tatsächlich weg und Schotter ist auch schon aufgefüllt worden, es sieht aber alles noch weit weg von fertig aus.
Wir werden uns morgen darum kümmern
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Dienstag, 1. Juni 2021
Seuchengedanken
Der Arzt, der mir heute eine Spritze verpasste, sprühte, wischte und spritzte einfach drauflos, ohne vorher "Das wird jetzt kalt" zu sagen. Befragt, ob eine Spritze ohne vorherige Beschwörungsformel denn überhaupt wirksam sei, kamen dem Arzt auch Bedenken, das Angebot, die Aktion zu wiederholen und dabei ausdrücklich den Zauberspruch vorher aufzusagen, habe ich dann aber doch lieber abgelehnt. Man sagte ja allgemein, dass die zweite Spritze mit Biontech mehr Folgewirkungen mit sich bringt als die erste, deshalb wollte ich es mit einer dritten gar nicht erst probieren, von der zweiten spüre ich jetzt schon mehr als genug. Ächz.

Bis zur ersten Spritze hatte ich ja tatsächlich richtig gründlich Muffensausen vor der Seuche, weil mich die Vorstellung, mir nicht nur einen lästigen Infekt, sondern mit Pech auch einen richtig üblen, schweren Verlauf mit äußerst unangenehmen Folgeschäden einzuhandeln, schon arg schreckte. Mit diagnostizierter COPD als Vorerkrankung rechnete ich mir diesbezüglich gute Chancen aus, hier einen Volltreffer zu landen.
Aber schon mit der ersten Spritze sanken die Wahrscheinlichkeiten für einen schweren Verlauf drastisch, nach der zweiten nun noch deutlicher, ich erkläre das Thema deshalb ab in 14 Tagen für mich als erledigt, es mag sein, dass mich noch jemand mit dem Kram anstecken kann, aber er wird mich damit nicht mehr töten oder komplett aus dem Leben werfen können, zumindest ist die Wahrscheinlichkeit dafür ungefähr in die Nähe des Todes durch Meteoritentreffer geraten, oder, anders ausgedrückt: Die Teilnahme am Straßenverkehr ist entschieden gefährlicher.

Nach der Spritze stand normale Büroarbeit auf dem Programm, dabei ist allerdings nichts Besonderes passiert, alles wie immer. Unter anderem habe ich mich mal wieder über den tiefbegabten Assistenten der Geschäftsleitung geärgert, der sich von Banken mit dem simplen Satz: "Das ist hier Vorschrift." abspeisen lässt und davon ausgeht, dass wir deshalb auch völlig bekloppte Kröten schlucken müssen. Auf die Idee, dem Bankmitarbeiter Beine zu machen und ihn an seine Position als Dienstleister zu erinnern, kommt er nicht. Also habe ich das heute erledigt mit dem Ergebnis "geht doch!" und mich zum xten Mal gefragt, wofür wir diesen Assistenten überhaupt beschäftigen.
Die schwierige Kollegin, die sich nach einer Auseinandersetzung in der Firma seit April krankschreiben lässt, hat mitgeteilt, dass sie frühestens im Herbst wieder fit ist, was mir insgesamt sehr gut ins Konzept passt. Bis dahin hoffe ich, die Gesamtorganisation in der Firma so weit verändert zu haben, dass die Gute dann ein Arbeitsfeld zugeteilt bekommen kann, in dem sie maximal wenig Kontakt zum Team hat und nach so einer langen Abwesenheit kann sie sich auch nicht beschweren, dass ihr alter Job nicht mehr existiert.

Dafür entwickelt sich die Zusammenarbeit mit der neuen Sekretärin immer positiver, das macht richtig Spaß und ich schaue hier sehr hoffnungsfroh in die Zukunft. Das wird gut.
Auch wenn ich die Tage zähle, die ich noch ins Büro gehen muss, so ist es gleichzeitig natürlich doch so, dass ich bis zu meinem Ausscheiden ganz unbedingt eine passende Organisation und Nachfolgeregelung eingestielt haben muss, um den Laden vernünftig zu übergeben. Ich habe halt keinen einfachen Sachbearbeiterjob, sondern fühle mich durchaus umfassend verantwortlich für diese Firma, die ich nun seit über sieben Jahren schon als Mitglied der Geschäftsführung betreue, da hat sich im Laufe der Zeit eben so eine Art Hass-Liebe entwickelt. Auf der einen Seite habe ich oft überhaupt keine Lust, mich um den langweiligen Alltagskram zu kümmern, aber den Laden im Stich zu lassen und vorzeitig zu verschwinden, ist eine Option, die meiner Meinung nach nicht in Frage kommt. Manchmal ist Jammern eben einfach nur eine Methode, sich selber Mut zuzusprechen, um durchzuhalten
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Montag, 31. Mai 2021
Kleines Gedicht
Ich bei der Schwester
Ich am nach Hause fahren
Die Blogaushilfe

