anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 7. Februar 2024
Karnevalsfrei
Heute Abend erst wurde mir klar, dass ich jetzt fünf Tage Urlaub habe.
Karnevalsflüchtling hieß das früher, als ich noch im Rheinland wohnte und machte, dass ich wegkam, wenn die wilden Tage anfingen.
Nicht, dass es mich sonderlich gestört hätte, was die anderen Leute da so treiben, es ist schließlich Februar, und das heißt, es ist immer noch Winter und damit kein Grund, vor die Tür zu gehen.

Wenn ich gemütlich zuhause bin, ist es mir ganz herzlich wurscht, was der Rest der Welt ansonsten so im unwirtlichen Draußen treibt.

Nein, das Treiben der Anderen war für mich noch nie ein Grund, mich über die Karnevalstage nach Borkum zu verziehen, sondern immer nur die Tatsache, dass in dieser Zeit ja sowieso nicht gearbeitet wird - und wenn ich nicht arbeiten muss, dann muss ich auch nicht sinnlos auf dem Festland rumhängen.

Ich hatte ein bisschen Sorge, dass mir diese freien Tage im bekanntermaßen nicht ganz so karnevalesken Münsterland nicht zugestanden werden, aber zu meiner Überraschung klappt das doch, auch in Münster wird Karneval gefeiert, nicht so intensiv wie im Rheinland, aber ausreichend genug, für arbeitsfrei. Nennt hier nur keiner Karnevalsflüchtling, sondern einfach nur freie Zeit, aber mir egal, Hauptsache ich muss nicht ins Büro.


Ich habe also morgen schon frei, die Fähre geht um 16.45h und vorher muss ich noch zum Zahnarzt. Ich hoffe, dass der standby einen freien Slot für mich hat, denn mir ist eben ein Inlay rausgefallen und jetzt habe ich ein Riesenloch mit irre scharfen Kanten im Backenzahn und wenn das nicht schnellstmöglich wieder zugeklebt wird, dann ist spätestens morgen Abend meine Zunge komplett ausgefranst.
Selbstverständlich gelingt es mir nicht, die Zunge aus diesem blöden Loch rauszuhalten, ich werde gleich wahnsinnig wegen mir selber.

Auf der Rückfahrt vom Büro bin ich durch Zufall in einen Podcast geraten, der sich mit Sport beschäftigte und konnte mich mal wieder gepflegt aufregen.
Mag ja sein, dass bei der Mehrheit der Menschen Endorphine freigesetzt werden, wenn sie Sport treiben - BEI MIR NICHT!

Bei mir passiert das Gegenteil, ich bekomme ungemein schlechte Laune, weil ich es so schwachsinnig finde, dass ich mich ohne Grund körperlich anstrenge, wenn ich so gar keinen weiteren Nutzen davon habe.

Das ist schon seit meiner Kindheit so, ich fand (sinnlosen) Sport schon immer eine ziemlich schwachsinnige Idee. Da ich gleichzeitig auch keinerlei Wettkampfgene habe, kann man mich auch nicht mit "mal schauen, wer von uns besser ist" triggern.
Bei so einem Scheiß nicht mitzumachen, war in meinen Augen schon immer die klügere Idee, so dass ich automatisch schon in dem Moment gewonnen hatte, wo der andere losrannte und ich entspannt stehenblieb - so blöd wollte ich wirklich nie sein.

Ich finde Sport nur um des Sportes willen also ziemlich dämlich und Wettkämpfe erst recht.

Wenn jemand Spaß daran hat, sich auf Skiern eine Schneepiste runterzustürzen oder mit hängender Zunge hinter einem Ball herzurennen, mag er das gerne tun, warum ich diesen Leuten aber dann dabei zuschauen sollte, das wird mir für immer ein noch größeres Rätsel bleiben als die Frage, warum es überhaupt so viele Leute gibt, die solche Dinge tun.

