Sonntag, 13. September 2026
Flecken im Teppich
anje, 20:18h
Ich hatte heute eine lustige Konversation mit meinem Apothekersohn, der mir vor ein paar Wochen erklärt hatte, dass ich meine Aspirintabletten aus dem Jahr 2003 wegwerfen solle, weil sich da irgendwann irgendetwas zersetzt und man das Zeug deshalb besser nicht mehr essen solle, wenn es nach Essig riecht (taten meine), zumal sie eh die gewünschte Wirkung verloren hätten.
Als Ersatz hat er mir einen Stapel neue Aspirintabletten mitgebracht, die nur kurz vor dem Ablaufdatum stehen, die seien besser geeignet, sie die nächsten fünf Jahre rumliegen zu lassen, wenn die grundsätzliche Möglichkeit besteht, dass ich doch mal eine essen will.
Es ist so, dass es eine ganze Menge Dinge gibt, die ich aus grundsätzlichen Erwägungen wenn möglich immer im Haus habe, es könnte ja sein, dass man mal etwas davon braucht oder gerne benutzen möchte und dann ist es Teil der persönlichen Freiheit, sich selber ertüchtigt zu haben, diesem Drang sofort nachgeben zu können.
Lebensmittel haben dabei den Nachteil der begrenzten Lebensdauer, die nach meiner Definition allerdings nicht von einem aufgedruckten Datum definiert wird, sondern von ihrer tatsächlich sinnvollen Verwendbarkeit.
Wenn auf einem Yoghurt steht: MHD 13.01.2026 und es riecht und schmeckt immer noch komplett normal, dann ist das für mich kein Grund, es im September 2026 schon wegzuwerfen, das mache ich erst, wenn sich der Deckel verdächtig wölbt oder es sichtbar verschimmelt ist.
Oder wenn das aufgedruckte Datum so lange her ist, dass ich denke, vielleicht sollte man das wirklich nicht mehr essen. Wenn da 2018 draufsteht, z.B.
Neulich habe ich mal wieder die Vorratsdosen im Keller durchsortiert, das letzte Mal haben wir das 2020 im Rahmen der Coronavorratshaltungsvorbereitung getan und damals mit schwarzem Edding auf jede Dose das üblicherweise nur klein und versteckt aufgedruckte MHD geschrieben, so lässt sich eine Fifo-Lagerhaltung* viel leichter umsetzen. Im Jahr 2020 erschien uns 2018 noch als quasi taufrisch, diese Dosen blieben also alle im Vorratsbestand, aussortiert und entsorgt haben wir damals alles, was älter war als 2015.
*First in first out
Jetzt sind wir sechs Jahre weiter (unfassbar) und als ich neulich noch drei Dosen mit einem 2018er Datum entdeckte, dachte ich, dass es nun angemessen sei, sie zu entsorgen.
Zwar besitze ich dann keinerlei Vorräte mehr an Kokosmilchdosen, weshalb der Drang groß ist, mir bei der nächsten Gelegenheit neue, frische zu besorgen, allerdings habe ich mir fest vorgenommen, vor dem Umzug auch wegverbrauchte Vorräte nicht mehr aufzustocken.
Menschen, die Besitz als Belastung empfinden, habe ich noch nie verstehen können, ich empfinde es als Einschränkung und damit als Belastung, wenn ich meinen spontanen Gelüsten nicht auch spontan nachgeben kann, weil die technische Umsetzung mangels Vorräten oder Ausstattung nicht möglich oder viel zu kompliziert ist. Ich besitze deshalb z.B. neben einer sehr umfangreichen und vielfältigen Vorratshaltung aus zig verschiedenen Lebensmitteln, die für mich alle zu einer unverzichtbaren, jederzeit verfügbaren Grundausstattung gehören, auch große Mengen an verschiedenen Küchengeräten, einfach deshalb, damit ich jederzeit das, was mir grade so einfällt, auch sofort umsetzen kann.
Das gleiche gilt entsprechend auch für meinen Bastelbereich, auch hier bin ich großer Fan von jeder erdenklichen Art von Werkzeug und einem ausreichend großen Vorrat an Verbrauchsmaterialien.
