anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 31. März 2019
Schöner Sonntag
Der Beitrag wird heute etwas kürzer ausfallen, weil
a) nicht viel passiert ist und wir außerdem
b) nach der Rückkehr in Greven noch beim Griechen waren, weshalb ich mich
c) aktuell bereits in dem typischen "Nach-dem-Griechen-Zustand" befinde, der vor allem von einem Ouzo vor dem Essen, einem großen Bier zum Essen und einem zweiten Ouzo nach dem Essen sowieso einem sehr einschläferndem ich-hab-mal-wieder-viel-zu-viel-Gefressen-Gefühl entsteht.

Deshalb gleich das Wichtigste zuerst, damit ich das schon mal hochgeladen habe, bevor ich betrunken vom Stuhl falle: Das Wetter war gegen jede Vorhersage von vor zwei Tagen heute noch mal deutlich besser als gestern, also nix mit "von Norden zieht eine Front durch", alles Käse, sondern wahr ist: Im Norden war es besonders schön und so
sah es aus als wir abflogen



Schön, nicht wahr?
Für Kenner der Gegend: Ungefähr auf vier Uhr sieht man das berühmte "Dünenbudje", die Milchbude direkt am FKK Strand.
Eine der Standardstartstrecken geht direkt über den FKK.-Strand und wenn wir selber im Sommer schon mal am FKK Strand waren und ein Flieger wieder auffällig niedrig über den Strand flog und so tat, als hätte er Probleme beim Steigen, kommentierte K. das stets mit "Spanner-Air ist wieder unterwegs."
Nun, heute gab es noch nichts Spannendes zu spannen, es schien zwar die Sonne, aber für Nackedeis war es dann doch noch etwas zu kühl, immerhin stellten wir fest, dass das Dünenbudje selber schon geöffnet hat.


So, und das zweite Foto des Tages zeigt die Wasser- bzw. Himmelsspiegelung direkt an der Küstenlinie

Ich weiß, ich bin langweilig mit meinen ewigen Spiegelungsbildern, aber da müsst Ihr durch, ich liebe diese Fotos.

Zum Knipsen war das Wetter heute deutlich besser als gestern, der Rest des Fluges war aber unspektakulär.

Wir sind in Leer zwischengelandet und haben den Vater besucht, das klappt echt prima, mittlerweile bestellt der Flugleiter in Leer schon fast automatisch ein Minicar, wenn wir uns dort zur Landung anmelden - auch eine Möglichkeit bekannt zu werden.

Ansonsten gibt es nichts Aufregendes zu berichten.
Beim Griechen feierte eine Großfamilie Geburtstag, locker 20 Leute saßen an der langen, reservierten Tafel, die Menschen sprachen untereinander eine Sprache, die ich nicht erkennen konnte, etwas Romanisches war es nicht, Griechisch auch nicht, ich tippe auf Türkisch, aber was weiß ich schon. Kann ein reines Vorurteil wegen der Optik der Menschen sein. Es gab eine Mann-Frau-Kind-Teilung an dem langen Tisch, wobei die ganz kleinen Kinder (so ca. 1-2 Jahre) bei den Vätern saßen, die anderen Kinder saßen in einer Gruppe zusammen, die (optisch) alten Frauen daneben.
Bei den Kindern (nur Mädchen) waren zwei Mädchen, die schon in der Pubertät waren und sichtbar Wert auf ihr Äußeres legten. Diese beiden Mädchen waren auch wirklich (auffallend) hübsch, vor allem stachen sie optisch gegenüber den sichtlich älteren (Mütter?) Frauen hervor.
Die Männer waren nach meinem Geschmack alle extrem hässlich, was sie aber sichtbar nicht selber wahrnahmen. Im Gegenteil, sie benahmen sich so, als wären sie die Krone der Schöpfung, ein Auftreten, was ich ja nur als Zuschauer beurteilen konnte, nur rein optisch waren sie nach meiner Meinung sehr weit weg von jeder Krone irgendeiner Schöpfung, es war für mich eine erstaunliche, weil so deutlich sichtbare Diskrepanz.
Die Jungs hatten nicht nur schwer Übergewicht, sondern auch einen Kleidungsstil, der (hoffentlich) nicht mit mitteleuropäischem Standard konform geht, oder trägt man heutzutage Jogginghose mit BMW-Hoodie, wenn der Kumpel 50 wird?

