anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 14. November 2020
Emsa-Werksverkauf, Holstenkasten und Saugroboter
Ein sehr lustiger Tag war das heute, bis mittags hatte ich glänzende Laune, dann kam ein kurzer Durchhänger, aber dann wurde es wieder sehr schön und der Abschluss am Abend war auch noch mal niedlich.

Aber der Reihe nach:
Heute war wieder Sonderverkauf bei Emsa.
Vor genau fünf Jahren war ich das erste Mal dabei, damals mit meiner Schwester und wir hatten viel Spaß.
Seit damals weiß ich, dass diese Sonderverkaufstermine sehr beliebt sind und dass mit langen Schlangen bzw. Wartezeiten vor dem Einlass zu rechnen ist, weil die auch zu früheren Zeiten, also auch ohne Corona, nur eine bestimmte Anzahl von Menschen in die Sonderverkaufshalle gelassen haben. Solche Mengenbeschränkungsvorgaben wegen Brandschutz o.ä. gab es ja schon immer.
Es war deshalb davon auszugehen, dass das mit Corona noch um ein Vielfaches schlimmer sein wird, denn garantiert dürfen jetzt noch mal deutlich weniger Leute gleichzeitig dort einkaufen, der Plan war deshalb, schon ca. 20 Minuten vor Beginn des Sonderverkaufs dort zu sein, damit man gleich mit dem ersten Schwung Leute, die eingelassen werden, reinkommt.
Der Plan war auch, dass meine Schwester wieder mitkommt, sie hätte halt noch mal deutlich früher aufstehen müssen, weil sie ja aus Bielefeld anreist, dann hätten wir noch fix einen Kaffee hier bei uns getrunken, hätten K zum Hundesitter erklärt und wären zu Emsa gefahren.
Dieser Plan wurde schon vorgestern abgesagt, weil meine Schwester erfahren hatte, dass sie mal wieder einen Coronamenschen getroffen hat, sie hat sich deshalb in freiwillige Selbstquarantäne begeben und ich wäre auch nicht scharf darauf gewesen, mit ihr unterwegs zu sein.
Was diese Coronainfektionen angeht, da hat sie echt Pech. Eigentlich trifft sie so gut wie gar keine Menschen und ist die allermeiste Zeit des Tages alleine, aber wenn sie mal Menschen trifft, dann sind diese fünf Tage später positiv getestet und sie geht so lange nicht mehr über Los vor die Tür, bis sie selber ein negatives Testergebnis hat. Dass einen das irgendwann nervt, kann ich sehr gut verstehen, aber hilft nix, aktuell wartet sie mal wieder auf ihr Ergebnis und wir haben den gemeinsamen Einkaufsausflug für heute abgesagt, zumindest das gemeinsame an dem Ausflug.
Ich wollte aber trotzdem gerne zu Emsa und weil K jetzt nicht mehr Hundesitter sein musste, fand ich es eine gute Idee, wenn er stattdessen mitkommt, solche Shoppingtouren machen zu zweit einfach mehr Spaß.

Die sonstigen Rahmenbedingungen des Ausflugs waren unverändert, ich wollte gerne 20 Minuten vor Öffnung schon da sein, also Abfahrt hier um 8.30h, bis Emsdetten brauche ich ca. 10 Minuten mit dem Auto.
So habe ich das K mitgeteilt, so hat er auch seinen Wecker gestellt, der pünktlich um 7h lospiepte.
und K stand auch auf und kochte Kaffee.
Wir brauchen ja morgens alle beide unsere Anlaufzeit, tranken also unseren Kaffee, lasen ein wenig Internet, aber als es dann plötzlich schon 8.10h war, bin ich energisch aus dem Bett gesprungen und forderte K auf, sich ebenfalls fertig zu machen. Wir hatten uns ja schließlich was vorgenommen.
Um 8.35h stand ich fertig gestiefelt und gespornt vor der Ausgangstür, von K hörte ich dafür nur gurgelnde Badezimmergeräusche von oben.
Es dauerte noch 20 Minuten, bis er endlich auch abfahrbereit war und ich war schon ziemlich sauer.
Normalerweise lasse ich K Auto fahren, wenn wir gemeinsam unterwegs sind, aber heute hatte ich es wirklich eilig und wenn ich das Gefühl habe, es ist wirklich wichtig, dass jetzt nichts mehr schief geht, dann mache ich immer lieber alles selber.
Um 8.55h fuhren wir also in meinem Golf aus der Tiefgarage, und wurden auf der B 481 Richtung Emsdetten von einem ein älterem Toyota mit Warendorfer Kennzeichen ausgebremst, der nur mit knapp über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit über die Landstraße schlich. Bei der ersten schlechten Gelegenheit habe ich den Toyota mit Kickdown überholt, in solchen Situationen bin ich immer sehr froh, dass ich einen GTI habe, da passiert tatsächlich was, wenn man einfach nur mal Vollgas gibt und kommentierte den Überholvorgang damit, dass das wichtig sei, denn in dem Toyota saßen zwei Frauen Typ Tupperparty, die wollen garantiert auch zu Emsa, da MUSS ich vorher überholen.
Sie wollten übrigens wirklich zu Emsa, kamen dann aber natürlich erst nach uns an. Chacka.

