Dann kam Corona und warf unsere Stellenbesetzungsplanung etwas über den Haufen, aber jetzt haben wir endlich wieder Bedarf und ich rief die Bewerberin an, die natürlich etwas überrascht war, weil sie längst eine andere Stelle hat, die ihr gut gefällt, ich konnte sie aber überreden, wenigstens einen Termin für ein unverbindliches Vorstellungsgespräch zu machen.
Dieser Termin war dann heute und ich bin seit sehr langer Zeit endlich mal wieder von einem Menschen sehr angetan.
Alleine die Tatsache, dass ich einen mir bis dahin unbekannten Menschen kennengelernt habe, den ich spontan extrem sympathisch finde, alleine das ist für mich so ungewöhnlich, dass es mir immer noch gute Laune macht.
Menschen zu treffen, die einerseits in einer völlig anderen Welt leben als man selber, die aber gleichzeitig den Anschein machen, als würden sie sich in jeder Welt zurecht finden, wenn es denn sein muss, Menschen also, die dieses pragmatische "hilft ja nix" mit positiver Stimmung füllen, solche Menschen finde ich toll.
Und dass wir sie überzeugen konnte, künftig für unsere Firma zu arbeiten, finde ich auch toll.
Das war mein Highlight heute.
Statt Abendessen entschied ich mich für einen Ramazotti, weil mir schon den halben Tag latent übel war, nach essen war mir nicht, eher nach einem Magenbitter.
Der wirkt auch, jetzt bin ich so betrunken, dass ich gar nicht mehr merke, dass mir schlecht ist, zum Glück habe ich aber auch keinen Hunger, also alles richtig gemacht.
Weniger klug war es, sich im kurzärmeligen T-Shirt und ohne Socken nach draußen auf die Terrasse zu setzen, ich vertiefe grade die Beziehung zu diesem bite-away-Brenndingens, das hervorragend wirkt, aber auch stets etwas leicht SM-haftes mitschwingen lässt.
Egal, Schmerz ist besser als Juck, ich brenn mir jetzt also noch einen, das ist der Preis für einen nur halb bekleideten Abend auf der Terrasse
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Insgesamt waren noch zwei Erklärungen offen, Voraussetzung dafür war aber, dass ich noch einen Vertrag aus dem Jahr 2017 finden musste, denn den hat das Finanzamt zusammen mit der Erklärung für 2020 ausdrücklich eingefordert.
Und weil ich das mit diesem Vertrag so schwierig fand, habe ich die Erklärungen immer weiter aufgeschoben.
Letztes Wochenende waren wir auf Borkum und eigentlich wäre das alles kein Problem gewesen, diese Dinge auch auf Borkum zu erledigen, aber es war so schönes Wetter, dann waren wir schwimmen und dann müde und dann - naja, dann war plötzlich das Wochenende um und die Erklärungen samt Vertrag noch immer nicht erledigt und alles war ziemlich blöd.
Gestern war ich dann durchgängig den ganzen Tag müde, heute wäre ich das eigentlich auch gewesen, aber K war gestern schon eifrig und hat ganz viel privaten Papierkram erledigt und heute saß er schon vorm Zähneputzen wieder am Rechner und so habe ich mich eben auch hingesetzt und brav den ungeliebten Kram erledigt.
Jetzt ist alles fertig.
Alle Steuererklärungen für 2020 sind abgeschickt, alle Verträge sind gefunden und übermittelt und bis auf drei relativ unkomplizierte Immobilien sind auch alle Grundsteuererklärungen übermittelt, der Zensus ist erledigt und insgesamt ist das natürlich ein ziemlich geiles Gefühl.
Man fragt sich, warum nicht gleich so, aber vielleicht wäre das Gefühl dann nicht so geil, wenn man immer gleich alles sofort und ohne Verzögerung erledigte, wenn sich die unerledigten Probleme nicht zu einem Riesenberg auftürmten, sondern maximal als kleine Steinchen zur Seite gekickt werden könnten.
Ich glaube, die Erfolgserlebnisse sind dann deutlich kleiner, alles wird völlig normal und es gibt keinen Grund, sich als Superheld zu fühlen, weil man an einem Tag 27 verschiedene Dinge weggearbeitet hat, es gäbe dann ja nie so viele unerledigte Dinge auf einmal.
Zur Feier des Tages hat K noch mal den Feuertopf gefüllt und wollte ein Riesenfreudenfeuer anzünden.
Ich sach mal so: Gebrannt hat es

aber geraucht auch, im Zweifel mehr geraucht als gebrannt und es stank wirklich gewaltig.
