anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Samstag, 16. Dezember 2017
Man muss nicht alles verstehen
Der Tag lässt mich etwas sprachlos oder vielleicht besser verständnislos? zurück.
Ich war gebeten worden, an Vorstellungsgesprächen teilzunehmen, in diesem Fall nicht für den fachlichen Part, sondern für den Verwaltungspart. Ausgeschrieben war eine Stelle in der Abteilung „Kultur und Soziales“ des Mutterhauses und ich denke, jedes größere Unternehmen hat so eine „Kuschelabteilung“, wo die Leistung nicht in Stück Fällen oder Euro messbar ist, sondern vornehmlich in „Gutes tun“ besteht und dann natürlich auch darüber reden.
Die Mitarbeiter in dieser Abteilung schreiben in E-Mails grundsätzlich „Liebe/r xy“, duzen sich alle untereinander und sind ansonsten Weltmeister im Bullshitbingo. Logisch, 90 % ihres Jobs besteht ja auch darin, möglichst hoch geschraubt darüber zu berichten, was sie den ganzen Tag für tolle Dinge tun.
Da es sich um ein sehr großes Unternehmen handelt, gibt es natürlich auch in dieser Abteilung eine Verwaltung, die eben dafür zuständig ist, all diese guten Taten zu verwalten. Und natürlich selber wiederum auch darüber zu berichten, wie positiv die Verwaltung dafür gesorgt hat, dass noch mehr gute Taten geschehen können.

Und in dieser Abteilung sollte jetzt eine halbe, befristete Teilzeit Stelle besetzt werden, weil eine fest angestellte Mitarbeiterin wegen ihrer kleinen Kinder ihre volle Stelle vorübergehend auf 50% reduziert hat.
Genau genommen gibt es schon jemanden, der sie im letzten Jahr während ihrer Elternzeit vertreten hat und dieser Jemand würde jetzt auch gerne für die freien 50% weitermachen, nur leider ist dieser Jemand derart unfähig, dass es selbst in dieser sonst wenig anspruchsvollen Kuschelmuschel-Abteilung aufgefallen ist.
Ich habe da gar kein Problem gesehen. Er hatte einen befristeten Vertrag, der lief jetzt aus und man hätte einfach für die neu anstehende Vertretung jemand neuen suchen können.
Grundsätzlich hat man das auch so gemacht, die Stelle wurde neu ausgeschrieben und man hat ihm gesagt, er müsse sich dann halt neu bewerben und entsprechend im Ranking bestehen.
Ich persönlich hätte ihn ja schon gar nicht erst zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, sondern ihm gleich beschieden, dass seine Papierform einfach nicht gut genug ist. Denn es haben sich wirklich sehr viele sehr hoch qualifizierte Menschen beworben. In diesen Kultur-/Kommunikations-/sonstige Künste - Fächern gibt es nach wie vor eine große Anzahl hoch studierter, oft promovierter Menschen, die sich etwas jämmerlich von Aushilfsjob zu Aushilfsjob hangeln, weil es eindeutig mehr Menschen gibt, die unbedingt diese edlen Künste studieren mussten als es tatsächlich nachher in unserer Gesellschaft echte Jobs für eine derartige Ausbildung gibt.
Dementsprechend hoch war die Bewerberanzahl, nicht nur mengenmäßig, sondern eben auch hoch qualifiziert und der bisherige Vertreter fiel schon alleine von der Papierform her gewaltig dagegen ab. Ich habe übrigens keine Ahnung, wie er es letztes Jahr geschafft hat, überhaupt an diesen Job zu kommen. Da war aber nicht ausgeschrieben worden, so dass ich davon ausgehe, hier ist irgendetwas über Beziehungen gemauschelt worden.
Nun denn, rein formal wäre es also eine Kleinigkeit gewesen, ihn nur aufgrund der Papierform schon abzulehnen. Aber, wir sind ja in der Abteilung „wir lieben uns alle“, deshalb wurde er zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Und das war dann heute.
Die anderen Bewerber waren soweit alle völlig normal, für meinen Geschmack benutzen die zwar alle viel zu viele Imponiervokabeln, aber sie haben ja sonst nichts, an dem sie sich hervortun können, es sei ihnen also gegönnt.
