anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 17. November 2019
Nicht geflogen, dafür erfolgreiche Schreibtischarbeit
Jetzt bin ich schon seit sechs Wochen nicht mehr auf Borkum gewesen und der letzte Besuch beim Vater ist auch schon über einen Monat her, irgendwie war die letzten Wochenenden immer irgendetwas anderes zu tun, ein Termin, eine Verabredung, akute Erschöpfung - auf alle Fälle keine Gelegenheit, nach Borkum zu fahren. Die Zeit verfliegt und so langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Der Onkel hat eine lange Liste mit Dingen, die er geklärt haben möchte, der Vater wartet auch regelmäßig, deshalb hatten wir uns vorgenommen, dieses Wochenende endlich mal rüberzufahren.
Wobei, am Freitag scheiterte die fährenkonforme Abfahrt an langen Bürotermine und gestern haben wir glatt verschlafen. Die Morgenfähre ist eh außerhalb einer angemessenen Erreichbarkeit (8h Abfahrt Emden, da lohnt es sich ja kaum vorher ins Bett zu gehen), aber wir hatten fest geplant, die Mittagsfähre zu nehmen, 12h, das ist machbar - wenn man um 9h losfährt dürfte es stressfrei klappen.
Um aber um 9h losfahren zu können, sollte man spätestens um 8h aufstehen - und tja, wenn man erst um 9.30h wach wird, dann klappt das mit der Mittagsfähre auch dann nicht mehr, wenn man sich richtig beeilt.

Fliegen war keine Alternative, die Wolken hingen deutlich zu tief.
Heute schien das Wetter aber zu passen, also war der neue Plan, dass wir heute fliegen, erst nach Borkum, dort Post holen, beim Onkel nach dem rechten sehen, klären, was geklärt werden muss, Rückflug mit Zwischenstopp in Leer, Vater besuchen und dann wieder nach Münster.
Gestern sah es aus als ob wir schon früh starten könnten.
Als K heute morgen um 7h das Wetter checkte, war klar, dass es vor 12h nichts wird.
Gegen 11.30h waren wir am Platz und stellten fest, dass die gebuchte Maschine als hinterste tief verschachtelt im proppevoll gequetschten Hangar steht. Außer uns fand sonst wohl niemand das Wetter fliegbar, nur das Rausholen der Maschine hätte schon locker eine halbe Stunde gebraucht, weil wirklich noch alles verriegelt und verrammelt war. Dann wieder alle Maschinen reinräumen, die eigene Maschine startklar machen - vor 12.30h wären wir nicht weg gewesen, um 16.30h ist aber schon wieder Sunset, da reicht die Zeit sowieso nicht für alles, was wir geplant hatten.
Wir überlegten kurz, ob wir umbuchen und eine Maschine nehmen, die gleich vorne als erstes steht - die kostet aber gut 70€ die Stunde mehr - und irgendwie lohnt sich das nicht, wenn man keinen Spaß-, sondern mehr einen Zweckausflug plant und das Wetter auch nicht so dolle ist.
Wir haben uns dann beide tief in die Augen gesehen und beschlossen, wir mögen uns, wir verkacken das jetzt gemeinsam, wir drehen einfach wieder um und leben mit dem Versagen, dass wir auch dieses Wochenende wieder zwei alte Männer enttäuschen müssen.
So geschah es, ich habe dann mit dem Vater telefoniert und ihm gesagt, dass ich Mittwoch Urlaub nehme, dann fahre ich am Mittwoch einfach so während des Tages mal nach Leer und besuche ihn, nur der Onkel muss noch etwas länger warten.

Den Nachmittag haben wir immerhin produktiv am PC verbracht - K hat sein E-Mail-Postfach abgearbeitet und ich habe für zwei Gesellschaften alle Jahresarbeiten erledigt: Buchführung, Bilanz, Steuererklärung, E-Bilanz und Veröffentlichung im Bundesanzeiger.
Jetzt habe ich nur noch drei Gesellschaften offen, wobei ich auch hier schon die wesentlichen Vorarbeiten fertig habe, es sieht in Summe so aus, als ob ich dieses Jahr mit nix in Verzug geraten werden. Am stolzesten bin ich natürlich auf die Übermittlung der E-Bilanzen. Ich habe das Programm komplett selbstständig ans Laufen bekommen und auf die neueste Version mit aktuellster Taxonomie upgedatet, war in der Lage, die Zahlen aus dem Vorjahr zu übernehmen, konnte ohne Hilfe die Fehlerliste abarbeiten - und schließlich zwei Bilanzen problemlos auf die virtuelle Reise schicken. Im nächsten Leben werde ich Nerd
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Samstag, 16. November 2019
Das Regal mit den kleinen Schrauben
Im Rahmen der Sortier-, Umräum- und Ausbauarbeiten im Schlafzimmer fiel mir auch ein kleines Wandregal in die Hände, was ich schon vor längerem gekauft hatte, weil ich es gerne neben dem Bett als Ablagefach angebracht haben wollte.
Wir haben bei uns eine sehr klassische Mann-Frau-Arbeitsaufteilung: K macht alle handwerklichen Arbeiten und ich meckere nachher, wenn es nicht so wurde, wie ich mir das dachte.

