anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 9. Februar 2017
Saite an Saite für Shostakovich
Diesen blöden Wortwitz wollte ich schon lange mal machen, als ich diese vier Damen spielen sah, fand ich ihn enorm passend



Mehr als mich langsam durch You tube zu klicken, ist mit mir heute aber auch nicht los
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Mittwoch, 8. Februar 2017
Schnee ohne Chaos
Hier hat es geschneit.
Ging gestern Abend los. Auf der Fahrt nach Hause durch die Rieselfelder gab es mal wieder eine völlig unberührte weiße Straße zwischen weißen Feldern.
Ich liebe es, als erster über eine gleichmäßig mit Schnee bedeckte Straße zu fahren. Es hat so etwas urtümlich entdeckerhaftes, dass ich jedesmal schwer gute Laune bekomme, wenn ich eine unberührte Schneelandschaft vor mir liegen sehe und mir vorstelle, dass ich der erste Mensch bin, der jetzt seine Spuren hinterlassen wird und dass diese Spuren deshalb auch deutlich sichtbar sein werden. Ich muss dann auch immer wilde Schlangenlinien fahren, weil ich mir dabei auch versuche vorzustellen, was sich wohl der nächste, der diese Straße fahren wird, denken wird, wenn er diese Schlangenlinien sieht. Im Zweifel nichts Gutes. Das gefällt mir dann und macht mir noch mehr gute Laune.
Gestern Abend bin ich also fröhlich singend und schlängelnd durch die Rieselfelder nach Hause gefahren.
Die Schneierei hat sich dann die Nacht über drangehalten und lieferte heute Morgen einen wunderschönen Gartenanblick. Nix mehr graugrün vermooster, ungepflegter Floddergarten, nein, edel, sauber und sehr gepflegt sieht er aus, der Garten, wenn genug Schnee drauf gefallen ist.



Die Straßen waren aber schon wieder alle frei, als ich heute morgen ins Büro fuhr. So gefällt mir Schnee sehr gut: freie Straßen und sauberer Garten, also von mir aus kann das so bleiben
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Dienstag, 7. Februar 2017
Aufgeräumt
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Montag, 6. Februar 2017
Was schön war
"Was schön war" - ist eine Blogrubrik, die man in vielen Blogs immer häufiger findet und nachdem ich mich eine lange Zeit gesträubt habe, so einen Mainstreamkram mitzumachen, habe ich heute spontan beschlossen, dass es mindestens so sehr Mainstream ist, sich gegen Mainstream zu sträuben, dass ich es dann auch gleich wieder machen kann - wen interessiert das schon.
Und ich finde es eine schöne Überschrift.
Und eine gute Idee, aber auch eine uralte Idee:
Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur.

Darum ab sofort hier und (hoffentlich) demnächst noch oft:
Was schön war, heute im Rückblick am Wochenende:

Das "Shoppen" hat Spaß gemacht. Es hat sogar richtig doll viel Spaß gemacht (okay, deshalb haben wir ja nachher auch so viel gekauft), aber trotzdem, es war einfach ein richtig toller Nachmittag, denn in beiden Läden, in denen wir nachher so viel eingekauft haben, waren einfach nur unglaublich nette, sympathische, freundliche und tolle Verkäufer und allein die Tatsache, wie freundlich und zuvorkommend, dabei aber ohne jede Spur schleimig oder künstlich, weder anbiedernd noch "professionell", sondern wirklich individuell und mit gefühlt echter Begeisterung diese Verkäuferinnen uns in den Läden behandelt haben, das war ein echtes Erlebnis. Am meisten Spaß machten dabei die Verkäuferinnen in dem Marc O'Polo-Laden. Die waren so natürlich und so echt, dabei aber eben auch so freundlich und zuvorkommend und bemüht, uns gut zu bedienen, dass ich vor lauter Begeisterung gar nicht mehr gehen wollte. Die waren einfach nur supersuper nett und ich habe jede Minute in diesem Laden rundum genossen.
Vielleicht treffe ich in meinem Leben tatsächlich viel zu wenige menschlich nette Leute, die meisten Menschen, mit denen ich sonst so umgehe sind dröge, langweilige Verwaltungsmenschen, aus Banken, Finanzämtern oder anderen Behörden. Die waren vielleicht mal nett, früher, das ist ihnen von der Compliance-Abteilung samt allen sonstigen offiziellen Vorschriften, die zwingend zu beachten sind, aber ausdrücklich abtrainiert worden. Heute sind sie formell korrekt und sehr höflich, aber menschlich nett, so wie die Verkäuferinnen in dem Marc O'Polo-Laden, das geht schon gründlich anders.
