anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Sonntag, 3. Februar 2019
Alles erledigt
Der Tag verlief im Wesentlichen wie geplant, die Dinge, die erledigt werden sollten, wurden erledigt, ich habe alles geschafft und jetzt bin ich wieder in Greven, weil morgen wieder eine normale Bürowoche beginnt.

Das Wetter war heute wunderschön, strahlend blauer Himmel, ein paar dicke, weiße Kumuluswolken, K. schielte immer wieder ein wenig sehnsüchtig auf das Gafor (Fliegerwetter) und bemerkte mehr als einmal, dass wir heute auch sehr gute hätten fliegen können.

Sind wir aber nicht, wir sind gestern mit dem Auto gefahren, haben heute auf Borkum Vaters Fernseher ins Auto geladen und sind dann anschließend mit dem Auto wieder zurückgefahren, um unterwegs den Fernseher beim Vater im Seniorenheim abzuliefern und aufzubauen.

Auto ist sicherlich die langweiligere Variante für eine Reise nach Borkum und was die reine Reisezeit angeht dauert es auch noch deutlich länger, aber Auto ist die verlässlichere Variante und dieses Wochenende wollte ich unbedingt die Dinge erledigen, die ich jetzt erledigt habe. Gestern hätten wir ganz sicher nicht fliegen können, viel zu schlechtes Wetter, und dass es heute so gut geklappt hätte, das weiß man leider mit Sicherheit erst wenn es fürs Auto schon zu spät ist.
Aber es gibt ja noch genug weitere Wochenenden.

Wir haben heute auf alle Fälle den Fernseher beim Vater abgeladen und eingerichtet, jetzt kann er wieder etwas mehr am Weltgeschehen teilnehmen, obwohl es insgesamt ja wirklich nicht viel ist, was ihm da so von seinem Leben übrig geblieben ist.

Ich bin nach einem Besuch in dieser Seniorenwohnanlage immer ein wenig durch den Wind. Es ist übrigens eine gute Seniorenwohnanlage, zumindest hat sie viele gute Bewertungen im Netz und die Schwester und Pfleger sind wirklich alle sehr nett und nehmen sich auch Zeit für die Bewohner - aber nach einem Besuch in dieser Einrichtung brauche ich immer eine Weile, bis ich mich emotional wieder soweit zurechtgeruckelt habe, dass ich mich nicht doch vorsichtshalber lieber jetzt sofort und auf der Stelle schon mal von einer Brücke stürzen möchte, um ganz sicher so einem Leben zu entgehen.
Es ist ja nicht nur das Leben meines Vaters, was ich dort zu sehen bekomme, es ist das Leben von 80 anderen alten Menschen, die alle dort wohnen - und alle so leben und es gruselt mich.
Mich gruselt vorm Altwerden derart, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.

Und noch mal, nein, es ist nicht die Einrichtung, es sind die alten Menschen selber, die mir diese Angst machen, denn in so einer Einrichtung leben eben nicht die feschen Alten, die ihren Alltag auch mit 90 noch komplett selbstbestimmt meistern, sondern halt die, die es gar nicht mehr können.
Und das ist schlimm. Ich finde es zumindest schlimm, denn es schwebt wie so ein Damoklesschwert über meiner Zukunft, weil ja niemand weiß, wie er selber enden wird.

Wir haben uns vom Vater verabschiedet als er zum Abendessen abgeholt wurde und fuhren im Sonnenuntergang nach Süden. Die Sonne ging also mal wieder rechts von uns unter und verpasste dem Himmel die herrlichsten Farbverläufe, ich nahm allerdings vor allem die Windmühlen war, die im Gegenlicht wie schwarze Geister ihre Arme in die Luft reckten und die vorbeihuschenden Bäume und Büsche deutlich dominierten

Das Foto gibt meine Stimmung auf der Rückfahrt schon sehr gut wieder
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Samstag, 2. Februar 2019
Zuhause
Ach ja, gute Vorsätze sind was Feines, sie zu ignorieren ist aber mindestens so fein, fühlt sich das doch immer noch so wunderbar rebellisch an. Ich fasse deshalb selber sehr gerne irgendwelche Vorsätze, um mir damit die Gelegenheit zu geben, sie in einem Akt bravourösen Widerstands sofort wieder zu brechen. Ich Revoluzzer, ich.

