anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 3. Januar 2018
Lüttje Neujahr
Der zweite Januar heißt hier Lüttje Neujahr und ist traditionell ein Feiertag der Handwerker.
Sie treffen sich in einzelnen Gruppen und gehen entweder gemeinsam Klootschießen oder treffen sich einfach nur zu einem langen Skattag mit viel Bier und einem gemeinsamen Mittagessen zwischendurch, entweder im Ostland oder am Hafen.
Die Gruppe von meinem Onkel spielt Skat im Hafenrestaurant und eigentlich laufen sie dort morgens gemeinsam zu Fuß hin, da aber mein Onkel nicht mehr so gut zu Fuß ist (und bis zum Hafen sind es gut 6km), habe ich ihn in den letzten Jahren immer mit dem Auto hingebracht. Zurück nehmen sie dann ein Sammeltaxi.

Aus diesem Grund war ich heute morgen schon relativ früh (das heißt also vor Mittag) unterwegs und weil es im Vergleich zu den Tagen bisher heute auch noch ziemlich warm und windstill war, bin ich dann nach dem Onkelausladen noch eine Runde im Hafen rumgelaufen.


Damit niemand einfach gradeaus fährt und dann ins Wasser fällt, ist am Ende der Insel ein großer Zaun, so dass man sich ein wenig eingesperrt fühlt - aber wenn man durch den Zaun durch knipst, wird sehr deutlich, wie viel Wasser da um die Insel herum ist.

Das Hafengelände selber ist ansonsten ziemlich abgerockt und verwildert, aber irgendwie bekommt es dadurch seinen ganz eigenen Charme


Da für Morgen mal wieder Sturm, Regen und Schlechtwetterwarnungen angesagt sind, sind wir heute Nachmittag dann noch mal ans andere Ende der Insel gefahren, um die letzten schönen Stunden vor der nächsten "wirbleibenlieberdrinnen-Periode" für einen ausführlichen Strandspaziergang zu nutzen.
Die Sichten waren prima, so dass man völlig problemlos bis Juist gucken konnte und ich bin ja jedesmal wieder aufs Neue verliebt in meine eigene Heimat, wenn ich auf diesem unendlichen Strand unterwegs bin.


Zurück sind wir allerdings nicht über den Strand gelaufen, weil wir da strammen Gegenwind gehabt hätten und der ist für eine längere Strecke dann auch für Fußgänger unangenehm. Wir haben uns stattdessen irgendwie einen Weg durch die Dünen gesucht, die am Ostland aber auch schon mal locker 2km breit/tief sein können, so dass ich zwischendurch Sorge hatte, wir verlaufen uns in der Natur wie zwei dumme Badegäste. Aber Gottseidank habe ich irgendwann eine Aussichtsdüne erspäht und konnte mich von da wieder neu orientieren. Herausfordernd war dann nur noch die Tatsache, dass die Sonne unterging, wir zwischendurch durch ein Sumpfgebiet balanzieren mussten und sich der Weg immer länger und länger streckte.
Aber bevor es endgültig stockdunkel war, hatten wir glücklich das Auto erreicht, so dass es rückblickend nur eine sehr schöne, wenn auch ausgesprochen anstrengende Wanderung war
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Dienstag, 2. Januar 2018
Neujahrsschwimmen
Seit einigen Jahren hat sich hier der Brauch etabliert, dass die DLRG am 1.1. ein großes Neujahrsschwimmen im Meer veranstaltet und es werden jedes Jahr mehr Teilnehmer.
Dieses Jahr waren es genau 355 und es war ein Riesenspektakel.
Auf jeden Schwimmer kommen mindestens 10 Zuschauer - dementsprechend voll war es heute am Hauptstrand.
Früher fand das Neujahrsschwimmen noch direkt vor dem DLRG Haus statt, aber bei der regelmäßig gewachsenen Zahl der Teilnehmer platzte das kleine Vereinsheim irgendwann aus allen Nähten und man verlegte die Show an den Hauptbadestrand direkt vor die Wandelhalle, wo die Schwimmer registriert werden und sich umziehen können.
C. wollte dieses Jahr auch unbedingt mitmachen, hatte aber keine Lust, lange frierend in der Kälte zu warten bis es endlich losgeht, so dass sie sich als eine der allerletzten registrierte und die Startnummer 339 bekam.


Das Wetter war zwar trocken und mit 5°C nicht zu kalt, es wehte aber ein ausgesprochen eisiger Wind mit mindestens 6-7 Windstärken, gegen Abend wurde sogar eine Sturmwarnung rausgegeben. Das Wasser hatte offiziell 4°C.

Um C. zu begleiten und zu bewundern sind K. und ich natürlich mitgegangen und haben bei der Gelegenheit live erleben dürfen, wie voll die Insel aktuell grade ist.
Die Zuschauermengen passten gar nicht alle auf die Promenade, also drängelten sich immer mehr Leute auch auf dem Strand, die optische Mischung zwischen halbnackten Schwimmern und dick eingepackten Zuschauern war schon bemerkenswert.


Vor dem Start wurden erst noch alle möglichen Spöksken von den DLRG-DJ's veranstaltet, bevor die Meute nach einem 5-4-3-2-1 Countdown losraste und zu meinem großen Amüsement war mindestens die Hälfte der mutigen Schwimmer genauso schnell wieder draußen wie sie reingerannt waren, ich glaube, die meisten waren nur auf die Fotos scharf.