Unser Umzug wird dadurch zu einer logistischen Herausforderung, aber nun ja, das gehört dann eben dazu.
Aber nehmen wir nur diese Spiralisiermaschine, die ich nach ungefähr 20 Jahren Standzeit neulich das erste Mal wieder benutzt habe, das hat mich sehr glücklich gemacht und dass sie die letzten 20 Jahren unbewegt im Regal stand, hat mich in der gesamten Zeit überhaupt nicht gestört, weil alles, was ich dafür tun musste, war, dafür zu sorgen, dass ich ausreichend Platz habe, um all meinen Krempel übersichtlich zu lagern.
"Übersichtlich" ist dabei das entscheidende Stichwort, denn wenn man die Sachen, die man nach 20 Jahren das erste Mal wieder benutzen möchte, dann nicht findet oder erst fünf Stunden den Keller aufräumen muss, um dran zu kommen, dann ist das mit der Spontanietät ja auch nicht gegeben und macht dann auch keinen Spaß.
Ich mag meinen Krempel und freue mich auch sehr auf den Umzug in das neue Haus, wo ich deutlich mehr Platz in der Küche und im Keller haben werde und ich freue mich auch darauf, dann dort alles wunderbar übersichtlich und sinnvoll einzusortieren. Ich sortiere nämlich fast so gerne wie ich einkaufe, ist das doch oft die beste Gelegenheit, all den Kram, den man sonst nie benutzt, mal wieder anzupacken und den Bestand im Kopf zu aktualisieren und neue Benutzungspläne zu schmieden.
Küchengeräte haben, genau wie Werkzeuge, den Vorteil, dass sie eine fast unendliche Lagerdauer haben, nur bei Einmachgläsern ist manchmal das Gummi porös und taugt nicht mehr, aber das allermeiste Zeug kann man einfach einmal kaufen, ordentlich ins Regal stellen und sich dann 30 Jahre lang darauf freuen, endlich mal Zimtwaffeln zu backen. (Habe ich noch nie getan, aber natürlich besitze ich ein Zimtwaffeleisen.)
Ähem, eigentlich wollte ich aber etwas komplett anderes erzählen, nämlich von der Konversation mit J, deshalb jetzt ein zweiter Anlauf:
Weil Bixa gerade läufig ist und überall Blutflecken hinterlässt, habe ich gegoogelt, wie man Blutflecken aus dem Teppich entfernt und bin dabei auf einen Tipp in der Schöner-Wohnen gestoßen, die rät nämlich, dass man Blutflecken sehr gut mit aufgelösten Aspirintabletten entfernen könne, schließlich sei das ein Blutverdünner und der würde das eingetrocknete Blut dann wieder auflösen.
Ich fand das eine sehr lustige Vorstellung und habe das sofort an J weitergeleitet und bedauert, dass ich erst auf seinen Rat hin neulich so viele Aspirintabletten entsorgt hätte. Das wäre doch eine wunderbare Anschlussverwendung gewesen.
Seine Reaktion war kurz und knapp: "Quatsch".
Es folgte eine chemische Erklärung der Wirkweise, weshalb das nicht funktionieren kann, wenn, dann solle ich lieber Heparin auf die Blutflecken schmieren, das wäre zum Auflösen von Blutverbindungen gedacht.
Ich stellte mir vor, wie ich meinen Teppich mit Heparinsalbe behandelte und nahm von diesem Vorschlag Abstand. Hörte sich nach einer ähnlichen Wirksamkeit wie die Fleckenschere an. Fleck ist weg, aber Teppich ruiniert. J sagte dann, ich solle mir mal 10%iges Wasserstoffperoxid kaufen, damit würde er alle Flecken erfolgreich behandeln.
Habe ich dann umgehend bei Amazon bestellt, weil Apotheken so giftiges Zeug nicht verkaufen. J sagt, Apotheken müssten dann nämlich eine Gefahrstoffdokumentation machen, weshalb sie lieber gleich ganz auf den Verkauf solcher Substanzen verzichten. Kann ich verstehen, auch Amazon sollte eine Daseinsberechtigung haben.