Nur dieser eine, der, von dem eigentlich alle wussten, dass ihn keiner mehr will, der fiel tatsächlich durch ungewöhnlich dämliches Rumgeschwafel auf, der Unterschied war frappierend. (Und das will was heißen, da ich dem Buzzwordgeschwafel der entsprechenden Akademikerelite ja sowieso sehr kritisch gegenüber stehe.)
Bis dahin fand ich aber noch alles ganz normal, ich habe innerlich ein wenig die Augen verdreht, weil ich die für ihn reservierte Zeit im Vorstellungsgespräch schlicht als verschwendete Zeit bewertet habe, aber mein Gott, was soll’s, ich habe heimlich unterm Tisch meine Mails gelesen und gleichzeitig den Fall für mich als erledigt betrachtet. Sein Auftritt im Vorstellungsgespräch war wirklich dermaßen unterirdisch, dass man es meiner Meinung nach einfach gar nicht mehr besprechen musste.
Aber genau das geschah.
Und genau das ist es, was ich dann überhaupt nicht mehr verstanden habe.
Statt dass man einfach klipp und klar sagte, der taugt nicht für diesen Job und wir nehmen lieber jemanden, der da besser rein passt, denn es ist doch weder für den Job noch für den Arbeitnehmer gut, wenn Job, Kollegen und einzelner Mitarbeiter nicht zusammenpassen, das ist doch besser für alle Beteiligten.
Genau das tat man nicht, sondern jeder formulierte lang und breit, dass er ihn ganz bestimmt auf Platz zwei sehen würde und eigentlich wäre er ja auch ganz toll, wenn da nicht dieser eine einzige Bewerber wäre, der eben vielleicht doch diesen leichten Tick besser sei und dass man deshalb auch im Interesse der Sache eben den nehmen solle, der halt diesen einen kleinen Minitick besser ist.
Mich macht so etwas immer komplett sprachlos. Warum darf man eine Realität, die nun mal ist wie sie ist, nicht einfach benennen, sondern muss mit unglaublich viel Getue und Geeiere drum herum fabulieren, um die negative Realität so positiv wie es nur geht darzustellen.
Aber vielleicht muss ich das auch gar nicht verstehen, denn ich arbeite ja nicht in dieser Abteilung, ich bin nur für die Vermögensverwaltung und Lohnabrechnung zuständig, und in meinem Bereich arbeiten die Menschen mit klaren und eindeutigen Zahlen, da geht alles viel straighter zu
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Freitag, 15. Dezember 2017
Es wird
Läuft.
Es wird besser.
Im Büro sieht es so aus, als würde es mir gelingen, den Füllstand der Inbox bis zum Jahresende (was bürotechnisch bei mir schon nächste Woche Donnerstag stattfindet) auf Null zu setzen.
Damit wäre ich ganz weit vorne, so gut war ich die letzten Jahre nicht.
Dafür stagnieren die Vorbereitungen für den privaten Teil des Lebens.
Heiligabend an einem Sonntag bringt schon das inzwischen traditionelle Familien-Weihnachts-Sushi-Essen durcheinander, denn frischen, rohen Fisch kann ich nur am Freitag vom Festland mitbringen, und ob man den dann am Sonntagabend noch als Sushi verarbeiten bzw. essen sollte, fühlt sich zumindest unsicher an. ( an dieser Stelle kann ich auch gleich mit der Vorstellung aufräumen, dass es auf einer Insel besonders guten frischen Fisch gibt. Völliger Unsinn. Außer, man hat ihn selber gefangen oder kennt jemanden, der ihn selber gefangen hat. Was bei Thunfisch für Sushi auf einer Nordseeinsel per se ungewöhnlich sein dürfte. Die Fischhändler auf der Insel beziehen ihren Fisch genauso vom Festland, wie jeder andere Fischhändler auf dem Festland auch. Und damit ist der Fisch hier auf der Insel nicht frischer, sondern älter, denn er muss ja immer noch extra wieder auf die Insel transportiert werden)
Aber vielleicht machen wir dann einfach am 23.12. schon Sushi und Heiligabend dann, - , tja, ich weiß auch nicht was, vielleicht Milchreis?