Ein paar Tapfere gingen aber wirklich tief rein und schwammen sogar ein paar Runden



Mir wurde allerdings nur beim Zuschauen schon gründlich kalt und ich war deshalb froh, dass C. nach einer großen Runde im Wasser auch nur noch nach Hause und unter die heiße Dusche wollte
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Aufgeräumt
So, das alte Jahr endete passend zu meinem Gefühl für das gesamte Jahr: es war schneller um als ich es mitbekommen habe, weshalb ich den Beitrag für den 31.12. erst in 2018 schreibe.
Aber dafür begann 2018 extrem positiv, nämlich ausgesprochen aufgeräumt.

Das Wetter war so gruselig, dass ich überhaupt keine Lust hatte, draußen rumzulaufen. Auf der Promenade war zwar die alljährliche gigantische Silvesterparty mit Riesenfeuerwerk um Mitternacht und die Insel ist auch komplett voll und ausgebucht, da werden also sicherlich ein paar Tausend Leute gewesen sein (ich warte ja darauf, dass die Insel eines Tages kentert, weil schlicht zu viele Menschen alle auf einer Stelle stehen), aber ich dachte mir, das spare ich mir dieses Jahr einfach und mache lieber was Sinnvolles und habe deshalb mein Bastelzimmer aufgeräumt.
Der Raum ist kleiner als sechs Quadratmeter, aber als ich alles, was sich da in den letzten 10 Jahren angesammelt hatte, ausgeräumt hatte, war das 30qm große Wohnzimmer fast komplett voll. Es ging gar nicht alles auf ein Foto, so viel war das und als alles draußen war, hätte ich geschworen, dass es nie wieder reingeht.
Hat aber geklappt, wobei die Mülleimer jetzt auch gut gefüllt sind.



Ich fand, das war eine wunderbare Beschäftigung für den Jahreswechsel, besser hätte das neue Jahr gar nicht beginnen können als derart wohlsortiert und sauber, so kann es jetzt weitergehen
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Donnerstag, 28. Dezember 2017
Ganz viel erledigt...
...nur nichts davon am Schreibtisch.

Morgen.
Morgen wird das was.
Heute war ich mit viel zu vielen anderen Dingen beschäftigt.

Aufgestanden bin ich tatsächlich um halb neun und stand um 9h in der Küche und habe dort erst mal die letzten Spuren von gestern beseitigt.
Zum Beispiel musste ich das Frittierfett aus dem Fonduetopf entsorgen, eine Aufgabe, die ich immer wieder herausfordernd finde, weil ich nie so genau weiß, wie und wo ich dieses eklige Zeug am besten wieder loswerde.
Diesmal war ich klug genug, es erst über Nacht abkühlen zu lassen, um es dann heute Morgen wieder zurück in die Original-Plastikflaschen zu kippen. Habe ich schon mal so gemacht, allerdings war da das Fett noch nicht genug abgekühlt.
War damals kein so großer Erfolg, die Plastikflaschen schmurgelten mit dem heißen Fett drin nämlich ziemlich zusammen und dann floss alles wieder raus. Es war eine Höllensauerei.
Aber heute morgen war das Fett kalt genug, alles ging gut, ich habe den Geist das Fett wieder zurück in die Flasche gezwungen - und dann habe ich die Flaschen (es waren insgesamt 1,5l Öl, die da in dem Fonduetopf waren und damit 2 Flaschen fondueiertes Rapsöl mit schwarzem Grissel drin), also auf alle Fälle habe ich das Zeug in eine Plastiktasche gesteckt und sofort außer Haus geschafft.
Um dieses Ekelzeug loszuwerden bin ich auch bei Regen gerne bis zum nächsten öffentlichen Mülleimer gelaufen - Hauptsache ich bin es los.
Denn ich habe so eine Altölflasche auch schon mal in den eigenen Hausmüll gesteckt und dachte, die kann dann ja mit dem Restmüll zusammen entsorgt werden. Leider ist die Flasche bevor sie abgeholt wurde aufgegangen. Die Sauerei war nur marginal geringer als die mit den geschrumpelten Plastikflaschen.
Ich habe also ein gewissen Altölentsorgungstrauma - aber diesmal hat alles picobello funktioniert.

Dann habe ich noch den angebrannten Fonduetopf geschruppt und die Racletteplatte gründlich unter Backofenspray einwirken lassen, die Aufräumarbeiten nach so einem Essen sind schon beachtlich.

Außerdem war heute ja wieder Alltag, d.h. ich durfte endlich wieder Waschen, fünf Maschinen waren zusammengekommen, das geht fix, wenn so viele Leute im Haus sind.

K. musste dann noch zur Post - Briefe wegbringen und Briefmarken kaufen, also haben wir bei pissendem Regen und ekligem Wind eine wunderbare Radtour in den Ort gemacht. Ich wollte auf dem Hinweg ja über die Promenade fahren, weil, wenn schon, denn schon, aber K. meinte, Rückweg wäre besser, da hätten wir dann Rückenwind und dann wäre Promenade toll.
Dumm nur, dass er vergessen hatte, die Windrichtung vorher zu checken, so war es genau umgekehrt, wir sind mit Rückenwind durch die Straßen in Ort gefahren und mit widerlichem Gegenwind (und Gegenregen) über die Promenade zurück. Nun, so hatte ich wenigstens etwas zum Schimpfen.

