Ich habe weder schlechte noch gute Laune, ich habe auch keine scheißegal-Laune. Ich weiß gar nicht, was für eine Laune ich habe, ich habe kein Wort dafür.
Einerseits habe ich den dringenden Wunsch, mich auszuruhen, weil ich ja schließlich eine volle Fünf-Tage-Arbeitswoche hinter mir habe und das Gefühl, dass mir Ausruhen zusteht, gleichzeitig bin ich aber auch davon genervt, dass ich dann privat gar nichts mehr von dem erledigt bekomme, was nun mal getan getan werden muss, was aber gefühlt nicht unter Ausruhen oder Entspannung fällt.
Einkaufen fällt bei mir unter Entspannung, das habe ich gestern und auch heute ausführlich getan, jetzt sind die Kühlschränke so voll, dass ich erst neue Kühlschränke kaufen müsste, wenn ich weiter einkaufen wollte. Oder mal was von dem Kram wegverbrauchen, den ich die letzten zwei Tage erfolgreich erjagt habe.
Kochen fällt aber inzwischen nicht mehr unter Entpannung, weil mich die Küche hier in Greven nervt.
Es ist erstaunlich, in welchem Tempo man sich an Luxus gewöhnen kann, aber seitdem ich auf Borkum die neue Küche habe, geht mir die Küche in Greven schrecklich auf den Wecker. Vorher war es umgekehrt.
Gleichzeitig habe ich aber auch keine Lust, die Küche in Greven praktischer, komfortabler oder sonst wie besser zu machen - das lohnt sich nicht mehr, weil ich erstens weiß, dass ich nur noch eine überschaubare Menge an Zeit hier wohnen werde und weil ich zweitens längst mit einem Auge ständig auf die künftige Küche in Rheda schiele - und die ist schon von der Grundfläche mehr als doppelt so groß wie die in Greven, ich werde in Bezug auf meine Erwartungen also die Grevenküche sowieso nie mehr gut finden, selbst wenn ich sie jetzt noch mal in einem Kraftakt komplett neu organsieren und einräumen würde.
Ich habe also immer noch Spaß am Einkaufen, aber keinen mehr am Kochen, was in der Kombination ein schräges Ergebnis gibt.
Das gleiche gilt für jede andere Tätigkeit, die ich (früher) grundsätzlich entspannend fand, aber bei allem, was mir einfällt, gibt es äußere Dinge, die mich stören oder es fehlt irgendwo was, was sich nicht lohnt oder zu mühsam ist, es zu besorgen.
Klavierspielen ist blöd, weil der Flügel dringend gestimmt werden müsste. Dafür müsste ich mich kümmern.
Basteln ist blöd, weil ich vorher dringend mal aufräumen müsste, im aktuellen Zustand ist das Bastelzimmer nur schlecht zu gebrauchen.
Lesen ist schwierig, weil ich ständig von einer inneren Unruhe geplagt bin, die die Konzentration auf ein gutes Buch stört. Die innere Unruhe entsteht, weil so viele Dinge angefangen sind, aber noch nicht fertig und weil so viele angefangene Dinge noch keine plan- und belastbare Zukunftsentwicklung haben.
Gleichzeitig weiß ich aber, dass ich noch viel mehr Dinge zusätzlich anfangen muss, um sie wenigstens anzuschieben, damit sie am Ende einigermaßen zeitgleich und passend gemeinsam fertig werden. Mit solchen Kreiselgedanken im Kopf ist es schwer, sich auf ein Buch zu konzentrieren.
K hat heute einen großen Stapel mit DVDs sortiert. Wir besitzen ja kein bezahltes Abo für irgendeinen Streamingdienst, weil ich festgestellt habe, dass es viel preiswerter ist, alle Filme, die ich/wir gerne mal schauen möchten, als DVD auf dem Flohmarkt oder bei ebay zu kaufen - und dann hier zuhause in einem großen Stapel zu lagern.
Natürlich gucken wir auch die DVD-Filme nicht an (genausowenig wie wir Streamingdienste nutzen würden, wenn wir welche abonniert hätten), aber eine lagernde DVD verursacht immerhin keine monatlichen Abokosten, per Saldo also eindeutig preiswerter.
Heute hat K also einen großen Stapel dieser DVDs durchsortiert, wir stellten fest, dass zwei Filme dabei sind, die wir inzwischen tatsächlich angeschaut haben, den einen nur halb, weil er mir auf der Hälfte zu blöd wurde (The Wolf of Wall Street) und den anderen, weil wir beide wussten, dass wir ihn kannten, aber uns nicht mehr erinnern konnten, wann wir ihn gesehen haben (Das Schmuckstück). Einen dritten Film haben wir doppelt, davon nehme ich jetzt eine DVD mit nach Borkum, dann können wir die da auch nicht gucken.
