anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 30. November 2016
Zeitraumraffer
Dass mein Zeitgefühl für große Zeitschritte in die Vergangenheit unter dem verbreitetem Zeitraffersyndrom leidet, habe ich just bei einer Kontrolle der Getränkevorräte bemerkt.
Irgendwie war mir nach Aufräumen und als mich dieses Gefühl überkam, stand ich grade im Keller und wollte eigentlich eine Flasche Wasser hochholen. Außer Wasser haben wir auch immer noch eine bunte Auswahl sonstiger Softdrinks und allerlei Säfte im Haus, und als ich nun dort unten in diesem Getränkelager stand, fiel mir eine Flasche Möhrensaft ins Auge und ich beschloss, hier mal für Ordnung zu sorgen.
Der Möhrensaft war nämlich noch ein Überbleibsel von CW. Nicht, dass der den je getrunken hätte, aber er musste immer mindestens ein bis zwei Flaschen Möhrensaft im Haus haben. Wofür, habe ich nie herausfinden können, war aber so. Anfangs habe ich ja noch den Fehler gemacht, diese Möhrensaftflaschen, wenn sie das Haltbarkeitsdatum überschritten hatten, wegzuwerfen. Das war natürlich unklug. Denn knapp bemerkte CW, dass wir keinen Möhrensaft mehr im Haus hatten, kaufte er neuen. Der blieb dann so lange im Getränkekeller stehen, bis ich irgendwann die völlig eingestaubten und verdreckten Flaschen nicht mehr ertragen konnte und sie wegschmiss, eine Woche später hatten wir wieder frischen Möhrensaft im Keller. Getrunken wurde er nach meiner Erinnerung nie.
Nun ist CW aber schon anderthalb zweieinhalb* Jahre tot, die Wahrscheinlichkeit, dass er frischen Möhrensaft anschleppen wird, wenn ich den alten endgültig entsorge, ist damit gering. Und weil ich gerade einmal dabei war, habe ich auch die sonstigen Getränke kontrolliert und mir angeschaut, was ich da eigentlich für Vorräte horte.
Eine muntere Sammlung von Jahrgangssäften habe ich dabei entdeckt.
Alles irgendwie schon etwas älter
Gefühlt hätte ich fest behauptet, ich habe diesen Getränkekeller gerade eben erst sauber gemacht und sortiert. Ist wirklich noch nicht lange her. Nur leider habe ich keine Erklärung, wieso da immer noch Saft aus dem Jahr 2010, 2011 und 2012 steht stand.
Schon sehr seltsam.

*nachträgliche Korrektur, weil ich nun von verschiedenen Seiten ausdrücklich darauf hingewiesen wurde (aber mit diesem Fehler habe ich auf ganz konkrete Art meinen eingebauten Zeitraumraffer bewiesen, unglaublich, dass es wirklich schon zweieinhalb Jahre sind.)
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Montag, 28. November 2016
1.Advent
Ein Wochenende mit enorm viel Reiserei, aber auch viel geschafft, erledigt und erlebt.
Gestern um 14h bin ich in Greven losgefahren, heute um 22h zurückgekommen, in Summe also 32h für Borkum, davon 12h reine Reisezeit und 20h Aufenthalt auf der Insel.
Zwei Stunden davon bin ich heute am Strand und am Wasser entlang gelaufen, denn es war strahlend schönes Wetter, warm und fast windstill. Das war Genuss pur.
Borkum am 1.Advent
Auf dem Rückweg habe ich in der Stadt in einem der drei noch geöffneten Straßencafes einen Punsch getrunken und genossen, wie schön die Insel sein kann, wenn kaum Gäste da sind.
Das fand der Fasan wohl auch, der entspannt durch die Fußgängerzone trippelte.
Wir hatten Fasan am 1. Advent
Wir hatten also viel Sonne und Fasan am ersten Advent, und ihr?

In Vaters Haus laufen noch immer die Trocknungsgeräte und im Moment werden grade die Heizungsrohre neu verlegt. Sieht alles noch recht wüst aus.


Vor der Abfahrt den Vater noch fix gezwungen in die Wanne zu steigen, jetzt ist er kurzfristig mal komplett sauber, so wie der Rest des Hauses, den ich ebenfalls gründlich geschrubbt habe.