Im Ort habe ich übrigens dieses Rad gesehen, das vorm Bahnhof abgestellt war

es dauerte etwas bis ich begriff, dass das eklige Zeug auf dem Sattel kein alter Backfisch war, sondern nur der geplatzte Inhalt eines ehemaligen Gelsattels. Sah auf alle Fälle interessant aus.

Als wir wieder zurück waren, wollte C. den Esstisch abschleifen. Das wollte ich schon seit März machen, da ich aber weiß, wie viel Arbeit das ist, bin ich bisher immer davor zurückgescheut.
Nun, C. hat heute einfach angefangen und jetzt sieht es aktuell so aus:

Über Nacht soll das Holzöl einziehen, dann morgen noch einmal schleifen, noch einmal ölen und zum Schluss von Hand mit Stahlwolle polieren - dann müsste er wieder schön und für die nächsten Jahre ausreichend imprägniert sein.

N. ist schon wieder zurück nach Hamburg gefahren, es gab sogar ein passendes Blablacar, damit also eine recht komfortable Rückfahrt.

Und morgen dann Schreibtisch.
Ich seh es ja ein, auch wenn ich es ganz schrecklich öde finde
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Dienstag, 26. Dezember 2017
Ermattetes Abhängen
Eine Geschichte von gestern hat mich heute den ganzen Tag immer wieder aufs neue zum Kichern gereizt: J. fragte, wie man anthrazit schreibt und K. antwortete kurz "mit th". J. tippte etwas auf seinem Handy rum und fragte dann: "Und wo?", was K. mit "so früh wie möglich" beantwortete und C. dann wiederum zu einem Lachflash trieb, weil sie sagte, das wäre ja wie mit Steven mit ph.
Ich kannte weder das Meme, noch den Hund noch überhaupt die Geschichte von Steven mit ph, aber seit gestern Abend muss ich in regelmäßigen Abständen immer wieder aufs neue darüber kichern.

Ansonsten sind das hier die Reste von Heiligabend
,
die ich eben grade erst weggesaugt habe, denn außer chillen bis zum Anschlag war hier heute nicht viel los.

Als ich es so gegen 14h geschafft hatte, tatsächlich aufgestanden und angezogen in der Küche zu erscheinen, fand ich dort nur N. und C., die auch grade erst aus ihren Zimmern aufgetaucht waren und sich jetzt auf der Suche nach einer Morgennahrung befanden. (J. war noch nicht soweit, es war ja auch noch sehr früh.)
Wir haben uns dann gemeinsam auf English Breakfast geeinigt, keiner hatte wirklich Lust auf Brötchen.

Der Duft von gebratenem Speck und Zwiebeln lockte dann auch J. aus seinem Zimmer, so dass wir tatsächlich so gegen 15h alle gemeinsam am Tisch saßen und frühstückten - oder wie auch immer man die erste Mahlzeit des Tages um diese Uhrzeit nennt.

Speck und Bohnen machten allerdings so satt, dass ich für den Rest des Tages jede weitere Mahlzeit absagte. Als ich so gegen 19h vorschlug, man könne allenfalls darüber nachdenken noch einen Dip für Tortilla Chips zu machen, was bedeutet, dass irgendjemand den Koriander zupfen muss, hätte zwar jeder Chips mit Dip gegessen, gleichzeitig waren aber auch alle zu faul, Koriander zu zupfen - also gab es alternativ Paprikachips aus der Tüte, mehr Zubereitungsenergie hatte niemand zu bieten.

Irgendjemand entdeckte dann noch die Reste der Salate von gestern und das Toastbrot ist jetzt alle, doch wirklich großen Hunger hatte niemand mehr.

Morgen gibt es Raclette mit Fondue und der Onkel kommt zum Essen.
Den Vater habe ich gestern für ein Stündchen besucht, damit ist er jetzt erstmal zufrieden, den laden wir dann an einem der anderen Tage noch mal ein, von Raclette und Fondue wäre er eh überfordert.

Das Wetter ist derart bescheiden, dass man mit ganz wunderbarem Gewissen einfach nur zuhause bleiben kann, draußen ist es trüb, dunkel, nass und windig und drinnen am Ofen zu sitzen und zuzuhören, wie draußen der Wind ums Haus pfeift ist allemal eine perfekte Beschäftigung für den ersten Weihnachtstag
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Sonntag, 24. Dezember 2017
Vorglühen
Ein wirklich gelungener Tag war das heute.
Die Idee, das mittlerweile traditionelle Familien-Weihnachtssushiessen schon am 23. zu machen, war absolut genial.
Ohne den zusätzlichen Stress von Heiligabend, also neben dem Sushiessen, was zwangsläufig eine sehr aufwändige Vorbereitungszeit erfordert, auch noch so Dinge tun zu müssen wie Weihnachten feiern, Baum aufstellen, Geschenke vorbereiten und irgendwann dann ja auch Geschenke verteilen - ohne all diese zusätzlichen Extras am selben Tag ist so ein Sushiessen echt ein Klacks und macht deutlich mehr Spaß.
C. hat kam ja erst heute an, sie kam "mit der einzigen Fähre, die zu einer humanen Uhrzeit fährt" (Zitat C.), was bedeutet, sie kam mit der letzten Fähre und J. hat sie am Hafen abgeholt, so dass wir erst so gegen 19h tatsächlich alle fünf zusammen waren.
Aber dann ging es auch sofort mit der Sushiherstellung los.
Den Sushireis hatte ich schon am frühen Nachmittag gekocht, damit er bis zum Abend kalt werden konnte und auf J.s ausdrücklichen Wunsch habe ich diesmal die doppelte Menge gemacht, so dass wir schließlich über 2kg fertigen Sushireis hatten.
Ich habe ja gedacht, daraus können wir die nächsten drei Tage noch Sushi machen und genau das war auch J.s Plan, denn wenn der Fisch alle ist, kann man ja einfach Gurken- und Avocadosushis machen, also kann es eigentlich sowieso nie zuviel Reis sein. Aber wir haben tatsächlich den gesamten Reis für den Fisch verbraucht.