Übrig blieben über 20 Filme, die wir beide ganz gut fanden und meinten, die müssten wir eigentlich mal gucken - vielleicht passiert das jetzt ja eher, wo der Stapel frisch sortiert und entstaubt viel einladender aussieht.
Ansonsten habe ich mich am Nachmittag vor den Rechner gesetzt und mir einen Überblick über die fertigen und die noch zu erledigenden Steuererklärungen verschafft. Eigentlich sieht es gar nicht so schlecht aus, ich müsste nur mal wieder einen echten Energieschub haben
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Noch genau vier Wochen Arbeit bis zu den Ferien, und dann noch mal genau vier Wochen nach den Ferien, insgesamt also nur noch acht Wochen à 5 Tage, das ist sozusagen gar nicht mehr der Rede wert.
Acht Wochen Büroarbeit bedeutet auch nur noch acht Montage im Büro, ich finde, das klingt alles sehr positiv und machbar.
So hangele ich mich also countdownmäßig von Tag zu Tag, mit dieser neue Rechnung bin ich jetzt wieder sehr zuversichtlich, dass ich bis zum Schluss durchhalte.
Freitage sind dabei besonders angenehme Tage, zumindest die, an denen keine Präsenztermine anstehen, dann mache ich nämlich Home-Offive und das auch nur für einen halben Tag, das reicht mir meist als Zeit, um meine E-Mails aufzuräumen und den liegengebliebenen Kleinkram zu erledigen.
Am Nachmittag sind wir wieder nach Telgte einkaufen gefahren, diese Runde von Penny über Aldi zu Lidl finde ich ganz hervorragend, irgendwelche spannenden Sonderangebote entdeckt man dabei fast immer, heute war es der Senseo-Kaffe bei Penny und das war perfekt im Timing, die Vorräte waren nämlich gewaltig zusammengeschrumpft, ich hatte schon begonnen, mir Sorgen zu machen. Jetzt haben wir wieder 12 neue Pakete im Keller, mehr war leider im ganzen Laden nicht zu finden.
Der Küchenbauer hat die final überarbeiteten Visualisierungen geschickt, die ich an den Architekten zur Info weitergeleitet habe und der war total begeistert. Bisher hatte es bei ihm immer nur für ein westfälisch enthusiastisches "gar nicht so schlecht" als höchstes Lob gereicht, zu der Küchenplanung hat er aber wortwörtlich gesagt, die wäre "phantastisch" und jetzt fühle ich ungemein geschmeichelt, denn der Küchenbauer hat ja nur das visuell umgesetzt, was ich als Vorgabe immer wieder korrigiert und präzisiert habe
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Mir ist völlig klar, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, sich einen Job mit dreistelligen Stundenlöhnen zu suchen.
Mir geht es aber nicht um die absoluten Stundenlöhne, sondern um die relativen. Es gibt unendlich viele Menschen, die könnten durchaus mehr Geld verdienen als sie aktuell beziehen, die haben aber die Weichen in der Vergangenheit oft falsch gestellt. Und ja, man kann auch ohne eine formale Ausbildung und ohne Titel viel Geld verdienen, die Wahrscheinlichkeiten, dass das gelingt, sind aber deutlich schlechter.
Ich habe eine denkbare schlechte Meinung von Schule und Ausbildung in jeder Form - aber trotzdem halte ich es für den sichersten Weg in die persönliche, unabhängige Zukunft, wenn man versucht, den höchsten Abschluss zu erlangen, der einem mit den eigenen Fähigkeiten möglich ist.
Wenn ich zB Abitur gemacht habe, anschließend studiere und dann sage, mir reicht ein Bachelor, weil ich keinen Bock mehr habe, weiter zu studieren, weil mir die unendliche Lernerei auf den Senkel geht, weil ich endlich fertig sein will, weil ich endlich mehr Geld als nur diesen jämmerlichen Studentenunterhalt bekommen will, weil ich während des Studiums festgestellt habe, dass ich die Jobrichtung sowieso blöd finde - es gibt viele Gründe, warum junge Leute sich entscheiden, eine Ausbildung nur halb fertig zu machen, um am Ende mit einer Ausbildung ins Jobleben treten, die unterhalb ihrer intellektuellen Fähigkeiten liegt, für sie aber grade die bequemere Alternative war.