Als wir bei Emsa auf den Parkplatz fuhren, war es 9.05h und vor dem Eingang standen Leute Schlange.
Die nächsten fünf Minuten habe ich dann damit verbracht, meinen Westfalenmann zu beschimpfen, denn nur weil er so lange getrödelt hatte, waren wir so spät unterwegs und jetzt ist der erste Schwung an Kunden schon drin und wir kommen erst rein, wenn die ersten fertig sind mit Einkaufen. Genau das wollte ich ja vermeiden. Boah wie ärgerlich, und alles nur, weil er im Bad nicht fertig wurde. Echt, jetzt mal.

Immerhin waren nur sechs Leute vor uns, aber trotzdem. Dafür wurde die Schlange hinter uns immer länger. Gegen 9.15h ging das große Tor auf und es tauchten Security-Mitarbeiter auf, die eine ganze Wagenladung an Einkaufswägen in die Parkbox schoben und bei mir tauchten die ersten Fragezeichen auf. Dann erschien ein Mitarbeiter von Emsa, ging die inzwischen schon seeehr lange Schlange ab und erklärte allen Leuten, dass sie auch beim Warten Maske tragen müssten, weil sie auf einem Parkplatz für mehr als 10 Pkw ständen, und da wäre das Pflicht.
Und dann kam ich auf die Idee, die Öffnungszeiten von diesem Werksverkauf mal im Internet zu überprüfen - und was soll ich sagen: Es ging erst um 10h los und wir waren nicht fünf Minuten zu spät, sondern 55 Minuten zu früh. Upsi.
Aber was für ein Glück. Denn wenn wir, so wie ursprünglich geplant, erst 20 Minuten vor Öffnung da gewesen wären, dann wären wir ganz sicher nicht mit dem ersten Schwung an Kunden reingekommen, denn um 9.40h warteten schon ca. 300 Kunden in der Schlange.
Und außerdem bekamen wir quasi gleich als erstes frisch desinfizierte Einkaufswagen, sehr praktisch, denn ich nahm mir sofort einen von den großen, mit "Ladefläche", da passt erstens mehr drauf und zweitens hatte ich so für die restliche Wartezeit einen prima Sitzfläche.



Die gesamte Schlange hinter uns konnte ich nicht fotografieren, dafür war sie zu lang, weil natürlich auch alle Leute brav mit Abstand warteten.
Als es um 10h wirklich losging, waren wir also unter den ersten 10 Kunden, die die heiligen Hallen betraten, das ist schon ein cooles Gefühl, vor allem, weil wir natürlich komplett aus dem Vollen schöpfen konnten, was das Angebot anging, es war ja noch nichts ausverkauft.
Und dementsprechend viel zufälligen Kram haben wir dann auch erworben. Außer dem (geplanten) größeren Schwung an Clipperdosen (kann man nie genug von haben und ich brauchte wirklich noch welche, habe ich festgestellt) besitzen wir jetzt einen Saugroboter, ein Indoorgewächshaus und eine neue Kaffeemaschine. Naja, und noch so dies und das, aber es war halt alles grade so unglaublich günstig und noch mal 10% Extrarabatt gab es auch, weil ich mich mit meiner Spam-E-Mail-Adresse für den Newsletter angemeldet hatte, das kann man nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Nach einer Stunde waren wir schon wieder draußen, mittlerweile hatte sich die Schlange draußen dreimal um das gesamte Gebäude gewickelt, wir waren echt froh, dass ich die Zeit verwechselt hatte.

