anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 6. Januar 2026
Too much information
Als ich meinen Westfalenmann kennenlernte, sagte er mir, dass er es es für unabdingbar hält, regelmäßig wenigstens eine Tageszeitung zu lesen.
Menschen, die keine Zeitung lesen, wären grundsätzlich nicht richtig informiert und bekämen viele wichtige Dinge nicht mit.

Er selber las früher drei-vier verschiedene, heute mindestens noch zwei ausführlich und zwei-drei weitere kursorisch.

Ich glaube, ich habe in meinem Leben vielleicht 100x eine Tageszeitung komplett durchgeblättert - früher noch analog, wenn ich durch Zufall irgendwo eine Tageszeitung in die Finger bekam, heute wische ich ab und zu (vielleicht einmal im Jahr, wenn mir sehr langweilig ist) auf dem iPad durch eine der Tageszeitungen, für die ich einen digitalen Zugang habe. (Nicht selbst bezahlt, natürlich, sondern über weitergegebene Zugangsdaten, was mir keinerlei schlechtes Gewissen macht, da ich sie ja üblicherweise nicht benutze.)

Was ich sagen will: Ich lese keine Tageszeitungen, obwohl ich es theoretisch könnte. Habe ich aber noch nie getan, denn es gelingt mir nicht, ich finde den allermeisten Kram, der da drin steht, unsäglich uninteressant, langweilig, schlecht geschrieben und vor allem redundant, so dass ich mich beim Lesen schon innerlich weigere, so etwas zu lesen, was das Vorhaben "Zeitunglesen" unweigerlich zum Scheitern bringt.

Gleichzeitig bin ich aber auch der festen Überzeugung, dass die Quellen, aus denen ich meine Informationen beziehe, ausreichen, um mir alle wichtigen Informationen mundgerecht anzureichen und ich gleichzeitig ein gut funktionierendes Gespür dafür entwickelt habe, bei welchen Informationshäppchen es sich lohnt, aktiv hinterherzurecherchieren.

Meine Hauptinformationsquelle sind Überschriften. Ich behaupte, dass die wesentliche Nachricht in 80% der Fälle ausreichend durch die Überschrift transportiert wird. Deshalb lasse ich mir auch von vielen verschiedenen Nachrichtendiensten/Zeitungen Push-Nachrichten aufs Handy schicken. Wichtige Nachrichten (Trump überfällt Venezuela) greifen alle Medien auf, dazu bekommt man 20x die gleiche Pushnachricht von 20 verschiedenen Diensten, da muss man sich dann nicht weiter drum kümmern, bei solchen Themen verfolgen einen die entsprechenden Informationen eh überall.

Überschriften, die nur eine Zeitung hat, klicke ich dagegen ab und zu gezielt an, weil ich mir davon interessante Infos zu einem speziellen Thema verspreche. (Das Problem von Wärmepumpen im Winter)

Außerdem verfolge ich (einige) Links zu Zeitungsartikeln, die mir in Blogs oder Newslettern empfohlen werden und ich habe das Gefühl, dass ich damit ausgesprochen breit und gut informiert durchs Leben komme.

Weshalb ich das jetzt so ausführlich beschreibe? - Weil ich es interessant finde, dass in den Blogs und Newslettern, die ich verfolge, immer häufiger das Thema behandelt wird, dass Leute aktiv keine Nachrichten mehr wahrnehmen wollen, weil alles immer nur noch schrecklicher wird um uns herum.

Spontan erinnert mich das an so ein Kleinkindverhalten: Finger in die Ohren und laut lalala singen, dann kriegt man keinen Ärger.

Gleichzeitig stelle ich aber auch für mich fest: Infos über alles, was Herr Trump so treibt, ignoriere ich genauso wie alles, was Herr Putin so macht und andere Gegenden der Welt, wo sich die Menschen prügeln. Ich bekomme die Überschriften per Push-Nachricht auf mein Handy, schaue inzwischen aber kaum noch hin, weil es ja doch immer dasselbe ist und igendwann ist man eben einfach abgestumpft. Da werden mir selbst die Überschriften schon zu viel und dann frage ich mich: Liest das überhaupt noch irgendwer?