Diese Entscheidung meine ich - und an dieser Stelle habe ich mich dafür entschieden trotz aller äußeren Lästigkeiten die Ausbildung soweit durchzuziehen, bis ich einen Abschluss hatte, der mir später nur allein aufgrund der formalen Papierlage einen Stundenlohn garantiert, der eben deutlich höher ist als der eines Buchhalters - auch wenn ich de facto die gleiche Arbeit mache.
Besonders deutlich wird das zB auch bei Js Studium. Ein fertiger Apotheker, der bis zum dritten Staatsexamen durchgehalten hat, verdient anschließend für exakt die gleiche Arbeit, die auch ein PTA ohne Studium in einer Apotheke erledigt, nur aufgrund seines Titels ungefähr das Doppelte.
So ähnlich ist es auch bei Juristen. Juristen sind ja bekanntlich Universalgenies, die man für fast jeden Job einsetzen kann, aber ein Jurist mit zweiten Staatsexamen (also ein "Volljurist") verdient für die gleiche Arbeit wie zB ein "Wirtschaftsjurist" oder ein "Assessor (ein Jurist, der sich das zweite Staatsexamen gespart hat) nur deshalb deutlich mehr, weil er den qualifizierteren Abschluss hat.
J hat schon während seines Studiums erkannt, dass Apotheker ganz sicher nichts ist, was er später machen will, aber deshalb das Studium ohne praktischen Teil und ohne das finale Staatsexamen auf halbem Weg aufzugeben, um sich erstmal zu orientieren, was er im Leben denn wohl wirklich will, das ist ihm zum Glück nicht eingefallen und darüber bin ich auch sehr froh. Wenn er sein 3. Staatsexamen erledigt hat (Daumen drücken, nächsten Monat), kann er sich anschließend immer noch in Ruhe überlegen, was er im Leben vielleicht wirklich machen will, aber diese Überlegung kann er ohne jede Abhängigkeit von fremden finanziellen Mitteln entspannt alleine und unabhängig treffen, denn durch sein final abgeschlossenes Studium hat er die Möglichkeit, sich seine weitere "Orientierungsphase" ganz locker mit einem Halbtagsjob als Apotheker alleine zu finanzieren.
Hätte er schon vor zwei Jahren gesagt, dass er längst weiß, dass er niemals auf Dauer sein Leben als Apotheker fristen will (was er vor zwei Jahren auch schon wusste) und dass er deshalb nicht noch weitere zwei Jahre seines Leben einer Ausbildung opfern will, die ihm nicht gefällt - hätte er sich so entschieden, hätte er sich eines großen optionalen Handlungsspielraums in der Zukunft beraubt.
Und genau das war es, was ich meinte, als ich sagte, dass ich mich stets dafür entschieden habe, den Job mit dem besten Stundenlohn machen zu wollen. Ich habe viel Geld damit verdient, dass ich andererleuts Buchführung gemacht habe - etwas, was jeder Buchhalter auch kann (und macht) - nur arbeitet der zu schlechteren Stundensätzen.
Um nun aber an die guten Stundensätze dranzukommen, muss man sich durch eine langweilige und wenig spaßige Lern- und Prüfungszeit durchbeißen. Erst danach hat man Zugang zu den größeren Zahlen.
Dass ich heute so reich bin, dass ich mir um irgendwelche finanziellen Dinge schlicht keinen Kopf mehr machen muss, liegt genau daran, dass ich einen Teil meiner "Jugend" relativ konsequent und streberhaft in Ausbildung gesteckt habe, statt in Party und Urlaub und dem Hinterlaufen von nebulösen Selbstfindungsideen.
Ich hatte neulich 42jähriges Abiturtreffen und habe dort einige ehemalige Klassenkameraden getroffen, die mit Anfang und Mitte 20 sicherlich das wildere und buntere und lustigere Leben hatten als ich, dafür habe ich heute das entspanntere und freiere Leben mit fast unbegrenzten Möglichkeiten (finanziell), ich fand halt die Reihenfolge erst säen und dann ernten sinnvoller als umgekehrt
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Am Abend wurde unter anderem darüber gesprochen, weshalb man arbeitet und was man von seiner Arbeit erwartet.
Ich kann für mich feststellen, dass ich grundsätzlich und immer nur deshalb gearbeitet habe, weil ich damit Geld verdienen konnte und wollte. Geld ist essenziell, wenn man auf persönliche Unabhängigkeit und Freiheit steht. Dass mir meine Arbeit Spaß machen soll, habe ich als Idee schnell wieder fallen lassen, Arbeit die Spaß macht war mir stets zu schlecht bezahlt.
