Montag, 7. September 2026
ausgefallenes Abendessen und Protzerei
anje, 21:43h
Heute wieder Haushaltswechsel, der wesentliche Kühlschrankinhalt wurde auf die Insel transportiert, und naja, K, Hund und ich haben den Kühlschrankinhalt dann sinnvollerweise begleitet, wir sind jetzt also alle wieder auf Borkum, nur N ist zurück nach Berlin gefahren.
In Greven ist dafür jetzt grade alles fein sauber und aufgeräumt und in allen WCs liegen je zwei Gebissreinigertabletten. Das ist mein neuester Kloreinigungshack und er funktioniert tatsächlich wunderbar. Wenn wir fahren, werfe ich zwei von diesen NoName-Kukident-Tabletten in jedes Klo, wenn ich wiederkomme, muss ich dann nur einmal gründlich mit der Klobürste durchwuscheln und zack, habe ich als Ergebnis einen wunderbar sauberen Kloschlund (keine Ahnung, wie der Teil der Kloschüssel in echt heißt, es ist aber der, der am schwierigsten sauberzuhalten ist.)
Nach Ankunft hier auf Borkum habe ich deshalb als erstes die Klos geschrubbt, hier hatte ich bei Abfahrt letztens natürlich auch Gebissreinigertabletten hinterlassen und jetzt blitzen hier alle Klos.
Prioritäten setzen, so wichtig.
Als ich alles ausgepackt und eingeräumt hatte und K fragte, was er sich als Abendessen vorstellt, teilte er mir mit, dass er kaum Hunger hat.
Das passte mir sehr gut, so kann ich mit gutem Gewissen das Abendessen ausfallen lassen. Für mich selber habe ich ja schon immer jede Sorte Essen mit Begeisterung gegen eine Tüte Chips getauscht. Ich bin deshalb jetzt satt, die Chips sind alle und betrunken bin ich auch, denn Chips rutschen traditionell mit Prosecco am besten, davon stand noch eine Flasche im Kühlschrank, was für ein wunderbarer Abend.
Als Fotoausbeute kann ich heute den TOD bieten und einen Dalmatiner im Cabrio

Die neue Avionik in dem Flieger berechnet inzwischen selbstständig den TOD und zeigt ihn auf der Karte an. Okay, in der Fliegersprache, die eh nur auf englisch existiert, ist TOD "top of descent", also der Punkt, an dem man mit dem Sinken beginnen sollte, um einigermaßen geordnet am Zielflugplatz auf dem Boden anzukommen und nicht kurz vorher, weil man zu spät drangedacht hat, wie ein Geier im Sturzflug nach unten schießen muss.
In Englisch ist das also maximal unspektakulär, auf Deutsch kann ich nicht aufhören, Witze dazu zu machen. Jedesmal, wenn das System den TOD auf der Karte einblendet, fühlt es sich an, als ob da ein Ball auf dem Elfmeterpunkt liegt.
Ein weiteres Bild, an dem ich mich nicht sattsehen kann, ist der Dalmatiner im offenen Cabrio.
Ich gebe es zu, ich bin eitel, aber so ein Dalmatiner in einem Cabrio und dann auch noch auf dem Flugplatz vor einem Flieger - ja nun, mehr Show geht doch kaum, oder?
Das, was mir am besten daran gefällt, ist die Tatsache, dass es nur ein Bruchteil dessen gekostet hat, wonach es aussieht. Das Cabrio ist inzwischen zwölf Jahre alt und ich habe es gebraucht gekauft. Aber das ist egal, seit jeher steht Cabrio für Reichtum. Also bitte gerne Respekt.
Okay, der Dalmatiner ist ohne Rabatt direkt von einem echten Züchter mit echten Papieren gekauft, aber nach dem ich jetzt von einigen Leuten erfahren habe, was sie für ihren Doodle-Mischling bezahlt haben, war unser Dalmatiner echt günstig. Und sowieso ist der absolute Betrag nichts im Verhältnis dazu, was andere Leute für ihre Hobbies ausgeben.
Und schließlich die ganze Flieger-Flugzeug Nummer: Ja klar kostet das eine ganze Menge Geld, aber K hat seinen Pilotenschein inzwischen schon seit fast 30 Jahren, absolut betrachtet ist das der mit Abstand teuerste Teil an dieser Privatfliegerei, doch nach 30 Jahren zählt das irgendwie nicht mehr.
Und das Fliegen selber: Verglichen mit der Alternative Auto/Fähre kostet der Spaß ca. 50% mehr für eine Tour, abhängig davon, wie viele mitfliegen. Bei vier Personen im Flieger ist der Flieger schon fast wieder günstiger, weil die Fähre wirklich eklig teuer ist.