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Sonntag, 30. Mai 2021
Schuhveränderungen
K war heute wieder IFR fliegen üben und kam erneut reichlich angenervt von seinen Versuchen schon am frühen Nachmittag nach Hause. Ich bin mal sehr gespannt, ob er weiter durchhält und sich dann auch zur Prüfung anmeldet oder ob er demnächst die Brocken hinwirft und beschließt, dass IFR fliegen überbewertet ist und er sowieso lieber VFR fliegt. Tatsächlich liegen wohl wirklich Welten zwischen diesen beiden Flugmethoden, die sich nicht unbedingt in der Technik des Fliegens, sondern in den Vorschriften drumherum unterscheiden.
Einerseits fände ich es praktisch, wenn er die IFR-Lizenz hätte, denn dann dürften wir auch legal bei schlechten Sichten nach Borkum fliegen, andererseits ist es aber wirklich nur ein Hobby und wenn es keinen Spaß mehr macht, finde ich es unsinnig, sich damit zu quälen. Nun, bis Mitte August hat er noch Zeit, sich das zu überlegen, dann verfallen seine bereits bestandene Theorieprüfungen und damit hat sich das Thema dann ganz von alleine erledigt.

In der Zeit, in der K sich irgendwo über den Wolken zwischen hier und Bremen über die Nervigkeiten der IFR-Vorschriften ärgerte, habe ich hier ein wenig meinen Schuhschrank durchsortiert und dabei gelernt, dass Schuhe an Ungetragenheit versterben können. Bei zwei Paar Schuhen, die ich, zugegeben, wirklich sehr lange nicht mehr anhatte, war das Leder steinhart geworden und bröselte, als ich einen Schuh probehalber etwas bewegte. Endlich konnte ich sie mit gutem Gewissen in die Tonne stecken.
Zwei andere Paare waren durch Rumliegen eingelaufen.
Wie das passieren kann, ist mir ein Rätsel, denn ich habe sie früher viel und gerne getragen, aber sie passten nicht mehr. Ich könnte das verstehen, wenn meine Füße gewachsen wären, aber dann würden mir ja alle Schuhe nicht mehr passen und das ist ganz offensichtlich nicht der Fall.