Ob ich meinen Teppich dann allerdings wirklich mit Wasserstoffperoxid behandele, habe ich noch nicht entschieden, K meinte, das Zeug wirkt auch wie Fleckenschere. Ich werde es jetzt einfach mal mit kaltem (Mineral)Wasser und etwas Rubbeln probieren

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Als Ersatz hat er mir einen Stapel neue Aspirintabletten mitgebracht, die nur kurz vor dem Ablaufdatum stehen, die seien besser geeignet, sie die nächsten fünf Jahre rumliegen zu lassen, wenn die grundsätzliche Möglichkeit besteht, dass ich doch mal eine essen will.
Es ist so, dass es eine ganze Menge Dinge gibt, die ich aus grundsätzlichen Erwägungen wenn möglich immer im Haus habe, es könnte ja sein, dass man mal etwas davon braucht oder gerne benutzen möchte und dann ist es Teil der persönlichen Freiheit, sich selber ertüchtigt zu haben, diesem Drang sofort nachgeben zu können.
Lebensmittel haben dabei den Nachteil der begrenzten Lebensdauer, die nach meiner Definition allerdings nicht von einem aufgedruckten Datum definiert wird, sondern von ihrer tatsächlich sinnvollen Verwendbarkeit.
Wenn auf einem Yoghurt steht: MHD 13.01.2026 und es riecht und schmeckt immer noch komplett normal, dann ist das für mich kein Grund, es im September 2026 schon wegzuwerfen, das mache ich erst, wenn sich der Deckel verdächtig wölbt oder es sichtbar verschimmelt ist.
Oder wenn das aufgedruckte Datum so lange her ist, dass ich denke, vielleicht sollte man das wirklich nicht mehr essen. Wenn da 2018 draufsteht, z.B.
Neulich habe ich mal wieder die Vorratsdosen im Keller durchsortiert, das letzte Mal haben wir das 2020 im Rahmen der Coronavorratshaltungsvorbereitung getan und damals mit schwarzem Edding auf jede Dose das üblicherweise nur klein und versteckt aufgedruckte MHD geschrieben, so lässt sich eine Fifo-Lagerhaltung* viel leichter umsetzen. Im Jahr 2020 erschien uns 2018 noch als quasi taufrisch, diese Dosen blieben also alle im Vorratsbestand, aussortiert und entsorgt haben wir damals alles, was älter war als 2015.
*First in first out
Jetzt sind wir sechs Jahre weiter (unfassbar) und als ich neulich noch drei Dosen mit einem 2018er Datum entdeckte, dachte ich, dass es nun angemessen sei, sie zu entsorgen.
Zwar besitze ich dann keinerlei Vorräte mehr an Kokosmilchdosen, weshalb der Drang groß ist, mir bei der nächsten Gelegenheit neue, frische zu besorgen, allerdings habe ich mir fest vorgenommen, vor dem Umzug auch wegverbrauchte Vorräte nicht mehr aufzustocken.
Menschen, die Besitz als Belastung empfinden, habe ich noch nie verstehen können, ich empfinde es als Einschränkung und damit als Belastung, wenn ich meinen spontanen Gelüsten nicht auch spontan nachgeben kann, weil die technische Umsetzung mangels Vorräten oder Ausstattung nicht möglich oder viel zu kompliziert ist. Ich besitze deshalb z.B. neben einer sehr umfangreichen und vielfältigen Vorratshaltung aus zig verschiedenen Lebensmitteln, die für mich alle zu einer unverzichtbaren, jederzeit verfügbaren Grundausstattung gehören, auch große Mengen an verschiedenen Küchengeräten, einfach deshalb, damit ich jederzeit das, was mir grade so einfällt, auch sofort umsetzen kann.
Das gleiche gilt entsprechend auch für meinen Bastelbereich, auch hier bin ich großer Fan von jeder erdenklichen Art von Werkzeug und einem ausreichend großen Vorrat an Verbrauchsmaterialien.
Unser Umzug wird dadurch zu einer logistischen Herausforderung, aber nun ja, das gehört dann eben dazu.