Es gibt so einen Spruch aus meiner Teenagerzeit, den ich immer als "ganz weise" empfunden habe: "Seitdem du weg bist, weiß ich wonach ich suchte als wir zusammenwaren." - Keine Ahnung, von wem der ist, steht einfach so, ohne Quellenangabe in meinem Sprüchebuch aus dem Jahr 1980, hat mir aber immer gefallen.
Keine Ahnung, weshalb ausgerechnet dieser Spruch mir jetzt immer wieder einfällt, wenn ich darüber nachdenke, wie putzintensiv die Beherbergung meines Vaters für mich ist. Vielleicht weil ich erst jetzt begreife, was für ein hygienefanatischer Putzfreak ich bin, seitdem ich das erste Mal in meinem Leben mit so einer Dreckschleuder konfrontiert bin. Bisher hielt ich mich in Punkto Sauberkeitsansprüche sonst immer für ganz locker......
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Sonntag, 20. November 2016
Noch mehr geräumt, geputzt und sortiert
Heute war der Tagesanfang nicht ganz so schwungvoll, bis mittags haben wir im Bett gelesen, aber dann habe ich doch noch die Kurve gekriegt und bin höchst energisch aufgestanden, um erstmal einen Frühstückssmoothie zu mixen und erfreut festzustellen, dass ja noch Brötchen und Eier von gestern da sind. Frühstück gegen 12h ist eine feine Sache, vor allem wenn man so wunderbar die Reste damit verwerten kann, das Obst für den Smoothie musste nämlich auch langsam aber sicher dringlich verarbeitet werden, insgesamt war ich damit also rundum zufrieden.
Anschließend habe ich beschlossen, dass das Arbeitszimmer endlich mal grundgereinigt wird und K. sehr deutlich nahe gelegt, dass es für ihn und sein Karma definitiv besser ist, wenn er seine auf dem Fußboden seit Monaten gezüchteten Ablagestapel jetzt sofort beginnt zu sortieren, um sie dann in Ordner zu verteilen. Denn ich wollte unbedingt den Boden freigeräumt haben und ich glaube, Frauen im Putzwahn wirken auf meinen Westfalenmann sehr bedrohlich.
Deren Aktionismus kennt er von klein auf, da hat er immer verloren.
K. verschwand also mit ca. 1,5m Papierstapel im Wohnzimmer (auf dem Wohnzimmerteppich ist Platz für mindestens 20 einzelne Stapel, da durfte er also in Ruhe vorsortieren) und ich konnte mit Staubsauger und Feudel im Arbeitszimmer wirbeln. Gefühlt haben wir das Arbeitszimmer zwar grade eben erst renoviert, weshalb ich ganz verstört auf die Riesenmengen an Staub, Spinnweben und Fliegenkacke in den Ecken geschaut habe, tatsächlich war das aber schon 2013, so dass es jetzt durchaus Zeit wurde, hier auch in den Ecken mal sauberzumachen.
Da ja mittlerweile auch die beiden Dachzimmer fertig renoviert sind, habe ich gleich die Gelegenheit genutzt und jede Menge Ordner von CWs Altlasten, soweit sie inzwischen abgearbeitet wurden, nach oben zu schaffen, jetzt kommt man an die laufenden Ordner im Arbeitszimmer wieder dran, das ist wunderbar.
Eigentlich hatte ich mir für das Wochenende grundsätzlich vorgenommen, mindestens zwei-drei Abschlüsse von CWs restlichen Hinterlassenschaften endlich mal anzugehen, aber mich am frühen Abend dann noch mit schnöder, langweiliger, normaler Schreibtischarbeit an diesen schönen, aufgeräumten und sauberen Schreibtisch zu setzen - dazu hatte ich einfach keine Lust. Ich habe es deshalb auf morgen vertagt.
Unter organisatorischen Gesichtspunkten war es ein sehr produktives Wochenende, wenn da nicht diese vermaledeiten Abschlüsse von CWs hinterlassenem Firmenimperium wären. Aber kriegen wir auch noch fertig, irgendwie
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Samstag, 19. November 2016
Aufgeräumt, gebastelt und gekocht
Heute morgen bin ich um halb acht aufgestanden, weil ich mir fest vorgenommen hatte, hier im Haus mal all die Stellen aufzuräumen, die seit Monaten unberührt vor sich hinstauben und sich nur dann verändern, wenn noch mehr Kram, von dem ich grad nicht weiß, wohin damit, dazugepackt wird.
Früher, also so ungefähr von 1990 bis 2008 hatte ich ja mal ein sehr großes und immerzu größer werdendes "Bastelstudio" und war auch ständig damit beschäftigt, irgendwelche Dinge zu basteln, wobei meine Basteleien meist irgendwas mit Papier zu tun haben.
Seit dem Neustart im Jahr 2008 habe ich nur noch eine relativ kleine Menge an Bastelkram, wobei das anderen Leute zwar immer noch gigantisch viel erscheint, aber verglichen mit dem, was ich mal hatte, ist es halt nur noch ein Bruchteil der früheren Menge und ich verbringe auch nur noch ganz wenig Zeit am Basteltisch. Aber ein Rest ist geblieben und ich habe auch immer noch viele Ideen, was ich gerne machen möchte.
Am meisten Spaß habe ich daran, Bücher neu zu beziehen und Karten zu gestalten, wobei ich die am liebsten als Collage fertige. D.h. aber auch, dass ich "Grundmaterial" brauche und das wiederum heißt, dass ich Papier sammele, wenn ich meine, daraus lässt sich noch was machen.
Dieses Jahr habe ich eigentlich nur gesammelt aber noch nichts Größeres produziert. Da ich beruflich sehr viel mit Banken zu tun habe und Banken wiederum sehr viel Wert auf hochwertiges Papier legen, rette ich regelmäßig Bankpräsentationen, weil ich das viel zu schade finde, so schönes Papier einfach wegzuwerfen.
Jetzt wurde es allerdings Zeit, diese geretteten Schätze einmal kritisch auszudünnen und vor allem wegzuräumen, denn mein Arbeitstisch war mittlerweile randvoll mit "Bankenkram".

