anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 7. April 2021
Nicht gewohnt, sondern gearbeitet
Das Wetter ist nach wie vor so ungemütlich, dass es hier niemanden nach draußen drängte.

K fackelt den Pflaumenbaum scheibchenweise im Ofen ab, das macht das Wohnbüro zum gemütlichsten Zimmer des Hauses.
Da es im Haus aktuell nichts mehr zu werkeln gab, hätten wir wunderbar einfach nur wohnen können, der Teil des Hauses funktioniert 1a, aber statt ordnungs- und urlaubsgemäß zu wohnen, saßen wir beide am Rechner und erledigten Dinge. Man hätte es auch Home-Office nennen können, es zählte aber offiziell als Urlaub.

Irgendwas läuft da falsch in meinem Kopf, aber andererseits mussten die Dinge ja eh erledigt werden und dann ist es auch egal, ob man es entspannt und in Ruhe im Urlaub macht oder nächste Woche gestresst während der Bürozeit.

Am Nachmittag besuchten wir den Onkel und dann war der Tag auch schon um
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Dienstag, 6. April 2021
Über die Widrigkeiten des Alterns mit Technik
"Genießen Sie unser letztes Update" sagt mir die App, die mir per Signal anzeigte, dass sie mir etwas zu sagen hat. Das finde ich eine erfreuliche Nachricht, wenn es denn stimmt, dass es wirklich das letzte Update ist. Ich fürchte aber, die App spricht mit gespaltener Zunge und wird mir auch in Zukunft weitere Updates immer als das letzte Update verkaufen.

Diese beständige Updaterei aller möglichen Apps, Programme und technischen Hilfsmittel geht mir in der letzten Zeit zunehmend auf die Nerven. Ständig wird an allem rumgebastelt, nix bleibt so wie es war, unentwegt muss ich mich an eine neue Bedienung, eine neue Oberfläche oder veränderte Knöpfe gewöhnen, ich habe es einfach nur noch satt. Ich möchte nicht mehr dauernd etwas Neues lernen, ich will einfach nur das behalten, was ich bisher hatte, ich verzichte auf Verbesserungen, ich bin auch mit den alten Möglichkeiten vollauf zufrieden.

Aber geht ja nicht, ich kann das Alte nicht behalten, weil es einfach abgeschaltet wird, getötet von den Updatejüngern, die permanent nach besser, schneller, weiter gieren und alles alte, schwache und weniger nützliche eliminieren. Ich finde, hier könnten sich die Gutmenschen mal engagieren, das ist doch eine zutiefst unethische Grundhaltung, die die Technikmenschen da zeigen.

Ich bemerke eine auffällige Änderung in meiner Grundhaltung. War ich früher sehr von und an allem Neuen, Innovativen und Disruptivem fasziniert und interessiert, so hat sich diese Faszination in eine Gleichgültigkeit und das Interesse gar oft in eine Ablehnung gewandelt. Ich bin nicht mehr scharf auf erste Male, ich sammele jetzt letzte Male, ohne dass ich deshalb gleich von allem ausgeschlossen oder abgeschaltet sein möchte, was mein bisheriges Leben ausmachte, ich fürchte aber, genau so wird es kommen, weshalb ich mich verstärkt darauf vorbereite, auch das zu akzeptieren.

