anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 13. September 2026
Flecken im Teppich
Ich hatte heute eine lustige Konversation mit meinem Apothekersohn, der mir vor ein paar Wochen erklärt hatte, dass ich meine Aspirintabletten aus dem Jahr 2003 wegwerfen solle, weil sich da irgendwann irgendetwas zersetzt und man das Zeug deshalb besser nicht mehr essen solle, wenn es nach Essig riecht (taten meine), zumal sie eh die gewünschte Wirkung verloren hätten.

Als Ersatz hat er mir einen Stapel neue Aspirintabletten mitgebracht, die nur kurz vor dem Ablaufdatum stehen, die seien besser geeignet, sie die nächsten fünf Jahre rumliegen zu lassen, wenn die grundsätzliche Möglichkeit besteht, dass ich doch mal eine essen will.

Es ist so, dass es eine ganze Menge Dinge gibt, die ich aus grundsätzlichen Erwägungen wenn möglich immer im Haus habe, es könnte ja sein, dass man mal etwas davon braucht oder gerne benutzen möchte und dann ist es Teil der persönlichen Freiheit, sich selber ertüchtigt zu haben, diesem Drang sofort nachgeben zu können.

Lebensmittel haben dabei den Nachteil der begrenzten Lebensdauer, die nach meiner Definition allerdings nicht von einem aufgedruckten Datum definiert wird, sondern von ihrer tatsächlich sinnvollen Verwendbarkeit.
Wenn auf einem Yoghurt steht: MHD 13.01.2026 und es riecht und schmeckt immer noch komplett normal, dann ist das für mich kein Grund, es im September 2026 schon wegzuwerfen, das mache ich erst, wenn sich der Deckel verdächtig wölbt oder es sichtbar verschimmelt ist.

Oder wenn das aufgedruckte Datum so lange her ist, dass ich denke, vielleicht sollte man das wirklich nicht mehr essen. Wenn da 2018 draufsteht, z.B.

Neulich habe ich mal wieder die Vorratsdosen im Keller durchsortiert, das letzte Mal haben wir das 2020 im Rahmen der Coronavorratshaltungsvorbereitung getan und damals mit schwarzem Edding auf jede Dose das üblicherweise nur klein und versteckt aufgedruckte MHD geschrieben, so lässt sich eine Fifo-Lagerhaltung* viel leichter umsetzen. Im Jahr 2020 erschien uns 2018 noch als quasi taufrisch, diese Dosen blieben also alle im Vorratsbestand, aussortiert und entsorgt haben wir damals alles, was älter war als 2015.
*First in first out

Jetzt sind wir sechs Jahre weiter (unfassbar) und als ich neulich noch drei Dosen mit einem 2018er Datum entdeckte, dachte ich, dass es nun angemessen sei, sie zu entsorgen.
Zwar besitze ich dann keinerlei Vorräte mehr an Kokosmilchdosen, weshalb der Drang groß ist, mir bei der nächsten Gelegenheit neue, frische zu besorgen, allerdings habe ich mir fest vorgenommen, vor dem Umzug auch wegverbrauchte Vorräte nicht mehr aufzustocken.

Menschen, die Besitz als Belastung empfinden, habe ich noch nie verstehen können, ich empfinde es als Einschränkung und damit als Belastung, wenn ich meinen spontanen Gelüsten nicht auch spontan nachgeben kann, weil die technische Umsetzung mangels Vorräten oder Ausstattung nicht möglich oder viel zu kompliziert ist. Ich besitze deshalb z.B. neben einer sehr umfangreichen und vielfältigen Vorratshaltung aus zig verschiedenen Lebensmitteln, die für mich alle zu einer unverzichtbaren, jederzeit verfügbaren Grundausstattung gehören, auch große Mengen an verschiedenen Küchengeräten, einfach deshalb, damit ich jederzeit das, was mir grade so einfällt, auch sofort umsetzen kann.
Das gleiche gilt entsprechend auch für meinen Bastelbereich, auch hier bin ich großer Fan von jeder erdenklichen Art von Werkzeug und einem ausreichend großen Vorrat an Verbrauchsmaterialien.

Unser Umzug wird dadurch zu einer logistischen Herausforderung, aber nun ja, das gehört dann eben dazu.

Aber nehmen wir nur diese Spiralisiermaschine, die ich nach ungefähr 20 Jahren Standzeit neulich das erste Mal wieder benutzt habe, das hat mich sehr glücklich gemacht und dass sie die letzten 20 Jahren unbewegt im Regal stand, hat mich in der gesamten Zeit überhaupt nicht gestört, weil alles, was ich dafür tun musste, war, dafür zu sorgen, dass ich ausreichend Platz habe, um all meinen Krempel übersichtlich zu lagern.

"Übersichtlich" ist dabei das entscheidende Stichwort, denn wenn man die Sachen, die man nach 20 Jahren das erste Mal wieder benutzen möchte, dann nicht findet oder erst fünf Stunden den Keller aufräumen muss, um dran zu kommen, dann ist das mit der Spontanietät ja auch nicht gegeben und macht dann auch keinen Spaß.

Ich mag meinen Krempel und freue mich auch sehr auf den Umzug in das neue Haus, wo ich deutlich mehr Platz in der Küche und im Keller haben werde und ich freue mich auch darauf, dann dort alles wunderbar übersichtlich und sinnvoll einzusortieren. Ich sortiere nämlich fast so gerne wie ich einkaufe, ist das doch oft die beste Gelegenheit, all den Kram, den man sonst nie benutzt, mal wieder anzupacken und den Bestand im Kopf zu aktualisieren und neue Benutzungspläne zu schmieden.