Ich überreichte ihm also das Regal und bat um Anbringung, was er auch tat.

Als ich es beim Einräumen aber ein wenig bewegte, (weil ich noch ein Kabel dahinter entlangführen wollte) hatte ich es plötzlich mitsamt Schrauben und Dübeln aus der Wand gerissen.

K sagte, das läge an den Dübeln, die wären so klein, dass sie in dem Loch nicht hielten.
Ich fragte, weshalb er dann nicht einfach ein kleineres Loch bohrt.
K sagte, dass dann die Dübel nicht mehr in das Loch passen, weil dann die Dübel zu groß für das Loch seien..
Ich war ob dieser offensichtlich ernstgemeinten Antwort so verdutzt, dass ich erst mal gar nichts mehr sagte, weil ich ahnte, das gibt Streit, wenn ich die von ihm ernstgemeinte Antwort als Blödsinn bezeichnen würde.
Deshalb haben wir jetzt mehrere Löcher in der Wand und ein Regal was davor auf dem Boden steht.



Eine Woche später versuchte ich es erneut und fragte, weshalb das Regal nicht an der Wand hält, diesmal sagte K, das läge an den Schrauben, weil die so klein sein müssten, sonst passten sie nicht in die Halterung des Regals. Ich fragte, weshalb er dann nicht auch passende kleine Dübel nehmen würde, er sagte, er hätte schon die kleinsten genommen, die wir haben. Ich fragte, ob wir dann nicht mal in einem Geschäft nach noch kleineren Dübeln suchen sollten, er meinte, das nützt nichts, weil er schon 5er Dübel genommen hätte.
Ich fragte, warum er dann nicht einfach ein 5er Loch bohrt, er sagte, weil dann der Dübel nicht reinpasst.
Ich stehe staunend vor einer für mich völlig unerklärlichen Logik und klappe den Mund wieder zu, weil ich erneut den Eindruck habe, mein Westfalenmann ist wirklich von der Unmöglichkeit meines Ersuchens überzeugt.
Weil das Regal kleine Schrauben braucht, für die man wiederum kleine Dübel braucht, für die es dann aber keine passend kleinen Löcher gibt, weil die Schrauben zu klein sind.
Deshalb lässt sich das Regal nicht so fest an der Wand anbringen, dass es auch wirklich hält.
Ich begreife es einfach nicht.
Für mich sind die Variablen Schraube, Dübel und Lochgröße direkt proportional und innerhalb von handelsüblich erhältlichen Größen frei skalierbar, wenn das mit den 8er Schrauben und Dübeln funktioniert, warum nicht mit 5er Schrauben und Dübeln???

Heute Vormittag habe ich einen erneuten Vorstoß unternommen, um dieses Thema zu klären.
Diesmal erklärte mir K, es läge an der Kopfgröße der Schrauben. Weil die Öffnungen in der Halterung des Regals so klein sind, dürften die Schrauben nur ganz kleine Köpfe haben.
Die einzigen Schrauben, die wir haben, die dazu passen, sind dann aber wiederum nicht dick genug, um die 5er Dübel ausreichend aufzuspreizen, damit die selbstständig in der Wand halten. K meint jetzt, er bräuchte dickere Schrauben mit einem schmalen Kopf.
Das ist der aktuelle Zwischenstand, das Regal ist immer noch nicht aufgehangen, die Wand sieht immer noch recht lädiert aus - und ich weiß jetzt auch nicht mehr weiter.
Ich denke, das beste wird sein, ich gehe am Montag mal in einen Baumarkt, nehme das Regal mit und lasse mir von einem freundlichen Baumarktmenschen genau erklären, welche Zutaten mit welcher Lochgröße es braucht um dieses Regal aufzuhängen.
Ich kann einfach nicht glauben, dass diese Regal unaufhängbar sein soll
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Freitag, 15. November 2019
Freitag mit Rückblick
Schon Freitag, da guck.
Rückwirkend geht so eine Woche ja immer erstaunlich schnell vorbei und obwohl diese Woche im Vergleich zur letzten deutlich weniger vollgepackt war, bin ich doch rechtschaffen freitags-k.o.
Und wenn ich k.o. bin, neige ich zum Jammern.