Einiges hat sich dabei übrigens von alleine erledigt, denn den Taschenkalender für 2016 muss ich jetzt außen rum nicht mehr aufpimpen....

Nach dem ich diesen Arbeitstisch dann einmal gründlich auf- und leergeräumt hatte, war endlich Platz für ein neues Projekt, denn ich wollte dieses Jahr unbedingt mal wieder einen Adventskalender basteln.
Früher bekam jedes Kind immer seinen eigenen Adventskalender. Die mussten zwar nicht mehr gebastelt werden, denn dafür wurden immer dieselben "Tüten" verwendet, da lag die Herausforderung vor allem darin, jedes Jahr 72 (=3x24) Kleinigkeiten zusammenzutragen, die dann in der Nacht vom 30.11/1.12. einzeln eingewickelt in die Tüten gesteckt und die Adventskalender dann an den passenden Stellen im Haus aufgehangen wurden.
Gefüllt wurden die Tüten mit allen möglichen Dingen, die ich im Laufe des Jahres so sammelte. Mit dieser Sammelei fing ich im Zweifel bereits im Januar an, denn es ist gar nicht so leicht, so viele "Gimmicks" zu finden, die erstens ja nicht viel kosten sollten und zweitens auch nicht zu groß sein durften, denn sonst hätten sie nicht mehr in die Tüten gepasst. Ich war also fast 20 Jahre fest auf die "Adventskalenderkleinkramsuche" gepolt und deshalb irgendwann sehr froh, dass die Kinder meinten, sie bräuchten jetzt keine Adventskalender mehr, sie hätten im Laufe der Jahre genug Radiergummis, Furzkissen und bunte Stifte bekommen, sie wüssten jetzt leider nicht mehr wohin mit dem Kram.

Aber dieses Jahr war mir wieder nach Adventskalender, als ich nämlich einen Bausatz für einen Adventskalender aus kleinen Schächtelchen sah und richtig Lust bekam, mal wieder was zu basteln. Carlina, die dabei war, als ich den Bausatz kaufte, fragte relativ sorgenvoll, für wen der denn wohl sein solle, weil, sie hätte ja wirklich nur sehr wenig PLatz in ihrem winzigkleinen WG-Zimmer. Als ich ihr aber erklärte, den würde ich jetzt für meine Schwester machen, denn die hätte ein großes Haus und seit einem Jahr sogar ein eigenes Zimmer, da wäre genug Platz für Kram, da war sie beruhigt.