Die letzten Wochen fand ich das Fernsehprogramm arg anstrengend, wo auch immer man hinschaltete, überall gab es Sport und ich habe jetzt echt keinen Bock auf noch mehr Liveberichterstattungen.

Vorhin dachte ich, wir sind doch jetzt durch mit diesem Handballkram und Skispringen gibt es auch keine mehr - da übertragen die live irgendein Fußballspiel, und ich schalte den Fernseher augenrollend wieder aus.
Manchmal finde ich es wirklich schwer zu ertragen
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Dienstag, 6. Februar 2024
Aufgeräumter Tee
Heute fuhr ich also zum zweiten Mal die morgendliche Runde über Telgte, um den kaputten Teeschubladenkasten zurückzugeben und einen funktionsfähigen mitzunehmen. Dabei habe ich festgestellt, dass der Umweg ja gar keine 30km beträgt, sondern nur 18km, denn ich muss von den insgesamt gefahrenen Kilometer auf dem Weg Greven-Telgte-Münster ja noch die Kilometer abziehen, die ich sowieso von Greven bis Münster fahren würde und schon fühlte sich das alles gar nicht mehr so verschwenderisch an.

Jetzt habe ich also die perfekte Teeaufbewahrungslösung und ich bin sehr, sehr zufrieden damit.



Im Büro hatte ich dafür ein paar Momente der tiefsten Verzweiflung, weil ich das Gefühl hatte, dass es mir auf keiner Ebene mehr gelingt, einigermaßen akzeptabel arbeitende Menschen zu finden, denen ich Aufgaben übertragen kann.
Für eine sehr wichtige Personalbesetzung wurde ein Personalberatungsunternehmen beauftragt, weil alle (ich eingeschlossen) der Meinung sind, dass das reine Schalten von Anzeigen für diese wichtige Position nicht zielführend ist. Wir brauchen in diesem Fall unbedingt einen Headhunter, denn wirklich wichtige Menschen wollen selber angesprochen werden und sich nicht von sich aus auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben.

Da wir bisher noch nie mit einer Personalberatungsagentur so gute Erfahrungen gemacht haben, dass wir sie unbesehen ein zweites Mal beauftragen wollten, wurde diesmal zunächst sehr aufwändig die perfekte Personalberatungsfirma ausgesucht. Es gab eine umfangreiche Ausschreibung, dann ein erstes Auswahlverfahren, danach für die Kandidaten aus der engeren Auswahl einen Pitch vor einem siebenköpfigen Auswahlgremium. Und so suchten wir schließlich eine Agentur aus, die deutschlandweit einen guten Namen hat, sehr gute Referenzen vorweisen kann und bei der die zuständigen Mitarbeiterinnen einen sehr positiven Eindruck im persönlichen Gespräch machten.

Wir handelten den Vertrag aus (Headhunter verdienen unverschämt gut) und ich belieferte die Agentur im großen Stil mit Informationen über unsere Firma und über die Muttergesellschaft. Außerdem gab es noch ein längeres Briefing per Videocall, ich dachte also, die hätten jetzt alles, um eine gute Zusammenfassung zu schreiben und Anzeigentexte zu entwerfen. Genau diese Texte kamen heute und ich stellte fest, dass in allen Unterlagen der Name unserer Firma falsch geschrieben war und dass wir plötzlich eine komplett andere Muttergesellschaft haben, die mit unserer eigentlichen Muttergesellschaft so gut wie nix zu tun hat außer einer Ähnlichkeit im Namen.