Küchengeräte haben, genau wie Werkzeuge, den Vorteil, dass sie eine fast unendliche Lagerdauer haben, nur bei Einmachgläsern ist manchmal das Gummi porös und taugt nicht mehr, aber das allermeiste Zeug kann man einfach einmal kaufen, ordentlich ins Regal stellen und sich dann 30 Jahre lang darauf freuen, endlich mal Zimtwaffeln zu backen. (Habe ich noch nie getan, aber natürlich besitze ich ein Zimtwaffeleisen.)

Ähem, eigentlich wollte ich aber etwas komplett anderes erzählen, nämlich von der Konversation mit J, deshalb jetzt ein zweiter Anlauf:

Weil Bixa gerade läufig ist und überall Blutflecken hinterlässt, habe ich gegoogelt, wie man Blutflecken aus dem Teppich entfernt und bin dabei auf einen Tipp in der Schöner-Wohnen gestoßen, die rät nämlich, dass man Blutflecken sehr gut mit aufgelösten Aspirintabletten entfernen könne, schließlich sei das ein Blutverdünner und der würde das eingetrocknete Blut dann wieder auflösen.

Ich fand das eine sehr lustige Vorstellung und habe das sofort an J weitergeleitet und bedauert, dass ich erst auf seinen Rat hin neulich so viele Aspirintabletten entsorgt hätte. Das wäre doch eine wunderbare Anschlussverwendung gewesen.

Seine Reaktion war kurz und knapp: "Quatsch".

Es folgte eine chemische Erklärung der Wirkweise, weshalb das nicht funktionieren kann, wenn, dann solle ich lieber Heparin auf die Blutflecken schmieren, das wäre zum Auflösen von Blutverbindungen gedacht.

Ich stellte mir vor, wie ich meinen Teppich mit Heparinsalbe behandelte und nahm von diesem Vorschlag Abstand. Hörte sich nach einer ähnlichen Wirksamkeit wie die Fleckenschere an. Fleck ist weg, aber Teppich ruiniert. J sagte dann, ich solle mir mal 10%iges Wasserstoffperoxid kaufen, damit würde er alle Flecken erfolgreich behandeln.
Habe ich dann umgehend bei Amazon bestellt, weil Apotheken so giftiges Zeug nicht verkaufen. J sagt, Apotheken müssten dann nämlich eine Gefahrstoffdokumentation machen, weshalb sie lieber gleich ganz auf den Verkauf solcher Substanzen verzichten. Kann ich verstehen, auch Amazon sollte eine Daseinsberechtigung haben.

Ob ich meinen Teppich dann allerdings wirklich mit Wasserstoffperoxid behandele, habe ich noch nicht entschieden, K meinte, das Zeug wirkt auch wie Fleckenschere. Ich werde es jetzt einfach mal mit kaltem (Mineral)Wasser und etwas Rubbeln probieren

Bixa jagt Möwen

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Samstag, 12. September 2026
Flohmarkt und noch mal Rösti
Heute habe ich rechtzeitig daran gedacht, dass hier ja wieder Tierheimflohmarkt war und bin deshalb hingefahren. Was für ein Glück, ich habe wunderbare Schätze gefunden.

Letzten Samstag war mein absoluter Lieblingsflohmarkt, nämlich der ErsterSamstagImMonat-Flohmarkt in Greven und ich war in Greven, hätte also hingehen können, wenn ich es nicht glatt verpennt hätte.

Es stand aber auch nicht im Kalender, denn da stand der Termin für Bixas Hundeausstellung in Hilden, zu der wir dann nicht gefahren sind, weil Bixa erst so spät dran war und die Züchterin meinte, es wäre nicht gut, wenn sie uns sieht, bevor sie ihren Auftritt hatte.

So habe ich also letzten Samstag gleich zwei schöne Termine ausfallen lassen, heute aber habe ich rechtzeitig dran gedacht und das war prima. Denn es gab sehr schöne blaue Glasschüsseln. D.h. die Schüsseln selber fand ich nicht schön, aber das Glas war toll und in Anbetracht der Tatsache, dass ich ja jetzt demnächst groß in die Meerglasherstellung einsteige, habe ich mich sehr gefreut, sofort so schönes Glas zum Zerdeppern zu finden.

Am Nachmittag erledigten wir ein paar Aufräumarbeiten, brachten die lange Leiter wieder zum Onkel (Cabrios sind perfekte Leitertransportautos) und Bitumendichtband zu dem Mieter, der sich bereit erklärt hat, die Löcher in der Dachrinne selber zu reparieren.

Zum Abendessen gab es noch mal Rösti mit spiralisierten Kartoffeln, ich freue mich sehr, diese Zubereitungsmethode entdeckt zu haben, uns schmeckt das super.

Bixa ist läufig und blutet alles voll, deshalb habe ich ihr jetzt so ein Hunde-Höschen angezogen und eine Binde reingeklebt, ich glaube, der Hund findet mich jetzt blöd
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Freitag, 11. September 2026
Meerglas und Spaziergang
Seitdem Herr Buddenbohm vor neun Jahren einen Link zu einem Bericht über Schmuck aus Meerglas auf Helgoland postete, bin ich angefixt und laufe auf dem Strand nur noch mit dem Blick nach unten über den Sand, um Meerglas zu finden.

