Den Vormittag über beschäftige ich mit der Buchhaltung für eine externe Steuererklärung, diese Arbeiten schiebe ich seit über vier Monaten vor mir her, heute war es endlich so weit.
Den Nachmittag verbringe ich gemeinsam mit K vorm PC, wir erarbeiten uns nach und nach die Raumbücher für das neue Haus. Es ist erstaunlich, an was man alles denken muss, was man jetzt schon festlegen und entscheiden soll, zum Glück gibt es Mustervorlagen, die man systematisch abarbeiten kann.
Das ist halt der Unterschied zu einer Altbaurenovierung - bei einem Neubau entsteht wirklich alles zunächst auf dem Papier, auch die Anzahl der Steckdosen, der LAN-Anschlussdosen und wo man später überall ein Waschbecken haben möchte (im Bad und in der Küche ist es einfach, es gibt aber noch erstaunlich viele andere Stellen, wo es schön ist, wenn man da später ein Waschbecken hat, z.B. in der Garage und im Waschkeller.)
Schwierig finde ich (wie immer) die Sache mit dem Licht, wir planen vorsichtshalber eine irre Anzahl an Steckdosen, damit ich nachher überall einzelne Lampen aufstellen kann, aber ein paar Deckenauslässe sind auch nicht schlecht.
Je mehr wir planen, umso konkreter wird das alles, ich freue mich inzwischen wirklich schon sehr auf das neue Haus
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Am besten geht das durch das Studium der örtlichen Lokalzeitung, dachte ich mir und weil ich doch durch Zufall einen Ostwestfalen kenne, der die passende Zeitung abonniert hat, konnte ich ihn überreden, mit mir ein Familienabo zu teilen - und damit habe ich seit kurzem Zugriff auf "Die Glocke" und lese mich mit breitem Grinsen durch den Lokalteil.
In diesem Fall stört es mich interessanterweise gar nicht, dass dort Lokalreporter Artikel schreiben, für die sie bei meinem alten Deutschlehrer, der den Anspruch auf Schönheit in der Sprache höher wertete als Korrektheit, höchstens ein gut gemeintes "befriedigend" erhalten würden, denn es sind halt nur Lokalreporter und nun ja, was soll ich sagen, wahrscheinlich ist es diskriminierend, aber die schreiben eben auch so, wie es mich alle meinen fiesen Vorurteile erwarten ließen.
Ich kichere mich also leicht kopfschüttelnd durch den Lokalteil und K meint, ich kichere über die Namen in den Todesanzeigen, aber so weit bin ich noch gar nicht, die Todesanzeigen sind tatsächlich auch oft höchst amüsant, diesmal habe ich aber vorher diesen Artikel gefunden:

Ich finde die Überschrift richtig witzig, denn sie ruft spontan die Verbindung zu diesem uralt Bilderwitz (Monty Python?) auf, wo Jesus im ersten Bild elegant übers Wasser wandert, in den Folgebilder sieht man dann jede Menge Menschen, die es ihm nachtun wollen und alle dabei absaufen und im letzten Bild steht dann ein Jünger von Jesus und sagt: "Mensch Jesus, nu lass doch den Quatsch und sag ihnen endlich wo die Trittsteine sind."
In Herzebrock-Clarholz wollen sie es offensichtlich gar nicht erst so weit kommen lassen, dort fanden die Trittsteine von Anfang an nicht den passenden Anklang. Ich finde, aus dieser Geschichte hätte man wirklich eine nette Geschichte machen können, aber so war es halt nur eine Lokalreporterin, die sie formell korrekt und entsprechend unlesenswert schrieb, seufz, ich habe trotzdem über die Überschrift gekichert, auch wenn sie wahrscheinlich nicht als Witzandeutung gedacht war.
Ziemlich zusammenhanglos habe ich dann hier noch ein paar Möwenbilder, die ich die Tage machte, als das Wetter mal freundlich genug für einen Strandspaziergang war, das ist derzeit nicht jeden Tag gleichermaßen einladend, heute zB war es überwiegend unfreundlich kalt und nass, aber das sieht man den Bildern von neulich ja nicht an:
Und als Abschluss ein Foto, was ich heute machte, weil ich es erst heute gesehen habe: Mein Zitronenbaum blüht
Ich musste das vor allem deshalb fotografieren, weil Zitronenbäume schon seit meiner Kindheit zu meinem Leben gehören, meine Mutter besaß immer welche und züchtete unentwegt Ableger für ihre Kinder und Enkelkinder und irgendwie haben wir alle so eine Pflanze - und trotzdem habe ich noch nie eine mit Blüten gesehen.