Da hatten sich diese hochbezahlten Schwachköpfe doch glatt beim Eingeben der Stichwörter für die KI-gestützte Texterstellung vertippt - und den fertigen Text hatte sich offensichtlich dann niemand mehr durchgelesen - in der Anzeige wird dafür (immerhin fehlerfrei durchgegendert) eine/n Manager:in (m-w-d) mit Hands-On-Mentalität gesucht.
Mir war bei dieser Leistung spontan nach Hands-Off, einfach die Finger davon lassen, von solchen unfähigen Heilsversprechern, mein Problem ist nur, dass ich nicht weiß, wie wir jemanden finden sollen, der wirklich was kann und das auch abliefert
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Montag, 5. Februar 2024
Teebeutelaufbewahrung
Heute morgen bin ich auf dem Weg nach Münster knapp eine Stunde und rund 30km Umweg gefahren, weil ich unbedingt in einem etwas weiter entfernten Geschäft den dritten Teebeutelschubladenkasten kaufen wollte.

Ich hatte dort davon am Samstag schon zwei gekauft und festgestellt, dass diese Kästen genau die perfekte Teeaufbewahrungsmöglichkeit sind, die ich seit Jahren suche und außerdem habe ich festgestellt, dass in das Bpücherregal, in das ich die beiden Schubladenkästen gestellt habe, genau noch ein dritter dieser Kästen obendrauf passt und wenn ich den auch noch kaufe, dann sind endlich alle Teebeutel, die ich so auf Vorrat besitze, perfekt untergebracht und ich war schon ganz hibbelig vor Vorfreude, weil ich endlich, endlich ein Thema lösen kann, an dem ich seit 15 Jahre arbeite, bisher aber stets gescheitert bin.

Mag sein, dass meine Teebeutelauswahl, die ich im Haus habe, dem einen oder anderen als etwas übertrieben vorkommen könnte, manchmal denke ich auch, dass ich wirklich mal für längere Zeit keine neuen Teebeutel mehr kaufen sollte, aber dann sind wieder meine Lieblingssorten im Angebot oder ich bin nicht ganz sicher, ob ich diese oder jene Sorte schon ausprobiert habe - und schwupps, schon wieder sind zwei Pakete Tee mehr im Haus.

Ich trinke allerdings auch wirklich viel Tee, insofern ist auch mein Verbrauch hoch und dann will ich ja auch Abwechslung haben, kurzum, ich brauche sehr viel Platz für sehr viele verschiedene Teebeutelsorten.

Am Samstag habe ich also zwei neue Schubkästen gekauft, dann entdeckt, dass die wirklich zu 100% perfekt sind, also wollte ich heute noch den dritten kaufen und fuhr entsprechend heute morgen früher los, weil der Laden, wo ich diese Kästen gekauft habe, etwas außerhalb ist.


Die hatten dort zum Glück auch noch ein paar Kästen im Angebot, ich nahm mir einen, fuhr ins Büro zur Arbeit und packte ihn erste heute Abend zu Hause aus - um dann festzustellen, dass dieser kaputt ist. Unbenutzbar, die Schublade geht nicht auf und damit ist der Sinn eines Schubladenkastens dahin.

Jetzt darf ich morgen also noch mal diesen Umweg fahren, aber hilft ja nicht, ich will ganz unbedingt den dritten Kasten, damit endlich mein Traum der perfekten Teebeutelaufbewahrung in Erfüllung geht
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Samstag, 3. Februar 2024
Plan erfüllt
Heute war Baumesse in Rheda und wir waren früh genug da, um einen Parkplatz in der Nähe zu bekommen, d.h. ich bin den dritten Tag in Folge sehr früh aufgestanden und heute auch noch sehr viel gelaufen, gestanden und Taschen getragen, als ich am späten Nachmittag wieder zu Hause war, bin ich nur noch umgefallen und war sehr froh, dass ich dabei neben meinem Bett stand.

Fünf Stunden Schlaf später stelle ich fest, dass ich wenigstens wieder genug Energie habe, um mich auszuziehen und ordnungsgemäß bettfertig zu machen.

