Früher, also so ungefähr von 1990 bis 2008 hatte ich ja mal ein sehr großes und immerzu größer werdendes "Bastelstudio" und war auch ständig damit beschäftigt, irgendwelche Dinge zu basteln, wobei meine Basteleien meist irgendwas mit Papier zu tun haben.
Seit dem Neustart im Jahr 2008 habe ich nur noch eine relativ kleine Menge an Bastelkram, wobei das anderen Leute zwar immer noch gigantisch viel erscheint, aber verglichen mit dem, was ich mal hatte, ist es halt nur noch ein Bruchteil der früheren Menge und ich verbringe auch nur noch ganz wenig Zeit am Basteltisch. Aber ein Rest ist geblieben und ich habe auch immer noch viele Ideen, was ich gerne machen möchte.
Am meisten Spaß habe ich daran, Bücher neu zu beziehen und Karten zu gestalten, wobei ich die am liebsten als Collage fertige. D.h. aber auch, dass ich "Grundmaterial" brauche und das wiederum heißt, dass ich Papier sammele, wenn ich meine, daraus lässt sich noch was machen.
Dieses Jahr habe ich eigentlich nur gesammelt aber noch nichts Größeres produziert. Da ich beruflich sehr viel mit Banken zu tun habe und Banken wiederum sehr viel Wert auf hochwertiges Papier legen, rette ich regelmäßig Bankpräsentationen, weil ich das viel zu schade finde, so schönes Papier einfach wegzuwerfen.
Jetzt wurde es allerdings Zeit, diese geretteten Schätze einmal kritisch auszudünnen und vor allem wegzuräumen, denn mein Arbeitstisch war mittlerweile randvoll mit "Bankenkram".

Einiges hat sich dabei übrigens von alleine erledigt, denn den Taschenkalender für 2016 muss ich jetzt außen rum nicht mehr aufpimpen....
Nach dem ich diesen Arbeitstisch dann einmal gründlich auf- und leergeräumt hatte, war endlich Platz für ein neues Projekt, denn ich wollte dieses Jahr unbedingt mal wieder einen Adventskalender basteln.
Früher bekam jedes Kind immer seinen eigenen Adventskalender. Die mussten zwar nicht mehr gebastelt werden, denn dafür wurden immer dieselben "Tüten" verwendet, da lag die Herausforderung vor allem darin, jedes Jahr 72 (=3x24) Kleinigkeiten zusammenzutragen, die dann in der Nacht vom 30.11/1.12. einzeln eingewickelt in die Tüten gesteckt und die Adventskalender dann an den passenden Stellen im Haus aufgehangen wurden.
Gefüllt wurden die Tüten mit allen möglichen Dingen, die ich im Laufe des Jahres so sammelte. Mit dieser Sammelei fing ich im Zweifel bereits im Januar an, denn es ist gar nicht so leicht, so viele "Gimmicks" zu finden, die erstens ja nicht viel kosten sollten und zweitens auch nicht zu groß sein durften, denn sonst hätten sie nicht mehr in die Tüten gepasst. Ich war also fast 20 Jahre fest auf die "Adventskalenderkleinkramsuche" gepolt und deshalb irgendwann sehr froh, dass die Kinder meinten, sie bräuchten jetzt keine Adventskalender mehr, sie hätten im Laufe der Jahre genug Radiergummis, Furzkissen und bunte Stifte bekommen, sie wüssten jetzt leider nicht mehr wohin mit dem Kram.
Aber dieses Jahr war mir wieder nach Adventskalender, als ich nämlich einen Bausatz für einen Adventskalender aus kleinen Schächtelchen sah und richtig Lust bekam, mal wieder was zu basteln. Carlina, die dabei war, als ich den Bausatz kaufte, fragte relativ sorgenvoll, für wen der denn wohl sein solle, weil, sie hätte ja wirklich nur sehr wenig PLatz in ihrem winzigkleinen WG-Zimmer. Als ich ihr aber erklärte, den würde ich jetzt für meine Schwester machen, denn die hätte ein großes Haus und seit einem Jahr sogar ein eigenes Zimmer, da wäre genug Platz für Kram, da war sie beruhigt.
