anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 25. Mai 2020
Grillen
Klassischer Grillabend, als das Fleisch und die Spieße endlich fertig waren, waren wir schon fast satt, Brot war als erstes weg und jeder hatte schon zweimal von den Salaten genommen, aber so ist das beim Grillen ja meistens,



Auf alle Fälle gab es auch ausreichend Bier mit Lütt un Lütt, so dass mehr Bericht vom Tag nicht mehr drin ist
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Sonntag, 24. Mai 2020
Pflasterarbeiten und Informationsaustausch
Wenn man sonst eher weite Bögen um Sport und körperliche Arbeit macht, ist es mit der eigenen Kraft und Kondition natürlich nicht so besonders gut bestellt, eine Tatsache, die ich aber gerne ignoriere, wenn ich dann doch mal dringend irgendetwas erledigt haben will, was nur mit körperlichem Einsatz zu erreichen ist.

Grade wegen der komplett fehlenden körperlichen Fitness gelange ich an meinen toten Punkt ungefähr fünf Minuten nach dem ich eine körperliche Aktivität begonnen habe. Da das derart albern, lächerlich und eben überhaupt nicht akzeptabel ist, beiße ich dann die Zähne zusammen - und wenn man den eigenen toten Punkt erst mal überwunden hat, funktioniert der Körper danach wie geschmiert.
Man darf nur keine Pause machen, dann ist alles vorbei, aber das weiß ich und wenn ich etwas wirklich erledigen will, mache ich einfach durch.

Heute haben K und ich die gesamte alte Pflasterung aufgenommen, jeden Stein einzeln mit einer Stahlbürste geschrubbt und gereinigt und anschließend fein ordentlich auf dem fertigen Pflasterteil gestapelt, damit die Handwerker, die jetzt ja noch mal wiederkommen müssen, das Anschlussstück mit den vorbereiteten Steinen fertig pflastern können.
Auf der Strecke geblieben ist dabei ein Spatenstiel, der hat die Belastung des Aufhebelns der alten Kantensteine nicht ausgehalten, aber zum Glück hatte der Nachbar noch einen Spaten zum Ausleihen, wir konnten also ohne Pause weitermachen.



Jetzt sieht es so aus:


Der örtliche Baumensch berechnet für sein Facharbeiter 65,50€ die Stunde, K und ich haben heute mindestens vier Stunden nonstop Vorarbeiten für die Pflasterarbeiten erledigt, die ja sonst die Facharbeiter hätten machen müssen, wir haben also über 500€ verdient, dafür kann man sich ja schon mal anstrengen.

Beim Spaten Ausleihen habe ich ein wenig mit dem Nachbarn geplaudert, der ja jetzt auch wieder auf die Insel darf, als Zweitwohnungsbesitzer war er fast zwei Monate ausgesperrt. Er ist Arzt und hat auf dem Festland eine Praxis für Allgemeinmedizin und natürlich haben wir uns über das Virus und die Krankheit und Ansteckungen und den behördlichen Umgang damit unterhalten - und waren uns dann sehr einig, dass das alles insgesamt ganz enorm skurril ist und dass die Hoffnung, das Virus mit Nachverfolgungen des Gesundheitsamtes unter Kontrolle zu halten, völlig absurd ist, weil es viel zu viel zu viele Leute gibt, die sich freiwillig niemals melden würden, wenn sie Symptome haben und die auch die Personen, mit denen sie Kontakt hatten, niemals freiwillig nennen würden, denn dann ist man ja schuld, wenn man selber als Virenschleuder identifiziert wird.
Er erzählte, dass er früher in seiner Ausbildung viel für bzw. in Kinderheimen gearbeitet hat und dass das erste, was ihm damals beigebracht wurde, war, dass er das Wort Scharlach aus seinem Diagnosevokabular streichen solle. Wenn, dann hat ein Kind halt eine Halsentzündung und wird entsprechend behandelt, aber Scharlach kommt nicht vor, denn der Behördenzirkus, der durch Scharlach ausgelöst wird, ist so ätzend, das will niemand freiwillig anstoßen.
Ich kann mir das sofort vorstellen und mir ging es grundsätzlich genauso mit Läusen. Läuse sind auch eine meldepflichtige Seuche - und ich habe exakt einmal den Fehler gemacht, das tatsächlich ehrlich zuzugeben. Danach hatten meine Kinder nie mehr Läuse. Ich hatte sie so fest darauf trainiert, dass das Thema Läuse vollkommen und ohne Diskussion niemals außerhalb der Familie vorkommt, dass sie sich aber gleichzeitig bei dem kleinsten verdächtigen Jucken sofort von mir inspizieren lassen, dass wir nachher ein ziemlich gut eingespieltes Familienteam waren. Bei drei Kindern in drei verschiedenen Schulen/Einrichtungen kann man Läuse gar nicht vermeiden - wir hatten nur ein einziges Mal welche, das war mir eine Lehre.

