anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 25. Oktober 2022
Abenteuertag
Heute hatten wir Gespräche mit Bauunternehmern, denn die Baugenehmigung ist da und jetzt brauchen wir jemanden, der das geplante Haus auch konkret bauen kann.

Der erste Termin war um 8h, das hieß also schon wieder um 6h aufstehen, um 7h Abfahrt und einmal quer durch Westfalen, weil wir ja in Ostwestfalen bauen wollen und nicht im Münsterland.

Im Anschluss daran gab es einen zweiten Termin mit einem anderen Bauunternehmer, beide haben alle Unterlagen vom Architekten bekommen und werden dann jetzt mal kalkulieren, um uns ein Angebot zu machen.

Gegen Mittag fuhren wir dann weiter nach Bielefeld, weil es dort eine Tesla-Niederlassung gibt, wo K mal persönlich mit einem Tesla-Werkstattmensch reden wollte.
Auf der Rückfahrt von Hamburg gab es nämlich ein Steinschlagereignis und mittlerweile ist ein langer Riss in der Frontscheibe, die muss also getauscht werden.

Tesla selber sieht vor, dass jede Kommunikation mit Tesla nur über die App erfolgen soll, persönliche Kommunikation zB per Telefon mit einem Mitarbeiter aus der Werkstatt ist nicht vorgesehen. Deshalb gibt es auch keine Telefonnummer der Niederlassung, sondern nur eine deutschlandweit gültige Servicenummer mit Berliner Vorwahl, die verbinden dann weiter, an wen auch immer, auf alle Fälle ist das alles entsetzlich anonym und unpersönlich.

K hatte das Problem natürlich gegoogelt und erfahren, dass es zur Zeit akute Lieferschwierigkeiten bei Frontscheiben gibt und dass Teslafrontscheiben besonders kompliziert zu wechseln sind, weil da ja überall Kameras mit verbaut sind, dass aber insbesondere Teslafrontscheiben zur Zeit sozusagen nicht lieferbar sind, dafür aber sehr gerne und sehr leicht mal kaputt gehen.

Für mich bestätigte sich damit nur meine immer weiter sinkende Meinung zu dieser Automarke, ich werde sehr froh sein, wenn die sechs Monate um sind und K das Auto wieder weiterverkaufen kann.

Weil das Problem aber insgesamt einfach nur sehr unerfreulich war, wollte K gerne mit einem Tesla-Service-Mitarbeiter persönlich darüber sprechen und wenn man die nicht anrufen kann, na, dann fährt man halt da hin.

Der Mitarbeiter vor Ort war dann allerdings wirklich sehr nett, hörte und schaute sich das Problem geduldig an, erklärte aber, dass er ohne eine Meldung über die App auch nichts machen könne.
Also tippte K das Problem vor Ort in die App ein, freundlicherweise half ihm der Mitarbeiter dabei, denn die gesamte Bedieneroberfläche von Tesla ist meiner Meinung nach ganz weit weg von intuitiv - oder wir sind inzwischen beide so sehr und vor allem so schnell gealtert, dass wir leider spontan zu blöd geworden sind, dieses moderne Fahrzeug zu bedienen.

Wie auch immer, gemeinsam gelang es, den Schaden in die App einzupflegen, dann verschwand der Service-Mitarbeiter kurz, um fünf Minuten später strahlend wieder aufzutauchen, er hätte da mal was organisiert und sie könnten morgen die Windschutzscheibe wechseln, es wäre grade genau noch eine passende Scheibe auf Lager.

Das war jetzt eine unerwartete Überraschung, mit der niemand gerechnet hatte. Der Service-Mitarbeiter riet uns aber auch, das unbedingt sofort machen zu lassen, weil er nicht garantieren könne, wie lange diese Scheibe noch verfügbar sei. Tesla Windschutzscheiben scheinen sehr schnell und sehr häufig mal kaputtzugehen und wenn weg, dann weg und Lieferzeit für die nächste kann locker mal 2-3 Monate sein, meinte der Mann vor Ort.

Also war es entschiedene Sache, dass der Tesla in Bielefeld blieb, blöd war nur, dass wir damit auch erst mal in Bielefeld gestrandet waren und organisieren mussten, wie wir mitsamt unserem Krempel nun wieder von Bielefeld zurück nach Greven kamen. Wir waren natürlich zwischen den Bauunternehmerterminen auch noch einkaufen gewesen und für die Besprechungen hatten wir beide einen PC dabei, es war also eine Menge Zeug, was zusätzlich transportiert werden musste.

