anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 9. November 2016
Tja
Das hat dann nicht so geklappt, wie ich das gedacht habe. Obwohl ich mir heute morgen während der Fahrt ins Büro schon vorgenommen habe, den Beitrag für heute offiziell vorzubereiten, ist nix fertig und ich muss mal wieder stand by improvisieren.
Diese spontane Improvisationskunst wird allerdings grade behindert durch zwei Bier, zwei Ouzo und einen vollgefressenen Bauch beim Griechen.
Deshalb vertage ich vorsichtshalber alles auf morgen, besser ist das, fürchte ich
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Montag, 7. November 2016
Durcheinander
Mir ist der Tag etwas durcheinander geraten. Ich bin heute nämlich schon mal ins Bett gegangen, heute morgen, um 2h. Das war 10 Stunden nachdem ich aufgestanden war, was wiederum heißt, ich bin im Grunde sehr früh ins Bett gegangen. Und das ist sogar im doppelten Wortsinn korrekt, denn 2h morgens ist unstreitig früh.
Leider ließ es sich aber auch nicht vermeiden, dass ich anschließend auch wieder früh aufstehen musste, also um 7.30h, was für mich, egal wann ich vorher ins Bett gegangen bin, immer früh ist, eigentlich auch immer zu früh, im Winter allemal, da ist es ja sogar noch dunkel, um so frühe, unrechtschaffende Zeit.
Im Ergebnis bedeutet das vor allem, dass ich jetzt grade grässlich müde bin. So sehr unsäglich müde, dass ich auch nur noch Nonsense schreiben kann, wie man unschwer bemerkt haben wird.
Darum mache ich für heute und hier und überhaupt jetzt einfach nur noch einen Punkt
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Sonntag, 6. November 2016
Reifenwechsel
Dieses Wochenende war Termin zum Räderwechsel vereinbart.
Winterreifenwechsel gehört zu den Dienstleistungen, die ich mir (inzwischen) leiste, obwohl ich es natürlich auch selber könnte, aber dies ist ein typisches Beispiel, wo die aktiv eingeschaltete Vernunft über den eingebauten Sparsamkeitstrieb gesiegt hat.
Denn den Räderwechsel selber zu erledigen ist nicht sparsam, sondern geizig, zumindest für mich in meiner mittlerweile doch recht komfortabel etablierten Finanzsituation. Und Geiz ist etwas, das ich wirklich ganz übel finde.
Geiz tarnt sich sehr oft als Sparsamkeit und da muss man genau aufpassen, was der wahre Grund dafür ist, dass man grade so eine "Geldausgebenaversion" hat.
Wann vernünftige Sparsamkeit in blöden Geiz umschlägt, hängt immer von der individuellen Finanzsituation ab.
Wenn man mit einem sehr überschaubaren Monatsbudget ohne Finanzpolster im Hintergrund leben muss, ist es sicherlich sehr vernünftig, sich bei allfälligen "make or buy" Situationen eher für make als für buy zu entscheiden.
Ich habe aber nicht nur die knappen Studentenzeiten hinter mir, sondern inzwischen auch die Zukunft schon einigermaßen abgesichert, ich kann also Teile meines mittlerweile einigermaßen akzeptablen Monatseinkommen tatsächlich für "Bequemlichkeit und Extras" ausgeben, ohne mich dem Vorwurf der verschwenderischen Prasserei aussetzen zu müssen. Das muss ich mir allerdings tatsächlich regelmäßig selber aktiv klarmachen, denn die über Jahrzehnte eingeübte "Grundsatzsparsamkeit", die sicherlich jahrzehntelang auch notwendig und sinnvoll war, ist natürlich eine sehr tiefsitzende, quasi automatisch funktionierende Reaktion, die wie jede Autoimmunreaktion vom System im Grundsatz klug gedacht ist, in der Realität aber auch zu gemeinen Störungen führen kann.
Wenn also aus gesunder Sparsamkeit kranker Geiz wird, sollte man versuchen, die Situation zu behandeln.
Deshalb lasse ich nicht nur die Reifen in der Werkstatt wechseln, sondern ich lasse sie dort auch einlagern. Das Reifeneinlagern ist noch ein Extraservice on top, den ich mir erst seit kurzem leiste, aber damit habe ich nicht nur Platz im Keller geschaffen, sondern spare mir auch das mühsame und stets mit viel Dreck verbundene Ein- und Ausladen der Reifen vom Keller ins Auto und zurück.
Für mich gefühlt ist das Luxus pur, den ich aktiv genieße und der mich immerhin den Betrag von rund 60 Euro pro Jahr kostet (zweimal Räderwechsel und Einlagern), also 5 Euro pro Monat und pro Auto.
Dafür könnte man bei einem Minutenpreis von 3 Cent über zweieinhalb Stunden pro Monat mit dem Festnetz telefonieren, was bedeutet, J. würde sich so einen Luxus natürlich nie leisten.
Kann ich grundsätzlich verstehen, weshalb ich ihm diesen Luxus einfach aufzwinge,
da ich es wichtig finde, dass meine Kinder Winterreifen auf ihren Autos haben, gleichzeitig aber auch keine Lust, diesen Wechsel selber umzumontieren.
Da man für den Reifenwechsel einen Termin in der Werkstatt machen muss, der erfahrungsgemäß mit fortschreitendem Winter immer schwieriger zu bekommen ist, habe ich diesen Termin dieses Jahr rechtzeitig und früh vereinbart (an dieser Stelle klopfe ich mir selber mal grade stolz auf die Schulter) und J. samt Auto für dieses Wochenende nach Greven einbestellt.
"Reifenwechsel Samstag 9h bei Werkstatt H." hieß die Ansage und J. reiste also pünktlich schon Freitagsabends hier an.
Am Samstagmorgen um 8.25h bekomme ich eine Nachricht von J:

