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Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 15. April 2026
Dinge, die meine Technik nicht für mich tun soll
Felix hat auf meinen Text und meine Fragen bei "Technikanwendungen" reagiert und sehr ausführlich erläutert, was er bei einer Smarthome-Steuerung wichtig findet.

Dieses Blog-Ping-Pong finde ich wunderbar und nutze seine Ausführungen und Hinweise, um auf dieser Grundlage noch einmal selber über meine eigenen Ansprüche und Erwartungen an meine künftige Haustechnik nachzudenken.

Vorab zu den Kosten:
Ja, KNX verlegen zu lassen ist deutlich teurer als einfach nur eine 2-Phasen-Stromleitung, das ist mir absolut bewusst. Dafür habe ich dann aber auch die Möglichkeit, sehr viele verschiedene Informationen über die "Stromleitungen" zu senden und entsprechend detailliert einzelne Abnehmer zu steuern.

Außerdem habe ich früher beruflich viel mit dem Bau von Immobilien für betreutes Wohnen zu tun gehabt und alle diese Häuser wurden grundsätzlich mit einem KNX-System ausgestattet, weil es nicht nur für die Bewohner, sondern vor allem auch für die Betreuer viele Vorteile hatte, die Vorgänge im Haus engmaschig überwachen und im Notfall auch von außen steuern zu können.
Insofern war für mich klar, dass ein KNX-System dazu gehört, wenn ich ein barrierefreies Haus bauen möchte, in dem ich auch dann noch leben kann, wenn die altersbedingten Einschränkungen mehr werden. Gleichzeitig war mir aber auch klar, dass barrierefreies Bauen immer deutlich teurer ist als "Normalstandard".

Wodrüber ich allerdings noch nie nachgedacht habe und was mir auch jetzt erst auffällt, sind die unterschiedlichen Erwartungen bzw. Ansprüche, die der einzelne mit dem Begriff "Smarthome" verknüpft.

Für mich sind die beiden wichtigsten, oder vielleicht sogar die beiden einzigen Ansprüche an eine "Smarthome-Steuerung" (oder GLT für Gebäudeleittechnik, wie es im gewerblichen Bereich genannt wird) die externe Kontrollmöglichkeit und persönlicher Komfortgewinn durch erleichterte Bedienung.
Und mit "komfortabler Bedienung" meine ich wirklich immer noch Bedienung und ganz ausdrücklich nicht Automation.
25 Lampen zentral an- oder auszuschalten finde ich komfortabel, wenn sich die Lampen aber verselbstständigen und von alleine angehen, wenn ich das Haus betrete, dann werde ich sofort nervös. Wenn sie dann auch noch meinen, meine Lichtstimmung vorausahnen zu können und mich tages- und jahreszeitabhängig mit unterschiedlichen Lichtszenarien begrüßen, ist bei mir der Punkt erreicht, die Technik vollständig zu verweigern.
Für mich ist es ein großer Unterschied, ob Technik für mich eine (mechanische) Arbeit erledigt, die ich sonst mühsam selber machen müsste oder ob sie mir Entscheidungen abnimmt.

Dass hier viele Leute ganz andere Ansprüche oder Vorlieben haben, ist mir nicht nur durch den Text von Felix, sondern auch durch ein Gespräch mit meinem Westfalenmann bewusst geworden. Der hätte gar nichts dagegen, in einer Umgebung zu leben, wo er über so triviale Dinge wie "welches Licht leuchtet jetzt grade" nicht nachdenken müsste, er findet es sehr angenehm, wenn ihm jemand Entscheidungen abnimmt, die er für unwesentlich hält. Sein Argument ist: Wenn mir das nicht gefällt, kann ich es ja immer noch anders machen.

Dass er damit wahrscheinlich zu der deutlich größeren Menge von Menschen gehört als so verdrehte Einzelindividuen wie ich, kann ich mir übrigens sehr gut vorstellen, denn sonst hätte es für die Industrie ja keinen Bedarf gegeben, Systeme zu entwickeln, die nach komplexen if-then-Mustern den Menschen (scheinbar?) personalisierte Individual-Lösungen vorschlagen.

Dass das für mich nichts ist, liegt daran, dass ich mich gerne entscheide und vor allem auch gerne mal anders entscheide. Ein Muster oder ein System in meinen Entscheidungen zu erkennen, finde ich selber fast unmöglich. Heute mag ich dies, morgen das, ich weiß es selber nicht vorher.

Mich in eine Situation zu fügen oder sie sogar als positiv zu empfinden, gelingt mir viel leichter, wenn ich mich selber aktiv dafür entschieden habe.
Vielleicht schwingt hier immer noch mein Kindheitstrauma mit, weil mein Vater der Überzeugung war, es wäre eine gute Tat, Menschen zu ihrem Glück im Zweifel auch zu zwingen, auf alle Fälle reagiere ich hochallergisch auf alle Entscheidungen, die andere für mich treffen wollen.

Ich kann es ja noch nicht mal leiden, wenn mir bei Tisch jemand anderer etwas auf den Teller füllt. "Nein danke, ich nehme mir lieber selber" ist meine absolute Standardreaktion, wenn jemand nett, höflich, zuvorkommend oder wie auch immer übergriffig meint, für mich entscheiden zu können, wie viele Kartoffeln ich jetzt doch sicherlich gerne auf meinem Teller haben möchte.

K dagegen findet das super. Er fände es auch okay, wenn ihm jemand jeden Morgen irgendwelche Kleidung rauslegt, die er nur noch anziehen muss, um gar nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, was zusammenpasst und was der Situation bzw. den Tagesvorhaben angemessen ist. Er würde garantiert auch seinen Kalender mit so einer Smart-Assistenz koppeln, damit die erkennen kann, was für den Tag geplant ist.

Für mich: Die absolut reine Horrorvorstellung. Kommt überhaupt nicht in Frage. Nachher sucht die Smart-Assistenz noch genau das raus, was mir wirklich gefällt und dann kann ich es aus lauter Protest nicht anziehen. Ne, ne, soweit lasse ich es gar nicht erst kommen.