Die Füllungen für den Kalender hatte ich inzwischen auch schon zusammen, er musste jetzt nur noch zusammengebaut werden. Dafür braucht es Platz und um den zu schaffen, bin ich heute extra früh aufgestanden. Durch das frühe Aufstehen entwickelte sich ein richtig großer Energieschub - wenn ich um so eine ungewohnte Zeit schon wach bin, dann auch richtig. Das war auch gut so, denn ich habe tatsächlich über vier Stunden hier rumgeräumt, bis ich endlich den Arbeitstisch frei und alle notwendigen Werkzeuge parat hatte.


Jetzt bin ich sehr zufrieden mit dem Tag, denn nebenher habe ich noch ein superleckeres Gulasch im Crockpot gekocht. Das Problem bei Gulasch im Crockpot ist, dass es über 6h braucht, bis es fertig ist, deshalb muss man sehr früh anfangen zu kochen, wenn man vor Mitternacht essen möchte, aber ich war ja heute schon früh unterwegs, weshalb ich endlich auch dieses Vorhaben mal umsetzen konnte. Ich liebe Gulasch, das so zart ist, dass man die Fleischstücke mit der Gabel zerteilen kann, aber das gelingt halt nur im Crockpot und braucht einfach diese Zeit.

Insgesamt also ein höchst erfolgreicher Tag und ich gehe jetzt mit glänzender Laune ins Bett.
Punkt
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Mittwoch, 16. November 2016
Chakka
Ich denke, so eine Situation kennt jeder: Man fährt ganz normal mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durch die Gegend, ab und zu kommt einem ein Auto entgegen, gleichzeitig fahren vor einem auch noch andere Autos, zu denen man einen größeren Abstand hält, denn alle fahren genau so schnell, wie man eben grade darf, so dass man selber das Gefühl hat, hier fließt der Verkehr grade richtig perfekt.
Und dann kommt plötzlich irgendein Idiot von hinten und überholt. Logischerweise unter offensichtlicher Missachtung der Geschwindigkeitsvorgaben und drängelt sich also in dieser sehr locker und entspannt hintereinander fahrenden Reihe völlig sinnlos und schwachsinnig nach vorne und man fragt sich, was sich der Spinner davon verspricht, außer dass alle erschrocken bremsen, weil seine Überholmanöver natürlich auch sehr knapp kalkuliert sind und er sich nur so grade eben noch zwischen dem entgegenkommenden Auto und dem, was er überholt, wieder einfädeln kann.
Passiert auch durchaus an Stellen, wo neben einer vorgegebenen Höchstgeschwindigkeit auch noch Überholverbot ist.

Ich ärgere mich dann immer und wünsche mir, ich wäre Zivilpolizist und hätte so eine Polizeiausrüstung dabei. Dann könnte ich mit der in Fernsehkrimis abgeschauten Lässigkeit erst das Blaulicht aufs Dach setzen, dann zur Jagd auf den Verkehrssünder ansetzen und ihm, erfolgreich gestellt und ausgebremst, für immer den Führerschein entziehen.

Ich meine, solche Raserhirnis, da braucht man doch gar kein Vorurteil zu bemühen, da weiß man doch sofort, was das für Typen sind. Möchtegern Machos bei denen die Menge der Hirnzellen und die Schwanzlänge direkt proportional und unterdurchschnittlich ist.

Wie auch immer, heute morgen wurde ich überholt. Von genau so einem Raserhirni in einem tiefergelegten Brabus-Mercedes mit vier Auspüffen (oder einem vergleichbaren Auto), an einer Stelle, wo Überholverbot und 70 km/h gelten und ich fand, ich bin mit 80 km/h ausreichend schnell unterwegs. Der Idiot schoss trotz Gegenverkehr an mir vorbei, was bei dem entgegenkommenden Auto zu einem erschrockenen Ausweich- und Bremsmanöver führte und weil ich ebenfalls bremste, schaffte er es grade noch rechtzeitig wieder auf die rechte Spur zu wechseln, bevor es zu einem Crash kam.