Die Füllungen für den Kalender hatte ich inzwischen auch schon zusammen, er musste jetzt nur noch zusammengebaut werden. Dafür braucht es Platz und um den zu schaffen, bin ich heute extra früh aufgestanden. Durch das frühe Aufstehen entwickelte sich ein richtig großer Energieschub - wenn ich um so eine ungewohnte Zeit schon wach bin, dann auch richtig. Das war auch gut so, denn ich habe tatsächlich über vier Stunden hier rumgeräumt, bis ich endlich den Arbeitstisch frei und alle notwendigen Werkzeuge parat hatte.
Jetzt bin ich sehr zufrieden mit dem Tag, denn nebenher habe ich noch ein superleckeres Gulasch im Crockpot gekocht. Das Problem bei Gulasch im Crockpot ist, dass es über 6h braucht, bis es fertig ist, deshalb muss man sehr früh anfangen zu kochen, wenn man vor Mitternacht essen möchte, aber ich war ja heute schon früh unterwegs, weshalb ich endlich auch dieses Vorhaben mal umsetzen konnte. Ich liebe Gulasch, das so zart ist, dass man die Fleischstücke mit der Gabel zerteilen kann, aber das gelingt halt nur im Crockpot und braucht einfach diese Zeit.
Insgesamt also ein höchst erfolgreicher Tag und ich gehe jetzt mit glänzender Laune ins Bett.
Punkt
.
1521 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Und dann kommt plötzlich irgendein Idiot von hinten und überholt. Logischerweise unter offensichtlicher Missachtung der Geschwindigkeitsvorgaben und drängelt sich also in dieser sehr locker und entspannt hintereinander fahrenden Reihe völlig sinnlos und schwachsinnig nach vorne und man fragt sich, was sich der Spinner davon verspricht, außer dass alle erschrocken bremsen, weil seine Überholmanöver natürlich auch sehr knapp kalkuliert sind und er sich nur so grade eben noch zwischen dem entgegenkommenden Auto und dem, was er überholt, wieder einfädeln kann.
Passiert auch durchaus an Stellen, wo neben einer vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit auch noch Überholverbot ist.
Ich ärgere mich dann immer und wünsche mir, ich wäre Zivilpolizist und hätte so eine Polizeiausrüstung dabei. Dann könnte ich mit der in Fernsehkrimis abgeschauten Lässigkeit erst das Blaulicht aufs Dach setzen, dann zur Jagd auf den Verkehrssünder ansetzen und ihm, erfolgreich gestellt und ausgebremst, für immer den Führerschein entziehen.
Ich meine, solche Raserhirnis, da braucht man doch gar kein Vorurteil zu bemühen, da weiß man doch sofort, was das für Typen sind. Möchtegern Machos bei denen die Menge der Hirnzellen und die Schwanzlänge direkt proportional und unterdurchschnittlich ist.
Wie auch immer, heute morgen wurde ich überholt. Von genau so einem Raserhirni in einem tiefergelegten Brabus-Mercedes mit vier Auspüffen (oder einem vergleichbaren Auto), an einer Stelle, wo Überholverbot und 70 km/h gelten und ich fand, ich bin mit 80 km/h ausreichend schnell unterwegs. Der Idiot schoss trotz Gegenverkehr an mir vorbei, was bei dem entgegenkommenden Auto zu einem erschrockenen Ausweich- und Bremsmanöver führte und weil ich ebenfalls bremste, schaffte er es grade noch rechtzeitig wieder auf die rechte Spur zu wechseln, bevor es zu einem Crash kam.
Ich wünschte mir mal wieder Polizistenkompetenzen samt passender Ausstattung, aber was willste machen, hilft ja nix, ich fuhr also einfach nur kopfschüttelnd weiter.
Und dann passierte die zweitbeste Alternative zu meinem Polizistentraum: Hinter der nächsten Kurve hatten sich tatsächlich echte Polizisten mit einer Radarpistole aufgebaut und der Hirni ist da natürlich voll reingebrettert.