Und wir haben bis auf einen ganz kleinen Minirest auch noch alles aufgegessen.
Es war zwar wirklich viel - aber die Wörter "Sushi" und "zu viel" kommen in dieser Familie eben grundsätzlich nicht in einem Satz vor.


Dieser letzte kleine Rest steht jetzt mit einem Frischhaltefolienhäubchen im Kühlschrank, ich gehe aber schwer davon aus, dass irgendjemand heute Nacht noch mal Hunger bekommt, so dass bis zum Frühstück morgen sicher alles komplett weg ist.

Ansonsten waren wir heute natürlich auch noch mal einkaufen (genaugenommen war ich dreimal einkaufen, weil mir immer noch etwas einfiel, was ich auch noch brauchte oder meinte, brauchen zu müssen), denn die Geschäfte sind sogar hier auf der Insel die nächsten drei Tage komplett geschlossen. Das ist schon seit Jahren nicht mehr vorgekommen und im Grunde ist davon auszugehen, dass es Tote geben wird. Jedoch nicht bei uns, wir haben jetzt wirklich ausreichend vorgesorgt.

Wenn die Jungs allerdings in dieser hohen Schlagzahl weiter Gin Basil Smash produzieren (und konsumieren), ist an dieser Front bald das Ende erreicht, drei Basilikumtöpfe sind schon leergetrunken, ich fürchte, ab morgen müssen sie auf ein anderes Getränk umsteigen.

So, und Weihnachten kann jetzt kommen, außer Baum aufstellen und dann Geschenke verteilen gibt es nichts mehr zu tun. Das wird wirklich ein sehr entspanntes Fest dieses Jahr.
Was wir morgen essen werden, hat noch niemand weiter bedacht, ich finde meine Idee mit Milchreis ja immer noch gut, K. wünscht sich allerdings Nudelsalat und vielleicht kombinieren wir das einfach. Milchreis mit Nudelsalat, hört sich doch enorm lecker an, oder
?

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Montag, 18. Dezember 2017
Von früh bis spät
Das Schneechaos, das heute in Deutschland die Verkehrs- und Nachrichtenmeldungen bestimmte, ist hier im Münsterland ausgeblieben. Die Gärten waren zwar etwas weiß, aber auf den Straßen war schon wieder alles weggetaut, denn die Temperaturen lagen bei über 2°C und das ist natürlich zu warm, um Schnee längerfristig zu konservieren.
Wettertechnisch also ein ganz normaler Montag, nur meine eigene Terminlage war ungewöhnlich, denn der Tag begann schon um 8:00 Uhr mit einem Termin beim Zahnarzt.
Ich hatte mir also gestern seufzend den Wecker auf 6:15 Uhr gestellt, viel Zeit blieb damit heute nicht, um den Montagmorgen ausgiebig zu bejammern, ich musste einfach aufstehen und zusehen, dass ich fertig werde.
Im Grunde ein guter Trick, genauso gut, wie der Trick, einen Zahnarzttermin auf eine Uhrzeit zu legen, wo man noch gar nicht wach genug ist, sich darüber aufzuregen.
Er hat dann auch gar nicht gebohrt, aber so eine Zahnreinigung ist schon übel genug und außerdem wurden größere Ekeligkeiten für nächstes Jahr angekündigt, irgendwas mit Zahnfleisch und Ausschabungen, ich überlege, ob ich diesen Job nicht irgendwie delegieren kann...
Da der Zahnarzt im Nachbarort residiert, habe ich die Gelegenheit genutzt, nach dem Zahnarztbesuch im Nachbarortaldi die Verfügbarkeit von Tomaten-Basilikum-Butter zu prüfen. Die ist bei Aldi nämlich üblicherweise ausverkauft, aber manchmal hat man eben Glück und es wurde gerade frisch geliefert. Da man nie weiß, wann welcher Aldi-Laden mit diesen Gewürzebuttermischungen beliefert wird, bleibt nichts anderes übrig, als regelmäßig jeden Aldi-Laden, den man findet, auf die Verfügbarkeit von Tomaten – Basilikum-Butter zu überprüfen. In dem Zahnarztortaldi gab es leider keine, dafür Rasiergel im Angebot. K. wünschte sich Aftershave, ob Preshave auch gilt?

