anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 7. April 2019
Schöner Sonntag
Sehr schöner Sonntag.
Wunderbares Wetter, keine Hektik, drei Punkte von der to-do-Liste erledigt, offen Auto gefahren, Eis gegessen, schöne Dinge gekauft, gutes Gespräch mit J. geführt und sehr, sehr leckeres Abendessen genossen.

Zum Abendessen gab es Carpaccio, eines meiner Lieblingsessen, vor allem, wenn ich es selber zubereite, denn dann kann ich sicher sein, dass auch die sonstigen Zutaten passen.
Ab und zu kaufe ich deshalb ein Stück Rinderfilet, friere es ein, lasse es dann wieder leicht antauen und wenn es noch halbgefroren ist, schneide ich es mit der Brotschneidemaschine in hauchdünne Scheiben. Der klassische Weg, Carpaccio herzustellen, macht aber nur Sinn, wenn wir mehr als zwei Leute sind und wenn ich Lust habe, anschließend die Brotschneidemaschine auseinanderzubauen und von Grund auf zu säubern.
Noch ab und zuer gibt es aber fertig aufgeschnittenes Carpaccio im Supermarkt frisch zu kaufen, das finde ich dann grundsätzlich sehr prima, denn es erspart den doch arg umständlichen und reinigungsintensiven Umweg über das Selberinscheibenschneiden.
Am Samstag gab es bei Lidl Carpaccio, ich habe also spontan die Bestände aufgekauft sechs Pakete erworben.
Erfahrungsgemäß sind drei Pakete für uns zu zweit eine vollwertige Hauptspeise, es wird diese Woche also noch mal Carpaccio geben.

Weil wir gestern zum Grillen alle Baguettes aufgeschnitten hatten, weil ich aber finde, zum Carpaccio braucht man Brot, doch die Baguettes waren alle, habe ich improvisiert und beschlossen, das Brotwürfel auch lecker sind.
Sind sie tatsächlich.
Sehr lecker.
Festgestellt, dass wir viel zu selten Brotwürfel essen.


Das Carpaccio hatte ich schon angebissen, bevor mir einfiel, dass ich es ja auch mal fotografieren könnte, aber es sieht auch angebrochen noch sehr lecker aus, finde ich


Ich finde außerdem, zu einem perfekten Carpaccio gehört ein Salat aus Champignons und Radicchio, außerdem Cherrytomaten mit Basilikum und natürlich Parmesanflocken und Olivenöl.
Dann ist es einfach nur perfekt.

J fuhr am Nachmittag wieder nach Berlin und wir auf den Flohmarkt in Münster, denn ich musste noch unbedingt Unterhosen und Strümpfe für den Vater kaufen und auf dem Sonntagsflohmarkt in Münster ist ein sehr guter Unterwäsche- und Sockenhändler, wenn ich dort etwas kaufen will, war heute die einzige Chance, nächsten Sonntag muss ich ihm die Sachen schon bringen.

Die Mission war erfolgreich, außerdem hatte ich daran gedacht, eine Uhr, bei der ich das Armband ersetzen wollte, mitzunehmen und auch der Uhrenhändler war vor Ort, also alles erledigt.

Dann war da noch eine Frau, die verkaufte ihr Besteck. Mir gefiel das Besteck gut, 60-teilig für sechs Personen, also 10 verschiedene Besteckteile pro Person, jetzt passt endlich mal alles zusammen, das ganze für 60 Euro, kann man nicht meckern, finde ich.

Außerdem war der Zeitungsonkel da, der verkauft immer "abgelaufene" Zeitungen und Magazine für ganz kleines Geld und so ein Magazin wie Brand eins oder Zeit Wissen oder Cicero oder sowas, die müssen ja nun wirklich nicht brandaktuell sein, die kann man auch sehr gut noch lesen, wenn Oktober 2018 draufsteht, man dann aber nur 20 Cent dafür bezahlen muss.
Wenn ich den Zeitungsonkel auf dem Flohmarkt sehe, besitze ich anschließend immer einen großen Stapel sehr schöne Magazine, die mir normalerweise sonst viel zu teuer wären, dafür sind sie dann eben schon ein Vierteljahr alt, kann ich gut mit leben. (Kann übrigens sein, dass ich einige dieser Magazine noch viel später erst lese, weil ich nicht dazu komme, aber jetzt liegen sie immerhin schon mal im Wohnzimmer rum und sehen intellektuell aus.)