Außerdem musste ich natürlich auch selber dringlich nach Helgoland, um dort mein Meerglas-Glück zu versuchen, es passte mir deshalb sehr gut ins Konzept, dass Helgoland für jeden Piloten eine ganz besondere Challenge ist, denn die Landebahnen auf der Düne sind schon deutlich kürzer als zB auf Borkum, schließlich ist die gesamte Düne ja auch deutlich kleiner.

Die Fliegerstories rund um unsere Landungen auf Helgoland erspare ich mir jetzt (obwohl es auch da einiges zu erzählen gäbe), ich will jetzt lieber was zu diesem Meerglas schreiben.

Auf Helgoland war die Meerglas-Ausbeute auch tatsächlich besser als hier am Strand auf Borkum, einfach deshalb, weil Helgoland viel weiter draußen liegt und dort mehr Schiffe untergegangen sind.

Meerglas entsteht, wenn Glasscherben lange genug im Meer liegen und von Sand und Wellen rundgeschliffen werden. Damit Glasscherben ins Meer gelangen, ist es hilfreich, wenn ein Schiff untergeht, weil es fast auf allen Schiffen irgendwelche Flaschen gibt, die bei einem Schiffsuntergang leicht kaputtgehen und dann kann sich die Natur an den Scherben abarbeiten.

Also, ich bin seit neun Jahren sehr großer Meerglasfan, finde es aber schwierig, das Zeug hier auf Borkum in größeren Mengen zu finden.

Dann habe ich vor einiger Zeit im Fernsehen einen Bericht über eine Künstlerin gesehen, die auch Schmuck und sonstige Kunst aus Meerglas herstellt - und sich ihr Meerglas einfach selber macht.

Sie zerdeppert dafür bunte Glasflaschen, wirft die Scherben in einen Betonmischer, gibt Wasser und Sand dazu, lässt das Ganze ein paar Stunden laufen und am Ende hat sie rund geschliffene, matt polierte Glasscherben, exakt so wie Meerglas - nur ohne Meer.

Das fand ich natürlich supergenial und seitdem überlege ich, wie ich günstig an einen Betonmischer komme. Ich habe mich schon intensiv danach umgesehen und mein Plan war, mir einen alten, gebrauchten zu kaufen, wenn wir erst mal fertig umgezogen sind.

K habe ich vorsichtshalber nichts davon erzählt, keine Ahnung, wie sehr es ihn begeistert hätte, wenn ich einen Betonmischer als Deko in den Garten stelle, aber es war ja auch noch nicht so weit, man sollte seine Kämpfe erst ausfechten, wenn die Arena bereitet ist.

Nun, heute hat sich das Problem von alleine gelöst, denn ich brauche gar keinen Betonmischer mehr, ich habe heute bei ebay eine "Steintrommel" gekauft.

Auf die Idee gekommen bin ich durch einen Instagram-Beitrag, der mir als Werbung in den Feed gespült wurde, da zeigt eine DIY-Influencerin wie sie sich mit so einer Steintrommelmaschine hübsche runde Trommelsteine aus Halbedelsteinen macht (in die sie dann Löcher bohrt und Ketten auffädelt) - und mir wurde spontan klar, dass das die perfekte Lösung ist. Ich brauche gar keine riesige Betonmischmaschine, eine kleine Steintrommelmaschine tut es auch, die Funktion ist schließlich exakt die gleiche, in einer Schüssel werden Steine bzw. Glasscherben und Sand und Wasser so lange hinundhergeschüttelt, bis die Glasscherben zu rundgeschliffenem Meerglas geworden sind.
Die Scherben werden natürlich nicht zu runden Perlen, aber die scharfen Kanten werden sanft gerundet und die Oberfläche wird matt, exakt das, was ich will.

Die Influencerin war ganz begeistert von dieser Maschine, ich habe deshalb danach gegoogelt und festgestellt, dass sie zu Preisen zwischen 40-80€ angeboten wird (immer die gleiche Maschine) und bei ebay lief dann noch eine Sonderaktion, wenn man per Bankeinzug bezahlte gab es noch mal extra Rabatt - ich habe jetzt also so ein Ding für 30€ gekauft, DHL hat mir eben mitgeteilt, dass sie am Montag in der Packstation ankommt und ich bin schon sehr gespannt, aber auch sehr zufrieden, dass ich mit Glück meinen über neun Jahre gepflegten Meerglastraum jetzt bald mit Massenware befriedigen kann.

Nach diesem aufregenden Start in den Tag habe ich anschließend noch etwas Buchhaltung gemacht, zwei Themen im Baucontrolling geklärt und dann sind wir mit Bixa spazieren gegangen.

Den Vormittag über hatte es geregnet, am Nachmittag kam die Sonne raus und es wurde sogar richtig warm.

Bixa am Strand

Wir gingen zunächst an den Strand, wo Bixa ein wenig alleine rumrannte und Spaß hatte. Alle anderen Hunde, denen wir unterwegs begegneten, bewegten sich in der Größenklasse Fußhupe, inzwischen hat Bixa aufgehört, diese Minis zum Spielen ernstzunehmen, die kläffen meist nur und regen sich auf und für ein richtiges Wettrennen mit Nachlaufen sind sie eh zu langsam.

Dass wir nicht mehr in der Hochsaison sind und dass deshalb der Strand nicht mehr regelmäßig gereinigt wird, sieht man vor allem an dem Strandgut, was sich so sammelt

Strandgut

Mich faszinierte der halbe Hummer, weil ich mich frage, wo der herkommt. In Nordfriesland, wo es Steine im Meer gibt, da gibt es auch Hummer, aber hier in Ostfriesland gibt es nur Sand und das ist was für Krebse aber nicht für Hummer.
Diesem Exemplar fehlte das Hinterteil, aber sonst war es noch recht intakt - und eindeutig noch nicht gekocht worden.

