anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 3. Mai 2017
Nutzlos
Bin erst vor zwei Minuten nach Hause gekommen von einem der sinnlosesten Ausflüge ever: Für eine Gesellschafterversammlung sind wir extra nach MG gefahren, nur um vor Ort festzustellen, dass wir a) nicht beschlussfähig sind (das hatten wir erwartet), dass aber b) für die vorsorglich im Anschluss stattfindende Folgeveranstaltung, für die schon eingeladen war und für die die Beschlussfähigkeit dann gereicht hätte, ein entscheidender Tagesordnungspunkt nicht genannt war, so dass sie ersatzlos ausfiel, damit hatten wir nicht gerechnet. Zu verantworten hatte das unser ungebildeter Anwalt, den ich am Donnerstag schon auf den fehlenden Tagesordnungspunkt hingewiesen hatte, der aber erst heute Nachmittag dazu kam, das zu prüfen und mir recht zu geben. Der hatte aber auch keine 200km Anreise.
Wir haben damit insgesamt viereinhalb Stunden Fahrt durch Staus und Scheisswetter abgesessen, nur für eine halbe Stunde Warten vor einer verschlossenen Haustür, wirklich effizient der Ausflug.

Auf dem Rückweg sind wir dann zwar noch bei unserem Lieblingsjapaner in Essen gewesen, bei dessen "allyoucaneat" Angebot ich aber aus reiner Verfressenheit immer so viel essen muss, dass ich anschließend nur noch rollen kann.
Und wenn man dann noch schlechte Laune hat, isst man noch mehr, ich zumindest.

Jetzt habe ich schlechte Laune und einen dicken Bauch, der ungemütlich voll ist, der einzige Lichtblick des Tages war das Pärchen am Nebentisch, die ein so schubladenmäßig korrektes Rollenspiel abgeliefert haben, dass wir beide während des Essens sehr gut unterhalten wurden. Das war wirklich schön
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Dienstag, 2. Mai 2017
immer noch die gleichen Bücher
Das verlängerte Wochenende ist vorbei, auf der Rückreise lief das Untergaltungsprogramm entsprechend rückwärts, erst das Papierbuch "Da geht noch was" von Christine Westermann, dann das Hörbuch "Panikherz" von Benjamin von Stuckrad-Barre und immer noch gefallen mir alle beide. Das Hörbuch hat 217 Kapitel, mit im Durchschnitt 5 Minuten Lesezeit pro Kapitel, braucht es also rund 18 Stunden, bis man es komplett gehört hat, ich bin inzwischen bei Kapitel 95, da geht also noch was :-).

In dem Papierbuch macht sich Frau Westermann grade Gedanken, in welcher Wichtigkeitsreihenfolge sie Begriffe wie Wertschätzung, Service, Geschenke, Berührung und Zeit sortiert für ihre Beziehung und es ist sehr interessant, wie unterschiedlich das jeder Mensch für sich definiert.
Unter Wertschätzung versteht sie dabei die Frage, wie sehr sie von dem anderen geschätzt wird, d.h. wie sehr und wie nachdrücklich ihr der andere zeigt und versichert, dass sie etwas ganz besonderes ist.
"Service" steht für kleine Gefälligkeiten, Überraschungen, Nettigkeiten, Geschenke reichen vom Blumenstrauß bis zum Diamantring, zu Berührungen gehört nicht nur Sex, sondern auch kleine Zärtlichkeiten und Massagen und Zeit ist natürlich Zeit, die sich der andere für einen und für Gemeinsamkeiten nimmt.
Es möge jeder mal für sich selber eine Rangfolge aufstellen und dann den Partner fragen.
Ich drück die Daumen...
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Montag, 1. Mai 2017
Glück
Im Moment lese ich grade das Buch "Da geht noch was" von Christine Westermann. Da ich erst auf Seite 55 bin, kann ich noch nicht viel dazu sagen, außer, dass es mir bisher sehr gut gefällt. Es sind viele kleine einzelne Begebenheiten und Gedanken, die sich wie Blogeinträge lesen, in diesem Fall aber auf Papier, was für Fährfahrten ohne Internetverbindung einfach praktischer ist....

Aufgefallen ist mir eine erstaunliche Stilähnlichkeit in der Art zu schreiben zu Benjamin von Stuckrad-Barre, dessen Buch "Panikherz" ich grade mit großer Begeisterung als Hörbuch bei Spotify entdeckt habe und gestern während der Autofahrt bis zur Fähre hörte.

Da ich genau diesen Stil aber mag, gefallen mir natürlich auch beide Bücher.