Und weil der Tag noch so jung war und wir grade so viel Schwung hatten, sind wir nach Hause gefahren, haben dort die Einkäufe einfach nur ausgeladen, ohne sie weiter zu bewundern und haben dafür den Wagen wieder vollgeladen mit Elektroschrott und all dem Gelumpe, was K vor zwei Wochen, als er den Keller aufgeräumt hat, als Müll identifiziert hatte. Das war eine ganze Menge und stand seitdem immerzu im Weg rum, ich fand es eine geniale Idee, dass wir das Zeug jetzt auch endlich mal loswerden. Der örtliche Werkstoffhof hat Samstags nur Vormittags geöffnet, es war also eine gewisse Eile geboten, aber auch eine perfekte Gelegenheit.
Es passte grade so alles in Auto und ich stellte wieder mal fest, wie gut es sich anfühlt, sich von Dingen endgültig zu befreien.

Anschließend sind wir wieder nach Hause gefahren, K hat den Staubsaugerroboter ausgepackt und erst mal an die Ladestation gehangen, dann haben wir beide Pause gemacht, was bedeutete, dass ich ungemein müde wurde und mir überlegte, ob ich nicht einfach wieder ins Bett gehe.
Aber irgendwie wäre dann der Tag ja nicht so schön gewesen, ich war so stolz auf die geballte Energie, die wir da gleich früh am Samstagmorgen rausgeballert hatten, da muss man dran bleiben und weiter ballern.

Wir beschlossen also, noch mal auf Tour zu gehen, die Wochenendeinkäufe mussten noch erledigt werden und vielleicht gelingt es uns ja, die Kiste Holsten Bier loszuwerden, die N aus Hamburg mitgebracht hatte und die nun seit Monaten leergetrunken in unserem Keller im Weg rumsteht. Vielleicht finden wir ja einen Getränkemarkt, wo wir die leeren Flaschen wieder loswerden, beflügelt von den Erfolgen des Tages nahmen wir uns Großes vor. Wir hatten es nämlich schon in Greven an verschiedenen Stellen probiert, aber noch nicht mal der "Bierzwerg", ein echtes Bierfachgeschäft, nimmt leere Holstenbierflaschen. Sehr ärgerlich, die leere Bierkiste regt mich zunehmend auf.

Google sagte, Edeka hat Holsten im Sortiment, wir fuhren deshalb mal in den Nachbarort, denn das örtliche Edeka hatten wir schon ausprobiert, die wollten den Kasten nicht.
Leider nahm auch das Edeka im Nachbarort keinen Holstenkasten. Ich hätte den Kasten ja einfach in dem Kabuff mit dem Pfandautomat stehengelassen, aber K meinte, da gäbe es eine Kamera, wir sollten den Kasten doch besser wieder mitnehmen.

Jetzt steht er bei K im Kofferraum, ich habe ihm die Aufgabe übertragen, diesen Bierkasten irgendwie loszuwerden, ich will ihn nicht mehr im Haus haben, im Keller ist jetzt grade alles so wunderbar frei und aufgeräumt, da stört ein leerer Bierkasten einfach.
Dann haben wir noch die notwendigen Wochenendeinkäufe erledigt und dann war Abend.

Zuhause war der Saugroboter fertig geladen und K hat ihn mal probehalber saugfahren lassen. Das war sehr lustig, weil K sich dabei benahm wie ein besorgter Vater, der sein Kleinkind bei den ersten Krabbelversuchen beobachtet und ständig aufpasst, dass es sich bloß nicht wehtut. Immer wenn der arme Robbi irgendwo gegendengelte, zuckte K leicht zusammen und versuchte, ihm den Weg zu ebnen.
Als er unter den Esstisch fuhr und sich zwischen den Stuhlbeinen verirrte, hat K ihm die Stühle weggeräumt, damit der kleine Kerl aus diesem Labyrinth wieder rausfand, als er sich der Treppe zum Keller näherte, hat K schützend aufgepasst, dass er nicht abstürzte und als er sich schließlich bis in die Diele vorgearbeitet hatte, hat K mich gerufen, damit ich mit ihm gemeinsam unserem neuen Baby beim Krabbeln Saugen zusehe.
Ich stelle fest, dass ich deutlich weniger zärtliche Gefühle für das neue Familienmitglied entwickele als mein Westfalenmann, aber ich war ja schon vor 30 29 Jahren eine bekennende Rabenmutter. Und überhaupt, mag ja sein, dass diese Geräte über eine künstliche Intelligenz verfügen, aber hochbegabt geht sicherlich noch mal anders. Die Intelligenz dieses Saugroboters würde ich eher so im Bereich von Knäckebrot einstufen, so trottelig wie der sich heute angestellt hat.
Aber es war lustig
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Freitag, 13. November 2020
Störche, Nachtkerzen und Küstenpiloten
Langer Tag im Home-Office, bis fast 18h fast ohne Pause am Telefon oder in Videokonferenzen, irgendwann reicht es dann auch.