Bixa fand den halben Seehund fast noch interessanter, dem fehlte das Vorderteil, dafür war das Hinterteil noch ziemlich intakt. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich die Tiere in der Natur zerlegt werden.

Für den Rückweg wählten wir einen Schlängelpfad durch die Dünen und dann durch die Greune-Stee.

Wanderwege in der Greune-Stee

Unterwegs kamen wir an der Kugelbake vorbei und ich musste an meine Tante denken, die dieses Seezeichen immer sehr geliebt hat.

Die Greune-Stee war voll mit Pilzen, von denen ich absolut keine Ahnung habe

Pilze in der Greune Stee

und die Heide blüht schon. In den Dünen gibt es große Stellen mit Besenheide, aber noch verbreiteter ist die Krähenbeere, die wunderbar saftig grün wächst.

Beeren und Heide

Die Fotos von den roten Beeren habe ich mit der Portraitfunktion und dem Bühnenlicht-Filter gemacht und sehr gestaunt, was mein iPhone für schicke Fotos produziert
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Donnerstag, 10. September 2026
Brotbacktopf und klamme Wäsche
Die Wetterapp hatte den Donnerstag zum sonnigsten und vor allem zum einzigen komplett regenfreien Tag der Woche gekürt und deshalb stand für mich heute Wäschewaschen auf dem Programm.

Grundsätzlich hatte die WetterApp recht, es hat nicht geregnet und sonnig war es auch, trotzdem waren ein paar Teile am Abend noch etwas klamm als ich die Wäsche reinholte, die Blitztrocknungstage, über die ich mich im Juli und August so gefreut habe, sind offensichtlich vorbei.

Nun denn, egal, der Rest trocknet jetzt drinnen nach, ich habe die Bettwäsche vom Gästebesuch einfach oben auf dem Bett ausgebreitet, morgen wird sie komplett trocken sein, dann kann ich sie sofort wieder aufziehen und dann ist das Thema auch abgehakt.

K hat heute einen richtig langen Spaziergang mit dem Hund gemacht, über zwei Stunden waren die beiden unterwegs. Ich bin in der Zwischenzeit einkaufen gefahren, weil ich unbedingt Gemüsesuppe kochen wollte, aber weder Porree noch Mettenden im Haus hatte.

Weil mir gestern so kalt war, entwickelte ich einen dringenden Appetit auf eine wärmende Gemüsesuppe. Pech nur, dass es Mettenden bei Lidl nur in der kalten Jahreszeit gibt und die wird vom Kalender bestimmt und nicht durch die Außentemperaturen. Aber zum Glück hatten sie noch Reste der spanischen Woche (sogar reduziert, weil Reste) und so nahm ich eine Packung Chorizo mit. Geht zur Not auch, nur K meinte, ihm wären Mettenden doch etwas lieber, der Gute is(s)t halt mehr Westfale als Spanier.

Außerdem gab es bei Lidl grade nachgemachte Le Creuset Töpfe (das Stück für unter 20 €) und zu meiner Begeisterung auch eine rechteckige Kasserolle, in der sich hervorragend ein rechteckiges Kastenbrot backen lässt. Ich brauche diese sauschweren Gußeisentöpfe ja immer nur zum Brot backen und einen rechteckigen wollte ich schon lange haben.
Jetzt habe ich einen, in kirschrot.

Außerdem habe ich mich heute Nachmittag ausführlich am PC mit verschiedenen Steuererklärungen beschäftigt, eine habe ich sogar schon abgeschickt, an drei anderen muss ich noch etwas weiter basteln
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Mittwoch, 9. September 2026
Ich habe das mit dem Arbeiten komplett verlernt
Die Temperatur liegt bei ca. 20°C und ich habe mir einen Wollpulli übergezogen.
K meinte, wir könnten jetzt bald mal den Ofen wieder anwerfen.
Wenn die Temperatur im Frühjahr das erste Mal auf 20°C klettert, werfe ich alle Klamotten von mir und bekomme Hitzewallungen.
Ich muss unbedingt beobachten, wann der Kipppunkt ist.

Es gab heute Dinge zu erledigen, die ich auch ordnungsgemäß erledigt habe. Nach etwas mehr als zwei Stunden aushäusiger "Arbeit" war ich allerdings schon wieder feierabendreif. Es ist für alle Beteiligten ein glücklicher Umstand, dass ich meine bezahlte Erwerbsarbeit freiwillig deutlich vor dem offiziellen Rentenalter beendet habe, ich glaube, ich taugte heute wirklich überhaupt nicht mehr für regelmäßige 8h Büroalltage.

Meine vorgezogene Altersfreiheit habe ich übrigens zu 100% selbst finanziert. Grundsätzlich ist das Ganze konzipiert wie ein Altersteilzeitmodell, allerdings ohne irgendwelche Zuschüsse vom Staat oder vom Arbeitgeber, weil das nicht vorgesehen war als ich mir selber mein eigenes Modell ausdachte und mit meinem Arbeitgeber vereinbarte.

Ich habe mir einfach 15 Jahre vor dem offiziellen Rentenbeginn nur noch 2/3 meines Gehaltes auszahlen lassen, aber die nächsten zehn Jahre weiter Vollzeit gearbeitet. Das bedeutet, dass ich 10 Jahre lang jährlich Überstunden im Wert von je 1/3 des Gehaltes angespart habe, die dazu führen, dass ich die letzten fünf Jahre vor der Rente weiter 2/3 Gehalt bekommen kann, weil ich jetzt die angesparten Überstunden abfeiere.