Ich habe ein ganz massives Problem mit Technik, die "alles alleine macht".
Deshalb kann ich die Tado-Heizungssteuerung nicht leiden, weil die meint, für mich entscheiden zu wollen, wann ich mich weit genug aus dem Haus entfernt habe, damit sie selbstständig die Heizung runter dreht.
Das macht mich irrsinnig nervös, ich will das nicht, niemals, ich kann verflixt noch mal selber entscheiden, wann ich welche Heizung auf wie viel Grad hoch- oder runterregeln will und mein Traumsystem macht genau das und nicht mehr.

Ich mag auch keine Bewegungsmelder, weil sie mir die Freiheit nehmen, jederzeit selber zu entscheiden, ob ich das Licht jetzt grade wirklich anschalten will oder nicht bzw. wie lange ich es brennen lassen will.
Ich sehe ein, dass ein Bewegungsmelder in dem dunklen Kellerflur oder im Schuppen praktisch ist, weil man dann nicht immer eine freie Hand braucht, um das Licht einzuschalten, wenn man dort vollbeladen etwas hinbringen will, aber schon bei der Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder bin ich zwiegespalten, weil ich natürlich auch jedes Mal aufschrecke, wenn draußen das Licht angeht und es überraschenderweise doch kein Besucher oder Einbrecher ist, der es ausgelöst hat…

Präsenzerkennung ist für mich also eher erschreckend als angenehm, insofern werde ich mich damit nicht weiter beschäftigen. Wenn es nach mir geht, muss mein Haus nicht wissen, dass ich da bin.

Trotzdem sehe ich sofort ein, dass es sehr sinnvoll ist, so viele Sensoren wie möglich in der Haustechnik zu verbauen und an vielen Stellen ist das auch schon vorgesehen.
Alle Fenster und alle Außentüren haben Sensoren, also nicht nur die, die ich elektrisch bedienen kann, sondern alle, damit ich jederzeit bei Bedarf kontrollieren kann, ob auch wirklich alle Fenster zu sind. Kontrolle, ich erwähnte es oben, finde ich vor allem deshalb wichtig, weil das Haus ja auch immer wieder mal nicht bewohnt ist, weil wir dann in dem anderen Haus sind.

Deshalb finde ich auch Kameras wichtig, die ich allerdings nur aktiviere, wenn ich das Haus für längere Zeit verlasse.
Und nein, ich möchte hier keinen Automatismus, ich finde es völlig okay, wenn ich das selber manuell (am Handy) steuere. Und nein, ich möchte auch keine aktivierten Kameras, wenn ich selber im Haus rumlaufe.

Die Raffstores können zwar zentral gesteuert, bedient und kontrolliert werden, aber auf einen Wind- und Regensensor habe ich bewusst verzichtet, weil ich eben nicht will, dass sich da irgendetwas selbstständig macht, nur weil der Wind weht oder es regnet.

Die Küchentechnik dagegen ist wieder komplett vernetzt, allerdings weiß ich jetzt schon, dass ich hier höchstpersönlich etwas umbauen/abklemmen muss, denn ansonsten muss ich immer zwingend ein Fenster öffnen, wenn ich die Dunstabzugshaube anwerfe, weil ich einen Kaminofen habe und das dann offiziell Vorschrift ist, egal ob der Kamin grade befeuert wird oder nicht. Mit Vorschriften kann ich auch immer nur schwer umgehen, wenn ich sie (teilweise) überflüssig finde. Ich entscheide lieber selber, wann ich ein Fenster aufmache. Dass das sinnvoll ist, wenn ein Feuer brennt und der Dunstabzug Luft aus dem Haus zieht, verstehe ich sofort, aber eben nicht, wenn kein Feuer brennt.

Die Heizungssteuerung wird selbstverständlich auch über eine App laufen, in der Photovoltaik, Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Klimaanlagen und Wallboxen alle miteinander verbunden sind (weil alles von einem Hersteller) Im Unterschied zum Borkumhaus werde ich hier allerdings viel weniger an der Heizung hoch- und runterstellen müssen, weil das bei Wärmepumpen eher kontraproduktiv ist. Eine elektrische Lüftung haben wir nur im Keller, weil wir dafür komplett auf Fenster verzichtet haben, im Rest des Hauses wird über die klassische Fensteraufmethode gelüftet und ich gehe davon aus, dass ich da auch ohne extra Benachrichtigung regelmäßig dran denken werde, allerdings finde ich die Idee sehr charmant, das an einen CO2 Sensor zu koppeln, der sich meldet, wenn er frische Luft braucht. Ich werde den Elektriker mal danach befragen.

Meine aktuelle Routine besteht darin, dass ich jeden Morgen nach dem Aufstehen alle Fenster öffne und Durchzug mache. Damit ich im Winter nicht vergesse, die Fenster auch wieder zu schließen, wenn ich während des Lüftens das Zimmer verlasse, stelle ich mir dann immer einen Timer, das funktioniert prima.

Überhaupt Benachrichtigungen vom System. Grundsätzlich habe ich eine sorgfältig kuratierte Meldungsfreigabe für Benachrichtigungen auf dem Handy, weil ich vermeiden möchte, dass bei einer inflationären Meldungsflut eine Ignoranz einsetzt, die dann dazu führt, dass ich auch wichtige Meldungen nicht mehr wahrnehme. Geräusche dürfen nur ganz wenige Apps machen, weil ich bei Geräuschen besonders intensiv reagiere und eine Push-Meldung oder ein Banner nutzt halt nur was, wenn ich es auch wahrnehme. Das Haus selber macht dagegen viele Geräusche, was sich bei über 30 Wanduhren, die überall verteilt sind, nicht vermeiden lässt ;-) Als Ergebnis hat das dazu geführt, dass ich mich nur da zuhause fühle, wo es intensiv tickt.