Im Internet steht, dass die Dinger ständig blühen, die Pflanzen, die in meinem Umfeld existieren (und existierten) taten das noch nie.
Ganz grundsätzlich heißen die natürlich nicht Zitronenbaum, sondern, wenn man einen deutschen Namen benutzen will, dann Zitronengeranie, auf lateinisch Pelargonium Graveolens, bei uns hießen sie aber immer Zitronenbaum, weil sie meist sehr schnell zu sehr großen Pflanzen heranwuchsen und weil sich Geranie zu sehr nach Balkonbepflanzung anhört und das passt einfach gar nicht zu diesen Großgewächsen.
Es kann durchaus sein, dass alle Zitronenbäume in unserer Familie auf eine einzige Pflanze aus dem Ursprungsbestand meiner Mutter zurückgehen, denn sie lassen sich leicht vermehren, einfach einen dickeren Stängel mit Austrieb abknipsen, in Wasser stellen, warten bis er Wurzeln bekommt - und einpflanzen, deshalb dachte ich, meine Mutter hätte durch Zufall einfach eine nicht blühende Variante als Ursprungspflanze erwischt, das wäre schließlich ein guter Grund, weshalb bei niemandem in der Verwandtschaft die Dinger blühen.
Aber dann habe ich meinen Zitronenbaum letzten Sommer einmal radikal zurückgeschnitten, dabei jede Menge neuer Ableger abgeschnitten und in ein Wasserglas zur Anzucht gestellt. Alle bekamen Wurzeln (und wurden von mir zu der Mutterpflanze zusätzlich in den Topf gepflanzt), nur ein besonders dicker Trieb, da passierte nichts. Allerdings verwelkten auch die Blätter nicht, da lebte also noch was, weshalb ich diesen Trieb einfach immer weiter in dem Wasserglas stehen ließ und in den Sommerferien schließlich mit nach Borkum nahm, ich wollte ihn nicht einfach so seinem Schicksal überlassen.
So stand dieser Ableger nun also über ein dreiviertel Jahr auf der Fensterbank in einem Wasserglas, im Januar sah ich, dass er inzwischen Wurzeln bekommen hatte, ich hatte aber keinen Topf und keine Erde zum Auspflanzen, deshalb blieb er einfach in diesem Wasserglas stehen - und bekam immer mehr Wurzeln.
Letzte Woche habe ich mir nun vom Onkel einen Blumentopf und Erde mitgenommen und den Ableger endlich eingepflanzt - und heute blühte er. Ist es zu fassen
?
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Mein Westfalenmann hat Zukunftsvisionen und es könnte sein, dass er recht hat.
Die letzte Woche haben wir das Verlottern schon mal ausgiebig getestet und (Stand heute) für gut befunden.
Keinem von uns ist bisher langweilig geworden, bei niemanden haben sich irgendwelche Hummeln im Hintern bemerkbar gemacht, wir waren uns ohne auch nur einen Ansatz von Widerspruch ganz ungewohnt vollkommen einig, dass es ein wunderbares Leben ist, wenn man mindestens bis mittags im Bett liegt und sich erst dann ganz langsam für ein Leben außerhalb des Bettes vorbereitet. (Kann an einzelnen Tagen aber auch problemlos als Programmpunkt entfallen.)
Bei meinem Westfalenmann bedeutet das, dass er sich zunächst mit einer Schlumperhose, T-Shirt und Latschen bekleidet, weit weg von ausgehfertig, er unterscheidet streng zwischen Kleidung für drinnen und Kleidung für draußen
Ich dagegen ziehe Jeans und richtige Schuhe auch als Drinnenbekleidung vor, weil ich kein echter Fan vom Team "Hausschuhe" bin und noch ungerner barfuß oder auf Socken rumlaufe. Jeanshosen finde ich nicht unbequem, nur die klassische "Bürokleidung", die ziehe ich nur an, wenn ich auch vorhabe ins Büro zu gehen (oder zu einer formalen Veranstaltung), hier auf Borkum kommt das nur sehr selten vor.