Oder wir betrinken uns einfach nur gepflegt und gehen um Mitternacht in die plattdeutsche Mitternachtsmesse, dann fällt es den Kindern gar nicht so auf, dass sie kein Wort verstehen und mir ist es nicht so peinlich, dass sie kein Wort verstehen.
Ich verstehe einfach nicht, warum sie plattdeutsch nicht verstehen können, aber ich schätze, ich habe verkehrte Schwerpunkte bei der Spracherziehung der Kinder gesetzt. Der Große kann Chinesisch und versteht dafür Plattdütsch nicht, wie peinlich. Aber nun ja, so ist das wohl, hilft ja nix.
Das nächste Problem sind die Geschenke, hier ist der aktuelle Erledigungsgrad auch eher noch nur so mittelgut bis ziemlich scheiße mau, aber ich habe ja auch noch eine ganze Woche Zeit. Bestimmt habe ich bis dahin ohne Ende Geistesblitze, die sich ganz sicherlich alle auch noch in der allerletzten Sekunde verwirklichen lassen, ohne dass ich dafür irgendwo hingehen müsste. Ganz sicher wird das toll. Nur nicht entmutigen lassen, denn wer aufgibt, hat auf alle Fälle verloren
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Mittwoch, 13. Dezember 2017
Total bekloppt
Ich bin immer noch im Jammermodus.
Im Büro habe ich immerhin angefangen, mich endlich mit den Dingen zu beschäftigen, die eine harte Deadline zum Ende des Jahres haben und bis auf einen einzigen Fall habe ich die inzwischen auch alle erledigt. Normalerweise müsste ich deshalb jetzt glänzende Laune haben, habe ich aber nicht, mir ist immer noch nöckelig.
Denn noch immer auf der akuten, dringend-zu-tun-Liste sind noch reichlich private bzw. privat-berufliche Dinge, die noch alle erledigt werden müssen und ich habe einfach keine Lust.
Ich krieg die Kurve nicht, jeden Tag schleppe ich gute Vorsätze mit mir rum, die am Ende des Tages regelmäßig alle auf morgen verschoben werden, was meine Laune entsprechend täglich schlechter werden lässt.
Das Problem ist vor allem, dass der Arbeitsaufwand, den die Dinge verlangen, um geregelt zu werden, regelmäßig steigt, je mehr man sie vor sich her schiebt, denn der Aufwand, den man für Schadensbegrenzung, -abwehr oder -regulierung aufbringen muss, ist irgendwann deutlich größer als das einfache Erledigen es ursprünglich gewesen wäre.
Und obwohl ich das alles weiß, schiebe ich es weiter vor mir her.
Bekloppt. - Total bekloppt. Nur eine Lösung habe ich nicht
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Dienstag, 12. Dezember 2017
Adventszeithorror
Schon die letzten Jahre habe ich die Advents – und Vorweihnachtszeit stets als ausgesprochen anstrengende, ungemütliche und belastende Unglückswochen erlebt, in denen ich dauerhaft unzufrieden und gestresst war, weil ich die ständige Sorge hatte, den Erwartungen nicht zu genügen.
Die Erwartungen, vor denen ich immer wieder versuchte, mich durch eine laut tönende Verweigerungshaltung zu entziehen, sind die Vorstellungen, die eben dadurch entstehen, dass gerade diese Zeit so besonders kuschelig, entspannt, geborgen und besinnlich soll. Das dann live umzusetzen, stresst mich.
Stresst mich so sehr, dass ich grundsätzlich in dieser Zeit die schlechteste Laune des ganzen Jahres habe.
Dabei gibt es überhaupt gar keinen Anlass dafür, dass ich mich in irgend einer Weise von diesen allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungen beeinflussen lassen sollte oder müsste. Seitdem die Kinder aus dem Haus sind, interessiert sich wirklich niemand mehr dafür, ob ich hier irgendetwas dekoriere, Plätzchen backe oder einen Adventskranz aufstelle, aber trotzdem gelingt es mir nicht, das Thema einfach komplett zu ignorieren.