Ich musste nur in der Lage sein, die allgemeinen Arbeitsanforderungen intellektuell und körperlich erfüllen zu können. Entscheidend war für mich in erster Linie immer nur der Stundenlohn. Mit Anfang 20 hatte ich mal die Idee, dass ich mich doch auch von reichen Männern für meine Unterhaltung bezahlen lassen könne, ich hatte eine Freundin, die damit extrem viel Geld mit extrem wenig Arbeitszeit verdiente.
Also habe ich das auch ausprobiert und bin mit einem Mann, der sich interessiert daran zeigte, bei mir die Sugardaddy-Rolle zu übernehmen, zunächst mal nur in ein Restaurant gegangen, um dort gemeinsam etwas zu essen. Während des Essens wurde mir klar, welche Erwartungen ich in diesem Job erfüllen musste, begriff, dass ich nicht in der Lage bin, die Arbeitsanforderungen ohne größere Gemütsschäden zu erledigen und bin in der Restauranttoilette kurzerhand aus dem Fenster geklettert, um aus diesem für mich untauglichen Job im wahrsten Sinne des Wortes sofort wieder auszusteigen.
Andere Erwartungen hatte ich aber nie an meinen Job, wäre Fensterputzen besser bezahlt gewesen als Steuerberatung, wäre ich Fensterputzer geworden.
Heute bin ich alt genug, um rückwärts zu schauen und mir zu überlegen, was gut und was schlecht entschieden war. Fazit: Ich bin sehr zufrieden, dass ich das durchgezogen habe und nicht die Hälfte meiner Lebenszeit damit verplempert habe, nach dem Sinn des Lebens zu suchen, während ich mich parallel finanziell einschränken muss.
Aber natürlich ist das nur meine Meinung, andere Leute sehen das komplett anders
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Es hatte sich durch Zufall ergeben, dass C und J am Dienstag einen gemeinsamen Termin in Bielefeld haben, zu dem J extra aus Hamburg anreist und K und ich auch deshalb nach Bielefeld fahren.
Am Dienstag hat aber auch die Mutter Geburtstag und wenn wir dann schon mal alle in Bielefeld sind, kann man da doch sicherlich was verbinden. Ich besprach das also mit der Schwester, die das auch eine gute Idee fand und vorschlug, wir könnten doch nach dem Termin alle gemeinsam Essen gehen.
So weit die grobe Vorkonstruktion.
Es stellte sich aber heraus, dass so eine schlichte Idee mit einer fast unüberwindlich großen Menge an zu berücksichtigenden Einzelinteressen verknüpft werden muss und dass es ausgeschlossen ist, dass jedes Einzelinteresse berücksichtigt werden kann.
Das Restaurant muss vegetarisches Essen anbieten, da C Vegetarierin ist.
Ich bin maximal mäkelig, was auswärts essen angeht und habe eine große Abneigung gegen Schickimicki Restaurants, die überteuertes Essen in schlechter Qualität verkaufen, erfahrungsgemäß ist Vegetarieressen aktuell so sehr im Trend, dass es schon deswegen Aufpreis kostet. Außerdem habe ich eine Stadtabneigung, d.h. ich hätte am liebsten ein Restaurant außerhalb der Innenstadt.
K hat am Mittwoch sehr früh einen wichtigen Termin und möchte deshalb nicht so spät nach Hause kommen. Optimal wäre es, wenn wir nach dem Essen nicht mehr ganz so weit fahren müssten.
Der Freund der Schwester muss ebenfalls am nächsten Tag sehr früh aufstehen und möchte deshalb ebenfalls möglichst früh wieder zu Hause sein. Leider muss er in die entgegengesetzte Richtung fahren, hier gibt es also einen offensichtlichen Logistikkonflikt.
Außerdem muss noch gelöst werden, wer die Mutter wieder nach Hause bringt, denn das braucht ja auch noch mal extra Zeit.
Keiner weiß, wie lange der Termin, den wir vorher haben, dauert, vorsichtshalber sollte man deshalb einen Tisch nicht vor 19h reservieren, es kann auch sein, dass wir erst gegen 19.30h eintreffen.
Die Schwester möchte die Mutter aber nicht erst so spät am Abend abholen, weil die ja schon den ganzen Tag wartet.
Auch hier also eine Interessenskollision, die zu lösen ist.
Es ist kompliziert und es wird noch komplizierter als J erklärt, dass er am Abend noch zurück nach Hamburg muss und dort nicht erst um Mitternacht ankommen will. Damit fällt er als Teilnehmer am Geburtstagsessen aus, denn wenn er vor Mitternacht in Hamburg sein will, muss er spätestens um 20h im Zug sitzen.