Naja, wie auch immer, aber was mich an dieser Truppe so fesselte, war das sichtbare Nachlassen der Optik und das in so frühen Jahren (das Geburtstagskind war sichtbar älter als die meisten Gäste, die 50 habe ich deshalb jetzt mal ganz subjektiv getippt.) , mich gruselte etwas.
Aber vielleicht muss das so und das ist alles völlig normal - dann habe ich nur versäumt, mich rechtzeitig von dieser Welt zu verabschieden. (Mich gruselt grade ganz viel)

Bevor ich mich jetzt noch kurzfristig wegen akutem Gruseln selber entlaibe, mache ich hier einfach einen
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Samstag, 30. März 2019
Ruhiger Samstag
Friedlicher Tag.
Morgens ohne Hektik langsam wach werden, aufstehen, Kram zusammenpacken, zum Flugplatz fahren und losfliegen. K. war gestern schon mit dem Flieger unterwegs gewesen, deshalb hatte er ihn gleich draußen stehen lassen, das spart sehr viel Zeit beim Abfliegen, wenn man die Maschine nicht erst umständlich aus der vollgepropften Halle herauspuhlen muss.
Völlig unspektakulärer Flug, recht diesig, deshalb kein Fotowetter, aber auch kaum Wind, so dass Airspeed fast gleich Groundspeed war (bei Rückenwind ist die Groundspeed wesentlicher höher als die Airspeed, weil man sich ja in der Luftmasse fortbewegt, die bei Rückenwind eben in dieselbe Richtung strebt), wir brauchten 40 Minuten reine Flugzeit, es ging also alles sehr gut.
K grinste ein wenig als ich mit meinem Beil schlenkernd übers Flugfeld lief und überlegte sich, welchen Aufstand das gegeben hätte, wenn ich das Teil durch die Sicherheitsschleuse hätte schmuggeln wollen, das war aber ja zum Glück nicht nötig, weil wir von der Vereinsseite aus gestartet sind.

Unterwegs habe ich darüber nachgedacht, wie anders die Menschen in Niedersachsen leben - zumindest in der Fläche des Landes - als die Menschen zB im Ruhrgebiet, wo alles wesentlich dichter besiedelt ist.


In Niedersachsen wohnen die meisten Leute an einer Straße, allerdings ist da eben nur diese eine Straße, an der rechts und links Häuser stehen, aber mehr auch nicht. Ab und zu gibt es mal ein kleines Dorf, das besteht dann aus noch vier kleinen Nebenstraßen, die sich auch mal kreuzen, da stehen dann vielleicht mal 30 Häuser etwas geklumpter beisammen, aber im wesentlichen gibt es lange Einzelstraßen, die irgendwohin führen - und an diesen Straßen stehen Häuser. Fertig. Es gibt natürlich auch Bauernhöfe, die stehen dann einzeln mitten im Feld, aber wer kein Bauer ist, wohnt an einer Straße. In Niedersachsen gibt es vor allem viel Platz.

Ansonsten war heute natürlich einfach nur prächtiges Wetter, nachdem wir unsere Sachen hier ins Haus gestellt hatten, schnappten wir uns die Fahrräder und machten eine große Tour über die Insel.

Am Abend kamen wir grade in dem Moment nach Hause als die Sonne in einer dicken Dunstschicht verschwand

es ist immer noch ziemlich diesig, was dazu führte, dass der gesamte Himmel orange-rosa gefärbt wurde, irgendwie bringt dieser Dunstschleier eine große Ruhe mit.

Zum Abendessen gab es Kartoffelsuppe mit Lachs und gebratenem grünem Spargel, eine etwas eigenwillige Kombination, die sich aber als sehr harmonisch herausstellte. Die Kartoffeln mussten dringend weg, den Lachs hatte ich aus Greven mitgebracht und den Spargel hatten wir hier heute gekauft, weil wir plötzlich beide Appetit auf noch mehr Spargel hatten. Ich hatte ja gestern schon Spargel gebraten und ins Risotto geschnibbelt, das war so lecker, das wollten wir spontan wiederholen.