Felix schreibt, dass sein System einen Tusch ertönen lässt, wenn er länger als fünf Minuten auf dem Klo sitzt, darüber musste ich sehr schmunzeln.
Bei der Auswahl der Sanitärausstattung haben wir natürlich auch die japanischen Toiletten kennengelernt, die jede für sich schon ein vollintegriertes Smart-Toilet-System ist. Ist sicherlich sehr lustig, traf aber nicht richtig unseren Bedarf.

Wir haben uns bewusst für ein sehr einfaches, preiswertes Modell entschieden (das Geld, was ich hier spare, gebe ich lieber für den Elektriker und eine umfassende Gebäudeverkabelung aus), obwohl K ein wirklich begeisterter Klogängersitzer ist. Genau deshalb wollte ich ja eigentlich zwei Klos nebeneinander, damit für mich auch jederzeit eines frei ist, aber sowohl K als auch der Architekt fanden das albern. Als Kompromiss haben wir jetzt neben dem WC ein Bidet und ich hoffe, für Notfälle lässt es sich auch zweckentfremden.
Was Felix und den Tusch angeht frage ich mich, woran sein System erkennt, dass er auf dem Klo sitzt (Kamera? ernsthaft? oder doch Japan-Klo?) und ob der Tusch ein Gratulationstusch oder ein Warntusch ist.

Wie, wo und welche Kameras wir einbauen werden, ist noch nicht entschieden, außer über der Klingel, da sieht das Haustürsystem automatisch eine Kamera vor.
Und natürlich wird es einen elektrischen Türöffner geben, das Klingelbild erscheint dann sowohl auf dem Handy als auch auf dem Monitor einer lokalen Türöffner-Station in der ersten Etage. Im Erdgeschoss brauche ich das nicht, da kann ich einfach aus dem Fenster schauen, wenn ich wissen will, wer vor der Tür steht.

Für die sonstige Haustechnik wird es genau eine fest installierte Bedienstation mit Display geben, weil ich nichts hässlicher finde als diese meterlangen Schalterbatterien, die man oft in Neubauten sieht, weil dort neben dem Licht auch die Jalousien und die Lüftung und die Heizung über einzelne Taster in dem jeweiligen Raum gesteuert werden.

Ich finde es völlig okay, all diesen Kram normalerweise vom Handy aus zu steuern, eine einzige, lokale Bedienstation reicht mir als Ergänzung völlig aus.
Wenn ich mein Handy mal verlegt habe, habe ich die Option, es entweder sofort zu suchen oder ich gehe eben zu dem im Eingang angebrachten Wandmonitor, wenn ich im Schlafzimmer den Raffstore runterfahren möchte. Immer noch besser, als im Schlafzimmer vier Schalter an der Wand zu haben.

Einen zentralen Lichtschalter wird es aber trotzdem in jedem Zimmer geben, denn das Licht einfach nur an- oder auszuschalten, muss man auch können, ohne erst das Handy rauszufummeln. Und weil ich nicht will, dass sich Licht von alleine einschaltet, gibt es in jedem Raum dafür genau einen Schalter.

Eine Frage, die für mich noch komplett offen ist: Brauche ich für die Gebäudesteuerung einen eigenen, zentralen Homeserver oder wo läuft das strategisch sinnvoll zusammen?
Wie sichere ich das System ab? (Hacker, Viren etc.) Und wie regele ich den externen Zugriff?
Ich hoffe, hier kann mir der Elektriker einen guten Spezialisten empfehlen
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Dienstag, 14. April 2026
Baustellenbesichtigung und weitere Bautermine
Das war ein voller Tag heute, als wir am Abend müde und abgekämpft wieder nach Hause kamen, reichte die Energie grade noch, um zwei tiefgefrorene Flammkuchen in den Ofen zu schieben. Ein Hoch auf derart lebensrettende Fastfood-Erfindungen.

Wirklich erfolgreich war der Termin bei einem der Parkettleger, die K um ein Angebot gebeten hatte. Zwecks konkreter Besprechung unserer Vorstellungen hatte dieser uns zu einem Beratungsgespräch in sein Unternehmen eingeladen, wo wir unter anderem ca. 50 verschiedene Musterböden in seiner Ausstellung anschauen konnten und uns am Ende kurzfristig umentschieden, weil er uns einen Boden anbot, der uns noch viel besser gefiel als der, den wir schon vor über einem Jahr ausgesucht hatten und jetzt eigentlich nur noch nach einem Handwerker suchten, der diesen Boden verlegt.

Aber wenn man in diesem Zusammenhang auch noch einen Bodenbelag findet, der einem noch besser gefällt, ist das ja wohl mehr als perfekt.

Außer einer noch ansprechenderen Optik, hat der Boden auch technisch viel bessere Eigenschaften als die Massivholzdiele, die wir bisher haben wollten, wir fuhren sehr beschwingt und zufrieden nach diesem Termin weiter.

K hatte am Abend noch Besichtigungstermine mit Mietinteressenten vereinbart, eine seiner Mieterinnen hatte gekündigt und dann muss man sich halt um eine Neuvermietung kümmern. Ich fuhr in der Zwischenzeit mit dem Hund auf eine Hundewiese, wo sie ausgiebig toben und spielen konnte, so dass auch der Hund jetzt froh ist, wieder zu Hause zu sein und schon längst in ihrem Korb liegt und schläft
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Montag, 13. April 2026
Haushaltswechsel
Huch, jetzt hätte ich fast schon wieder die Mitternachtslinie gerissen, allerdings ist es auch schon wirklich recht spät und ich bin ausreichend müde, um jetzt zügig im Bett verschwinden zu wollen.

Zusammenfassung des Tages:
Wir haben den Haushaltswechsel erfolgreich absolviert.
Das Borkumhaus ist pikobello sauber, sogar der Keller ist wieder trocken, insofern alles okay an der Nordfront.

Als ich kurz vor dem endgültigen Verlassen des Hauses nur noch die Zählerstände aufschreiben wollte, ging ich in den Keller und stand unerwartet in einer ziemlich großen Pfütze. Wie oder weshalb die entstanden ist, wo das Wasser ausgetreten ist, alles keine Ahnung, ich habe mich nur beeilt, alles so schnell wie möglich aufzuwischen, denn die Fähre wartet nicht.