Gleichzeitig kommt K mit der Information, dass ein Mieter seine Wohnung in Rheda gekündigt hätte, die J ab August/September beziehen könne, wenn er wolle und dass J diese Wohnung am Dienstagabend besichtigen könne. J hat nämlich seine Hamburg Wohnung zum 31.8. gekündigt und sollte sich mal irgendwann damit beschäftigen, wie sein Leben danach weitergeht, sonst ist er obdachlos.
Wir canceln also alle Überlegungen, dass wir irgendwo in Bielefeld essen gehen und beschließen, uns in Rheda ein Restaurant zu suchen, damit wird die Rückfahrt für K und mich kürzer, für die Schwester und ihren Freund länger, gleichzeitig hat sich aber auch C bereit erklärt, die Mutter anschließend nach Hause zu bringen und J wird wahrscheinlich dann doch erst nach Mitternacht in Hamburg sein - Jetzt muss sich die Schwester nur noch überlegen, wann sie die Mutter abholt, aber auch hier wird sich eine Lösung finden lassen.
Alles in allem war es eine sehr komplizierte Planung mit viel Hin und Her und diversen Missverständnissen, die Schwester litt darunter, dass sich nicht alle Wünsche von jedem erfüllen ließen, ich war genervt, weil ständig neue Informationen hintereinander reinkamen und jedesmal alles neu überlegt und abgewogen werden musste und J war sauer, weil es keinen Zug für sein Deutschlandticket gibt, der ihn in 90 Minuten von Rheda nach Hamburg bringt.
Das Leben kann nicht nur kompliziert, sondern auch gewaltig ungerecht sein.
Nachdem wir den Vormittag also mit der Lösung derart komplexer Logistikthemen verbracht hatten, haben wir uns am Nachmittag mit dem Hochladen einer eBay-Verkaufs-Auktion für das Fahrrad beschäftigt.
Ich würde mal sagen, das war mindestens so komplziert, die Zeiten, als man bei ebay einfach per Klick, Fotohochladen, Text dazu, fertig, verkaufen machen konnte, sind wohl auch gründlich vorbei.
Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, Stand eben hat die Anzeige aber nur genau 5 Aufrufe, drei davon sind von uns selber. Naja, warten wir's mal ab
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Heute habe ich noch das Protokoll der vorletzten Aufsichtsratssitzung überarbeitet. Die erste Version erstellt grundsätzlich der tiefbegabte Assistent der Geschäftsführung, die wird dann vom Chef erster Ordnung in eine brauchbare Version umgeschrieben, d.h. es bleiben noch ca. 10% vom ursprünglichen Inhalt unverändert stehen, in aller Regel ist das die Protokollierung der Anwesenheit und die Genehmigung des letzten Protokolls. Sobald es inhaltlich wird, sind die Texte des Assistenten komplett unbrauchbar, das ist seit fast 20 Jahren bei jedem Protokoll so, aber der Chef erster Ordnung ist ein sehr langmütiger Mensch.
Gestern Abend bekam ich also vom Chef erster Ordnung das von ihm
Ein Chef aus vergangener Zeit sagte mal, dass in einem guten Protokoll all das so drin steht, wie man es gerne gesagt hätte.
Am Nachmittag fuhren wir dann zu Emsa. Der reguläre/normale Werksverkauf ist ja täglich geöffnet, ohne einen extra Sonderverkauf ist es auch nicht so irre voll, dafür gibt es deutlich weniger extreme Sonderangebote.
Wir sind demnächst auf einen 50. Geburtstag eingeladen und es gibt einen Pfannenwunsch, da liegt es nahe, sich als erstes bei Emsa umzusehen, die haben schließlich auch die wirklich guten Pfannen von Tefal/Jamie Oliver und genau die waren dort heute auch tatsächlich zu einem ganz besonders günstigen Preis im Angebot. Wir freuten uns sehr und weil die Pfannen so günstig waren, haben wir sogar noch eine extra dazu erworben und liegen immer noch weit unterm Budget, nach offiziellen Amazon-Preisen machen wir jetzt allerdings ein sehr edles Geschenk.
In der Post war heute der Bescheid über die Bewiiligung von Fluthilfemitteln. Die Immobilie in Velbert ist ja 2021 abgesoffen und auch wenn Velbert nicht im Ahrtal liegt, so war es ursächlich doch das gleiche Unwetter und ein gebrochener Damm, was die Überschwemmung verursacht hat, man konnte also Fluthilfe beantragen, was wir 2022 auch taten, jetzt ist endlich der Bescheid da. Die sind richtig schnell, die Beamten da in Düsseldorf
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Genervt bin ich auch von Menschen, die Sachen nicht auf die Reihe kriegen, sich aber maximal viel Mühe geben, dass ich das nicht erfahre. So Verschwörungsbitten wie "Wenn es Probleme gibt, dann sagen Sie bitte nichts zu Frau A, sondern wenden sich direkt an mich." kann ich nur dann akzeptieren, wenn die Leute entstehende Problem auch regelmäßig und zuverlässig selber lösen.