Ich fürchte, ich bin aus dem Alter raus, wo ich drei Tage Schlafmangel locker wegstecke
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Donnerstag, 1. Februar 2024
Alles sehr früh
Sehr kurze Nacht, Aufstehen um 4h, Onkel zum Bahnhof bringen um 4.45h, als ich um 5.30h wieder zu Hause war, war ich so gründlich wach, dass es keinen Sinn mehr machte, mich wieder ins Bett zu legen.

Also habe ich zwei Stunden lang das Haus geputzt, das ist jetzt sehr schön sauber und fuhr anschließend ins Büro, wo ich mit meiner ungewohnt frühen Ankunft die Lerchen-Mitarbeiter verstörte, die meinten, es gehöre sich nicht, dass ich ihnen den friedlichen, frühen Vormittag durch meine Anwesenheit vermiese.

Trotzdem wurde es abends auch wieder spät, aktuell ist wirklich ungehörig viel zu tun.

Morgen steht noch mal (relativ) frühes Aufstehen an, morgen ist der Blutentnahmetermin und übermorgen stehe ich freiwillig nochmal recht früh auf, um nämlich entsprechend früh nach Rheda zu fahren, wo eine Baumesse stattfindet und ich möchte gerne da sein, bevor sie öffnet, vielleicht habe ich so eine Chance auf einen Parkplatz in halbwegs erreichbarer Nähe der Messe.

Wahrscheinlich habe ich mir am Sonntag meinen Biorhythmus so verfuddelt, dass ich anschließend drei Tage durchschlafen muss
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Mittwoch, 31. Januar 2024
Funktionierende Logistik
Das hat heute alles ganz wunderbar funktioniert. Die ersten drei Stunden Home-Office habe ich sozusagen nonstop telefoniert. Nicht die gesamte Zeit mit derselben Person, sondern mit verschiedenen, und das passte so genau, dass zwischen dem Beenden des einen und dem Klingeln des nächsten Gesprächs immer nur ein paar Sekunden waren. Sehr faszinierend.

Dann fuhr ich mit dem Onkel nach Münster ins Krankenhaus, dort erkundeten wir, wo er hin musste, und nach dem er angemeldet und nur noch warten musste, bis er dran war, ließ ich ihn allein und fuhr einkaufen. Verabredet war, dass er mich anruft, wenn er fertig ist und wieder abgeholt werden möchte. Als ich mit Einkaufen fertig war, entschied ich, dass Autowäsche ein guter Programmpunkt sei und grade als das Auto komplett unter Bürsten und Schaum verschwunden war, da klingelte das Telefon und der Onkel meldete Vollzug.

Ich holte ihn mit einem blitzsauberen Auto ab, dann fuhren wir wieder nach Hause, wo ich Teil 2 meiner Home-Office-Aktivitäten startete, diesmal nur ein paar Telefonate und vor allem Mailverkehr beantworten.

Am Abend gab es warmen Kartoffelsalat und Schnitzel, jetzt gehen wir schnell ins Bett, denn morgen geht sein Zug schon um 5.13h, es wird also eine kurze Nacht, aber dann ist der erste Teil dieser Untersuchungsreihe logistisch auch schon mal geschafft
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Dienstag, 30. Januar 2024
Kurzfassung
Etwas anstrengender Tag mit langen Besprechungen im Büro, am Abend ein harter Cut, ich musste die letzte Besprechung mittendrin verlassen, weil der Onkel mit dem Zug um 18.44h in Greven ankam und dann hilft das ja alles nichts, da werden die Prioritäten eben schon mal anders gesetzt, ich kann den Onkel schließlich nicht einsam am Bahnhof stranden lassen.

Bisher hat sonst alles gut geklappt, jetzt schauen wir mal, was der Termin morgen so bringt, wird sich schon alles irgendwie entwickeln.