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Montag, 5. Januar 2026
Nichts tun
Das Wetter ist für meinen Geschmack gleichbleibend ungemütlich, Schnee war noch nie etwas, was ich besonders favorisiert hätte, aber da ich verreisen noch schrecklicher finde, muss ich wohl damit leben, dass derzeit an den Standorten, an denen ich mich üblicherweise aufhalte, überall Schnee liegt.

Die Gassirunden erledigt K alleine (also alleine mit Hund), ich bin sehr froh, wenn ich nicht vor die Tür muss.
Der Hund ist bei dem derzeitigen Wetter allerdings auch mit kurzen Gassirunden zufrieden und sichtbar froh, wenn sie wieder im Warmen ist.

Laut Müll-App (und auch laut Online-Plan) sollte heute der Papiermüll abgeholt werden.
Wurde er aber nicht, die blaue Tonne steht immer noch randvoll und zugeschneit an der Straße - ich lasse sie dort jetzt einfach stehen, irgendwann wird hoffentlich mal ein Müllauto hier vorbeikommen und sich erbarmen.

Einkaufen waren wir heute nicht - seitdem die Feiertage vorbei sind und ich jeden Tag und jederzeit wieder so viel einkaufen kann, wie ich will, ist mein Drang verflogen und ich finde es gemütlicher, einfach im Schlamperlook zu Hause zu bleiben.

Ansonsten feiere ich jeden Tag mehrfach die Tatsache, dass ich wirklich nirgendwohin mehr fahren muss, wenn ich keine Lust habe. Die Vorstellung, ich müsste bei diesem Wetter aufs Festland und mich dort mit dem Auto durch das Verkehrschaos wühlen - entsetzlicher geht es kaum
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Samstag, 3. Januar 2026
Kalt mit Schneegegriesel
Heute sind auch hier die Temperaturen soweit runter, dass das Schneegegraupel sogar eine kleine Zeit liegenbleibt. Im Garten müssen wir jetzt schon genauer hinschauen, wenn wir sehen wollen, was unser Dalmatiner mit seiner perfekter Tarnfarbe draußen so treibt.

Der Dalmatiner mit Tarnfarbe im Schnee

Uns war heute nicht sehr nach draußen, es war wirklich ausgesprochen ungemütlich, der Hund wollte aber auch nicht länger draußen rumlaufen, offensichtlich kein Dalmiwetter.

Ich habe eine längere Weile am PC gesessen und mich mit Steuererklärungen, Jahresmeldungen, Ermäßigungsanträgen , Fristverlängerungsanträgen und der Zustimmung zur elektronischen Bescheidübermittlung beschäftigt.

Außerdem kam heute der neue Toaster und K meint, ich soll jetzt 100mal aufschreiben: Ich darf nicht mit einer Gabel im Toaster rumstochern. Ich habe mir aber schon eine Gabel aus Holz gesucht, damit ist das doch bestimmt noch weiter erlaubt, oder?

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Freitag, 2. Januar 2026
Viel Wind
Huch, in der letzten halben Stunde ist die Uhr einfach drei Stunden nach vorne gerückt, jetzt ist der Tag gleich um und ich hätte fast das Blog vergessen.
Dabei habe ich nur mal eben ein bisschen an meinen neuen 2026er Tabellen gearbeitet, dabei muss ich mich konzentrieren und kann nicht auch noch auf die Zeit achten - und dann macht die sich gerne mal selbstständig und beginnt zu sprinten.

Aber nun ja, gibt auch nicht viel zu erzählen von heute.
Draußen ist es ausgesprochen sehr windig, trotzdem sind wir eine Runde über den Strand gelaufen, wenn man in die richtige Richtung läuft, macht das Spaß. Hinweg durchs Dorf und durch die geschützten Straßen, zurück dann mit dem Wind im Rücken am Wasser lang.