Sonst habe ich noch ein paar Teile allgemeinen Krimskrams erworben, wie das so ist auf dem Flohmarkt, war in Summe aber harmlos.

Auf dem Rückweg haben wir einen Zwischenstopp in Münster eingelegt und in der sehr, sehr leckeren Eisdiele in der Innenstadt ein sehr, sehr leckeres Eis gegessen, das war schon insgesamt ein sehr under Tag heute
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Samstag, 6. April 2019
Wochenende
Heute also die Zusammenfassung für zwei Tage:

Gestern war ich bis gegen 15h im Büro, wir hatten eine experimentell zusammengesetzte Anlagebeiratssitzung und die Begegnung mit neuen Menschen ist für mich ja immer Anlass, über diese Menschen nachzudenken - zumindest wenn sie auffällig anders sind als die Menschen, die ich sonst so in meinem Alltag treffe.
Das experimentelle war, dass wir eine große Vermögensverwaltungsgesellschaft eingeladen hatten, zu uns zu kommen und etwas über ihre Gesellschaft, ihre Anlagephilosophie und ihre Fonds zu erzählen. Wobei, das selber ist nicht wirklich neu, das machen wir öfter aber diesmal haben wir noch andere Anleger dazu eingeladen, wir waren also Gastgeber und haben sowohl Verkäufer als auch andere Käufer eingeladen, wie bei einer Tupperparty.
War lustig und mich haben natürlich die anderen Leute interessiert, weil das keine Vertreter von institutionellen Anlegern waren, sondern reine Privatleute, die nur zufällig privat so viel Geld haben, dass sie als Anleger in derselben Größenklasse spielen können wie institutionelle Anleger.
Unter anderem war eine Dame dabei, die in der kurzen Vorstellungsrunde sagte, ihre Hauptaufgabe wäre es, sich darum zu kümmern, dass ihr Mann gute Laune hat, und diese Dame sagte dann auch so gegen 13h sie müsse jetzt gehen, sonst bekäme ihr Mann nichts zu essen und das ginge ja gar nicht. - Ist schon lustig, was es für Welten gibt, die direkt neben der eigenen Welt existieren, keine 10m auseinander, aber weder hat man je etwas davon mitbekommen noch wäre man je auf den Gedanken gekommen, überhaupt darüber nachzudenken. Diese Dame hatte einfach von Hause aus schon immer ziemlich viel Geld (Familienreichtum) und deshalb hat sie sich damit beschäftigt, wie man das Geld sinnvoll anlegen kann, aber im Hauptberuf war sie Hausfrau. Schon ihr ganzes Leben lang und sie schien damit auch sehr zufrieden.
Ebenfalls eingeladen war der neue Geschäftsführer einer großen ngO, der war schon eher ein institutioneller Anleger, weil er ja nicht sein eigenes Geld verwaltete, sondern das dieser Organisation - aber verglichen mit der Hausfrau wirkte der Herr Geschäftsführer deutlich inkompetenter. Nicht, dass die Hausfrau irgendeine spezielle finanzwirtschaftliche Expertise gehabt hätte, aber sie tat halt auch nicht so als ob sie eine hätte. Ganz im Unterschied zu dem Herrn Geschäftsführer, der sich gewaltig aufplusterte und viele dicke Statements von sich gab, aber genau dadurch allen Leuten, die wirklich Ahnung von der Sache hatten, bewies, dass er selber ganz bestimmt keine Ahnung hat.

Ich hatte eigentlich bei der gesamten Veranstaltung nicht wirklich was zu tun, ich konnte in Ruhe dabei sitzen und die Gäste beobachten, fand ich sehr interessant.