Ich meine, ich jammere sowieso gerne, weil ich mir beim Jammern ja sehr schnell selber sehr albern vorkomme, denn während ich nach außen jammere, läuft vor meinem inneren Auge ein Film ab mit einer AnJe in schwarz-weiß, die mit mir spricht und mich fragt, ob ich eigentlich noch alle Tassen sortiert hätte? Weil, wenn jemand mal entsetzlich wenig Grund zum Jammern hat, dann ich. Mir geht es ja wohl gold, ich solle da mal an die armen Negerkinder denken und überhaupt, so weit muss ich gar nicht denken, selbst hier in Deutschland, direkt um mich herum, gibt es viele, viele Leute, denen es deutlich schlechter geht als mir. - Funktioniert absolut zuverlässig und auf Knopfdruck steuerbar, diese schwarz-weiße AnJe aus dem Off, so wie früher das schlechte Gewissen aus der Lenorwerbung.
Jetzt, wo ich die Werbung grade noch mal gegoogelt habe, stelle ich fest, dass das schlechte Gewissen in der Werbung gar nicht schwarz-weiß war, in meiner Werbe-Erinnerung allerdings schon, was aber wohl an dem schwarz-weiß Fernseher lag, den meine Eltern früher hatten. Naja.

Während ich also gleichzeitig leise vor mich hin mimimie und mich dafür selber auslache, überlege ich, was mich diese Woche eigentlich besonders interessiert hat, was mir Spaß gemacht hat, was mich beeindruckt hat, was mich gefreut hat und worüber ich mich geärgert habe.

Als erstes fällt mir natürlich immer irgendwas ein, über das ich mich geärgert habe, ich scheine wirklich ein ausgesprochen negativer Mensch zu sein und sollte dringlichst an meiner Grundhaltung arbeiten. Ist aber grade kein guter Zeitpunkt, denn sonst würde ich mich ja noch mehr ärgern, dann auch noch über mich. Versuche ich das mit dem Ärgern also einfach zu ignorieren.

Gefreut habe ich mich heute über die Post.
Schon seit längerem gab es keine unerfreuliche Post mehr, im Gegenteil, auch wenn ich aktiv versuche mich an fiese Briefe zu erinnern (und s.o., eigentlich kann ich das ja gut), fällt mir hier grade nichts ein. Das lässt mich ja hoffen.
Nach CWs Tod, als der gesamte Rest der Welt meinte, dass dann ja wohl ich für das von CW so ruckartig hinterlassene Durcheinander verantwortlich sei und mich deshalb mit grässlicher Post gradezu flutete, entwickelte ich eine große Furcht vor dem Briefkasten. Die Monster, die in meiner Kindheit unter meinem Bett wohnten, waren in den Briefkasten umgezogen und es gab Tage, da bin ich nur hintenrum ins Haus gegangen und habe den vorderen Teil mitsamt Briefkasten aktiv ignoriert.
Und nun fällt mir auf, dass an der Briefkastenfront seit längerem schon Ruhe herrscht, im Gegenteil, ich bin wieder gespannt, was da für Post angekommen ist, wenn der Briefträger mal wieder einen Schwall* abgeliefert hat.

*Ich habe den Eindruck, dass der Briefträger hier nicht mehr täglich rumfährt, sondern nur noch alle paar Tage, weil ich schon seit längerem nur noch schwallartig Post bekomme. Entweder ein paar Tage gar nichts, oder gleich einen ganzen Haufen.

Heute war ganz viel Erfreuliches in der Post.
Das Landesamt schickt den Bescheid über den Grad der Behinderung für den Vater und sie haben dabei meinem Antrag vollumfänglich entsprochen. Auch wenn ich weiß, dass er recht sicher einen Anspruch auf diese 100% hat, die sie ihm jetzt bescheinigt haben, so ist es doch trotzdem schön, wenn man den Bescheid bekommt, ohne sich weiter darum streiten zu müssen. Und erfreulicherweise sogar rückwirkend ab 2018 (hatte ich auch beantragt und sie haben auch daran mitgedacht.) Jetzt kann ich dem Finanzamt schreiben, dass er nicht nur wie bisher 50% hat, sondern ab 2018 sogar 100%, gibt sofort Geld zurück. Das ist doch fein.