Mein aktueller Vorsatz von gestern war ja, ausführlich von den Erlebnissen auf der Baumesse in Rheda zu berichten, aber nach dem ich jetzt mal so fünf Minuten in mich reingehorcht habe, stelle ich fest, dass ich da heute gar keine Lust mehr zu habe, weil, es war ganz nett und ich habe all das gekauft, was ich mir vorgenommen hatte zu kaufen (nämlich genau die Dinge, die ich mir letztes Jahr aus Sparsamkeitsgründen verkniffen habe). Nach einem Jahr Dauermantra "ich bin jetzt reich, ich bin jetzt reich, ich bin jetzt reich" habe ich mir dieses Jahr also den handgeschmiedeten Fackelhalter mit Leuchtturmmotiv zum Abbrennen von in Frittieraltöl getränkten Klopapierrollen von Aldi geleistet, hier die Bedienungsanleitung:

Am meisten fasziniert mich hier die Möglichkeit, Frittieraltöl praktisch loszuwerden und eventuell wird in einem Borkumer Haushalt diesen Sommer die Fritteuse öfter mal zum Einsatz kommen, weil, wir wollen ja stimmungsvolle Fackelbeleuchtung produzieren, wenn das mal keine winwin Situation für alle (inklusive Hüftgold) ist.
Die Fackel hat 40 € gekostet, inklusive einer wachsgetränkten Klopapierrolle und einem langen Aufspießstab als Rasenhalter, ich finde, so einen Luxus kann man sich wirklich erst leisten, wenn man dolle reich ist.

Dann habe ich mir noch den Massagegürtel gekauft, von dem ich auch letztes Jahr schon fasziniert war, und noch mehr Bonsaischeren, weil, davon kann man nie genug haben, auch wenn man keinen Bonsai besitzt - und über den Rest möchte ich gerne den Mantel des Schweigens decken, auf alle Fälle:
Es war alles wirklich sehr nett, allerdings auch ein klein wenig anstrengend und als ich gegen 23h endlich wieder zu Hause war, bin ich nur stracks ins Bett umgefallen und hatte keine Lust mehr, irgendetwas anderes zu tun.

Heute morgen dann um 9h schon wieder Abfahrt nach Eemshaven, da wir erst um 8.35h wach wurden, gelang das nur mit Verspätung, dafür sind wir aber anschließend wunderbar durchgekommen, also kein Stress beim Fähre erreichen, alles lief glatt.

Bei Ankunft war es noch ziemlich nebelig, es klarte aber dann im Laufe des Tages auf, gegen 17h sind wir noch mal an Strand gegangen, weil das Wetter sich grade so schön anfühlte, es war fast windstill und irgendwie unglaublich friedlich.
Ich kann dann ja stundenlang direkt am Wasser stehen und dem Wasser dabei zusehen, wie es auch bei Windstille genug Wellen und Krach produziert, um das heimelige Gefühl von zuhause zu erzeugen.
K. wurde es aber irgendwann zu kalt, also gingen wir ins Haus, schmissen den Ofen an, öffneten eine Flasche Rotwein und kochten Gambas in Knoblauchsoße.



Insgesamt ein rundum angenehmer Tag.
Morgen geht es wieder zurück, wir bringen dem Vater einen Fernseher und ab Montag ja auch wieder normaler Bürokram
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Freitag, 1. Februar 2019
Winterwetterwechsel
Gestern Abend schrieb ich noch „...jetzt ist der Schnee schon wieder komplett weg.“ - um heute morgen nach dem Aufwachen in eine tiefverschneite Landschaft zu blicken. Da habe ich schon sehr gestaunt und bin etwas eiliger als geplant aufgestanden, weil ich Sorge hatte, dass auch der Weg ins Büro länger dauern könnte, dort begann nämlich heute um 9h schon die erste Sitzung.
Das klappte auch alles gut und die Fahrt ins Büro war kein Problem, so dass ich mich sogar wieder durch die Rieselfelder getraut habe, wo die Straßen ja mit Sicherheit nicht geräumt sind, dafür macht diese Strecke mehr Spaß zu fahren, eben weil ein Rest Herausforderung bleibt.