Das war möglich, weil meine monatlichen, laufenden Ausgaben noch nie sehr hoch waren, außerdem wird in meinem Beruf traditionell so gut bezahlt, dass ich auch mit 2/3 Gehalt noch gut leben kann und außerdem lief der Schwerpunkt meiner eigenen Altersvorsorge ja schon immer außerhalb der klassischen Rentenabsicherung, so dass es mir auch in diesem Punkt völlig egal sein konnte, dass sich durch die lange Teilzeitentlohnung natürlich auch meine offiziellen Rentenansprüche deutlich verringern.

Ich habe heute noch mal länger darüber nachgedacht, was ich für ein Glück habe, dass ich vor zwölf Jahren schon so klug war, diese Entscheidung getroffen zu haben. Bei der Vorstellung, ich müsste heute immer noch den größten Teil des Tages im Büro verbringen, gruselt es mich sehr
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Dienstag, 8. September 2026
Nichtstun
Hauptbeschäftigung heute: Nichtstun.
Ich war Wir waren alle beide ganz ungemein schlapp und hatten keine Lust zu irgendwas. Der Hund war freundlicherweise genauso unmotiviert und hatte auch keine Lust auf Action.

Es hat hier aber auch die meiste Zeit des Tages geregnet und bei Regen zieht es Dalmatiner typischerweise nicht nach draußen, es passte also alles gut zusammen.

Am Nachmittag haben wir uns dann zu einer Runde außer Haus aufgerafft, wir hatten Pfandkisten wegzubringen, haben den Onkel besucht und ein paar Einkäufe erledigt, damit hatten wir unser Aktivitätspulver aber auch wirklich gründlich verschossen, anschließend stand nur noch Abhängen auf dem Sofa auf dem Programm.

So ausführliches Nichtstun macht müde, ich werde heute früh ins Bett gehen
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Montag, 7. September 2026
ausgefallenes Abendessen und Protzerei
Heute wieder Haushaltswechsel, der wesentliche Kühlschrankinhalt wurde auf die Insel transportiert, und naja, K, Hund und ich haben den Kühlschrankinhalt dann sinnvollerweise begleitet, wir sind jetzt also alle wieder auf Borkum, nur N ist zurück nach Berlin gefahren.

In Greven ist dafür jetzt grade alles fein sauber und aufgeräumt und in allen WCs liegen je zwei Gebissreinigertabletten. Das ist mein neuester Kloreinigungshack und er funktioniert tatsächlich wunderbar. Wenn wir fahren, werfe ich zwei von diesen NoName-Kukident-Tabletten in jedes Klo, wenn ich wiederkomme, muss ich dann nur einmal gründlich mit der Klobürste durchwuscheln und zack, habe ich als Ergebnis einen wunderbar sauberen Kloschlund (keine Ahnung, wie der Teil der Kloschüssel in echt heißt, es ist aber der, der am schwierigsten sauberzuhalten ist.)

Nach Ankunft hier auf Borkum habe ich deshalb als erstes die Klos geschrubbt, hier hatte ich bei Abfahrt letztens natürlich auch Gebissreinigertabletten hinterlassen und jetzt blitzen hier alle Klos.

Prioritäten setzen, so wichtig.

Als ich alles ausgepackt und eingeräumt hatte und K fragte, was er sich als Abendessen vorstellt, teilte er mir mit, dass er kaum Hunger hat.

Das passte mir sehr gut, so kann ich mit gutem Gewissen das Abendessen ausfallen lassen. Für mich selber habe ich ja schon immer jede Sorte Essen mit Begeisterung gegen eine Tüte Chips getauscht. Ich bin deshalb jetzt satt, die Chips sind alle und betrunken bin ich auch, denn Chips rutschen traditionell mit Prosecco am besten, davon stand noch eine Flasche im Kühlschrank, was für ein wunderbarer Abend.

Als Fotoausbeute kann ich heute den TOD bieten und einen Dalmatiner im Cabrio

TOD und Flughund im Cabrio

Die neue Avionik in dem Flieger berechnet inzwischen selbstständig den TOD und zeigt ihn auf der Karte an. Okay, in der Fliegersprache, die eh nur auf englisch existiert, ist TOD "top of descent", also der Punkt, an dem man mit dem Sinken beginnen sollte, um einigermaßen geordnet am Zielflugplatz auf dem Boden anzukommen und nicht kurz vorher, weil man zu spät drangedacht hat, wie ein Geier im Sturzflug nach unten schießen muss.

In Englisch ist das also maximal unspektakulär, auf Deutsch kann ich nicht aufhören, Witze dazu zu machen. Jedesmal, wenn das System den TOD auf der Karte einblendet, fühlt es sich an, als ob da ein Ball auf dem Elfmeterpunkt liegt.

Ein weiteres Bild, an dem ich mich nicht sattsehen kann, ist der Dalmatiner im offenen Cabrio.
Ich gebe es zu, ich bin eitel, aber so ein Dalmatiner in einem Cabrio und dann auch noch auf dem Flugplatz vor einem Flieger - ja nun, mehr Show geht doch kaum, oder?

Das, was mir am besten daran gefällt, ist die Tatsache, dass es nur ein Bruchteil dessen gekostet hat, wonach es aussieht. Das Cabrio ist inzwischen zwölf Jahre alt und ich habe es gebraucht gekauft. Aber das ist egal, seit jeher steht Cabrio für Reichtum. Also bitte gerne Respekt.