Dass man grünen Spargel einfach so in die Pfanne werfen und braten kann, hat mir letztes Jahr meine Schwester gezeigt, ganz prächtige Entdeckung, habe ich seitdem schon oft wiederholt.
Am besten gefällt mir dabei die Art, wie sie den Spargel "putzt": Einfach unten ein Stück abbrechen, da wo der Spargel von alleine abbricht ist auch genau die richtige Stelle, alles andere kann man gut essen und damit ist der grüne Spargel auch schon bratfertig geputzt, danach einfach mit Öl in einer Pfanne braten, ca. 2x3 Minuten, mit ein bisschen Zucker, Salz und Pfeffer würzen, fertig.
Als Suppen- oder als Risottoeinlage hatte ich die Spargelstangen schon vor dem Braten in Stücke geschnitten, geht auch ganz problemlos, dann eben insgesamt 6-8 Minuten in der Pfanne schwenken, wirklich falsch machen kann man dabei eigentlich gar nichts, schmeckt immer.

Heute Abend haben wir den Fernseher angeworfen und begeistert entdeckt, dass Papa ante Portas lief - den Film könnte ich wahrscheinlich 50x gucken und würde mich immer noch jedes Mal beömmeln vor Lachen. Es ist einfach zu und zu schön.

Morgen soll das Wetter doch noch mal ganz brauchbar werden, K sieht keine Probleme für den Rückflug, dann hoffen wir mal das beste
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Freitag, 29. März 2019
Gute Laune
Das war ein schöner Tag heute, dabei ist gar nichts Besonderes passiert, aber ich hatte fast durchgehend gute Laune.

Der Tag begann um 5:25h, als Ks unsäglicher Schlafzykluswecker seine sanfte Weckmelodie runterdudelte, ich tatsächlich davon wach wurde, realisierte, dass es erst 5:25h war und höchst entspannt und schadenfroh sofort wieder einschlief, weil ICH heute ganz bestimmt keine frühen Termine hatte.
K musste aber zu irgendeiner Sitzung pünktlich und früh erscheinen, deshalb hatte er den Wecker gestellt, wobei ich mich regelmäßig frage, wozu er sich diesen total beknackten Schlafzykluswecker stellt, den er üblicherweise sowieso nicht wahrnimmt, aber K ist Westfale und Westfalen machen Dinge gerne so, wie sie sie schon immer gemacht haben.
K hat sich schon immer* vom Handy wecken lassen, früher halt das klassische Nokiahandy mit normaler Weckfunktion, aber dann bekam er irgendwann ein iPhone und auf diesem Handy war eine seine ersten Apps diese Schlafzyklus-App mitsamt dem Wecker und seit derzeit lässt er seinen Schlaf von dieser App überwachen und sein Aufwachen eben auch. Diese App misst ständig, wie tief man schläft (sie orientiert sich dabei wohl daran, wie viel man sich im Bett bewegt) und wenn man zB um 6h geweckt werden möchte, aber um 5:25h grade die Leichtschlafphase ausklingt, dann weckt diese App einen eben schon um 5:25h, weil es besser ist, in der Leichtschlafphase geweckt zu werden als in der Tiefschlafphase, in der man steckte, wenn um 6h stumpf nach Uhrzeit gesteuert der Wecker klingelte.
Leichtschlafphasen erkennt die App daran, dass man sich mehr bewegt im Bett. Da wir ein Wasserbett mit ungeteilter Matratze haben, bin ich mir nie ganz sicher, ob mein Gezappel im Bett die App nicht auch irgendwie beeinflusst und dann weiß man nicht, wessen Leichtschlafphase sie da grade diagnostiziert und mit einem vorgezogenen Weckerklingelgerausche beantwortet. Da aber K sowieso so gut wie nie von diesem milden und sanften Weckerklingelgerausche wach wird, ist es für ihn ja auch egal. Er hat das beruhigende Gefühl, einen Wecker gestellt zu haben, mehr braucht es für ihn gar nicht, wann er tatsächlich wach wird, ist nur marginal von Bedeutung.
*keine Ahnung, wie er das gemacht hat, bevor es Handys gab, das war vor dem aktuell gültigen seit-immer-Zyklus

Ich werde gelegentlich von diesem seltsamen Wecker wach, aber in aller Regel nur, um sofort wieder einzuschlafen, allerdings nicht ohne mich vorher zu freuen, dass das gar nicht mein Wecker war.

Als ich dann gegen 7h erneut wach wurde, hatte ich immer noch gute Laune, weil ich K dabei beobachten konnte, wie er leicht hektisch versuchte, rechtzeitig fertig zu werden, um pünktlich zu seiner Sitzung zu kommen - ich selber hatte alle Zeit der Welt, schönes Gefühl.