Der Nachbar erzählte dann noch ein paar Anekdötchen aus seiner Praxis und dem Umgang mit den Gesundheitsamt und nach meinen eigenen Erfahrungen mit Behörden glaube ich ihm jedes Wort, es ist insgesamt schon ziemlich ernüchternd.

Vielleicht ist es doch ganz klug, einfach an Mundschutz als neuen Heilsbringer zu glauben, weil, sehr viel mehr bleibt eh nicht als Glaube und Hoffnung, Liebe sollte aus Abstandsgründen vorerst in Quarantäne geschickt werden
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Samstag, 23. Mai 2020
Nichts Besonderes
Gegen 7h wurde ich heute morgen von einem Gewitter geweckt, um dann aber sehr zufrieden noch mal eine Stunde bei beruhigendem Regengeprassel weiterzudösen.
Das Wetter passte exakt zur Wettervorhersage, für die Urlauber, die hier auf der Insel das lange Wochenende genießen wollten, sicher eine herbe Enttäuschung, für uns aber relativ egal, wir hatten alle beide noch sehr viel Home-Office-PC-Telefon-Arbeit zu erledigen, da ist schlechtes Wetter sogar angenehmer als strahlender Sonnenschein.

Gegen Mittag haben wir aber einen Ausflug zur Müllkippe gemacht, ich wollte endlich den im Schuppen gesammelten Elektroschrott loswerden, was auch bestens gelang. Den Kram über lokale Facebookgruppen zu verschenken ist mir entschieden zu mühevoll, das habe ich letztes Jahr durchexerziert, dafür fehlt mir eindeutig die nötige Gelassenheit, um ausreichend Verständnis für die Ansprüche der Zubeschenkenden zu entwickeln.
J hatte Weihnachten seinen kaputten Großraumkoffer noch ein letztes Mal mit nach Borkum geschleppt, um ihn dann hier endgültig versterben zu lassen - für mich nun das ideale Transportmittel, um darin all den gesammelten Kleinschrott-Krempel einzupacken. Der Koffer selber landete anschließend im allgemeinen Sperrmüllcontainer, im Schuppen ist jetzt wieder richtig Platz.

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K hat den örtlichen Baumenschen kommen lassen und ihm aufgebrummt, die Pflasterung noch mal neu und ordentlich zu machen, als er vorgestern die angeblich fertige Pflasterung das erste Mal in echt sah, war er noch unzufriedener als nach den Fotos, so will er das auf keinen Fall akzeptieren, also muss der Baumensch jetzt nachbessern. Wahrscheinlich ist das sinnvoll so.

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Auf dem Rückweg vom Müllplatz haben wir noch einen Zwischenstopp bei Lidl gemacht, dort war es so voll, dass vor der Einkaufswagenrückgabestation eine lange Schlange stand und auf zurückgebrachte Einkaufswagen wartete, denn ohne gibt es keinen Zutritt im Laden. Angeblich sind nur 20% aller Betten belegt, ich glaube, ich möchte nicht erleben, wie das hier abgeht, wenn wirklich wieder alle Kapazitäten belegt sein dürfen, das wird noch ein Spaß.....