Als ich um die Kurve bog, hatten sie ihn noch 300m weiter an der nächsten Bushaltestelle schon rausgewunken, und weil ich von so einer Gelegenheit ja immer schon geträumt habe, habe ich ungefragt auch angehalten, bin ausgestiegen und wollte zu dem Hirnifahrer gehen, um ihm mitzuteilen, dass er grade meinen Tag gerettet hätte.
Dafür wollte ich mich ganz artig bedanken, schließlich hat man nicht alle Tage die Genugtuung, seine Schadenfreude so ungebremst ausleben zu können wie ich grade und im übrigen würde ich sehr gerne als Zeuge für unerlaubtes, gefährliches Überholen zur Verfügung stehen.
Ich wurde nur vorher von einem Polizisten gestoppt, der mich fragte, was ich vorhabe und dem ich dann mein Anliegen ausführlich schilderte.
Der hörte sich das auch grinsend an, inklusive meiner blumig vorgetragenen, wissenden Beschreibung über den Fahrer, um sich dann an meinem erstaunten Blick zu weiden, als ich den Fahrer tatsächlich zu sehen bekam. Denn meine sichere Erwartungshaltung hatte nicht ganz in Schwarze getroffen: Während ich noch mit "meinem" Polizisten redete, stieg aus dem Raserauto eine sehr zerknirschte, mausgraue Ökomama mit beiger Windjacke und Wickeltasche unterm Arm.
Wie die in so ein Auto mit vier Auspüffen kommt, habe ich leider nicht mehr erfahren, wahrscheinlich steckt dahinter eine noch viel lustigere Geschichte, aber insgesamt fand ich meinen Tagesanfang so auch schon ganz unterhaltsam
.
899 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Deshalb war ich für meine Verhältnisse schon sehr früh, also so gegen 8.15h, im Büro, um wenigstens eine Stunde Zeit zu haben, die Fragen von Mitarbeitern und die Mails vom Wochenende zu beantworten.
Am Nachmittag war ein Termin in MG angesetzt, Wohnungsübergabe von CW's durchgeknalltem Türken, mit dem wir seit über einem Jahr vor Gericht um seinen Auszug streiten. Der Räumungstermin war schon für den 1.12. festgemacht, als sich der Mieter plötzlich freiwillig meldete und meinte, er wäre ausgezogen und könnte die Wohnung jetzt übergeben. Eigentlich hat keiner damit gerechnet, dass er zu dem Termin heute dann auch wirklich erscheint, deshalb wollte ich unbedingt meinen MG-Schlüssel mitnehmen, um wenigstens ins Haus zu kommen, aber den habe ich heute morgen dann natürlich vergessen, als ich so extrem früh schon losgefahren bin, weshalb ich die geplanten 90 Minuten im Büro heute morgen dann wieder um 30 Minuten verkürzte und lieber noch mal nach Hause fuhr, Schlüssel holen. Hat sich richtig gelohnt, das frühe Aufstehen...
Mit allem Wichtigem ausgestattet ging es dann zuerst nach Düsseldorf, irgendeiner Hauptversammlung beiwohnen, war relativ unspektakulär und um 14.30h vorbei, anschließend ging es dann über die

909 x anjeklickt (3 mal hat hier schon jemand geantwortet) ... ¿selber was sagen?
Und ja, stimmt - zwei Kinder sind da.
Im Alltag hat sich jedes der Kinder genauso wie K. und ich längst sein individuelles, selbstständiges "Single-Leben" eingerichtet (okay, K. und ich leben ein Pärchen-Single-Leben, was aber halt deutlich eher ein Single-Leben als ein Familien-Leben ist), doch knapp treffen Eltern und Kinder in einem Haushalt aufeinander, verfällt jeder wieder in sein altes Rollenmuster. Die Kinder sind wieder Kinder und Geschwister, lümmeln, streiten und prügeln sich auf dem Sofa und warten, dass es was zu essen gibt, während ich in der Küche das (kindgerechte) Essen koche und mich seltsam verpflichtet fühle.