Wir beschlossen trotzdem, Zug zu fahren, was sich als mittleres Abenteuer herausstellte, aber letztlich kamen wir heil in Greven an. Die Rückreise dauerte mit all den Wartezeiten, die sich beim Zugfahren wohl nicht vermeiden lassen, allerdings fast viermal so lange wie eine Autofahrt, dafür kostete sie auch mehr als das Vierfache und ich erlebte eine beeindruckende Auseinandersetzung zwischen einer 70jährigen Frau (sie selber nannte mehrfach ihr Alter) und einem Studenten, der sich weigerte, der Frau seinen Sitzplatz zu überlassen, weil es an anderen Stellen im Zug noch genügend freie Sitzplätze gab, (Regionalbahn, es gab keine Reservierungen).
Die Frau wollte aber unbedingt diesen einen konkreten Platz haben, weil sie direkt daneben ihr Fahrrad hingestellt hatte, (und damit die vier anderen Nachbarplätze blockierte) und verlangte in unmittelbarer Nähe zu ihrem Fahrrad zu sitzen. Der Student sah das nicht ein und weigerte sich aufzustehen, um ihr den fünften Platz auch noch freizugeben. Das versetzte die Frau in eine bemerkenswerte Aggression mit viel Rumbrüllerei und schließlich erhobenen Fäusten. Bevor die ältere Damen aber auf ihn einprügelte, gab der Student dann doch nach, was ich persönlich sehr schade fand.

Ich hatte mich innerlich schon auf eine spannende Actionszene vorbereitet und hätte mich sehr gefreut, wenn jemand diese unverschämte Alte mal deutlich in ihre Grenzen gewiesen hätte. So ging es leider insgesamt unblutig aus und die keifende Oma saß anschließend zufrieden schnaufend neben ihrem Fahrrad auf insgesamt fünf Sitzplätzen und fühlte sich mal wieder bestätigt, dass die Jugend immer rücksichtsloser wird und keinen Respekt mehr vor dem Alter hat.

Wenn man bedenkt, dass ich das Zugticket absolut als ziemlich teuer empfunden habe, so wurde mir wenigstens ausreichend Unterhaltung geboten, fair enough.

Kurz vor 18h waren wir endlich zu Hause, ich setzte mich sofort in mein Auto und fuhr wieder los, ich hatte nämlich heute Abend um 18.30h einen Vorsorgetermin bei der Gynäkologin. Da man die immer ein halbes Jahr im Voraus buchen muss, hätte ich es sehr ärgerlich gefunden, wenn ich den verpasst hätte. Aber ich war ja pünktlich zurück gewesen und so war am Ende dann alles gut.

Wie wir jetzt morgen das Auto in Bielefeld wieder abholen, haben wir noch nicht geklärt, aber vielleicht lässt K es auch erst mal ein paar Wochen dort stehen, ich fände das nicht weiter schlimm, die Hauptsache ist ja, dass die Scheibe repariert wurde.

Er braucht es schließlich nicht dringend, sein altes Auto steht hier auch noch, die nächsten Tage sind terminlich alle ziemlich voll und Freitag fahren wir schon wieder nach Borkum.
Eigentlich haben wir also gar keine Zeit für solche logistischen Zusatzaktionen, wir schauen mal, was wird
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Montag, 24. Oktober 2022
Kein Sturm und Reste vom Wochenende
Ich glaube, dem Deutschen Wetterdienst ist langweilig, deshalb verschickt er sinnlos Sturmwarnungen.
Heute kam schon wieder eine:

Dabei war hier heute ganz wunderbares Herbstwetter bei nahezu Windstille.

Mich erinnert das irgendwie an Kinder, die Spaß daran haben, Klingelmännchen zu machen, um sich daran zu freuen, dass die Leute dann aufgescheucht zur Tür rennen.

Ich habe mich auch aufmerksam mit dem Wetter beschäftigt, konnte jedoch nichts stürmisches entdecken und habe deshalb nur mal die Aussicht aus meinem Bürofenster fotografiert. Ich weiß nicht, wie man Windstille fotografiert, weil auf einem Foto ja schon per Definition immer alles eingefroren ist, aber die zersausten Bäume sehen schon länger so aus, das kommt vom Herbst und nicht vom heutigen Sturm.