Die Fähre war extrem leer, im Autodeck waren weniger als 10 Autos, wir standen ganz vorne und konnten bei Ankunft gleich als allererste von der Fähre rollen. Pole-Position, immer wieder schön

Pole Position

Der Hund fand das große Schiff auch interessant, sie wäre sicherlich auch ein guter Schiffshund, könnte ja eine Folgekarriere werden, wenn sie als Flughund nicht mehr so häufig unterwegs ist.

#Bixa als Schiffshund

Unterwegs Zwischenstopp in Leer beim Vater, der wünschte sich noch diverse Einkäufe, für uns ein guter Grund im Emspark Shoppen zu gehen. TK Maxx ist da auch, ich habe jetzt ein paar neue Schuhe und der Vater drei Flaschen schwarzen Johannisbeersirup.

Ankunft in Greven gegen 22h, Post durchsehen, Blumen gießen, Kühltaschen auspacken, alles in den Kühlschränken verstauen, Computer anwerfen, Updates fahren, Post einscannen, da vergeht die Zeit schnell und schon ist der Tag um.

Morgen wird auch ein langer Tag, deshalb ist es klug, wenn ich jetzt schlafen gehe
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Sonntag, 12. April 2026
Technikanwendungen
Frage: Was schreitet schneller voran, das eigene Alter(n) oder der technische Fortschritt?

Lange dachte ich ja, ich halte mit dem technischen Fortschritt relativ gut mit, schließlich hatte ich rund 20 Jahre Vorsprung bevor der C64 auf den Markt kam und kurz danach die ersten Computer in Büros auftauchten und ich begann, mich aktiv mit dem technischen Fortschritt zu beschäftigen.

Die Technik selber (also der Maschinenraum) hat mich dabei nie interessiert, dafür habe ich zu wenig Nerdgene, aber ich war immer sehr daran interessiert, sie möglichst problemlos benutzen zu können und dazu braucht man natürlich ein Mindestmaß an Verständnis für die Vorgänge im Maschinenraum.

So wie man meiner Meinung nach auch ein Mindestmaß an medizinischem Verständnis haben sollte, um den Zusammenhang zwischen Gummibärchen und kindlicher Übelkeit von dem Zusammenhang zwischen Lateinarbeit und kindlicher Übelkeit unterscheiden zu können, so finde ich es hilfreich, sich grob vorstellen zu können, wie so eine Maschine "tickt", um bei kleineren Alltagskrankheiten entweder mit Cola und Salzstangen oder mit einem beherzten Tritt gegen das Gehäuse samt Neustart nachhelfen zu können.

Der technische Fortschritt in den letzten 40 Jahren war gewaltig, aber mit meinen 20 Jahren Vorsprung konnte ich immerhin meist so weit mithalten, dass er mich alterstechnisch nicht überholte, aber so langsam merke ich, wie die Luft dünner wird.

Ich bin nach wie vor sehr gut darin, Technik, die ich bereits besitze und die in den letzten 15 Jahren entwickelt wurde, einzusetzen und zu bedienen, aber ich merke, wie mir die Puste ausgeht, bei der Vorstellung, ich müsse demnächst meine aktuell funktionierende Technik ganz alleine und selbstständig neu einrichten bzw. modernisieren.

Felix hat neulich sehr ausführlich beschrieben, dass er das Hue-System bzw. genauer den Zigbee-Kommunikationsstandard dahinter schon seit 10 Jahren im Einsatz hat.
Ich fand diesen Text vor allem deshalb beruhigend, weil er nach wie vor weiter an Zigbee festhält und nicht alles auf Matter umstellt, was unbestreitbar das zukünftige Nachfolgesystem sein wird. Felix aber meint, Matter sei noch nicht so weit ausgereift wie Zigbee und hat deswegen seine neuen Matter-Lampen auf Zigbee umgestellt.
Er hat sogar beschrieben, wie er das gemacht hat, aber genau an dieser Stelle habe ich nur ein altersermattetes Seufzen abgeben können. Ich habe auch zwei Matter-Lampen und ich fände es toll, wenn ich sie in mein Zigbee-Netz integrieren könnte, weil sie dann alle einheitlich gruppiert und gesteuert werden könnten, aber ach, es ist so umständlich und so wichtig ist es ja nun auch nicht und nun denn - und ich merke, wie mich die Technik überholt, während ich mich auf meinen Gehstock stütze und ihr wehmütig hinterherwinke.

Meine Neigung, die Grundbeleuchtung in einem Zimmer nicht durch eine helle Lampe, die in der Zimmermitte von der Decke hängt, zu gewährleisten, sondern stattdessen lieber viele kleine Lampen überall im Zimmer zu verteilen, diese Neigung ist schon sehr alt und erfuhr einen intensiven Schub, als die ersten Funksteckdosen auf den Markt kamen. Damit war es möglich, die Lampen mit einer Fernbedienung an- und auszuschalten, so dass man nicht mehr mühsam im ganzen Zimmer rumlaufen musste, um jede Lampe einzeln an ihrem eigenen Schalter zu bedienen.

Ich erinnere mich noch gut, wie sehr ich mich darüber geärgert habe, wenn mal wieder jemand zu Besuch in dem Haus auf Borkum war und weil er das Prinzip mit der Funk-Fernbedienung nicht verstand, die Lampen einfach einzeln an ihren Schaltern ausschaltete, was natürlich bedeutete, dass die Fernbedienung für die Stecker dann keinen Effekt mehr hatte und ich erst alle Lampen mühsam einzeln anknipsen musste, um meine Zimmerbeleuchtung wieder in Betrieb nehmen zu können. Besonders ärgerlich war es bei Lampen, die an einer Mehrfachsteckdose zusammengeschaltet waren und gar keinen einzelnen Schalter mehr hatten und der Funkstecker die Mehrfachsteckdose steuerte. Wenn hier jemand den Stecker rauszog, weil er unbedingt das Licht ausschalten wollte, musste anschließend der Funkstecker neu angelernt werden und ich habe es jedes Mal gehasst. Eine Zeitlang gab es deshalb Zettel in meinem Haus auf denen stand in Großbuchstaben: Finger weg von meinen Lampen!