Vor ziemlich genau einem Monat habe ich mich über die Störche gewundert, die immer noch nicht nach Süden abgeflogen waren, sieht so aus, als ob sie dieses Jahr wirklich komplett hier bleiben, sie sind nämlich immer noch da



Vielleicht sind die mit den Corona-Babys aus dem ersten Lockdown vor knapp neun Monaten jetzt im Winter derart überlastet, dass sie keine Zeit für lange Reisen haben.

In demselben Beitrag habe ich mich auch über die Lilie gewundert, die mitten auf unserem Rasen blüht.
Mittlerweile weiß ich, dass es gar keine Lilie ist, sondern eine Nachtkerze und sie blüht immer noch



Zwischen den beiden Fotos links liegen ungefähr zwei Monate, das untere habe ich heute Morgen vom Balkon aus gemacht. Diese Pflanze ist echt faszinierend, denn sie blüht wirklich seit über zwei Monaten nonstop vor sich hin.
K hat sie über Plantsnap gesucht, so fanden wir heraus, dass es keine Lilie ist. Als gewiefter Biologe deutete K die Anzeige des Verbreitungsgebietes so, dass er meint, der gelbe Fleck bedeutet, dass die Pflanze nur in Greven heimisch ist. Interessante Analyse.

Ansonsten kam heute die zweite Folge der Küstenpiloten, und alles, was mir dazu einfälllt ist: Was für ein sagenhafter Blödsinn.
Ich war ja echt gespannt, weil die Kombination Nordsee und Fliegen natürlich genau mitten aus meinem Leben ist, nur leider haben die Macher dieser Serie sich mit allem möglichen beschäftigt, aber ganz offensichtlich überhaupt nicht mit Fliegen und auch nicht mit Nordsee und Wattenmeer.
Da sind so viele, ach was viele, UNMENGEN an albernen Fehlern drin, dass ich vor lauter Fremdschämen gar nicht dazu gekommen bin, mich wirklich aufzuregen. Es ist eigentlich eher zum Gruseln.

Weil die Küstenpiloten ständig mit An- und Abflug auf einen Flugplatz beschäftigt sind, bekommt der Zuschauer natürlich auch mit, was sie sich da so an Funkerei mit dem Tower leisten - und das ist echt ein Schenkelklopfer. Die Regeln für die Funkerei sind jetzt wirklich nicht so kompliziert, warum hat sich denn niemand aus dem Filmteam die Mühe gemacht, das mal kurz zu überprüfen und die korrekten Texte sprechen zu lassen? Und wieso wechseln die ständig zwischen Deutsch und Englisch? Das ist doch albern. Und wieso lassen sie sich für einen Info-Platz (da hat der Tower nur Info-Aufgaben und kann keine Freigaben erteilen) eine Landefreigabe für die Piste 29 geben, um dann groß eingeblendet auf der Piste 11 aufzusetzen? Das ist alles einfach nur schwachsinnig.
Dasselbe gilt für die Flugaufnahmen, die ebenfalls oft schlecht zur Continuity passen und ach, überhaupt. Die gesamte Szenerie ist derart falsch und künstlich und nachgemacht, dabei auch noch echt schlecht nachgemacht, dass es einfach nur wirklich peinlich ist.
Heute blieb die Tochter der Hauptdarstellerin im Watt stecken. Ich meine, es ist natürlich richtig, dass es immer wieder zu schrecklichen Unfällen im Watt kommt, weil Leute sich über- und die Natur unterschätzen, aber wenn es irgendetwas ganz sicher nicht gibt, dann die Art, wie das Mädchen heute im Watt stecken blieb. In ein Schlickloch getreten, bis zum Knie drin versunken und dann gibt es kein Entkommen mehr. Dann wären aber wirklich schon viel mehr Touristen regelmäßig im Watt geblieben. Und ihr Onkel, ebenfalls vor Ort aufgewachsen, so dass man davon ausgehen sollte, dass er schon mal im Watt war, springt mit dem Fallschirm ab, um sie zu retten, rennt vom Deich aus dann Vollgas auf sie los und bleibt ebenfalls im Schlick stecken. Jau, alles ganz ungemein realistisch. Und währenddessen kommt die Flut und es ist alles ganz ungemein gefährlich und wenn die Kamera in die Totale geht, sieht man, dass das Wasser immer weniger wird. So was mag ich ja.

