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Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 11. September 2026
Meerglas und Spaziergang
Seitdem Herr Buddenbohm vor neun Jahren einen Link zu einem Bericht über Schmuck aus Meerglas auf Helgoland postete, bin ich angefixt und laufe auf dem Strand nur noch mit dem Blick nach unten über den Sand, um Meerglas zu finden.

Außerdem musste ich natürlich auch selber dringlich nach Helgoland, um dort mein Meerglas-Glück zu versuchen, es passte mir deshalb sehr gut ins Konzept, dass Helgoland für jeden Piloten eine ganz besondere Challenge ist, denn die Landebahnen auf der Düne sind schon deutlich kürzer als zB auf Borkum, schließlich ist die gesamte Düne ja auch deutlich kleiner.

Die Fliegerstories rund um unsere Landungen auf Helgoland erspare ich mir jetzt (obwohl es auch da einiges zu erzählen gäbe), ich will jetzt lieber was zu diesem Meerglas schreiben.

Auf Helgoland war die Meerglas-Ausbeute auch tatsächlich besser als hier am Strand auf Borkum, einfach deshalb, weil Helgoland viel weiter draußen liegt und dort mehr Schiffe untergegangen sind.

Meerglas entsteht, wenn Glasscherben lange genug im Meer liegen und von Sand und Wellen rundgeschliffen werden. Damit Glasscherben ins Meer gelangen, ist es hilfreich, wenn ein Schiff untergeht, weil es fast auf allen Schiffen irgendwelche Flaschen gibt, die bei einem Schiffuntergang meist kaputtgehen und dann kann sich die Natur an den Scherben abarbeiten.

Also, ich bin seit neun Jahren sehr großer Meerglasfan, finde es aber schwierig, das Zeug hier auf Borkum in größeren Mengen zu finden.

Dann habe ich vor einiger Zeit im Fernsehen einen Bericht über eine Künstlerin gesehen, die auch Schmuck und sonstige Kunst aus Meerglas herstellt - und sich ihr Meerglas einfach selber macht.

Sie zerdeppert einfach bunte Glasflaschen, wirft die Scherben in einen Betonmischer, gibt Wasser und Sand dazu, lässt das Ganze ein paar Stunden laufen - und am Ende hat sie rund geschliffene, matt polierte Glasscherben, exakt so wie Meerglas - nur ohne Meer.

Das fand ich natürlich supergenial und seitdem überlege ich, wie ich günstig an einen Betonmischer komme. Ich habe mich schon intensiv danach umgesehen und mein Plan war, mir einen alten, gebrauchten zu kaufen, wenn wir erst mal fertig umgezogen sind.

K habe ich vorsichtshalber nichts davon erzählt, keine Ahnung, wie sehr es ihn begeistert hätte, wenn ich einen Betonmischer als Deko in den Garten stelle, aber es war ja auch noch nicht so weit, man sollte seine Kämpfe erst ausfechten, wenn die Arena bereitet ist.

Nun, heute hat sich das Problem von alleine gelöst, denn ich brauche gar keinen Betonmischer mehr, ich habe heute bei ebay eine "Steintrommel" gekauft.

Auf die Idee gekommen bin ich durch einen Instagram-Beitrag, der mir als Werbung in den Feed gespült wurde, da zeigt eine DIY-Influencerin wie sie sich mit so einer Steintrommelmaschine hübsche runde Trommelsteine aus Halbedelsteinen macht (in die sie dann Löcher bohrt und Ketten auffädelt) - und mir wurde spontan klar, dass das die perfekte Lösung ist. Ich brauche gar keine riesige Betonmischmaschine, eine kleine Steintrommelmaschine tut es auch, die Funktion ist schließlich exakt die gleiche, in einer Schüssel werden Steine bzw. Glasscherben und Sand und Wasser so lange hinundhergeschüttelt, bis die Glasscherben zu rundgeschliffenem Meerglas geworden sind.
Die Scherben werden natürlich nicht zu runden Perlen, aber die scharfen Kanten werden sanft gerundet und die Oberfläche wird matt, exakt das, was ich will.

Die Influencerin war ganz begeistert von dieser Maschine, ich habe deshalb danach gegoogelt und festgestellt, dass sie zu Preisen zwischen 40-80€ angeboten wird (immer die gleiche Maschine) und bei ebay lief dann noch eine Sonderaktion, wenn man per Bankeinzug bezahlte gab es noch mal extra Rabatt - ich habe jetzt also so ein Ding für 30€ gekauft, DHL hat mir eben mitgeteilt, dass sie am Montag in der Packstation ankommt und ich bin schon sehr gespannt, aber auch sehr zufrieden, dass ich mit Glück meinen über neun Jahre gepflegten Meerglastraum jetzt bald mit Massenware befriedigen kann.

Nach diesem aufregenden Start in den Tag habe ich anschließend noch etwas Buchhaltung gemacht, zwei Themen im Baucontrolling geklärt und dann sind wir mit Bixa spazieren gegangen.

Den Vormittag über hatte es geregnet, am Nachmittag kam die Sonne raus und es wurde sogar richtig warm.

Bixa am Strand

Wir gingen zunächst an den Strand, wo Bixa ein wenig alleine rumrannte und Spaß hatte. Alle anderen Hunde, denen wir unterwegs begegneten, bewegten sich in der Größenklasse Fußhupe, inzwischen hat Bixa aufgehört, diese Minis zum Spielen ernstzunehmen, die kläffen meist nur und regen sich auf und für ein richtiges Wettrennen mit Nachlaufen sind sie eh zu langsam.

Dass wir nicht mehr in der Hochsaison sind und dass deshalb der Strand nicht mehr regelmäßig gereinigt wird, sieht man vor allem an dem Strandgut, was sich so sammelt

Strandgut

Mich faszinierte der halbe Hummer, weil ich mich frage, wo der herkommt. In Nordfriesland, wo es Steine im Meer gibt, da gibt es auch Hummer, aber hier in Ostfriesland gibt es nur Sand und das ist was für Krebse aber nicht für Hummer.
Diesem Exemplar fehlte das Hinterteil, aber sonst war es noch recht intakt - und eindeutig noch nicht gekocht worden.

Bixa fand den halben Seehund fast noch interessanter, dem fehlte das Vorderteil, dafür war das Hinterteil noch ziemlich intakt. Ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die Tiere in der Natur zerlegt werden.

Für den Rückweg wählten wir einen Schlängelpfad durch die Dünen und dann durch die Greune-Stee.

Wanderwege in der Greune-Stee

Unterwegs kamen wir an der Kugelbake vorbei und ich musste an meine Tante denken, die dieses Seezeichen immer sehr geliebt hat.

Die Greune-Stee war voll mit Pilzen, von denen ich absolut keine Ahnung habe

Pilze in der Greune Stee

und die Heide blüht schon. In den Dünen gibt es große Stellen mit Besenheide, aber noch verbreiteter ist die Krähenbeere, die wunderbar saftig grün wächst.

Beeren und Heide

Die Fotos von den roten Beeren habe ich mit der Portraitfunktion und dem Bühnenlicht-Filter gemacht und sehr gestaunt, was mein iPhone für schicke Fotos produziert
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