Gleichzeitig macht es aber auch Spaß, dieses alte Rollenschema wieder zu bedienen. Man vergisst so schnell und gewöhnt sich an neue Strukturen, wenn man dann mal alle paar Wochen wieder das alte Leben aufwachen lässt, ist es so verkehrt nicht.
So rückwärts betrachtet stelle ich fest, dass eine große Familie schon etwas Nettes ist. Auch wenn ich es oft anstrengend fand, so bin ich heute doch sehr zufrieden, dass alles gekommen ist, wie es gekommen ist. Denn eigentlich wollte ich ja nie Kinder haben, ein freies Single-Leben erschien mir immer wesentlich attraktiver - und dann wurden es gleich drei Kinder.
Und auch wenn man als Mutter noch so emanzipiert ist, weiterarbeitet und jede Menge Arbeiten an Kinderfrauen und Haushaltshilfen delegiert - ein freies Single-Leben geht deutlich anders als ein Familienleben mit Kindern.
Heute habe ich dieses freie "Erwachsenenleben" und ich genieße es sehr. Aber genauso sehr genieße ich es auch, wenn ab und zu, so alle 2-3 Wochen, für ein Wochenende die Kinder wieder im Haus sind und wir die alten Familienrituale wieder leben
.
863 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?

Stimmt, das ist grummelig, und das ist noch die freundliche Beschreibung.
Ich habe mich heute mal wieder über unseren Superchefassistent geärgert und geärgert ist auch hier die harmlose Beschreibung. In echt habe ich geschäumt vor Wut und zwar nicht nur über diese potenzierte Inkompetenz, sondern auch über die schamlose Chuzpe, mit der er seine Inkompetenz auch noch fröhlich als ganz selbstverständliche Hochleistung verkauft.
Wie kommt man jemandem bei, der sich stumpf weigert überhaupt wahrzunehmen, dass er in seinem Job rettungslos überfordert ist?
Aber vielleicht ist es ihm ja durchaus klar, aber er kann es nicht ändern, da es keinen Job gibt, der seiner Qualifikation entspricht und ihm das Gehalt zahlt, das er zur Zeit erhält. (Verdient ist hier eindeutig das falsche Wort). Dann haben wir ihn für immer am Hals.
Meine Laune: siehe oben
.
741 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Dass 1.0 fehlt (oder erst nachträglich vergeben wird, wenn es zur Unterscheidung nötig ist) ist normal, denn Dinge die zum ersten Mal vorkommen werden zunächst ja noch nicht nummeriert. (Wie bei den Weltkriegen, da ist mir das durch eine Bemerkung meiner Großmutter aufgefallen, die sagte, dass sie in einer Zeit groß geworden ist, als der erste Weltkrieg noch keine Nummer hatte.)
Aber zurück zur Welt der reisenden Daten: Wo ist die 3.0? Habe ich da irgendwas verpasst? Und wenn nicht, warum wurde die drei ausgelassen?
Seltsam.
Ansonsten war heute ein trüber Tag, der auch am Nachmittag entgegen der Vorhersagen nicht besser wurde. Wir sind mit der Vormittagsfähre zum Eemshaven rüber gefahren. Da es Probleme mit der Autorampe gab, hatte die Fähre fast eine Stunde Verspätung und sie war rappelrappelvoll. Klar, Brückenwochende für alle NRW'ler, da sind sehr viele mal eben für drei Tage auf die Insel gefahren.
Wir haben dann zunächst wieder in Appingedam im Gewerbepark gehalten, ein bisschen Shoppen und den unvermeidbaren McKroket, so dass wir erst gegen 14.30h "richtig" unterwegs waren und K. leise vor sich hin grummelte, weil es nun so spät war und er doch eigentlich in Damme vorbeifahren wollte, da dort der Flieger grade in der Werft steht und abgeholt werden muss, wegen Winterzeit jetzt aber bereits um 17h Sunset ist und das wird alles knapp und dann klappt das nicht, weil ich so lange shoppen wollte und grummel eben.