Ich fand die Idee so toll, Küstenpiloten, Mensch, das ist doch wirklich ein prima Setting, da kann man doch was draus machen. Dass das aber dann derart vermurkst wird, ne, das ist nur traurig
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Donnerstag, 12. November 2020
Rumgeeier
Das Vorhaben, einen Blogtext mal wieder in aller Ruhe ausführlich vorzubereiten, scheitert seit Ewigkeiten an den Lästigkeiten des Alltags.
Entweder ist viel zu tun, dann bin ich gestresst oder ich habe aktiv entschieden, mal endlich wirklich nichts zu tun, dann habe ich für anspruchsvolle Texte auch keinen Platz, denn nichts tun ist zwangsläufig auch immer mit nicht denken gekoppelt.
Es bleibt also eine Herausforderung, so wirklich habe ich noch keinen Plan, wie ich dieses Todesdilemma zerhacke, bis dahin denke ich mir einfach jeden Abend irgendeinen Text aus, alles ist erlaubt, nur kein Loch.
Und bewundere andere Leute für ihre ellenlangen Texte, die sie scheinbar mühelos aus dem Nichts in den Blog hereinzaubern. Aber darin, andere zu bewundern, war ich schon immer besser als darin, mich von der Leistung anderer anspornen zu lassen, ich habe wirklich so überhaupt kein Wettkampfgen, dass es schon fast tragisch ist.
Aber sei's drum, das Wochenende steht vor der Tür, morgen Home-Office, Samstag Werksverkauf bei Emsa und dann schauen wir mal, was die restliche Zeit noch so bringt, vielleicht schaffe ich es ja dieses Wochenende endlich mal, genug Disziplin für ein privates Home-Office-Wochenende aufzubringen. Wär schon gut, wenn mir das gelänge
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Mittwoch, 11. November 2020
Digitalisierte Postzustellung
Vor zwei Wochen habe ich in einem kleinen, privat geführten Internetlädchen 2l Zitronenwaschparfüm* telefonisch bestellt. Ich saß irgendwo rum, hatte nur mein Handy zur Unterhaltung und da fiel mir ein, dass ich ja schon seit längerem dieses Waschparfüm kaufen wollte, weil sowohl auf Borkum als auch in Greven die Vorräte zur Neige gehen.
*Dieses Zeug verwende ich seit ca. 20 Jahren, bei jeder Wäsche kommen 2-3 Spritzer davon in das Weichspülerfach und das führt dazu, dass die Wäsche nicht mehr nach Waschmittel, sondern ganz leicht nach Zitrone riecht. Die Kinder sind derart darauf konditioniert, dass sie jede andere frisch gewaschene Wäsche als "puh, die riecht" ablehnen und nur Wäsche mit Zitronenduft als frischgewaschen akzeptieren. Weil die gesamte Familie das Zeug benutzt, lohnt sich die Bestellung von großen Mengen, ich verteile dann an alle weiter. Früher gab es das Zeug im Spinnrad, als die Pleite waren, wurde das Rezept von der Firma Lavita übernommen und gottseidank weiterproduziert. Nur muss ich jetzt halt immer im Internet bestellen und kann es nicht mehr im Laden kaufen.

Dieses Vorhaben, also Nachschub zu bestellen, schleppe ich bestimmt schon seit dem Sommer mit mir rum, aber immer, wenn es mir einfiel (üblicherweise, wenn ich grade vor der Waschmaschine stand und bemerkte, dass die Vorräte knapp werden), konnte ich es nicht sofort umsetzen und so vergaß ich es wieder.
Das passiert mir oft, dass mir Dinge, die ich tun möchte, immer nur dann einfallen, wenn ich sie grade nicht tun kann, wenn es dagegen gut umsetzbar wäre, dann denke ich nicht dran.