Im Büro trudeln täglich Berge von Weihnachtskarten ein, einige Geschäftspartner schicken Geschenke, manche davon sogar wirklich schön und brauchbar, mein Weinkeller füllt sich wieder mit Flaschen, für die ich selber viel zu geizig wäre, sie zu kaufen und eigentlich will wirklich niemand etwas von mir - und trotzdem.

Und trotzdem finde ich das alles schrecklich anstrengend und bin heilfroh, wenn das alles wieder vorbei ist
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Dienstag, 12. Dezember 2017
Eins weiter
Montage sind Montage sind Montage
Genau wie Rosen, die einerseits wunderbar riechen andererseits aber auch schrecklich pieksen, tragen auch Montage diese Zwiespältigkeit in sich. Einerseits sind sie der Beginn von etwas Neuem und damit frisch und rein und unverbraucht und voller Hoffnung. Andererseits sind sie aber eben auch einfach nur ein Montag, der Wiedereinstieg in die immer gleiche Tretmühle, der Tod des Wochenendes und die Quälerei des sich Wiedererhebenmüssens nach zwei grundsätzlich viel zu kurzen Tagen des Ausruhens.
Jeden Montag nehme ich mir vor, das Positive des Neuanfangs in den Vordergrund zu stellen, neue Woche, neues Spiel, neues Glück, faites vos jeux, es kann doch nur gut werden, warum sollte man an etwas anderes glauben.
Und dann beginnt der Montag mit Aufstehen und der gesamte Schwung der positiven Vorsätze ist auf einen Rutsch verschwunden, in der trübsinnigen Erkenntnis, dass auch diese Woche wird wie die vorangegangene, dass auch diese Woche gar nichts neu sein wird, sondern alles wie immer, denn was kann man von einer Woche schon positives erwarten, die mit aufstehen beginnt?
Der Tag ist rum und mir ist müd zu mute,
was hilft es schon, dass ich so sicher weiß:
Auch morgen wird wie heute, nur halt Dienstag,
doch immerhin gestorben wurde heute nicht
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Sonntag, 10. Dezember 2017
Gefunden
Ich habe den Tag heute mit Suchen verbracht.
und um das Ende der Geschichte gleich vorweg zu nehmen: Ich habe letztlich auch gefunden, was ich gesucht habe, nämlich den Namen und die Kontaktdaten von einer Frau, die aus alten Barbour-Wachsjacken Taschen näht.
Wen es interessiert - (und damit ich es nie mehr selber suchen muss) die Dame, die das macht heißt Anna Cornelia Vieregge und ihr Unternehmen dementsprechend Viereggig.
Ich habe Frau Vieregge im Sommer 2014 auf Schloss Ippenburg bei der Veranstaltung "Gartenlust und Landvergnügen" kennengelernt und war von ihren Taschen ausgesprochen fasziniert.
Ich habe damals ein paar Taschen, die mir besonders gut gefielen, fotografiert und mir ihre Visitenkarte mitgenommen. Großer Fehler: Die Visitenkarte habe ich nicht fotografiert.
Seit diesem Sommer trage ich also die Idee mit mir herum, mir von ihr eine Tasche nähen zu lassen, Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man ihr eine alte Barbourjacke liefert.
Jetzt besitze ich zwar eine Barbourjacke, auch schon seit vielen Jahren, aber die ist noch so gut in Schuss, dass es viel zu schade wäre, sie zu zerschneiden. Im Grunde ist das das entscheidende Problem bei allen Barbourjacken: Normalerweise gehen die nicht kaputt.
Und das wiederum heißt, dass so eine Tasche ein ziemlich edles Teil ist, denn allein schon das Ausgangsmaterial ist nur zu sehr gehobenen Preisen zu bekommen.
So eine Herausforderung reizt mich als passionierter Flohmarktgänger ja enorm, und das heißt, seit 2014 bin ich intensiv auf der Suche nach einer alten Barbour-Wachsjacke, die ich für möglichst kleines Geld kaufen kann.
Jetzt habe ich es endlich geschafft, seit kurzem liegt hier eine Barbourjacke in genau der richtigen Farbe und mit "Bisslöchern in den Ärmeln" (der Vorbesitzer hat damit den Hund trainiert) und deshalb musste ich nur noch 10 Euro dafür bezahlen.
Heute wollte ich dann mal Kontakt zu Frau Vieregge aufnehmen und fragen, wie es jetzt weitergeht.