Ich freue mich, dass er sich selber geweckt hat und aktiv an den Termin denkt und halte Aufstehen für eine gute Idee.
Um 8.45h habe ich aber noch keine weiteren Geräusche aus der Kinderetage des Hauses vernommen, insbesondere das Bad war noch ungenutzt. Ich schicke also ein "Wie weit bist du?" in die zweite Etage, worauf sich folgender Dialog entwickelt (durchs Treppenhaus gebrüllt):
J.: "Ist das die Werkstatt hier vorne um die Ecke?"
A.: "Nein, es ist die Werkstatt H."
J.: "Ist die nicht hier vorne um die Ecke?"
A.: "Nein, das ist die Werkstatt D. Wir müssen zur Werkstatt H."
J.: " Und wo ist die?"
A.: "Bei Aldi in der Nähe."
J.: "Und wie komme ich da hin?"
A.: "Indem du mit Aufstehen anfängst?"
J.: "Okay."

Um 8.55h tönt lautes Duschgeprassel aus dem Bad.
Um 8.57h schreie ich genervt durch die verschlossene Badezimmertür:
"Ich fahre jetzt los und du kommst bitte so schnell es geht hinterher. Weißt du wo das ist?"
J. (Entspannt, aus dem verschlossenen Badezimmer): "Moment."
Um 8.58h steckt er einen frischgewaschenen und noch sehr feuchten Kopf durch die Tür und ich erkläre ihm ausführlich, wie er zur Werkstatt H. kommt.
Ich bin um 9.02h bei der Werkstatt, J. taucht 4 Minuten später auch auf und beschwert sich, dass er vor lauter Hektik jetzt die falschen Socken an hat
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Sonntag, 6. November 2016
Sparsamkeit
Sparsamkeit ist etwas Wichtiges, habe ich schon als Kind gelernt. Das Antonym, also das Böse und Vorwerfenswerte ist dementsprechend Verschwendung und das gilt es auf alle Fälle zu vermeiden, denn sonst ist man ein schlechter Mensch.

Lustig finde ich, wie sich die "Dinge", bei oder mit denen ich sparsam bin, in der Kindheit einzementiert haben und sich dann später nur mit zusammengebissenen Zähnen wieder lösen lassen, also nur, wenn ich mir in Einzelsituationen aktiv bewusst mache, wie albern das jetzt grade ist - und auch dann klappt es nicht immer. Streng nach dem Motto:
Ich spare wo ich kann, koste es, was es wolle.