Das Gegrummel wurde etwas besser, als er feststellte, dass das Wetter nicht besser, sondern im Gegenteil immer dichter wurde. Das Fliegerwetter wird nach Sichten und Wolkenhöhen unterschieden und dabei je nach kombinierter Qualität mit einzelnen Buchstaben bzw. deren Bezeichnung im Funkeralphabet benannt. Das beste Wetter, das man sich vorstellen kann, heißt "Charlie", wobei das "C" für "clear" steht.
Komplett fluguntauglich ist das Wetter, bei "X-Ray", keine Sicht und tiefhänende Wolken, da fliegen nur noch Instrumentenflieger, aber nicht die Sichtflugpiloten.
Und heute war das Wetter eindeutig X-Ray. Je näher wir Richtung Damme kamen, umso schlechter wurde es auch noch, ich witzelte, dass so eine Suppe ja schon fast Yankee oder Zulu heißen müsste und K. war wieder besänftigt, weil mein Getrödel beim Shoppen dann doch nicht schuld war, dass sein Plan nicht funktionierte. Dann gab es noch ein paar Staus und gesperrrte Straßenabschnitte unterwegs, als aber klar war, dass wir nicht mehr nach Damme fahren, war das alles nicht so schlimm.
Hier in Greven stand dann Zeitumstellung Teil 2 auf dem Plan, hier sind noch mehr Uhren als auf Borkum und jedes Mal, wenn ich all diese Uhren so mühsam eine Stunde rückwärts drehe, überlege ich, ob ich tatsächlich so viele Uhren brauche - aber dann überlege ich weiter, welche dieser Uhren ich denn jetzt aussortieren möchte - und dann behalte ich sie doch wieder alle.
Dieses Uhrengeticke in allen Räumen ist ja auch ein Sound, der zu meinem Zuhause gehört. Die Kinder haben sich immer beschwert, dass es sie nervt, aber als wir hier nach Greven gezogen sind und ich erst nach drei Tagen die Uhren aufhängte, stellten sie doch erstaunt fest, dass es erst mit Uhrengeticke wieder ein Zuhause ist
.
806 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Deshalb wollten wir uns gestern einen richtig schönen Abend machen. K. schlug vor, wir könnten ja in die Sauna nach GT fahren, da wäre so ein richtig toller Wellnesstempeln mit allem Pipapo, und sowas wollten wir ja schon lange mal machen. Ich habe das abgelehnt, weil K. sich noch einen Termin auf 17h gelegt hatte, so dass wir vor 18.30h nicht losgekommmen und damit vor 19.30h nicht angekommen wären, was sich für einen so tollen Wellnesstempel mit allem Pipapo irgendwie nicht lohnt, wenn der um 22h schon wieder schließt, denn wenn ich da schon mal hinfahre, dann soll es sich auch richtig lohnen.
Deshalb standen wir um 18.15h gemeinsam in der Küche und haben überlegt, was wir alternativ Tolles tun könnten, mir war bis dahin leider auch nichts eigenes, dem abgelehnten Vorschlag des Wellnesstempels gleichwertig Wunderbares eingefallen.
Wir stellten fest, dass wir beide Hunger hatten und dann ist Essen gehen ja schon mal eine gute Idee.
Freitagsabends spontan in einem beliebten Lokal noch einen Tisch zu bekommen, ist dagegen schon schwieriger und wir wollten ja etwas Besonderes, also weder unseren Hausgriechen, noch die Hauspizzeria.
Schließlich bekamen wir einen Platz im Steakhaus, wenn wir bis 18.30h da sein könnten.
Da ich wusste, dass dieses Steakhaus einen guten Wrasenabzug hat, so dass man seine Kleidung nach dem Besuch des Restaurants nicht sofort auf den Balkon aussperren muss, um sie am nächsten Tag in die Reinigung zu schleppen, musste ich mich auch nicht mehr umziehen und wir konnten sofort losfahren. Diesen "Restaurantgestank" in den Klamotten finde ich ganz entsetzlich widerlich, leider ist das sowohl bei meinem Lieblingsjapaner in Münster (wegen des offenen Teppanyakitisches) als auch bei meinem Lieblingsgriechen (wahrscheinlich wegen einer falsch eingebauten Küche) nicht zu vermeiden, so dass ich mich für diese Restaurants immer extra umziehe und Klamotten wähle, die anschließend sowieso in die Waschmaschine müssen.