Dazu brauchte ich entweder ihre E-Mail-Adresse oder ihre Telefonnummer, beides hatte ich nicht mehr, genaugenommen hatte ich auch ihren Namen vergessen.
Als erstes habe ich dann meine Fotos durchsucht und auch ziemlich schnell die Fotos der Taschen gefunden, die ich damals fotografiert habe, nur stand da weder Name noch sonst irgendeine hilfreiche Information drauf, die Visitenkarte hatte ich offensichtlich nicht fotografiert.
Blöd. Also habe ich angefangen, die Visitenkarte selber zu suchen, was bedeutet, ich habe aufgeräumt.
Nach fünf Stunden Aufräumen hatte ich einen Riesenablageberg wegsortiert, alle Ecken und sonstigen "Sammelplätze" aufgeräumt, die Visitenkarte war nicht dabei.
Deshalb kam ich dann auf die Idee, die Teilnehmerliste von dieser Veranstaltung zu ergoogeln, was nach einiger Zeit auch gelang - nur Frau Vieregge steht nicht drauf. Keine Ahnung wieso nicht, denn sie hatte dort nachweislich einen Stand, weil ich ja die Fotos mit Datum und Geotag habe, aber auf der Liste steht sie halt nicht.
Also habe ich immer weiter geräumt und gesucht - und schließlich, als ich schon nicht mehr daran glaubte, ganz unten in einer Kiste, die ich auch schon dreimal durchgesehen hatte, da war sie dann, die verlorene Karte.
Jetzt habe ich alle Kontaktdaten, aber vielleicht kläre ich erst mal ab, ob nicht der große Sohn, der, der ja eigentlich den Windeltaschenrucksack haben wollte, ob der sich nicht so eine Tasche wünscht, dann könnte ich ja erst mal eine für ihn nähen lassen.
Wir werden sehen, auf alle Fälle habe ich jetzt alles beisammen und bin schon deshalb sehr zufrieden, auch damit, dass als Nebeneffekt hier plötzlich alles wunderbar aufgeräumt ist
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Sonntag, 10. Dezember 2017
Alptraum
Jetzt ist es passiert: ich habe heute Nacht davon geträumt, dass ich mit einem (meinem) Baby /Kleinkind (ich bin schon so lange raus aus der Mama-Szene, dass ich nicht mehr weiß, wann ein Baby zum Kleinkind wird, das Kind in meinem Traum war jedenfalls ca. 1 Jahr) unterwegs war und erst am Abend bemerkte, dass ich den ganzen Tag vergessen hatte, dem Kind die Windeln zu wechseln. Das Ganze stand in einem schrägen Kontext zu einem Wickelrucksack, den sich der älteste Sohn ausgesucht hat, (im real life ist er mittlerweile zarte 26, schluck, mir wird gerade erst selber klar, wie alt das tatsächlich schon ist) also auf alle Fälle wünscht der sich so einen Rucksack. Das tut er übrigens tatsächlich, nämlich diesen und mitgeteilt, dass er sich den wünscht (Weihnachten, Zaunstockgefuchtel) hat er mir das schon vor über einer Woche und da hätte ich noch eine Chance gehabt, den auf Kick Starter vorzubestellen, aber das habe ich verpennt, denn da ist jetzt die Frist abgelaufen, weil die Aktion nur bis zum 6. Dezember ging und jetzt bin ich auch im real life schon wieder eine schlechte Mutter, ich glaube das wird nie mehr was mit mir. Er wünscht sich diesen Rucksack übrigens nur aus optischen Gründen, weil das genau der ist, der ihm am besten gefällt, dass das eigentlich ein Windeltaschen-Rucksack ist, scheint ihn dabei überhaupt gar nicht zu stören, nur ich bin mir nicht sicher, ob ihn das auch dann nicht stören wird, wenn er das Teil in echt benutzen soll, aber das wiederum kann man ja auch erst wissen, wenn er das Teil tatsächlich in echt bekommen hat. Nur genau daran scheint es jetzt schon wieder zu scheitern, denn aktuell habe ich noch nicht herausgefunden, wo genau ich dieses Modell jetzt überhaupt noch pünktlich bis Weihnachten kaufen kann.