Jetzt sind wir grade wie geplant unterwegs nach Rheda, das Thermometer zeigt 7° und der Schnee ist schon wieder weg.


Weil ich nicht weiß, wie spät es heute Abend wird bis ich zurück bin, habe ich die Fahrt nach Rheda jetzt schon mal zum Bloggen genutzt, im Zweifel erzähle ich erst morgen, wie der Tag weiterging
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Donnerstag, 31. Januar 2019
Fast durch
Heute ist also schon Donnerstag und die Woche ist fast geschafft.
Morgen noch rasch eine Anlagebeiratssitzung und ein Termin mit einer Bank und dann fahren wir schon nach Rheda zur Baumesse, ich freue mich wirklich.

Vor allem freue ich mich auf den Kram, den ich dort kaufen kann, das war die letzten beiden Jahre auch schon ausgesprochen witzig.
Ich habe dort bisher einen Wischmop, einen Fensterwischer, ein Bügeleisen, LED Taschenlampen, eine Borhmaschine und eine Bonsaischere gekauft. Alles ganz prächtige Teile, die ich zwar alle nicht brauchte, aber da kommt es ja auch nicht drauf an.
Ich habe sonst keinen Kontakt zu solchen Veranstaltungen, was rein finanziell wohl ein echtes Glück ist, denn ich bin für so einen Messeverkaufswoodoo ausgesprochen empfänglich, ich möchte hier aber betonen, dass ich immerhin noch keine Rheumadecke erworben habe. Obwohl ich mit so einem Schultermassiergürtel durchaus geliebäugelt habe.

Vorsichtshalber habe ich schon mal eine größere Summe Bargeld eingesteckt. (Klassischer Fall von Selbstbetrug, wenn es nicht vom Konto abgebucht wird, dann kann es ja auch nicht teuer gewesen sein und dann ist der Gesamtpreis viel schneller vergessen.)
Ich bin also umfassend präpariert.

Von dem Schnee, der gestern gefallen ist, ist jetzt schon nichts mehr übrig, und obwohl es heute tagsüber noch mal viele dicke Flocken gab, ist inzwischen alles wieder weggetaut. Zum Glück, denn ein wirklicher Freund von Schnee bin ich ganz sicher nicht, obwohl es gestern abend schon schön war, durch so eine verwunschene Winterlandschaft zu fahren.
Der Riesenparkplatz von K&K war fast komplett autofrei, dafür gab es dort eine dicke, unberührte Schneedecke, da musste ich dann dringend eine Runde sliden, ich gebe zu, dass das dann doch auch viel Spaß macht.
Heute morgen musste ich dann unfreiwillig noch mehr sliden - ich kam nämlich nicht aus der Tiefgarage. Aber im zweiten Anlauf, mit viel Schwung und noch mehr Mut im dritten Gang hat es dann doch geklappt, immer wieder aufregend, solche Aktionen. (Ks Auto hat Allradantrieb, der ist eh raus aus der Challenge.)
Die Rieselfelder waren heute morgen noch weiß überzuckert, sehr faszinierend fand ich allerdings den Nebel, der dick und fett auf den Wiesen stand.