Am Nachmittag bin ich dann nach Bielefeld gefahren, weil dort Kleiderkreisel war und ich schon wieder zwei große Tüten voll mit Klamotten aussortiert hatte und die wollte ich gerne loswerden.
Meine Schwester, mit der ich sonst dort hin gehe, hatte keine Zeit, ich konnte aber C. überreden, mich zu begleiten, so ganz alleine hätte ich mich im Zweifel ein wenig einsam gefühlt.
Aber so war es perfekt.
Da man pro Person nicht mehr als 15 Kleidungsstücke mitbringen darf, C. aber keine eigenen aussortiert hatte, habe ich meine Klamotten einfach auf zwei Tüten verteilt und konnte so alles dort unterbringen.
Bevor der Kleiderkreisel anfing, hatte ich mich mit C. bei Ikea getroffen. Da es in Münster kein Ikea gibt, das nächst gelegene ist in Osnabrück oder am Kamener Kreuz, nutze ich gerne die Gelegenheit, in Bielefeld mal durch Ikea zu schlendern, wenn sich die Möglichkeit ergibt.
Viel gekauft haben wir nicht, C kaufte ein Set Plastikweingläser, weil der Weinglasverbrauch durch Bruch in ihrer WG wohl so hoch ist, dass sie jetzt auf Plastik umstellen will, und ich habe mir ein 2er Set biegsame Plastikschneidebrettchen gekauft, scheint mir ganz praktisch zu sein, das war's aber auch schon.
Und natürlich Hotdogs. Ikea ohne Hotdogessen ist ausgeschlossen und wie es sich gehört habe ich mich auch traditionell wieder gründlich bekleckert.

Dann Kleiderkreisel, für mich habe ich nur zwei T-Shirts und eine Sweatshirtjacke gefunden, mittlerweile finde ich es aber wichtiger meine Klamotten dort gut loszuwerden als selber neue Klamotten mitzunehmen. Und das Loswerden klappte diesmal so gut, dass mir die Sachen beim Auspacken schon sofort aus den Fingern genommen wurden, alle Teile fanden neue Liebhaber, so macht das Spaß.

Anschließend war ich mit C in dem Aldi gegenüber von der Kleiderkreiselveranstaltung.
Ich habe mir nie Gedanken gemacht, welche Bevölkerungsschichten in diesem Stadtteil von Bielefeld die Mehrheit ausmachen, denn in genau diesem Stadtteil haben vor über 50 Jahren schon meine Großeltern gewohnt und das waren ordentlich Leute, also muss das ja wohl auch insgesamt eine ordentlich Gegend dort sein. War in meinem Kopf irgendwie klischeehaft fest verankert.
Bei genauerer Betrachtung gibt es dort aber wirklich eine sehr große Anzahl von Hochhäusern, was darauf schließen lässt, dass die besonders einkommensstarken Schichten von Bielefeld dort wohl eher nicht leben.

Und dieser Aldiladen dort an der Hauptstraßen von Brackwede, der ist einfach nur schäbig. Dabei ist er erst letztes Jahr kernsaniert worden, eigentlich ist er also ganz neu, aber insgesamt wirkte er jetzt schon wieder vor allem schmuddelig und runtergekommen. Schmutzige Böden und ein versifftes Kühlregal und in den Gängen Mengen an leeren Kartons.
Am meisten faszinierte mich aber, dass überall, wirklich ÜBERALL in den Regalen Dinge standen, die dort nicht hingehörten. Zwischen den Tees lag ein Toastbrot, zwischen den Süßigkeiten eine Dose Ravioli, hinter den Weinflaschen versteckte sich eine Spüliflasche und in manchen Regalen, wo die ursprünglich dort hingehörenden Artikel schon in größeren Mengen weggekauft waren, so dass Löcher entstanden, hatten sich diese Löcher blitzschnell mit jeder Menge Waren von irgendwo aus dem Laden gefüllt - kurz, es war ein heilloses Durcheinander.
Ich war maßlos fasziniert und zeigte C. ständig neue Fehleinräumungen, C zuckte aber nur entspannt die Achsel und meinte, was erwartest du, wir sind hier in Brackwede, da ist das normal.
Ich glaube, ich bin bestimmt eine Viertelstunde durch diesen Laden gelaufen und habe mich gegruselt.
Ich kenne solche Läden sonst nicht, weil die Läden, in die ich sonst gehe, wohl tatsächlich eher in einer besseren Wohngegend sind - oder weil die Filialleiter dort einfach nur viel mehr Wert auf Ordnung legen? Ich weiß nicht, woran es liegt, C meint, es wäre die Gegend, denn der Aldi in Großdornberg, ein Stadtteil mit einer überwiegenden Einfamilienhausbebauung, der wäre sehr ordentlich und dort sähe es niemals so aus wie es in dem Brackweder Aldi wohl an der Tagesordnung ist.
Mich hat es auf alle Fälle sehr fasziniert.