Die Technik um mich herum wird zunehmend "touch". Nicht nur alle Anwendungen auf dem Smartphone und dem Tablet werden über Wisch- und Berührungsgesten gesteuert, sondern immer mehr auch andere Haushaltsgeräte wie Kochplatten, Wasch- und Spülmaschinen und jede Art der sonstigen Haussteuerung, also Heizung, Licht, Klima, Türen bzw. Zugangsberechtigungen usw. Wenn man sich mal bewusst umschaut, findet man kaum noch ein Gerät, was mit analogen "Druckknöpfen" oder manuellen Schaltern bedient wird.
Ich finde diese allumfassende Touch-Bedienung anstrengend, weil es mir regelmäßig passiert, dass ein Gerät auf meinen Touch nicht so reagiert wie ich es mir vorstelle. Das funktioniert bei mir sogar als Vorführeffekt: Ich tippe auf das Display und es passiert: Nix. Oder etwas Erratisches.
Meine Tochter tippt auf exakt der gleichen Stelle auf das Display und das Gerät/das Programm macht genau das, was es soll. C steht grinsend neben mir und meint "deine alten Frauenfinger, die leiten nicht mehr genug Energie weiter". Ich betrachte meine alten Frauenfinger etwas ratlos und denke, sie wird recht haben, nur, was soll ich dagegen tun? Der Herd reagiert mit willkürlichen Temperatursprüngen, die Spülmaschine startet statt des Töpfeprogramms den Schnelldurchlauf für Gläser und der Scanner simuliert den Unberührbaren und verweigert die Zusammenarbeit.
Als wir die neue Haustür ausgesucht haben, wollten wir beide einen "schlüssellosen Zugang" haben, denn natürlich ist das Leben deutlich komfortabler, wenn man keinen Schlüssel mehr mit sich rumschleppen muss, sondern sich einfach mit seinem Fingerabdruck Eintritt verschaffen kann. Zum Glück empfahl uns der Verkäufer vorher, dass wir unsere Finger auf "Touchfähigkeit" überprüfen sollten, dazu gab es extra eine Demotür, bei der wir unsere Finger registrieren konnten und dann passierte das, was mir bei vielen anderen Touchgeräten auch passiert: Die Demotür reagierte nicht auf meinen Finger. Das sparte uns nicht nur rund 2.000 Euro, weil wir natürlich auf die einfache Tür mit manueller Schließanlage umschwenkten, sondern auch viel Frust, wenn mich meine eigene Haustür nicht mehr reinlässt, weil sie meine alten Frauenfinger nicht erkennt.

Mein neues Handy hat jetzt eine Gesichtserkennung. Die funktioniert angenehm problemlos, ganz unbestritten besser als jede Toucherkennung und ich muss gar nichts mehr tun, um das Handy anzuwerfen, sehr angenehm. Da ich jetzt aber meine Pin nicht mehr ständig eingeben muss, mache ich mir natürlich Sorgen, wie lange es dauert, bis ich die Pin vergessen habe und wann der Moment erreicht ist, in dem das Handy mein altes Frauengesicht auch nicht mehr erkennt, weil zu faltig und zu ausgetrocknet, so wie meine Finger. Die Technik wird sich ganz bestimmt neue Wege ausdenken, mich zu triezen, da bin ich sehr sicher
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Montag, 5. April 2021
Dies und das
Es ist erstaunlich, wie schnell so ein Tag vergeht, an dem ich zwar nicht mit Bewusstsein rumgeschlumpft habe, aber auch nichts Besonderes gemacht oder gar erlebt hätte. Aber so ohne jeden Zeit- oder Erfolgsdruck langsam vor sich hinzuwurschteln, ist ein ausgesprochen angenehmer Zeitvertreib, so könnte das Leben gerne immer sein.

N ist mit der 10.15h Fähre wieder abgefahren, ich habe ihn zum Hafen gebracht, deshalb bin ich heute relativ früh aufgestanden und war um 10.30h dann wieder zu Hause, die 2x 10m vom Auto zur Haustür reichten mir komplett als Draußenzeit, es war extremst ungemütlich.
Wildes Aprilwetter, ein anhaltend eiskalter Wind und immer wieder Hagelschauer, die sich dann mit blauem Himmel und Sonnenschein abwechselten, aber auch wenn die Sonne schien, blieb der fiese Wind, ich war sehr zufrieden, dass ich nicht raus musste.

Ich puzzelte in der Küche rum, räumte Dinge weg, die rumstanden, einiges gehörte in die Kammer, dort blieb ich hängen und sortierte die Dosen und Vorräte, eine Arbeit, die schon seit über einem Jahr auf meiner "sollte auch mal wieder gemacht werden Liste" steht. Wie nicht anders zu erwarten fanden sich diverse Dosen und Gläser mit einem Haltbarkeitsdatum jenseits der Toleranzgrenze (2016 und älter), einigen sah man schon von außen an, dass sie nicht mehr genießbar sind (Dosen mit gewölbten Deckeln), die Ravioli von 2016 rochen und schmeckten aber erstaunlicherweise noch völlig unverdächtig, es gab also heute Ravioli, der Rest landete aber im Müll. Da der große Müllsack schon seit Mittwoch befüllt wurde (vorgezogene Müllabfuhr letzte Woche), waren die aussortierten Doseninhalte genau der letzte Rest, der noch reinpasste, bevor er zugeknotet in den Müllkasten gestellt werden sollte. Blöd nur, dass er kurz bevor wir ihn zuknoten wollten, dann noch mal umfiel. Wenigstens lohnte es sich im Anschluss, die Küche zu wischen.

