anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 3. Februar 2017
Noch unterwegs
Nach einem langen Tag mit einigen seltsamen Sitzungen und noch seltsameren Begegnungen bin ich jetzt zwar auf dem Heimweg, aber wahrscheinlich nicht vor Mitternacht zuhause.
Deshalb wird das Bloggen heute auf morgen verschoben
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Mittwoch, 1. Februar 2017
Grandios gescheitert
Manchmal gibt es Tage, da bin ich dermaßen unproduktiv, dass ich es selber schon fast wieder bewundere.
Heute zum Beispiel habe ich nichts von dem geschafft, was in meiner Inbox auf dringende Erledigung wartete, dafür aber jede Menge anderer Dinge, die einfach so durch Zufall vom Himmel fielen und auch getan werden mussten? sollten? wurden!
Ging schon los am frühen Morgen mit diversen, unerwarteten Telefonanrufern, die mir Dinge erzählten, die ich dann unbedingt wieder weiterbesprechen musste, was dazu führte, dass ich dann selber aktiv andere Leute anrief und über die frisch aufgeworfenen Themen noch reichlich länger weiter telefonieren musste.
Wenn man ständig telefoniert, muss man sich natürlich nicht wundern, dass man zu nichts kommt.
Als ich das so gegen Mittag feststellte, habe ich den Tagesplan spontan komplett gecancelt und endlich mal das getan, was ich schon seit langer, langer Zeit tun wollte, nur nie genug Zeit hatte, mich überhaupt damit zu beschäftigen, weshalb ich fand, das ist genau die richtige Beschäftigung für einen Tag wie heute, der eh nicht mehr zu retten war.
Deshalb habe ich heute meinen Kalender aufgeräumt, seit 2008 rückwärts alle Termine auf Sitte und Anstand kontrolliert, die eher unanständigen alle privat versiegelt, dann noch die nähere Zukunft analysiert, beruhigt festgestellt, dass es da schon ganz gut aussieht - und dann meinen Kalender dem Sekretariat freigegeben.
Da ich mich seit neun Jahren stets erfolgreich dagegen gewehrt habe, war das für mich ein großes Ding. Mag ja sein, dass das für alle anderen ganz normal ist, aber ich kam mir ein bisschen vor wie eine Nonnenschülerin auf dem FKK Strand. Fühlt sich schon sehr intim an, anderen Einblick in meinen Kalender zu geben.
Die Sekretärin war auf alle Fälle sehr dankbar dafür und ließ nicht ab, mir zu versichern, wie viel einfacher sie nun ihren Alltag gestalten kann. Endlich Herrin über alle Kalender - wahrscheinlich fühlt sie sich jetzt wie eine Domina auf dem FKK Strand....
Naja, und weil ich dann einmal dabei war, habe ich mich gleich ausführlich mit den sonstigen Kalenderfunktionen beschäftigt und ein wenig für Farbe gesorgt, in dem ich über bedingte Formatierungen die unterschiedlichen Termine gleichmäßig farblich zusammenfügte. "Privat" ist jetzt grün und "Urlaub" gelb, irgendwie war allerdings die Farbauswahl insgesamt nur so mittelbegeisternd.
Und so verging der Tag mit Tändeleien, aber ganz ehrlich? - Insgesamt fand ich das alle völlig in Ordnung und ich habe heute nicht einmal gestresst gestöhnt. Muss vielleicht auch mal sein, so ein Urlaubstag im Büro
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Mittwoch, 1. Februar 2017
gefaxte E-Mail
Dass man Faxe als E-Mail bekommt, ist ja mittlerweile üblich. Ich bekomme meine Faxe schon lange als E-Mail, weil das viel bequemer ist und ich sie überall, wo ich grade bin, empfangen kann und nicht an den Standort eines mechanisches Gerätes gebunden bin.