Anschließend habe ich dann noch K.s Hemden aus der Wäscherei abgeholt, weil ich mittlerweile sowieso schon so spät dran war, dass es da auch nicht mehr drauf ankam und gleichzeitig auch spät genug, dass die Wäscherei überhaupt schon geöffnet hatte. Die hat nämlich ausgesprochen bürounfreundliche Öffnungszeiten, von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr, ich frage mich, welche Zielgruppe die haben. Aber man kann die selbst gewaschen Hemden dort nur zum Bügeln abgeben, und das machen sie dann ordentlich und preiswert, zumindest werde ich nicht anfangen, für 1,50 € ein Hemd zu bügeln. Da käme ich bei meiner Bügelgeschwindigkeit auf einen Stundenlohn unter Mindestlohn.
Irgendwann so gegen 10:00 Uhr war ich dann tatsächlich im Büro, nur um 3h später schon wieder zu einem Termin im Mutterhaus aufzubrechen.
Mein Büro ist im Norden von Münster, das Mutterhaus aber mitten in der Innenstadt. Ich fahre da eigentlich nicht gerne hin, denn ich mag halt keine Innenstädte, aber man kann es sich ja nicht jedes Mal aussuchen.
Als ich gegen 15:00 Uhr mit den Besprechungen durch war, habe ich dafür die Gelegenheit genutzt, gleich mal zu Fuß weitere Einkäufe zu erledigen, das ist ein unbestreitbarer Vorteil der Innenstadt, dort gibt es tatsächlich fast alles fußläufig zu erreichen. Unter anderem auch japanische Mayonnaise, die ich zu meiner großen Begeisterung in einem in innerstädtischen Asia Laden für 2,98 € kaufen konnte und nicht für 12,51 €, was Amazon verlangt.
Normalerweise stehe ich ja auf Bestellen für Einkäufe, aber für Lebensmittel lohnt es sich nach wie vor überhaupt nicht.
Außerdem habe ich natürlich noch einen innerstädtischen Aldimarkt auf diese Tomaten-Basilikum-Butter kontrolliert, leider wieder kein Glück.

Zurück im Büro wurden schließlich noch die letzten Vorbereitungen für die Aufsichtsrat Sitzung morgen getroffen, jetzt dürfte eigentlich alles erledigt sein. Wenn der morgige Tag um ist, kann man an dem wesentlichen Teil des Jahres 2017 schon einen Haken machen
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Sonntag, 10. Dezember 2017
Gefunden
Ich habe den Tag heute mit Suchen verbracht.
und um das Ende der Geschichte gleich vorweg zu nehmen: Ich habe letztlich auch gefunden, was ich gesucht habe, nämlich den Namen und die Kontaktdaten von einer Frau, die aus alten Barbour-Wachsjacken Taschen näht.
Wen es interessiert - (und damit ich es nie mehr selber suchen muss) die Dame, die das macht heißt Anna Cornelia Vieregge und ihr Unternehmen dementsprechend Viereggig.
Ich habe Frau Vieregge im Sommer 2014 auf Schloss Ippenburg bei der Veranstaltung "Gartenlust und Landvergnügen" kennengelernt und war von ihren Taschen ausgesprochen fasziniert.
Ich habe damals ein paar Taschen, die mir besonders gut gefielen, fotografiert und mir ihre Visitenkarte mitgenommen. Großer Fehler: Die Visitenkarte habe ich nicht fotografiert.
Seit diesem Sommer trage ich also die Idee mit mir herum, mir von ihr eine Tasche nähen zu lassen, Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man ihr eine alte Barbourjacke liefert.
Jetzt besitze ich zwar eine Barbourjacke, auch schon seit vielen Jahren, aber die ist noch so gut in Schuss, dass es viel zu schade wäre, sie zu zerschneiden. Im Grunde ist das das entscheidende Problem bei allen Barbourjacken: Normalerweise gehen die nicht kaputt.
Und das wiederum heißt, dass so eine Tasche ein ziemlich edles Teil ist, denn allein schon das Ausgangsmaterial ist nur zu sehr gehobenen Preisen zu bekommen.
So eine Herausforderung reizt mich als passionierter Flohmarktgänger ja enorm, und das heißt, seit 2014 bin ich intensiv auf der Suche nach einer alten Barbour-Wachsjacke, die ich für möglichst kleines Geld kaufen kann.
Jetzt habe ich es endlich geschafft, seit kurzem liegt hier eine Barbourjacke in genau der richtigen Farbe und mit "Bisslöchern in den Ärmeln" (der Vorbesitzer hat damit den Hund trainiert) und deshalb musste ich nur noch 10 Euro dafür bezahlen.
Heute wollte ich dann mal Kontakt zu Frau Vieregge aufnehmen und fragen, wie es jetzt weitergeht.
Dazu brauchte ich entweder ihre E-Mail-Adresse oder ihre Telefonnummer, beides hatte ich nicht mehr, genaugenommen hatte ich auch ihren Namen vergessen.
Als erstes habe ich dann meine Fotos durchsucht und auch ziemlich schnell die Fotos der Taschen gefunden, die ich damals fotografiert habe, nur stand da weder Name noch sonst irgendeine hilfreiche Information drauf, die Visitenkarte hatte ich offensichtlich nicht fotografiert.
Blöd. Also habe ich angefangen, die Visitenkarte selber zu suchen, was bedeutet, ich habe aufgeräumt.
Nach fünf Stunden Aufräumen hatte ich einen Riesenablageberg wegsortiert, alle Ecken und sonstigen "Sammelplätze" aufgeräumt, die Visitenkarte war nicht dabei.
Deshalb kam ich dann auf die Idee, die Teilnehmerliste von dieser Veranstaltung zu ergoogeln, was nach einiger Zeit auch gelang - nur Frau Vieregge steht nicht drauf. Keine Ahnung wieso nicht, denn sie hatte dort nachweislich einen Stand, weil ich ja die Fotos mit Datum und Geotag habe, aber auf der Liste steht sie halt nicht.
Also habe ich immer weiter geräumt und gesucht - und schließlich, als ich schon nicht mehr daran glaubte, ganz unten in einer Kiste, die ich auch schon dreimal durchgesehen hatte, da war sie dann, die verlorene Karte.
Jetzt habe ich alle Kontaktdaten, aber vielleicht kläre ich erst mal ab, ob nicht der große Sohn, der, der ja eigentlich den Windeltaschenrucksack haben wollte, ob der sich nicht so eine Tasche wünscht, dann könnte ich ja erst mal eine für ihn nähen lassen.
Wir werden sehen, auf alle Fälle habe ich jetzt alles beisammen und bin schon deshalb sehr zufrieden, auch damit, dass als Nebeneffekt hier plötzlich alles wunderbar aufgeräumt ist
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Dienstag, 5. Dezember 2017
Ein neues erstes Mal
Ich sagte es neulich schon, dass ich in vielen Dingen ein laggard oder late adopter bin, nicht wahr?
Bis ich bereit bin, mich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, muss ich immer erst meine eigenen Phasen des noch-nicht-kennens, des kennens-aber-nicht-ernst-nehmens, des bewussten-ignorierens, des aktiven-beschimpfens bis hin zum ersten-mal-selber-ausprobieren durchlaufen.
Nach dem ich jetzt endlich ein eigenes Avatar habe, kann ich ja nun auch noch einen Schritt weiter gehen und mich tatsächlich aktiv an einer blogparade beteiligen, die ich in meinen bisherigen Stadien natürlich immer konsequent ignoriert bzw. abgelehnt habe.
Das schöne beim Durchlaufen dieser Stadien ist die retrograde Amnesie, die Teil des Ganzen ist, d.h. wenn ich irgendetwas erstmal irgendwann selber akzeptiere, habe ich im selben Moment aber auch vergessen, was ich vorher überhaupt dagegen hatte.