Aber nehmen wir nur diese Spiralisiermaschine, die ich nach ungefähr 20 Jahren Standzeit neulich das erste Mal wieder benutzt habe, das hat mich sehr glücklich gemacht und dass sie die letzten 20 Jahren unbewegt im Regal stand, hat mich in der gesamten Zeit überhaupt nicht gestört, weil alles, was ich dafür tun musste, war, dafür zu sorgen, dass ich ausreichend Platz habe, um all meinen Krempel übersichtlich zu lagern.
"Übersichtlich" ist dabei das entscheidende Stichwort, denn wenn man die Sachen, die man nach 20 Jahren das erste Mal wieder benutzen möchte, dann nicht findet oder erst fünf Stunden den Keller aufräumen muss, um dran zu kommen, dann ist das mit der Spontanietät ja auch nicht gegeben und macht dann auch keinen Spaß.
Ich mag meinen Krempel und freue mich auch sehr auf den Umzug in das neue Haus, wo ich deutlich mehr Platz in der Küche und im Keller haben werde und ich freue mich auch darauf, dann dort alles wunderbar übersichtlich und sinnvoll einzusortieren. Ich sortiere nämlich fast so gerne wie ich einkaufe, ist das doch oft die beste Gelegenheit, all den Kram, den man sonst nie benutzt, mal wieder anzupacken und den Bestand im Kopf zu aktualisieren und neue Benutzungspläne zu schmieden.
Küchengeräte haben, genau wie Werkzeuge, den Vorteil, dass sie eine fast unendliche Lagerdauer haben, nur bei Einmachgläsern ist manchmal das Gummi porös und taugt nicht mehr, aber das allermeiste Zeug kann man einfach einmal kaufen, ordentlich ins Regal stellen und sich dann 30 Jahre lang darauf freuen, endlich mal Zimtwaffeln zu backen. (Habe ich noch nie getan, aber natürlich besitze ich ein Zimtwaffeleisen.)
Ähem, eigentlich wollte ich aber etwas komplett anderes erzählen, nämlich von der Konversation mit J, deshalb jetzt ein zweiter Anlauf:
Weil Bixa gerade läufig ist und überall Blutflecken hinterlässt, habe ich gegoogelt, wie man Blutflecken aus dem Teppich entfernt und bin dabei auf einen Tipp in der Schöner-Wohnen gestoßen, die rät nämlich, dass man Blutflecken sehr gut mit aufgelösten Aspirintabletten entfernen könne, schließlich sei das ein Blutverdünner und der würde das eingetrocknete Blut dann wieder auflösen.
Ich fand das eine sehr lustige Vorstellung und habe das sofort an J weitergeleitet und bedauert, dass ich erst auf seinen Rat hin neulich so viele Aspirintabletten entsorgt hätte. Das wäre doch eine wunderbare Anschlussverwendung gewesen.
Seine Reaktion war kurz und knapp: "Quatsch".
Es folgte eine chemische Erklärung der Wirkweise, weshalb das nicht funktionieren kann, wenn, dann solle ich lieber Heparin auf die Blutflecken schmieren, das wäre zum Auflösen von Blutverbindungen gedacht.
Ich stellte mir vor, wie ich meinen Teppich mit Heparinsalbe behandelte und nahm von diesem Vorschlag Abstand. Hörte sich nach einer ähnlichen Wirksamkeit wie die Fleckenschere an. Fleck ist weg, aber Teppich ruiniert. J sagte dann, ich solle mir mal 10%iges Wasserstoffperoxid kaufen, damit würde er alle Flecken erfolgreich behandeln.
Habe ich dann umgehend bei Amazon bestellt, weil Apotheken so giftiges Zeug nicht verkaufen. J sagt, Apotheken müssten dann nämlich eine Gefahrstoffdokumentation machen, weshalb sie lieber gleich ganz auf den Verkauf solcher Substanzen verzichten. Kann ich verstehen, auch Amazon sollte eine Daseinsberechtigung haben.
Ob ich meinen Teppich dann allerdings wirklich mit Wasserstoffperoxid behandele, habe ich noch nicht entschieden, K meinte, das Zeug wirkt auch wie Fleckenschere. Ich werde es jetzt einfach mal mit kaltem (Mineral)Wasser und etwas Rubbeln probieren

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