Ich glaube, weil er alles, was noch an Abfällen rum lag, auf einmal anzünden wollte, hat er alles mit viel Gewalt zusammen in den Feuertopf gequetscht.
So bekam das Feuer nicht genügend Luft und hat sich mit viel Gestank dagegen gewehrt.
Freudenfeuer gehen sicherlich anders, aber wichtig ist ja auch nur, dass alle Steuererklärungen endlich raus sind
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Heute war Home-Office-Büro, was im Ergebnis aber nicht weniger anstrengend ist als Büro-Büro, der einzige Unterschied ist nur, dass nicht alle naselang ein Mitarbeiter in der Tür steht und Dinge fragt, wenn ich im Home-Office bin, rufen die an. . .
Hauptsächlich habe ich mich heute damit beschäftigt, eine sehr komplexe Excel-Auswertungstabelle zu aktualisieren. Als ich nach zwei Stunden Arbeit den ersten Plausibilitätscheck durchlaufen ließ, zeigte sich, dass ich gleich mit den allerersten Daten, die ich eingefügt habe, einen dicken Fehler eingebaut habe, also alles noch mal auf Anfang und von vorne.
Da heute Freitag ist und an Freitagen traditionell nur halbtags gearbeitet wird, habe ich um 16h Schluss gemacht und bin in den Nachbarort gefahren, weil mir spontan nach einem Einkaufsbummel durch den dortigen Secondhandladen war.
Der Ausflug hat sich gelohnt, denn ich habe dort einen Pulli gefunden, den ich vor einiger Zeit auch schon mal als Neuware im Laden gesehen hatte und mich spontan verliebte, unsere Liebe scheiterte damals aber am Preis des Pullis. Pullover mit einem Preis von über 400 € finde ich auch bei großer Liebe nicht so schön, dass ich bereit wäre, den Preis zu bezahlen.
Im Secondhandladen ist der Preis jetzt über 90% niedriger, da muss ich nicht lange nachdenken, so dass ich jetzt stolze Besitzerin eines blau-weiß-gestreiften Cashmerepullis einer bekannten Edelmarke bin.
Solche Schnäppchen machen mich sehr froh.
Am Abend gab es Schmorgurken mit Auberginen (waren da und mussten weg) und Tortelloni (waren auch da und mussten auch weg), die Kombination stellte sich als ausgesprochen lecker heraus.
Morgen ist Flohmarkt hier in Greven (erster Samstag im Monat), weil ich da gerne hingehen möchte, sind wir nicht nach Borkum geflogen. Und weil wir nicht geflogen sind, konnte ich in den Secondhandladen in der Nachbarstadt fahren und den wunderbaren Pulli kaufen, so hängt denn alles mit allem zusammen
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Ich wollte, dass der Termin nicht noch weiter verschoben wurde. (Stichwort: Der Winter kommt schneller als man denkt)
K wollte unbedingt dabei sein, wenn die Installateure die Heizkörper anbringen (Stichwort: No more Borkumer Pfusch)
Ergebnis: Wir sind heute um 5h aufgestanden, waren pünktlich zum Sonnenaufgang in der Luft, hatten einen wunderbaren Flug bei phantastischem Wetter, ich habe tolle Fotos gemacht, wir waren vor den Handwerkern am Haus, K hat alles genau überwacht und ist jetzt sehr zufrieden.


Auch bei der Landung musste ich unbedingt weiterknipsen, weil die Wolken einfach nur irre aussahen.

Es ergab sich außerdem sehr passend, dass gestern der Polsterer anrief und mitteilte, dass die Stuhllehnen fertig seien. K holte sie ab, packte sie heute früh in den Flieger und schraubte sie im Haus an die Unterteile der Stühle.
So wurde die Wohnküche heute um zwei weitere Dinge vervollständigt, Stühle und Heizungen und ich bin sehr zufrieden damit.

Bevor wir am Abend wieder nach Münster flogen, machten wir noch eine kleine Radtour über die Promenade und ich nutzte die Gelegenheit, den neuen Leuchtturm mal in voller Schönheit zu fotografieren.

Genau so ein Bild würde ganz wunderbar in der Wohnküche übers Sofa passen, Maße 40 x 70 cm, habe ich schon ausgemessen.
Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, der es malt
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Dabei fiel mir mein schon seit langem angefangener Text zu dem Thema "Respekt und Höflichkeit" wieder ein und ich muss da unbedingt mal weiterschreiben, denn meiner Meinung nach ist Respekt und Höflichkeit nicht grundsätzlich gleichzusetzen mit "auf Augenhöhe ernstnehmen".