Ich glaube also, dass auch dieser Teil unseres Lebens vor allem gefühlt so elitär und schickimicki daher kommt, es in echt aber gar nicht ist. Wenn sich jemand Fliegen als Hobby aussucht, wäre es für sehr viele Menschen relativ problemlos finanzierbar. (Bis auf den Pilotenschein, der ist heute echt teuer geworden, aber der Führerschein kostet heutzutage ja auch mehr als die 1000 DM, die ich noch dafür bezahlt habe.)
K hat neulich für seine Schwiegertochter Karten für ein Roland Kaiser Konzert gekauft, weil es da irgendwelche Vorteile gab, wenn man eine Commerzbank Visa Karte hatte, deshalb hat K das für sie erledigt. Ich habe ihn damit natürlich sofort gewaltig aufgezogen, immerhin muss er jetzt damit leben, dass auf seinem Kontoauszug diese Ausgabe mit Betreff schwarz auf weiß vermerkt ist, wie peinlich kann das Leben sein?
Als ich dann aber erfahren habe, dass diese Karten für so ein albernes Konzert einen dreistelligen Betrag kosten, habe ich vor Erstaunen meinen Mund nicht mehr zu bekommen und die Lästerei war rein technisch sofort zu Ende.
Ich habe mich nie damit beschäftigt, welche finanziellen Verhältnisse für Roland Kaiser Fans so im Durchschnitt typisch sind, mein Bauchgefühl sagt mir allerdings, dass er kein exklusiver Künstler für die Oberen Zehntausend ist.
Und naja, einen dreistelligen Betrag für Konzertkarten finde ich schon eine Hausnummer, aber so wie ich es mitbekommen habe, war das Konzert ruckzuck ausverkauft.
Im Grunde heißt das nur, dass die meisten Menschen durchaus Geld für Hobbies zur Verfügung haben, es gibt aber Hobbies, die gelten als Luxus, während man bei anderen Freizeitausgaben über die Kosten einfach nie spricht.
Aber dreistellig für Karten für Roland Kaiser, ich meine, echt jetzt, aber geht's noch? (Ich bin immer noch nicht ganz darüber hinweg)
Wir leben hier auf alle Fälle abgehoben elitär: Cabrio mit Dalmatiner und Haus am Meer, da braucht's den Flieger schon nicht mehr, um alle Klischees über Reichtum zu bedienen, ab und zu finde ich es durchaus witzig, damit zu posieren, denn genau diese Dinge haben in echt wirklich nichts mit Reichtum zu tun
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(Abgelegt in anjesagt und bisher 22 x anjeklickt)
In Greven ist dafür jetzt grade alles fein sauber und aufgeräumt und in allen WCs liegen je zwei Gebissreinigertabletten. Das ist mein neuester Kloreinigungshack und er funktioniert tatsächlich wunderbar. Wenn wir fahren, werfe ich zwei von diesen NoName-Kukident-Tabletten in jedes Klo, wenn ich wiederkomme, muss ich dann nur einmal gründlich mit der Klobürste durchwuscheln und zack, habe ich als Ergebnis einen wunderbar sauberen Kloschlund (keine Ahnung, wie der Teil der Kloschüssel in echt heißt, es ist aber der, der am schwierigsten sauberzuhalten ist.)
Nach Ankunft hier auf Borkum habe ich deshalb als erstes die Klos geschrubbt, hier hatte ich bei Abfahrt letztens natürlich auch Gebissreinigertabletten hinterlassen und jetzt blitzen hier alle Klos.
Prioritäten setzen, so wichtig.
Als ich alles ausgepackt und eingeräumt hatte und K fragte, was er sich als Abendessen vorstellt, teilte er mir mit, dass er kaum Hunger hat.
Das passte mir sehr gut, so kann ich mit gutem Gewissen das Abendessen ausfallen lassen. Für mich selber habe ich ja schon immer jede Sorte Essen mit Begeisterung gegen eine Tüte Chips getauscht. Ich bin deshalb jetzt satt, die Chips sind alle und betrunken bin ich auch, denn Chips rutschen traditionell mit Prosecco am besten, davon stand noch eine Flasche im Kühlschrank, was für ein wunderbarer Abend.
Als Fotoausbeute kann ich heute den TOD bieten und einen Dalmatiner im Cabrio

Die neue Avionik in dem Flieger berechnet inzwischen selbstständig den TOD und zeigt ihn auf der Karte an. Okay, in der Fliegersprache, die eh nur auf englisch existiert, ist TOD "top of descent", also der Punkt, an dem man mit dem Sinken beginnen sollte, um einigermaßen geordnet am Zielflugplatz auf dem Boden anzukommen und nicht kurz vorher, weil man zu spät drangedacht hat, wie ein Geier im Sturzflug nach unten schießen muss.