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Den Nachmittag habe ich ohne Unterbrechung am PC verbracht, ein paar der in den letzten Wochen immer wieder liegengebliebenen Dinge sind jetzt aufgearbeitet
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Freitag, 22. Mai 2020
Viel gearbeitet
Heute war zwar fantastisches Wetter, wir hatten aber keine Zeit, es zu genießen, wir haben gearbeitet.
K war jetzt seit über 10 Wochen nicht mehr auf der Insel, es gab eine Menge Dinge zu tun, also haben wir uns systematisch ans Werk gemacht. Hier bei uns im und am Haus waren die zu erledigenden Arbeiten noch einigermaßen übersichtlich, der Rasen muss gemäht werden, aber ausgerechnet das ist an einem Feiertag keine passende Arbeit, also haben wir so Kleinkram gemacht und uns einen sehr leckeren Smoothie zusammengeschnibbelt und teilweise durch den Entsafter gejagt. Festes Obst und Gemüse mag ich lieber, wenn es richtig entsaftet ist und die Faserstoffe ausgeworfen werden, weiches Obst wie Pflaumen, Ananas, Nektarinen und Bananen schmeiße ich direkt in den Mixer, aber von Möhren, Äpfeln und Fenchel verwende ich nur den echten Saft. Macht etwas mehr Arbeit, ist vor allem viel zum Saubermachen, schmeckt dafür aber auch wirklich prima.
Dann haben wir die gekauften "Spezialtomaten" zusammengepackt, haben den Fahrradanhänger angeschlossen und sind zum Onkel geradelt. Dort wartete der bestellte Ventilator auf seine Abholung, außerdem hatte der Onkel größere Mengen an Holz für uns, was wir auch abholen sollten. Deshalb hatten wir ja extra den Anhänger am Rad.

Außerdem hatte ich dem Onkel versprochen, dass ich mich um die Ferienwohnung im Haupthaus kümmere und dort vor allem die Küche einmal komplett saubermache und ausmiste. Das habe ich heute dann auch im Wesentlichen geschafft, dafür ist der Müllsack randvoll. Ich bin immer wieder aufs Neue von den Unmengen an Kram fasziniert, den die Onkelfrau überall gehortet hat, ihre Sammel- und Dekowut machte auch vor der Ferienwohnung nicht halt, auch die steckte voll mit niedlichen Gänschen und Entchen und Blümchen und eben all diesen Nüstenkram, der bei mir schon immer bedingungslos im Müll gelandet ist. Unabhängig davon, dass Staubfänger in Ferienwohnungen eh schon eher überflüssig sind, fand ich das Zeug, was sie dort aufgehäuft hat, auch noch grottenscheußlich. Nur so Niedlichkram, gruselig.
Aber nach einem beherzten Durchgang mit einem großen Mülleimer sieht es dort jetzt schon deutlich besser aus.

Jetzt müssen nur noch die Windowcolorbilder ab - und da weiß leider keiner, wie wir das mit einem angemessenen Arbeitseinsatz schaffen sollen, denn die Dinger sind inzwischen mindestens 10, die meisten aber fast 20 Jahre alt und dementsprechend lange Zeit hatten sie, ausgiebig an den Fenster anzutrocknen. Die gehen nicht mehr ab, die weigern sich hartnäckig.
Blöd nur, dass die Windowcolorbilder passend zum Geschmack der Onkelfrau auch derart sagenhaft kitschig, scheusslich und Augenkrebs versuchend gruselig sind, dass einfach dran lassen eben auch keine echte Alternative ist.
Leider sind es auch noch so unendlich viele, dass man sofort depressiv wird, wenn man sich das gesamte Ausmaß des Grauens vollständig klarmacht.
K hat gezählt wollte zählen, bei 60 Bildern hat er abgebrochen, man erträgt es nicht, wenn man die gesamte Realität durchzählt. Wir haben jetzt schon laut darüber nachgedacht, ob es nicht einfacher wäre, einfach neue Glasscheiben reinsetzen zu lassen.