Menschen, die offensichtlich mit einem IQ auf dem Niveau von Knäckebrot unterwegs sind, zu denen kann man höflich und freundlich sein, es ist aber völlig überflüssig, ihnen komplexe Sachverhalte erklären zu wollen, weil sie damit nicht nur überfordert sind, sondern im Zweifel sogar sehr falsche Folgerungen aus der nicht verstandenen Erklärung ableiten könnten.
Und nein, ich finde es nicht respektlos, Menschen aufgrund ihrer mangelnden intellektuellen Kapazität aus fachlich anspruchsvollen Diskussionen auszugrenzen.
Man kann nunmal aus einem Esel kein Rennpferd machen, weder durch Training noch durch Umbenennung.
Ich finde es allerdings durchaus respektlos mir gegenüber, wenn man von mir verlangt, einen Esel für das Derby zu trainieren. Respektlos meiner Zeit gegenüber, respektlos meinen Fähigkeiten gegenüber und auch respektlos dem Esel gegenüber, denn der arme Kerl wird nie eine faire Chance haben - und warum darf man dann nicht einfach nur sagen, dass es sinnlos ist, Esel zu trainieren?
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als wir über die Meyer-Werft flogen war aber schon fast klare Sicht, so dass sich eine gute Gelegenheit ergab, das gestern frisch ausgedockte neue Kreuzfahtschiff zu fotografieren.

Auf der Strecke Münster-Borkum fliegen wir immer über die Meyer Werft und am Freitag war das Hafenbecken der Werft noch komplett leer.
Gestern kam die Meldung, dass ein neues Kreuzfahrtschiff von der Meyer Werft ausgedockt wurde, da war ich heute natürlich neugierig.
So gruselig ich die gesamte Kreuzfahrtindustrie finde und so wenig ich je verstehen werde, was Menschen dazu bringt, Geld dafür auszugeben, sich für einige Tage auf so einer schwimmenden Rentnerbettenburg einsperren zu lassen, nichts stelle ich mir schlimmer, widerlicher, peinlicher und vor allem würdeloser vor, als auf so einem Schiff Urlaub zu machen und damit auf das offensichtlichste zu demonstrieren, welcher Schicht von Menschen man sich zugehörig fühlt, mich schaudert schon, wenn ich nur daran denken - aber obwohl ich das alles ganz schrecklich finde, so bin ich von der schieren Größe dieser Schiffe doch jedes Mal aufs neue beeindruckt.
Sonst ist heute nicht Besonderes passiert, wir haben eine kleine Fahrradtour gemacht und auf dem Rückweg den Onkel besucht. Es war aber ziemlich frisch und ich hatte keine Jacke mit, so dass ich froh war, als ich wieder zu Hause war.
Wenn ich das Haus verlasse und aufs Festland fahre, dann schalte ich alle elektrischen Verbraucher aus, nur der Router und die Haussteuerung laufen weiter.
Im Winter wird die Heizung auf 15° runtergedreht.
Im Sommerbetrieb läuft nur noch das Warmwasser über die Gasheizung, was natürlich auch ausgestellt wird, wenn ich das Haus verlasse.
Da ich jedes Mal beim Kommen und Gehen die aktuellen Zählerstände notiere, kenne ich die Verbrauchswerte des Hauses im Ruhezustand und bei Benutzung.
Für das Bereitstellen des Warmwassers hat die Heizung von Freitag bis Sonntag genau 2,5cbm Gas verbraucht, bei den aktuellen Gaspreisen sind das ca. 8,50 €, ein ganz schön teurer Spaß.
Gut, ich habe jetzt das Glück, dass ich im Moment noch einen alten Tarif habe, der nur einen Bruchteil dessen kostet, aber irgendwann demnächst läuft der auch aus und der Preis wird angepasst und so wird es allen Leuten gehen.
Ich bin sicher, das gibt noch ein böses Erwachen für einige Leute, wenn man sich nicht rechtzeitig klarmacht, wie teuer das alles wird und sich überlegt, ob man sich das wirklich noch im selben Umfang leisten will wie bisher.
Ich habe schon angefangen zu sparen, in dem ich die Zeiten für das Bereitstellen des Warmwassers gewaltig verkürzt habe.
Künftig habe ich damit ein wunderbares Argument, dass ich nicht vor 9h aufstehen kann, denn vorher müsste ich ja kalt duschen
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Am Vormittag ließ ich zwei Maschinen Wäsche durchlaufen, d.h. die eine war schon pünktlich zum Aufstehen fertig, der Tag begann also mit Wäsche aufhängen.