Faxe verschicken tue ich dagegen relativ selten. Privat habe ich zwar ein Gerät, das das theoretisch könnte, aber ich habe mir schon lange nicht mehr die Mühe gemacht, meinen Telefonanschluss und die Fritzbox und das Gerät so miteinander zu verbinden und zu konfigurieren, dass es auch tatsächlich als Faxgerät einsetzbar. Denn ich bräuchte es ja nur zum Verschicken, empfangen kann ich Faxe auch ohne Spezialgerät.
Im Büro steht aber natürlich noch ein Faxgerät und wenn ich termingebundene Behördenpost habe, die, was bei mir ja durchaus schon mal vorkommt, grade eben kurz vor Fristablauf noch mit Aus- und Eingangsstempel transportiert werden muss, dann nutze ich natürlich gerne das Faxgerät, üblicherweise ist das "gerichtsfest".
Aber sonst? Warum sollte man heute noch Faxe verschicken?
Aber ich habe heute einen Grund gefunden: Weil der Empfänger das problemlos empfangen kann. Und aus genau dem Grund habe ich heute sogar eine E-Mail als Fax verschickt. Ich musste zwar etwas grinsen, weil es irgendwie so seltsam verwickelt retro ist, aber wenn es doch ein sinnvoller Weg ist, sollte man ihn nehmen, dachte ich mir.
Ich habe heute nämlich den Stadtwerken auf Borkum eine E-Mail geschrieben wegen des Pfusch am Baus beim Haus meines Vaters. Und damit sowohl mein Onkel als auch mein Vater darüber informiert sind, was ich da geschrieben habe, habe ich die E-Mail anschließend ausgedruckt und dann meinem Onkel als Fax nach Borkum geschickt. Er hat theoretisch auch Internet und einen Computer und ein Smartphone, aber ob und wann und wie er da eine E-Mail mit Anhang rausfischt, das wollte ich mir lieber nicht vorstellen, deshalb habe ich ihm die E-Mail lieber als Fax geschickt. Und sie ist angekommen, er hat sich schon gemeldet und alle sind jetzt informiert.
Am Donnerstag findet jetzt eine erneute Begeheung des Hauses statt, diesmal mit dem zweiten Geschäftsführer der Stadtwerke, bin ja mal gespannt, wie das alles so weitergeht
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Montag, 30. Januar 2017
Nichtgebloggt
Seit 2 Stunden sitze ich auf dem Sofa und schreibe im Kopf so vor mich hin. Ich schreibe allerdings nur stand-alone Sätze, nix Zusammenhängendes, nur jede Menge einzelner Gedanken, die mir einzeln so durch den Kopf schießen. Und für jeden Gedanken formuliere ich einen ganzen Satz. Im Kopf.
Blöd nur, dass ich beim Formulieren von Satz drei Satz eins bereits wieder vergessen habe.
Dabei hatte ich viele gute Gedanken, zu denen ich auch etwas ganz Kluges zu sagen hatte und es ist mir auch noch gelungen, das wunderbar zu formulieren. Nur leider habe ich alles wieder vergessen, denn ich habe es ja nicht getippt, sondern nur gedacht.
Ich konnte das nicht tippen, weil sich der Laptop noch in meiner Bürotasche befindet und ich einfach zu faul bin, den dort raus zu holen und anzuwerfen. Deshalb konnte ich all die Sätze nur in meinem Kopf entwerfen - und dort eben auch wieder vergessen.
Deshalb gibt es heute nur einen Blogeintrag über das gescheiterte Bloggen, ist ja auch mal interessant
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Montag, 30. Januar 2017
Neues Zuhause
Zurück auf dem Festland, wieder im Grevenhaus, entdecke ich, wie froh ich bin, wieder zuhause zu sein.
Ja, zuhause.
Hier in Greven.
Und damit ist es passiert: ich habe mir mal wieder ein neues Zuhause gesucht.

Borkum fühlt sich nicht mehr an wie Zuhause, dort steht ein Haus, das einen unangenehmen Geruch hat, in dem ein fremder Mensch wohnt und in dem ich mich eingeengt und bevormundet fühle. Die alten Muster sind alle wieder da: Sonntags geht man in die Kirche und redet geschwollenes Zeug von wegen Rücksicht auf andere nehmen und freundlich und hilfsbereit miteinander umgehen.