Egal, in meinem Traum hatte ich diesen Rucksack auf alle Fälle schon, und ich hatte ein passendes Kleinkind, aber eben nicht genug mütterliche Fürsorge, um diesem Kind zeitnah die Windeln zu wechseln.
Mitbekommen haben das dann ungefähr 5 Trillionen Mama-/Elternbloggerinnen, die alle durch diesen unglücklicherweise gesetzten Link bei Frau Brüllen auf mich aufmerksam wurden und deren geballte Verachtung sich nun als nicht zu bremsender Shitstorm auf meinem Haupt entlud.
Vorgeworfen wurde mir dabei nicht nur das, was ich schon vor 26 Jahren alles falsch gemacht habe und was mir deshalb auch vor 26 Jahren schon alles vorgeworfen worden ist, sondern auch Dinge, die ich heute alle falsch mache, denn - und das habe ich in diesem Traum auf die harte Tour gelernt - heute ist es tatsächlich ungleich herausfordernder, eine gute Mutter zu sein, als es vor 26 Jahren war.
Heute müssen außer all dem Kram, der vor 26 Jahren schon verlangt wurde auch noch so Begriffe wie geborgen, achtsam, nachhaltig und hygge oder lagom und überhaupt eben viel mehr Tüddelü beachtet werden und ich habe das Windelwechseln im Traum nur deshalb vergessen, weil ich mich von all dem Kram einfach komplett überfordert fühlte und wie eine Irre den ganzen Tag mit Kind im Buggy und Windel-Rucksack auf dem Rücken durch irgend einen nachhaltig achtsamen hyggeligen hügeligen Park gejoggt bin, um auf alle Fälle ausreichend Schritte für den Schrittzähler und Frischluft für das Kind zusammen zu kriegen.
Ich war im Traum schon völlig groggy und dann fielen diese Mamabloggerinnen über mich her.
Gegen 3:00 Uhr bin ich schweißgebadet aufgewacht und habe dann circa 1 Stunde darüber gegrübelt, wie ich meine Kinder in meinem Blog nennen könnte, denn so profane Dinge wie einfach den Vornamen zu benutzen (den man sich als Eltern für sein Kind doch extra mit viel Mühe ausgesucht hat, um ihn anschließend aber anderen Leuten gegenüber auf alle Fälle zu 100 % geheim zu halten, ich habe den Grund nicht verstanden, wohl aber dass das eine zwingende Vorschrift ist) also, einfach das Kind beim Namen nennen geht nicht, den Vornamen aus Bequemlichkeitsgründen dann nur mit dem ersten Buchstaben abzukürzen, erscheint aber auch nicht ausreichend hyggelig und deshalb brauche ich dringend alternative Blognamen -Begriffe.
Ungefähr 95% (ich habe gezählt und gerechnet) nein, habe ich doch nicht, war mir letztlich zu mühsam, aber gefühlt mindesten 90% aller bei Frau Brüllen verlinkten WmdegT-Blogs sind reine Mama-Papa-Elternblogs und nachdem ich nur 25 dieser Blogs grob überflogen hatte, schwirrte mir der Kopf ob all dieser unglaublich kreativen Wortschöpfungen für die dort vorkommenden Kinder.

Prima, Secundo, Tertia
Pusteblume und Wildkraut
Mutzelchen und Winterkind
Das Kleinchen und das Sternenkind
Schnupsido und Wemmelinchen
Junior, Midi und Mini
Monsieur, Mademoiselle und Madame
Mini-Monsieur, Midi-Madame etc.
Wurzelpeter und Heidimaus
Das Schnuffelchen
Herr Schnuffel und Frau Grummel,
Frau Mini, Frau Miniklein, Frau Klein,
Schnuppi, Knupsi,
Mini X und Maxy Y,
Das Löwenmädchen, der Tigerjunge,
Schmettermaus und Drachenling

Gegen 4h hatte ich immer noch keine akzeptablen Blognamen für meine Kinder erdacht, ich glaube, die sind auch schon alle verbraucht, weshalb ich aufstand, mir einen heißen Grog mit Honig machte und danach endlich traumlos und zufrieden bis morgens um 10h schlafen konnte
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