Dass ich auch im Haus die zur Kleidung passenden Schuhe anhabe, war bei mir übrigens schon immer so, eine der wenigen Angewohnheiten, die ich von meiner Mutter übernommen habe, die auch nur sehr ungerne Hausschuhe trägt. (Eigentlich nur, wenn sie noch nicht angezogen ist, also wenn sie im Schlafanzug ins Bad geht oder so.)
Das mit den Hausschuhen bzw. mit den "Straßenschuhen" in der Wohnung (oder eben nicht) ist ein Thema, das mich regelmäßig fasziniert, weil hier offensichtlich zwei Weltanschauungen aufeinanderprallen können, die sich mindestens so uneins sind, wie Katholen und Protestanten in Nordirland.
Anders als die Frage der Religion ist das mit der Überzeugung "Schuhe an oder aus" aber offensichtlich nicht familiär übertragen, sondern wurde anderweitig sozialisiert, anders kann ich mir nicht erklären, wo meine Schwester ihre obskure Hausschuhliebe her hat und weshalb ausgerechnet meine Kinder beim Betreten des Hauses als allererstes ihre Schuhe ausziehen (und dann im engen Flur unter der Garderobe rumstehen lassen, wo ich regelmäßig darüber stolpere und so eine "Schmutzschuhansammlung" auch noch ziemlich hässlich finde.)
Kurz vor einer Eskalation stand die Situation als ich vor Jahren mal J in Berlin in seiner neuen Wohnung besuchte und er forderte: "Schuhe aus." - Ich wollte daraufhin umdrehen und hätte kurzerhand darauf verzichtet, seine Wohnung zu betreten, wenn er nicht nachgegeben hätte.
Daran wird deutlich, dass ich es kompromisslos ablehne, meine Schuhe auszuziehen, wenn ich ein Haus/eine Wohnung betrete, wenn es nicht einen offensichtlichen Dreckmatschgrund gibt.
Gummistiefel (oder offensichtlich verdreckte Schuhe) auszuziehen bevor man die gute Stube betritt, kann ich akzeptieren, aber das Ausziehen von normalem Schuhwerk, mit dem man üblicherweise ja nicht durch klebrigen Mist gelaufen ist, halte ich für komplett entbehrlich. Insbesondere in fremden Wohnungen.
Meine Kinder wurden in großen Häusern mit gefliesten bzw. pflegeleichten, aber rutschigen (Parkett)-Böden groß, zudem besaßen wir einen Neufundländerhund (aka Riesendreckschleuder) und zwei Katzen, bei uns gab es also sogar gute Gründe, die Schuhe anzulassen, weil sonst ja die Socken schmutzig geworden wären - und trotzdem entwickelten sich meine Kinder zu Schuhausziehern, ich habe keine Erklärung dafür.
Meine Oma, die Mutter meines Vaters, war große Pantoffelliebhaberin und trug Straßenschuhe wirklich nur, wenn sie richtig das Haus verließ - und daran dachte, sie anzuziehen. Dass es ihr deshalb passierte, dass sie eines Abends im Abendkleid und Pantoffeln im Konzert erschien, verwunderte keinen, der sie kannte, für meine Mutter dagegen war das die Alptraumvorstellung schlechthin. Noch schrecklicher als gestopfte Unterhosen und Unfall.
Die Kompromisse, die ich beim Streit um dieses elementare Grundsatzthema bereit bin einzugehen, bestehen darin, dass ich Leute, bei denen Besucher die Schuhe ausziehen müssen, nicht besuche, dass aber umgekehrt mein Besuch seine Schuhe ausziehen darf, wenn er es unbedingt will. - Und das ist in meinen Augen schon ein großes Entgegenkommen, denn sowohl optisch als auch olfaktorisch sind mir beschuhte Füße in aller Regel lieber als unbeschuhte
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Eigentlich schaffe ich es schon nicht, all die Zeitschriften, Zeitungen, Berichte und Texte zu lesen, die ich bisher schon über diverse Abos und im freien Zugriff über Blogs auf meiner Leseliste habe, aber the grass on the other side is always greener, die Krautreporter reizten mich schon lange - und jetzt habe ich also vollen Zugriff.