Philips hat das Hue System Ende 2012 auf den Markt gebracht, entweder 2016 oder 2017 zog das System auch bei uns ein und ersetzte nach und nach meine alten Funk-Steckdosen zum Licht an- und ausmachen und mit dem zentralen Sammelschalter, den ich neben die Wohnzimmertür geklebt hatte, konnten dann auch alle anderen Leute die Lampen mit einem Schalter ein- und ausgeschalten, ein Feintuning der Lampen über die App auf dem Handy mussten fremde Leute ja nicht können.

Ende 2020 bot Lidl erstmals Zigbee-kompatible Lampen zu einem deutlich niedrigeren Preis als Philips an und spätestens da eskalierte meine Zigbee-Begeisterung komplett.
Bis heute nutze ich die Zigbee-Bridge von Hue, und damit auch die Hue-App, weil ich meine Smarthome-Steuerung natürlich nicht selber programmiere und in irgendeinem privaten Netzcomputer zusammenführe und selber hoste, dafür reicht mein Alltagsverständnis von Technik definitiv nicht aus und ich habe auch noch keinen Mehrnutzen im Alltag darin gesehen.

Ich benutze üblicherweise die Apps einzelner Hersteller separat, was ich auch nicht lästig finde, denn ich sehe keinen Vorteil darin, alle Smarthome- Anwendungen in einer App zu bündeln, in der ich dann ja doch meinen eigenen Klickpfad gehen muss, je nach dem, ob ich die Heizung oder das Licht an- oder ausschalten will.
Die Heizung wird bei uns schon seit vielen Jahren in zwei verschiedenen Anwendungen gesteuert: Einmal die Heizungsanlage selber über die Buderus-App und daneben die Heizungsthermostate, aktuell über die Tado-App.

Früher hatten wir das Smarthomesystem für die Heizungssteuerung von RWE. Das lief alles über eine von RWE bereitgestellte Cloud, das funktionierte super stabil, super einfach, super verlässlich, ich fand es toll.
Dann gab RWE das System aber leider auf und so mussten wir uns ein neues zulegen. Erst hatten wir dann die Thermostate von Fritz, da habe ich mich aber nur beschwert. Die kommunizierten zwar prächtig mit der Fritzbox und dem Internet, aber nicht mit dem Raumthermometer, was auf Dauer eher unpraktisch ist.

Dann hat K auf das System von Tado umgestellt und ich sag mal so: Es ist besser als das von Fritz aber an den Komfort der alten RWE-Steuerung kommt es nicht heran, dafür bietet es viel zu viel modernen Schnickschnack, den ich nicht brauche und nicht will, macht sich aber genau deshalb viel zu oft selbstständig und meldet Störungen, die es durch all diese unnötigen Fietschers selber verursacht. Ein Paradebeispiel für eine Verschlimmscheißerung.

Eine ähnliche Verschlimmscheißerung können wir bei den Überwachungskameras beobachten.
Unser erstes Kamerasystem war von Belkin und es funktionierte nahezu perfekt. Es zeichnete Bewegungen im Sichtbereich der Kamera auf und schickte eine E-Mail mit einem entsprechenden Minivideo an die hinterlegte E-Mail-Adresse. Ich konnte mich dann selber entscheiden, ob ich die E-Mail speichere oder lösche, es brauchte auf alle Fälle nirgendwo eine zentrale, externe Cloudspeicherung alle Bewegungsmeldungen, sondern nur einen Server, an den die Kamera die Bewegung meldete und der diese Meldung dann als E-Mail weiterleitete.

Aber auch hier wurde die Unterstützung des zentralen Steuerungsservers vom Hersteller eingestellt, wir brauchten also ein neues Kamerasystem.
K studierte eifrig alle Testberichte und Fachartikel und entschied sich für das am meisten gelobte (und das teuerste) System von Arlo.
Aber auch hier habe ich sehr schnell protestiert und darauf bestanden, die Kameras noch in der Frist wieder zurückzugeben, denn wenn man das super einfache, damit aber auch super komfortable und meine Nutzeranforderung zu 100% erfüllende System von Belkin gewöhnt war, dann war das Nutzererlebnis bei Arlo schlicht eine Vier Minus. Zusatzpunkte konnte ich keine vergeben, weil ich all die sonstigen Zusatznutzen nicht benötigte und auch ihre Notwendigkeit generell nicht verstand.

Statt also ein umfassendes Arlo-Kamerasystem aufzubauen, kauften wir die (preiswerten) Blink-Kameras von Amazon und auch hier ist meine Beurteilung wie bei der zweiten Generation der Heizungsthermostate: Das Blink-System ist besser als das von Arlo, aber an das alte System von Belkin kommt es nicht heran.
Erschwerend kommt dazu, dass das Amazon-System alle Bewegungen in einer zentralen, von Amazon gesteuerten Cloud speichert und man inzwischen für diesen Speicherplatz ein kostenpflichtiges Abo abschließen muss, was ich, neben allen Datenschutzbedenken, höchst ärgerlich finde. Wir haben das System gekauft, als es dieses Abomodell noch nicht gab, so dass unsere alten Kameras weiter ohne extra Abokosten funktionieren, alle neu gekauften Kameras tun das aber nicht mehr und insgesamt ärgert mich diese überflüssige Abzocke sehr. Bisher haben wir den Abschluss so eines Abos strikt verweigert.

Ebenfalls im W-Lan-Netz eingebunden sind jede Menge Sonos-Lautsprecher.
Anfangs waren die Sonos-Lautsprecher auch noch über ein spezielles Gerät an die Stereoanlage gekoppelt, bis ich diese Technik irgendwann aussortierte, weil keiner mehr Musik über CD oder Cassette hörte, sondern alle nur noch streamten bzw. ich den größten Teil meiner Musik als MP3 Dateien auf dem Handy hatte. (Meine Prepperneigungen erstrecken sich auch auf die Speicherung von offline verfügbaren Dateien.)