Strand bei Sturm

Dass die Flut aktuell höher aufläuft als sonst und dass das Wasser dann an Stellen landet, wo es nicht mehr so einfach wieder ablaufen kann, das sieht man auf dem oberen Bild, trotz Niedrigwasser war da noch eine Menge Wasser dicht an der Dünenkette stehengeblieben.
Auf dem Bild dadrunter habe ich versucht, die Sandwehen zu fotografieren, die vom Wind über den Strand gepeitscht wurden. Es hatte kurz vorher geregnet und eigentlich war alles nass, aber der Wind blies die oberste Oberfläche Sand rasch trocken und trieb sie dann mit einer irren Geschwindigkeit als natürlichen Sandstrahler über den Strand. Mit nackten Beinen hätte ich da nicht laufen mögen.

Das war aber auch schon die einzige Aktivität des Tages, ansonsten war ich sehr zufrieden damit, drinnen zu sitzen und die regelmäßigen, wüsten Regen- und Graupelschauer durchs Fenster zu beobachten
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Donnerstag, 1. Januar 2026
Stürmisch, kalt und Leute, die knallen
Entgegen meines Vorhabens an Silvester besonders früh ins Bett zu gehen, genoss ich gestern den friedlichen Abend vor dem PC und brachte meine Buchhaltung samt Ablage und Sicherung auf Vordermann. Jetzt ist das Jahr 2025 also komplett erfasst, abgelegt und gesichert, heute kann ich mich mit den Vorträgen für 2026 beschäftigen und neue, frische Tabellen anfangen. So etwas macht mich sehr zufrieden.

Wettermäßig ist der erste Tag des Jahres eher ungemütlich, es gab sogar Sturmflut- und Unwetterwarnungen für Ostfriesland, aber die haben ja mittlerweile die Qualität einer mütterlichen Ermahnung im Sinne von: Und fahr bloß vorsichtig - ernstnehmen kann man diese Warnungen schon lange nicht mehr, zumal es am Strand auch wirklich nicht nach Sturmflut aussah. (Das weiß ich von K, der mit dem Hund unterwegs war.) Es weht hier etwas mehr als die letzten Tage, aber das ist auch alles. Und es gibt regelmäßig unangenehme Regen- und Graupelschauer, die Temperatur ist bis auf 2°C gesunken, insgesamt also kein Wetter mehr, bei dem ich gerne vor die Tür gehe.

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Über Feuerwerk und Silvesterknallereien wird viel debattiert, ich wundere mich, dass es immer noch Leute gibt, die zwanghaft daran festhalten wollen.

Ich selber habe schon seit vielen Jahren den Spaß daran verloren, weil ich mir irgendwann mal die "Warum und Wozu-Frage" stellte und leider nicht beantworten konnte. Seitdem wäre es mir vor mir selber peinlich, Geld für etwas auszugeben, was leicht einen Schaden, sicherlich Dreck und Gestank, aber offensichtlich keinerlei sinnvollen Nutzen produziert. Wenn ich einfach nur Spaß haben will, kenne ich eindeutig sinnvollere Möglichkeiten. Da sich Feuerwerkskram nicht gebraucht auf dem Flohmarkt erwerben lässt, komme ich noch nicht mal in Versuchung, etwas zu kaufen, nur weil es so günstig ist.

Trotzdem ging es mir mit Feuerwerk immer noch wie mit einem Autounfall: Man ist froh, dass man selber nichts damit zu tun hat, muss aber zwanghaft hinschauen, wenn es bei anderen passiert.
Hier auf Borkum hat die Stadt traditionsgemäß immer ein gewaltiges "Höhenfeuerwerk" am Hauptstrand gezündet, als Publikum dazu versammelten sich so unendlich viele Menschen auf der unteren und der oberen Promenade, dass man Sorge haben musste, dass die Insel kentert.