Weil wir Abos immer innerhalb der Familie als Familienabos teilen, hat sich J auch dort eingeloggt und liest interessiert die aktuell angeboten Texte von diversen Reportern - am Ende fällt unser Fazit absolut deckungsgleich aus: Die Texte von Gabriel Yoran sind super, die von Theresa Bäuerlein sind ebenfalls interessant und gut zu lesen - und alle anderen lesen sich wie Beiträge in Schülerzeitungen oder Kirchenmagazinen. Blass, farblos, aber natürlich formal hyperkorrekt Dabei sind die Themen teilweise wirklich spannend, aber die Schreibe ist, nun ja, sie ist eben nicht so, dass ich Lust habe, mehr in diesem Stil zu lesen, das wäre wirklich große Zeitverschwendung.
Weil ich die aktuelle Serie von Gabriel Yoran dafür aber nun mal wirklich richtig, richtig super finde, nutze ich die Gelegenheit und teile sie hier als Verschenk- Link, damit hat jeder auch hinter der Paywall-Zugriff, und vielleicht geht es ja anderen Leuten dann auch so wie mir: Ich werde das Abo nach der 30-Tage-Probezeit nicht kündigen, sondern kostenpflichtig behalten, einfach weil ich das Prinzip und die Idee der Truppe super finde und ich es mir leisten kann, sie zu unterstützen.
Teil 1: Die Verkrempelung der Welt
Teil 2: Das hat doch alles schon mal funktioniert
Teil 3: Was wurde eigentlich aus der Zukunft?
Schade finde ich nur, dass bei den Krautreportern auch so viele langweilige Schreiberlinge Texte veröffentlichen, denn eigentlich widerstrebt es mir, Leuten eine Selbstverwirklichung zu finanzieren, für die sie überhaupt kein Talent haben.
Andererseits finde ich nur die Texte von Gabriel Yoran schon so prima, dass ich allein deshalb gerne bereit bin, eine volle Mitgliedschaft zu bezahlen.
Ich kann akzeptieren, dass Menschen gerne schreiben (oder singen oder malen oder sonst wie künstlerisch tätig sein wollen), wenn man für irgendeine dieser Kunstformen aber nur so mittelmäßig begabt ist, dann sollte man es halt als (unbezahltes) Hobby wählen und seine Brötchen besser mit irgendeiner anderen Tätigkeit verdienen, für die man kein spezielles Talent benötigt, sondern wo es nur um normale Alltagsarbeit geht. Macht natürlich nicht so viel Spaß, aber ein Job gehört nun mal an einen Arbeitsplatz und der wiederum ist ein Arbeitsplatz und keine Tagespflege, wie Frau Novemberregen neulich so treffend schrieb, da geht es also nicht vorwiegend um Spaßhaben und Wohlfühlen.*
*Dieser Satz wurde übrigens auch von mehreren anderen Bloggern geteilt und zum Augenverdrehen komisch fand ich den Kommentar, der dann bei einem der anderen Blogger zu diesem geteilten Zitat mit der Tagespflege abgegeben wurde (habe leider vergessen bei wem), nämlich dass das doch nun wirklich kein guter Spruch sei, weil Tagespflege ja für viele auch ein ernstgenommener Beruf sei und Menschen, die dort betreut werden, hätten auch ganz andere Probleme als mit diesem Vergleich angedeutet würde und überhaupt wäre es diskriminierend, wie solche Begriffe oft herabgewürdigt würden. Ähnliches passierte auch mit dem Begriff "Kindergarten", der würde ebenfalls oft in einem sehr negativen Framing verwendet und würde damit all den tausenden von engagierten Erzieher*innen überhaupt nicht gerecht. - Bei solchen Kommentaren frage ich mich dann stets, welch schweres Schicksal diese Menschen wohl hinter sich haben, das sie so verbiestert werden ließ.
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Ich bezeichne Schlafen ja schon seit immer als mein Hobby. Früher, als man so Freundschaftsfragebögen ausfüllte, schrieb ich unter Hobbys stets: "Reiten, lesen, schlafen", hatte zu meinem Kummer aber selten Gelegenheit, diesem Hobby so ausgiebig zu frönen, dass mir dabei langweilig wurde.
Heute ergab es sich aber endlich mal wieder und es bleibt das intensive Gefühl von Glück, schlafen ist wirklich etwas Feines.
Das vorgesehene Schweinefilet für heute haben wir gegen Carpaccio getauscht, erstens ging das schneller und zweitens fand K, dass es besser zu Carfreitag passt, eine Schreibweise, die so in meinem online Kalender steht, der sich die Feiertage selber einträgt
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Nachdem ich am Montag ja schon höchst erfolgreich drei von CWs Altgesellschaften auf den allerneuesten Stand gebracht habe, habe ich heute eine Gesellschaft von K final abgewickelt.