Und deswegen war das wie ein Wellnessbad, mal mit Menschen umzugehen, die komplett locker waren und nur gute Laune ausstrahlten.
Ich habe es ausführlich genossen
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Sonntag, 5. Februar 2017
Technikirrsinn 4.0
Letzten Mittwoch habe ich mich ja schon ausgiebig mit der Bedienung einer Software beschäftigt, die zwar eigentlich seit Jahren zu meinem ganz normalen Alltag gehört, die ich aber, verglichen mit den Möglichkeiten des Programms (von denen ich mir vorstelle, dass es sie geben muss, wenn ich all die Menus mit Untermenus betrachte, die das Programm so anbietet), nur zu 10% beherrsche. Ich kann Termine erstellen und ich kann rausfinden, wann ich wo und mit wem einen Termin habe, ich kann Termineinladungen verschicken und selber annehmen. Die Termine synchronisieren sich auf meinem Rechner, meinem Handy und dem Tablet - und das war's dann so im Wesentlichen. Mehr brauche ich ja eigentlich auch nicht. Andererseits frage ich mich natürlich, ob mir das gesamte Programm nicht doch ungeahnte Wundermöglichkeiten mit fantastischen Arbeits- und Organisationserleichterungen bietet, die ich vor allem deshalb nicht nutze, weil ich gar nicht weiß, dass es sie gibt oder geben könnte. Ich meine, vor 10 Jahren habe ich ja auch mein Smartphone nicht vermisst, weil ich tatsächlich absolut sicher war, dass das so, wie Apple es ankündigte mit dem iPhone, nie und nimmer praktikabel funktionieren kann. Seit dieser grandiosen Fehleinschätzung, die ich im Jahr 2010 noch mal toppte, in dem ich die Sinnhaftigkeit eines iPad komplett ins Lächerliche zog und mich souverän erhaben über die fehlgeleiteten Technikfreaks erhob, die vor lauter geifernden Scheuklappen auf alles Neue gar nicht mehr beurteilen können, wann etwas wirklich überflüssig ist, seit der Zeit bin ich tatsächlich etwas vorsichtiger geworden, mit meinen Beurteilungen zum Thema "Nützlich oder Schnickschnack".

Am Mittwoch habe ich deshalb versucht, tiefer in die Geheimnisse des Microsoft Outlook Kalenders samt entsprechender Nebenfunktionen einzusteigen, nach vier-fünf Stunden habe ich aber entnervt aufgegeben, ich schätze, ich beherrsche jetzt 30% der Möglichkeiten, die das Programm grundsätzlich kann, aber wie ich den Rest je lernen oder rausfinden könnte, ist mir ein Rätsel, weshalb ich dieses Thema einfach auf irgendwann später verschoben habe.

Es gibt aber noch mehr schon seit langem schlummernde Technik- bzw. Bedienungsthemen, wo es mich ärgert, dass die Technik bei mir nicht funktioniert, die aber gleichzeitig auch ein hohes Nervenstrapazenpotential haben und ich genau weiß, wenn ich mich damit beschäftige, dann rege ich mich auf.

So ganz grundsätzlich würde ich mich nämlich als durchaus technikaffin und aufgeschlossen für neue Ideen bezeichnen und in meiner Alltagsfilterblase, d.h. also unter den Menschen, mit denen ich im Alltag so für gewöhnlich Kontakt habe, wird mir das auch immer wieder bestätigt. In meiner Wahrnehmung gibt es deshalb ganz viele Menschen, die sich im Umgang mit IT, dem Internet und den neuen Medien, mit Programmen, Hardware, Technik und Möglichkeiten noch viel, viel schwerer tun als ich.
Klar gibt es Leute, die sind da deutlich besser, aber das sind meist Spezialisten oder Menschen, die das beruflich machen, das ist völlig normal, und jeder von denen kann dann meist auch nur sein eines Spezialgebiet. D.h. mein Computerexperte kann den Rechner vielleicht neu aufsetzen und ins Netzwerk bringen, aber auf meinem Microsoftkonto die veralteten Anmeldungen löschen, um mein Outlookkonto auch auf dem neuen Tablet ans Laufen zu kriegen, damit ist auch ein IT Spezialist überfordert, ist ein zu spezieller Sonderfall.