Zugegeben, in Hamburg war das Wetter am Freitag schöner, beim Hochladen der obigen Fotos entdeckte ich noch eines, das ich von Js neuer Wohngegend gemacht habe. Ich denke, er hätte es schlechter treffen können.


Und am Samstag habe ich auch noch etwas gesehen, was mich zu Dokumentationszwecken die Kamera zücken ließ:

Die Räder standen randvoll mit Post beladen vorm Discounter, die beiden Postbüddel kauften derweil in aller Seelenruhe ein. Falls sich jemand fragt, warum seine Post verloren gegangen ist: Vielleicht hat sie ja ein Kind wegen der guten Gelegenheit, sozusagen statt Klingelmännchen, einfach mal so mitgehen lassen. Wenn ich so eine Gelegenheit vor 50Jahre angetroffen hätte, ich glaube, die hätte ich mir schon aus reiner Freude am Blödsinn machen nicht entgehen lassen.
Aber vielleicht ist die heutige Jugend ja deutlich wohlerzogener als ich das früher war
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Montag, 24. Oktober 2022
Steuerkram
Wenn man den Tag nach dem Aufstehen ausschließlich am Schreibtisch verbringt, dann gibt es nicht viel zu erleben, was man verbloggen könnte.

Ich habe mich damit beschäftigt, diverse Steuererklärungen vorzubereiten und genauer will das bestimmt niemand erläutert haben.

Durch die komplexen Beteiligungsstrukturen (die ich aber ganz allein und vorsätzlich so konstruiert habe) hängt irgendwie alles immer mit allem zusammen und so muss man sich bei jeder abzugebenden Steuererklärung vorstellen, welche Zahlen Folgewirkungen auf andere Erklärungen haben und wo schließlich welcher Gewinn zu versteuern ist bzw. wie sich die entstandenen Verluste aus der abgesoffenen Immobilie in Velbert am besten verrechnen lassen.

Wenn man immer nur Gewinne versteuern müsste, wäre das alles gar nicht so kompliziert, da aber diese Immobilie in 2021 wirklich einen saftigen Verlust produziert hat, ist natürlich das Bestreben, diesen Verlust so gut es geht mit anderen Gewinnen zu verrechnen. Und genau dann wird es kompliziert.

Aber ich bin sehr gut vorangekommen und jetzt guten Mutes, dass ich den Gesamtkomplex noch diese Woche abschicken kann, ich bin also sehr zufrieden mit diesem Tag
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Sonntag, 23. Oktober 2022
Noch ein langer Tag
Und gleich noch ein voller Tag im Anschluss, so blieb ich diese Woche wenigstens ohne Pause im Dauerlauf, inzwischen komme ich mir vor wie ein Duracellhase, aber manchmal gibt es so Zeiten, da kommt alles zusammen.

Heute mussten wir ins Ostwestfälische und das Grab von Ks Eltern für Totensonntag herrichten. Dieser Termin steht einmal im Jahr im Kalender und heute war die letzte Gelegenheit, denn nächstes Wochenende sind wir schon wieder auf Borkum.

Erst als wir schon eine Viertelstunde unterwegs waren, fiel mir auf, dass wir ja schon wieder im Tesla unterwegs sind und dass der nur noch wenig Batteriekapazität hat, weil in der Garage in Greven ja keine Wallbox montiert ist und er deshalb über Nacht nicht geladen werden konnte.

Ich fragte also K, wo er beabsichtige den Wagen aufzuladen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass wir auf der Überlandfahrt durch Westfalen an Superchargern vorbeikommen werden, mein Westfalenmann zuckte aber nur entspannt die Schultern und meinte, da hätte er sich noch keine Gedanken drum gemacht.

Das ist ja genau das richtige für mich, nicht.
Ich kann es ja schon hassen, wenn wir mit einem Benzinauto unterwegs sind und die Tankistgleichleerwarnlampe leuchtet. Aber bei einem Benziner wüsste ich wenigstens, was zu tun ist, wenn der Tank wirklich komplett leer ist und das Auto stehenbleibt. Da macht man es halt wie in der alten Aralwerbung mit dem hübschen Lied "I'm walking", irgendwie wird man schon zur nächsten Tankstelle gelangen, um einen Kanister Sprit zu besorgen.