Vor zwei Wochen fiel mir dieses Waschparfüm aber ein als ich grade nichts anderes machte als mit meinem Handy rumzuspielen und deshalb habe ich kurz nach diesem Lädchen, bei dem ich schon mehrfach bestellt hatte, gegoogelt und festgestellt, dass es als anklickbare Onlinebestellung nur 250ml Fläschchen gibt.
Da ich lieber die deutlich günstigeren Literflaschen haben wollte, die nicht nur weniger Müll, sondern auch weniger Preis ausmachen, habe ich die angegebene Telefonnummer angerufen und dort aufs Band gesprochen mit der Bitte um Rückruf.
Der Rückruf erfolgte prompt, die sehr nette Inhaberin erklärte mir, dass sie die Literflaschen erst selber bestellen müsse, deshalb gäbe es rund zwei Wochen Lieferzeit, aber dann würde sie mir gerne zwei Liter davon schicken. Ich gab ihr telefonisch meine Anschrift in Greven durch und wir einigten uns auf Vorauskasse, sie würde mir die Rechnung schon mal per E-Mail schicken, wegen der Lieferzeit bliebe ja genug Zeit für eine Überweisung. Ich wartete also auf die E-Mail und habe die Sache ansonsten wieder vergessen.

Gestern bekam ich dann eine Nachricht von DHL auf mein Handy, dass meine Sendung unterwegs sei und ob ich sie umleiten möchte, wenn ich nicht zu Hause bin. Das verwunderte mich zunächst, weil ich in den letzten Tagen nichts bestellt hatte, aber dann sah ich "Duftlädchen" als Absender und dann fiel mir mein Waschparfüm wieder ein. Ohne mir per E-Mail vorab die Rechnung zu schicken, kam nun die Ware direkt, Kauf auf Rechnung, ganz im Vertrauen darauf, dass ich das auch ordnungsgemäß überweisen werde. Ich mag sowas ja, da fühlt sich das gesamte online Bestellen gleich nicht mehr so unpersönlich an.

Was mir aber auch gefällt, ist, dass DHL meinen Namen mit Anschrift mit meiner E-Mail-Adresse verknüpft hat und mich deshalb per E-Mail und per Push-Nachricht aus der DHL-App darüber informiert, dass da ein Paket an mich unterwegs ist. Die Datenschützer mögen sich aufregen ich finde es praktisch.
Und weil ich natürlich tagsüber nicht da bin, habe ich die Sendung an die neue Packstation bei Lidl weitergeleitet, das klappt ganz wunderbar online, ich war sehr zufrieden.

Heute machte es dann alle naselang pling auf meinem Handy und ich bekam ständig Updates, wie es meiner Sendung geht, dass sie jetzt eingeliefert wurde und wo ich die Pin zum Abholen finde. Ein bisschen viel fand ich das schon, aber nun ja.

Dann stehe ich heute Abend an der Packstation, scanne meine DHL-Karte, gebe meinen Pin ein - und bekomme zwei Sendungen angezeigt, die ich beide abholen könne. Ein Paket und ein Einschreiben.
Sapperlot, Einschreiben? Hatte ich ja noch nie und überhaupt, wie kommt das hier hin und von wem?
Es stellte sich dann heraus, dass in dem Einschreiben die Jahresbuchhaltung einer Mandantin ist, die mich vor drei Monaten mal gefragt hatte, wo sie mir die Unterlagen hinschicken solle - damals hatte ich ihr meine PostID genannt und jetzt hatte sie es abgeschickt.

Ich finde das System von DHL, das beide Sendungen eindeutig mir zuordnet und in derselben Packstation gleichzeitig mit einer Pin zur Abholung bereitstellt tatsächlich beeindruckend.
Mag sein, dass wir im Zeitalter der Digitalisierung leben, aber bisher kenne ich bei Digitalisierung hauptsächlich die Pannen. Hier hat diesmal etwas wirklich perfekt funktioniert und das macht dann auch wirklich Spaß
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Dienstag, 10. November 2020
Alles im üblichen Rahmen
Der Tag verlief ohne besondere Vorkommnisse, würde man wohl in einem Überwachungsprotokoll notieren.
Ich bin spät aus dem Haus gegangen, Probleme mit dem Wachwerden und eine Paketbenachrichtigungsabholkarte, die mir sagte, heute erst ab 10h in der DHL-Station in der Fußgängerzone waren die perfekte Begründung, den Tag langsam anzugehen. Und weil es zwar schon spät war aber noch nicht spät genug für 10h, bin ich dann auch noch vor dem Paketabholen einkaufen gegangen, auch eine interessante Erfahrung.
Ich bin ja stets fest davon ausgegangen, dass es abends nach Büroschluss ganz logischerweise voll ist in den Lebensmittelläden, aber dass es morgens um kurz vor 10h noch viel voller ist - das hätte ich nicht erwartet.
Wo kommen all die Menschen mit Tagesfreizeit her? Alle im Home-Office? Ich fand es sehr faszinierend.