Aber wie gesagt, Stand aktuell: alles weg
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Mittwoch, 30. Januar 2019
Festgefahren
Weil ich gestern so ewig lange an den Bilanzen gebastelt habe, hatte ich gar keine Zeit, die Geschichte zu erzählen, wie ich mal in einem Erdhaufen versank.
Das ist mir nämlich gestern passiert und war der Grund, weshalb ich noch später als sonst schon nach Hause gekommen bin, und dann wollte halt K mal eben schnell die Bilanz, aber das habe ich ja schon gesagt, jetzt wollte ich die Geschichte mit dem Erdhaufen nachholen.
Also, das war so: bei uns auf dem Firmengelände wird hinten in einer Ecke ein großes Zentral-Magazin als Lagerstätte für allerlei Museumskram gebaut. Davon habe ich schon mal erzählt .
Und weil dieses Zentral-Magazin so weit hinten im Gelände liegt, hat man eine Extra Einfahrt gebaut, die auch für mich privat eine echte Abkürzung bedeutet, denn ich spare mir einen großen Schlenker auf den offiziellen Straßen, wenn ich einfach quer übers Firmengelände fahren und die Anlage über diese Spezialeinfahrt verlasse. (Oder reinfahre, logisch).
Damit das nicht jeder macht, wird dort ein Tor installiert, dass nur Befugte öffnen können, aber wozu gehöre ich zur Geschäftsleitung, Beziehungen schaden nur dem, der keine hat..
Im Moment ist das dort alles noch Baustelle und das Tor noch gar nicht eingebaut, aber gestern Abend kam ich auf die Idee, dass ich doch schon mal gucken könnte, wie weit die Straße inzwischen fertig ist und bin auf dem Nachhauseweg neugierig mit dem Auto dort vorbei gefahren.
Es war dann gestern Abend schon sehr dunkel und beleuchtet ist dort auch noch nichts, weil ja noch nicht in Betrieb, und so kam es, dass ich an der Stelle, an der man auf diese extra Ein-/Ausfahrt abbiegen muss, vorbeigefahren bin und als ich es merkte, wollte ich umdrehen.
Tja, und da ich dachte, das wäre ein großer, befestigter Platz, dort vor dem Gebäude, wäre ja Wenden gar kein Problem gewesen. Dumm nur, dass es kein großer befestigter Platz war, sondern nur eine schmale gepflasterte Fahrbahn und daneben wunderbar glatt geharkte weiche Erde, auf der dann im Frühjahr die Blumenrabatten wachsen sollen.

Und so passierte, was passieren musste, ich fuhr mit Schwung eine Kurve und saß fest.
So fest, dass meine Vorderräder nur noch durchdrehten, aber nicht genug Halt bekamen, um mich dort wieder raus zu ziehen. Weil ich das zunächst nicht glauben konnte und mehrfach hin und her lenkte und mit Vorwärts und Rückwärtsgang versuchte, dort wieder raus zu kommen, grub ich mich auch noch immer tiefer in die Erde, bis der Wagen nur noch knapp mit den Scheinwerfern rausguckte.


Irgendwann musste ich dann erkennen, dass ich dort ohne fremde Hilfe nicht mehr rauskommen würde und habe dann zähneknirschend den Hausmeister angerufen. Der wohnt auf dem Gelände und war auch bereit, mich dort wieder rauszuziehen, peinlich war es aber schon ein wenig, ich habe sonst einfach eine zu große Klappe.

Ja, so war das gestern und der Dreck klebte zu allem Überfluss auch noch so fest an den Reifen, dass der Wagen gar nicht mehr vernünftig fuhr, ich habe ihm heute Morgen erst mal eine gründliche Ganzkörperwäsche spendiert und ihn anschließend in der Werkstatt vorgeführt, zum Glück ist aber nichts weiter kaputt gegangen, als nur sehr viel Dreck überall
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Tja, glatt verarbeitet
Eben fiel mir auf, dass wir schon morgen haben, ich habe den Beitrag für gestern nicht verpennt, sondern verarbeitet, weil ich seit 22h hier vor meinem Rechner sitze und statt einen entspannten Blogeintrag zu verfassen (was ich eigentlich vor hatte, als ich um 22h meinen Rechner noch mal angeschmiss), sagte K:"Kannste mal eben hier gucken? Die Bank will für diese Firma morgen die Bilanz für 2018 haben."
Und weil K ja grundsätzlich sehr problemfrei ist, was ich grad neulich noch lobte, ergänzte er die Bitte mit seinem Standardsatz: "Ist ja auch ganz einfach. Sind ja auch nur fünf Buchungen in 2018."
Nun, das war vor fünf Minuten, da war es noch 22h - blöderweise ist es jetzt doch etwas später und eben auch schon morgen und fertig ist die Bilanz immer noch nicht, liegt aber nur daran, dass ich leider nicht so problemfrei bin, und, wenn ich solche Sachen mache, dann wenn schon denn schon, dann doch gerne ordentlich gemacht haben möchte.
Mit so einem Anspruch können auch fünf Buchungen schon mal länger dauern.