Aber wie tanke ich ein E-Auto mitten auf der Landstraße? Je mehr ich mir dazu Gedanken machte, umso ungehaltener wurde ich und ärgerte mich sehr, dass ich da nicht vorher dran gedacht hatte, dann wäre ich nämlich mit meinem Golf gefahren.
So blieb mir nichts anderes übrig, als im Dauerbetrieb vor mich hin zu schimpfen, ein Zustand den mein Westfalenmann meist recht amüsant findet, ich eher nicht so.

Wir kamen aber ohne Liegenbleiben am Friedhof an, pimpten das Grab auf, dann fuhren wir zum Baumarkt, um noch abdeckende Rindenspäne zu kaufen und stellten fest, dass es am Baumarkt eine Ladesäule gibt, die tatsächlich 150 kWh Ladeleistung bietet und nicht von Tesla, sondern von EnBW ist, was den Preis pro Kilowattstunde deutlich preiswerter macht.
Das einzige Handicap war, dass sie Ks ADAC-Ladekarte nicht akzeptierte, was aber daran lag, dass er die Karte noch gar nicht aktiviert hatte, wie sich nach einigem Hin und Her rausstellte.

Dann hing das Auto endlich am Ladekabel und nach einer halben Stunde war es fast komplett voll, wir hatten in der Zwischenzeit nicht nur die Rindenspäne gekauft, sondern ich hatte die Pause auch genutzt, um mir eine Portion Baumarktpommes mit Currywurst zu gönnen, unter solchen Umständen können solche Ladepausen sogar sehr sinnvoll sein.

Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Bielefeld, die Schwester hatte etwas zu besprechen und es waren ziemlich deprimierende Informationen, die sie mitteilte.
Ich war ja nie verheiratet, weshalb ich mich auch noch nie scheiden lassen musste und wenn ich mir anhöre, zu welchen Methoden beleidigte Ehemänner greifen, nur weil sie das gemeinsam gewonnene Vermögen alleine behalten und nicht teilen wollen, dann bin ich auch sehr froh, dass ich diese Erfahrung nie machen musste.

Aber einen Menschen, der psychisch sowieso schon angeschlagen ist, noch immer weiter fertigzumachen und Briefe an Notare zu schreiben, in denen man die Geschäftsfähigkeit des anderen anzweifelt und überprüfen lassen möchte, ist schon weit jenseits dessen, was ich noch guten Geschmack nennen würde.

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Hier stand vorher meine persönliche, zugegebenermaßen sehr bösartige Interpretation der Absichten des Mannes. Mir wurde aufgetragen, diesen Absatz zu löschen, weil er es als Verleumdung empfindet. Da ich mich nicht mit ihm streiten will, lösche ich diesen Absatz natürlich wunschgemäß und stelle fest, dass er für seine Frau stets nur das Allerbeste wollte. Das einzige Problem ist, dass sie sich unter dem Allerbesten etwas anderes vorstellt als er - das klassische Problem vieler Beziehungen.
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Morgen stehen hier dann zur Abwechslung mal keinerlei Ausflugstouren auf dem Programm, morgen ist nur den gesamten Tag Schreibtischarbeit angesagt, die ist nämlich in den letzten Tagen deutlich zu kurz gekommen
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Samstag, 22. Oktober 2022
Alles wie geplant
Der Tag hat plangemäß ganz wunderbar geklappt.
Wir waren um kurz vor acht beim Straßenverkehrsamt in Leer, ich konnte als einer der ersten die Unterlagen für die Zulassung abgeben, als alles bearbeitet war, bekam ich eine SMS, in der Zwischenzeit konnten wir in Ruhe bei McDo frühstücken.

Ich bin ja kein echter McDo-Fan, aber die Frühstücks-McMuffins mag ich ganz gerne und den Cappucino auch, allerdings bin ich nur sehr selten so früh unterwegs, dass ich die Frühstückszeit noch mitbekomme.
Da ich normalerweise aber auch fast grundsätzlich sowieso nicht frühstücke, ist das alles okay, alle drei Jahre kann man dann ja mal eine Ausnahme machen.