Das große Schwein im Flur haben wir bis zu den Oberschenkeln entfernt, dann waren wir völlig k.o. und abgearbeitet, den Kram mit einem Ceranfeldschaber zu bearbeiten ist auch noch sauanstrengend. Und es dauert. An dem Schwein haben wir locker schon eine Stunde gearbeitet, es ist aber immer noch zu mindestens 80% existent.


In der Küche der Ferienwohnung kleben Blumen an den Fenstern, nicht ganz so schrecklich wie das Schwein, aber ich finde, auch Blumen müssen nicht sein. Die 90er sind vorbei und damit gibt es auch für Fensterbilder keinen Grund mehr.

Wir haben inzwischen alles mögliche probiert, Ceranfeldschaber, Fön, Zeitung und warmes Wasser - wirklich sinnvoll funktioniert nichts davon, es ist zum Verzweifeln.

Am Abend fuhren wir ziemlich ermattet nach Hause, morgen geht es weiter, aber für heute sind 10 Zentimeter Schweinebein schon ein guter Erfolg.

Zuhause habe ich dann den neuen Ventilator ausgepackt und installiert. Die modernen Geräte von heute werden ja alle nur noch über eine App gesteuert und müssen dazu vorher ins W-Lan gebracht werden, die Anleitung für dieses Gerät war angenehm verständlich und alles funktionierte auf Anhieb, das macht sehr viel gute Laune.
Das Gerät selber gefällt mir auch sehr gut, ich habe jetzt einen Dyson Pure Hot&Cool und bin aktuell sehr damit zufrieden. Die Steuerung funktioniert tatsächlich so einfach, dass selbst ich es intuitiv begreife, das Gerät kann kalte Luft, warme Luft, saubere Luft und Drehungen und alles vom Telefon aus bedienbar, ist schon prima.

Morgen ist außerdem Müllabfuhr, auch das passt sehr gut, hier standen nämlich schon wieder fünf volle Müllsäcke
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Donnerstag, 21. Mai 2020
Inselreise und Idylle
Entgegen meiner Befürchtung war die Fähre nicht komplett rappelvoll, lag aber auch wohl daran, dass sie erst vor zwei Tagen als Extrafähre eingesetzt wurde, denn erst seit Montag gibt es auch wieder Fährabfahrten ab Eemshaven. Hing wohl auch mit diesen Quarantäneregeln und Ausland usw. zusammen, dass die Verbindung Eemshaven-Borkum für rund zwei Monate komplett ausgesetzt wurde.
Aber jetzt ist es wieder offen und ich bekam sogar per E-Mail einen Hinweis, dass ich meine reservierte Fähre ab Emden bei Bedarf auch umbuchen könne in eine Fähre ab Eemshaven, was ich natürlich sofort tat.
Die Aussicht, zwei Stunden auf einer vollen Fähre mit Hunderten von anderen Menschen eingesperrt zu sein, behagte mir schon die ganze Zeit nicht, ab Eemshaven dauert die Überfahrt nur eine Stunde, das ist schon mal ein großer Vorteil. Und die Fähre fuhr um 15h, d.h. es war noch mitten am Tag und warm und ich konnte die gesamte Zeit auf dem Oberdeck sitzen, ich war also sehr zufrieden mit der Fährverbindung.


Überhaupt war das Wetter prächtig, fast windstill und das Wasser glatt wie ein Kinderpopo

Die Wellen, die auf dem Bild zu sehen sind, kommen von dem kleinen Motorboot, was da ganz hinten links verschwindet, es war schon recht idyllisch.


Zuhause angekommen war es vorbei mit der Idylle, die Heizung stand auf Störung und ließ sich weder durch Reset noch durch Hoch- und Runterfahren wieder in Gang bringen, es blieb nur der Anruf beim Installateur, der aber zum Glück auch eine halbe Stunde später schon vorbei kam. Der Installateur ist auch Pilot, man kennt sich aus dem Fliegerclub, das macht Notfalleinsätze relativ problemlos möglich.