Arbeitstechnisch habe ich auch noch keinen konkreten Plan, ich bin telefonisch erreichbar und werde versuchen, irgendwie ein bisschen Home-Office drumherum zu machen, meine to-do-Liste hat diverse Dinge, die ich gut am Telefon erledigen kann, das wird schon alles irgendwie funktionieren
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Montag, 29. Januar 2024
Montag und Planänderungen
Insgesamt war das ein normaler Bürotag heute, keine erzählenswerten Besonderheiten, ich bin intensiv mit Jahresabschlussarbeiten und Vorbereitungen für die nächste Aufsichtsratssitzung beschäftigt, insofern war es sehr positiv, dass es keine erzählenswerten Besonderheiten gab, denn dafür habe ich grad mal so gar keine Zeit.

Morgen Abend kommt der Onkel, ich muss also heute noch das Gästezimmer in einen bewohnbaren und vor allem frisch bezogenen Zustand versetzen und im Rest des Hauses wenigstens die sichtbarsten Dreckstellen grob verputzen.

Die Grundriss-Pläne für das Haus in Rheda habe ich noch mal mit einer Innenarchitektin durchgesehen, ihr gefiel alles sehr gut, an zwei Stellen hatte sie aber ganz wichtige Änderungsvorschläge, die vor allem in Wand weglassen bestehen und ich freue mich sehr, dass diese Anregung noch rechtzeitig genug kam, noch ist kein Stein verbaut.

Im Ergebnis hat sie durch simples Wand weglassen aus dem Ankleidezimmer und dem Badezimmer jetzt ein Wohn-Ankleide-Lounge-Bad gemacht und ich bin maßlos schwer begeistert von dieser Idee.

Das vom Architekten standardmäßig geplante Ankleidezimmer hatte mir noch nie richtig gefallen, weil ich ein als Ankleidezimmer eingerichtet und benutztes Zimmer als toten Raum empfinde. Ein begehbarer Kleiderschrank auf 14qm, ich fand es totale Platzverschwendung.
Und ein Badezimmer, was nur aus Badezimmer besteht, ist im Grunde auch sehr langweilig, man erledigt seine Körperhygiene, aber zu was anderem taugt der Raum nicht.

Aus diesen beiden Zimmern hat sie einfach durch Wand weglassen jetzt ein Wohn-Ankleide-Lounge-Bad gemacht und ich bin schwer begeistert von dieser Idee.

Im Erdgeschoss hat sie die Küche vergrößert, in dem sie einen kleinen Vorraum, der als Garderobe und Eingang zur Küche geplant war, durch Weglassen der Wand entfernte. Die Tür ist jetzt eine Schiebetür, die hinter einem Schrank verschwindet, theoretisch kann sie immer noch geschlossen werden, praktisch wird sie aber wahrscheinlich in 90% der Fälle offenstehen, was bedeutet, dass dann deutlich mehr Licht in die Küche fällt als vorher und dass vor allem niemand mehr um die blöde Tür drumrum laufen muss. Sehr viel besser also.

Innenarchitekten haben einfach einen komplett anderen Blick auf und vor allem aus einem Haus heraus als Architekten, die ihr Werk vor allem von außen begutachten
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Samstag, 27. Januar 2024
Auswärts essen
Gestern Abend waren wir in Emsdetten in einem libanesischen Restaurant essen, dessen Existenz ich durch Zufall entdeckt hatte, weil die auch einen Lieferservice mit entsprechend beschrifteten Lieferautos haben und eines dieser Autos vor ungefähr einem dreiviertel Jahr mal vor mir herfuhr. Damals habe ich das Restaurant gegoogelt und seit der Zeit ist der entsprechende Tab in meinem Browser geöffnet, weil ich dort unbedingt mal hingehen wollte.

Ich liebe die libanesische Küche. CW sagte früher, levanthinische (libanesische) Küche ist die französische Küche Arabiens, womit er sagen wollte, dass die libanesische Küche mit marokkanischer oder türkischer Küche ungefähr so viel gemein hat, wie die französische Küche mit deutscher oder englischer, oder, anders ausgedrückt, von allen Küchen des Orients die feinschmeckerigste ist.