Ich wünschte mir mal wieder Polizistenkompetenzen samt passender Ausstattung, aber was willste machen, hilft ja nix, ich fuhr also einfach nur kopfschüttelnd weiter.
Und dann passierte die zweitbeste Alternative zu meinem Polizistentraum: Hinter der nächsten Kurve hatten sich tatsächlich echte Polizisten mit einer Radarpistole aufgebaut und der Hirni ist da natürlich voll reingebrettert.
Als ich um die Kurve bog, hatten sie ihn noch 300m weiter an der nächsten Bushaltestelle schon rausgewunken, und weil ich von so einer Gelegenheit ja immer schon geträumt habe, habe ich ungefragt auch angehalten, bin ausgestiegen und wollte zu dem Hirnifahrer gehen, um ihm mitzuteilen, dass er grade meinen Tag gerettet hätte.
Dafür wollte ich mich ganz artig bedanken, schließlich hat man nicht alle Tage die Genugtuung, seine Schadenfreude so ungebremst ausleben zu können wie ich grade und im übrigen würde ich sehr gerne als Zeuge für unerlaubtes, gefährliches Überholen zur Verfügung stehen.
Ich wurde nur vorher von einem Polizisten gestoppt, der mich fragte, was ich vorhabe und dem ich dann mein Anliegen ausführlich schilderte.
Der hörte sich das auch grinsend an, inklusive meiner blumig vorgetragenen, wissenden Beschreibung über den Fahrer, um sich dann an meinem erstaunten Blick zu weiden, als ich den Fahrer tatsächlich zu sehen bekam. Denn meine sichere Erwartungshaltung hatte nicht ganz in Schwarze getroffen: Während ich noch mit "meinem" Polizisten redete, stieg aus dem Raserauto eine sehr zerknirschte, mausgraue Ökomama mit beiger Windjacke und Wickeltasche unterm Arm.

Wie die in so ein Auto mit vier Auspüffen kommt, habe ich leider nicht mehr erfahren, wahrscheinlich steckt dahinter eine noch viel lustigere Geschichte, aber insgesamt fand ich meinen Tagesanfang so auch schon ganz unterhaltsam
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Montag, 14. November 2016
Rundreisetag
Heute war ein Tag voller Auswärtstermine.
Deshalb war ich für meine Verhältnisse schon sehr früh, also so gegen 8.15h, im Büro, um wenigstens eine Stunde Zeit zu haben, die Fragen von Mitarbeitern und die Mails vom Wochenende zu beantworten.
Am Nachmittag war ein Termin in MG angesetzt, Wohnungsübergabe von CW's durchgeknalltem Türken, mit dem wir seit über einem Jahr vor Gericht um seinen Auszug streiten. Der Räumungstermin war schon für den 1.12. festgemacht, als sich der Mieter plötzlich freiwillig meldete und meinte, er wäre ausgezogen und könnte die Wohnung jetzt übergeben. Eigentlich hat keiner damit gerechnet, dass er zu dem Termin heute dann auch wirklich erscheint, deshalb wollte ich unbedingt meinen MG-Schlüssel mitnehmen, um wenigstens ins Haus zu kommen, aber den habe ich heute morgen dann natürlich vergessen, als ich so extrem früh schon losgefahren bin, weshalb ich die geplanten 90 Minuten im Büro heute morgen dann wieder um 30 Minuten verkürzte und lieber noch mal nach Hause fuhr, Schlüssel holen. Hat sich richtig gelohnt, das frühe Aufstehen...
Mit allem Wichtigem ausgestattet ging es dann zuerst nach Düsseldorf, irgendeiner Hauptversammlung beiwohnen, war relativ unspektakulär und um 14.30h vorbei, anschließend ging es dann über die

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Samstag, 5. November 2016
Familie
Heute gab es Kartoffelpürre, Fisch Bordelaise, vegetarische Valess-Schnitzel und Salat.
Und ja, stimmt - zwei Kinder sind da.