Zum Glück entdeckte ich irgendwann, dass ich auch aus meinem Dachfenster heraus noch reichlich Feuerwerk gucken konnte und musste seitdem gar nicht mehr um Mitternacht am Strand rumlungern. Das gefiel mir nicht nur deswegen gut, weil es Ende Dezember nachts nur sehr selten angenehmes Draußenwetter gibt, sondern vor allem auch, weil ich mit zunehmendem Alter Menschenmassen immer noch schrecklicher finde als ich sie eh schon immer fand. Vor 20 Jahren dachte ich, mehr Abneigung gegen Menschenmassen kann man gar nicht haben, dann lernte ich, dass nach Abneigung Widerwillen kommt. Die nächste Stufe der Eskalation wäre Hysterie, die versuche ich durch Enthaltsamkeit zu vermeiden.

Seitdem ich Silvester also ohne FOMO entspannt zu Hause bleiben konnte, entdeckte ich auch, wie viel die Nachbarn um mich herum privat rumböllern. Und ich gehe davon aus, dass das keine wilden Jugendlichen sind, denn jüngere Leute gibt es hier in der umliegenden Nachbarschaft kaum, sondern ziemlich alte, erwachsene Leute. Ich begann zunehmend darüber zu staunen, welch seltsame Dinge Menschen tun, die man sonst durchaus als vernünftig wahrnimmt.

Dieses Jahr (oder jetzt muss es ja schon letztes Jahr heißen) wurde nach meinem Gefühl insgesamt spürbar weniger geknallt als in den Vorjahren, meine direkten Nachbarn hatten aber trotzdem noch reichlich Knallzeug zu verballern, was der Hund aber erstaunlich gelassen ignorierte.
Die Stadt hat das erste Mal offiziell verkündet, dass es statt eines Raketenfeuerwerks eine LED-Lichtershow geben wird. Die konnte ich nun aus meinem Dachfenster nicht mehr begucken, da es pünktlich um 23.30h aber auch ganz gewaltig zu stürmen und zu regnen begonnen hatte, war ich sehr froh, dass auch die neue Lichtershow kein FOMO-Gefühl bei mir aufkommen ließ, für die Zuschauer vor Ort wird es sicherlich eher ungemütlich gewesen sein, aber das muss ja jeder für sich selber entscheiden.

Wir saßen um Mitternacht gemütlich drinnen vor dem bullernden Kaminofen, freuten uns über den tobenden Wind draußen und das laute Regengeprassel auf den Fenstern, weil es mit viel Schadenfreude für die unbeirrbaren Knallmenschen einherging, die draußen rumliefen und versuchten, ihre privaten Raketen zu zünden.

Rein theoretisch ist morgen normaler Müllabfuhrstag für unsere Straße, aber weder online auf der Seite der Entsorgungsbetriebe noch in der App ist der 2.1. als Müllabfuhrtermin eingetragen. Der 26.12. (letzte Woche) ist schon wegen Feiertag ausgefallen, so langsam steigt hier der Müllberg und ich bin unsicher, was ich tun soll. Als ich vorhin draußen nachschaute, stellte ich fest, dass kein Nachbar weit und breit Müll an die Straße gestellt hat, zudem frischt der Wind immer mehr auf und es regnet Hunde und Katzen, weshalb ich beschloss, nur auf Verdacht auch lieber keinen Müll an die Straße zu stellen. Bis ich alle meine einzelnen Mülltüten in einem großen, offiziellen Müllsack verpackt und mit einer Abdeckplane gesichert hätte, wäre ich pitschnass geworden. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Abdeckplane vom Sturm weggeweht wird, dann zerhacken die Möwen den Müllsack und verteilen den Inhalt in der Gegend, das ist alles eine große Sauerei. Ich sammele also meinen Müll noch eine Woche und verschiebe das Problem auf einen anderen Tag
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Dienstag, 30. Dezember 2025
Preise
Im Rahmen allgemeiner Haushaltstätigkeiten habe ich heute nicht nur eine Maschine mit Bettwäsche und Handtüchern gewaschen, sondern auch recht erfolgreich draußen auf der Leine getrocknet.