In Englisch ist das also maximal unspektakulär, auf Deutsch kann ich nicht aufhören, Witze dazu zu machen. Jedesmal, wenn das System den TOD auf der Karte einblendet, fühlt es sich an, als ob da ein Ball auf dem Elfmeterpunkt liegt.
Ein weiteres Bild, an dem ich mich nicht sattsehen kann, ist der Dalmatiner im offenen Cabrio.
Ich gebe es zu, ich bin eitel, aber so ein Dalmatiner in einem Cabrio und dann auch noch auf dem Flugplatz vor einem Flieger - ja nun, mehr Show geht doch kaum, oder?
Das, was mir am besten daran gefällt, ist die Tatsache, dass es nur ein Bruchteil dessen gekostet hat, wonach es aussieht. Das Cabrio ist inzwischen zwölf Jahre alt und ich habe es gebraucht gekauft. Aber das ist egal, seit jeher steht Cabrio für Reichtum. Also bitte gerne Respekt.
Okay, der Dalmatiner ist ohne Rabatt direkt von einem echten Züchter mit echten Papieren gekauft, aber nach dem ich jetzt von einigen Leuten erfahren habe, was sie für ihren Doodle-Mischling bezahlt haben, war unser Dalmatiner echt günstig. Und sowieso ist der absolute Betrag nichts im Verhältnis dazu, was andere Leute für ihre Hobbies ausgeben.
Und schließlich die ganze Flieger-Flugzeug Nummer: Ja klar kostet das eine ganze Menge Geld, aber K hat seinen Pilotenschein inzwischen schon seit fast 30 Jahren, absolut betrachtet ist das der mit Abstand teuerste Teil an dieser Privatfliegerei, doch nach 30 Jahren zählt das irgendwie nicht mehr.
Und das Fliegen selber: Verglichen mit der Alternative Auto/Fähre kostet der Spaß ca. 50% mehr für eine Tour, abhängig davon, wie viele mitfliegen. Bei vier Personen im Flieger ist der Flieger schon fast wieder günstiger, weil die Fähre wirklich eklig teuer ist.
Ich glaube also, dass auch dieser Teil unseres Lebens vor allem gefühlt so elitär und schickimicki daher kommt, es in echt aber gar nicht ist. Wenn sich jemand Fliegen als Hobby aussucht, wäre es für sehr viele Menschen relativ problemlos finanzierbar. (Bis auf den Pilotenschein, der ist heute echt teuer geworden, aber der Führerschein kostet heutzutage ja auch mehr als die 1000 DM, die ich noch dafür bezahlt habe.)
K hat neulich für seine Schwiegertochter Karten für ein Roland Kaiser Konzert gekauft, weil es da irgendwelche Vorteile gab, wenn man eine Commerzbank Visa Karte hatte, deshalb hat K das für sie erledigt. Ich habe ihn damit natürlich sofort gewaltig aufgezogen, immerhin muss er jetzt damit leben, dass auf seinem Kontoauszug diese Ausgabe mit Betreff schwarz auf weiß vermerkt ist, wie peinlich kann das Leben sein?
Als ich dann aber erfahren habe, dass diese Karten für so ein albernes Konzert einen dreistelligen Betrag kosten, habe ich vor Erstaunen meinen Mund nicht mehr zu bekommen und die Lästerei war rein technisch sofort zu Ende.
Ich habe mich nie damit beschäftigt, welche finanziellen Verhältnisse für Roland Kaiser Fans so im Durchschnitt typisch sind, mein Bauchgefühl sagt mir allerdings, dass er kein exklusiver Künstler für die Oberen Zehntausend ist.
Und naja, einen dreistelligen Betrag für Konzertkarten finde ich schon eine Hausnummer, aber so wie ich es mitbekommen habe, war das Konzert ruckzuck ausverkauft.
Im Grunde heißt das nur, dass die meisten Menschen durchaus Geld für Hobbies zur Verfügung haben, es gibt aber Hobbies, die gelten als Luxus, während man bei anderen Freizeitausgaben über die Kosten einfach nie spricht.
Aber dreistellig für Karten für Roland Kaiser, ich meine, echt jetzt, aber geht's noch? (Ich bin immer noch nicht ganz darüber hinweg)
Wir leben hier auf alle Fälle abgehoben elitär: Cabrio mit Dalmatiner und Haus am Meer, da braucht's den Flieger schon nicht mehr, um alle Klischees über Reichtum zu bedienen, ab und zu finde ich es durchaus witzig, damit zu posieren, denn genau diese Dinge haben in echt wirklich nichts mit Reichtum zu tun
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