Gekauft habe ich in dem Laden übrigens gar nichts, ich hatte das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, dass ich tatsächlich eher bereit wäre 50% Aufpreis in einem Rewe oder Edeka zu bezahlen, bloß um nicht in diesem schäbigen, runtergekommenen Aldiladen einkaufen zu müssen.

Dann habe ich C nach Hause gefahren, wir haben noch eine Runde gequatscht und gegen halb elf bin ich wieder nach Hause gefahren.
Insgesamt ein interessanter Tag mit spannenden Begegnungen.

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Heute habe ich den reisefreien Samstag zum Ausschlafen genutzt, dann bin ich in den Nachbarort gefahren, weil ich neugierig war, ob es in dem dortigen Secondhandladen neue Schätze gibt - und ja, gab es, der Ausflug hat sich gelohnt. Aber ich durfte ja auch wieder neue Klamotten ins Haus schleppen, ich habe ja gestern zwei große Tüten voll hinausgebracht.

Als ich wieder zurückkam, war J schon angekommen, der hat seine vier Wochen Famulatur in Esens hinter sich, macht nun zwei Tage Wasch-Zwischenstopp hier in Greven und fährt morgen nach Berlin weiter, das Semester geht wieder los.
Außerdem musste er seine Reifen wechseln. Da er keine Werkstatt fand, die das an einem Samstag für ihn erledigen wollte und die Reifen ja bei uns im Keller lagern, hat er das heute Nachmittag gemeinsam mit K selber erledigt. Jetzt weiß er auch wie man Reifen wechselt, kann nie schaden, so ein Basis-Überlebenswissen.

Ich bin derweil mit dem Fahrrad einkaufen gefahren und wie ich so durch unseren (sehr ordentlichen und sehr sauberen und überhaupt sehr angenehmen) Lidlladen wanderte und überlegte, was wir denn heute so kochen sollten, fiel mir plötzlich ein, dass es doch sicher warm genug ist, um draußen zu sitzen und dann könnten wir doch grillen und hach, das ist eine geniale Idee, dafür brauche ich dann jetzt nur Fleisch und Gemüse, und noch mehr Gemüse und Salat und Baguette und Kräuterbutter und für morgen zum Frühstück noch ein Sack Orangen - als ich wieder draußen war, habe ich erschrocken bemerkt, dass mein Fahrrad keinen Kofferraum hat, aber ich habe es dann doch geschafft, alles irgendwie auf dem Fahrrad nach Hause zu bugsieren.

Derweil hatten die zwei Jungs die Räder gewechselt und auch schon wieder alles aufgeräumt, so konnten sie gleich auf der Terrasse weitermachen und den Winterdreck von Tisch und Stühlen entfernen, es wurde angegrillt.

Irgendwas stimmte dann mit der Kohle nicht, es dauerte ewig, bis die vernünftig glühte, aber ich hatte ja genug Baguette und Aioli und Kräuterbutter und Humus und Salat und Gemüse, das gegrillte Fleisch schmeckt auch morgen noch kalt, als es nämlich irgendwann fertig war, war ich bereits satt.
Egal, hat aber alles Spaß gemacht.