Ich war dann gegen Viertel nach neun im Büro und habe mir schon bei Ankunft im Büro überlegt, dass ich heute sehr früh wieder gehen werde, weil ich erstens keine Lust auf Büro hatte und zweitens war schönes Wetter und drittens stand ja heute Nachmittag diese Hausbesichtigung auf dem Plan, da möchte ich rechtzeitig genug vorher zu Hause sein, um noch schnell die letzten Reste aufzuräumen, die wir gestern nicht mehr geschafft haben.

Und so kam es. Es war so tolles Wetter, dass ich das Verdeck aufmachen konnte, ich war rechtzeitig zu Hause, um wirklich auch die hinteren Ecken noch aufgeräumt zu haben, die Kaufinteressenten waren nette Leute, wenn die das Haus kaufen, werde ich mich mit ihnen arrangieren können, hoffe ich, es war also alles perfekt.

Beim Aufräumen fand ich ein Rezept für Tomatenrisotto mit Gambas und grünem Spargel, das hörte sich so lecker an, dass ich spontan einkaufen gefahren bin, um Gambas und grünen Spargel zu erwerben - und es war dann auch wirklich genau so lecker, wie es sich anhörte, Ks westfälisch großes Lob war "kannste öfter machen" und ich denke, das werde ich auch tun.

Im Einkaufsladen (ich war heute zur Abwechslung mal bei Aldi und nicht bei Lidl) gab es auf den Kramtischen mit den Sondersachen auch ein ziemlich großes, schweres Beil. K stand schon an der Kasse (er hat deutlich weniger Spaß an den Kramtischen als ich) als ich mit dem Beil in der Hand bei ihm ankam und quer durch den Laden krähte, dass ich sehr glücklich sei, so ein tolles Ding gefunden zu haben, das müsse ich jetzt ganz dringend erwerben, dann wäre es meines und ich hätte für den Rest meines Lebens immer recht. Die anderen Menschen in der Kassenschlange grinsten fröhlich und kondolierten K, aber wer wird schon so einem großen Beil widersprechen wollen.

K wollte das Beil nicht kaufen, ich setzte mich aber durch, ich hatte das Beil ja schließlich schon in der Hand.

Jetzt besitze ich also ein Beil.
Ich werde es mit nach Borkum nehmen, da gibt es immer Holz, dem man mit dem Beil seine Meinung aufzwingen kann, was praktisch ist, denn wenn man das Holz auf die Art und Weise so klein bekommt, dass es auch in den Ofen passt, ist das genau das, was ich mir als Zusatznutzen von dem Beil verspreche. (Neben seiner Funktion als Meinungsverstärker.)

Morgen fliegen wir nach Borkum, morgen ist das Wetter auf alle Fälle noch gut, ich fang schon mal an mit Daumen drücken, dass wir Sonntag auch wieder zurück kommen, aber nun ja, es kommt wie es kommt und bisher ist es ja noch immer gutgegangen
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Donnerstag, 28. März 2019
Durchgeputzt
Morgen kommt mal wieder ein Interessent,um sich das Haus anzusehen, in dem ich hier in Greven seit über 10 Jahren zur Miete wohne.
Mir wurde ja angeboten, das Haus selber zu kaufen und ich habe auch ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, aber nach zweimal drüber schlafen, fand ich die Idee samt Angebot nicht mehr überzeugend.
Ich möchte hier nur noch sechs Jahre wohnen und dann bin ich ganz bestimmt weg, aber für sechs Jahre Wohnen kauft man kein Haus, das ist einfach zu umständlich und zu teuer.
Vor allem weil der Preis für dieses Haus auch ziemlich hoch angesetzt ist und ich die Mängel des Hauses genau kenne.
Also muss ich damit leben, dass hier in regelmäßigen Abständen Interessenten durchs Haus trampeln, das lässt sich nicht vermeiden.
K. meinte heute allerdings, dass das gar nicht so verkehrt ist, wenn ab und zu mal Besichtigungen stattfinden, denn es bringt uns dazu, mal wieder alles gründlich zu putzen.
Hier ist also aktuell alles blitzeblank sauber, so eine Restehre, was Ordnung und Sauberkeit angeht, ist ja schon vorhanden, K. hat das sehr gut erkannt.