Christine Westermann macht sich gleich zu Beginn ihres Buches Gedanken über den Begriff "Glück".
Sie versucht zu formulieren, was Glück ist und stellt fest, dass man dem Glück nicht nachstellen kann, schon gar nicht mit Worten, denn das mag es nicht.

Ein anderer Autor bietet ihr die Definition an: "Glück ist die Summe aller Augenblicke, die man im Leben genossen hat."
Und ergänzt, dass er auch für Liebe so eine Kurzdefinition hat. Für ihn ist Liebe die Summe aller Beteiligungen am Glück eines anderen.
Frau Westermann hadert mit diesen spröden Wortungetümen und versucht eine eigene Antwort zu finden, in dem sie die Frage andersherum stellt. "Was fehlt Ihnen noch zu Ihrem Glück?"
Sie meint, wenn es ihr gelingt, darauf nicht mit "Geld, Haus am Meer, Cabrio und Lottogewinn" zu antworten, könnte es vielleicht sein, dass sie die Sache mit dem Glück verstanden hat, schließt diese Überlegung aber auch mit einem Fragezeichen.

Ich habe auch noch keine abschließende, griffige Beschreibung für "Glück" gefunden, auf der materiellen Seite bin ich dafür aber schon ziemlich weit, denn "Geld, Haus am Meer und Cabrio" habe ich schon seit vielen Jahren und am Lottogewinn arbeite ich grade.
Ich kann allerdings glaubhaft versichern, dass die materiellen Dinge sicherlich sehr schön sind und auch nicht unglücklich machen - es muss aber noch mehr als alles geben.
Denn ich hatte auch Zeiten, wo ich trotz "Geld, Haus am Meer und Cabrio" überwiegend unglücklich war und erst als ich mich auf den Weg machte und bereit war, alle materiellen Werte einfach aufzugeben, oder zumindest das Risiko zu tragen, dass ich alles aufgeben müsste, ging es wieder aufwärts.

In dem Versuch, es ansatzweise zu beschreiben, würde ich heute sagen: "Glück ist, wenn alle zufrieden sind und keiner an mir zieht. Dann erst habe ich die Muße und die Möglichkeit, die materiellen Werte wie Geld, Haus am Meer und Cabrio aktiv zu genießen."
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Samstag, 29. April 2017
Zwiebelsuppe
Mit dem Auto nach Eemshaven, mit der Fähre nach Borkum, endlich wieder Borkum. War ja schon wieder fast eine Woche her, das erträgt man ja nicht leicht.

Auf Borkum wurde dann zuerst eingekauft. Dann wurde gekocht geredet und nochmal eingekauft, die Zwiebeln waren nämlich schlecht geworden. Und ohne Zwiebeln kann man nun mal schlecht Zwiebelsuppe machen.

Zu jener Zwiebelsuppe gab es auch noch Lachs-Koriander-Avocado-Dip mit Roter Beete. Die hat sehr gut und glücklicherweise nicht muffig geschmeckt - die Zwiebelsuppe hat dann noch den kulinarischen Gipfel bestiegen. Zwiebelsuppe ist so ein Essen, da ist es erfahrungsgemäß aussichtslos das im Restaurant zu bestellen, die muss man schon selber machen. Das ist es aber auf jeden Fall wert.

Nach der Zwiebelsuppe bin ich einfach tot ins Bett gefallen. Nichtmal zum Blogschreiben bin ich mehr gekommen.

Was ich heute auch gemacht habe war der Wahl-o-mat für die NRW-Wahl. Als selbsternannter Politikignorant habe ich mich dafür natürlich interessiert und so wurde über all die Fragen so lange und so ausführlich diskutiert, dass selbst der Wahl-o-mat zwischendurch einfach eingeschlafen ist. Was einem dabei auffällt ist, dass es irgendwie nicht so leicht ist das ganze. Es gibt entsetzlich viele Dinge die man beachten muss, entsetzliche viele Dinge die man abwägen muss, entsetzlich viele Dinge die man bewerten muss. Keine Antwort ist je richtig, denn irgendwas ist immer falsch. Da kann man sich nur freuen, nicht auch noch Politiker sein zu müssen: Die müssen sich ja zu allem Überdruss noch mit dem Volk auseinandersetzen und das macht es einem ja nicht wirklich leicht.