Anschließend saß ich auf einem Stuhl auf der Terrasse und freute mich, wieder zu Hause zu sein. Wochenendidylle.

Zwei Wochen war ich jetzt nicht hier und als ich heute morgen auf der Terrasse saß, die Luft, das Wetter, die Geräusche und die gesamte Umgebung in mich aufsog, da breitete sich ein tiefes Gefühl von haachz - ist das schön hier zu sein - in mir aus.
Wenn man im Winter im Bett liegt, die Füße raushängen und kalt werden lässt und sie dann wieder unter die warme Decke zieht, dann gibt es auch so ein tiefes Glücks- und Zufriedenheitsgefühl, wenn man langsam genießt, wie sich die Wärme wieder ausbreitet - so fühlte sich das heute an als ich nach 14 Tagen endlich wieder hier war.
Gegen Mittag starteten wir zu einer kleinen Fahrradtour über die Promenade bis ins Dorf, dort ein kurzer Rundgang über den Flohmarkt an der Kulturinsel, dann Weiterfahrt zum Onkel. Die Erbsen mussten zum letzten Mal gepflückt werden, viel war nicht mehr dran, aber für ein kleines Schälchen als Zwischenmahlzeit reichte es trotzdem.
Außerdem hatte der Onkel Probleme mit dem Fernseher, der kein Bild mehr zeigte, es stellte sich heraus, dass der Receiver verstellt war. Nachdem K alles wieder auf die Ursprungseinstellungen zurückgestellt hatte, lief auch der Fernseher wieder. Gottseidank.
Am Nachmittag gingen wir zum Strand und schwammen eine Runde - mit 22°C Wassertemperatur war es im Wasser wärmer als draußen, ich hatte aber in weiser Voraussicht einen Bademantel mitgenommen, so konnte ich ohne Zähneklappern nach Hause gehen.
Nach dem Abendessen noch mal eine Fahrradtour, diesmal die große Runde über den Loopdeelenweg bis zum Flugplatz, K wollte den Flieger sauber machen, und heute war es endlich mal nicht zu heiß.
Morgen geht es in einem sehr aufgeräumten Flugzeug wieder zurück aufs Festland
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Statt über Wasser flogen wir heute über ein trockengefallenes Wattenmeer und ich fand meine Bemerkung ziemlich witzig.
Mein Westfalenmann reagierte darauf so trocken, wie nur Westfalen reagieren können:
"Ein anderes Wort dafür ist Ebbe."
Ansonsten war das Wetter heute so grau wie das Foto vom verdorrten Wattenmeer, wir mussten bis zum späten Nachmittag warten, bis die Wolken sich wenigstens so weit angehoben hatten, dass man knapp drunterherfliegen konnte, was schnell zu einem Slalomflug wird, weil man bei einer so niedrigen Flughöhe* immer auf die Windräder achten muss, die sich hartnäckig an Ort und Stelle weiterdrehen und niemals ausweichen.
*Ich war jetzt versucht, Flugtiefe zu schreiben, weil wir wirklich überhaupt nicht hoch flogen und ich finde, Flughöhe ist dafür der falsche Begriff.
Morgen soll es aber schon wieder heiß werden, was mich hier am Meer allerdings deutlich weniger stört
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Zum Abschluss des Tages waren wir heute beim Griechen und das, was mir am besten an diesem Ausflug gefiel, war die Hin- und Rückfahrt mit dem Fahrrad.
Jetzt bin ich ja sechs Wochen mit den Rädern auf Borkum gefahren und dann merkt man den Unterschied zu dem neuen Gazellerad schon sehr deutlich. Das Ding hier ist mal ein komplett anderer Schnack.
Leider ist der Grieche viel zu dicht dran, als dass man die Radstrecke wirklich hätte auskosten können.
Für die Hinfahrt war das schade, für die Rückfahrt aber völlig okay, mit 2 Ouzo und einem Bier intus ist es sinnvoll, nicht noch kilometerlang in der Gegend rumzucruisen
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Mir fiel eben erst auf, dass heute ja Montag ist, den Tag über selber habe ich nicht einmal darüber nachgedacht.
Es ist auch einfach egal, weil ich das Gefühl habe, eine große Portion Fatalismus à la "hilft ja nix" hilft im Moment mehr als erleichterndes Gejammer über einzelne Tage.
Heute war also wieder ein Bürotag und mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.