Was die Heizung hat, ist nicht rauszukriegen, sie zickt schon seit Jahren immer mal wieder. Jetzt läuft sie, was vor allem für das warme Wasser wichtig ist, sonst wäre hier morgen kalt Duschen angesagt.

Nach dem Instandsetzen der Heizung und einem kurzen Informationsaustausch, was hier die letzten Wochen los war (im Wesentlichen nichts), sind wir Einkaufen gefahren, haben was zu Essen gemacht und sind dann noch eine Runde über den Strand gelaufen.

Als die Sonne weg war, sind wir heimgegangen

schon wieder Idylle.

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In Niedersachsen sind die Schutz- und Kontaktvorschriften noch deutlich strenger als in NRW, und hier auf der Insel achten alle ganz besonders darauf, schließlich will keiner die keimenden Knospen der heißbegehrten Wiedereröffnung gefährden und am besten gelingt das, wenn man nach außen sichtbare Zeichen des guten Willens vor sich her trägt, ohne Maske ist man hier also sofort als potentieller Gefährder gebrandmarkt.

Heutzutage ist ein Mundschutz das neue Weihwasser.

Vertrieb man früher den Teufel mit Weihwasser, so hält man heute Corona mit dem Mundschutz in Schach, lustig finde ich dabei, dass der Mundschutz von den Einheimischen nur gegenüber den gefährlichen Badegästen getragen wird und natürlich wird verlangt, dass alle Urlauber sich ebenfalls nur mit Mundschutz in die Öffentlichkeit begeben. Aber natürlich nur die Fremden - ich sach ja, Weihwasser und Teufel.
Als der Installateur heute bei uns die Heizung reparierte, schlackerte der Mundschutz die ganze Zeit entspannt unter seinem Kinn, auch als er sich noch gut eine halbe Stunde mit uns unterhielt, kam das Ding nicht zum Einsatz, wir sind schließlich keine Badegäste. Dafür erzählte er aber mehrere Geschichten, wie er die Badegäste durch sein gutes Vorbild konsequent dazubringt, ebenfalls Mundschutz zu tragen.

Mittlerweile finde ich den verzweifelten Glauben daran, dass so ein durchgesabberter Mundschutz uns alle vor dem Verderben rettet, richtig niedlich, aber selbstverständlich trage ich selber auch so ein Teil, wenn ich in einen Laden gehe, ist schließlich Vorschrift und Teil der neuen Religion.

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Beim Anmelden auf dem Server aus dem holländischen Netz kam heute eine denkwürdige Meldung:

Ich habe es dann drangegeben mit dem Programm weiter zu arbeiten, da hatte wohl jemand Sorge, ich suche nach dem Fuß des Regenbogens, weil die Goldpreise grade auf einem alltime high sind, eine andere Erklärung fällt mir dazu nicht ein.

Als ich es vorhin hier aus dem heimischen Netz probierte, war alles wieder normal, so dass ich auch den Zahlungsverkehr für heute noch erfolgreich abschicken konnte.
Lustiger Fehler
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Mittwoch, 20. Mai 2020
Charaktertest
Die Woche geht weiter wie sie begonnen hat, intensives Anschwimmen gegen den Strom, um nicht völlig abgetrieben zu werden.
Der Chef erster Ordnung ist noch viel mehr eingespannt, der hechelt nur mit hängender Zunge von Termin zu Termin, um zwischendurch, wenn er meint, jetzt hätte er mal fünf Minuten Zeit mit mir zu reden, von weiterem, hoch akutem Störfeuer von der Seitenauslinie beschossen zu werden, also entscheide ich manche Dinge eben ganz alleine, auch gut.