Ich teile seine Meinung und eines meiner absoluten Lieblingsrestaurants ist ein libanesisches Restaurant in Münster.
Wenn es in Emsdetten nun aber auch eines gibt, wäre das logistisch ja deutlich bequemer als Münster, seit letztem Sommer wollte ich dort also gerne mal essen gehen.

Da wir nicht sehr oft essen gehen (reine Faulheit, ich finde essen gehen deutlich aufwändiger als fix etwas selber zu machen), ergab sich erst gestern eine Gelegenheit. Ich rief vorsichtshalber zwecks Reservierung an und durfte feststellen, dass es offensichtlich ein sehr beliebtes Restaurant ist, aber für 21h bekamen wir doch noch einen Tisch.

Wir bestellten das große Mäsa-Menu nach Art des Hauses, bekamen 12 verschiedene Vorspeisen und waren danach schon kugelrund satt. Als Hauptgericht gab es eine Grillplatte mit verschiedenen gegrillten Fleisch- und Gemüsesorten, Dessert hätte es auch noch gegeben, das haben wir beide verweigert, es passte nichts mehr rein.

Im Ergebnis bin ich sehr zufrieden, dass wir dieses Restaurant endlich mal getestet haben, jetzt kann ich den Tab im Browser schließen und wenn ich das nächste Mal libanesisch essen will, fahre ich wieder nach Münster…

Ich meine, wir sind beide sehr satt geworden, aber ausgerechnet in einem libanesischen Restaurant ist das nicht die oberste Priorität.


Dafür war das sonstige Publikum interessant zu beobachten. Ich habe selten so viele absurd adipöse Menschen mit einer so lautstarken Begeisterung feiern und spachteln sehen, es war wirklich faszinierend und brachte mich zu der Überlegung, ob vielleicht nur ich die falschen Prioritäten für einen Restaurantbesuch setze
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Freitag, 26. Januar 2024
Lagerhaltungssysteme
Es sind die kleinen Dinge, die man so gerne vergisst, übersieht oder ignoriert, die einem aber eine große Zufriedenheit geben, wenn man sie dann doch endlich mal wahrnimmt, bearbeitet und nicht mehr weiter aufschieben muss.

Heute morgen als ich noch im Bett lag, fiel mir ein, dass ich dringend neue Augentropfen bestellen muss, das aber seit über drei Wochen jeden Tag aufs Neue wieder vergesse.
Und einen Termin zur Blutentnahme muss ich auch machen, ich brauche neue Schilddrüsentabletten, die der Arzt erst nach dem Ergebnis der Blutuntersuchung rausrückt. Auch daran denke ich schon seit längerem jeden Tag mindestens einmal, bin aber bisher noch nicht dazu gekommen, diesen Termin zu machen.
Deshalb wollte ich mir heute noch im Bett liegend selber eine E-Mail schreiben, um mich daran zu erinnern, dass ich das endlich mal erledige.

Ich öffnete auf dem iPad ein E-Mail-Fenster und musste dann aber als erstes nach dem Namen der Augentropfen googeln, weil ich den natürlich nicht auswendig wusste und zu faul war, aufzustehen und im Bad nachzuschauen. Als ich den Namen im Internet gefunden hatte, brauchte es nur noch zwei weitere Klicks und dann waren die Augentropfen auch schon bestellt, so schnell und so einfach.
Die Augentropfen konnte ich also aus der Erinnerungsmail streichen und nur für einen Termin beim Hausarzt lohnt es sich nicht, eine E-Mail zu schreiben, das dauert ungefähr so lange, wie den Termin gleich online zu buchen.
Noch mal drei Klicks weiter war der Termin vereinbart und ich war schon morgens um 7h extrem zufrieden mit meinen heutigen Leistungen.
Das Leben kann so schön sein, wenn man Dinge erledigt bekommt.