Auf Borkum hat mir die Kamera gezeigt, dass die Übernachbarin, also die Nachbarin aus dem übernächsten Haus, dass die die Papiertonne nach hinten vor den Fahrradschuppen gerollt hat, dorthin, wo die direkte Nachbarin letzten Freitag schon die gelbe Tonne gerollt hat.
Ich hoffe jetzt, dass beide Tonnen auch ordnungsgemäß geleert wurden.
C war bis Freitag auf Borkum und hatte den gesammelten Müll an die Straße gestellt.
Weil sie mit der Vormittagsfähre abreiste, musste sie weg, bevor die gelbe Tonne geleert worden war, nur der schwarze Müll war zum Glück schon eingesammelt worden, so dass sie die Abdeckplane für den schwarzen Müllsack noch einsammeln und zurückräumen konnte.
Die blaue Tonne stand dann bis heute abholbereit an der Straße, ging ja nicht anders. Aber C hatte die direkte Nachbarin gebeten, doch bitte die gelbe Tonne zurückzurollen und die wiederum hat dann die Übernachbarin gebeten, sich heute um die blauen Tonnen zu kümmern, weil sie selber auch nicht da ist. Eine sehr komplexe Nachbarschaftsvertretungsorganisation, die aber sehr gut funktioniert, wie man sieht und die nötig wurde, weil der gelbe und der Papiermüll nicht mehr wie früher wöchentlich, sondern seit diesem Jahr nur noch monatlich abgeholt wird und dann ist es doof, wenn man einen Termin wegen Abwesenheit verpasst.
Das war aber auch schon das einzig Aufregende, was ich heute erlebt habe - das Sichten der Kamerabilder und ein erleichterndes Aufatmen als ich sah, dass alles nach Plan lief.
Auf dem Rückweg vom Büro war ich noch kurz einkaufen, Brot war alle und Schmierwurst brauchten wir auch. Ich stelle fest, dass mein seit vielen Jahren bevorzugter Einkaufsladen Lidl immer mehr an Attraktivität verliert, denn das, was ihn früher auszeichnete, gibt es kaum noch.
Früher reduzierte Lidl abends die verbliebenen Reste in der Obst- und Gemüsetheke um 50%, damit nichts über Nacht liegenblieb, was am nächsten Tag nur noch mittelfrisch gewesen wäre.
Heute sind die Regale bereits um 16h weitestgehend leergekauft, es bleibt gar nichts übrig, was reduziert werden könnte, ich glaube aber nicht, dass das daran liegt, dass mehr gekauft wird, sondern dass einfach weniger geliefert wird.
Aus Sicht von Lidl ist das sehr vernünftig, aus meiner Sicht als Spätabendkäufer verringert es die Attraktivität des Ladens aber enorm.
Denn auch in den anderen Regalen gibt es immer wieder größere leere Flächen, der ganze Laden wirkt regelmäßig so, als hätte er grade einen großen Sonderverkauf hinter sich.
Es gibt aber keine Sonderverkäufe, es gibt nur leere Regale, weil die fehlende Ware nicht geliefert wird.
Für mich verliert der Laden dadurch insgesamt deutlich an Attraktivität, dazu kommt, dass die Preise bei Lidl inzwischen regelmäßig höher sind als bei Edeka oder anderen Markenläden, es gibt also eigentlich gar keinen Grund mehr, bei Lidl einzukaufen, deshalb bin ich jetzt mehrfach schon gleich woanders hingefahren.
Ich gehöre zu den Menschen, die für fast alle Dinge aus dem normalen Alltagseinkauf die Preise kennt.
Und weil ich die Preise kenne, konnte ich früher entspannt in andere Läden gehen, dort waren die meisten Dinge entweder teurer oder von einer schlechteren Qualität, so dass ich selten in Versuchung kam, woanders einkaufen zu wollen.
Heute war ich erst bei Lidl (wegen Brot, ich habe noch kein anderes Brot gefunden, was uns beiden so gut schmeckt), und habe außer Brot noch 2-3 andere Dinge gekauft, bin aber anschließend noch zu Aldi gefahren, weil ich mich über die Preise bei Lidl geärgert habe.
Lohnt sich aber grundsätzlich nicht, auch bei Aldi ist alles teurer geworden, dafür hat Aldi noch immer jede Menge Spezialangebote mit 50% Rabatt, das macht es wieder interessant.
Die gestiegenen Preise fallen mir besonders bei den hausinternen Eigenmarken auf - die sind inzwischen nur noch minimal preiswerter als bekannte Markenprodukte und bei 5 cent Differenz greife selbst ich lieber zu einem bekannten Markenprodukt statt zu einem no-name-Teil.
Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das Preisniveau weiter entwickeln wird
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