Nun, sei es wie es sei, ich wollte damit nur sagen, dass ich weder bekloppt noch inkonsequent bin, sondern dass so eine Sinnesänderung ein ganz normaler und alltäglicher Vorgang in der eigenen Entwicklung ist und dass ich deshalb heute mit viel Spaß und noch mehr guten Vorsätzen das erste Mal an der WmdedgT Aktion teilnehme, die seit viereinhalb Jahren jeden 5. im Monat von Frau Brüllen organisiert wird.

"Was machst du eigentlich den ganzen Tag" ist eine Frage, die ich mir in leicht abgewandelter Form ja nun schon seit über zwei Jahren jeden Abend selber stelle: "Was habe ich den ganzen Tag gemacht und worüber könnte ich etwas schreiben?" ist meistens mein Ansatz, aber diese Aktion hier stellt ja die Frage aktiv schon am Morgen, so dass ich mir seit heute Morgen viel Mühe gebe, das genau zu protokollieren.

Also, los geht's:
Der Tag begann wie viele Tage: mit aufwachen. Das geschah so gegen 7:05h (aus Protokollgründen gucke ich heute ständig auf die Uhr, weil ich mir einbilde, mir dann besser merken zu können, was ich wirklich alles so gemacht habe. Aus eigener Erfahrung ist es ja oft so, dass gefühlt 30 Minuten nach dem Aufwachen schon wieder Abend ist und man sich verzweifelt fragt, wo der Tag geblieben ist und was man, verdammte Hacke, damit angestellt hat.)
Gegen 7:15h brachte mir K. meinen Morgenkaffee.

Es folgten Lesen im Bett, Aufstehen, Duschen (ohne Haarewaschen natürlich), Zähneputzen, Anziehen, Schminken, Kämmen und runtergehen. (Schlafzimmer in der ersten Etage).
In der Küche habe ich dann mein Mitnehmessen geschmiert und geputzt (Butterbrot und Möhren) und als ich im Flur stand und die Jacke anzog, war es schon wieder kurz vor 9h. Mein Lebensdrama, es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, wie andere Leute es schaffen, schon um 8h im Büro zu sein.

Dabei hatte ich heute noch einen Zwischenstopp auf dem Weg ins Büro zu erledigen, denn J. braucht seine Original Geburtsurkunde. J. möchte bei der Bundeswehr studieren und zu den einzureichenden Bewerbungsunterlagen gehört auch die Geburtsurkunde im Original.
Er hatte dort gestern ein erstes Vorgespräch (den Termin zu diesem Gespräch hat er schon im August gemacht), bei dem ihm mitgeteilt wurde, was er alles einreichen muss und dass es jetzt plötzlich aber ganz wichtig ist, dass er all diese Dinge am besten bis Donnerstag dort einreicht. Manchmal fragt man sich ja schon, was bei diesen Behörden-Leuten so im Kopf vorgeht, viel kann es auf alle Fälle nicht sein. Denn, hallo? Wie soll ein Jugendlicher, der auf einer Insel wohnt und auf dem Festland in ein Internat geht, mal eben in drei Tagen alle möglichen Original herbeischaffen? Egal, J. hatte mir Bescheid gegeben, dass er seine Geburtsurkunde benötige und ich kam auf den klugen Gedanken, davon eine beglaubigte Kopie herstellen zu lassen, dann muss ich das echte Original nicht mit der Post durch die Gegend schicken. Deshalb bin ich heute mit dem Original von J.s Geburtsurkunde in das Rathaus in Greven marschiert, weil ich annahm, dass ein Amt, was solche Urkunden ausstellt, mir ja auch eine beglaubigte Kopie von einer bereits ausgestellten Urkunde fertigen kann.
Im Rathaus angekommen habe ich mich über die quasi nicht vorhandene Schlange vorm Einwohnermeldeamt gefreut