Da wir so früh im Restaurant waren, waren wir um 20h schon wieder zu Hause und hatten in der Zwischenzeit beschlossen, dass wir es uns dann eben gleich zu Hause richtig gemütlich machen. Ich bestand allerdings darauf, dass wir vor dem Gemütlichmachen noch das Bett frisch beziehen, das wollte ich schon vor zwei Wochen getan haben und mittlerweile war es wirklich fällig, und in einem frisch bezogenen Bett ist es doch gleich nochmal doppelt so gemütlich. K. wies darauf hin, dass zum Gemütlichmachen doch auch gewisse Aktivitäten gehörten, die das frisch bezogene Bett gleich wieder einsauen, ich fand das okay, dann riecht das Bett eben gleich nach zuhause.
Um 20.10h war das Bett bezogen, um 20.11h lag K. schon fertig ausgezogen drin, ich war noch im Bad und habe mir die Zähne geputzt. Als ich ins Schlafzimmer kam, hatte K. das Fernsehen eingeschaltet und damit nahm der Abend seinen Lauf. Freiwillig und aktiv gewählt hätte ich so einen Film nie angemacht (irgend ein alberner Liebesfilm mit Büffeln auf der Alb), aber wenn ich erst einmal hingeguckt habe, dann muss ich ihn leider auch zu Ende gucken, so dass ich K. mit seinen Bemühungen, es sich und uns während des Films noch weiter gemütlich zu machen, auf seine Seite des Bettes verwiesen habe, ich musste erst Film gucken. K. verschwand dann zwischendurch und holte eine Flasche Sekt. Sekt trinken kann ich gleichzeitig beim Film gucken, aber mehr auch nicht, alles andere lenkt zu sehr ab. Als der Film zu Ende war, hatte sich K. mit dem Sekt getröstet und war friedlich eingeschlafen.
Ich habe das erst nicht geglaubt, noch ein halbes Stündchen gewartet und zwischendurch immer mal wieder geprüft, ob er wirklich so fest schlief, wie er tat, tat er aber wohl, so dass das Wochenende mit einem ausgedehnten 12-Stunden-Schlaf begonnen hat und ich muss sagen, das war eine glänzende Idee und tatsächlich das reine Vergnügen
.
1377 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?
Heute wollte ich mich gleich nach dem Aufstehen an den PC setzen. Das war der Plan.
Aber dann hatte ich erst Hunger und fand, Frühstück vor der Arbeit ist völlig legitim.
Da ich ansonsten aber so gut wie nie frühstücke und eigentlich auch nie so genau weiß, was ich zum Frühstück überhaupt essen könnte oder möchte, ist Frühstück eine der kompliziertesten Mahlzeiten überhaupt - sie besteht bei mir hauptsächlich aus Genörgel.
Brötchen mag ich nur so, wie es sie früher mal gab. Als der Schnee noch weiß und die Bäcker noch echte Handwerker waren. Die heutigen Brötchen bestehen doch nur aus langweiliger Kruste und viel Wind innen drin. Das Beste, das Weiche, das kommt sozusagen nicht mehr vor. Brötchen vom echten (modernen) Bäcker finde ich deshalb noch viel schrecklicher als Brötchen vom Discounter. In diesen Backshopselbstbedienungsdingern gibt es wenigstens näherungsweise manchmal Brötchen, die ich akzeptiere, blöderweise sind das auch meistens die, die immer als erste ausverkauft sind.
