Montag, 10. August 2026
Im Bauch von Flugzeugen
anje, 22:34h
Gestern Abend hatte ich noch meinen persönlichen Aufreger, denn kurz vor 21h donnerte mit sehr viel Krach eine sehr tieffliegende Cessna über unser Haus und ich war ernsthaft empört.
Weil Flieger ja üblicherweise sehr gut getrackt werden können, habe ich sofort nachgeschaut, was das für eine Maschine war und stellte fest, dass es eine Cessna von Sylt Air war, und die machte nicht einfach nur einen verbotenen tiefen Überflug im Rahmen eines vom Festland gestarteten Rundflugs, nein, die war tatsächlich grade erst auf Borkum gestartet und hatte dann zusätzlich noch die Dreistigkeit, über den bebauten Teil der Insel zu fliegen, statt nach dem Start nach rechts zu drehen und außen rum über den Strand und das offene Meer Richtung Festland zu steuern.

Weil der Flugplatz um 19h schließt, muss das ein sogenannter PPR-Start gewesen sein, d.h. man meldet an (prior permission requested), dass man an einem bestimmten Tag zu einer Zeit außerhalb der Öffnungszeiten starten oder landen will und zahlt dann eine entsprechende Gebühr für jede angefangene Stunde, die man später oder früher dran ist. Der PPR-Start gestern hat also 360€ extra gekostet.
Syltflieger zahlen das aber wahrscheinlich aus der Portokasse, auf Sylt kostet ein PPR-Anflug nämlich rund 1.000€ für jede angefangene Stunde, nur mal so nebenbei bemerkt.
Dass man dann aber nach dem Start auch noch viel zu niedrig über die bebaute Zone der Insel fliegt, das ist in dem Zusatzentgelt ganz bestimmt nicht enthalten und ich bin dann heute erst mal höchst empört zum Flugplatz gefahren, um mich zu erkundigen, welcher Honk denn da gestern Abend PPR gestartet ist. Wenn man weiß, wer das ist, regt es sich viel besser auf.
Und natürlich war es ein "Promi" - nämlich Oli P, der gestern Abend (noch während der offiziellen Öffnungszeiten) mit einem Piloten und einer weiteren Person in diesem Flieger ankam, um am Abend auf den Beach Days Borkum aufzutreten. Nach seinem Auftritt ist er dann offensichtlich schnell wieder verschwunden und flog zurück nach Paderborn (von dort war er vorher auch gekommen), konnte aber natürlich nicht darauf verzichten, noch einmal über die große Bühne am Hauptstrand zu fliegen, war ja schließlich alles sein Publikum.
Und außerdem hatte er vorher ja schon in seiner persönlichen Nachmacherversion allen vorgesungen, dass er Flugzeuge im Bauch hat, da wird ihm ja wohl keiner übelnehmen, wenn er im Bauch eines Flugzeugs anschließend über sie drüberfliegt.
Damit er beim rechts aus dem Fenster gucken aber überhaupt den Strand und seine Fans sehen konnte und nicht nur das Wasser, musste der Pilot eben über den bebauten Teil der Insel fliegen.
Geschlafen hat auf der Insel ja eh noch keiner, es war schließlich noch ausreichend Krach am Boden.
Wenn ich mir überlege, was hier normalerweise für ein Geschiss wegen Ruhe und Rücksicht auf zahlende Kurgäste veranstaltet wird, nach 21h zB gilt ein generelles Fahrverbot für Autos, von Baustopp und privaten Partyverboten gar nicht zu reden, dann finde ich es schon extra dreist, dass dieser Typ einfach aus Gaudi alle Regeln und Vorschriften missachtet, aber manche Schweine sind eben gleicher als die anderen.
Unabhängig übrigens davon, dass mir auch für diese Krachmacherparty, die da gestern Abend ganz offiziell genehmigt und von der Stadt selber beworben und veranstaltet wurde, jede Sorte Verständnis fehlt.