Aber jemand anderen mit den Problemen sitzen zu lassen, der sich dann nicht traut, mich anzusprechen, weil er ja versprochen hat, genau das nicht zu tun, so etwas kann ich ganz enorm gut leiden. Auch nicht.
Ich vertrete ja die feste Überzeugung, dass jeder selber schuld ist, wenn er angelogen wird, denn wenn jemand lügt, tut er das ja, weil er sich davon einen Vorteil erhofft und in den allermeisten Fällen besteht der erhoffte Vorteil darin, dass man versucht Ärger zu vermeiden.
Wenn man jetzt also jemand ist, der schnell Ärger macht, wenn Dinge nicht so laufen, wie man das selber will, dann muss man sich nicht wundern, wenn man viel angelogen wird.
Ich habe das mit dem Lügen schon früh und sehr gründlich gelernt, denn wenn ich meinem Vater Dinge erzählte, die mir gut gefielen, die ich gemacht hatte oder gerne machen wollte, dann konnte ich zu 100% sicher sein, dass er dazu eine komplett andere Meinung hatte und mir entweder alles verbot, was ich vorhatte (wenn ich vorher danach fragte) oder mir im Nachhinein einen Riesenärger machte, wenn er erfuhr, was ich getan hatte (zB nachts auf eine Party gehen.)
Zum Glück habe ich schon immer schnell gelernt und deshalb sehr früh begriffen, dass es das Klügste ist, den Vater systematisch und nachhaltig anzulügen.
Grundsätzlich war das auch nicht sehr kompliziert, weil mein Vater auch immer schon davon überzeugt war, dass seine Meinung (egal zu welchem Sachverhalt) die einzig wahre ist und er sich deshalb sowieso nur schwer vorstellen konnte, dass es Menschen gab, die seine Meinung nicht teilten. Da er gleichzeitig auch der festen Meinung war, dass sich alle Menschen an seine Moral und seine Ehrvorstellungen halten mussten, kam er gar nicht auf die Idee, dass es Menschen gab, denen seine Ideale schnurzepiep waren.
Da man aber ebenfalls gleichzeitig mit ihm darüber auch nicht diskutieren konnte, war es halt das allereinfachste, ihm immer genau das zu sagen, was er hören wollte - ohne sich auch nur in Ansätzen daran zu halten.
Ich habe also früh gelernt, dass manche Menschen belogen werden müssen, andere wiederum wollen belogen werden, weil sie die Wahrheit nervös machen würde. Meine Mutter zB konnte nicht schlafen, wenn sie wusste, dass ich spät nachts alleine unterwegs war, also erfand ich immer eine große Truppe an Freunden zur Begleitung, so konnte sie beruhigt schlafen und ich hatte meine Ruhe.
Menschen, die die Realität so akzeptieren, wie sie in ihrer gesamten Brutalität nun mal sein kann (die zB akzeptieren, dass Fehler passieren können und sich dann nicht mit Bestrafung des Schuldigen, sondern mit Schadensminimierung beschäftigen) und Menschen, die keinerlei missionarische Neigung haben, solche Menschen muss man nicht belügen, um Ärger zu vermeiden.
Solche Menschen werden aber immer dann belogen, wenn jemand selber gerne für etwas bewundert oder anerkannt werden möchte, was er in echt leider nicht ist, aber sehr gern wäre. Dem bleibt ja nur übrig, ein Bild von sich selber zu fälchen und die Fälschung dann maximal gut vor Entdeckung zu schützen. Sehr viele Menschen belügen genau deshalb auch sich selber.
Wenn ich nun mitbekomme, dass jemand sagt, er will nicht, dass ich bestimmte Dinge erfahre - dann liegt das fast immer daran, dass ich dazu neige, die Realität als das, was sie ist, offen auszusprechen und nicht bereit bin, ein albernes Schauspiel mitzumachen, bei dem sich jemand zu einer Größe und Kompetenz aufplustert, die er in echt eben nicht besitzt.
Und um hier den Kreis zu schließen: Ja natürlich bin ich selber schuld, wenn ich von solchen Menschen belogen werde, denn eben weil ich nicht bereit bin, so eine alberne Hochstapelei mitzuspielen, gerade deshalb müssen sie mich belügen, denn sonst fliegt ja alles auf.