Naja, aber jetzt bin ich fast fertig, und immerhin gibt es dann eine solide Grundlage für die Folgejahre, von da an geht es dann tatsächlich deutlich schneller, man muss sich halt nur einmal die Mühe machen, das Grundkonstrukt sorgfältig einzurichten
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Montag, 28. Januar 2019
Montag, und die Woche ist noch lang
Klassischer Montag, ich könnte jetzt also ausführlich jammern.
Oder den Eintrag kurz halten und bekanntgeben, dass ich anderen Montagsjammerposts nichts hinzuzufügen habe, Montage sind halt nicht schön.

Ich schaue dann lieber Richtung Wochenende, am Freitag muss ich erst ins Büro, weil Termin mit Bank (also nix homeoffice), dafür wollen wir aber am Nachmittag nach Rheda auf die Baumesse fahren.
Da waren wir letztes Jahr auch und weil ich mitbekommen habe, dass es jede Menge Menschen gab, die Gratiseintrittskarten besaßen, habe ich mich bei der Baumesse beworben und auch um Gratiseintrittskarten für dieses Jahr gebeten - und es hat funktioniert.
Wir haben also zwei Gratiseintrittskarten und ich beabsichtige, größere Mengen an Unsinn zu erwerben und viel Spaß dabei zu haben.

Das ist jetzt meine anchor-preview (habe ich grade selber erfunden das Wort, aber ich könnte coach werden, mit solchen Wortschöpfungen, oder? Hört sich doch gewaltig professionell an), also, auf alle Fälle halte ich mich den Rest der Woche jetzt an der Aussicht fest, dass für Freitagnachmittag eine tolle Unternehmung im Kalender steht und das rettet mir nicht nur den Montag, sondern eigentlich schon fast den Rest der Woche.

Auf alle Fälle rettet es mir aber den heutigen Blogeintrag, denn ohne irgendetwas Vernünftiges zu erzählen, habe ich jetzt schon eine Menge Text produziert, ich finde, das gildet
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Sonntag, 27. Januar 2019
Wie die Liebe gelingt
Von Siria hatte ich den Link zu einer Sendung bekommen, die heute morgen im ZDF lief (und jetzt auch noch in der Mediathek verfügbar ist) und in der es um die Frage ging, wie Liebe gelingt.

Ich finde einerseits das Thema ausgesprochen spannend, weil es so viele verschiedene Ansätze gibt, da etwas zu erklären, letztlich aber jeder für sich selber sein eigenes Geheimrezept finden muss, wie es für ihn grade richtig und stimmig funktioniert und weil ich gleichzeitig über eine sehr ähnliche Fragestellung häufig nachdenke, nämlich "weshalb fühlt sich meine Beziehung zu meinem Westfalenmann so richtig und so endgültig an?".

Bei der Beantwortung meiner eigenen Frage hat mich der Beitrag heute morgen einen großen Schritt weiter gebracht, es war Sirias Mann, der sagte, die Beziehung hätte vor allem deshalb alle Krisen überdauert, weil sie alternativlos war.

Ich weiß nicht, wie er es gemeint hat, aber ich hatte plötzlich für mich das Gefühl, dass es genau dieses Wort ist, was meine eigene Beziehung ganz wunderbar beschreibt.
Ich denke, mein Westfalenmann ist für mich auch alternativlos - was ich aber vor allem deshalb weiß, weil ich verschiedene Alternativen vorher schon durchprobiert habe und bei dieser Beziehung jetzt ziemlich sicher bin: es gibt keinen anderen Menschen, der so viele Bedürfnisse in meinem Leben so gut abdeckt, wie das bei meinem Westfalenmann gelingt.

Klar hat er Macken und natürlich ärgere ich mich ab und zu oder auch regelmäßig über dieses oder jenes und manchmal ärgere ich mich auch gewaltig, aber um fair zu sein, sollte ich daneben auch vergleichen, was ich als Ausgleich für den Ärger bekomme. Und das ist eine ganze Menge.
Das wichtigste, was ich wohl gar nicht hoch genug bewerten kann, ist die Tatsache, dass er mich mag, und zwar ziemlich vorbehaltlos. Und weil er mich mag, erträgt er umgekehrt auch alle meine Macken (und so schwer es mir fällt, es zuzugeben, aber weniger als er habe ich sicher nicht zu bieten, so mackenmäßig, ziemlich sicher eher im Gegenteil).