Andere Dinge nehme ich zur Kenntnis und verweigere mich hartnäckig, mich aktuell damit auseinanderzusetzen. So nach und nach kommt bei den Mitarbeitern der allgemeine Coronaunmut auf, der nicht wirklich was mit der Arbeit zu tun hat, aber da kann man sich ja auch mal versuchsweise austoben und einige Kollegen schwingen jetzt Reden, die finde ich schon bemerkenswert.
So eine Krise ist eben vor allem auch ein Charaktertest - jetzt zeigt sich bei einigen Menschen nur leider ein sehr seltsamer Charakter und ich staune immer mehr, was sich bei einigen unter der sonst stromlinienförmigen Oberfläche versteckt.

Wenn ich die Situation der Mitarbeiter bei uns in der Firma mal versuche, so objektiv wie möglich zu beschreiben, so bleibt doch als Kurzzusammenfassung: Sie haben schon gewaltiges Glück mit ihrem Job und den allgemeinen Rahmenbedingungen, verglichen mit vielen anderen Angestellten sind sie alle miteinander wirklich privilegiert. Und genau deshalb macht es mich auch sehr böse, wenn sie jetzt ankommen und noch weitere Forderungen stellen.
Eine drohende Arbeitslosigkeit ist genausowenig ein Thema wie Kurzarbeit oder irgendwelche anderen Lohneinbußen. Sie kriegen alle ihr Gehalt mit unveränderter Sicherheit weiter, wobei die Arbeit insgesamt sogar etwas abgenommen hat, weil halt alles zur Zeit ruhiger und damit weniger intensiv abläuft.
Die Büros sind in einem sehr großen, sehr weitläufigen Gebäude, jeder hat ein großes Einzelbüro, auch auf den Gängen kann man sich weiträumig aus dem Weg gehen, es gibt also an keiner Stelle einen unvermeidbaren Kontakt, trotzdem wurde ab Mitte/Ende März für jeden die Möglichkeit geschaffen, im Homeoffice zu arbeiten, was auch aktuell noch jedem freigestellt ist.
Abgeschafft wurde die Zeiterfassung, es arbeiten jetzt also alle auf Vertrauensarbeitszeitbasis - und das sorgt bei einigen doch für größeren Unmut. Da wir keine Umsätze durch Mitarbeiterproduktivität generieren, sondern rein vermögensverwaltend tätig sind, also Immobilien und Kapitalvermögen verwalten, ist eine genaue Zeiterfassung, die irgendwelchen nichtexistenten Kunden gegenüber abgerechnet werden könnte, überflüssig. Wir haben die Zeiterfassung beim Kommen und beim Gehen nur für die Erfassung der Gesamtarbeitszeit, die das Ansammeln von Überstunden ermöglicht, die dann auch wieder abgeglitten werden können, d.h. zusätzliche Gleittage neben dem regulären Urlaub können so rausgearbeitet werden.
Aktuell geht das aber nicht, weil man aktuell keine Überstunden machen kann. Das verärgert einige Mitarbeiter sehr und mich verärgert dieses unangemessene Anspruchsdenken. Statt froh zu sein, einen Job zu haben, der aktuell wirklich alle Vorteile auf einen Schlag in sich vereint, nörgeln sie rum und wollen noch mehr.