Okay, der Dalmatiner ist ohne Rabatt direkt von einem echten Züchter mit echten Papieren gekauft, aber nach dem ich jetzt von einigen Leuten erfahren habe, was sie für ihren Doodle-Mischling bezahlt haben, war unser Dalmatiner echt günstig. Und sowieso ist der absolute Betrag nichts im Verhältnis dazu, was andere Leute für ihre Hobbies ausgeben.

Und schließlich die ganze Flieger-Flugzeug Nummer: Ja klar kostet das eine ganze Menge Geld, aber K hat seinen Pilotenschein inzwischen schon seit fast 30 Jahren, absolut betrachtet ist das der mit Abstand teuerste Teil an dieser Privatfliegerei, doch nach 30 Jahren zählt das irgendwie nicht mehr.

Und das Fliegen selber: Verglichen mit der Alternative Auto/Fähre kostet der Spaß ca. 50% mehr für eine Tour, abhängig davon, wie viele mitfliegen. Bei vier Personen im Flieger ist der Flieger schon fast wieder günstiger, weil die Fähre wirklich eklig teuer ist.

Ich glaube also, dass auch dieser Teil unseres Lebens vor allem gefühlt so elitär und schickimicki daher kommt, es in echt aber gar nicht ist. Wenn sich jemand Fliegen als Hobby aussucht, wäre es für sehr viele Menschen relativ problemlos finanzierbar. (Bis auf den Pilotenschein, der ist heute echt teuer geworden, aber der Führerschein kostet heutzutage ja auch mehr als die 1000 DM, die ich noch dafür bezahlt habe.)

K hat neulich für seine Schwiegertochter Karten für ein Roland Kaiser Konzert gekauft, weil es da irgendwelche Vorteile gab, wenn man eine Commerzbank Visa Karte hatte, deshalb hat K das für sie erledigt. Ich habe ihn damit natürlich sofort gewaltig aufgezogen, immerhin muss er jetzt damit leben, dass auf seinem Kontoauszug diese Ausgabe mit Betreff schwarz auf weiß vermerkt ist, wie peinlich kann das Leben sein?
Als ich dann aber erfahren habe, dass diese Karten für so ein albernes Konzert einen dreistelligen Betrag kosten, habe ich vor Erstaunen meinen Mund nicht mehr zu bekommen und die Lästerei war rein technisch sofort zu Ende.

Ich habe mich nie damit beschäftigt, welche finanziellen Verhältnisse für Roland Kaiser Fans so im Durchschnitt typisch sind, mein Bauchgefühl sagt mir allerdings, dass er kein exklusiver Künstler für die Oberen Zehntausend ist.
Und naja, einen dreistelligen Betrag für Konzertkarten finde ich schon eine Hausnummer, aber so wie ich es mitbekommen habe, war das Konzert ruckzuck ausverkauft.

Im Grunde heißt das nur, dass die meisten Menschen durchaus Geld für Hobbies zur Verfügung haben, es gibt aber Hobbies, die gelten als Luxus, während man bei anderen Freizeitausgaben über die Kosten einfach nie spricht.

Aber dreistellig für Karten für Roland Kaiser, ich meine, echt jetzt, aber geht's noch? (Ich bin immer noch nicht ganz darüber hinweg)

Wir leben hier auf alle Fälle abgehoben elitär: Cabrio mit Dalmatiner und Haus am Meer, da braucht's den Flieger schon nicht mehr, um alle Klischees über Reichtum zu bedienen, ab und zu finde ich es durchaus witzig, damit zu posieren, denn genau diese Dinge haben in echt wirklich nichts mit Reichtum zu tun
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Sonntag, 6. September 2026
Zu viele Texte und seltsame Postings
Wir liegen beide im Bett und lesen im Internet rum. Ich habe irgendwann keine Lust mehr, weiter in meinem RSS-Feed rumzuscrollen, denn die Blogs, die ich schon lange kenne, gerne mag und regelmäßig lese, habe ich alle durchgelesen.

Mein RSS-Feed zeigt noch eine Menge ungelesener Beiträge von einigen der neuen Blogs, die ich durch Rivva entdeckt und spontan in meinen RSS-Feed aufgenommen habe, weil sie einzelne Beiträge geschrieben hatten, die bei Rivva empfohlen worden waren und mir gut gefielen.

Inzwischen irritiert mich aber die Menge an Beiträgen, die einige Blogs regelmäßig raushauen, denn das passt nicht zu meiner Vorstellung, wie Texte entstehen und warum sie jemand auf einem privaten Blog veröffentlicht.

Ich überarbeite meinen RSS-Feed also und schmeiße einige der grade neu entdeckten Blogs wieder raus. Eventuell werde ich jetzt ein paar wirklich gute Beiträge verpassen, aber dann ist das so.

Bei jemandem mitzulesen, der derart inflationäre Mengen an ellenlangen Texte veröffentlicht, egal wie gut geschrieben und wie gut durchdacht, fühlt sich seltsam an, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass er sich das alles selber ausgedacht hat.

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K liest meist komplett andere Dinge als ich. Heute fand er irgendwo einen Hinweis zu dem Hashtag #Extrembügeln und zeigte mir Fotos auf Instagram, wo Menschen an den absurdesten Stellen ein Bügelbrett aufstellen, um dann ein Foto von sich, einem Bügeleisen, einem Bügelbrett und einem zerknitterten Hemd z.B. über einer riesigen Gletscherspalte zu machen.
K fand das witzig, ich bin mir nicht sicher wie ich das finde, meine spontane Reaktion war: Meine Güte, ist das albern.