Grade Handtücher mag ich gar nicht, wenn sie im Trockner getrocknet wurden, sie sind dann so fluffig weich und trocknen gar nicht richtig ab, vor allem aber kann man sich beim Abtrocknen damit nicht wohlig am Rücken schubbern, nur deshalb dusche ich überhaupt, weil das Abtrocknen danach so schön ist.

Erfolgsmeldung also: Handtücher ordnungsgemäß kratzig getrocknet, ich bin sehr zufrieden.

Dann haben wir Pfand weggebracht und obwohl wir viel mehr Mehrwegpfand- als Einwegpfandflaschen hatten, haben wir als Einlösebetrag dafür deutlich weniger bekommen, die Logik in dem System muss man nicht verstehen, oder?

Da Lidl nur Einwegpfandflaschen verkauft, kann man dort Mehrwegpfandflaschen nicht abgeben, wir fuhren also zu Markant, einem Supermarkt mit einem breiteren Sortiment.

An der Kasse verkaufen sie Schokoriegel, ich hatte die Preise schon im Sommer gesehen und gestaunt, diesmal habe ich sie fotografiert, weil ich es doch beeindruckend finde, was Leute offensichtlich bereit sind, für ein Mars oder ein Snickers zu bezahlen, nur weil es komfortabel im Kassenbereich noch mal eben zum Mitnehmen griffbreit angeboten wird.

Ein Mars-Protein Riegel kostet fast 3€

Ich habe dieses Jahr ja auch gewaltig über die Preise für Weihnachtsgebäck gestaunt. Nicht, dass es mich persönlich betrifft, ich lebe sehr gut ohne Schokolade und Co., weil ich die angeborene Eigenschaft habe, dass ich Team salzig bin und auf alles Süße problemlos verzichten kann. Normale Milchschokolade finde ich sogar ausgesprochen "bääähh", dass das Zeug dieses Jahr aber massiv im Preis gestiegen ist, habe ich trotzdem mitbekommen.

Dominosteine beim Discounter für 3,79 € - ich möchte lieber gar nicht wissen, was die Markenware dann kostet, sondern frage mich nur, wer bereit ist, dafür so viel Geld zu bezahlen?
Oder gab es dieses Jahr für jeden nur ein wönziges Stöck?

Ein anderes Produkt, das sich preislich inzwischen in Kategorien bewegt, die ich nur als abgedreht bezeichnen kann, sind Zigaretten.

Ich habe schon vor so langer Zeit aufgehört zu rauchen, dass ich den Bezug zu den Preisentwicklungen auf dem Zigarettenmarkt komplett verloren habe, aber neulich kaufte jemand vor mir fünf Pakete Marlboro und erreichte damit locker die 50€-Umsatzmarke, für die ich immer ewig suchen, sammeln und überlegen muss und ich staunte nur.
Das Zeug kostet inzwischen über 10€ pro Schachtel - das sind 20 Mark, ich war fassungslos.

Und wenn ich nicht schon längst aufgehörte hätte zu rauchen, dann würde es mir bei dieser Preisentwicklung wirklich nicht mehr schwer fallen, ich glaube, bei diesen Preisen wäre ich schlicht zu geizig, um so eine Menge Geld einfach zu verbennen.

Am Nachmittag machten wir einen Strandspaziergang und ich hatte diesmal selber mein Handy dabei, so dass ich Strand, Himmel und die prächtigen Wolkenformationen in aller Ausführlichkeit knipsen konnte

Abendstimmung am Strand

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Sonntag, 28. Dezember 2025
Strandtag
Am Vormittag war es hier noch recht dunstig/neblig, aber dann kam die Sonne richtig raus und heizte alle Dunstwolken weg, ab mittags war hier strahlender Sonnenschein und mit +7°C wahrscheinlich die wärmste Gegend Deutschlands.