Diese hemmungslose Gesellschaftengründerei ist eine Pest in fachkundigen Kreisen. Weil man weiß wie es geht und man keine Kosten für die Verwaltung kalkuliert (die eigene Arbeit zählt ja nicht), werden ohne Bedenken immerzu neue Gesellschaften gegründet, die zunächst einer guten Idee entspringen, die sich dann aber schnell tot läuft oder insgesamt scheitert und so bleibt nachher nur eine Gesellschaft ohne Mehrwert übrig, die verwaltet und irgendwann eben auch beerdigt werden muss.
Die Beerdigung von sinnlos gewordenen Gesellschaften heißt Liquidation und muss nach streng bürokratischen Regeln nicht nur beim Finanzamt, sondern auch im Unternehmensregister und im Handelsregister angezeigt, erklärt, veröffentlicht und abgewickelt werden.
Heute habe ich also eine Gesellschaft von K endgültig beerdigt und es war mir ein Fest. Nach getaner Arbeit fuhren wir einkaufen, schließlich gab es einen Leichenschmaus vorzubereiten.
Wir kauften ein ganzes Huhn, eine Packung Gambas, ein Pfund Schweinefilet und frisches Baguette.
Zurück zuhause hatten wir akuten Feierbedarf und am schnellsten ließ sich die Feier mit dem Baguette umsetzen, einfach ein bisschen Frischkäse dazu und ein Glas Prosecco - zack, Superparty!
Das Huhn wanderte in den Backofen und wurde zu einem köstlichen Abendmahl,

die Gambas gibt es morgen als Vorspeise und anschließend das Schweinefilet - als demonstrative Kulturverweigerung.
Am Nachmittag war uns nach Film gucken und ich wählte aus dem großen Stapel an ungeguckten Film-DVDs ausgerechnet den Film "The Wheather Man", weil sich die Beschreibung spannend anhörte und ich dachte Nicholas Cage ist immer gut. Hmmm, wahrscheinlich ist Nicholas Cage auch gut - nur ich bin nicht intellektuell genug, um die Schönheit dieses Films zu sehen oder gar zu verstehen. Filme mit so verdrehten, latent psychoneurotischen Hintergründen sind einfach nix für mich, ich bin für so Zeug schlicht zu schlicht.
Immerhin weiß ich jetzt, dass ich bei diesem Film nix verpasse, wenn ich nicht gucke
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Eine schwarze Tonne gibt es eigentlich auf Borkum nicht, nur schwarze Plastikmüllsäcke, die man im 10erPack im Supermarkt kaufen kann.
Von Möwen und Rabenkrähen leicht zerstörbare Plastikmüllsäcke als Müllabfuhrsystem für eine Insel auszuwählen, ist meiner Meinung nach eine eher suboptimale Idee, denn es gibt hier natürlich Mengen an gut trainierten Vögeln, die genau wissen, dass in den schwarzen Säcken häufig leckere Delikatessen stecken und deshalb jeden unverhüllt draußen stehenden Sack sofort aufpicken, zerfetzen, auf Essensreste untersuchen und dabei den nicht essbaren Inhalt großzügig in der Gegend verteilen, eine ziemliche Schweinerei.
Deshalb muss man den schwarzen Sack entweder mit einer festen Plane sehr gut abdecken - oder in eine Tonne stecken.
Als ich bei meinem Vater in der Garage vor einiger Zeit mal etwas aufräumte, entdeckte ich dort eine schwarze Plastikmülltonne, noch mit dem Original Aufkleber der Meerbuscher Müllabfuhr, die er hat also 1992, als er zurück auf die Insel ging, mit umgezogen und seitdem in der Garage aufbewahrt, nun steht sie bei mir im Müllhäuschen und wenn ich nur einen kleinen schwarzen Sack voll Müll habe, passt der da haargenau rein und die Müllmänner sammeln sich den Sack auch da raus, das ist damit alles viel praktischer als die blöde Plane, die die Viecher nämlich auch oft genug schon weggezupft haben, um an die Säcke dadrunter zu kommen. Mülltonnen öffnen können sie zum Glück noch nicht.