Aber Internet, Vernetzung und der Umgang mit Technik jeder Art, die "digital gesteuert wird", um das mal so global wie möglich zu umschreiben, gehört ja mittlerweile für wirklich jeden zum Alltag und es werden täglich mehr Dinge, deren Bedienung und Steuerung nur noch "vernetzt" und damit immer komplexer funktioniert und die es in der bisherigen, alten, analogen Form fast gar nicht mehr gibt.
Aber grade weil ich so viele dieser "Smarthome Element" schon seit sehr langem in meinen Alltag integriert habe, weil ich noch nie Berührungsängste hatte und mich auch immer selber darum gekümmert habe, wie die Steuerungstechnik funktioniert, grade deshalb bilde ich mir ein, dass ich doch im Grunde zu den "bevorzugten usern" gehören müsste, die in der Kombination aus langjähriger Erfahrung, mitgewachsenem Wissen und konstanter Neugier und Aufgeschlossenheit, doch als erste in der Lage sein müssten, Dinge des Alltags zu bedienen.
Aus dieser Überzeugung heraus habe ich immerhin den Vorteil, dass ich nicht in tiefste Niedergeschlagenheit verfalle und mich für den totalen Versager und Techniklegastheniker halte, nur weil bei uns das Telefon nicht funktioniert, der Fernseher nur noch seltsame Programme anbietet und der Computer sich weigert, neue Benutzeranmeldungen unter meinem Namen zuzulassen. All diese nicht nachvollziehbaren Technikschikanen sind einfach schon immer Teil des Alltags gewesen, irgendwas streikte, klemmte, hakte oder piepte schon immer und die Gründe dafür waren auch schon immer so vielfältig wie es früher zig verschiedene Gründe geben konnte, warum das Pferd plötzlich lahmte, die Kuh keine Milch mehr gab oder die Henne gluckte.
Aber im Unterschied zu Pferd, Kuh und Henne ist die Technik unserer Gegenwart extra von Menschen für Menschen entwickelt worden - und da habe ich den tiefsitzenden Anspruch, dass man sich bei der Entwicklung und vor allem bei der sich anschließenden Produktpflege, doch bitte schwerpunktmäßig darum kümmern sollte, dass die Nutzung der Technik verflixt noch mal so intuitiv wie möglich möglich sein sollte.
Aber Pustekuchen - bei einigen Anwendungsprogrammierungen frage ich mich regelmäßig, ob die Beschäftigung von Autisten in der IT-Branche wirklich eine so gute Idee ist.
Denn manche Ablauf-Klick- und Programmierungswege sind dermaßen umständlich, nicht nachvollziehbar und abstrus, dass ich mich immer wieder wundere, dass sie tatsächlich Realität sind.
Spitzenreiter bei Programmierungsschwachsinn sind nach meiner festen Überzeugung Fernseher.
Erst hatten wir immer nur Samsung-Fernseher, dann habe ich mich über die umständliche Bedienung gründlich geärgert und beschlossen, dass ich lieber einen von Panasonic haben möchte. Panasonic hat vor allem eine Fernbedienung mit großen Tasten, ein Kriterium, was bei mir mit abnehmender Sehleistung immer wichtiger wird.
Also haben wir seit zwei Jahren in Greven einen Panasonicfernseher, auf Borkum aber immer noch Samsung, hat den Vorteil, dass ich bei beiden Herstellern auf dem laufenden bleibe, was neue Bedienungsumständlichkeiten angeht.
Vor einiger Zeit begannen die Öffentlich-Rechtlichen damit, ihr Programmangebot neu zu organisieren, was zur Folge hatte, dass die alten Senderlisten gründlich zerschossen wurden, sie mussten neu programmiert werden, wollte ich weiterhin Zugriff auf meine 10 Lieblingsprogramme haben.
Heute war es dann soweit - ich habe mich mit der Organisation der Senderlisten beschäftigt und - wie ich es vorhergesehen hatte - dabei sehr viel Wut entwickelt. Was für eine schwachsinnige Umständlichkeit. Wer um alles in der Welt hat sich so einen Blödsinn ausgedacht? Es ist echt zum Haare raufen. Und weil ich nun vor dem Fernseher saß, stundenlang auf der Fernbedienung rumdrückte, Sender im Menu durch die Gegend schob und dabei gründlich schimpfte und fluchte, erbarmte sich K. der Seele der verfluchten Programmierer und versuchte, die Senderliste vom Fernseher auf den PC zu exportieren, um sie dort zu bearbeiten und dann fein sortiert wieder zurückzuspielen.