Im Büro war ich genau sechs Stunden und bin dann wieder gefahren, weil am Abend nur noch zwei Webkonferenzen mit Vermögensverwaltern anstanden, bei denen kann ich mich auch von zu Hause aus zuschalten, insgesamt war das heute also ein eher ruhiger Tag.

Morgen hätte es ein Kick-Off-Meeting für das große Projekt geben sollen, aber wegen deraktuellensituation wird das Kicken verschoben, ist mir sehr recht. Außerdem sind ja auch die Verträge immer noch nicht fertig ausgehandelt.

Außerdem festgestellt: Filme gucken per streaming (was auch immer das meint, aber auch das Anklicken von Filmen in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken ist ja schon streaming), also wie auch immer man streaming auslegt, mir ist es auch in der einfachsten Version schon zu umständlich. Denn es bedeutet in jedem Fall, dass ich mir aus einer noch viel größeren Auswahl als normales Live-TV aussuchen soll, was ich angucke und das ist mir definitiv zu viel.
Klassisches Fernsehen, das stumpf vorgibt, was grade gesendet wird, reicht mir völlig. Ich klicke mich da regelmäßig nur halb motiviert durch sechs Programmkanäle (ARD, ZDF, WDR, NDR, ONE, NEO) - und wenn da nix bei ist, was mich interessiert, bin ich erleichtert, dass ich gar nichts gucken muss und mache zufrieden die Kiste aus. Wofür in aller Welt sollte ich dann noch woanders gucken gehen? Es ist doch wirklich prima, wenn nichts Gescheites im Fernsehen kommt, weil man dann den ganzen Abend frei hat.
Ich halte dieses ganze Mediatheken-Streamingdienst-Gesummse für vollkommen entbehrlich, ich bin aber auch noch nie ein begeisterter Filmegucker gewesen
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Montag, 9. November 2020
Montagsbüro und Warzenrückschau
Wenn man sich schon Sonntags über den kommenden Montag ärgert, ist der Montag so ein bisschen wie der Dienstag, im Nachhinein dann tatsächlich nicht so schlimm wie befürchtet. Wirklich fröhlich war mir heute Morgen beim Aufwachen zwar nun auch nicht, es hatte sich aber schon wieder ein alles egalisierender Fatalismus über mein Gemüt gelegt, hilft ja nix, fürs erste bleibt eh nichts anderes über als einfach weiter machen.

Im Büro wartete dann ein größerer Poststapel von Freitag, drei Mitarbeiter mit Fragen von Freitag (da war ich vor lauter Telkos noch nicht mal mehr ans interne Telefon gegangen) und die Mappen mit den Löhnen für November. Da im November Weihnachtsgeld ausgezahlt wird und sich die Berechnungsvorgaben jedes Jahr ändern, ist die Kontrolle der Novemberlöhne jedes Jahr eine Herausforderung, bis auf eine Berechnung stimmte dieses Jahr aber alles, der Kollege sieht es inzwischen als eine persönliche Challenge, dass ich keine Fehler mehr finde.

Am Abend war ein Physiotermin - die Wadenmuskulatur ist total verhärtet und deshalb kann ich den Fuß nicht beugen, da hilft nur Dehnen, Dehnen, Dehnen und immer aktiv in den Schmerz rein. Auf so was steh ich ja.

Dafür heilen die Wunden von den wegkürettierten Alterswarzen* gut ab.
Ich war ja am Samstag mit N bei einer Kollegin von N, die so etwas schon häufiger entfernt hat und sich angeboten hatte, es mit mir als Übungsmodell N beizubringen und ich fand das eine gute Idee.
Ich gehe sonst regelmäßig zum Hautarzt, um diese fiesen Dinger wegmachen zu lassen, da das aber eine reine Schönheits-OP ist, zahlt das die Kasse nicht, so dass ich es sehr praktisch finde, wenn ich da künftig jemanden in der Familie habe, der das selber kann.
Die zwei haben sehr gründlich gearbeitet, ich denke, es war eine gut dreistellige Anzahl von Warzen und Wärzchen, die sie da entfernt haben und jede hinterlässt ja erstmal eine offene, blutende Wunde.