Aber es gibt ja auch Frühstück ohne Brötchen. Baked beans mit bacon and fried eggs - lecker! Aber danach riecht das Haus immer für drei Tage nach billiger Würstchenbraterei, knusprigen Bacon herzustellen führt leider zu olfaktorischen Kollateralschäden, die ich nicht immer bereit bin zu akzeptieren. Und außerdem überfresse ich mich an diesem Frühstück immer, danach bin ich bis Nachmittags komplett quietschesatt, bekomme dann aber gegen 16h ganz plötzlich und auch ganz akut ganz großen Hunger, der dann mit einer Tüte Chips bekämpft wird, was wiederum dazu führt, dass ich anschließend nicht mehr genug Hunger habe, um noch etwas vernünftiges essen zu wollen, was gleichzeitig bedeutet, dass ich auch keine Lust mehr habe, irgendwas zu kochen.
Das mit dem Kochen ist ja auch so ein Ding.
Meine Schwester sagt immer, dass ich gerne koche, sie dagegen hasst Kochen. Ich sage dann immer, dass das so nicht stimmt, ich koche nicht gerne, aber es macht mir nichts aus - und es ist mir in aller Regel wesentlich lieber, dass ich selber koche, bevor ich irgendeinen Fraß essen muss, den andere gekocht haben. Ich esse nämlich gerne, aber auch entsetzlich mäkelig. (siehe oben die Brötchen).
Ich stehe also sehr auf "leckeres Essen", betrachte das Kochen dafür aber weder als Kunst noch als Religion oder irgendetwas anderes "Heiliges", sondern im Gegenteil, alles was das Kochen erleichtert und verschnellert ist hochwillkommen.
CW dagegen war ein wahrer "Ritualkoch". Er konnte stundenlang Gemüse in genau gleich große Stückchen schnibbeln, um sie anschließend mit viel Salz und noch mehr Pfeffer und Chili zu einem "Gemüsefond" auszukochen, der damit endete, dass er die Flüssigkeit auffing und die Gemüseeinlage (wohlgemerkt, alle Stücke exakt gleich groß) wegwarf. Nach meinem Geschmack hatte er anschließend sehr scharf gewürztes heißes Wasser hergestellt, aber die Zeiten sind ja nun vorbei und de mortuis nil nisi bene, aber ich verwende kurzerhand einen Brühwürfel und finde, das schmeckt ausreichend gut.
Ich bin extrem begabt im Aufpimpen von Fertiggerichten bzw. "Halbfertiggerichten" und ein erklärter Fan des Paretoprinzips. 80% Perfektion reichen dicke.
Ich versuche also meist so unaufwändig wie möglich zu kochen, meine Benchmark ist dabei meine eigene Zunge: Wenn ich den Unterschied schmecke, dann lohnt sich im Zweifel auch etwas mehr Mühe. Kartoffelbrei aus der Tüte zB. schmeckt ätzend, so lästig es ist, aber den mache ich immer frisch.
Leider habe ich dadurch aber wohl die Geschmacksnerven meiner Familie entschieden zu empfindlich gezüchtet. Sie essen zwar klaglos Kantinenessen - aber nur, wenn sie nicht zu Hause sind und Hunger haben. Falls ich also versuche, mit einer fertigen Salatsauce aus der Flasche den Zubereitungsprozess des Salates deutlich zu verkürzen, gibt es großes Gemecker. Da hätten sie schon gerne alle die selbstgerührte Himbeervinaigrette, die nicht nur das mühsame Schalottenwürfeln beinhaltet, sondern auch viel Saubermachen von Töpfchen, Löffeln und Rührquirl.
Überhaupt ist das Saubermachen natürlich das eigentlich Aufwändigste bei der ganzen Kocherei, aber das versuche ich oft an einen der "Nuresser" zu übertragen.
Und insgesamt koche ich überhaupt nur, wenn ich auch selber Hunger habe. Wenn ich selber gar keine Lust habe, etwas zu essen, dann muss der Rest der Familie sehen, wie er klarkommt. Wir haben immer genug TK-Pizza und Dosenravioli im Haus und einen Topf Nudeln mit Ketchup konnten sich die Kinder schon zubereiten als sie noch sehr klein waren.