Im Keller tutet nun die dritte Maschine Wäsche, noch einmal wechseln, dann kann J morgen komplett durchgewaschen wieder nach Berlin fahren
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Freitag, 5. April 2019
Platzhalter
Ich bin noch bei C. in Bielefeld und fahre jetzt erst nach Hause, eine ausführlichere Beschreibung des Tages gibt es erst morgen, es war aber ein sehr schöner Tag
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Donnerstag, 4. April 2019
nervige Anrufer
Weil ich im Moment keine Lust habe, mit einigen Menschen zu reden, die mich mit einer bewundernswerten Hartnäckigkeit immer wieder anrufen, ich ihnen aber immer noch nichts Neues erzählen kann, schon gar nicht, dass ich künftig mit ihnen zusammenarbeiten werde, ihre Produkte kaufen werde oder ihre Leistungen in sonst einer Art in Anspruch nehmen werde, habe ich heute darüber nachgedacht, dass ich gerne eine App auf dem Telefon hätte, die diverse, fertig und auf Vorrat gespeicherte Anrufbeantwortertexte zur Auswahl anbietet, die ich für jeden unerwünschten Anrufer dann jeweils passend einblenden kann. (Und nein, die sind nicht alle jugendfrei, aber das ist ja auch das entscheidende dabei.)
Heute war es mal wieder besonders schlimm, am Ende des Tages zeigte mein Telefon 28 weggedrückte Telefonnummern.

Für die Spamanrufer auf dem Festnetz habe ich eine sehr praktische Lösung gefunden - ich habe vor einiger Zeit die "erste" offizielle Nummer, die, die auch im Telefonbuch steht, auf der Fritzbox umprogrammiert als Faxnummer. Mit großem Vergnügen beobachte ich jetzt regelmäßig all die vergeblichen Faxanrufe. So machen Spamanrufer schon fast wieder Freude.

Überhaupt würde ich mit diversen Mitmenschen sehr gerne per vorbereiteten Standardmitteilung kommunizieren. Dem Idioten, der heute im Auto hinter mir fuhr und ich verstärkt das Gefühl hatte, er sitzt gleich bei mir auf der Rückbank, dem hätte ich auch gerne lässig eine Mitteilung rübergereicht. Ich träume davon, dass ich an meinem Heckfenster eine Laufschrift einblenden kann, dann hätte da heute zB gestanden: Ich bremse auch für Arschlöcher, während ich gleichzeitig die Bremsleuchten dauerhaft aufleuchten lasse.

Ansonsten war der Tag aber recht erfolgreich, ich habe den Fehler in einer Bilanz gefunden, der mich seit fast vier Wochen völlig strubbelig gemacht hat. Es war, wie die Lösung fast aller schier aussichtslos erscheinenden Probleme, unglaublich trivial.