Um MP3s vom Handy über Sonoslautsprecher abspielen zu können, brauchten wir neue Geräte, die airplayfähig sind. K brachte unser System geschickt auf den neuesten Stand, in dem er die alten Geräte kurz nach Erscheinen der airplayfähigen Lautsprecher noch für einen sehr guten Preis bei ebay verkaufte und so relativ günstig auf die neue Generation der Lautsprecher hochrüsten konnte.

Dann gab es auch bei Ikea Sonos-Lautsprecher und K kaufte nach und nach immer mehr davon, bis nachher in jedem Zimmer (und in jedem Haus) mindestens einer stand, im Wohnzimmer gibt es komplette Surroundsystem mit Subwoofer und Playbar usw., ich habe mich hier nicht eingemischt, das sind Ks Vorlieben.

Ich kann es allerdings gar nicht leiden, wenn der Fernseher mit der Playbar und den Lautsprechern hinter dem Sofa verbunden ist, weil ich die Lautstärke dann nicht mehr über die TV-Fernbedienung steuern kann und immer erst am Handy rumzufummeln, wenn ich den Ton am Fernseher verändern will, das ist mir definitiv zu lästig.
Außerdem hasse ich Stereosound aus dem Fernseher. Ich verstecke mich ja eh schon immer hinterm Sofa, wenn es brenzlig wird, wenn mir dann aber jemand aus dem Lautsprecher hinterm Sofa direkt in den Nacken keucht, das ist wirklich nichts für meine Nerven.

Zunächst funktionierte alles bestens, aber dann war die airplay-Verbindung bei einzelnen Lautsprechern immer häufiger gestört und ich musste komplizierte workarounds erfinden, um zB in der Küche einen Podcast abspielen zu können, was ich gerne mache, wenn ich länger dort zu tun habe.
Irgendwann war ich von den ständigen Verbindungsstörungen der teuren Technik so genervt, dass ich mir eine billige Bluetooth-Box in die Küche stellte, die spielt meine Podcasts ohne zu Mucken ab und ich war zufrieden.

Im neuen Haus bekommen wir an allen Stellen, wo wir Lautsprecher hinhängen/-stellen möchten neben dem Strom- auch sofort einen Lan-Anschluss, weil mich die Schwankungen im W-Lan-Netz regelmäßig zur Weißglut bringen.

Weil nun aber die gesamte Sonos-Technik aus meiner Sicht in Ks Zuständigkeit fällt, habe ich mich immer nur darum gekümmert, meine persönlichen, viel weniger anspruchsvollen Bedürfnisse zu regeln (Bluetoothbox) bzw. Kauf eines SonosMove-Lautsprechers, der zickt nie und ist überall einsetzbar, auch da, wo es kein W-Lan gibt. Mit der Einrichtung des Gesamtsystem habe ich mich darüberhinaus nie beschäftigt.

Das hat K aber in den letzten drei Tagen getan, weil es ihn zunehmend selber nervte.
Er hat sich von Perplexity erklären lassen, was es alles für mögliche Fehlerquellen geben könnte und wie man die Gesamtperfomance des Systems verbessern könne. Einen Lautsprecher per Lan-Kabel direkt an die Fritzbox anschließen war zB ein Tipp, den er umgesetzt hat.
Außerdem hat er die letzten zwei alten, nicht airplayfähigen Boxen aus dem Surroundsystem im Wohnbüro auch noch aussortiert, weil es sein kann, dass die alten Boxen das neue System ausbremsen. Die werden jetzt samt ihrer wunderschönen Standfußhalter verkauft.
K tut es vor allem um die Standfüße leid, denn die gibt es in so schick nicht für die neue Generation Boxen, die damit leider auch nicht kompatibel ist.
Braucht jemand wunderschöne Standfüße für Sonos1?

Standfüße für Sonos-Boxen

Ansonsten endete es so, dass er das existierende System einmal vollständig löschte, alle Lautsprecher auf ihre Werkseinstellungen zurücksetzte und alles noch einmal komplett von neuem einrichtete.

Wunderbarerweise funktionieren jetzt alle Boxen völlig problemlos über Airplay. Wenn Technik tut, was sie soll, ist Technik toll.

Mit dem Umzug in das neue Haus steht aber auch die Einrichtung einer komplett neuen Technik an.
Diesmal soll natürlich alles sofort auf dem modernsten Stand der Technik sein, was bedeutet, wir haben uns schon bei der Verkabelung der Hauses ausführliche Gedanken gemacht.
Der Elektriker riet uns eindringlich zum knx-System und weil uns das als das System mit den meisten Möglichkeiten erschien, haben wir das auch so beauftragt.
Außerdem wollte ich zusätzlich noch überall Lan-Kabel-Anschlüsse haben, um überall Access-Points anschließen zu können und die Lautsprecher wenn möglich direkt zu verkabeln.

Die Grundlagen der Technik sind also maximal vorbereitet, jetzt muss nur noch ich begreifen, wie ich das System am optimalsten einrichte und benutze. Meine Traumvorstellung wäre, ich finde jemanden, der sich nicht nur richtig viel Zeit nimmt, alle meine Fragen zu beantworten, sondern mir vor allem auch praktische Tipps gibt, wie ich das System am pragmatischsten auf meine Ansprüche und auf meine Bedürfnisse einrichte.
Aktuell habe ich nur sehr wenig Vorstellungen, wie man das alles am besten machen könnte
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Samstag, 11. April 2026
Eine neue Mikrowelle
Heute habe ich spontan eine Mikrowelle gekauft.
Ich brauche keine Mikrowelle, in beiden Häusern steht ein funktionierendes Gerät, aber die Mikrowelle, die ich heute gesehen habe, die fand ich so schön, dass ich sie unbedingt haben wollte.