Ich machte also die Küche sauber, K brachte den Müllsack raus und als er wieder reinkam, teilte er mir mit, er hätte mir was zum Bloggen heute geknipst:


Es hatte gründlich gehagelt, draußen war alles weiß - und eine Stunde später war schon wieder alles weg, bevor der nächste Hagelschauer wieder alles weißfärbte. Richtig wildes Wetter.

Ich habe noch ein Brot gebacken, wir haben gemeinsam die Großportion Asche (die verbrannten Verpackungs- Pappen) aus dem Ofen geholt, das Wohnbüro aufgeräumt und das Notfallsofa (aka roter Sitzsack) wieder auf den Dachboden geschafft.
K hat weiter die Putzarbeiten rund um die Türen erledigt, jetzt ist er endgültig fertig (hoffe ich), jetzt könnte man endlich mal nachhaltig Saubermachen, dazu hatte ich heute dann aber keine Lust mehr, da ich vorher schon fünfmal saubergemacht hatte, bloß damit K anschließend auf einem sauberen Fußboden weiter verputzen konnte.

Am Abend haben wir dann eine Liste geschrieben, was wir jetzt noch aus dem Gardinengeschäft brauchen (K will jetzt überall neue Stangen haben, die alten sind tatsächlich schon ziemlich runtergekommen), außerdem haben wir die Wände vermessen und ausgerechnet, wieviele Rollen Tapete es braucht, um Wohnküche und Flur neu zu tapezieren, Wohnküche und Kammer bekommen einen neuen Fußboden und die Fußleisten wollen wir im gesamten Haus ersetzen, endlich hat K einmal alle Zimmer durchgemessen, auch das stand schon lange auf meiner "muss dringend gemacht werden-Liste".

Jetzt verfeuern wir ein weiteres Stück vom angefressenen Pflaumenbaum und genießen die zurückgewonnene Atmosphäre des Wohnbüros: Ein richtiges Sofa vorm bullernden Ofen
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Sonntag, 4. April 2021
Weiter rumgebastelt
Draußen ist es windig, kalt und ab und zu auch regnerisch, das richtige Wetter, um drinnen weiter aufzuräumen.
Der Verpackungsmüll ist im Wesentlichen gebändigt, die großen Kartons wurden plattgelegt, danach in eine handliche Größe zusammengefaltet und aufeinandergestapelt, mit einer Schnur drum geht das jetzt als Großgebinde in den Papiermüll.
Der ganze Kleinkram in den Kartons, also eine Unmenge an Papppolstern und Pappfüllmaterial ging den Weg durch den Ofen und ist damit jetzt schon fertig entsorgt.

Das Bett hatten wir zwar gestern soweit aufgebaut, dass wir drin schlafen konnten, aber die Rückwand musste noch montiert, bzw. an der Wand angebracht werden. Das war kniffelig, weil wir dazu die richtigen Dübel und Schrauben brauchten und außerdem mussten für zweimal drei Schrauben in derselben Höhe nebeneinander Löcher gebohrt werden, wenn der Boden uneben und die im Haus befindliche Wasserwaage nur 30cm breit ist, ist das eine Herausforderung, aber es gelang.

K ist als Handwerker unbezahlbar, weil er so genau und so akkurat, pingelig und sorgfältig arbeitet, dass das auf Stundenlohnbasis ein ungemein teurer Spaß wäre, dafür wird aber eben auch alles ganz wunderbar perfekt.

Als das Kopfteil vom Bett an der Wand hing, mussten noch die Lampen angebracht werden, auch das war wieder mit sehr Fitzelarbeit und Bastelei verbunden, aber auch das wurde natürlich perfekt. (Alle Lampen wurden neu angeschlossen und dafür wurden alle Anschlusskabel frisch verlötet, wenn schon, denn schon.)

Jetzt ist das Schlafzimmer endlich komplett fertig, ich muss mir nur noch eine Lösung als Ersatz für den "Kleiderstuhl" ausdenken, denn den würde ich gerne aussortieren, aber irgendwohin muss ich ja abends meine Kleidung legen. Dazu mache ich mir dann morgen Gedanken.