Warum machen Menschen das? Was treibt sie an? Bügelwut wohl eher nicht, zumal ich mir gar nicht vorstellen kann, dass die da in echt bügeln, oder gibt es Bügeleisen mit Akku?
Und für wen machen sie das? Um sich selber etwas zu beweisen? Kann ich mir auch eher nicht vorstellen, denn was beweist man sich selber, wenn man mit einem Bügelbrett auf dem Rücken einen Gletscher hochkraxelt? Dass man mit einem Bügelbrett auf dem Rücken auf einen Gletscher klettern kann? Ja nu, und weiter?

Außerdem glaube ich, dass die da eh mit einer Gruppe von Menschen unterwegs waren, denn irgendjemand muss ja auch die Fotos machen, die sehen nämlich nicht nach Selfiestick aus.
Das heißt dann aber auch, dass ja mehrere Menschen zusammen mit dem Bügelbrett, dem Bügeleisen und dem zerknitterten Hemd bis auf den Gletscher geklettert sind. Gibt es von den anderen vergleichbare Fotos? Oder nur von dem Accountinhaber mit den meisten Followern?

Kann es eventuell sein, dass es vor allem das Verlangen nach Klicks und Reichweite ist, was die Leute dazu bringt, Bügelbretter auf Gletscher zu schleppen? Dann ist es nämlich wirklich keine witzige Idee, sondern nur alberne Selbstvermarktung.

Es bleibt wohl dabei: Bei den allermeisten Menschen verstehe ich nicht, was sie antreibt.

Sonst so:
Der Hund ist wieder da, das ist schön. Sie hat sich schrecklich gefreut, als sie uns gesehen hat, das schmeichelt dem eigenen Ego schon auch
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Samstag, 5. September 2026
Sehr ruhiger Samstag
Bixa nahm heute an ihrer ersten Hundeausstellung teil und belegte in ihrer Klasse den dritten Platz.

Weil wir ja gerne mit ihr züchten möchten, ist es notwendig, dass sie auf solchen Ausstellungen vorgestellt wird und "Ausstellungspunkte sammelt".

Wie das Ganze genau funktioniert und was sonst noch alles erforderlich ist, weiß ich gar nicht so genau, darum kümmert sich die Züchterin, die mit Bixa die letzte Woche schon für diese Ausstellung geübt hat und die sich auch um den gesamten anderen Teil zum Thema "Züchten" kümmert.

Wenn alles gut läuft, bekommt Bixa irgendwann ihre Zuchttauglichkeitsbescheinigung und dann sucht die Züchterin noch einen passenden Partner für sie - und dann haben wir, wenn alles so klappt wie erhofft, irgendwann viele kleine Welpen, von denen wir einen behalten und für die anderen sucht die Züchterin passende Familien.

So der Plan, heute also Step1 für Bixa und nach allem, was ich mitbekommen habe, hat sie sich sehr gut geschlagen.

Morgen holen wir sie wieder ab, die ersten 1-2 Tage ohne Hund fanden wir noch ganz okay und in gewisser Weise auch erholsam, aber inzwischen fehlt sie uns schon und ich freue mich sehr, wenn sie morgen wieder da ist.

Ursprünglich hatten wir geplant, ebenfalls zu dieser Hundeausstellung nach Hilden zu fahren, aber Bixas Vorstellungsrunde war erst relativ spät dran und die Züchterin meinte, es wäre nicht gut, wenn der Hund uns sieht, bevor sie vorgestellt wurde, weil es gut sein kann, dass sie ein wenig ausrastet, wenn sie uns wieder sieht und dann nicht mehr bereit ist, alleine mit der Züchterin in die Manege zu steigen.
Also blieben wir zu Hause und kramten hier so vor uns hin, das war durchaus erholsam.

Mit N brachte ich noch eine Kiste mit alten Ordnern zum Wertstoffhof. Die wollten die neulich nicht als Sperrmüll annehmen, aber heute war Aktenvernichtung, da wurden Ordner ohne Rückfragen sofort akzeptiert. Ich hatte vorsichtshalber in einige der leeren Ordner noch ein wenig Papier reingelegt, damit es nicht zu sehr auffällt, dass die Ordner ja gar keine Akten zum Vernichten enthalten, es hat aber auch wirklich keiner hingeschaut und jetzt sind sie weg und ich bin sehr zufrieden.

Überhaupt ist von dem wirklich sehr großen Stapel mit Müll nur noch recht wenig übrig geblieben, was ich die nächsten Mal mit in die schwarze Mülltonne stopfen werde, alles andere ist N schon vorgestern als Sperrmüll losgeworden. Vieles wurde aber auch ordentlich getrennt und in die jeweils passenden Müllbehälter entsorgt.
Und dann gibt es noch einen mittelgroßen Berg mit Zeug, das ich in den nächsten Wochen der Flohmarktfrau bringen werde, das finde ich ja überhaupt die sinnvollste Methode, alten Krempel loszuwerden
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Freitag, 4. September 2026
Noch ein voller Tag auf dem Bau
Heute um 10h schon wieder ein Termin in Rheda: Besprechung der Balkonkonstruktion.
Wir trafen uns im Büro des Metallbauers, der uns am PC die geplante Konstruktion als Visualisierung vorführte. Die Problemecken (Entwässerung und Anschluss an Terrassentür) wurden diskutiert, die Optik samt Höhen und Detailausführung wurde entschieden und am Ende gab es eine Lösung, mit der alle zufrieden waren.