Außerdem profitiere ich ungemein von seiner Ausgeglichenheit. Ich nenne es Westfale, aber tatsächlich ist seine schon fast stoische Ausgeglichenheit und Ruhe eine echte Besonderheit und macht ihn damit zu einem ganz besonderen Menschen. Als Gegenpart zu meiner eher flippigen Spleenigkeit, die durchaus auch schon mal in hysterischen Anstellereien gipfeln kann, ist seine Ruhe einfach Gold wert.
Fasziniert bin ich von seinem fast unverrückbaren Selbstvertrauen, dass sich in Sätzen äußert wie: "Ach, das ist doch einfach." - egal wie komplex das Problem ist und von seiner Ruhe, wenn es hektisch wird. "Da wollen wir mal sehen, ist doch bestimmt ganz einfach." Ich drehe grade 17fach am Rad und er macht einfach.
Dabei setzt er seine Methoden oder Lösungen nicht mit aller Macht durch, sondern bietet sie nur an, und das immer wieder, geduldig, ausdauernd und ohne schlechte Laune. Wenn ich eine eigene Lösung gefunden habe, akzeptiert er die gleichzeitig ohne Probleme, meinen Standardspruch: "Ich kann das alles alleine." lässt er meist unkommentiert im Raum stehen und wartet geduldig ab, wie alleine ich es wirklich schaffe.
Diese Offenheit, meine Lösungen dabei komplett auf Augenhöhe zu akzeptieren, ja sogar regelmäßig nachzufragen, ob mir noch etwas einfällt, was besser funktioniert, macht ihn damit zu einem Traumpartner für eine Frau, die sich ungern etwas sagen lässt und empfindlich auf Bevormundung reagiert.

Kurz: er ist alternativlos. Und zwar deshalb, weil er das perfekte Gegenstück zu mir und meinen Macken ist.
Ich glaube nicht an Kompromisse, schon gar nicht in einer Beziehung. Vielleicht bin auch nur ich kein Typ für Kompromisse, das weiß ich nicht, aber aus meiner Sicht ist ein Kompromiss immer ein Verlust für beide Seiten - und viele kleine Kompromisse in einer Beziehung addieren sich eben irgendwann auch zu einem großen Verlust auf.
Ich lehne Kompromisse deshalb ab - entweder es geht, oder es geht nicht, wie so Legoklötze: Sie passen, oder sie passen nicht. Mit einem Seil zusammenbinden, weil das ein Kompromiss ist, wenn die Klötzchen nicht von alleine einklinken - ne, müssen wir gar nicht erst drüber reden.
Mit meinem Westfalenmann muss ich keine Kompromisse machen, kein anderer Mann, kein anderes Bierkeine andere Lösung. Alternativlos eben.

Dazu kommen natürlich noch seine weiteren positiven Eigenschaften, die dazu führen, dass es keinen Menschen auf der Welt gibt, mit dem ich lieber zusammen bin, weil ich mit ihm all die Dinge tun kann, die mir besonders viel Spaß machen.
Er ist für jeden Blödsinn offen, er macht wirklich jede noch so verrückte Idee mit und findet es auch noch lustig.
Er ist aber auch für jedes Thema offen, über das ich gerne reden möchte und findet es interessant, wenn ich Themen anschneide, über die er noch nie nachgedacht hat, statt sich entnervt in eine ruhige Ecke zu flüchten.
Er ist überhaupt für alle neuen Dinge offen, er probiert einfach alles aus und findet das meiste gut, was ich vorschlage.
Wir haben einen sehr ähnlichen Humor, ich glaube, ich habe noch mit keinem Menschen schon so viel gekichert wie mit ihm.
Wir haben in wichtigen Dingen dieselben Werte - er mag auch keinen Sport, interessiert sich nicht für Religion und seine Musik hört er klaglos mit Kopfhörer.
Er macht mein Pendelleben mit und behauptet, es gefällt ihm genau so.
Er unterstützt alle Menschen, um die ich mich kümmere, als wären es seine eigenen Menschen.
Er mag fast alles, was ich koche und gibt sich viel Mühe, aktiv im Haushalt mitanzupacken. (Das mag sich jetzt selbstverständlich anhören - aber man muss bedenken: Ich kann immer alles alleine und es handelt sich schließlich an beiden Orten rein formal um meine Haushalte.)
Ich kann mich absolut blind und bedingungslos auf ihn verlassen.