Außerdem hat das BaFöG-Amt die Verlängerung des Studienzeitraums von N genehmigt, auch hier berechtigterweise, aber wenn man so viel mit Behörden zu tun hat wie ich, dann freut man sich über jeden positiven Bescheid, den man nicht separat erkämpfen muss, doppelt.

Ein langerwartetes Notarschreiben war auch in der Post, wieder eine Angelegenheit, die nun abschließend geklärt ist. Es geht voran.

Dann habe ich darüber nachgedacht, was mich sehr interessiert oder beeindruckt hat - und da fiel mir als erstes, als zweites und auch als drittes immer wieder diese Podcastfolge von letzter Woche Donnerstag ein, wo Gabor Steingart mit Jakob Augstein spricht und ich so fasziniert war von diesem Gespräch, dass ich genau diese Folge jetzt schon dreimal gehört habe.
Das war wirklich ein toller Disput - ich glaube, hier ist dieses Wort mal angebracht. Zwei Männer, die klug argumentieren können, die beide gut mit Worten umgehen können und teilweise komplett gegensätzliche Meinungen haben, die sie ohne Verletzungen und Seitenhiebe unter die Gürtellinie offen nebeneinander gestellt haben. Grandios. Mich regt so etwas sehr zum Nachdenken an.

Und Spaß gemacht hat mir schließlich jeden Abend mein neuer Swopper. So ein lustiger Stuhl, ich sitze darauf, hüpfe wippend auf und ab - und freue mich wie ein Kind auf dem Spielplatz. Schade eigentlich, dass ich mit zwei Swoppern die Freude nicht einfach verdoppeln kann, sonst wüsste ich ja sofort, was ich als nächstes auf meiner Wunschliste hätte
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Donnerstag, 14. November 2019
Gemüsebrühpulver
Der Tag ist ziemlich schnell verflogen, ich habe aber auch wirklich sehr viel geschafft.
Im Büro war ich nur für drei Stunden, dann bin ich schon wieder abgehauen, weil ich zu einer Veranstaltung nach Düsseldorf musste. Die war sehr langweilig, aber ich hatte zum Glück mein iPad dabei, eine gute Internetverbindung und einen stabilen VPN-Tunnel, so dass ich dort in Düsseldorf in der letzten Reihe eines Vortragssaals produktiver war als im Büro, weil ich dort überhaupt nicht gestört wurde.
Ich sollte häufiger auf langweilige Veranstaltungen gehen.

Während der Autofahrten diverse Telefonate erledigt und Dinge geklärt, auf dem Rückweg schnell ein paar Teile eingekauft, so dass wir zum Abendessen frisches Baguette, warme Pizzabrötchen, Tartar, Salat und zweierlei Dips hatten, ein wahres Schlemmermahl.

Das mit den Dips hat sich hier in der letzten Zeit zu einem festen Standard entwickelt. Ich habe inzwischen sehr viele verschiedene, erprobte (selbstgemischte) Kräuter-/Gewürzmischungen auf Vorrat, so dass ich nur noch ein Paket (200ml) Creme Fraiche nehme, den Inhalt auf zwei Dippschälchen verteile und dann nach Geschmack jeweils ca. 1 Teelöffel Kräuter-/Gewürzmischung dazugebe, gründlich verrühre und fertig.

Letzte Woche habe ich Gemüsesuppenbrühpulver selber gemacht, nach diesem Rezept, und es nach einem ersten Test sofort in das feste Repertoire meiner Lieblingsrezepte aufgenommen.



Es ist wirklich ganz ausgezeichnet perfekt und ich denke, ich werde jetzt ausschließlich nur noch dieses Suppenbrühpulver verwenden.
K meckerte zwar, dass das ganze Haus nach Suppe riecht, aber nachdem er jetzt zum zweiten Mal den Dipp aus Creme Fraiche und 1 TL von diesem Pulver essen durfte, ist er versöhnt und meint auch, dass man das Rezept unbedingt wiederholen muss, wenn das Glas alle ist.