Und noch lustiger finde ich es, dass es meinen Kindern genauso geht. Ich habe mir natürlich auch Mühe gegeben, sie zu sparsamen Menschen zu erziehen - obwohl, nein, das ist falsch, "sparsam" fand ich immer überflüssig, ist zu dicht dran an Geiz und das wiederum ist etwas ganz Schreckliches. Aber verschwenderisch muss man deshalb trotzdem nicht sein. Man kann eben sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen umgehen.

Jetzt hat ja jeder so seine eigenen Ticks, wo er besonders "sorgfältig" mit umgeht und was er als verschwenderischen Luxus empfindet oder als überflüssig.
Einiges, was meinen Eltern noch ganz wichtig war, habe ich gleich von Anfang an nie übernommen, weil ich es schon immer schrecklich fand. Z.B. dass man alles aufessen muss und nie etwas wegwerfen darf. Hat bei mir als Kind dazu geführt, dass ich dann gleich lieber gar nichts essen wollte, bevor ich mich zwingen ließ etwas zu essen, was ich nicht mag. Auch dass erst das alte Brot gegessen werden muss, bevor man das frische anschneidet, finde ich völlig bescheuert, denn es führt dazu, dass man eigentlich immer nur altes Brot isst, weil das frische alt geworden bist, während man mühsam das noch ältere runtergewürgt hat.

Dinge, die ich dagegen so gut wie nie fertig bringe, sind
• Pfandflaschen wegwerfen
• Vom Festnetz ein Mobiltelefon anrufen
• Im Supermarkt eine Einkaufstüte erwerben
• Neuware kaufen, wenn es das gleiche gebraucht für einen Bruchteil des Neupreises gibt und
• Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die ich genauso gut auch selber machen kann

Ich bin bekennender Schnäppchen- und Flohmarktfan und gebe durchaus eine Menge Geld aus für Dinge, nur weil sie grade günstig sind, von wirtschaftlich sinnvoll ist das oft weit entfernt, aber Schätze jagen auf dem Flohmarkt macht meist so viel Spaß, dass ich es mittlerweile als Hobby bezeichne - und dann muss es ja nicht mehr wirtschaftlich sein, sondern darf auch mal was kosten.

Dass die Kinder längst ihre eigenen, obskuren Sparsamkeitsticks entwickelt haben, finde ich schon deshalb ausgesprochen witzig, weil ich merke, wie ähnlich sie mir in diesen Dingen sind.
Telefon zB ist so ein Ding, wo ich merke, wie sehr sie meine eigenen Werte übernommen haben.
Telefonieren war früher eine ziemlich teure Angelegenheit und man musste sich gut überlegen, mit wem man wie lange und zu welcher Uhrzeit ein Ferngespräch führte. Da nahm man dann auch einige Unbequemlichkeiten in Kauf, um hier die Kosten möglichst niedrig zu halten, zB. führte man Ferngespräche erst nach 22h, denn da wurde es billiger.
Als die ersten Handys aufkamen, war das mobile Telefonieren noch viel teurer als ein Ferngespräch vom Festnetz und deshalb nur erlaubt, wenn es beruflich notwendig war. Ich hatte zwar sehr früh schon ein Handy, aber eigentlich nur, um angerufen zu werden, also um erreichbar zu sein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich trotz Handy weiter Telefonzellen benutzte - es war einfach preiswerter, wenn ich selber jemanden anrufen wollte. Dann gab es die ersten Flatratetarife, die waren aber auch sehr teuer, sowas Vornehmes brauchte ich nicht. Ich hatte einen Tarif, bei dem waren die Gespräche kostenlos, wenn sie nicht länger als 10 Sekunden dauerten. Das reichte dann, um anzurufen und zu sagen: "Ruf mich zurück."
Und so hangelte ich mich von einem Billigtarif zum nächsten, kannte alle Sondervorwahlen, um günstig ins Ausland zu telefonieren und war Experte im Telefonkosten sparen.
Heute habe ich ein Diensthandy mit einem relativ "großvolumigen" Vertrag, was dazu führt, dass ich von meinem privaten Festnetz aus niemals ein Mobiltelefon anrufen würde, denn das wäre ja wieder Verschwendung.
Die Kinder haben Prepaidtarife und finden das ausreichend, bis auf den Ältesten, der es letztes Jahr einfach satt hatte, sich ständig über Telefonkosten Gedanken zu machen und damals kurzerhand auf einen Allnetflat-Vertrag umstieg. Ob das wirtschaftlich sinnvoll war, ist schwer zu sagen, wahrscheinlich telefoniert er die Mehrkosten des Festvertrages gar nicht ab, aber die Psychologie eines Flatratevertrages ist ja auch, dass man das Gefühl hat, plötzlich ist Telefonieren umsonst.
Die beiden anderen sind noch nicht so weit und ihre Telefonsparsamkeit nimmt schon stellenweise sehr urige Blüten an. J. z.B. soll seit Wochen einen Arzttermin vereinbaren, denn ich habe ihm erklärt, das müsse er jetzt selber machen, dafür sei er jetzt alt genug. Als ich ihn gestern fragte, ob er denn jetzt endlich einen Termin gemacht hat, hat er es verneint mit der Begründung: "Der Arzt hat nur Festnetz." -
J. kann mit seinem Tarif nur Telekommobilfunk kostenfrei anrufen, Festnetz kostet 3 cent die Minute. Logisch, dass er da keinen Termin beim Arzt vereinbaren kann
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Samstag, 5. November 2016
Familie
Heute gab es Kartoffelpürre, Fisch Bordelaise, vegetarische Valess-Schnitzel und Salat.
Und ja, stimmt - zwei Kinder sind da.