Ja klar, und insbesondere die eigenen Kinder sollen natürlich freundlich und hilfsbereit sein, deshalb hat man ja überhaupt nur Kinder bekommen.
Man hat da einen Anspruch drauf, verflixt, das gehört sich so.

Und genau deshalb bin ich jetzt raus.
Denn dieses erleichternd, befreiende Gefühl, als ich hier in Greven die Tür aufschloss und tief die Luft einsog, das war mir Antwort genug.

Zuhause ist, wo es nach Zuhause riecht
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Sonntag, 29. Januar 2017
Hintereinanderweg
So, ich sitze.
Uff.
Gefühlt das erste Mal heute, denn bisher war ich den gesamten Tag über durchgängig mit irgendwas beschäftigt.
Es ging los mit einem Termin mit den Stadtwerken in Vaters Haus. Da es die Wasserleitung der Stadtwerke war, die letzten Sommer undicht wurde und dadurch diesen Riesenwasserschaden in Vaters Haus verursacht hat, haben die sich bisher auch darum gekümmert, das ganze wieder zu reparieren - und jetzt meinten sie, wären sie erst mal fertig. Alles, was nass war, wurde entfernt, dann wurde das entkernte Haus drei Monate getrocknet und jetzt wurde der Estrich wieder neu verlegt. Nur ein Haus mit nackichtem Estrich ist ja noch nicht fertig. Jetzt fehlt noch der Bodenbelag und die Wände müssen auch alle noch gemacht werden. Die Stadtwerke meinen nun, dass sie dafür nicht mehr zuständig seien, denn der alte Bodenbelag sei ja schon sehr alt gewesen und deshalb wertlos und etwas wertloses müssen sie nicht ersetzen. Und das gleiche gelte für die Wände bzw. Tapeten.
Ich glaube allerdings, wir werden da jetzt Streit bekommen.
Nach den Stadtwerken habe ich dann sofort den Maler angerufen, der auch spontan Zeit hatte, sich das Haus im derzeitigen Zustand beguckte, immer wieder nur den Kopf schüttelte und betrübt feststellte, dass da noch sehr viel zu machen sei. Gut fünfstellig, meint er.
Jetzt wird es also so sein, dass wir den Maler beauftragen und mit seiner Rechnung erst mal in Vorleistung gehen müssen, dann müssen wir noch einen Anwalt beauftragen und auch den erst mal bezahlen - und dann schauen wir mal, was die Stadtwerke davon so übernehmen werden oder müssen. Hilft alles nix, denn sonst wird das Haus nie mehr fertig und ich habe einen Dauerbewohner in meinem Haus gewonnen. Ich kümmere mich also aus reinem Selbstnutz.
Nach diesen Handwerker- und Bauterminen war es Mittag und ich bin umgehend ins Dorf gefahren, die nächste Liste an Erledigungen abarbeiten. Fahrkarte kaufen für die Fähre morgen und bei Rossmann einkaufen und die Drogeriebestände wieder auffüllen. Mittlerweile bin ich schon so weit, dass ich auch die notwendigen Drogeriebestände für das Festlandhaus hier auf der Insel kaufe, denn hier habe ich tatsächlich einen Drogeriemarkt in erreichbarer Nähe und so habe ich heute Zahnpaste und Deo und Shampoo und Müllbeutel gekauft - was ich morgen alles mit nach Greven nehme. Irgendwie schon arg bekloppt, erst wird der Kram hier aufwendig mit der Fähre hingeschafft und jetzt karre ich ihn mit der Fähre wieder zurück - aber wann soll ich unter der Woche Drogerieartikel einkaufen? Deshalb eben so.
Dann Weiterfahrt zum Onkel und dort stundenlang den Computer und das Handy wieder resettet und ans Laufen gebracht. Wenn man alte Leute länger als vier Wochen mit irgendeinem EDV-Kram alleine wurschteln lässt, ist in der Regel alles so sehr verstellt, dass man am allerbesten gleich eine Recovery-CD reinschiebt und alles neu aufsetzt.