*die Dinger heißen offiziell seborrhoische Keratose, was ja deutlich medizinisch dramatischer klingt, in echt sind es aber halt wirklich nur hässliche Alterswarzen, die genau aus dem Grund entstehen, weshalb sie auch so heißen: Alter.

Aber inzwischen ist alles schon gut verschorft und verkrustet, ich habe eine Creme bekommen, die das Abheilen wirklich enorm beschleunigt und mit einem lockeren Halstuch umgeschlungen war nichts mehr davon zu sehen, selbst Duschen und Haarewaschen funktionierte heute Morgen schon problemlos.
Insgesamt also ein wirklich erfolgreicher verlaufener Eingriff und schon nächste Woche habe ich eine babyglatte Haut ohne Knubbel, da freue ich mich schon drauf
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Sonntag, 8. November 2020
Rückflug mit Zweifeln
Der Rückflug war für 16.15h und damit so spät wie grade noch möglich angesetzt. Da Sonnenuntergang mittlerweile schon vor 17h ist (in Greven exakt um 16:48h heute, es fühlt sich total irreal an, aber die Sonne ist wirklich schon vor fünf Uhr am Nachmittag weg), weil es also so früh dunkel wird und K seine Nachtflugfreigabe erst wieder aktualisieren muss, mussten wir spätestens kurz nach Sunset landen, Abflug um Viertel nach Vier war also so ziemlich das späteste, was K noch legal pilotieren durfte.
Unterwegs konnten wir der Sonne beim Verschwinden zusehen, eigentlich sieht das ja immer wieder gleich aus, aber eben auch wieder schön



Wir sind also wieder auf dem Festland, morgen ist Büro und ich hadere mit mir, meinen Lebensumständen und vor allem, dass ich zulasse, dass diese Lebensumstände mir das aktuelle Leben immer wieder vermiesen.

Ich habe in meinem Leben sicherlich sehr viel falsch gemacht und mich häufiger mal falsch entschieden, aber ich habe meine Fehler nie bereut, weil sie Teil meines Lebens sind und insgesamt mein Leben so geformt haben, dass es heute ist, wie es ist und grundsätzlich finde ich es gut, wie sich mein Leben heute darstellt, was aber nicht bedeutet, dass man da nicht noch was optimieren könnte.

Mein Beruf war immer Teil meines "Gesamtlebens", ich habe nie eine scharfe Trennung zwischen Beruf und Privat gemacht, ich habe am Sonntag mit Mandanten telefoniert, am Wochenende E-Mails beantwortet und nachts an Verträgen, Präsentationen oder Bilanzen rumgeschraubt, das war alles niemals ein Thema und es hat mich auch nie gestört.

Jetzt aber stört es mich.
Es stört mich, weil ich keine Lust mehr auf den Beruf habe, denn ich brauche ihn nicht mehr so nötig wie früher.
Es stört mich, weil ich das Gefühl habe, der Beruf klaut mir wichtige Zeit meines Lebens und ich habe Angst, in einem überschaubaren demnächst Zeitraum einfach umzufallen wie Thomas Oppermann und dann war's das, mit dem Leben.
Wenn man meint, dass man gar nicht mehr so viel Leben noch vor sich hat, dann wird man geizig mit dem Verschwenden von Lebenszeit und nach so einem herrlichen Wochenende auf der Insel wird mir erst recht klar, dass ich da wirklich wichtig neue Linien einziehen muss und dass ich mich dann im Zweifel auch hart entscheiden muss, was mir heute wichtig ist und worauf ich noch bereit bin, vier Jahre zu warten.
Und ich fürchte, meine Wartebereitschaft wird immer weniger und ich fürchte, da wird demnächst etwas eskalieren, denn es ist nicht nur meine Entscheidung und sie betrifft halt auch nicht nur mich, es ist, wie immer im Leben, kompliziert, aber das allein ist kein Grund, sich nicht damit auseinanderzusetzen.

Ansonsten habe ich das Wochenende für ein ausgiebiges Fusstraining genutzt.



Laufen in weichem Sand ist auch mit Schuhen eine perfekte Übung, es ist ganz ungemein schade, dass ich im September nicht einfach auf der Insel geblieben bin und dort jeden Tag das Laufen im Sand weiter übte, ich bin sicher, dann wäre mein Fuß schon lange wieder heil.
Aber so ist das eben mit den falschen Entscheidungen, drüber jammern bringt nichts, man sollte sie bewusst wahrnehmen und sich fragen, was man aus ihnen lernen kann
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