Nachdem wir die neuen Kfz-Papiere und die neuen Nummernschilder abgeholt hatten, fuhren wir zum Seniorenheim des Vaters, die uns aber nicht reinließen, weil keine Besuchszeit war und wir auch keinen aktuellen Negativtest vorweisen konnten. Ich gab also nur die gesammelten Borkumer Zeitungen für ihn ab und dann fuhren wir in den Emspark, wo es eine Tesla-Supercharger-Station gibt und einen TK-Maxx.

K lud das Auto und ich stöberte erfolgreich durch meinen Lieblingsladen. Ich bin ja großer Fan von hochwertigen Marken und bei TK-Maxx gibt es oft wunderbare Schnäppchen meiner bevorzugten Hersteller.

Heute kaufte ich ein Messer und einen Topf von Rösle und einen weiteren Topf von WMF, einfach weil ich das Angebot so günstig und die Töpfe so hübsch fand. Bei Küchenkram verfalle ich schnell in einen Kaufrausch, aber ich stelle auf Borkum auf Induktion um und da brauche ich dann ja auch passende Töpfe.

Dann war das Auto fertig geladen und wir fuhren nach Hamburg. Dort trafen wir sehr pünktlich und fast gleichzeitig mit J und seinem Freund ein, mit dem er sich ab nächsten Monat eine Wohnung teilt, weil sie beide ihr praktisches Jahr in Hamburg absolvieren.

Der Mietvertrag ist jetzt also unterschrieben und ich bin ja immer erst beruhigt, wenn die Unterschriften final sind, aber jetzt ist alles safe, nächsten Freitag bekommen sie den Schlüssel und können am Wochenende dann ihren Umzug organisieren. Und die Wohnung ist absolut toll, besser hätten sie es gar nicht treffen können.

K hat seit neuestem einen Tesla und heute wollten wir die erste große Ausfahrt mit dem Auto machen.
Diese E-Autos haben ja immer nur eine sehr überschaubare Reichweite, auch der viel gerühmte Tesla macht da keine Ausnahme, als wir in Hamburg ankamen, hatte er nur noch 20%. Wir waren vollgeladen in Leer losgefahren, wobei vollgeladen ja auch so ein Beschiss ist. Er lässt sich nämlich nie voller als 90% laden und bleibt stehen, wenn er weniger als 10% hat, bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20 kWh für 100km und einer 80 kWh-Batterie kommt man also auf eine Reichweite von 320km, was bedeutet, er muss bei längeren Touren ständig nachgeladen werden.

In Hamburg gibt es zwar jede Menge Ladestellen, aber die in der Innenstadt waren alle belegt und nachdem wir eine halbe Stunde erfolglos durch die Stadt gekurvt sind, um eine Ladesäule zu finden, wo der Wagen während der Mietvertragsunterschriftsaktion hätte geladen werden können, gaben wir auf und K beschloss, auf der Rückfahrt wieder einen Supercharger an der Autobahn anzufahren. In der Innenstadt ein E-Auto laden zu wollen macht keinen Spaß.

Supercharger sind dann zwar in der Regel verfügbar, was aber vor allem daran liegt, dass sie irre teuer sind. Eine Kilowattstunde kostet dort 71 cent, für 100km braucht man 20 kWh, also 14 Euro. Wären wir mit meinem Golf gefahren, wäre es preiswerter gewesen.
Aber nun ja, K wollte das mit dem Tesla unbedingt ausprobieren und jetzt kann er ihn erstmal 6 Monate testen, so lange muss er ihn nämlich behalten, bevor er ihn weiterverkaufen kann, Auflage aus dem Förderzuschuss, den er erhalten hat.

Wir hatten heute reichlich Gelegenheit uns mit dem neuen Tesla zu beschäftigen und ich sach ma so: Ich möchte keinen haben.

Die Bedienung außerhalb von Gaspedal, Bremse und Lenkrad erfolgt nur noch über einen großen Touchbildschirm und intuitiv würde ich ganz sicher anders definieren.

Außerdem stelle ich fest, dass die Erkennung der Straßenschilder nur suboptimal funktioniert, verlassen kann man sich ganz bestimmt nicht auf das, was das Display anzeigt und wenn ich sowieso nie weiß, ob es stimmt oder nicht, dann kann man es auch gleich ganz lassen.