Das letzte Mal war es eine chinesische Großfamilie, die sich für die Häuser hier auf der Straße interessierte, bin mal gespannt, wer hier morgen auftaucht.

Verhindern kann ich es eh nicht, also hoffe ich, dass ich mich mit dem neuen Eigentümer irgendwie arrangieren kann
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Mittwoch, 27. März 2019
Deppentreffen
Und noch ein Bankentreffen heute Abend, die häufen sich diese Woche. Heute waren sogar zwei gleichzeitig und ich bin brav auf die beruflich offiziellere gegangen, obwohl ich zeitgleich eine Einladung von einem neuen Fintech hatte, die auch grade auf Roadshow sind (also scheint diese Methode des Marketings zwar konservativ, aber trotzdem wohl einigermaßen erfolgreich zu sein) und heute Station in Münster machten, aber mit denen habe ich nur privat zu tun, weshalb ich leicht zähneknirschend zu der "wichtigeren" gegangen bin.
Rückwärts betrachtet ärgere ich mich allerdings über diese Entscheidung, denn die bei dieser Veranstaltung heute Abend anwesenden Menschen gebärdeten sich wirklich auf unterem Stammtischniveau. Ich glaube, mit Deutschland geht es wirklich bergab, wenn sich unsere Finanz- und/oder Geldelite nur noch marginal anders als ein Rudel wildgewordene Bergbauern nach zuviel Weißbier benimmt.
Ich kam aus dem inneren Kopfschütteln gar nicht mehr raus und war froh, als dieser Abend vorbei war.
Das Essen war auch langweilig, insgesamt also ein eher unerfreulicher Termin, aber nun ja, kann ja nicht immer klappen, ich buche es deshalb unter "hat nicht geklappt, schnell vergessen".
Oder, um es mit Kurt Tucholsky zu sagen: Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.

Er sagte allerdings auch "unterschätze nie die Macht dummer Menschen, die einer Meinung sind" - und genau das macht mir dann wieder gewaltig Angst
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Dienstag, 26. März 2019
Schon wieder aufgeräumt - und halbjährliche Verwunderung
Heute war ich lange Zeiten damit beschäftigt, mein E-Mail-Postfach aufzuräumen (das berufliche) und habe mir dann irgendwann überlegt, dass meine Arbeit gefühlt hauptsächlich aus Aufräumen besteht.
Irgendwo ist da was verkehrt konstruiert, denn wenn ich auch die Unordnung oder das Durcheinander verursachen würde, das ich ständig aufräume, dann fände ich das ja fair, aber das kommt nicht von mir. Das entsteht einfach dadurch, dass ich deutlich mehr E-Mails bekomme als ich normalerweise abarbeiten kann, bzw. dass bei diesen E-Mails auch viele dabei sind, wo ich gar nichts tun muss, außer sie zu lesen. Wenn ich sie allerdings nicht lese, passiert auch nichts, außer dass ich dumm bleibe, und das macht es natürlich sehr verführerisch. Ich meine, es ist verführerisch, sie einfach nicht zu lesen, weil es halt nicht sofort sanktioniert wird. Als Folge muss ich mir aber nach und nach immer aufwändigere Strategien ausdenken, die das Nichtwissen verschleiern, was aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniert - und das ist dann der Zeitpunkt, wo ich beginne, aufzuräumen und all die reinen Info-E-Mails nachlese, um in jeder 10. Mail tatsächlich irgendeine kleine, aber wichtige Information zu entdecken, die eben essentiell ist.

Heute habe ich ungefähr 100 liegengebliebene "to whom it may concern- Mails" erledigt, jetzt ist mein aktueller Posteingang auch wirklich wieder aktuell. Gutes Gefühl.