Die Flieger-App meldete reihenweise gesperrte Flughäfen, auch die großen, internationalen Flughäfen stellten teilweise den Betrieb komplett ein, weil Außentemperaturen von -2°C zusammen mit einem Taupunkt von ebenfalls -2°C einen gleichmäßig alles überfrierenden Nebel produzieren, der auch großen JumboJets das Fliegen unmöglich macht.

Wir liefen derweil mit dem Hund über den Strand und freuten uns über das wunderbare Wetter, verrückt, wie groß die Unterschiede manchmal sein können.

Bixa am Strand

Wir haben mit dem Hund einen sehr langen Strandspaziergang gemacht und weil ich mein Handy vergessen hatte, bat ich K, für mich Fotos zu machen. Auf einige Motive wies ich ihn gezielt hin, (Guck mal die Schaumwolken hier, die sehen toll aus, wenn der Hund gleich auf uns zugerast kommt, kann man damit ein tolles Foto machen) aber als er mir vorhin die Fotos schickte, passte so gut wie keines hier für den Blog, was mich doch etwas erstaunte.

Aber ich glaube, das liegt daran, dass K immer versucht, seine Fotos künstlerisch wertvoll zu komponieren, was mit einem Hund, der ständig in Bewegung ist, einen gewissen Zielkonflikt bedeutet.
Ich habe längst gelernt, dass man blitzschnell sein muss, wenn man den Hund in einer schönen Pose vor einem guten Hintergrund erwischen möchte, aber blitzschnell und Westfale ist halt auch nur schwer kompatibel.

Nun denn, immerhin waren zwei dabei, die einen Eindruck vermitteln, wie schön es heute draußen am Strand war, und das ist auf alle Fälle mehr optischer Eindruck als das, was ich ohne Handy nur mühsam verbal beschreiben kann.

Zum Abendessen gab es Stampfkartoffeln mit gerösteten Zwiebeln, Bratwurst und Rotkohl und ich fand das alles so gut gelungen, dass ich mich maßlos überfressen habe, aber zum Glück kann ich ja gleich schon wieder ins Bett gehen und dort leise vor mich hinrülpsen
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Samstag, 27. Dezember 2025
Endlich wieder Alltag
Ja kuck, das hat ja wunderbar geklappt. Knapp habe ich mich einmal ausgiebig über die Kälte aufgeregt- zack, schon ist es heute 7° wärmer. Das gefällt mir. Können wir beibehalten das System.

Jetzt geh ich auch wieder vor die Tür, allerdings erst morgen, heute war es schon zu spät, als ich begriff, dass die Außentemperaturen sich wieder in akzeptablen Bereichen bewegen.

Bis mittags habe ich mich einfach geweigert, mich aus dem warmen Bett zu erheben, dann fiel mir aber ein, dass heute ja ein ganz normaler Samstag ohne Feiertags-Blödsinn und mit geöffneten Geschäften ist. Was für ein Glück, endlich wieder einkaufen.

Brot war alle und die Gurken hatten die Kinder auch komplett aufgegessen, sehr viel mehr brauchten wir nicht, aber selbstverständlich fanden wir dann doch noch das eine oder andere, so ein Mini Einkauf nach zweieinhalb Tagen Entzug wäre ja wirklich zu traurig gewesen.

Als ich am Nachmittag mit dem Hund eine Runde vor die Tür gehen wollte, traf ich den Nachbarn, der gerade in seinem eigenen Haus zu Besuch war (es ist ein Ferienhaus und meistens an fremde Leute vermietet), der ebenfalls einen neuen, jungen Hund hat und wir stellten schnell fest, dass sich unsere beiden Hunde wunderbar verstanden und so gingen wir gemeinsam in den ziemlich großen, komplett abgeschlossenen Nachbargarten und gönnten den Hunden ausgiebigen, gemeinsamen Tobespaß. Danach war ein Spaziergang nicht mehr notwendig, war mir recht.