Für all diese Leute gilt aber: Wenn sie mich belügen, müssen sie besser sein als ich, damit ich ihren Pfusch auf gar keinen Fall bemerke. Denn wenn ich mitbekomme, dass jemand sich auch noch aktiv anstrengt, um seine Scheinwelt vor mir zu schützen - dann habe ich erst recht keinerlei Hemmungen mehr, genau diese Welt mit Schwung zu entlarven.
Hat halt jeder seine eigenen Moral und Ehrvorstellungen und zu meinen gehört es, dass die Realität grundsätzlich eine größere Existenzberechtigung hat als das Wunschdenken
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Der Flohmarkt war auch nur so mittelvoll mit Verkaufsständen ausgestattet, aber für eine schnelle Abwechslung vor dem Büro reichte es allemal.
Die Frau, wo ich immer Kochbücher für 50cent das Stück kaufe, war da und hatte auch frische Ware mit, ich habe jetzt für 4 Euro acht weitere Kochbücher erworben unter anderem "So kocht Frau Antje heute", das fand ich besonders lustig.
Außerdem habe ich noch für 3 Euro eine Merino-Cashmere Strickjacke in hellgraubeige Haferbreifarben gekauft (davon habe ich erst drei andere, von denen jede aber entweder mehr hell oder mehr grau oder mehr beige ist, so dass ich diese selbstverständlich auch noch brauchte), für 2x1 Euro Plätzchenausstechformen, d.h. es waren zwei gleiche Sets in denen jeweils vier verschiedene Ausstechformen in jeweils drei Größen drin waren, genau nach so etwas habe ich schon länger gesucht und jetzt habe ich gleich beide Haushalten damit ausgestattet, perfekt. Und schließlich habe ich noch für 1 Euro eine sehr hübsche, sehr geräumige blau-weiß-gestreifte Tasche gekauft, erstens konnte ich da meine Schätze sofort drin transportieren und zweitens muss ich ja leider immer alles kaufen, was blau-weiß-gestreift ist.
Insgesamt bin ich knapp anderthalb Stunden bei bestem Wetter auf dem Flohmarkt rumgelaufen, hatte viel Spaß und habe 10 € ausgegeben, anschließend fuhr ich mit dem Auto noch durch die Waschstraße, das machte auch Spaß, ging aber viel schneller vorbei und kostete 12 €. Per Saldo ist Flohmarkt also eindeutiger wirtschaftlicher.
Im Büro habe ich anschließend in gefühlter Akkordarbeit die Prüfberichte der Wirtschaftsprüfer über die Jahresabschlüsse diverser Tochtergesellschaften gelesen und gründlich korrigiert.
Das, was bei den Wirtschaftsprüfern da heutzutage so als Personal rumläuft, ist auch kein Deut besser als das, was man selber beschäftigt. Da ein Arbeitsgericht neulich offiziell feststellte, dass ein Arbeitgeber nur einen Anspruch auf die Leistung eines mindergutbegabten Arbeitnehmer hat, muss man sich nicht wundern, dass es in Deutschland in allen Bereichen bergab geht. Und wenn vergleichbare Koryphäen wie die, die jetzt bei uns kaum eine richtige Zahl aufs Papier bekommen (von Buchstaben ganz zu schweigen) seinerzeit bei Wirecard geprüft haben, dann ist das wahrscheinlich die realistische Erklärung auf die Frage, wie es passieren konnte, dass das bei Wirecard so lange keiner gemerkt hat.
Krönender Abschluss meiner heutigen Bürozeit war dann das Aufräumen meiner Kontakte. Ich habe mich systematisch alphabetisch durch alle gespeicherten Kontakte geklickt und alles gelöscht, was mir löschenswert erschien. Weit über 100 Banker sind meinem flinken Löschfinger zum Opfer gefallen, eine große Menge an Anwälten und sonstigen Beratern und mindestens 30 Kollegen aus dem Mutterhaus, die ich alle von meiner Seite aus in den nächsten 107 Tagen nicht mehr aktiv ansprechen möchte.
Es tat sehr gut, sich von all diesen Kontakten final durch Löschen zu verabschieden. Mein Leben ist schlagartig spürbar entrümpelt und leichter geworden
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Im Fernsehen lief Wahlwerbung für die Europawahl. Bei den allermeisten Parteien, die ich per Fernsehspot so mitbekomme, bin ich spontan fest überzeugt, dass die in direkter Konkurrenz zu der Satirepartei "Die Partei" antreten. So einen Blödsinn, wie viele da toternst vortragen, kann man doch wirklich nur als ausgebuffter Satiriker ernstnehmen.