Am Abend war dann der halbjährliche Bänkerstammtisch in der Innenstadt, mit meiner halbjährlichen Verwunderung, wie unglaublich viele Rentner (Männlein wie Weiblein, aber mehr Männlein) da abends in den Kneipen von Münster sitzen.
Ich käme so sehr freiwillig niemals auf den Gedanken, mich abends einfach nur so in eine Kneipe zu setzen, dass mir jedes Vorstellungsvermögen fehlt, warum Menschen das machen.
Aber mir fehlt sowieso für das meiste typische Sozialverhalten der Menschen das Vorstellungsvermögen für das Warum, über ein riesengroßes Fragezeichen komme ich selten hinaus, wenn ich beobachte, was andere Menschen für Vorlieben, Meinungen oder Probleme habe und was für Umstände sie in Kauf nehmen, um genau diese Vorlieben, Meinungen oder Probleme ausleben zu können.
Ich schätze, das wird nix mehr mit mir und sozial integriert, ich bin für ein normales, Durchschnittsbürgerleben schlicht zu uninteressiert an den meisten Themen und Dingen, die für andere wichtig sind und gleichzeitig auch noch viel zu bequem, mich überhaupt darum kümmern zu wollen
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Montag, 25. März 2019
Tagebuchbloggen
Auf Twitter fand ich diese Frage nach dem Sinn, Zweck und Nutzen des Tagebuchbloggens
"Mich interessiert, ob es Sinn macht und wie Du es machst, im Blog ein Tagebuch zu führen. Bzw. mein Tagebuch als Blog zu veröffentlichen - aber das will man ja nicht, oder?"

Und weil ich darauf nicht in 140 bzw. 280 Zeichen antworten kann, nehme ich es als Anlass, einfach an dieser Stelle darauf zu antworten, vor allem, weil ich beim Nachdenken über die Antwort merke, dass sich bei mir "Zweck und Nutzen" im Laufe der Zeit tatsächlich geändert haben.
Ich antworte deshalb zweigeteilt, zunächst das "Wie" und dann das "Warum"

Wie ich es mache
Ich schreibe hier jeden Tag etwas auf diesem Blog, weil ich mir das so vorgenommen habe und weil ich es mittlerweile schon seit dreieinhalb Jahren durchhalte.
Wenn man es erst mal eine Zeitlang durchgehalten hat, wird es immer leichter, weil es zu einer festen Institution im täglichen Leben wird, man selber irgendwann so sehr daran gewöhnt ist, dass es zur Routine wird. Außerdem ist mein eigenes Umfeld mittlerweile daran gewöhnt und begreift es ebenfalls als Selbstverständlichkeit und unterstützt mich auch aktiv mit Themenvorschlägen, Fotos und/oder Gastbeiträgen, die ich immer dann in Anspruch nehme, wenn ich tatsächlich mal einen Tag überhaupt gar keine Chance sehe, hier irgendetwas zu veröffentlichen.
Und schließlich gibt es irgendwann auch feste Leser, die man weder beunruhigen noch enttäuschen will.

Der Vorsatz "ich schreibe jeden Tag etwas" war am Anfang hauptsächlich ein Versuch, überhaupt wieder mit dem Bloggen anzufangen. Ich habe schon 2006 mal eine Zeitlang gebloggt, das aber aus Gründen wieder drangegeben und alles gelöscht, danach habe ich mehrfach Versuche gestartet, das Bloggen noch mal neu zu beginnen, sonderlich erfolgreich war ich damit aber nie, weil ich mehr Ausreden hatte, weshalb ein Text noch nicht gut genug ist, um ihn zu veröffentlichen als dass ich Texte tatsächlich online setzte. Irgendwann hatte ich eine Sammlung von über hundert angefangenen Blogtexten, online war kaum etwas. (Übrigens: weshalb ich gerne bloggen möchte, steht in der "Warum-Antwort" weiter unten)
Im Sommer 2015 versuchte Frau Novemberregen aktiv Leute zum täglichen Bloggen zu bewegen, ich habe das damals gespannt verfolgt (weil ich ihren Blog sowieso schon seit Anfang lese), aber um öffentlich Wetten mit anderen abzuschließen, bin ich viel zu wenig kompetitiv. Überhaupt bin ich sofort raus, wenn es um Gewinnen oder Verlieren geht, if I can't win, I'm not gonna play - und das Risiko, dass ich da versagt hätte, war mir schlicht zu groß. Aber die Idee, die dahinter stand und die Tipps, die sie anderen gab, wie man so ein tägliches Bloggen beibehalten kann, das gefiel mir alles sehr, und so habe ich dann ab Oktober 2015 nur mit mir selber als Wettgegner die Challenge angenommen - und kann für mich sagen, dass diese Idee für mich genau richtig war, um überhaupt wieder zu bloggen.

Der Begriff "Tagebuchbloggen" steht für mich dabei nicht für Tagebuch im klassischen Sinn, also dass ich jeden Tag penibel aufschreibe, was ich so mache, sondern er steht nur dafür, dass ich wirklich jeden Tag irgendwas in meinem Blog veröffentliche.
Das ist damit die elegante Überleitung zu der "Warum-Frage", denn da hat sich im Laufe der Zeit tatsächlich auch etwas geändert.