Für mich war es das erste Mal, dass ich eine Schlosserei in Betrieb erlebte, das Büro des Meisters war in der ersten Etage, von der man in die Werkshalle schauen konnte und ich war komplett begeistert.
Das würde ich auch gerne machen.
Ich fragte, ob sie Kurse in Metallbearbeitung anbieten, Schweißen z.B. würde ich sehr gerne lernen und am Ende wurde mir gesagt, ich könne mich ja mal als Praktikant bewerben. Ü60 Praktikanten hatten sie zwar noch nicht, aber warum nicht? Ich werde das nächstes Jahr ernsthaft in Erwägung ziehen.

Aber erst mal müssen wir jetzt diesen Bau vollenden, umziehen und uns einrichten, dann schauen wir mal, wie es weitergeht.

Nach der Besprechung in dem Metallbetrieb fuhren alle zur Baustelle, der Schlosser nahm noch mal die genauen Maße für den Balkon und wir begutachteten den nächsten Baufehler. Diesmal hat der Treppenbauer die Abschlussbretter für das Brückengeländer auf beiden Seiten der Brücke mit 7mm Höhenunterschied eingebaut, was bedeutet, dass der Schreiner, der heute den Brückenaufbau für den Parkettleger vorbereiten wollte, nicht anfangen konnte, denn 7mm auf 1,50m Breite erzeugt ein Gefälle, was nicht akzeptabel ist.

Sehr viel Gezeter, jeder sagte wieder, jemand anderes wäre schuld - wir blieben hart und bestanden auf Rückbau und neuen, höhengleichen Einbau, was aber nach Aussage des Treppenbauers erst Anfang Oktober erfolgen kann, vorher haben sie keine Zeit.
Dann können wir nur hoffen, dass der Schreiner dann auch Zeit hat, um den Brückenaufbau zu verlegen und dann erst kann der Parkettleger den Fußboden vollenden. Der Putz wird bei der Aktion sicherlich auch beschädigt, es wäre ja langweilig, wenn es ohne Probleme zu lösen wäre.

Dann kam der Galabauer und wir legten fest, wo künftig Beete und wo Rasen sein wird, weil er die Bewässerungssysteme danach auswählt und verlegt.
Für den Hund haben wir eine separate "Kackecke" vorgesehen, wir müssen uns dann anstrengen, dem Hund von Anfang an beizubringen, dass sie bitte nur dort ihr großes Geschäft erledigt. Schaun wir mal, wie das gelingt, aber ich bin zuversichtlich, denn sie hat in den beiden Gärten, die sie bisher als ihr häusliches Kackrevier kennengelernt hat, schon von sich aus ganz konkret bestimmte Ecke definiert, wo sie ihre Haufen ablegt, wir müssen ihr in dem neuen Garten also nur von Anfang an die jetzt von uns definierte Ecke schmackhaft machen. (seltsames Wort in dem Zusammenhang)

Mit dem Elektriker gingen wir durch das gesamte Haus und legten noch mal konkret vor Ort fest, welche Schalter was schalten können sollen bzw. welche Art von Schalter wo eingebaut wird und welche Lampen wo vorgesehen sind.
Ich schrieb auf, welche Lampen noch fehlen, vor allem große LED-Panels müssen wir noch in Mengen kaufen.
Außerdem teilte der Elektriker uns mit, dass er Ende September für drei Wochen in Urlaub geht und erst Mitte Oktober wieder verfügbar ist und dass er die Verkabelung des Hauses vor seinem Urlaub ganz sicher nicht komplett erledigt haben wird. Konkret bedeutet das, dass es wir frühestens Ende Oktober umziehen können, denn ohne Licht und Warmwasser wohnt es sich doch etwas ungemütlich.

Der Fliesenleger machte die Treppe schön und klebte heute auch schon die Randleisten an.
Unsere künftige Kellertreppe


Der Putzer und der Trockenbauer (jeweils die ausführenden Arbeiter vor Ort) setzten das um, was ihre Chefs gestern vereinbart hatten - jetzt sind alle Trockenbauwände passend und die Schiebetüren werden problemlos durchgleiten. Geht doch.

reparierte Schiebetürenöffnungen

Als wir kurz vor 15h alles besprochen, geklärt, beauftragt und entschieden hatten, was so anstand, fuhren wir in die Innenstadt von Rheda, weil ich unbedingt in dem dortigen Reformhaus etwas besorgen wollte, anschließend gingen wir noch ein Eis essen. Während wir in der Eisdiele saßen - und ich wollte gerne draußen sitzen, weil es mir drinnen zu schwül und zu warm war, drehte der Wind immer mehr auf und fegte nachher schon als varitabler Sturm an uns vorbei, nahm allerlei Zeug mit, was nicht sicher weggeräumt war und als mir das Eis vom Löffel geweht wurde und auf den Tisch kleckerte, meinte K, ihn erinnere das sehr an den Sketch mit Rudi Carrell und Beatrice Richter



Insgesamt also wieder ein voller Tag, als wir abends wieder in Greven ankamen, waren wir beide gründlich erschöpft und müde, die letzte Energie reicht grade noch, den im Kühlschrank wartenden Backfisch zu braten und eine große Portion Salat dazu zu schnibbeln und den grandiosen Sonnenuntergang zu bewundern, den man hier in Greven nur zwischen den Bäumen und Hausdächern erspähen kann

Ein roter Sonnenuntergang

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