Heute wurde also der gelbe und der schwarze Müll abgeholt, so etwas freut mich immer, wenn das ohne Schwierigkeiten funktioniert. Oft genug passiert es, dass eine Tonne nicht geleert oder einzelne Säcke nicht mitgenommen werden, meist weiß man nicht, weshalb, hat aber dann die Lauferei, den Müll alternativ loszuwerden.
Damit ist der aufregende Teil des Tages auch schon erzählt, sehr viel mehr ist nicht passiert, ich saß die restliche Zeit fast durchgängig am PC und habe Mails beantwortet, Dinge recherchiert, Unterlagen zusammengesucht, telefoniert und mich geärgert, weil das eigentlich nicht die Art von Beschäftigung ist, die ich mir für einen Urlaub vorgestellt hatte. Aber irgendwie wusste ich auch nicht, wie ich es sinnvoll hätte verhindern können.
Zum Glück war mieses Wetter, bei ständig Regen an und aus habe ich wenig Neigung, mich nassregnen zu lassen. Kalt war es auch, insofern war ich zufrieden, dass ich gemütlich drinnen bleiben konnte.
Kochen musste ich heute auch nicht, nur die Reste des Essens von gestern noch mal warm machen, so gehen komplette Urlaubstage dahin, ohne dass man sie als Urlaub wahrnimmt
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Dann setzten wir uns auf unsere Räder und fuhren in der Gegend rum. K machte einen Friseurtermin, den man nur durch persönliches Vorsprechen im Salon abmachen kann, telefonisch ist das aussichtslos und ich kaufte ein wenig Knoblauch, weil ich gestern Abend erschrocken feststellen durfte, dass meine Knoblauchvorräte alle nur noch zum Wegwerfen taugten und ich deshalb notfalltechnisch mit getrocknetem Knoblauch arbeiten musste, nicht meine bevorzugte Variante.
Wir besuchten den Onkel, erledigten ein-zwei Dinge für ihn, fuhren zu Lidl, weil ich Zutaten für ein bestimmtes Gericht haben wollte, das ich beim Kochbuchlesen entdeckt hatte, kauften dort alles mögliche nur nicht die gesuchten Zutaten, die gab es nämlich nicht, also fuhren wir noch in einen anderen Einkaufsladen, dort gab es endlich alles, was ich brauchte, fuhren nach Hause und ich kochte ein Gericht einigermaßen streng nach Kochbuch.
Ich liebe Kochbücher und ich könnte unentwegt welche kaufen, es fällt mir nur sehr schwer, mich beim Kochen an Rezeptvorgaben zu halten.
Es geht ja schon damit los, dass ich Mengenangaben stets nur als Empfehlungswerte verstehe, ungern Dinge abwiege und viel lieber frei Schnauze improvisiere.
So kann es passieren, dass ich ein Rezept für Szegediner Gulasch nachkochen möchte und am Ende gibt es dann Gemüsesuppe oder Backofengemüse - irgendwann beim Kochen biege ich in eine andere Richtung ab und habe dann viel mehr Lust auf etwas selbst Erdachtes.
Diesmal habe ich mich einigermaßen dran gehalten und es war okay, hörte sich beim Lesen aber deutlich schmackhafter an, ich muss da wahrscheinlich noch etwas nacharbeiten an dem Rezept, wenn ich (so etwas ähnliches) noch mal machen möchte.
Außerdem habe ich den Fahrradschuppen ausgeräumt und ausgefegt, es ist unglaublich, welch eine Menge Sand sich da nach wenigen Wochen schon wieder angesammelt hat.
Ein Manko eines Lebens ohne (fremde) Büroarbeit: Man hat keinen Feierabend mehr.
Irgendwas ist ja immer
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*fällt so eine Bemerkung schon unter body shaming und ist pfui?
Das Thema ist also nicht plötzlich neu und es gibt auch keine neuen Erkenntnisse, sondern nur ein 70jähriger Ex-Professor, der sich noch mal profilieren will und deshalb meint, nur weil er mal Soziologieprofessor war, sind seine Boomererkenntnisse automatisch wissenschaftlich.
Das mag auch durchaus so sein, ich bin kein Wissenschaftler und hatte auch nie vor, einer sein zu wollen, was der gute Herr Bude da allerdings so von sich gibt, hört sich in meinen Ohren viel mehr nach einer subjektiven Darstellung aus der Akademikerperspektive eines Soziologen an als nach der Auswertung empirisch korrekt erfasster Daten.