Im Fernseher selber gab es allerdings auch im sehr umfangreichen eManual keinen Hinweis darauf, wie das gehen könnte. Also hat er gegoogelt und diese Anleitung gefunden. Wenn man das in Ruhe durchliest, fasst man sich nur noch an den Kopf:
Da soll man allen Ernstes eine SD Karte nehmen, auf der eine leere Textdatei mit der Bezeichnung "hotel.pwd.txt" erstellen (das ist kein Witz, die muss tatsächlich genau so genannt werden), die SD Karte in den Fernseher schieben, (ganz easy, wenn der Fernseher an der Wand hängt und der SD Schlot natürlich bedienerfreundlich exakt auf der Rückseite ist…..) worauf sich ein Programm öffnet, das man dann mit dem Passwort "4850" dazu bringen kann, die Senderliste auf die SD Karte zu übertragen. Für den Rechner braucht man dann noch ein anderes Programm (kann man nach ein wenig Googeln im Internet runterladen), mit dem man die auf die SD-Karte heruntergeladene "svl.Datei" öffnen und bearbeiten kann, um sie anschließend mit dem Passwort "4851" wieder zurück auf den Fernseher zu übertragen.
Ich meine, das muss man sich nur mal auf der Zunge zergehen lassen: "hotel.pwd.txt" - ticken die noch ganz sauber oder welche Entschuldigung haben die dafür vorzubringen? Und dann die Passwortnummer: In der Bedienungsanleitung von Panasonic ist die nirgends zu finden, wo dieser Schweizer Technikblogger die herhat, wissen die Götter, sie funktioniert aber. Nur bitte schön - was soll das???
Und natürlich war es nicht so einfach, wie in dem link beschrieben, die SD-Karte wollte der Fernseher nicht erkennen, es gibt aber noch USB-Schächte. Davon allerdings zwei, von denen nur einer für das Übertragen von Senderlisten zugelassen ist und der USB-Stick selber darf auch nicht größer als max. 4GB Gesamtgröße haben und er muss vorher in einem bestimmten Format formatiert worden sein. Es war also alles ganz einfach.
Als K. nach vier Stunden so weit war, dass er die Senderliste exportiert hatte, war ich inzwischen fertig, mit dem manuellen Sortieren per Fernbedienung. Wir haben jetzt eine fein sortierte Senderliste exportiert, aber immerhin wissen wir nun, wie es geht. Wenn sich demnächst ARD one in ARD mit und ARD Alpha in BRD Beta umbenennt und von einem anderen Kanal aus sendet, sind wir gerüstet
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Samstag, 4. Februar 2017
Shopping
Heute war ich einkaufen, oder genauer: ich war shoppen.
Das ist deswegen ein erwähnenswerter Umstand, weil ich das so extrem selten tue. Aber heute bin ich tatsächlich zusammen mit K. durch die Fußgängerzone einer Stadt gebummelt und wir haben ganz viele Anziehsachen gekauft, jeder von uns hat etwas bekommen.
Es ist jetzt nicht so, dass wir in die Stadt gefahren wären, weil wir Anziehsachen kaufen wollten. Nein, keiner von uns braucht wirklich irgendetwas Neues zum anziehen, wir haben alle beide ausgesprochen gut gefüllte Kleiderschränke. Andererseits hat man natürlich nie das Richtige und etwas Neues zu haben ist auch immer schön. Doch eigentlich wollte ich nur eine Brille haben.
Ich finde, wenn man immer eine Brille trägt, was ich ja, seitdem ich diese Gleitsichtbrille habe, tatsächlich konsequent tue, dann ist eine Brille so etwas wie Schuhe. Eine reicht nicht, man braucht einfach mehrere, damit man auch je nach Outfitstil ein entsprechendes Brillenmodell dazu kombinieren kann. Und deswegen hätte ich gerne noch eine weitere Brille. Das ist aber gar nicht so einfach, denn das Gestell, was ich mir vorstelle, scheint noch nicht designt zu sein. Oder ich war noch nicht in dem richtigen Brillenladen. Weil ich das für das entschieden wahrscheinlichere Argument halte, wollte ich heute unbedingt in noch mehr Brillenläden gehen, die Optiker hier in Greven habe ich schon durch.
Deswegen sind K. und ich heute in eine etwas größere Stadt gefahren, ich hatte gegoogelt, wo es die meisten Brillenläden auf einen Haufen gibt.
Ich habe auch ganz viele Brillen aufprobiert, nur mein Gestell war nicht dabei.
Deshalb sind wir einfach noch etwas weiter durch die Stadt gebummelt und dann war da ein Marc O'Polo Laden.