Erst gegen 17.30h waren wir da fertig, dann Weiterfahrt zu Lidl, noch fix die Dinge kaufen, die wir gestern vergessen hatten.
Und außerdem mussten wir auch noch im Getränkemarkt vorbei, die Kiste mit Malzbier zurückgeben, die K. aus Versehen erwischt hatte. K. behauptet ja, dass er durch seine Brille, die ihm der Optiker angepasst hat, nicht gut gucken kann, weshalb er sie höchst selten trägt. Ohne die Brille kann er aber eigentlich gar nichts mehr gucken, zumindest nichts lesen, und dann erwischt er halt schon mal Malzbier statt Pilsbier.
Jetzt haben wir das richtige Bier und genug zu essen, gegen 18.30h war ich endlich wieder zu Hause. Dann aber noch Kochen und Kuchenbacken - Vater hat morgen Geburtstag und deshalb erwartet auf alle Fälle sein Enkel, dass es die traditionelle Familienschwarzwälderkirschtorte gibt, die schon meine Großmutter immer zu Geburtstagen hergestellt hat.
Aber nu ist alles geschafft, alle sind satt und zufrieden, Küche ist wieder aufgeräumt, die fünfte Maschine Wäsche ist nicht nur fertig getrockent, sondern auch schon gelegt und wieder eingeräumt, Torte steht im Kühlschrank, nur der Ofen, den kriegt K. nicht zum Brennen.
Heize ich eben von innen nach und hole mir noch einen Rotwein.
Prost
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Samstag, 28. Januar 2017
Beerdigungsprogramm
Nach drei überwiegend durch Büroarbeit und externe Termine gefüllten Wochenenden sind wir dieses Wochenende endlich wieder auf Borkum.
J. hat niedersächsische Winterferien und damit zwei Tage extra frei und nach drei Wochen Abwesenheit sind vor allem größere Mengen an Wäschebergen entstanden.
Die zweite Maschine läuft schon.
Fahrt und Überfahrt waren auffällig unspektakulär, die Fähre war zwar rappelvoll, aber J. war früh genug da, so dass er uns einen angenehmen Platz freihalten konnte. Wir haben ihn dafür anschließend auch mit dem Auto mitgenommen, so dass er sich die Kleinbahn ersparen konnte. Bei so einer vollen Fähre ist das dann auch keiner echter Spaß mehr.
Nach der Fähre noch kurzer Einkaufsstop bei Lidl - seitdem der Discounter hier auf der Insel ist, lohnt es sich nicht mehr, in größeren Mengen Lebensmittel vom Festland zu importieren.
J. wünschte sich irgendwas mit Kartoffeln. Im Internat können die sicherlich viel, aber Kartoffeln gehören wohl eher nicht zu den basic skills der Internatsküche.
Also gab es dann eine Riesenportion warmen Kartoffelsalat, die komplett aufgegessen wurde und J. ist nicht geplatzt. Wundert mich jedes Mal aufs Neue, dass er von innen so viel größer ist als von außen.

Beim Smalltalk mit meinem Vater fragte ich routiniert nach, wer denn in den letzten drei Wochen alles so gestorben ist - macht man hier so. Hauptunterhaltungsprogramm der Inselsenioren sind die regelmäßigen Beerdigungen und es wird auch immer lang und breit darüber berichtet.
Nächste Woche Montag und Dienstag findet je eine Beerdigung statt, Vater wird aber nur am Montag zur Trauerfeier von Schlippo B. gehen (die Leute haben hier alle Spitznamen, die bis zur Beerdigung halten). Am Dienstag wird Benzi T. begraben, aber da geht er nicht hin, sagt er. J. fragte verwundert, warum nicht und K. warf spontan ein: "Der kommt ja auch nicht zu seiner."
Grundsätzlich ein berechtigtes Argument, ob es aber auch bei Beerdigungen greift, muss man noch mal überdenken, Vater sagte jedoch nur ganz trocken: "Der wär auch nicht gekommen, wenn er noch nicht tot wär."
Na dann
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