Als getrocknete Pilze habe ich Steinpilze genommen, weil ich die erstens grade da hatte und zweitens auch am liebsten mag - und ich denke, das war eine sehr gute Idee, hier werde ich nicht variieren.
Insgesamt habe ich etwas weniger Sellerie genommen als in dem Rezept angegeben, weil ich nicht so der Selleriefan bin und in dem Rezept ja auch gewarnt wurde, dass Sellerie schnell vor schmeckt. Dafür habe ich mehr Petersilienwurzel reingepackt, die mag ich nämlich gerne. Sonst habe ich mich streng an das Rezept gehalten - die Menge war so, dass sie ganz haarscharf im Thermomix verarbeitet werden konnte. Ich hatte zwischendurch Bedenken, aber dann ging doch alles rein.

Ich habe keine drei Backbleche, aber ich habe dieses geniale Pizzagestell, was problemlos zwei Backbleche ersetzte. Insgesamt ergab es nachher eine 500ml Dose voll Gemüsepulver, ich finde, dafür lohnt sich der Aufwand.

Zum Essen gab es heute Abend den ersten Glühwein der Saison, der duunt gewaltig, ich denke, ich gehe jetzt ins Bett
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Mittwoch, 13. November 2019
Viel geschafft, ohne es als erledigt markieren zu können
Der Tag war in Summe erfolgreich, das heißt, es sind Dinge geglückt und Entscheidungen getroffen worden, die mir sehr gefallen und mich auch durchaus zufrieden machen, aber die positiven Dinge sind irgendwie alle komplett unerwartet passiert und das Einzige, was ich dafür geleistet habe, war, dass ich es nicht verhindert habe (was ja in manchen Situationen auch schon eine echte Leistung ist), was mich aber ärgert, ist die Tatsche, dass ich von den Dingen, die ich heute eigentlich schaffen wollte, nichts, und ich wiederhole: NICHTS geschafft habe.
Okay, ich habe mich zwischendurch auch regelmäßig selber unterbrochen, weil mir ständig Dinge einfielen, die ich dringlich und auch noch und manche schon seit längerem erledigt haben wollte, die habe ich dann mal fix dazwischen geschoben, so dass meine Abhakliste für heute ziemlich lang wäre, hätte ich die erledigten tasks vorher auch alle als tasks erfasst. Habe ich natürlich nicht, also ist meine Abhakliste sehr kurz, genau genommen eben bei Null, was mich frustriert, weil ich in echt ja schon eine Menge geschafft habe - nur halt nix von der Liste.

J geht mit seiner Abhakliste ja ganz anders um, der eröffnet hemmungslos tasks, wenn er sie längst erledigt hat, nur um sie dann sofort abhaken zu können. Irgendwie fühle ich mich aber zu alt, um mich so läppisch selber zu behumßen, ich habe den Ehrgeiz ERST eine Liste zu machen und sie dann abzuarbeiten und nicht umgekehrt. Das Problem ist dann halt, dass ich ständig daran denken muss, Dinge auf die Liste zu setzen, was ich insbesondere mit Dingen, die ich ja sowieso ständig vergesse, nur ganz schlecht hinbekomme. Verzwickt.

Nun, heute hatte ich also nix zum Abhaken, dafür waren die Tagesergebnisse aber durchaus produktiv, ist ja auch was
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Dienstag, 12. November 2019
Noch mehr Quinoa und Respekt
Fangen wir heute mal von hinten an: es war noch reichlich Quinoa von gestern übrig, deshalb habe ich heute die Hälfte des Restes (was also heißt, auch für morgen ist noch was da, was daran liegt, dass ich das von vornherein wusste und in voller Absicht so viel Quinoa gekocht habe, eben weil ich es praktisch finde, dass das essen der Folgetage dann quasi auch schon geklärt ist) - also, wo war ich? ach ja, ich habe die Hälfte des restlichen Quinoas heute zusammen mit einer gleich großen Menge frischem Gemüse (Zwiebeln, Paprika, Pilze, Möhren, Lauch und Knoblauch) gebraten, Gesamtergebnis: Sehr lecker und sieht so aus:



Morgen brate ich dann noch ein paar Putenschnitzel dazu und noch mehr Gemüse, ich mag es, wenn das Essensthema schon belastbar für die nächsten Tage geklärt ist.

Zurück zum Anfang des Tages: Die Bürozeit habe ich fast ausschließlich in einer Besprechung verbracht (ja nur eine, die dauerte), und mir während der Besprechung überlegt, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe, andere Leute aus-, fort- oder weiterzubilden. Zumindest nicht, wenn die anderen Leute meinen, sie müssten mit mir auf "Augenhöhe" diskutieren.
Wir sind hier wieder bei dem Thema "Respekt" und nein, ich habe meine Gedankengänge dazu immer noch nicht so weit sortiert, dass ich den Beitrag dazu fertig habe bzw. veröffentlichen möchte, aber ich hatte heute noch mal live Gelegenheit darüber nachzudenken, wie weit ich bereit bin, mit anderen Leuten respektvoll umzugehen und mir ist dabei aufgefallen, dass es daran scheitert, dass ich finde, die anderen gehen ja auch nicht respektvoll mit mir um.