Ich habe ein ähnliches Phänomen neulich auch mit neuen Schuhen erlebt.
Ich besitze ein Paar Sneakers aus Merinowolle, diese Schuhe sind saubequem und ich liebe sie sehr, interessanterweise musste ich sie in Größe 39 kaufen, obwohl ich normalerweise Größe 40 habe, aber diese Schuhe waren mir in 40 eindeutig zu groß. Ganz ursprünglich hatte ich sie in einem Schuhgeschäft auf Borkum erworben, dort konnte ich ja auch die verschiedenen Größen anprobieren, deshalb wusste ich, dass 39 die richtige Größe ist. Die Verkäuferin wunderte sich damals schon, weil sie sagte, die Schuhe fallen größengerecht aus, aber es war offensichtlich, dass mir die 40er Schuhe zu groß und zu weit waren. Dann ergab es sich, dass ich mit diesen Schuhen ein technisches Problem hatte, aber die Firma war enorm kulant und nahm die kaputten Schuhe zurück. Damit hatte ich dann erstmal keine Merinosneakers mehr, aber irgendwann fand ich im Netz ein Angebot für Merinosneaker 2.0, bei denen das technische Problem gelöst worden war, die bestellte ich in Größe 39 in hellgrau, die Schuhe kamen an, passten perfekt und ich hatte ab sofort ein Paar Lieblingsschuhe.
Als ich Ostern auf Borkum war, stellte ich fest, dass ich meine Merinosneakers in Greven gelassen hatte und fand das sowieso doof, dass ich davon nur ein Paar besitze und das hin- und hertransportieren müsste. Ich googelte nach Sonderangeboten dieser Schuhe und fand eine Firma, die die mit 25% Rabatt anbot, deshalb bestellte ich kurzerhand noch zwei Paare, als Farben wählte ich dunkelblau und dunkelgrau. Vorsichtshalber telefonierte ich vorher auch noch mal mit der Schuhverkaufsfirma, um sicher zu gehen, dass es auch wirklich die Version 2.0 sei, die ich erhalte, was mir bestätigt wurde. Bezüglich der Größe sagte mir auch diese Verkäuferin, dass sie größengerecht ausfallen, aber ich könne sie ja zurückschicken, wenn sie nicht passen.
Also bestellte ich 2 x Größe 39.
Das dunkelblaue Paar passt perfekt, genauso perfekt wie das hellgraue, was ich schon besaß.
Das dunkelgraue Paar dagegen ist exakt eine halbe Nummer zu klein. Da die Schuhe aber nur in ganzen Nummern verkauft werden, ist das ein blöder Zielkonflikt, ich gehe davon aus, dass sie mir in 40 dann exakt eine halbe Nummer zu groß wären. Deshalb behielt ich die grauen Schuhe und habe bisher hauptsächlich die blauen getragen, in der Hoffnung, dass sich die grauen weiten werden. Ähem.
Was ich aber eigentlich sagen wollte: Wie kann es sein, dass ich bei drei Paar Schuhen, die sich einzig in der Farbe unterscheiden, zwei Paar habe, die perfekt passen und ein Paar, das zu eng ist? Das ist doch völlig bescheuert.
Und wie schaffe ich es, Sneaker aus Merinowolle zu weiten? Genaugenommen müssen sie nicht weiter werden, nur länger. Mein großer Zeh stößt an, das ist unangenehm.
Heute überlegte ich, ob ich mir einfach noch ein Paar dunkelgraue in 40 bestelle, weil ich mich dann nicht mit dem unangenehmen Thema des Schuhweitens beschäftigen müsste. Als ich nach diesen Schuhen im Internet googelte, wurde ich aber von K erwischt, der mich fragte, ob ich nicht langsam genug von diesen Schuhen hätte und weil ich ihm die komplizierten Zusammenhänge nicht erläutern wollte, habe ich den Browser wieder zugemacht, gab auch grade gar keine Sonderangebote. Falls es aber noch mal Sonderangebote gibt, dann, nun, dann schauen wir mal
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Samstag, 29. Mai 2021
Sushi-Treffen
Ein angenehmer Samstag war das heute.
Ich habe das Haus saubergemacht, dann ein wenig im Arbeitszimmer aufgeräumt und schließlich beschlossen, Mandanten Belege zurückzuschicken. Dafür musste ein Aktenordner in ein Paket verpackt werden, was sich als eine Großaktion entpuppte, weil es keine Standardkartons gibt, in die Aktenordner passen. Mit ein bisschen Trickserei und viel Klebeband ging es dann doch, da war der Tag aber auch schon zu dreiviertel rum.
Dann bin ich einkaufen gefahren und habe dabei eine höchst interessante Person kennengelernt.

Wir haben in Greven einen neuen Supermarkt, ein auf extrem edel gemachter Marktkauf (Edeka), der eine große Auswahl an Feinkost anbietet und unter anderem auch eine Sushi-Kühltheke, wo frisch gefertigte Sushi-Häppchen von einem stilistisch passenden Asiaten hinter der Theke vorkonfektioniert in Plastikboxen (das Unterteil ist kompostierbar, maximale Biobemühungen) zusammengestellt und zur Mitnahme angeboten werden.
Ich stand an dieser Kühltheke und schaute die verschiedenen Sushi-Boxen durch, entschied mich für eine und im selben Moment griff eine Frau ebenfalls nach genau dieser Box, wir prallten sozusagen handgreiflich aufeinander, mussten darüber beide sehr lachen, wollten uns dann jeweils 5x gegenseitig den Vortritt lassen, es war eine Situation wie aus einem Louis de Funès Film.
Es endete damit, dass der freundliche Asiate hinter der Theke eingriff und uns eine zweite, gleiche Box reichte, sehr pragmatische Lösung, die wir beide gleichzeitig irgendwie bedauerlich fanden, es war lustig gewesen, sich um die einzige Box negativ zu zanken. "Nehmen Sie sie." - "Nein Sie, Sie waren zuerst da." - "So ein Unsinn, Sie waren zuerst da, nehmen Sie sie." usw.

Am Ende tauschten wir unsere Handynummern und haben uns auf eine gemeinsame Portion Sushi auf dem Parkplatz verabredet, irgendwann demnächst, heute hatten wir beide nicht genug Zeit nach hinten raus.

Ich wollte nämlich wieder nach Hause, weil ich davon ausging, dass K bald wieder zurückkäme und dann sowohl k.o. als auch hungrig sein würde. Er war heute den gesamten Tag in Sachen IFR mit einem Fluglehrer zum Üben unterwegs und weil IFR fliegen, wenn man es noch lernt und nicht als eingeübte, automatisierte Routine ohne Nachzudenken einfach so abspult, eine ziemlich anstrengende Sache ist, wollte ich ihn mit dem Sushi und zwei-drei anderen Dingen einen schönen Empfang bereiten.