Im Alltag hat sich jedes der Kinder genauso wie K. und ich längst sein individuelles, selbstständiges "Single-Leben" eingerichtet (okay, K. und ich leben ein Pärchen-Single-Leben, was aber halt deutlich eher ein Single-Leben als ein Familien-Leben ist), doch knapp treffen Eltern und Kinder in einem Haushalt aufeinander, verfällt jeder wieder in sein altes Rollenmuster. Die Kinder sind wieder Kinder und Geschwister, lümmeln, streiten und prügeln sich auf dem Sofa und warten, dass es was zu essen gibt, während ich in der Küche das (kindgerechte) Essen koche und mich seltsam verpflichtet fühle.
Gleichzeitig macht es aber auch Spaß, dieses alte Rollenschema wieder zu bedienen. Man vergisst so schnell und gewöhnt sich an neue Strukturen, wenn man dann mal alle paar Wochen wieder das alte Leben aufwachen lässt, ist es so verkehrt nicht.
So rückwärts betrachtet stelle ich fest, dass eine große Familie schon etwas Nettes ist. Auch wenn ich es oft anstrengend fand, so bin ich heute doch sehr zufrieden, dass alles gekommen ist, wie es gekommen ist. Denn eigentlich wollte ich ja nie Kinder haben, ein freies Single-Leben erschien mir immer wesentlich attraktiver - und dann wurden es gleich drei Kinder.
Und auch wenn man als Mutter noch so emanzipiert ist, weiterarbeitet und jede Menge Arbeiten an Kinderfrauen und Haushaltshilfen delegiert - ein freies Single-Leben geht deutlich anders als ein Familienleben mit Kindern.
Heute habe ich dieses freie "Erwachsenenleben" und ich genieße es sehr. Aber genauso sehr genieße ich es auch, wenn ab und zu, so alle 2-3 Wochen, für ein Wochenende die Kinder wieder im Haus sind und wir die alten Familienrituale wieder leben
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Donnerstag, 3. November 2016
Grummel
Meine heutige Laune in Keksen:



Stimmt, das ist grummelig, und das ist noch die freundliche Beschreibung.
Ich habe mich heute mal wieder über unseren Superchefassistent geärgert und geärgert ist auch hier die harmlose Beschreibung. In echt habe ich geschäumt vor Wut und zwar nicht nur über diese potenzierte Inkompetenz, sondern auch über die schamlose Chuzpe, mit der er seine Inkompetenz auch noch fröhlich als ganz selbstverständliche Hochleistung verkauft.
Wie kommt man jemandem bei, der sich stumpf weigert überhaupt wahrzunehmen, dass er in seinem Job rettungslos überfordert ist?
Aber vielleicht ist es ihm ja durchaus klar, aber er kann es nicht ändern, da es keinen Job gibt, der seiner Qualifikation entspricht und ihm das Gehalt zahlt, das er zur Zeit erhält. (Verdient ist hier eindeutig das falsche Wort). Dann haben wir ihn für immer am Hals.