und musste auch nur fünf Minuten warten, bis ich dran war, um mir sagen zu lassen, dass das Einwohnermeldeamt für Beglaubigungen von Geburtsurkunden nicht zuständig ist, aber das Standesamt und das befindet sich in Zimmer 110.
Auf der Suche nach Zimmer 110 stellte ich fest, dass das Rathaus zwischen der ersten und der zweiten Etage auch noch eine 1,5te Etage hat, die man nur erreicht, wenn man durch eine versteckte Zwischentür und einen abgedunkelten Flur erst eine Treppe runter und dann eine halbe Treppe wieder hoch läuft - ein wenig kam ich mir vor, als wäre ich auf dem Weg nach Hogwarts. Andererseits, ich war auf dem Weg zum Standesamt, da passt das ja sogar vielleicht, irgendwie.....
Aber irgendwann hatte ich Zimmer 110 tatsächlich gefunden und die dort residierende Verwaltungsbeamtin erklärte mir dann, dass überhaupt gar niemand eine beglaubigte Kopie von einer Geburtsurkunde fertigen könne, sondern dass nur die ausstellende Behörde selber eine Original Geburtsurkunde ausstellen könne. Und da J. nicht in Greven geboren wurde, könne sie mir nicht helfen. Punktum, andere Alternativen gibt es nicht. Und wenn man sich im öffentlichen Dienst bewerben wolle (und Bundeswehr gehört da eindeutig dazu), dann würde meine uralt Geburtsurkunde sowieso nicht ausreichen, die wollen immer eine aktuelle. Würde also auch nichts nutzen, wenn ich ihm mein bisher so sorgfältig gehütetes Original gebe oder schicke, es muss sowieso was neues her.
Meine 27 Fragezeichen, die mir in den Augen standen, konnte ich gar nicht alle gleichzeitig als Warum-Fragen formulieren. Was soll sich bitteschön an einer Geburtsurkunde ändern? Geburt 2.0? Wird die upgedated und das ursprünglich ohne Wahlfreiheit festgelegte Geschlecht wird wieder offengelassen und ergänzt um die dritte Variante, die heutzutage ja wohl sein muss, um Gendergerechtigkeit herzustellen?
Oder wird die Postleitzahl aktualisiert? oder WTF?
Die Dame erklärte mir dann, dass es ja sein könne, dass der Mensch inzwischen seinen Namen geändert hat oder adoptiert wurde - und das wäre da dann alles vermerkt. Und deshalb benötige man für eine Bewerbung im öffentlichen Dienst eben eine frisch ausgestellte Geburtsurkunde.
So ist das. Jetzt weiß ich es. Sie gab mir dann noch den Tipp, dass die meisten Behörden so etwas inzwischen auch übers Internet regeln und ich solle doch einfach mal googeln, wie das die Behörde in J.s Geburtsstadt handhabt.
Also bin ich recht unverrichteter Dinge wieder gegangen und erst mal ins Büro gefahren. Dort waren die Handwerker immer noch mit dem Verlegen des WLAN-Kabels beschäftigt, heute soll der zweite Gang fertig werden.

(Kleiner Zeitsprung: Am Abend hatten mir insgesamt drei Handwerker mitgeteilt, dass es sich um ein LAN-Kabel handelt und dass es WLAN-Kabel gar nicht gibt. Ich kam mir vor wie der Postillion, der regelmäßig Leserbriefe postet, die ich besonders witzig finde, weil es wohl häufiger Menschen gibt, die nicht denselben Humor haben.)
Von den Dingen im Büro gibt es dann eigentlich nicht viel zu erzählen, das ist eben Büro.
Besteht aus Computerarbeit, Excel-Tabellen, Akten, Schreiben und mittendrin meiner Teetasse samt Obst- und Rohkostteller