Mallorca-Feeling direkt am Nordbad lautete der Slogan und obwohl ich noch nie am Ballermann war, so bin ich doch sicher, dass sie es gestern hier auf Borkum sehr gut imitiert haben. Diese ufziufziufzi-Beats donnerten mit so einer Lautstärke über die gesamte Insel, dass es mir noch drei Kilometer entfernt in meinem Garten draußen zu laut war und ich lieber ins Haus ging und alle Fenster schloss.
Da ich mal davon ausgehe, dass der allergrößte Teil der grade auf der insel weilenden Urlauber nicht auf dieser Party war, wird es wohl dem einen oder anderen auch so gegangen sein, aber hey, nur Spießer haben etwas gegen Partys, also ist es natürlich unfein, diesen Krach Scheiße zu finden.
Ansonsten bin ich heute morgen sehr schwungvoll in die neue Woche gestartet: Ich habe gleich mal alle Physiotermine für diese und nächste Woche abgesagt, weil ich nicht beabsichtige, in der erneut anrollenden Hitzewelle wieder aufs Festland zu gehen.
Anschließend stand ausführlich Buchhaltung, Baucontrolling und Rechnungen bezahlen auf dem Programm, es ist ein gutes Gefühl, wenn die Woche derart aufgeräumt loslegt.
Ach, und einen Link-Lesetipp habe ich auch noch, auf Rivva gefunden, wo er bereits von Herrn Buddenbohm und von Heiko Bielinski empfohlen wurde, aber weil ich den Text wirklich richtig gut finde, verteile ich den Link auch noch mal:
Die lautesten fünf Prozent von Stefan Weichelt, der hier sehr sauber ausführt, wie Online-Debatten ablaufen können und was es da für beteiligte Typen gibt.
Mich hat an dem Text am meisten fasziniert, dass diese Menschen sich auch im analogen Leben nicht anders benehmen, weil das dann wahrscheinlich die sind, die mir ab und zu begegnen und ich mich dann frage, wer oder was genau denen ins Hirn geschissen hat
.
(Abgelegt in anjesagt und bisher 112 x anjeklickt)
Weil Flieger ja üblicherweise sehr gut getrackt werden können, habe ich sofort nachgeschaut, was das für eine Maschine war und stellte fest, dass es eine Cessna von Sylt Air war, und die machte nicht einfach nur einen verbotenen tiefen Überflug im Rahmen eines vom Festland gestarteten Rundflugs, nein, die war tatsächlich grade erst auf Borkum gestartet und hatte dann zusätzlich noch die Dreistigkeit, über den bebauten Teil der Insel zu fliegen, statt nach dem Start nach rechts zu drehen und außen rum über den Strand und das offene Meer Richtung Festland zu steuern.

Weil der Flugplatz um 19h schließt, muss das ein sogenannter PPR-Start gewesen sein, d.h. man meldet an (prior permission requested), dass man an einem bestimmten Tag zu einer Zeit außerhalb der Öffnungszeiten starten oder landen will und zahlt dann eine entsprechende Gebühr für jede angefangene Stunde, die man später oder früher dran ist. Der PPR-Start gestern hat also 360€ extra gekostet.
Syltflieger zahlen das aber wahrscheinlich aus der Portokasse, auf Sylt kostet ein PPR-Anflug nämlich rund 1.000€ für jede angefangene Stunde, nur mal so nebenbei bemerkt.
Dass man dann aber nach dem Start auch noch viel zu niedrig über die bebaute Zone der Insel fliegt, das ist in dem Zusatzentgelt ganz bestimmt nicht enthalten und ich bin dann heute erst mal höchst empört zum Flugplatz gefahren, um mich zu erkundigen, welcher Honk denn da gestern Abend PPR gestartet ist. Wenn man weiß, wer das ist, regt es sich viel besser auf.