Im Alltag hat sich jedes der Kinder genauso wie K. und ich längst sein individuelles, selbstständiges "Single-Leben" eingerichtet (okay, K. und ich leben ein Pärchen-Single-Leben, was aber halt deutlich eher ein Single-Leben als ein Familien-Leben ist), doch knapp treffen Eltern und Kinder in einem Haushalt aufeinander, verfällt jeder wieder in sein altes Rollenmuster. Die Kinder sind wieder Kinder und Geschwister, lümmeln, streiten und prügeln sich auf dem Sofa und warten, dass es was zu essen gibt, während ich in der Küche das (kindgerechte) Essen koche und mich seltsam verpflichtet fühle.
Gleichzeitig macht es aber auch Spaß, dieses alte Rollenschema wieder zu bedienen. Man vergisst so schnell und gewöhnt sich an neue Strukturen, wenn man dann mal alle paar Wochen wieder das alte Leben aufwachen lässt, ist es so verkehrt nicht.
So rückwärts betrachtet stelle ich fest, dass eine große Familie schon etwas Nettes ist. Auch wenn ich es oft anstrengend fand, so bin ich heute doch sehr zufrieden, dass alles gekommen ist, wie es gekommen ist. Denn eigentlich wollte ich ja nie Kinder haben, ein freies Single-Leben erschien mir immer wesentlich attraktiver - und dann wurden es gleich drei Kinder.
Und auch wenn man als Mutter noch so emanzipiert ist, weiterarbeitet und jede Menge Arbeiten an Kinderfrauen und Haushaltshilfen delegiert - ein freies Single-Leben geht deutlich anders als ein Familienleben mit Kindern.
Heute habe ich dieses freie "Erwachsenenleben" und ich genieße es sehr. Aber genauso sehr genieße ich es auch, wenn ab und zu, so alle 2-3 Wochen, für ein Wochenende die Kinder wieder im Haus sind und wir die alten Familienrituale wieder leben
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Donnerstag, 3. November 2016
Grummel
Meine heutige Laune in Keksen:



Stimmt, das ist grummelig, und das ist noch die freundliche Beschreibung.
Ich habe mich heute mal wieder über unseren Superchefassistent geärgert und geärgert ist auch hier die harmlose Beschreibung. In echt habe ich geschäumt vor Wut und zwar nicht nur über diese potenzierte Inkompetenz, sondern auch über die schamlose Chuzpe, mit der er seine Inkompetenz auch noch fröhlich als ganz selbstverständliche Hochleistung verkauft.
Wie kommt man jemandem bei, der sich stumpf weigert überhaupt wahrzunehmen, dass er in seinem Job rettungslos überfordert ist?
Aber vielleicht ist es ihm ja durchaus klar, aber er kann es nicht ändern, da es keinen Job gibt, der seiner Qualifikation entspricht und ihm das Gehalt zahlt, das er zur Zeit erhält. (Verdient ist hier eindeutig das falsche Wort). Dann haben wir ihn für immer am Hals.

Meine Laune: siehe oben
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Dienstag, 1. November 2016
Ende eines Brückenwochenendes
Gestern habe ich, ohne groß drüber nachzudenken, "4.0" als Überschrift gewählt, weil ich den ganzen Tag mit irgendwelchen "Computer-Internet-Technikdingens"-Kram beschäftigt war und ich in der letzten Zeit ständig den Begriff "Industrie 4.0" gehört oder gelesen habe. Jetzt frag ich mich, wo die 3.0 geblieben ist? Ich meine, es gab das "web 2.0", das auf die Anfänge des Internets folgte und regelmäßig die wesentlich weiterentwickelten Internetausprägungen in den diversesten Anwendungen bezeichnete, aber es gibt nichts mit 3.0.
Dass 1.0 fehlt (oder erst nachträglich vergeben wird, wenn es zur Unterscheidung nötig ist) ist normal, denn Dinge die zum ersten Mal vorkommen werden zunächst ja noch nicht nummeriert. (Wie bei den Weltkriegen, da ist mir das durch eine Bemerkung meiner Großmutter aufgefallen, die sagte, dass sie in einer Zeit groß geworden ist, als der erste Weltkrieg noch keine Nummer hatte.)
Aber zurück zur Welt der reisenden Daten: Wo ist die 3.0? Habe ich da irgendwas verpasst? Und wenn nicht, warum wurde die drei ausgelassen?
Seltsam.