Ich meine, wenn ich von bestimmten Dingen einfach keine Ahnung habe, manche Dinge schlicht nicht beherrsche und auch zu wenig eigene Kapazität mitbringe, um in einem angemessenen Tempo in die Liga der anderen Mitspieler aufzuschließen - kann ich dann wirklich erwarten, dass mich die anderen auf Augenhöhe respektieren?

Wir reden hier nicht von allgemeinen, zwischenmenschlichen Befindlichkeiten, wir reden hier einfach nur von knallharten Jobfacts, die sind definierbar, erkennbar und sehr genau zu belegen. Und sorry, aber ein Großteil der Fähigkeiten in diesen Jobs besteht schlicht daraus, dass man Dinge einfach weiß.
Dass man sie weiß, weil man sich mit dem Thema beschäftigt hat, weil man sich vor allem in der Form mit dem Thema beschäftigt hat, dass man maximal viel an "alten Unterlagen/Schriftsätzen" gelesen hat, und weil man sich gleichzeitig auch darum kümmert, dass man Neuerungen mitbekommt, in dem man Fachzeitschriften liest und nachhaltig bemüht ist, wissenstechnisch à jour zu bleiben.

Und nein, ich finde nicht, dass eine Besprechung zu einer internen Fortbildungsveranstaltung ausarten sollte (weil, sonst hätte man sie gleich als Fortbildungsveranstaltung kennzeichnen können, dann wären aber auch die Rollen anders verteilt.) und ich finde noch weniger, dass man denjenigen, die so offenkundige Wissens- und Kapazitätslücken haben, dann immer noch höflichen Respekt entgegenbringen sollte, ich finde viel mehr, dass man denjenigen, die auf dem Niveau einer Fachbesprechung nicht mithalten können, das auch signalisieren sollte. Damit sie nicht lästkigerweise konstant der irrigen Annahme verfallen, dass es doch eine positive Besprechung gewesen sei, weil sie schließlich sehr viel gelernt hätten.

Ich finde nämlich, dass diese Leute absolut nicht respektvoll mit mir, meiner Zeit und meinen Möglichkeiten umgehen.
Ich finde, ich bin keine Kindergartentante, die für die allgemeine Ausbildung inkompetenter Kollegen zuständig ist, dafür bin ich schlicht überbezahlt.

Wenn jemand Dinge nicht weiß und eine Fortbildung braucht, ist das völlig legitim - aber mich dafür zwangszuverpflichten, in dem solche Menschen mit ihrer offensichtlichen Inkompetenz eine ganze Besprechungsrunde aufhalten, und ich mich deshalb bemüßigt finde, die Grundlagen des kleinen Scheins im öffentlichen Recht noch mal für alle zu wiederholen, das macht mich böse.
Und es macht mich noch mehr böse, wenn die Auslöser dieser überflüssigen Fortbildungsveranstaltung irgendwelche Führungspersönlichkeiten sind, die aufgrund seltsamer Auswahlkriterien (oder einer allgemein schwachen Bewerbungslage) zu einem Job gekommen sind, von dem sie offensichtlich überfordert sind.
Und nein, ich habe einfach keine Lust, mit diesen Leuten respektvoll umzugehen, eben weil sie es umgekehrt ja auch nicht tun.
Jemand, der einen Job macht, den er nicht beherrscht, hat meiner Meinung nach kein Recht, formalen Respekt wegen seiner Position zu erwarten. Wenn jemand Dinge nicht weiß, weiß er sie nicht. Ein Chef unterscheidet sich von einem Fließbandarbeiter aber dadurch, dass er das fehlende Wissen deutlich schneller nachholt. Ein offensichtlich auffallend begriffsstutziger Chef mag vielleicht formal ein Chef bleiben - aber den Anspruch auf Respekt hat er ganz sicher verspielt.