Am Abend kam „Unternehmen Petticoat“ auf HR3 und ich war total glücklich. Ich finde diesen Film so prima, ich könnte ihn jeden Monat einmal sehen ohne mich zu langweilen
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Donnerstag, 25. Dezember 2025
Kinderlos
So, jetzt sind schon alle Kinder wieder abgefahren und auch gut an ihren jeweiligen Zielorten angekommen, ab sofort sind wir also wieder nur zu zweit mit Hund.

Die nächsten zwei Wochen werden sehr ruhig, weil es keine Termine oder Verpflichtungen für irgendetwas gibt, der Bau steht still und alle Handwerker sind im Weihnachtsurlaub.

Die Kinder haben ihre Zimmer und auch die Küche wunderbar aufgeräumt und geputzt hinterlassen, das einzige, was mir noch blieb war ein gut gefüllter Wäschekorb, den ich heute zur Hälfte dann schon mal weggewaschen habe.

Weil es draußen nur knapp über 0°C hat, habe ich davon abgesehen, die Wäsche draußen aufzuhängen, bei der Kälte wird sie sowieso nicht trocken, weshalb ich gleich alles in den Trockner gesteckt habe.

Die letzten Male, wenn ich Trockner und Waschmaschine gleichzeitig laufen ließ, flog immer der FI-Schalter raus (obwohl die Geräte an zwei separaten Sicherungen hängen), deshalb habe ich diesmal den Waschmaschineninhalt in den Trockner geräumt und gestartet, die Waschmaschine selber aber nicht neu befüllt, ich dachte mir, ich habe ja Zeit, dann dauert es eben etwas länger, bis alles fertig ist.

Während der Trockner lief, habe ich mich vor den Fernseher gesetzt und irgendein Weihnachtsprogramm geschaut, bis plötzlich das Bild verschwand und der Fernseher anzeigte, dass er keinen Empfang mehr hat.

Mein erster Gedanke war, dass die Russen jetzt nicht nur die GPS Sender stören, sondern auch die Satellitensender und dass das eine neue Variante ist, wie sie Unruhe ins Land bringen wollen, wenn sie der deutschen Bevölkerung die Weihnachtsfilme vermiesen.

Es dauerte eine Zeitlang bis ich begriff, dass es nicht die Russen waren, die Astra 19,2° Ost störten, sondern mein Trockner, der den FI-Schalter auch ohne Waschmaschinenunterstützung rausgeworfen hatte.

Weil die alte Verkabelung im Wohnzimmer der einzige Stromkreis im Haus ist, der nicht am FI hängt, bekam der Fernseher noch Strom, aber eben keine Daten mehr vom Sat-Verstärker.
Interessant fand ich, dass ich trotz meines aktiven Bemühens, mich nicht um die laufenden Konflikte im Weltgeschehen zu kümmern, trotzdem schon genug alarmiert bin, hinter irgendwelchen ungewöhnlichen Störungen sofort Sabotageakte der Russen zu vermuten.
Ich fürchte, das wird alles noch böse enden.

Ebenfalls sabotiert und final zerstört wurde der Toaster, allerdings auch nicht von einer fremden Supermacht, sondern von mir persönlich.
Mir war da eine kleine Baguettescheibe weggerutscht, die ich versuchte, mit einer Gabel aus dem laufenden Toaster zu fischen. Keine gute Idee, es gab einen Kurzschluss und nu toastet er nicht mehr der Toaster. Ich habe schon einen neuen bestellt, aber die nächste Woche werden wir wohl auf dem Kontaktgrill toasten müssen, der funktioniert zum Glück noch
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Mittwoch, 24. Dezember 2025
Weihnachten
Das war ein sehr schöner Tag heute, diese Art von Weihnachtsfeier gefällt mir sehr.