Daneben gibt es dann noch den Trupp der Regelüberwacher und -einforderer. Die habe ich bei uns zum Glück durch frühes Zurechtweisen und der klaren Ansage der fehlenden Zuständigkeit einigermaßen gut ausbremsen können, aber im Büro einer Freundin scheinen mehrere Frl. Rottenmeiers auferstanden zu sein und machen der Geschäftsführung das Leben zur Hölle. So erzählte sie, dass sich eine Kollegin sehr darüber aufregt, dass innerhalb des Büros niemand einen Mundschutz trägt und in der Mittagspause palavert sie lautstark in der Küche (natürlich vor einer Gruppe von Kollegen, alle gemeinsam überflüssigerweise in einem Raum, aber sonst kann man ja auch keine Reden schwingen), dass sie es unmöglich findet, dass sich nur sowenige Menschen an die Maskenpflicht halten (btw. im Büro gibt es keine Maskenpflicht, aber man kann es ja mal behaupten und als selbstverständlich nötig einfach so postulieren) und dass sie es noch viel unmöglicher finde, dass auch die Geschäftsführung keinen Mundschutz trägt, von der Geschäftsführung würde sie auf alle Fälle eine Vorbildfunktion erwarten.
Unabhängig von der Frage, wer oder was mit so einem Mundschutz überhaupt geschützt wird, (ich halte die Dinger ja nach wie vor für komplett überbewertet und eine alberne Spielerei, die aber natürlich einen nicht zu verleugnenden psychologischen Mehrwert hat.) finde ich es immer wieder spannend, dass solche Leute in derartigen Krisen zu ganz großer Form auflaufen und wie die Pilze aus dem Boden schießen. Sie waren im Keim immer schon da, nur ohne Krise sieht man sie nicht. Und so fällt es einem wieder ein, das passende Oberwort zu dieser Krise: Charaktertest.
Nie war er so wertvoll wie heute
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Dienstag, 19. Mai 2020
Der Sprung in die Woche
Ja, heute war Montag, aber ich hatte keine Zeit, mich darüber zu grämen, ich war viel zu beschäftigt.

Es gibt verschiedene Wege, in eine neue Woche zu starten, so wie es auch verschiedene Varianten gibt, im Schwimmbad ins Wasser zu gehen.
Bekanntlich bin ich ja keiner großer Wasser- bzw. Schwimmfan, aber wenn ich es denn nicht vermeiden kann, dass ich irgendwo schwimmen gehen muss, dann springe ich am liebsten mit Anlauf ins Becken, dann ist das Schlimmste nämlich gleich zu Anfang schon erledigt.
Das Schlimmste am Schwimmen ist für mich der Wechsel ins Kalte und dass die Haare nass werden.
Wenn ich erst mal im Becken untergetaucht bin, macht mir das Schwimmen selber nicht mehr sehr viel aus. Eigentlich finde ich Schwimmen sogar ganz gut, wenn halt nicht immer die Haare dabei nass würden und den Warm-Kalt-Nass-Warm-Trocken-Wechsel mag ich auch nicht.

Um das jetzt auf den Wochenstart zu übertragen, war der heutige Tag ein Sprung mit Anlauf in ein Gegenstrombecken, d.h. ich war nicht nur sofort drin und nass, ich musste auch sofort kräftig gegen den Strom schwimmen, um nicht abgetrieben zu werden.

Okay, dass lag zum Teil auch daran, dass ich am Wochenende einige Dinge nicht erledigt habe, von denen ich wusste, dass sie heute eilig werden, aber irgendwie war ich dieses Wochenende ja auch zu gar nichts zu gebrauchen außer zu ausgiebigem Nichtstun, und dann passiert es Montags halt schon mal, dass die Woche etwas hektisch startet.

Eigentlich fand ich es heute gar nicht so schlimm, auf alle Fälle besser als die letzte Woche, wo der Wochenanfang sich benahm wie meine Oma, wenn sie Schwimmen ging. Alles gaaaanz langsam und vorsichtig, erst nur den großen Zeh ins Wasser halten, dann abwarten und erst noch mal 10 Schritte zurück gehen, dann ein wenig Wasser in die hohle Hand schöpfen und sich vorsichtig selber damit benetzen, das ganze natürlich sowieso mit Badehaube und im Badeanzug mit eingearbeiteten Körbchen.

So ein umständlicher Wochenanfang führt dann dazu, dass ich Dienstags schon dachte, jetzt wäre Wochenende. Bei meiner Oma fand ich ja auch immer, dass es sich für sie gar nicht lohnt, den Eintritt für eine ganze Stunde Badezeit zu bezahlen, weil sie davon insgesamt höchstens fünf Minuten im Wasser war. Die restliche Zeit brauchte sie für Vor- und Nachbereitungen.

Diese Woche bietet auf alle Fälle ausreichend Wasserzeit, was auch gut ist, denn sie ist ja nur drei Tage lang
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