Warum ich täglich blogge
Ganz am Anfang, also ganz frühes damals™, so ca. 2005-2006, hat es mir einfach Spaß gemacht, Texte zu schreiben und darüber mit anderen ins Gespräch zu kommen. Meine Texte waren schon immer einigermaßen "autobiographisch" geprägt, freie Phantasiegeschichten liegen mir gar nicht, auf dieser Ebene geht meine Kreativität gegen Null.*
Ich kann aber sehr gut Texte schreiben zu Themen, die mich grade interessieren, über die ich nachdenke, zu denen ich eine Meinung habe, wo ich mich aufrege oder wo ich auch einfach nur Dinge beschreibe, die ich erlebt habe. Beim Schreiben werden mir oft erst Dinge klar, die ich vorher so explizit noch gar nicht wahrgenommen habe, ich diskutiere sozusagen beim Schreiben mit mir selber und nutze Schreiben deshalb sehr gerne, um Dinge in meinem Kopf zu sortieren.
Deshalb habe ich das Bloggen auch schon sehr früh für mich entdeckt und hatte viel Spaß daran, denn durch das feedback (Kommentare), was damals noch viel üblicher war als heute, wurden Themen manchmal noch zusätzlich von Seiten beleuchtet, die ich in der Form noch gar nicht beguckt hatte. Damals habe ich nicht täglich etwas geschrieben, aber schon sehr oft, damals hatte ich aber auch noch deutlich mehr Zeit, mich im Internet rumzutreiben als das heute der Fall ist.
*Meine Mutter behauptet zwar bis heute, dass ich mir ständig Geschichten ausdenke, die gar nicht stimmen, das liegt aber nur daran, dass ich ab und zu, natürlich nur sehr selten und auch nur in ganz unbedeutendem Maße, aber vielleicht doch schon mal ab und zu, Dinge aus der Realität etwas verändere. Aber dass ich damals in der Schule die 100m unter 13 Sekunden gelaufen bin, das stimmt bestimmt und ich kann nichts dazu, wenn der Lehrer uns die 100m Strecke auf der 75m-Bahn laufen ließ.

Dann habe ich aber meine berufliche Position verändert und plötzlich wurde es sehr wichtig, dass ich privat und beruflich sauber trenne, bzw. dass die Menschen in den beiden Welten sauber getrennt sind, denn beruflich bin ich in einem Umfeld unterwegs, wo von mir ein sehr seriöses, verantwortungsbewusstes und verschwiegenes Verhalten erwartet wird, weshalb ich ganz enorm wenig Interesse daran habe, meine privaten Meinungen mit Menschen aus meinem beruflichen Umfeld zu diskutieren. Außerdem gibt es Menschen in meinem beruflichen Umfeld, von denen habe ich keine besonders gute Meinung und auch das möchte ich nicht in meinem beruflichen Umfeld thematisieren.
Deshalb ist mir eine ausreichende Anonymität sehr wichtig und deshalb habe ich auch nur ein sehr eingeschränktes Verlangen nach einer größeren Bekanntheit meines Blogs.
Leider bestand damals eine viel zu große Gefahr, dass mein damaliger Blog bei Menschen in meinem beruflichen Umfeld bekannt werden würde, deshalb habe ich 2008 kurzerhand alles gelöscht und litt dann viele Jahre unter Verfolgungswahn.
Gleichzeitig fehlte es mir aber, dass ich schriftlich meine Gedanken sortierte und ich stellte fest, dass das Veröffentlichen im Internet für mich eine wunderbare Möglichkeit war, mich selber zu disziplinieren, Gedanken zu Ende zu denken. Zumindest zu einem vorläufigen Ende oder immerhin so weit, dass es zunächst mal in sich rund war, was ich da als Meinung von mir gab. Ohne Veröffentlichung blieben die allermeisten Texte halbfertig im Entwurfsordner stecken, ein Zustand, der mich immer mehr ärgerte und ich musste akzeptieren, dass ich von der Grundveranlagung her ein enorm schludriger Mensch bin (wusste ich zwar schon immer, aber man versucht ja meist, so unangenehme Wahrheiten irgendwie zu verdrängen).
Um mich also selber zum Schreiben zu zwingen, was ich mag, weil es mir hilft, meine Gedanken zu sortieren, brauche ich externen Druck. Diesen externen Druck kann ich mir aber nur selber machen, weil ich das ja nie und niemals je von einem fremden Dritten akzeptieren würde. Und so entstand das Projekt "ich schreibe jeden Tag etwas auf dem Blog". Zunächst nur heimlich und still mit mir selber besprochen (weil die Angst zu scheitern am Anfang schon sehr groß war), mittlerweile habe ich aber genug "Vergangenheit", um mir selber bewiesen zu haben, dass ich es durchgehalten habe, Scheitern ist also kein Problem mehr, deshalb kann ich jetzt auch offen darüber sprechen.
Ganz eigentlich wollte ich also nur Texte bloggen, in denen ich mir wirklich ausführlich Gedanken zu irgendeinem Thema gemacht habe, aus Gründen der Selbstdisziplin wählte ich aber die Form des "jeden Tag etwas Schreiben" und so blieb und bleibt für viele Tage "zwischendurch" natürlich nur eine Kurzbeschreibung des eigenen Tages, weil ich nicht genug Zeit und genug Themen habe, mir jeden Tag ausführlich Gedanken zu irgendwas zu machen. Würde ich aber diesen selbstgemachten Zwang des "ich muss einfach jeden Tag irgendwas schreiben, egal ob gut oder schlecht, ich muss nur einfach etwas abliefern" - würde ich diesen Zwang aufgeben, verwaiste mein Blog wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit wieder, weil ich eben diese lästige Tendenz habe, zum sofortigen Verlottern zu neigen, wenn ich da nicht aktiv gegensteuere.