Den Vogel abgeschossen hat die Partei für schulmedizinische Verjüngungsforschung. Das ist so skurril, was die vertreten und fordern, dass man schon fast geneigt ist, "Die Partei" im Vergleich dazu als seriöse Langeweilertruppe zu bezeichnen. Diese Verjüngungsfritzen fordern ernsthaft die ewige Unsterblichkeit für Menschen und ich frage mich, wer denen wohl ins Hirn geschissen hat. Wie um alles in der Welt kann man sich freiwillig die ewige Unsterblichkeit wünschen? In welchem Tempo ist die Welt dann übervölkert und vor allem, wie wird man Widerlinge denn dann los? In welchem Alter geht man dann in Rente oder wird Rente abgeschafft und jeder arbeitet bis er 2.798 Jahre alt ist oder sich ggfs. vorher schon aus Frust selber erschießt? Was ist mit Jugendfehlern? Bis zu welchem Alter kann man sich dann als jugendlich unerfahren rausreden? Was machen die Menschen dann bloß mit all ihrer Lebenszeit? Noch mehr am Handy rumdaddeln, hört das dann nie mehr auf?
Ich stelle mir ewiges Leben als derart gruselig vor, dass ich mich am liebsten sofort und auf der Stelle rein prophylaktisch selber aus dem Leben nehmen möchte, bloß keine Risiken eingehen.
Der Wahl-O-Mat bringt überraschende Ergebnisse. Tatsächlich habe ich offiziell die höchste Übereinstimmung mit der V-Partei, der Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer. Ich staune, denn wenn ich eines zutiefst ablehne, dann sind es Ideologien, egal welcher Art. Und Veganer und Ideologie sind offensichtliche Blutsgeschwister.
Ich starte den Wahl-O-Mat neu und gebe mir Mühe, nicht zu vegane Antworten zu geben. Diesmal ist das Ergebnis akzeptabler, meine Spitzenpartei ist offensichtlich Volt. Fängt auch mit V an, unterscheidet sich aber eindeutig von der V-Partei.
Ich habe keine Ahnung, wer oder was Volt ist und will, aber ich habe sie gewählt, weil sie offensichtlich die Wahl des kleinsten Übels sind
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Ich habe festgestellt, dass diese Rechenmethode sich noch mal deutlich positiver anfühlt als das stumpfe Rückwärtszählen der Kalendertage.
Ab heute sind es sechs Wochen ohne Urlaubstag bis zu den Sommerferien, dann habe ich sechs Wochen frei und dann sind es noch mal vier Wochen im Büro, bis zu meinem offiziell letzten Tag, insgesamt also 10 Wochen à 5 Tage, da der Tag heute ja schon absolviert ist, sind es sogar nur noch 49 Bürotage, die werde ich wohl ohne Ausfall überstehen.
Nach dem Büro sind wir heute nach Rheda gefahren, K hatte Wohnungsübergabe in einem Haus, wo nun auch der letzte Mieter ausgezogen ist, so dass das Haus jetzt abgebrochen werden kann, denn es hat mittlerweile so viele Schäden und Macken und Fehler, dass es sich einfach nicht mehr lohnt, ein Haus mit einer derart schlechten Substanz zu sanieren und immer weiter mehr schlecht als recht nur mühsam instandzuhalten.
Jetzt wo das Haus leersteht, fällt es besonders deutlich auf, wie runtergekommen die Substanz ist, und selbst die letzten Mieter, die über 20 Jahre dort gewohnt haben, stehen ein, dass an diesem Haus nichts mehr zu retten ist.
Trotzdem fühlt es sich seltsam an, durch so ein Haus zu gehen und sich vorzustellen, dass es demnächst nicht mehr da ist. Häuser haben einen seltsam unrealistischen Ewigkeitscharakter.
Danach fuhren wir noch einkaufen, in Rheda gibt es einen Hit-Markt und den wollte ich unbedingt mal kennenlernen, weil ich noch nie in einem Hit-Markt eingekauft habe, meine Neugier ist aber jetzt befriedigt und ich sehe keine Notwendigkeit, das Erlebnis regelmäßig zu wiederholen.
Anschließend gingen wir noch etwas essen, fuhren dann noch mal an unserem Baugrundstück vorbei, wo der Vermesser jetzt schon rote und gelbe Pflöcke in den Boden gerammt hat, um die Außenmaße abzustecken, freuten uns darüber, dass es jetzt bald richtig losgeht und fuhren dann zurück nach Greven, denn noch ist hier die Basislocation, denn noch stecken alle kommenden Veränderungen ja maximal in ihren Babyschuhen, selbst für Kinderschuhe ist es noch zu früh
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