In 14 Tagen ist mal wieder Aufsichtsrat, deshalb sind hier grade alle ganz hektisch mit Vorlagen schreiben, Wirtschaftsplänen und Reportings beschäftigt.
Den ersten Teil des Tages habe ich mich damit beschäftigt, den Jahresbericht für eine kleine Vermögensverwaltung zu schreiben, den zweiten Teil damit, mit diversen Banken zu telefonieren und Angebote für Depotverwaltungen, Festgeldzinsen u.ä. einzuholen sowie so Alltagskrimskrams, der täglich zu erledigen ist.
Ach so, und natürlich das Standesamt in J.s Geburtsstadt angemailt und um Übersendung einer frischen Geburtsurkunde gebeten, vorzugsweise gleich an J.s Internatadresse, die Gebühr konnte man mit paydirect bezahlen.
Zwischendurch habe ich ein wenig amüsiert den Familienchat beobachtet, da gingen J. und seine Schwester in einen verbalen Clinch, ob Chatprogramme oder E-Mails besser sind und die beiden älteren Kinder haben sehr souverän den kleinen Schülerbruder niedergemacht, der E-Mails grässlich findet und verlangt hatte, dass wir bitte nie mehr über E-Mails kommunizieren, weil sie ihm erklärten, das läge nur daran, dass er noch für nichts verantwortlich ist und keine wichtigen Projekte managen muss.
Recht haben sie, ich persönlich würde am allerliebsten sowieso überhaupt nur per E-Mail kommunizieren, ich habe noch nie verstanden, wo der besondere Vorteil von Chatprogrammen ist, habe mich aber längst daran gewöhnt, einfach auf jedem Kanal, auf dem ich angesprochen werde, auch zu antworten, was aber nicht heißt, dass ich Chatprogramme deshalb gut finde. WhatsApp zB finde ich sogar ziemlich ätzend, da das nur auf dem Handy läuft und dann auch nur auf einem Handy, die Hälfte der Zeit merke ich deshalb gar nicht, dass ich da angeschrieben wurde.
Familienintern nutzen wir iMessage, weil ich die Kindern einfach per Gelddiktat zu einem iPhone gezwungen habe (lieber ein iPhone geschenkt, als ein cooles Handy selber bezahlen), aber ich persönlich wäre auch völlig zufrieden, wenn es nur E-Mails gäbe. (Ich fand aber früher auch SMS schon blöd.)

Eigentlich hätte ich auch noch eine Vorlage über ein Vergleichsangebot in einem laufenden Klageverfahren schreiben sollen, aber irgendwie ging mir das nicht von der Hand.
Mir fiel schon der Einleitungssatz nicht ein, klassischer Fall von akuter Schreibblockade.
Ich habe dann eine Zeitlang stumpf auf meinen Bildschirm gestarrt und auf eine geniale Eingebung gewartet, als die ausblieb, habe ich akzeptiert, dass ich ein Problem habe und keine Lösung, weshalb ich kurzerhand beschloss, den Rechner runterzufahren und nach Hause zu gehen.
Eigentlich war es noch gar nicht wirklich spät als ich ging, erst so 19.30h, der Parkplatz war aber schon ziemlich verwaist, ich habe das dumpfe Gefühl, der Rest der Menschheit hat einen anderen Biorhythmus als ich.

Tja, und als ich dann so gegen 20h zu Hause ankam, konnte der Tag ja endlich beginnen gemütlich werden, wenn mich mein Hunger nicht in die Küche getrieben hätte. Ein Butterbrot, ein Apfel und vier Möhren sind wohl doch etwas wenig für einen ganzen Tag.
Da ich aber keine Lust zum aufwändigen Kochen hatte, wurde es mal wieder mein Lieblingsessen: Pellkartoffeln mit Sylter Heringsstip, denn davon habe ich noch hochbeglückt ein Paket im Kühlschrank entdeckt.

Und genau das werde ich jetzt genüsslich verspeisen, denn genau hier endet der Bericht meiner Tagesbeschäftigung

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Mittwoch, 22. November 2017
Konfus
Irgendwie ist mir der Tag heute etwas durcheinander geraten. Es ging schon damit los, dass ich heute der festen Überzeugung war, keine Termine zu haben und in allerseelenruhe ohne Fremdkontakt im Büro arbeiten könnte. Für solche Tage reicht Jeans und Pullover, nur für die Kollegen muss man sich wirklich nicht besonders schick machen.
Im Büro angekommen, plingte als erstes die Terminvorschau auf, als ich den Computer hochfuhr.
Rein theoretisch hätte ich um 12:00 Uhr in Dortmund sein sollen und am Abend war eine große Abendveranstaltung geplant.
Bei dem Dortmund Termin habe ich dann beschlossen durch Abwesenheit zu glänzen, zu der Abendveranstaltung wollte ich aber tatsächlich gerne hingehen, insbesondere auch weil ich wusste, dass ich dort einige Leute treffen würde, die ich gerne treffen wollte.
Nur mit Jeans und Pullover war ich definitiv nicht richtig gekleidet für diese Veranstaltung, so dass ich schon früh wieder aus dem Büro weggefahren bin, um mich zu Hause noch einmal komplett umzuziehen und dann erneut loszufahren.
Wenn ich mich aber schon extra für die Veranstaltung umziehe, dann auch richtig. Also habe ich meine Highheels und das kleine Schwarze aus dem Schrank gekramt und mich gründlich aufgebrezelt.
Nicht bedacht hatte ich aber die äußeren Umstände der Location. Das ganze fand nämlich in Gut Irgendwas statt, was bedeutet, dass man vom Parkplatz bis zur Empfangshalle nicht nur relativ weit laufen musste, sondern auch durch relativ viel Matsch und Schlamm. Perfekt für Highheels....
Auf der Veranstaltung habe ich dann wiederum Leute getroffen, die ich eigentlich gar nicht treffen wollte, denen ich dann aber nicht mehr unauffällig aus dem Weg gehen konnte.
Aber letztlich war es dann insgesamt ein schöner Abend, die Reden waren sogar relativ kurzweilig und das Essen war exzellent.
Jetzt muss ich nur noch den Matsch von meinen Pumps schrubben und gehe dann auf direktem Weg ins Bett
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