Er hat keinen Handgriff oben über der Beifahrertür, was ich sehr blöd finde, weil ich es bequem finde, mich ab und dort festzuhalten und meinen Arm während der Fahrt dort "hochzulagern". Dieser Griff fehlt mir sehr und ich habe mich ausgiebig über das Fehlen geärgert.

Das Fernlicht ist lächerlich.

Und er ist laut. Er ist so ungemein laut, dass selbst ich, die seit Jahren Cabrio fährt und Cabrios sind bauartbedingt immer laut, auf Dauer sehr davon genervt war und K bat, doch bitte deutlich langsamer zu fahren, weil der Tesla über 100 km/h einfach unangenehm auf die Ohren geht.

Außerdem finde ich die Türgriffe von außen ätzend, ich fummel bei jedem Türöffnen umständlich daran herum und ärger mich, dass hier Design mal wieder wichtiger war als Funktion.
An dem Türgriff von innen habe ich mir einen Fingernagel abgebrochen, weil ich schräg auf den Knopf gedrückt habe. Der Vorteil dieser neuen Konstruktionslösung erschließt sich mir nicht.

Es gibt sicher noch mehr Kleinigkeiten, die ich bemängeln könnte, insgesamt kann ich nur feststellen, dass der Tesla kein Auto ist, mit dem ich glücklich würde.

Die beiden schönsten, angenehmsten, komfortabelsten und aus meiner Sicht bequemsten E-Autos, die ich bisher gefahren bin (und ich bin schon eine Menge verschiedene Modelle gefahren) sind der E-Golf und der Fiat 500.
Ist aber nur meine persönliche Meinung.

In Deutschland scheint es ja eine Menge Teslafans zu geben, denn in den letzten Wochen hat das Modell Y den Golf in der Zulassungsstatistik der Neuwagen überholt, muss ja jeder selber wissen, was er gut findet. (Übrigens ist ausgerechnet auch noch das Modell Y, was ich optisch auch noch sehr - nun, hmm, sagen wir minderschön finde, ausgerechnet diese Modellvariante ist der aktuelle Spitzenreiter der Zulassungsstatistik. Ich denke, das sagt schon alles über den Geschmack der Massen.)

Am Abend waren wir aber wieder heile in Greven, insgesamt war es ein sehr erfolgreicher Tag
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Dienstag, 18. Oktober 2022
Von allem zu viel
Ich hätte es ja wissen können, Urlaub machen ist keine gute Idee, wenn man stressfrei arbeiten möchte.

Ich hatte ja vor dem Urlaub schon eine lange to-do-Liste.
Jetzt, nach dem Urlaub, ist sie nicht kürzer, sondern nur dringlicher geworden, was das Abarbeiten eindeutig nicht angenehmer macht.

Und deshalb bin ich erst nach 20h aus dem Büro gekommen und habe einen großen Stapel unerledigter Dinge hinterlassen und das macht nicht nur sehr müde. sondern auch sehr unzufrieden.

Noch 705 Tage
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Sonntag, 16. Oktober 2022
Ende der freien Zeit
Das waren die vorletzten Herbstferien meines Lebens und leider sind sie heute zu Ende.

Ich bin also wieder auf dem Festland und dementsprechend schwermütig, aber hilft ja nix.

Ein breites Grinsen entlockte mir dann aber eine Push-Nachricht des Deutschen Wetterdienstes, der mich dringlich vor einem Unwetter über Lütje Hörn warnte.


Ich glaube, jetzt sind die endgültig durchgeknallt beim DWD
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Samstag, 15. Oktober 2022
Volle Insel und Holzvorräte
Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos, dans une chambre.
(Das ganze Unheil der Menschen kommt nur daher, dass sie nicht gelernt haben, in Ruhe in einem Zimmer zu bleiben.)

Besser lässt es sich bis heute nicht beschreiben, und dabei sagte Blaise Pascal das schon im 17. Jahrhundert.
Ich frage mich manchmal, wie groß sein Entsetzen wäre, wenn er die Umtriebigkeit der Menschen heutzutage kennte.