All diese zusätzlichen Eigenschaften machen ihn natürlich zusätzlich zu genau dem Menschen, mit dem ich bis ans Ende meiner Tage zusammen sein möchte und auch deswegen ist alternativlos für mich genau das richtige Wort: Ich halte es für völlig ausgeschlossen, dass es jemanden geben könnte, mit dem ich auf Dauer zufriedener und glücklicher leben könnte als mit genau diesem Westfalenmann, mit dem ich inzwischen seit so vielen Jahren mein Leben teile und von dieser Zeit nicht eine einzige Minute bereue oder auch nur einen einzigen Wimpernschlag anders machen würde.
Ich würde alles wieder exakt genau so machen.
Yes, I did it again.

Wir hatten aber auch Glück, denn es haben sich ein paar Dinge nur durch Zufall so ergeben und wenn das Leben da anders verlaufen wäre, dann wäre unser gemeinsames Leben heute ein komplett anderes, oder anders ausgedrückt: ich glaube nicht, dass wir noch ein gemeinsames Leben hätten.
Denn wir haben uns die ersten zwanzig Jahre gemeinsam erspart.
Wir haben uns erst kennengelernt, als wir beide schon reichlich Federn gelassen hatten in der komplizierten Lebenszeit zwischen 25-45.
Wir mussten uns deshalb nie wegen der Kinder arrangieren, wir mussten keine gemeinsame Organisation aufbauen und vor allem mussten wir uns nie gegenseitig böse sein, weil das Leben so viel Einsatz von einem verlangte, dass man es kaum schaffte, selber klarzukommen und deshalb keine Kapazitäten mehr hatte, den anderen auch noch zu unterstützen - in meinen Augen der Klassiker, der viele Beziehungen zermürbt.

Als wir uns kennenlernten, waren wir von all diesen Lebensproblemen schon längst geerdet worden, unsere Erwartungen an den anderen waren quasi nicht vorhanden (außer: gemeinsam Spaß haben, das ist prima), die Verantwortungsbereiche waren klar abgegrenzt und alles, was man für den anderen tat, tat man freiwillig und als "add on".
Es ist halt etwas anderes, wenn sich der neue Partner um die Kinder kümmert als wenn der Kindsvater das tut. Das Ergebnis mag das gleich sein - aber das Selbstverständlichkeitsgefühl ist ein anderes. Und so geht es mit vielen Dingen, die man "für den anderen" macht, sie werden einfach bewusster wahrgenommen.

In dem Film heute morgen ging es um die Frage, wie die Liebe auf Dauer gelingt und ich habe mir dieses eine Wort rausgepickt: "Alternativlos".
Ich finde es eine gute Beschreibung, denn alternativlos meint ja auch, dass man sich gar nicht erst um Alternativen bemüht, weil man innen drin ganz sicher weiß, dass es keine gibt. Nicht auf Dauer.
Eine Affäre mag für den einen eine Abwechslung sein, für den anderen ein Affront, aber in den seltensten Fällen ist sie eine Alternative.
Eine Affäre kann eine Beziehung zerstören, aber dann gab es auch eine Alternative, nämlich das gegenseitige Singleleben.

In meinem früheren Leben habe ich gewissermaßen immer auf dem Sprung gelebt, ich wusste, dass es noch eine bessere Alternative geben muss und habe nur geduldig gewartet, bis die Zeit reif war. Ich musste ja auch erst die Grundlagen vorbereiten. Und damit war ich erst mit Mitte vierzig fertig. Deshalb kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich eine zufriedene Beziehung über jeden Abschnitt meines Lebens hätte durchhalten können, zu sehr war ich auch zwischendurch mit mir selbst nicht einverstanden.

Aber wenn dann einmal alles bereitet ist und dann kommt er, der Richtige, dann ist er auch alternativlos.
Der oder keiner
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