Das Beste an dem neuen Bett ist vor allem, dass wir das Ausklappbett wieder als Sofa im Wohnbüro benutzen können, damit ist dieses Zimmer jetzt wenigstens zur Hälfte wieder nutzbar, nämlich der Wohnteil. Für den Büroteil fehlen immer noch die Schreibtische, da bekam ich heute eine E-Mail, dass sich die Lieferung leider weiter verzögert, Pech
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Samstag, 3. April 2021
Das Bett wurde geliefert
Heute morgen habe ich gleich nach dem Aufwachen im Frachtzentrum der Kleinbahn angerufen und habe dort tatsächlich den zuständigen Disponeur (Disponent?, egal, auf alle Fälle den Typ, der für die Einteilung der Fahrten zuständig ist), also den wichtigsten Typ von allen, den hatte ich persönlich an der Strippe und habe ihn mit ein wenig kokettem Rumgeflirte dazu gebracht, unser Bett in einer der heutigen Samstagslieferungen mit einzuplanen, sonst hätte es wahrscheinlich noch bis annotuck unausgeliefert am Hafen rumgestanden.
Das ist vielleicht ein Truppe da, die Jungs aus dem Frachtzentrum, manmanman.

Gegen 12h fuhr also der Kleinbahnlaster vor, insgesamt fünf Pakete für das Bett plus zwei Matratzen, das hätten wir sowieso niemals in einem normalen Auto selber transponieren können.

Den Nachmittag über waren wir dann mit Aufbauen beschäftigt. Ikeamöbel aufbauen sind die Überraschungseierfiguren für Erwachsene, es hat Spaß gemacht und wir hatten auch nur einen selbst verursachten Fehler, uns ist es nämlich gelungen, diese Minifix-Schrauben gleich in drei Löchern doppelt reinzustecken, mit der Folge, dass uns zum Schluss drei Minifix-Schrauben fehlten und K sehr lange und sehr mühsam prockeln musste, bis er die doppeltgesteckten Schrauben wieder entfernt hatte.
Aber es gelang und das Bett steht, die Matratze braucht laut Beschreibung bis zu 72 Stunden bis sie sich vollständig entfaltet hat, darauf können wir nicht warten, sie wird gleich heute Abend schon beschlafen.

Das Kopfgestell müsste an die Wand geschraubt werden, das scheiterte bisher an den nicht vorhandenen Spezialdübeln, die Wand hinterm Bett ist nämlich eine Rigipswand, aktuell steht das Kopfgestell am Kopfende einfach auf dem Fußboden, geht auch.

Morgen werden wir wohl den halben Tag damit verbringen, den Verpackungsmüll zu bändigen, es waren immerhin fünf Pakete und zwei Matratzen, die alle gründlich verpackt waren, aktuell ist das alles ein riesiger Müllhaufen, der das komplette Wohnbüro blockiert
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Freitag, 2. April 2021
Kleine Fortschritte
Insgesamt war der Tag heute deutlich produktiver als gestern, angetrieben von dem Wissen, dass N auf der 14h Fähre sitzen wird und wir bis zu seiner Ankunft wenigstens die augenfälligsten Dinge erledigt haben wollten, damit es insgesamt etwas ordentlicher und aufgeräumter hier aussieht.
K hat deshalb sehr ausdauernd den Innenausbau der Türen verputzt, ausgebremst wurde er auf den letzten Metern vom fehlenden Putzmaterial, er hatte den gesamten Gipsputz verbraucht, jetzt muss erst neuer beschafft werden, das wird wohl ein Weilchen dauern, aber das meiste ist auch schon ordentlich zugeschmiert und verputzt. Anschließend muss dann alles tapeziert werden, da wir uns noch gar nicht abschließend für Tapeten entschieden haben, läuft der Innenausbau an diesem Punkt sowie erstmal in eine entscheidungslose Leere, weshalb es auch egal ist, wenn vor der bisher eh noch nicht ausgesuchten Tapete noch ein paar allerletzte Putzstellen geglättet werden müssen.

Ich habe währenddessen die Wohnküche geputzt, wichtig war dabei das Aufräumen und Durchsortieren der Bücherregale, die standen nämlich voll mit Krimskrams und querliegenden Büchern. Einen Müllsack später war der Gesamtanblick deutlich aufgeräumter, es ist unglaublich, was sich da im Laufe der Jahre an Kram angesammelt hat, den keiner braucht, den aber auch keiner wegwerfen wollte. Jetzt ist es passiert und ich bin sehr zufrieden.
Außerdem sind alle querliegenden Bücher jetzt irgendwie ins Regal integriert, zwar nicht mehr nach dem ursprünglichen System (nach Genre und die wiederum Autoren alphabetisch, wie in einer Bücherei halt), sondern streng nach "wo Platz ist und wo sie reinpassen", an manchen Stellen war kein Platz mehr, dann habe ich dort einfach ein paar Bücher ausgesucht und in die Papiermülltonne sortiert, da war noch Platz. Ich gebe zu, es handelte sich hierbei fast ausschließlich um Bücher, die CW mal angeschleppt hatte, aber der kann sich nicht mehr dagegen wehren, dass ich seine Bücher aussortiere, also traf es diese Bücher als erstes.