Ich weiß auch nicht, wie ich da jetzt drauf komme, vielleicht nur, weil ich heute im Dorf war, um Fahrkarten zu holen und dabei voller Faszination die Menschenmengen beguckt habe, die sich hier immer noch auf der Insel aufhalten. Bei mir vorm Haus wird es ja langsamer ruhiger, der Strand ist leergeräumt und damit gibt es auch deutlich weniger Menschen, die den Strandaufgang direkt bei mir um die Ecke benutzen.
Aber wenn man ins Dorf geht, dann staunt man, wie viele Menschen doch immer noch da sind, in den Restaurants sitzen und durch die Fußgängerzone laufen.

Dabei war heute richtig usseliges Wetter und ich war froh, als ich wieder zu Hause war. Am späten Nachmittag fuhr ich dann aber doch noch mal los, allerdings mit dem Auto, weil ich im Baumarkt Holz kaufen wollte. Man glaubt es ja kaum, aber hier vor Ort auf der Insel ist das Holz im Baumarkt günstiger als auf dem Festland in einem Sonderpostenmarkt (wo es schon günstiger war als bei Hornbach in Münster).

Und weil ich ja so ein kleines Prepperseelchen bin und Angst habe, im Winter zu erfrieren, bunkere ich seit längerem Holz wie ein Eichhörnchen Nüsse. Heute habe ich noch mal 50 Raummeter Holz dazugelagert, das war die Höchstmenge, die sie im Baumarkt an einen Haushalt abgegeben haben.

Der Onkel hat außerdem wieder mal einen Pflaumenbaum gefällt, den wir auch verheizen dürfen und ich habe ja schon gelernt, dass Pflaume ein sehr hartes und langbrennendes Holz ist, was wunderbar für den Ofen geeignet ist, allerdings muss es nach dem Fällen auch erst mindestens ein Jahr rumliegen, bevor es als Brennholz taugt. Wir haben deshalb den Baum neulich erst mal nur in ofengerechte Stücke zerkleinert und dann im ehemaligen Hühnerstall beim Onkel zwischengelagert.

Nächsten Winter gibt es dann Pflaume.

Jetzt muss ich Borgen gucken, die Folgen sind nur noch bis zum 31.10. in der Arte Mediathek verfügbar - und wir haben noch acht Folgen zu gehen
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Donnerstag, 13. Oktober 2022
Wortevorrat und Strandgedanken
Meine Theorie ist, dass ich nur eine begrenzte Menge an Wörtern pro Tag zur freien Verwendung zur Verfügung habe. Wenn ich tagsüber schon zu viele davon verbraucht habe, weil ich zB privat telefoniert habe, dann bleibt nicht mehr genug übrig, um abends noch einen ausführlichen Blogtext zu schreiben.

Manchmal verbrauche ich auch Wörter, weil ich gedanklich an einem Thema rumkaue und in dem Versuch, in meine wirren Gedanken einen roten Faden zu weben, schreibe ich dann Wörter auf, um das alles etwas zu sortieren, insgesamt ist der Text aber nicht geeignet, ihn hier zu verbloggen. Trotzdem sind die Wörter verbraucht und ich sitze dann am Abend vor einem leeren Blogfenster und weiß nicht weiter.

An anderen Tagen verbrauche ich meine Wörter in Gesprächen mit meinem Westfalenmann. Das kommt wahrscheinlich am häufigsten vor. Wir unterhalten uns oft ausführlich über alle möglichen Themen, eigentlich spreche ich über jedes Thema, was mich so beschäftigt, immer zuerst mal mit K, weil er die meisten Dinge in der Regel aus einer komplett anderen Perspektive betrachtet als ich und das finde ich enorm spannend. Und wenn wir beide Zeit weil Urlaub haben, dann werden das schon mal sehr lange und sehr wörterverbrauchende Gespräche.

Heute haben wir einen Strandspaziergang gemacht, weil so schönes Wetter war.



Fast alle Strandzelte und -körbe sind schon ins Winterlager gebracht worden, der Strand ist leer und heimelig. Ich mag Strand ohne Trubel eindeutig lieber, interessanterweise sagt das jeder, irgendwo ist hier ein Widerspruch versteckt.

Es gibt aber immer noch Menschen, die auch in dem nur noch 14°C kalten Wasser schwimmen gehen - es gibt aber auch immer noch eine DLRG-Bewachung, die dann für die einzelnen Schwimmer extra bis zur Wasserlinie runterläuft und aufpasst.