So geschah es auch und meine Sushi-Idee wurde sehr gelobt, ich freu mich aber auch auf das geplante Parkplatz-Sushi, die Dame machte einen ungemein sympathischen Eindruck
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Freitag, 28. Mai 2021
Termine gemacht und Rasen gemäht
Die App, die vorne auf dem Startbildschirm meines Handys einen großen gelben Klebezettel simuliert, auf dem ich dringende oder wichtige Erinnerungen notieren kann, damit ich sie jedesmal sehe, wenn ich das Handy in die Hand nehme, beginnt zu funktionieren.
Gefunden und runtergeladen habe ich die App ja schon letzten Herbst, damals wollte ich unbedingt den Termin beim Augenarzt nachholen, der im Frühjahr abgesagt worden war, vergaß aber einen um den anderen Tag, diesen Termin dann auch telefonisch in der Augenarztpraxis zu vereinbaren.
Ich dachte, so ein virtueller Klebezettel hilft beim Drandenken, für den Augenarzttermin funktionierte das aber nur eingeschränkt. Bis ich diesen Termin endlich tatsächlich vereinbarte verging fast ein halbes Jahr, in dem ich mich gut an die große gelbe Kachel vorne auf meinem Handy gewöhnte, es waren immer nur andere Menschen, die mich erstaunt fragten, weshalb da so groß und fett "Augenarzt" auf meinem Handy steht.
Nunja, so ist das manchmal.
Aber inzwischen habe ich nicht nur den Augenarzttermin erledigt, sondern ich habe den Klebezettel auch schon mehrfach neu beschriftet, das gefällt mir sehr gut.
Heute habe ich TÜV und Friseur erledigt, was bedeutet, ich habe telefonisch Termine vereinbart.
Einen neuen Zahnarzttermin habe ich heute auch ausgemacht, der war ja letzte Woche ausgefallen, weil die Zahnreinigungsdame erkrankt war, weshalb er heute hätte stattfinden sollen. Ich war auch pünktlich in der Praxis, bekam dort aber einen meiner derzeit üblichen Hustenanfälle, mit dem Erfolg, dass sie mich nicht behandeln wollten. Alles viel zu gefährlich inderaktuellensituation. Also habe ich einen neuen Termin gemacht, für in vier Wochen und hoffe, dass ich dann weniger huste, sonst kriege ich irgendwann noch Zahnprobleme wegen meinem Husten.

Nach dem missglückten Zahnarzttermin habe ich für ein paar Stunden Home-Office gemacht, das war langweilig, aber halt nicht zu ändern.

Am Nachmittag schien die Sonne, überall in den Nachbargärten ertönten Rasenmähergeräusche, also fühlte ich mich genötigt, auch mal vorsichtig in unseren Garten zu gucken. Das Gras war durch den vielen Regen der letzten Wochen schon fast kniehoch, es wurde also wirklich Zeit. Eigentlich war das Gras sogar schon viel zu hoch für einen Mäher, eine Sense wäre sicherlich besser gewesen, aber weder besitze ich so ein Teil noch kann ich damit umgehen, also blieb nur Mäher, es war entsprechend mühsam.

Nebenan saß die Nachbarin auf der Terrasse und beaufsichtigte ihren 2jährigen Sohn, dem die Eltern einen kompletten Spielplatz in den Garten gebaut haben. Es gibt ein riesengroßes Trampolin, ein noch größeres Klettergerüst mit Turm und Rutsche, eine Riesenschaukel, eine kleine Schaukel, noch eine Rutsche, irgendwas zum drehen, eine Wippe und einen Sandkasten. Die Nachbarn müssen nicht Rasenmähen, da ist kaum noch Platz für Rasen zwischen all diesen Spielplatzgeräten. All diese Spielgeräte interessierten das Kind aber nicht, es war total fasziniert davon, dass ich nebenan Rasen mähte und versuchte sehr hartnäckig und ausdauernd mir ein Gespräch aufzuzwingen. Es war ein bisschen kompliziert, weil das Kind eine sehr eigenwillige Sprache benutzte, ich also nicht verstand, was es mir erzählte. Solche Situationen kenne ich aber auch von Besprechungen mit wichtigen Personen, die erzählen auch oft wirren Kram, der niemanden interessiert, ich habe also reagiert wie ich im beruflichen Kontext in solchen Situationen auch reagiere, erst habe ich lange nichts gesagt und dann ebenfalls Blödsinn erzählt, das Kind war sehr zufrieden mit meiner professionellen Reaktion
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