K war schon früh zu Hause und hatte eingekauft, es gab Hähnchenschenkel mit Kartoffeln und Rotkohl - ein sehr simples, aber ungemein leckeres Essen. Machen wir viel zu selten
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Mittwoch, 3. April 2019
Irgendwie sinnlos
Echtes Normalprogramm war das hier heute auch nicht, aber immerhin normal genug als dass mir noch ein wenig Zeit zum Bloggen bleibt, bevor ich mal wieder stracks umfalle und einschlafe.
Das Gefühl, dass ich am allerliebsten mal wieder mindestens drei Tage einfach nur komplett im Bett bleiben möchte, wird immer stärker.
Dabei will ich gar nicht nur schlafen, ich will vor allem diesen "mental load" los sein. Dieses Gefühl, dass ich ständig Berge an Dingen erledigen muss, dass ich aber gleichzeitig weiß, dass ich das doch nicht alles schaffe, und deshalb mit einem permanent schlechten Gewissen durch mein Leben stolpere.
Ich will das einfach alles nicht mehr ständig tun müssen, ich will vor allem nicht mehr ständig denken müssen.
Aktuell bin ich ich enorm neidisch auf all die Menschen mit einfach strukturierten Arbeiten. Den ganzen Tag nur Fensterputzen oder Böden wischen - wahrscheinlich hätte ich davon auch ruckzuck die Nase voll, trotzdem erscheint mir Fensterputzen oder Boden wischen im Moment deutlich reizvoller, als irgendwelche blödsinnigen Präsentationen oder Texte für Leute zu erstellen oder zu schreiben, die sie nachher doch nicht verstehen. Aber man weiß ja nie, deshalb sollen die Texte einerseits komplett wasserdicht korrekt sein, andererseits aber möglichst keine Ecken und Kanten haben, an denen sich jemand stoßen könnte und das ganze vorzugsweise in barrierefreier Sprache, weil, wir wollen ja Vorbild sein und Inklusion und so und überhaupt. Niemanden ausgrenzen, immer und jederzeit alle mitnehmen, jeder hat dasselbe Recht auf Glücklichsein in seinem Leben - ich habe es so satt!
Im Moment habe ich immer verstärkter das Gefühl der kompletten Sinnlosigkeit meiner Arbeit, denn es geht nicht darum, dass irgendwelche Dinge ergebnisorientiert und pragmatisch umgesetzt werden, sondern vor allem darum, dass alle Beteiligten ein gutes Gefühl haben und deshalb glauben, dass alles ganz wunderbar funktioniert.
Dass es tatsächlich NICHT wunderbar funktioniert ist dabei völlig irrelevant, wichtig ist nur, dass alle glauben, dass es funktioniert. Wenn es sich irgendwann viel später nicht mehr vermeiden lässt, festzustellen, dass es wohl doch nicht so wunderbar funktioniert hat, wie man immer dachte, dass es das täte, nun, dann ist es mit ein bisschen Glück inzwischen so viel später, dass man selber nicht mehr zuständig ist und genau das versucht jeder zu erreichen.
Ich habe allerdings unterwegs mittlerweile den Schwung verloren, mich tatsächlich darum zu kümmern, dass irgendetwas funktioniert, es reicht ja so ein potemkinsches Kümmern - Hauptsache es sieht gut aus. Dass es tatsächlich zu nichts taugt, ist dann völlig egal. Machen ja alle so.
Und es sind so ungemein viele heiße Luft Puster unterwegs.
Ich finde das alles nur noch anstrengend.
Und langweilig, weil so sinnlos.
Aber vielleicht muss ich mir auch nur mal gründlich auskotzen und dann geht es wieder
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Dienstag, 2. April 2019
Kurznachricht
Hier ist alles okay, ich bin nur heute aus Gründen verhindert hier ausschweifig zu werden.
Ich denke, morgen läuft wieder das Normalprogramm
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Montag, 1. April 2019
Gedankenkreisel
Leichter Durchhängertag heute.
Die fremdländische Großfamilie, die gestern Abend beim Griechen Geburtstag gefeiert hat, hat mich gedanklich noch durch den gesamten Tag verfolgt.
Ich habe überhaupt kein Gefühl dafür, wie sich die jungen Frauen fühlen, die in einem derart männlich dominierten sozialen Umfeld leben. Einerseits können sie den Umgang, den junge deutsche Mädchen und Frauen in ihren Familien leben doch genau so von außen beobachten, wie ich diese fremdländische Familie ja auch nur von außen beobachtet habe. Mir fielen die Unterschiede auf und für mich fühlten Sie sich in Norm negativ an. Gleichzeitig ist mir aber durchaus klar, dass dieses gesellschaftliche Arrangement auch Vorteile für die Frauen haben muss, die ich nur nicht sehe.
Für mich, mit meiner emanzipierten, mitteleuropäischen Sozialisierung der Mittelschicht erscheint so ein untergeordnetes Frauenleben extrem unattraktiv, aber vielleicht ist es ja tatsächlich einfach deutlich bequemer, und ich habe nur kein Gefühl dafür?
Dieses leichte Schaudergefühl, das die Vorstellung, ich müsste auch so leben, spontan auslöst, blieb mir den ganzen Tag, wobei mich allerdings am meisten stört, dass die Männer in diesen Familien überwiegend so ungemein hässlich sind.
Und dann beginnt sich bei mir so ein Gedankenkarussell zu drehen, bei dem Begriffe wie Zwangsverheiratung, wehrlos und ausgeliefert vorkommen, die das Gruselgefühl massiv verstärken.

Ansonsten bestand der Tag aus Büro bis nach 20:00 Uhr, da bleibt dann nicht mehr sehr viel Zeit für sonstige Aktivitäten, ich bin aber auch mal wieder entschieden zu müde für irgendwas, die letzte verbliebene Energie werde ich ins Ausziehen investieren, damit ich nicht in Klamotten einschlafe
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