Mir ist also aufgefallen, dass es für mich einen großen Unterschied macht, welche Position jemand innehat und wie er sich auf dieser Position verhält.
Einem Hausmeister erkläre ich mit sehr viel Geduld, sehr viel Engagement und eben auch sehr viel menschlichem Respekt irgendwelche Zusammenhänge, die für ihn bisher neu waren und er sich erst langsam in diese neue Wissenswelt einfinden muss.
Denselben Sachverhalt mit denselben Zusammenhängen erkläre ich jemandem, der eine gehobene Führungsposition hat, deutlich knapper und mit viel weniger Engagement. Dass er es bisher vielleicht noch nicht wusste, finde ich nicht schlimm, ich erwarte aber, dass er das fehlende Wissen in kürzester Zeit nachholt.
Tut er das dann nicht, weil er per Saldo auch nicht mehr geistige Kapazität hat als der Hausmeister, verliere ich bei einem Menschen in einer gehobenen Position wesentlich schneller den Respekt als bei jedem Aushilfshandwerker.

Ich bleibe dann noch formal höflich - aber wenn der Respekt erst mal weg ist, ist auch gleichzeitig jede Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit verschwunden, und ich glaube, das ist ein sehr weit verbreitetes Problem in deutschen Büroetagen
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Montag, 11. November 2019
Steuerbilanz und Quinoa mit Kürbis
Ein ausführliches Montagsgejammer spare ich mir an dieser Stelle, es war aber heute besonders übel. Bis 9h habe ich mit mir gekämpft, ob ich überhaupt ins Büro gehen solle und nicht lieber anrufen und mitteilen, ich sei verstorben oder eine ähnliche Ausrede vortragen.

Gegen 10h hatte ich es aber dann doch geschafft mich aufzuraffen und trat tapfer meinen Arbeitstag an.
Zwischen 11h-15h habe ich meine Bürotür zugemacht, das Telefon ausgehangen und mich mit der Steuerbilanz der Holding befasst.
Als im März die Handelsbilanz fertig geprüft war, habe ich mich sofort an die Steuerbilanz gemacht, ich hatte damals grade einen Schwung guter Vorsätze. Leider aber auch sofort rund 90 Millionen Differenz. Das hört sich viel an, da die Holding aber mit Milliardenbeträgen unterwegs ist, relativiert sich das, trotzdem sind 90 Millionen zu viel, um als Rundungsabfall unter den Tisch zu fallen.

Ich habe im März dann das gesamte Thema Steuerbilanz erstmal beiseite geschoben, besser mal ein paar Wochen drüber schlafen.
Nach den Sommerferien habe ich die unvollendete Steuerbilanz wieder rausgekramt, vor allem auch, weil die Finanzamtsmahnungen eintrudelten und mir klar wurde, es hilft ja nix.

Mittlerweile habe ich die Bilanzen und Erklärungen der kleineren Beteiligungsgesellschaften im Wesentlichen fertig, nur bei der Holding, da hakte es.
Die Differenz hatte sich zwischendurch mal von +90 Millionen auf -27 Millionen verändert, aber alles noch zu groß, um ignoriert werden zu können.
Dann fand ich einen Fehler, den die Wirtschaftsprüfer in die Handelsbilanz gebastelt hatten. Die hatten 17 Millionen vergessen abzuschreiben, so was kann ja mal passieren. War nur ärgerlich, weil die meine Zahlen, die ich vorher ermittelt hatte, einfach overruled hatten und ich habe ihre Änderungen nicht mehr kontrolliert. Unterm Strich dann also doch wieder mein Fehler.
Alter Merksatz: Lasse nie einen Wirtschaftsprüfer ungeprüft Dinge machen. Habe ich ja eigentlich schon vor 29 Jahren gelernt, schließlich war CW der Prototyp eines rechthaberischen Wirtschaftsprüfers, die immer alles besser wissen, es aber längst nicht so oft auch wirklich besser können. Aber ich habe es nicht kontrolliert und jetzt flogen mir diese 17 Mio schon mal störend in der Steuerbilanz um die Ohren. Doch meine Differenz hatte trotzdem noch mehr Gründe - und ich fand sie ums Verrecken nicht. Kruzifix.

Heute deshalb neuer Anlauf. Mit Tür zu und Telefon aus und ich habe dann einfach noch mal ganz vor vorne angefangen. Einfach alles noch mal - und, siehe da, nach vier Stunden war die Steuerbilanz fertig, Differenz 0 und alle Positionen sauber miteinander verknüpft.
Da war ich dann doch schon etwas stolz.

Auf dem Rückweg vom Büro habe ich noch ein Brot gekauft und obwohl ich in beschwingter Einkaufslaune war, ansonsten nichts mehr gefunden, was ich noch zusätzlich kaufen könnte. So was gibt mir auch immer zu denken.