Ich wähl einfach die PARTEI
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Samstag, 29. April 2017
Freier Nachmittag
Den Stress, heute noch die letzte Fähre um 16.45h zu kriegen, haben wir uns nicht angetan, wir fahren morgen um 9.15h rüber, da müssen wir nur etwas früher aufstehen.
Dafür hatten wir heute einen freien Nachmittag, wir waren beide schon gegen 16.30h zu Hause und sind dann noch mal losgezogen zum Optiker, weil ich eine Brillenversicherung gekündigt habe, die aber erst im Mai beendet ist und bis dahin habe ich noch Anspruch auf eine kostenlose, neue Brille.
Die habe ich mir heute Nachmittag also ausgesucht und bin schließlich bei einem runden Gestell mit Goldrand hängengeblieben. Das sieht so sehr retro aus, dass ich mich spontan verliebt habe.
Dann waren wir noch im U-Bahn-Sandwichladen, weil ich von dieser Kette eine App auf dem Handy habe, die mich alarmiert hat, dass alle meine Punbkte verfallen, wenn ich nicht mindestens einmal jährlich bei dieser Kette etwas verzehre und dieser Verfall steht kurz bevor. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt. Jetzt sind meine Punkte gerettet (nicht, dass ich wüsste, wofür ich die überhaupt brauche, aber natürlich kann man so etwas nicht verfallen lassen) und satt bin ich auch. Im Grunde also alles gut.

Leider bin ich nicht nur satt, sondern auch gründlich müde, was blöd ist, weil ich eigentlich noch einen Stapel Kram hier auf dem Schreibtisch liegen habe. Aber hilft wohl nichts, ich schlafe gleich im Sitzen ein, deshalb bleibt der Kram da eben noch weiter auf dem Schreibtisch liegen
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Freitag, 28. April 2017
Sonderlinge
Und noch ein Tag, der überwiegend auf einer Hauptversammlung verbracht wurde.
Lustig war ein Versprecher in der Rede des Vorstands, der statt "wir liefern zuverlässig" aus Versehen "wir liefern zufällig" gesagt hat und sich anschließend noch mehrfach mit dem Themenfeld "power to gas" beschäftigte, was ich in meiner Vorstellung dann sofort mit "power to guess" buchstabierte und damit für noch mehr Heiterkeit bei den umstehenden Personen sorgte.

Die anschließenden Wortbeiträge der Aktionäre waren überwiegend langweilig, einige allerdings auch reichlich skurril bis hin zu völlig abstrus. Ich frage mich, was die Menschen treibt, sich auf solchen Veranstaltungen so zwanghaft ans Rednerpult stellen zu wollen, um sich dort in aller Öffentlichkeit lächerlich zu machen. Eine Dame war dabei, die eine feurige Rede gegen die zu geringe Frauenquote in diesem Unternehmen hielt und sich maßlos darüber echauffierte, dass von zehn Aufsichtsratsmitgliedern nur drei weiblich sind, dass aber ausgerechnet diese drei Frauen völlig ungeeignet für den Job wären, weil sie doch tatsächlich noch woanders auch einen Job hätten, eine sogar in Österreich und warum sie denn nicht dann bitte auch in Österreich bliebe und sich dort um ihren eigenen Kram kümmerte, denn sie persönlich wäre wesentlich besser geeignet, immerhin hätte sie in Wirtschaftswissenschaften promoviert und derzeit reichlich Zeit, sich ausschließlich um nur diese Aufgabe zu kümmern.
Es war ein beeindruckender Auftritt und sie erinnerte mich schwer an einen Bewerber, den wir neulich in einem Bewerbungsgespäch bei uns hatten, der uns ausführlich erzählte, wie schlecht er von den diversesten Chefs in Vorgängerjobs behandelt worden sei, denen er dann aber jeweils gerichtlich mal gründlich gezeigt hätte, was eine Harke ist.
Jawoll, so jemanden möchte man doch ganz unbedingt gleich als erstes in seinem Team haben....

Sie war übrigens nicht der einzige promovierte Sonderling, es gab noch einen Hochschulprofessor, der so viel Müll verzapfte, dass man sich fragte, ob er eine Bruderschaftswette verloren hatte und jetzt gezwungen war, sich öffentlich zu demütigen.
Bei solchen Veranstaltungen nehme ich mir jedesmal vor, noch unbedingt Psychologie zu studieren, wenn ich mal nicht mehr jeden Tag arbeiten muss, weil ich so viele Fragen zu dem seltsamen Verhalten von Menschen habe, dass es dazu wohl ein ganzes Studium braucht, um die alle zu beantworten
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Donnerstag, 27. April 2017
Schwamm drüber
Der Tag begann heute mit einer ganzen Kette von Versäumnissen und Missverständnissen, wurde dann etwas besser ( zwei sehr gute Telefonate erweckten in mir sogar kurzfristig das Gefühl, es wäre eigentlich ein Supertag), fiel aber am Nachmittag wieder deutlich ab und endete so wirr wie er begonnen hatte.
Da hilft jetzt nur noch: Schwamm drüber und Neustart morgen früh
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