Die Mikrowelle in Greven wird jetzt 22 Jahre, funktioniert aber immer noch einwandfrei und ich bin auch sehr zufrieden mit ihr. Sie verfügt über eine Dreifachfunktion, d.h. neben Mikrowelle hat sie auch eine Grill- und eine Heißluftfunktion. Leider gibt es dieses Modell schon lange nicht mehr zu kaufen, weshalb ich langsam anfange, mir Sorgen zu machen, ob ich jemals ein genauso gutes, vergleichbares Gerät als Ersatz finden werde.

Auf Borkum habe ich eine deutlich höhere Mikrowellenfluktuation. Die erste Mikrowelle, die ich vor über 20 Jahren für Borkum kaufte, war ein vergleichsweise preiswertes Gerät, allerdings auch mit Dreifachfunktionen und sie hat immerhin fast 15 Jahre gehalten.
Als Folgegerät habe ich mir eine Mikrowelle vom selben Hersteller wie die in Greven gekauft, auch mit Dreifachfunktion und war überhaupt nicht zufrieden mit der umständlichen Bedienung.

Zum Glück brauchte eines der Kinder eine Mikrowelle, ich habe meine hoch erfreut abgetreten und die Chance genutzt, mir eine andere kaufen zu können.
Ich habe sehr sorgfältig ausgesucht, wichtig war mir wiederum die Dreifachfunktion und da ist insgesamt die Auswahl etwas eingeschränkter.

Gekauft habe ich den Testsieger der Stiftung Warentest, nur gute Bewertungen, alle waren zufrieden, nur ich nicht. Das liegt daran, dass ich grundsätzlich ein Problem mit Touch-Bedienfeldern habe und dieses Gerät hat sehr sensible Touchfelder.
So sensibel, dass sie regelmäßig von meiner ruppigen Behandlung beleidigt sind und nicht funktionieren.
Um diese Mikrowelle in Gang zu setzen, muss ich ihre Bedienfelder also immer ganz sanft und zärtlich streicheln und kann sie nicht mal eben mit Tipp Tipp Tipp starten.

So, und jetzt zu der Mikrowelle, die ich heute gekauft habe: Gesehen habe ich sie in dem Film „Einmal Sohn, immer Sohn“, der heute Nachmittag in der ARD lief.
Christiane Hörbiger stand in ihrer Küche und im Hintergrund war ein Gerät zu erkennen, das aussah wie eine Mikrowelle aus den fünfziger Jahren.
Mich faszinierte das sehr, weil ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass es damals schon Mikrowellen gab, es war aber trotzdem ein sehr interessantes Gerät. Kurzerhand fotografierte ich den Fernsehbildschirm.

Vom Fernseher abfotografierte Mikrowelle

Dann schnitt ich aus dem Foto nur dieses Gerät dort auf dem Kühlschrank aus, leider konnte man die Beschriftung nicht mehr lesen, weshalb ich es in die Google Bildersuche warf - und zack: Treffer!

Es handelt sich um diese Mikrowelle und weil ich sie nicht nur optisch enorm ansprechend finde, sondern auch davon ausgehe, dass sie keine Touchbedienfelder hat und weil ich mir überlegt habe, dass ich die Heißluftfunktion in der Mikrowelle überhaupt nicht mehr brauche, seitdem ich einen Airfryer besitze, und, naja, weil ich die Geschichte, wie ich dieses Gerät überhaupt entdeckt habe, so witzig fand, habe ich sie kurzerhand gekauft, sie wird nächste Woche geliefert.

So, und dann besitze ich also drei Mikrowellen, aber ich besitze ja bald auch drei Küchen.
Das Haus in Rheda hat keine Kinderzimmer mehr, dafür eine Gästewohnung und in der wird es natürlich auch eine Küche geben, also kann ich alle Küchendinge, die zu schade sind zum Weggeben, mit gutem Grund in dieser Küche unterbringen und das finde ich eine enorm befriedigende Sachlage.
Ich könnte m ich ja auch noch mal nach Töpfen umsehen
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Freitag, 10. April 2026
Alle bekloppt
"Steigende Preise entfachen Diskussion um Tempolimit"

Ich blicke fassungslos auf die auf meinem Handy aufploppende Schlagzeile.

Fassungslos machen mich nicht die steigenden Spritpreisen, deren Anstieg befürworte ich sehr, sondern fassungslos macht mich mal wieder die unfassbare Idiotie unserer Politiker. Wenn sich jemand die teuren Spritpreise jetzt nicht mehr leisten kann, kann er doch auch ohne Zwang von oben spritsparend langsamer fahren, oder habe ich da etwas übersehen?

Ich meine, ich bin definitiv für ein Tempolimit (und für autofreie Innenstädte und überhaupt für alles, was das Autofahren weniger angenehm macht), aber das Tempolimit jetzt ausgerechnet im Zusammenhang mit der allgemeinen Empörung über die gestiegenen Spritpreise wieder ins Spiel zu bringen, das zeugt doch nur von alberner Streitlust, mit der man sich selber lächerlich macht.

Ich war schon immer für viel, VIEL höhere Spritpreise, weil ich noch nie verstanden haben, weshalb das sinnlose und massenhafte Rumfahren mit Autos ein genauso selbstverständliches Menschenrecht sein soll wie frische Luft und sauberes Wasser.

Das sage ich übrigens nicht, seitdem ich reich bin und mir hohe Spritpreise problemlos leisten kann, sondern das habe ich vor 45 Jahren auch schon gesagt, als ich mir weiß Gott noch jeden Liter Benzin mühsam zusammensparte und viele Ausflüge/Einladungen deshalb absagte, weil mir die Fahrtkosten zu hoch waren. Aber vielleicht habe ich es auch genau deshalb schon immer als Luxus angesehen und eben nicht als eine Selbstverständlichkeit, auf die ich ein Recht habe.

Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, wenn man bei uns etwas erleben wollte, musste man mit dem Auto in die nächste Stadt fahren (Neuss oder Düsseldorf), der letzte Bus ging um 22h, ÖPNV war schon damals keine Lösung.