Ansonsten war heute ein trüber Tag, der auch am Nachmittag entgegen der Vorhersagen nicht besser wurde. Wir sind mit der Vormittagsfähre zum Eemshaven rüber gefahren. Da es Probleme mit der Autorampe gab, hatte die Fähre fast eine Stunde Verspätung und sie war rappelrappelvoll. Klar, Brückenwochende für alle NRW'ler, da sind sehr viele mal eben für drei Tage auf die Insel gefahren.
Wir haben dann zunächst wieder in Appingedam im Gewerbepark gehalten, ein bisschen Shoppen und den unvermeidbaren McKroket, so dass wir erst gegen 14.30h "richtig" unterwegs waren und K. leise vor sich hin grummelte, weil es nun so spät war und er doch eigentlich in Damme vorbeifahren wollte, da dort der Flieger grade in der Werft steht und abgeholt werden muss, wegen Winterzeit jetzt aber bereits um 17h Sunset ist und das wird alles knapp und dann klappt das nicht, weil ich so lange shoppen wollte und grummel eben.
Das Gegrummel wurde etwas besser, als er feststellte, dass das Wetter nicht besser, sondern im Gegenteil immer dichter wurde. Das Fliegerwetter wird nach Sichten und Wolkenhöhen unterschieden und dabei je nach kombinierter Qualität mit einzelnen Buchstaben bzw. deren Bezeichnung im Funkeralphabet benannt. Das beste Wetter, das man sich vorstellen kann, heißt "Charlie", wobei das "C" für "clear" steht.
Komplett fluguntauglich ist das Wetter, bei "X-Ray", keine Sicht und tiefhänende Wolken, da fliegen nur noch Instrumentenflieger, aber nicht die Sichtflugpiloten.
Und heute war das Wetter eindeutig X-Ray. Je näher wir Richtung Damme kamen, umso schlechter wurde es auch noch, ich witzelte, dass so eine Suppe ja schon fast Yankee oder Zulu heißen müsste und K. war wieder besänftigt, weil mein Getrödel beim Shoppen dann doch nicht schuld war, dass sein Plan nicht funktionierte. Dann gab es noch ein paar Staus und gesperrrte Straßenabschnitte unterwegs, als aber klar war, dass wir nicht mehr nach Damme fahren, war das alles nicht so schlimm.
Hier in Greven stand dann Zeitumstellung Teil 2 auf dem Plan, hier sind noch mehr Uhren als auf Borkum und jedes Mal, wenn ich all diese Uhren so mühsam eine Stunde rückwärts drehe, überlege ich, ob ich tatsächlich so viele Uhren brauche - aber dann überlege ich weiter, welche dieser Uhren ich denn jetzt aussortieren möchte - und dann behalte ich sie doch wieder alle.
Dieses Uhrengeticke in allen Räumen ist ja auch ein Sound, der zu meinem Zuhause gehört. Die Kinder haben sich immer beschwert, dass es sie nervt, aber als wir hier nach Greven gezogen sind und ich erst nach drei Tagen die Uhren aufhängte, stellten sie doch erstaunt fest, dass es erst mit Uhrengeticke wieder ein Zuhause ist
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Samstag, 22. Oktober 2016
Wochenendvergnügen
Dieses Wochenende sind wir nicht auf Borkum, weil Krischan sich heute und morgen einen Einführungskurs für IFR anhört - Fliegen nach Instrumtenregeln. Wenn er diese Zusatzqualifikation noch auf seinen Flugschein draufsetzt, können wir demnächst auch bei schlechtem Wetter (=schlechte Sichten, wegen Nebel oder tiefhängenden Wolken) fliegen, was eine deutlich größere Flexibilität bedeutet.
Deshalb wollten wir uns gestern einen richtig schönen Abend machen. K. schlug vor, wir könnten ja in die Sauna nach GT fahren, da wäre so ein richtig toller Wellnesstempeln mit allem Pipapo, und sowas wollten wir ja schon lange mal machen. Ich habe das abgelehnt, weil K. sich noch einen Termin auf 17h gelegt hatte, so dass wir vor 18.30h nicht losgekommmen und damit vor 19.30h nicht angekommen wären, was sich für einen so tollen Wellnesstempel mit allem Pipapo irgendwie nicht lohnt, wenn der um 22h schon wieder schließt, denn wenn ich da schon mal hinfahre, dann soll es sich auch richtig lohnen.