Was er so erzählt, wer und was die Boomer geprägt hat, unterscheidet sich deutlich von meiner persönlichen Einschätzung. Meiner Meinung nach hat mich von all dem, was er da so als prägende Einflüsse anführt, nur sehr wenig geprägt. Herr Bude zählt eine Reihe historische Ereignisse aus den 70er und 80er Jahren auf, die nach seiner These das typische Wesen der Boomer entscheidend beeinflusst haben, an denen ich aber entweder nicht teilgenommen habe, weil ich noch zu jung war oder die mich nicht interessierten, weil sie zu weit weg waren, wir auf dem Land lebten und auch meine Eltern diese Themen nicht so beschäftigten, dass ich auch nur in Ansätzen das Gefühl hätte haben können, da wäre irgendetwas dabei, was mich und meine Zukunft betrifft oder betreffen könnte.
Vor drei Wochen war er im Vorabendprogramm des NDR bei DAS! und hier im TAZ-Talk
Bei der FAZ war er natürlich auch und bei Uni-Vorträgen wurde ebenfalls mitgeschnitten, das Kerlchen ist rührig und seine Thesen werden überall geteilt.
Grundsätzlich beginnen die (wissenschaftlichen) Probleme ja schon damit, dass es unterschiedliche Zeitabschnitte gibt, die als "Boomer-Generation" gelten. Wahlweise von 1958-1968, aber auch von 1954-1964, im Zweifel kann also jeder zwischen 1954-1968 geborene Mensch als Boomer bezeichnet werden.
Dass ich persönlich dazu gehöre, steht außer Frage, 62er Jahrgänge sind in jeder Definition dabei.
Herr Bude (Jahrgang 1954) hält sich selber auch für einen Boomer und das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb ich mit seiner persönlichen Wahrnehmungs- und Erinnerungsperspektive so wenig anfangen kann. Für mich hört sich vieles vielmehr an wie die Erinnerungen eines späten 68ers, denn die Wahl von Willi Brandt zum Bundeskanzler, die er als prägendes Ereignis für die Boomerjahrgänge erwähnt, geschah 1969, und sorry, aber mit 7 habe ich die radikalen politischen Umwürfe in unserem Land noch nicht als wirklich prägend empfunden.
Auch die autofreien Sonntage und die Anti-AKW-Bewegung sowie die RAF samt Deutschem Herbst im Jahr 1977 - alles Geschehnisse aus den 70ern, die ich zwar wahrgenommen, aber genauso schulterzuckend akzeptiert habe, wie das Problem Aids ab Mitte bis Ende der 80er.
Meine Güte, ich war ein Teenager mitten in der Pubertät, ich hatte wichtigere Themen als die Weltpolitik oder die möglichen Gefahren durch Atomkraft- oder -bombe.
Ich war damit beschäftigt, wie ich an das nötige Kleingeld für eine echte Wrangler oder Levy's komme, um den untragbaren Jinglerjeans zu entgehen, deren Peinlichkeit mein Leben viel mehr bedrohte als alles andere. Bedroht gefühlt habe ich mich von keinem dieser "Politik"-Themen, und dass von Aids auch langweilige Durchschnittsmenschen betroffen sein könnten, wurde frühestens ab den 90ern thematisiert, da war ich aber längst Mutter und führte, auch sexuell, ein geregeltes Familienleben. Dass ich vor Corona also schon mal eine Pandemie erlebt hätte, die mich zu einer Verhaltensveränderung gezwungen hätte, kann ich für mich nicht bestätigen, wird von Herrn Bude aber als prägendes Ereignis genannt.
Ich habe übrigens auch den Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986, als ich erwachsen genug war, um zu begreifen, was da passiert war, mehr oder minder fatalistisch hingenommen, denn wenn da wirklich was nach Deutschland rüberweht, tja nu, dann ist das eben so, davon sind dann aber alle betroffen und ich sah keinen Mehrwert darin, mich selber damit mehr als nur als reine Kenntnisnahme zu diesem Thema zu beschäftigen. Es wird sich schon jemand an geeigneter Stelle darum kümmern. Genau diese Einstellung teilten übrigens alle meine Freunde in meiner näheren und weiteren Umgebung. Eine Kommilitonin gab es, die drehte total durch und wollte nach Italien auswandern und so Zeug, die benahm sich aber grundsätzlich wie ein aufgescheuchtes Huhn, die konnte man bei nix ernst nehmen, sondern grundsätzlich nur belächeln.