Mittlerweile hat sich das tägliche Bloggen also einigermaßen fest etabliert und so ergab sich im Laufe der Zeit noch ein sehr angenehmer Nebeneffekt: Ich muss nämlich niemanden aus meiner Familie mehr anrufen, um zu erzählen, was ich in der letzten Zeit so gemacht habe, das können sie alles hier lesen, wenn es sie interessiert. Und wenn es sie nicht interessiert, haben sie Glück, dass ich sie nicht anrufe, um ihnen mit Dingen einen Knopf an die Backe zu quatschen, die sie offensichtlich nicht interessieren. Sic!
Als mir vor gar nicht so langer Zeit der zweite Sohn, der früher immer sagte "ne, so viel Zeit, das alles zu lesen habe ich nicht" mitteilte, dass er hier doch regelmäßig mitliest, freute ich mich schon sehr über sein "Geständnis", denn nach meiner eigenen Interpretation gibt es ja sonst nur einen Grund, wenn Menschen aus meinem persönlichen Umfeld hier nicht lesen.

Ein "Tagebuch" wurde das Blog also allein deshalb, weil ich nicht für jeden Tag Themen (und Texte) habe, die außerhalb meines Tagesgeschehens liegen und über die ich einfach nur mal so grundsätzlich etwas schreiben möchte. Einen Entwurfsordner (Onenote), in dem immer noch fast hundert angefangene Texte liegen, habe ich immer noch, ich habe aber heute eine deutlich höhere Motivation, diese Texte zu Ende zu bringen, denn jeder fertige Text aus dem Entwurfsordner erspart mir einen Tag Rumgeeiere à la "heute ist gar nichts passiert" oder "ich komme leider vor lauter Müdigkeit zu nix mehr", was zwar grundsätzlich erlaubte Jokerphrasen sind, um das Tagessoll zu erfüllen, aber weder bin ich darauf stolz noch strebe ich es an, solche Beiträge in größerer Menge zu posten, weil ich dann ja den offensichtlichen Beweis liefern würde, dass ich etwas in meinem Leben ändern müsste.

Zusammenfassung: Ich benutze mein Blog als Tagebuchblog, weil es mir den äußeren Rahmen für die nötige Selbstdisziplin gibt, überhaupt etwas zu schreiben und weil ich es praktisch finde, dass Menschen, die ich persönlich kenne, sich jederzeit informieren können, was ich so mache und über das Blog auch jederzeit eine Möglichkeit haben, mit mir ins Gespräch zu kommen.
Und schließlich finde ich es inzwischen auch schon sehr praktisch, dass ich einfach hier nachschauen kann, in welchem Jahr wir das Zimmer im Dachgeschoss renoviert haben oder wann genau ich mir den Arm gebrochen habe
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