Ich habe ein seit Jahrhunderten Jahrzehnten gut etabliertes Lagerhaltungsverwaltungssystem, das vorsieht, für alle Dinge, die zum alltäglichen Standardverbrauch gehören, mindestens immer eine unangebrochene Verpackungseinheit auf Vorrat im Lager zu haben.
Wenn diese Einheit aus dem Lager entnommen und angebrochen wird, löst das sofort eine Nachbeschaffungsaufgabe aus.

Eigentlich sehr simpel und es hat auch viele, viele Jahre reibungslos funktioniert, in den letzten Jahren aber immer schlechter und ich gehe mir damit selber verstärkt auf die Nerven.
Entweder vergesse ich Dinge zu kaufen, die dann plötzlich und unerwartet nicht mehr im Haus sind, was blöd ist, wenn man mitten beim Kuchenbacken feststellt, dass leider nicht genug Mehl im Haus ist. Oder der Nachbeschaffungsauftrag ist so fest in meinem Hirn verankert, dass er sich nach Erledigung nicht löscht, sondern wenn ich Pech habe, kaufe ich immer weiter und weiter und weiter und besitze dann irgendwann 20 Kilo Mehl, weil ich mir nicht merken konnte, dass längst ausreichend Mehl im Haus ist. Ein weiteres Problem ist die Haushaltsverwechslung, d.h. ich weiß nicht, wo was alle ist und nachgekauft werden muss, was dann dazu führt, dass ich auf Borkum 2kg schwarzen Pfeffer habe und in Greven gar keinen.

Letzte Woche war Leinöl alle. Ich meine, so richtig allealle - auch im Keller fand sich keine Nachschubflasche mehr.
Dafür fand ich, weil ich sehr gründlich suchte, drei Flaschen Maggi und ungefähr 17 Flaschen Teriyaki Sauce von Kikkoman. So sollte mein Lagerhaltungssystem nicht funktionieren.
Dafür, dass ich so viele Flaschen Teriyaki Sauce von Kikkoman im Keller habe, gibt es noch eine halbwegs brauchbare Erklärung, das Zeug war nämlich mal eine Zeitlang nicht zu bekommen, entweder ausverkauft oder ausgelistet, selbst in Vollsortimentern und im Großmarkt nicht. Als ich es dann durch Zufall doch mal irgendwo sah, habe ich die Bestände gleich aufgekauft.
Aber offensichtlich habe ich das mehr als einmal getan und jedesmal vergessen, dass ich längst ausreichende Vorräte hatte. Ich besitze jetzt also wirklich äußerst ausreichende Vorräte, in Greven und auf Borkum, wir sollten demnächst verstärkt gebratenes Gemüse essen, denn dafür ist es die absolut perfekte Zauberwürze.

Drei Flaschen Maggi kann ich nur dadurch erklären, dass wir offensichtlich extrem wenig Maggi verbrauchen (stimmt, eigentlich benutze ich immer Soja-Sauce) und ich zwischendurch immer mal Maggi kaufe, wenn es im Supersonderangebot ist, weil ich das Gefühl habe, ich hätte schon seit Ewigkeiten keines mehr gekauft und es müsste doch bestimmt demnächst alle sein. Nun, auch hier kann ich mir merken, dass ich erst dann wieder über den Nachkauf von Maggi nachdenken sollte, wenn wir umgezogen sind.

Das ist übrigens eine Bezugsgröße, an der ich mich in letzter Zeit öfter orientiere: Das Thema kann gelöscht werden, es ist erst frühestens nach dem Umzugs wieder interessant. Nach dem Umzug muss sowieso eine Komplettneuprogrammierung erfolgen.

Der Umzug ist wahrscheinlich erst in anderthalb Jahren, aber bis dahin brauche ich auch ganz bestimmt kein neues Maggi und auch keine Teriyakisauce von Kikkoman.

Und auch kein Leinöl mehr, das habe ich inzwischen nämlich schon zweimal nachgekauft
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