In Erinnerungen geblieben ist mir vor allem, dass genau zu der Zeit die Leipziger Tante (als Rentnerin mit Reiseerlaubnis) meines damaligen Freundes bei ihrer jüngeren Schwester zu Besuch im Westen war und sich höchst erstaunt darüber zeigte, dass bei uns im Westen grade kaum Gemüse in den Läden verkauft wurde. Sie sagte, in Leipzig gäbe es grade mehr als je zuvor, vor allem Pilze, die sonst immer so schlecht zu kriegen gewesen seien.
Nun sind meine Interpretationen der Auswirkungen der historischen Rahmenbedingungen und Geschehnisse auf meine eigene Persönlichkeit genauso individuell wie die von Herrn Professor Bude, ich versuche nur gar nicht erst den Eindruck zu erwecken, dass meine Einschätzungen in irgendeinem Kontext zu wissenschaftlichen Nachweisen stehen könnten.
Was mich an den Ausführungen von Herrn Bude außerdem noch stört, ist die Intellektualisierungsvermutung, die er der gesamten Boomergeneration zukommen lässt. Die Boomer-Generation aus der DDR erlebte den Mauerfall quasi zum Abitur - sagt Herr Bude (im NDR) und ich wundere mich nicht nur darüber, dass gleich eine gesamte Generation Abitur gemacht hat, sondern auch in welchem Alter.
Dass es auch Boomer mit einem Schulabschluss nach der 9. oder 10. Klasse gibt und dass die eventuell eine komplett andere Grundeinstellung zum Leben haben könnten als die studierten Akademiker, dazu fehlt mir in seinen Ausführungen jede Anmerkung.
Insgesamt finde ich es sowieso ziemlichen Unsinn, Menschen in irgendeiner Form nach Jahrgangs-Kohorten zusammengefasst charakterisieren oder beschreiben zu wollen, das einzige, was die Boomer-Generation eindeutig von der Gen Z unterscheidet ist die Tatsache, dass sie alle älter sind und DAS wiederum ist ein wichtiger Unterschied, denn 60jährige benehmen sich im Durchschnitt auch empirisch nachweisbar anders als 20jährige.
Der (auch heute noch aktive) Soziologieprofessor Martin Schröder hat das schon 2018 wissenschaftlich korrekt nachgewiesen, aber vielleicht war der gute Herr Bude da schon aus dem Dienst ausgeschieden und widmet sich seitdem lieber populär-wissenschaftlichen Privatforschungen
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Wenn der Haushalt für 14 Tage verlagert wird, bietet es sich an, die Kühlschrankinhalte mal wieder zu konsolidieren, d.h. zunächst wird der Kühlschrank komplett ausgeräumt, alle Teile mit Mindesthaltbarkeitsdatum aus 2023 wandern in den Mülleimer, der Rest wird sortiert und eingepackt, diesmal waren es zwei volle Kühltaschen und eine weitere Tasche mit Obst und Gemüse. Nach Ankunft auf Borkum sind wir aber natürlich als erstes einkaufen gefahren, schließlich liegt Lidl auf dem Weg zwischen Hafen und Zuhause und ich wusste, dass wir kein Brot mehr haben. Und Eis brauchten wir auch, das lässt sich schließlich nicht unaufgetaut über fünf Stunden transportieren, naja und dann halt dies und das, was sich so ergibt, wenn man durch einen Laden geht und hungrig ist.
Jetzt haben wir einen randvollen Kühlschrank und so etwas fühlt sich für mich immer sehr gut an. Keine Ahnung weshalb ich diese Dauersorge habe, es könnten Dinge im Kühlschrank fehlen und dann müssen wir
Nachdem alles ausgepackt und verräumt war, heizten wir den Ofen an, öffneten eine Flasche Rotwein und stießen auf CWs Geburtstag an, der wäre heute nämlich 76 geworden und irgendwie ist das alles gar nicht vorstellbar, dass er nun schon fast 10 Jahre nicht mehr da ist und gleichzeitig ist es auch so schade, dass ich ihm nicht mehr zeigen kann, wie schön dieses Haus hier geworden ist, ich bin sehr sicher, er wäre sehr neidisch
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