Als Zeitpunkt für Weihnachten = Bescherung hatten wir gestern schon 15h festgelegt, so dass allfällige Fragen nach "wann machen wir?" genauso entfielen wie plötzliche Hektik, weil ja vorher keiner wusste, wann es soweit ist.
Obwohl, um 14.50h sagte C zu J, dass er sich doch bitte noch eine richtige Hose und ein vorzeigbares Hemd anziehen solle, weil, es wäre schließlich jetzt gleich Weihnachten und wenn man Fotos machen wolle, dann wäre sein Aufzug nur mittelfotogen. J war bis zu dem Zeitpunkt in sein heißgeliebtes, superbequemes Bett-Schlumpf-allesegal-Outfit gekleidet, das er seit vier Tagen quasi nonstop trug und das für ihn den Inbegriff von "zuhause" darstellt.
Aber das half ihm nichts, ich war auch für ein angemesseneres Outfit, er sah also ein, dass er sich umziehen musste, bestand aber darauf, dass er dann vorher auch noch duschen müsse, weil frische Klamotten auf einen ungeduschten Körper, das wollte er nicht. So verschob sich also unser geplanter 15h Bescherungs-Termin, weil J noch unter der Dusche stand.

Ich nutzte die Zeit und mixte derweil die zweite Portion Pesto. Vorher hatte ich schon rotes Pesto gemacht, die Portion, die ich am Freitag hergestellt hatte, war gestern schon alle, deshalb wurde es Zeit, dass ich für Nachschub sorgte. Neben dem roten habe ich diesmal auch grünes Pesto gemacht, außerdem auch noch Humus, an Dips und Aufstrich herrscht hier die nächste Zeit erstmal kein Mangel.

Dann war aber endlich Bescherung und es gab nicht nur viele, sondern auch viele wirklich wunderbare Geschenke.

Das riesengroße, geheime Supergeschenk, das K letzte Woche so heimlich in Bielefeld abgeholt hatte, entpuppte sich als ein Regal für den Schuppen, was die Kinder nicht nur gemeinsam ausgesucht und gekauft, sondern in den letzten Tagen auch völlig unbemerkt aufgebaut und eingeräumt hatten und ich fand es wirklich supersupertoll. Ich hatte mir schon seit längerem Gedanken darüber gemacht, wie wir wohl Ordnung in diesen Schuppen bekommen. Dieses Problem ist jetzt also gelöst und alles ist erledigt. Wie wundervoll.

Die Riesenmenge an Geschenken, die wir alle auf dem Esstisch aufgestapelt hatten, waren zu einem Großteil für K, weil ich ja auf dem letzten Flohmarkt so einen erfolgreichen Geschenkefischzug eingefahren habe, aber natürlich ergibt sich absolut von ganz alleine schon deshalb eine große Geschenkemenge, wenn sich fünf Leute alle untereinander beschenken und der Hund auch noch etwas bekommt.

Außer einem Paar Kopfhörer für Bixa, den Flughund (was wir umtauschen müssen, da zu klein) bekam sie auch noch eine Auswahl an guten Kaustangen, das Paket damit durfte sie auch selber öffnen
Bixa hat Ohrschützer bekommen
Heiligabend ohne christliche Note

Am Abend kam der Onkel zum Essen, anschließend packte N seinen Doktorkoffer aus und entfernte bei mir, bei K und beim Onkel ein paar (Alters)warzen. Um Kleckereien mit Blut oder anderen Flüssigkeiten vorzubeugen, legte er das herumliegende Geschenkpapier unter und ich fand das ein ungemein witziges, medizinisches Setting :-)

Ich hoffe, dass die Warze an meinem Handgelenk, die N so tief ausgeschnitten hat, dass darunter schon das Fettgewebe zu sehen war, mit diesem radikalen Schnitt nun auch wirklich verschwunden ist, mein dauerndes Darumgeknibbel im letzten halben Jahr hat das Verschwinden wohl eher nicht so befördert
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