Es ist eine Zwischenzeit, noch nicht Herbst aber auch nicht mehr Sommer, egal, es war auf alle Fälle sehr schönes Wetter für einen Spaziergang und ich musste ein wenig lächeln über die Abdrücke im Sand, neben erkennbar nackten Füßen laufen Menschen mit erkennbar dicker Winterstiefelsohle, es ist halt eine Zwischenzeit und jeder interpretiert sie so wie es für ihn am besten passt.

Ich hatte heute meine UGGs an, was für die Kälte gut ist, ist auch für die Wärme gut, sagte mein Uropa stets, der auch im Hochsommer lange Unterhosen trug. Für die Zwischenzeit sind UGGs also mehr als perfekt.

Am Abend kam der GaLa-Mensch und brachte ein paar Mustersteine mit, die angeblich jetzt geliefert wurden und noch angeblicher will er dann bald anfangen, den Außenbereich zu pflastern. Ich glaub ja noch nicht dran, fände es aber wundervoll. Es ist so ein Zwischending zwischen nicht wirklich wahr aber auch nicht beweisbar gelogen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
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Montag, 10. Oktober 2022
Nur Kleinigkeiten
Heute war einer dieser Tage, wo man den ganzen Tag mit tausenderlei Dingen beschäftigt ist, am Ende des Tages aber nicht so genau weiß, was man eigentlich alles gemacht hat.

Einen Großteil des Tages habe ich damit verbracht, mein berufliches E-Mail-Postfach aufzuräumen. Das habe ich die letzte Woche einfach volllaufen lassen, weil ich ja schließlich Urlaub habe.
Da ich es aber sowieso irgendwann aufräumen muss und außerdem die Arbeit während meines Urlaubs nicht von irgendjemand anderem erledigt wird, sondern sich einfach nur aufstapelt und wartet, bis ich wieder da bin, ist es auch egal, wann ich das mache, getan werden muss es so oder so.

Am späten Vormittag kam der Heizungsinstallateur, weil die Heizung ständig irgendwelche Mucken macht und auf Störung geht, was schon lästig ist, wenn ich da bin, weil ich dann jedesmal, wenn ich es bemerke (und ich bemerke es im Zweifel spätestens dann, wenn mir richtig kalt wird), in den Keller laufen muss, um den Resetknopf zu drücken.
Wenn ich aber nicht da bin und es gibt draußen über eine längere Zeit Minusgrade, dann ist es richtig blöd, wenn die Heizung auf Störung geht, denn dann frieren die Leitungen ein, das haben wir ja nun ausgiebig getestet.

Ich bat also darum, die Heizung zu überprüfen, solange ich noch da bin und das passierte heute.
Aber auch wenn der Installateur fast fünf Stunden an der Heizung rumwerkelte und mehrfach losfuhr, um irgendwelche Ersatzteile zu holen, die er probehalber austauschte, so habe ich immer noch kein gutes Gefühl, denn der Installateur ist selber komplett ratlos und kann nicht erklären, warum die Therme ständig Fehler produziert. Er telefonierte länger mit der Hotline von Buderus, die konnten ihm aber wohl auch keinen heißen Tipp geben, es bleibt also eine unsichere Kiste und wir müssen die Heizung jetzt ständig und zeitnah kontrollieren.
Dann drücken wir da mal die Daumen.

Außerdem habe ich heute eine längere Zeit damit verbracht, nach dem Ladegerät für eine Akku-LED-Taschenlampe zu suchen - leider erfolglos.
Dafür habe ich erfolgreich die Rechnung für den Kauf dieser Lampe gefunden, geht doch nichts über eine gute Buchführung. Mit den Angaben auf dieser Rechnung konnte ich immerhin den Hersteller anschreiben und nachfragen, welches Ersatzladegerät für diese Lampe benutzt werden kann, denn genau die Lampe, die wir haben, wird nicht mehr verkauft.

Schließlich habe ich am Vormittag noch die Küche aufgeräumt und am Abend wieder eingedreckt (aka gekocht), ein Loch in der Hosentasche meiner Jeans geflickt, die Wäsche abgenommen, gelegt und weggeräumt, den Glasmüll entsorgt, die Pfandflaschen weggebracht und dabei frischen Federweißennachschub besorgt.

Alles winzige Kleinigkeiten, zusammengenommen füllen sie aber einen kompletten Tag
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