Meine Laune: siehe oben
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Mittwoch, 2. November 2016
Essen
Es gibt ja Leute, für die ist "Essen" kein normaler Vorgang zur Nahrungsaufnahme, sondern dient ausschließlich dem reinen Genuß, der wiederum verehrt wird wie ein goldenes Kalb und deshalb, so wie jede Religion, strengen Vorschriften und Regeln unterworfen ist, die sich überwiegend auf die Art der Zubereitung der Speisen beziehen, es gibt aber auch noch allerlei andere Spökskes nebenher zu beachten.
Muscheln isst man nur in Monaten mit "R", Kartoffeln schneidet man nicht mit dem Messer, diese kleinen Beilagebrötchen schneidet man gleich gar nicht, sondern bricht sie mit der Hand auseinander und ein Weinglas fasst man nur unten am Stiel an und nicht mit der Hand rundrum. Wein muss außerdem natürlich genau die richtige Temperatur haben, die wiederum abhängig ist von Art, Alter, Herstellung, Farbe und Herkunft des Weines. Nix für ungebildete Menschen also, dieser wahre Genuss, und erst recht nichts für Menschen, die Dinge nicht ernst nehmen.
Daraus wird schnell klar: Genuss ist nichts für mich. Ich bin viel zu banausig, als dass ich je ein ernst zu nehmender Gourmet werden könnte.
Trotzdem esse ich gerne und bin gleichzeitig auch noch ziemlich wählerisch und mäkelig. Nur diese richtige Genussgourmet-Nummer, das ist mir entschieden too much, vor allem weil es jede Menge Zutaten gibt, die mag ich einfach pauschal nicht und da ist es mir piepegal, wie viele Sterne der begnadete Koch hat, der den Kram hergestellt hat.
Ich mag zB keinen Grünkohl. Egal wie gut oder schlecht gemacht, ich mag einfach keinen Kohlgeschmack. Ich mag auch keinen Rosenkohl, keinen Wirsing und keinen Blumenkohl. Rotkohl dagegen finde ich extrem lecker - der schmeckt aber auch nicht nach Kohl, finde ich. Sauerkraut mag ich auch, schmeckt aber auch nicht nach Kohl. Und Kohlrabi mag ich nur roh.
Ich mag auch keinen Käse - zumindest nicht, wenn er nach Käse schmeckt.
Und Innereien genau wie Wild landen bei mir grundsätzlich immer im Junkfoodfilter. Brrrrr - ne, lieber verhungern.

Lässt sich übrigens vererben, so seltsame Geschmacksabneigungen.
Alle drei Kinder mögen keinen Käse, der nach Käse schmeckt.
CW dagegen war erklärter Käsefan. Je stink desto Käse.
Dass die Kinder dieses tolle Zeug so komplett verweigerten, erklärte er mit der Hysterie, die ich den Kindern eingepflanzt hätte, denn eigentlich würden sie Käse mögen, da sie aber nur das tun, was ich sage, lehnen sie natürlich Käse ab.
War CWs Theorie.
Das hat mich geärgert, also habe ich den Kindern ein Stück Appenzeller als Gouda verkauft. Frage von Kind: "Mama, mag ich den Käse?" - Antwort Mutter:"Ja, den kannst Du essen, das ist ganz normaler Gouda, den magst du."
Ergebnis des Experimentes: Von dem Tag an aßen sie auch keinen Gouda mehr.

Aber wodrauf ich eigentlich hinauswollte: Ich halte mich selten an Regeln, die vorschreiben, wie, wann und auf welche Art zubereitet man was zu essen hat.
Deshalb habe ich die Weißwurst, die noch im Kühlschrank lag und weg musste, heute einfach mal nach dem Erhitzen in Scheiben geschnitten und gemeinsam mit einem Rest gekochter Kartoffeln und einer halben Tüte tiefgefrorenem Gemüse in eine Pfanne geschmissen, scharf angebraten und kräftig mit Pommesfritessalz bestreut.
Es war für ein Weißwurstgericht nicht nur entschieden zu spät und sowieso alles verboten, was ich dieser Wurst antat, dafür war es aber saulecker.
Muss man ja auch mal sagen dürfen
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