Und natürlich war es ein "Promi" - nämlich Oli P, der gestern Abend (noch während der offiziellen Öffnungszeiten) mit einem Piloten und einer weiteren Person in diesem Flieger ankam, um am Abend auf den Beach Days Borkum aufzutreten. Nach seinem Auftritt ist er dann offensichtlich schnell wieder verschwunden und flog zurück nach Paderborn (von dort war er vorher auch gekommen), konnte aber natürlich nicht darauf verzichten, noch einmal über die große Bühne am Hauptstrand zu fliegen, war ja schließlich alles sein Publikum.
Und außerdem hatte er vorher ja schon in seiner persönlichen Nachmacherversion allen vorgesungen, dass er Flugzeuge im Bauch hat, da wird ihm ja wohl keiner übelnehmen, wenn er im Bauch eines Flugzeugs anschließend über sie drüberfliegt.
Damit er beim rechts aus dem Fenster gucken aber überhaupt den Strand und seine Fans sehen konnte und nicht nur das Wasser, musste der Pilot eben über den bebauten Teil der Insel fliegen.
Geschlafen hat auf der Insel ja eh noch keiner, es war schließlich noch ausreichend Krach am Boden.
Wenn ich mir überlege, was hier normalerweise für ein Geschiss wegen Ruhe und Rücksicht auf zahlende Kurgäste veranstaltet wird, nach 21h zB gilt ein generelles Fahrverbot für Autos, von Baustopp und privaten Partyverboten gar nicht zu reden, dann finde ich es schon extra dreist, dass dieser Typ einfach aus Gaudi alle Regeln und Vorschriften missachtet, aber manche Schweine sind eben gleicher als die anderen.
Unabhängig übrigens davon, dass mir auch für diese Krachmacherparty, die da gestern Abend ganz offiziell genehmigt und von der Stadt selber beworben und veranstaltet wurde, jede Sorte Verständnis fehlt.
Mallorca-Feeling direkt am Nordbad lautete der Slogan und obwohl ich noch nie am Ballermann war, so bin ich doch sicher, dass sie es gestern hier auf Borkum sehr gut imitiert haben. Diese ufziufziufzi-Beats donnerten mit so einer Lautstärke über die gesamte Insel, dass es mir noch drei Kilometer entfernt in meinem Garten draußen zu laut war und ich lieber ins Haus ging und alle Fenster schloss.
Da ich mal davon ausgehe, dass der allergrößte Teil der grade auf der insel weilenden Urlauber nicht auf dieser Party war, wird es wohl dem einen oder anderen auch so gegangen sein, aber hey, nur Spießer haben etwas gegen Partys, also ist es natürlich unfein, diesen Krach Scheiße zu finden.
Ansonsten bin ich heute morgen sehr schwungvoll in die neue Woche gestartet: Ich habe gleich mal alle Physiotermine für diese und nächste Woche abgesagt, weil ich nicht beabsichtige, in der erneut anrollenden Hitzewelle wieder aufs Festland zu gehen.
Anschließend stand ausführlich Buchhaltung, Baucontrolling und Rechnungen bezahlen auf dem Programm, es ist ein gutes Gefühl, wenn die Woche derart aufgeräumt loslegt.
Ach, und einen Link-Lesetipp habe ich auch noch, auf Rivva gefunden, wo er bereits von Herrn Buddenbohm und von Heiko Bielinski empfohlen wurde, aber weil ich den Text wirklich richtig gut finde, verteile ich den Link auch noch mal:
Die lautesten fünf Prozent von Stefan Weichelt, der hier sehr sauber ausführt, wie Online-Debatten ablaufen können und was es da für beteiligte Typen gibt.
Mich hat an dem Text am meisten fasziniert, dass diese Menschen sich auch im analogen Leben nicht anders benehmen, weil das dann wahrscheinlich die sind, die mir ab und zu begegnen und ich mich dann frage, wer oder was genau denen ins Hirn geschissen hat
.