Eigentlich bin ich ja relativ immun gegen Klamottenläden, weil ich schon viel zu lange und viel zu erfolgreich meine Bekleidung auf dem Flohmarkt oder in Secondhandshops kaufe. Das verdirbt die individuelle Preiselastizität, ich finde fünf Euro für eine hochwertige Markenhose immer schon teuer. Und ich trage fast ausschließlich sehr hochwertige Markenklamotten.
Aber ausgerechnet Marc O'Polo ist eine Marke, da reagiere ich fast immer drauf. Während meines Studiums habe ich mir meinen Unterhalt überwiegend durch Klavierunterricht verdient und zwar bin ich zu dem jeweiligen Klavierschüler ins Haus gefahren. Bei einer Familie habe ich die Töchter fast acht Jahre unterrichtet und mich im Laufe der Zeit mit der Mutter der Mädchen immer mehr angefreundet und wir haben oft nach dem Unterricht noch mal mindestens so lange gequatscht wie ich nur für den Unterricht engagiert war. Ich habe die Termine für diese Familie vorsätzlich immer auf den frühen Abend gelegt, damit ich danach unbegrenzt Zeit hatte. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, diese Familie gehörte zum gehobenen Mittelstand. Aus damaliger Sicht hatte ich das Gefühl, die Leute haben einfach unbegrenzt Geld. Dabei waren sie aber eben keine Snobs oder irgendwie neureich sondern ausgesprochen nett, sympathisch und natürlich. Besonders gut gefiel mir der Kleidungsstil der Mutter. Sie trug überwiegend Klamotten von Marc O'Polo und zweimal hat sie mir einen abgelegten Pullover geschenkt, den ich hütete wie einen Goldschatz. Einen dieser Pullover besitze ich bis heute.
Natürlich war ich damals dann auch mal in so einem Marc O'Polo Laden gucken, aber die Preise dort sprengten jedes Budget, was ich mir vorstellen konnte. Pullover unter 100 DM gab es gar nicht. In dieser Zeit brannte sich bei mir die feste Verbindung ein: Marc O'Polo = totschicke Klamotten, aber leider auch unendlich teuer.
Heute ist mir längst klar, dass Marc O'Polo vielleicht keine Billigmarke ist, aber von unendlich teuer kann nun wirklich keine Rede sein. Trotzdem reagiere ich immer noch mit ganz viel positivem Gefühl, wenn ich irgend etwas von Marc O'Polo sehe. Und deshalb musste ich natürlich heute unbedingt in diesen Laden gehen, ganz viele Marc O'Polo Klamotten auf einen Haufen, vielleicht haben die ja etwas reduziert.
Hatten sie. Ich besitze jetzt eine neue Samtstretchjeans in der Farbe "Asche der Rosen" mit passendem Oberteil.
Die Farbe "Asche der Rosen" fällt zeitlich zusammen mit der positiven Prägung für Kleidung von Marc O'Polo, denn der Begriff stammt aus dem Roman "Dornenvögel", den ich mit Anfang 20 mit unglaublich romantischen Vorstellungen mindestens dreimal gelesen habe. Für ein Outfit von Marc O'Polo in dieser Farbe, ich glaube vor 30 Jahren hätte ich dafür meine Seele verkauft.
Für K. habe ich in dem Laden dann auch noch ganz tolle Sachen gefunden, Hose, Hemd und Jacke, so dass ich jetzt nicht nur mit meiner eigenen Kleidung angeben kann, sondern auch noch mit einem totschicken Mann neben mir.
Und weil wir uns dann einmal warm geshoppt hatten, sind wir noch in den nächsten Laden gegangen, dort hatten wir nämlich das Auto geparkt, und wenn man dort einkauft, kann man reduziert parken.
Selbstverständlich ist es ausgesprochen wirtschaftlich, für 700 € einzukaufen um bei der Parkgebühr 0,50 € zu sparen.
Deshalb habe ich jetzt eine neue Jacke mit passender Weste dazu (Weste über Jacke, was bedeutet, dass die Weste so groß ist, dass ich sie über jede Jacke anziehen kann) und K. einen neuen Anzug mit Hemd, Schlips und Gürtel - und wir hatten beide einen richtig tollen Tag
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Freitag, 3. Februar 2017
Müde
Heute war ich schon früh zuhause, aber im Ergebnis reichte der Schwung nur noch, um auf direktem Weg ins Bett zu gehen.
Nur noch müde, müde, müde
War ein bisschen viel diese Woche
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