Zuhause angekommen klingelte das Telefon und K teilte mit, dass er erst in über einer Stunde da sein würde, aber reichlich Hunger hätte.
Also beschloss ich, heute mal wieder Quinoa und Kürbis zu machen, von beidem ist grade genug im Haus.
Ich hatte neulich einen ganz kleinen, niedlichen Butternusskürbis gekauft, der erschien mir genau passend groß für zwei Portionen.

Weil ich gestern der Mutter versucht habe zu erklären, wie das mit Quinoa funktioniert, habe ich es heute mal fotografiert:



Was die Zubereitung von Quinoa angeht bin ich lupenreiner Autodidakt, ich habe mich einfach mal quer durchs Internet gelesen und aus den vielen Rezepten und Tipps meine persönlich Anleitung herausgeleitet, da ich es jetzt schon mehrfach gekocht habe, kann ich bestätigen: Funktioniert inzwischen.
Quinoa gibt es in weiß und in "bunt" - genau wie Reis, den gibt es ja auch als schwarzen Wildreis und unterschiedlich lange oder runde weiße Körner.
Ich habe bisher meist die bunte Version Quinoa gekauft (gibt es bei Aldi Nord), Lidl hat nur die weiße Variante und bei Edeka habe ich es nicht gefunden, da kenne ich mich aber auch nur mittelgut aus, wahrscheinlich werden die es auch haben.
Im Netz wurde mehrfach erwähnt, dass man die Quinoakörnchen sehr gut waschen soll vor der Zubereitung, weil da irgendwas dran klebt, was sonst bitter schmeckt.
Ich habe noch keinen ungewaschenen Quinoa probiert, weiß also nicht, ob das stimmt oder ob es nur ein Twist ist, um ein wenig Aufregung in die Zubereitung zu bringen - denn die Quinoakörner sind so klein, dass sie mir ewig durchs Sieb fielen. Bis ich dann auf die sehr gut funktionierende Idee mit dem "Suppenbeutel" gekommen bin. Ursprünglich mal gekauft, um darin Dinge in einer Suppe mitzukochen, die man dann problemlos wieder rausfischen kann, eben weil sie brav zusammen in dem Beutel bleiben, eignet er sich auch hervorragend als Quinoawaschbeutel.
Das Problem habe ich also schon mal erfolgreich gelöst.

Nach dem gründlichen Waschen brate ich den feuchten Quinoa in Olivenöl an, wenn er beginnt, ganz wunderbar zu duften kippe ich die doppelte Menge Wasser in den Topf (ich nehme immer eine Tasse Quinoa und zwei Tassen Wasser) sowie zwei Teelöffel Gemüsebrühe. (habe ich übrigens neulich auch selber gemacht und bin sehr begeistert, erzähle ich ein ander Mal.), Dann einmal aufkochen lassen, anschließend runterdrehen bis es nur noch leise simmert und warten, bis das Wasser verkocht ist. Dauer ca. 25 Minuten.
Genauso mache ich übrigens auch Reis, der lässt sich nur leichter waschen.

Den Kürbis habe ich halbiert, die Kerne rausgekratzt, dann in kleinen Abständen eingeschnitten, alles mit Olivenöl, Salz und Pfeffer bepinselt und bestreut, in das Körnerloch noch ein wenig Knoblauch, Kräuter, Butter und Honig gegeben und während das Quinoa gar zieht bei 180° im Backofen weichgebraten.
Die Garzeiten passen gut zu einander.



Als K nach Hause kam, war das Essen fertig.
Ich habe während das Zeug im Ofen/auf dem Herd vor sich hinschmurgelte Fernsehen geguckt. Auf NDR 3 haben sie tiefgefrorene, fertigpanierte Minihähnchenschnitzel getestet und - Überraschung! - festgestellt, dass die nix taugen und eklig schmecken. Das hätte ich denen schon vor dem Test sagen können, ich frage mich schon immer, wer so etwas kauft und wie abgestumpft man sein muss, um es dann auch noch zu braten und zu essen. Aber Fertigessen scheint ja ein wachsender Markt zu sein.
Dabei bin ich bekennender Fast Food Fan - es hat aber auch alles seine Grenzen und tiefgefrorene Minischnitzel sind auch nicht schneller hergestellt als frische, selbst panierte, ich sehe bei solchen Dingen also den Vorteil gar nicht - außer dass das Fertigzeug teurer ist, schlechter schmeckt und nur den Hersteller erfreut
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