Deshalb standen wir um 18.15h gemeinsam in der Küche und haben überlegt, was wir alternativ Tolles tun könnten, mir war bis dahin leider auch nichts eigenes, dem abgelehnten Vorschlag des Wellnesstempels gleichwertig Wunderbares eingefallen.
Wir stellten fest, dass wir beide Hunger hatten und dann ist Essen gehen ja schon mal eine gute Idee.
Freitagsabends spontan in einem beliebten Lokal noch einen Tisch zu bekommen, ist dagegen schon schwieriger und wir wollten ja etwas Besonderes, also weder unseren Hausgriechen, noch die Hauspizzeria.
Schließlich bekamen wir einen Platz im Steakhaus, wenn wir bis 18.30h da sein könnten.
Da ich wusste, dass dieses Steakhaus einen guten Wrasenabzug hat, so dass man seine Kleidung nach dem Besuch des Restaurants nicht sofort auf den Balkon aussperren muss, um sie am nächsten Tag in die Reinigung zu schleppen, musste ich mich auch nicht mehr umziehen und wir konnten sofort losfahren. Diesen "Restaurantgestank" in den Klamotten finde ich ganz entsetzlich widerlich, leider ist das sowohl bei meinem Lieblingsjapaner in Münster (wegen des offenen Teppanyakitisches) als auch bei meinem Lieblingsgriechen (wahrscheinlich wegen einer falsch eingebauten Küche) nicht zu vermeiden, so dass ich mich für diese Restaurants immer extra umziehe und Klamotten wähle, die anschließend sowieso in die Waschmaschine müssen.
Da wir so früh im Restaurant waren, waren wir um 20h schon wieder zu Hause und hatten in der Zwischenzeit beschlossen, dass wir es uns dann eben gleich zu Hause richtig gemütlich machen. Ich bestand allerdings darauf, dass wir vor dem Gemütlichmachen noch das Bett frisch beziehen, das wollte ich schon vor zwei Wochen getan haben und mittlerweile war es wirklich fällig, und in einem frisch bezogenen Bett ist es doch gleich nochmal doppelt so gemütlich. K. wies darauf hin, dass zum Gemütlichmachen doch auch gewisse Aktivitäten gehörten, die das frisch bezogene Bett gleich wieder einsauen, ich fand das okay, dann riecht das Bett eben gleich nach zuhause.
Um 20.10h war das Bett bezogen, um 20.11h lag K. schon fertig ausgezogen drin, ich war noch im Bad und habe mir die Zähne geputzt. Als ich ins Schlafzimmer kam, hatte K. das Fernsehen eingeschaltet und damit nahm der Abend seinen Lauf. Freiwillig und aktiv gewählt hätte ich so einen Film nie angemacht (irgend ein alberner Liebesfilm mit Büffeln auf der Alb), aber wenn ich erst einmal hingeguckt habe, dann muss ich ihn leider auch zu Ende gucken, so dass ich K. mit seinen Bemühungen, es sich und uns während des Films noch weiter gemütlich zu machen, auf seine Seite des Bettes verwiesen habe, ich musste erst Film gucken. K. verschwand dann zwischendurch und holte eine Flasche Sekt. Sekt trinken kann ich gleichzeitig beim Film gucken, aber mehr auch nicht, alles andere lenkt zu sehr ab. Als der Film zu Ende war, hatte sich K. mit dem Sekt getröstet und war friedlich eingeschlafen.
Ich habe das erst nicht geglaubt, noch ein halbes Stündchen gewartet und zwischendurch immer mal wieder geprüft, ob er wirklich so fest schlief, wie er tat, tat er aber wohl, so dass das Wochenende mit einem ausgedehnten 12-Stunden-Schlaf begonnen hat und ich muss sagen, das war eine glänzende Idee und tatsächlich das reine Vergnügen
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