Aber auch damals war ich schon der festen Überzeugung, dass es nicht Aufgabe des Staates ist, dafür zu sorgen, dass sich jeder ein Auto leisten kann. Viel sinnvoller hätte ich es gefunden, den ÖPNV vernünftig auszubauen.
Sehe ich übrigens bis heute als wichtige Aufgabe des Staates und kostenfreien Nahverkehr halte ich ebenfalls für eine fantastische Idee, funktioniert aber natürlich nur in Luxemburg, Malta und Belgrad.

Bei uns werden erwischte Schwarzfahrer, die das erhöhte Beförderungsentgelt nicht bezahlen können oder wollen, in den Knast gesteckt. Bei rund 200€ Tageskosten für einen Hafttag plus der Kosten für die Beschäftigung der Gerichte und jährlich gut 9000 einsitzenden Schwarzfahrern lassen wir uns den Spaß locker über 20 Millionen kosten.
Die Diskussion darüber, dass Schwarzfahren zu entkriminalisieren und es nur wie eine Ordnungswidrigkeit zu behandeln, also auf eine Stufe zu stellen mit einem Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung und zu schnellem Fahren, löst auch schon wieder hohe Empörungswellen aus und findet keine Mehrheit.

In meiner Jugend war vor allem der saure Regen ein Thema, der die Bäume/Wälder schädigte, weshalb ich überhaupt kein Verständnis dafür hatte, dass Autofahren immer wichtiger wurde und für alle bezahlbar sein sollte. Ich sah die Notwendigkeit hinter dieser wachsenden Mobilität für alle nicht, denn so fuhren nur immer mehr Leute ohne Not in der Gegend rum und brachten die Bäume zum Absterben.

Dass Mobilität als solche als Recht für alle angesehen wird, kann ich im Zweifel noch verstehen, das bedeutet aber doch nicht, dass automatisch auch die individuelle Wahl des Transportmittels aka Auto zwingend staatlich zu fördern ist.

Und ja, natürlich fuhr und fahre auch ich in der Gegend rum, weil ich nicht finde, dass es meine individuelle Aufgabe ist, die Bäume/die Atmosphäre/die Welt zu retten, sondern ein Thema der Politik, die die Lasten dann bitte verbindlich auf alle verteilt.
Die Politik aber interessiert sich vor allem dafür, was das Beste ist, um wiedergewählt zu werden und naja, man sieht ja, was dabei rauskommt. Das war früher auch nicht anders als heute.

Mich fasziniert übrigens auch, wie viele Menschen lautstark über die unverschämt hohen Spritpreise jammern, sich an der Tanke dann aber selbstverständlich noch ein paar Snickers oder ein paar Flaschen Bier mitnehmen.
Würden sie ihre Snacks oder Getränke beim Discounter kaufen und da dann auch noch auf Sonderangebote achten, hätten sie einen Großteil der Spritpreiserhöhung ruckzuck wieder reingespart
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Donnerstag, 9. April 2026
Hefezopfschaf und gepimpte Fertigsauce
Sehr viel habe ich heute nicht gemacht.
Hauptsächlich bin ich ein wenig durchs Haus gestromert, habe hier etwas angefangen, dort etwas rumprobiert, dies und das versucht und wieder weggelegt, insgesamt wenig, was in der Rückschau auf den Tag hängengeblieben ist.

Aber immerhin:
Ich habe einen Hefezopf in Form eines Schafs gebacken, einfach nur so, weil ich da grade Lust zu hatte

Ein Hefezopf als Schaf

Jetzt liegt das Schaf da unten rum und keiner will es.

Wie das Schaf bei Eugen Roth:

Ein Mensch, der einen andern traf,
geriet in Streit und sagte „Schaf!“
Der andre sprach: „Es wär Ihr Glück,
Sie nähmen dieses Schaf zurück!“
Der Mensch jedoch erklärte: „Nein,
er säh dazu den Grund nicht ein.“

Das Schaf, dem einen nicht willkommen,
vom andern nicht zurückgenommen,
steht seitdem herrenlos und dumm
unglücklich in der Welt herum.


Ich liebe die "Ein Mensch-Gedichte" von Eugen Roth, früher konnte ich mal ganz viele davon auswendig, dieses fiel mir spontan ein, als ich mein eigenes, ungewolltes Schaf ansah.

Außerdem habe ich heute eine Sauce erfunden, die mir ausgesprochen gut geschmeckt hat.
Es gab Kartoffeln und Schweinesteaks, wir hatten beide nicht viel Hunger, weshalb eine größere Gemüsebeilage schon zu viel gewesen wäre, aber nur Kartoffeln fand ich zu trocken und kam deshalb auf die Idee, eine Sauce dazu zu machen.

Im Kühlschrank fanden sich Gemüsereste, die wegmussten, eine Paprika, Pilze, Frühlingszwiebeln und außerdem habe ich immer noch etwas von dem pürierten Ofengemüse von vor zwei Wochen.
Das Gemüse kleinschnibbeln, anbraten, dann zwei große Löffel Ofengemüsematsch dazu geben, so lange rühren, bis alles gleichmäßig verteilt ist. Mit einem Teelöffel Kräuterbuttergewürz würzen.
In 100ml Kochsahne und 150ml Wasser ein Paket Rahmsauce (Trockenpulver) einrühren, über das Gemüse gießen, unter Rühren einmal aufkochen und dann auf kleiner Flamme noch drei Minuten weiter köcheln.

Ich habe zum Schluss noch einen Schuss Portwein untergerührt, muss aber nicht, schmeckte vorher auch schon gut.

Fertigsaucenpulver habe ich eigentlich immer in verschiedenen Varianten im Haus, weil es eine ungemein bequeme Methode ist, eine schnelle Sauce zu zaubern.
Ich benutze es allerdings nie "nur so", sondern pimpe die Sauce immer noch ein wenig mit weiteren Zutaten auf
.

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