Vielleicht ist das aber auch der Grund, weshalb mir Kochen nichts ausmacht: Ich habe mich noch nie verpflichtet gefühlt. Wenn ich koche, koche ich freiwillig, und dann bin ich auch daran interessiert, dass es wirklich lecker wird. Irgendwelche anderen, hehren Ziele, wie gesunde Ernährung, ökologisch, ökumenisch oder anders ökomäßig korrekt oder gar irgendeiner überlieferten Handwerkstradition folgend - das hat mich alles noch nie interessiert, so wie ich ja die meisten Vorschriften sehr gerne und sehr üblich mit einem lockeren Schulterzucken und einem "Mir doch egal" meist pfeifend ignoriere.
Zum Frühstück gab es heute übrigens Rührei mit Krabben und geröstetem Kartoffelbrot, danach habe ich mich an den PC gesetzt und ungefähr vier Stunden zugeschaut, wie der sich updatete und Dateien lud und Zicken machte.
Dann bin ich mit K. in den Ort gefahren, habe schon mal einen Schwung Fährkarten gekauft (weil ich es satt hatte, dass ich mangels Reservierung immer auf alternativ Termine ausweichen musste) und anschließend habe ich noch 20 Unterhosen, 14 Socken (durchnummeriert mit Wochentagen) und einen Stapel T-Shirts für meinen Vater gekauft und werde ihn jetzt zwingen, dass er jeden Tag frische Kleidung anzieht. Wenn ich in 14 Tagen wiederkomme, zähle ich den Inhalt der Wäschekiste durch, und wehe, da ist nicht genug drin, das gibt Mecker, habe ich ihm schon angedroht, und hoffe so, das Geruchsproblem etwas in Griff zu bekommen. Außerdem habe ich eine Flasche "Spezialsportkleidungswaschmittel" gekauft, das einen extra starken, professionellen Geruchsentferner eingebaut hat, sagt die Werbung, damit wasche ich morgen dann noch mal all die Teile, die immer noch müffeln. Nur wer aufgibt hat wirklich verloren
.
1042 x anjeklickt (immerhin schon ein Kommentar) ... ¿selber was sagen?
Dann gab es einen dringend wichtigen Termin, der ganz unbedingt ganz kurzfristig mit sieben ganz wichtigen Leuten gleichzeitig stattfinden musste und bei dem alle anderen Leute mitteilen durften, wann sie keine Zeit haben, so dass als Endergebnis kurzerhand der 7.10. festgelegt wurde.
Neulich bin ich ja schon superknapp auf den letzten Drücker mit Punktlandung grade eben noch so als letztes Auto auf die Fähre gehuscht, morgen ist aber Ferienbeginn NRW, so dass die Wahrscheinlichkeit für Stockungen unterwegs um ein Vielfaches höher ist, weshalb ich denke, es macht schlicht keinen Sinn, überhaupt noch loszufahren, wenn man erst nach 14h aus dem Büro kommt.
Deshalb habe ich die Fähre morgen zähneknirschend gecancelt - und für Samstag natürlich (eigentlich) auch keinen Platz mehr bekommen, zum Ferienbeginn muss man sowas rechtzeitig vorher reservieren.
Dann wurde um 18.15h am Samstag aber noch eine außerplanmäßige Extrafähre eingesetzt, so dass ich jetzt also wenigstens am Samstag noch rüberkomme.
Außer diesem unsäglichen Termin morgen, habe ich noch eine noch viel unsäglich längere "Dringend-to-do-Liste", von der ich heute zwar einige Punkte abhaken konnte, aber fertig sieht definitiv anders aus.
Deshalb bin ich jetzt immer noch im Büro, habe den Arbeitstag aber grade mental beendet, fahre jetzt nur noch den PC runter und werde mir anschließend beim Griechen die Ouzo-Kante geben. Jawoll.
Punkt.
.
816 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?

das ist die Strecke des heutigen Tages: (eben gerade gegen 19.50h)

und das sind die letzten Reste der Nervennahrung,
die ich mir heute während
Unglaublich, mit welcher Leichtigkeit eine einzige kleine Fliege erwachsene Menschen an den Rand des Wahnsinns treiben kann
.
852 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt) ... ¿selber was sagen?