anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 12. Mai 2026
Intensives Nichtstun
Das war ein sehr ruhiger Tag heute, bis weit nach Mittag habe ich mich in Nichtstun geübt und sehr zufrieden einfach nur im Bett gelegen.
Es gibt ein neues iOs, ich habe also auf allen Geräten Updates laufen lassen, nebenher entspannt vollkommen blödsinniges Vormittagsfernsehen geschaut, außerdem bin zwischendurch auch immer mal wieder für ein paar Minuten weggedöst und habe den Zustand der Verpflichtungslosigkeit intensiv genossen.

Am Nachmittag habe ich mich an den PC gesetzt, ein bisschen Buchführung gemacht und begonnen, einen Zeitstrahl mit wichtigen Ereignissen für den Bau des Hauses zu notieren.
Anfang 2021 hatten wir unseren ersten Termin beim Architekten, also vor mehr als fünf Jahren. Damals planten wir die Fertigstellung des Hauses ja noch für Ende 2024 und dachten, wenn wir uns mit vier Jahren Vorlauf einen Architekten suchen, ist das locker früh genug. Im Gegenteil, wir überlegten uns auch, was wir tun, wenn das Haus deutlich eher fertig würde und waren der Meinung, das wäre nicht so schlimm, zur Not wären wir auch ein Jahr von Rheda nach Münster zur Arbeit gependelt - Little did we know.

Lustig auch, dass wir den ersten Termin beim Küchenbauer auch schon Ende 2021 hatte, d.h. der begleitet uns nun auch schon seit viereinhalb Jahren. - Nach uns hört er allerdings auf, wie er uns jetzt erzählt hat, d.h. er verkauft seinen Betrieb und wir sind so ziemlich das letzte größere Projekt, was er noch selber abwickelt, aber immerhin hält er durch, bis unser Haus fertig ist, hat er uns versprochen.

Die Firma, die ursprünglich die Eingangstür einbauen sollte, hat ja im April dieses Jahres schon final geschlossen, ohne Nachfolger, da mussten wir uns sehr kurzfristig ein anderes Unternehmen suchen, was diese Arbeit ausführt. Der Estrichbauer hat seine Firma auch verkauft und wir mussten von jetzt auf gleich mit seinem Nachfolger alles noch mal neu planen.
Auch die Trockenbaufirma wurde grade aufgekauft, hier haben wir zwar von Anfang an mit dem neuen Eigentümer verhandelt, der war aber noch nicht so richtig informiert, was die von ihm grade gekaufte Firma überhaupt so alles kann. Es war also mühsam und wir haben bis heute kein Angebot, dafür hat die Firma aber schon den gesamten Trockenbau erledigt, der vor dem Estrich eingebaut werden musste. Ich bin sehr gespannt, welche Preise dafür irgendwann aufgerufen werden.

Aus ganz persönlicher, anekdotischer Evidenz leite ich also ab, dass im Handwerk grade richtig massive Umbrüche und Veränderungen stattfinden, immer mehr alte Handwerksunternehmen haben keinen Nachfolger mehr aus der eigenen Familie und werden deshalb verkauft oder aufgelöst. Ich bin heilfroh, wenn unser Haus fertig ist und alle jetzt noch beteiligten Handwerker bis zum Schluss durchgehalten haben.

Am Abend stellte ich fest, dass mir ein paar Zutaten für das geplante Abendessen fehlen, aber weil es draußen goss wie aus Kübeln, wollte K nicht mit dem Fahrrad einkaufen fahren und ein Auto haben wir hier grade nicht, weil wir ja mit dem Flieger gekommen sind. Also schmiss ich mich in Regenhose, Ostfriesennerz und Südwester und fuhr durch den Regen. Wenn man so wasserfest bekleidet ist, macht so eine Regenfahrt richtig Spaß.

Bei Lidl waren die Eier schon wieder ausverkauft, vollständig, genauso wie der griechische Joghurt und der Lachsschinken (beides auch schon seit über einer Woche), so langsam fühlt es sich an, wie eine schlecht verwaltete Mangelwirtschaft. Ich überlege, ob ich mir noch eine größere Gefriertruhe kaufe und dazu übergehe, meine Vorräte im großen Stil aufzustocken und immer alles kaufen, was ich kriegen kann. Haben ist eindeutig besser als brauchen.

Der Hund steht vor der Terrassentür und trippelt von einem Bein aufs andere, sie muss sehr dringend Pipi, aber draußen ist es so nass. Eindeutig kein Dalmi-Wetter. Ich schätze, wir sollten ihr noch einen überdachten Pipistand bauen
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