Außerdem wurde natürlich alles gestaubsaugt und anschließend gewischt, das ist jetzt wieder richtig schnieke dort.
Ach, und den Esstisch habe ich abgeschliffen. Ich habe mich derart über die Ränder auf dem Holz geärgert

dass ich da dringend etwas unternehmen musste.
Ist jetzt alles weggeschliffen, aber in meinen Kopf geht immer noch nicht rein, wie man als Schreiner derart unbedarft mit einem Holztisch umgehen kann.

Grundsätzlich ist die Oberfläche sehr gut mit Hartöl imprägniert, weshalb sie eigentlich gar nicht sehr empfindlich ist. Um solche Ringe zu produzieren, muss jemand schon sehr ignorant fettige oder feuchte Dinge über einen langen Zeitraum einfach direkt auf dem Tisch stehenlassen, genau deshalb habe ich ja so über den Zustand des Tisches gestaunt.

Als ich N von der Fähre abholte, war dort der Teufel los, ca. 150 Autos drängelten sich auf dem Fährparkplatz, der nur für 50 Autos ausgelegt ist und N sagte, die Fähre war rappelvoll. So viel zu Coronalockdown.

Am Abend drehten wir noch eine Runde übern Strand

Der Wind hat gründlich aufgefrischt, jetzt machte das Meer auch wieder Geräusche
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Donnerstag, 1. April 2021
Schlechte Laune
Heute ist exakt nichts passiert.
Das Bett wurde immer noch nicht geliefert, als ich anrief, ging hartnäckig niemand ans Telefon, wir haben kein Stück weitergearbeitet hier im Haus, alles steht still und wir mittendrin.
Im Flur ist immer noch kein Strom, wir haben den Onkel nicht besucht, wir haben einfach gar nichts gemacht.
Außer den Wocheneinkauf im Discounter, das war die einzige Leistung des Tages.
Jetzt sind die Kühlschränke randvoll, bis zur Abfahrt muss hier niemand mehr einkaufen (aktuelle Meinung, wird sich erfahrungsgemäß sehr schnell ändern, aber gefühlt haben wir jetzt Vorräte bis Pfingsten).

Bei soviel Nichtstun ist es erstaunlich, wie schnell so ein Tag vergeht. Heute war schon der vierte Urlaubstag, morgen ist eine Woche rum und es ist abzusehen, das in Windeseile auch die zweite Woche rum ist und dann geht das Büroleben wieder von vorne los und ich glaube, ich habe einfach nur schlechte Laune.

Ich habe schlechte Laune, weil ich mich dann wieder mit den Menschen und den Erwartungen der Menschen im Büro auseinandersetzen muss. Und tatsächlich finde ich das alles nur unglaublich uninteressant, belanglos und außerordentlich langweilig, ich entwickele eine ganz besonders schlimme Version von Bürokratieallergie und ich fürchte, in meinem Beruf ist das ein Grund für eine Berufsunfähigkeit.

Normalerweise würde ich sagen, morgen ist bestimmt alles besser, einfach mal eine Nacht drüber schlafen - aber ich habe ja noch nicht mal ein Bett, in dem ich gemütlich schlafen könnte.
Wahrscheinlich habe ich vor allem deswegen schlechte Laune, weil nichts so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe.
Das Bett wird nicht ausgeliefert, die Schreibtische hängen irgendwo in der Nirgendwoschleife, die Schreiner haben diverse Dinge halbfertig hinterlassen und vor allem haben sie meinen Esstisch versaut, den muss ich jetzt auch noch abschleifen. So etwas macht mich völlig fassungslos. Ich meine, das sind Schreiner, Holzarbeiter, die wissen doch, wie man mit Holz umgehen muss, sollte man meinen, und dann stellen sie einfach fettige, feuchte, kalte, warme Sachen direkt auf meinen Holztisch, ohne Untersetzer, so dass der Tisch jetzt Unmengen von Ringen hat.
Niemand in meiner gesamten Familie stellt irgendwas ohne Untersetzer auf den Tisch, so dass der Tisch auch nach 15 Jahren ohne Tischdecke immer noch tiptop aussieht aussah. Eine Woche Schreiner alleine im Haus und zack: Tisch muss abgeschliffen werden.
Und da soll man keine schlechte Laune kriegen
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