anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 12. Oktober 2016
Statistik
Ich liebe Listen.
Und ich liebe Statistiken.
Ich finde es einfach prima, Datenmaterial jeder Art zu sammeln und es anschließend nach allen möglichen Kriterien zusammenzustellen, zu sortieren und auszuwerten.
Das müssen gar nicht immer nur Zahlen sein, auch sonstige Informationen jeder Art stelle ich mit Begeisterung in Listen zusammen.
Biographien zum Beispiel finde ich spannend. Das ist eine Mischung aus Zahlen (für die Zeit) und Dingen, die in der Zeitabfolge passiert sind. Wie ein Lebenslauf, nur eben nicht nur wann man was gelernt und bei wem gearbeitet hat, sondern auch wann man wo gewohnt hat, wann man wohin in Urlaub gefahren ist, wann man mit wem befreundet war, wann man mit welchem Hobby begonnen hat und was es sonst noch für merkenswerte Eckpunkte im Leben gibt. Zum Beispiel wann man welche Telefonnummer hatte oder welches Telefon, welchen Computer, welche Musikanlage, welches Haustier - you name it.
Es gibt Unmengen an Daten, die man über sich selber hätte sammeln oder aufheben können. Meist fällt einem erst viel zu spät auf, dass man sich gar nicht mehr daran erinnern kann, in welchen Ländern man schon war, welche Krankheiten man schon hatte oder wie viele Jungs man geküsst hat.

Ich habe deshalb vor einigen Jahren begonnen, meine eigene Biographie der einzelnen Sachverhalte aufzuschreiben und deshalb viele Dinge mühsam rückwärts recherchiert. Ein Pass hilft, die frühere Weltenbummlerei etwas zu rekonstruieren, meinen Steuerbescheiden (ja, tatsächlich aufgehoben) kann ich nicht nur mein Einkommen, sondern auch meine jeweilige Meldeadresse entnehmen. Und in alten Fotoalben sind Gruppenfotos, auf denen ich gemeinsam mit anderen Menschen bin, die ich, ich schwöre!, noch nie in meinem Leben gesehen habe. Spannend wird es, wenn auf der Rückseite Namen stehen.
35 Jahre nach seinem plötzlichen Verschwinden fand ich auch mein altes Tagebuch im Bücherregal meines Vaters wieder. Ob er mit meinen kryptischen Abkürzungen je etwas anfangen konnte, wage ich schwer zu bezweifeln, aber mir fielen beim Lesen jede Menge Dinge wieder ein und ich hatte großen Spaß, die Kussliste zu vervollständigen.

Für mein Haus hier auf Borkum habe ich auch eine Biographie Liste der Ereignisse erstellt, oder sagen wir besser: Begonnen zu erstellen, denn obwohl ich das Haus erst seit 2005 besitze, habe ich schon jetzt jede Menge Dinge wieder vergessen, die ich heute gerne in meiner Chronologie ausweisen würde. So weiß ich zB nicht mehr, von wann bis wann ich das erste Mal hier Telefon im Haus hatte und welche Nummer dazugehörte. Ich weiß, dass es zunächst eine ISDN-Leitung der Telekom gab, über die auch das Internet lief, da das aber so langsam war, dass längere E-Mails mit Anhang über zwei Stunden brauchten, bis sie geladen waren, habe ich es schnell ausgetauscht gegen ein "tragbares Internet" , das ich über ein Handy mit meinem Laptop verbinden konnte, das aber wiederum nur ein begrenztes Datenvolumen hatte und deshalb ruckzuck alle war, wenn die Kinder es mitbenutzten und Youtube-Videos guckten. Krischan kaufte dann einen extra "Internetstick mit Datenvolumen" und einen dazu passenden Router, der für die Kinder ein WLAN verbreitete, aber auch hier war das Volumen begrenzt und nicht wirklich Youtube tauglich. Wir Erwachsenen hatten unser eigenes tragbares Internet, erst noch übers Handy, später dann eine Simkarte, die direkt im Rechner steckte und über das niemals Youtube geschaut wurde. Wenn man größere Datenmengen downloaden oder stundenlang Videos gucken wollte, dann ging man mit Rechner (und Netzstecker) in die Kulturinsel, dort gab es ein WLAN, für das K. sich irgendwann mal das Passwort erlauscht hatte und das deshalb auch auf jedem unserer Rechner fest gespeichert war.
Das alles ist wirklich noch nicht sehr lange her, denn ich kann anhand der Kontoauszüge rekonstruieren, dass wir erst seit Sommer 2013 hier "Festnetzinternet" von Kabel Deutschland haben, zu meinem frustrierten Erstaunen habe ich aber auch in dieser doch nur sehr kurzen Vergangenheit schon wieder jede Menge Details vergessen.

Ich kann nicht erklären, weshalb mich diese Listen, Übersichten und Statistiken so faszinieren, aber so gerne, wie ich sie selber zusammenstelle, so gerne lese ich auch allgemeine, öffentliche oder von anderen Stellen erstellte Statistiken.
Eine Seite, die ich ganz weit oben in meinen Lesezeichen verankert habe, ist die Website des Statistisches Bundesamtes. Hier schaue ich regelmäßig mal nach, was es für neue, spannende Statistiken gibt.
Eine Statistikseite, die ich heute neu entdeckt habe, ist vom Kraftfahrtbundesamt und sie bietet wunderbare Auswertungen.

Hier habe ich zB erfahren, dass es am 1.1.2016 rund 61,5 Mio. zugelassene Kraftfahrzeuge und Anhänger Deutschland gab, von denen 45,1 Millionen Pkws waren. Mehr als jeder Zweite hat also ein eigenes Auto. Rund 1/3 der Fahrzeuge ist auf eine Frau zugelassen und knapp 30% der Halter sind über 60 Jahre, wohingegen das durchschnittliche Kraftfahrzeug nur 9,2 Jahre alt ist.
Mag ja sein, dass das jetzt viele nicht so interessiert, aber ich finde es entschieden spannender, mir solche Fakten reinzuziehen als mich darüber zu informieren, wie die Trennung von Brangelina vorangeht.
Und eine Information, die ich in dieser Übersicht gefunden habe, lässt mich seit heute Vormittag über die Ursachen grübeln.
Jeder Dritte fällt durch die theoretische Führerscheinprüfung, aber die Top Five der Bundesländer mit Durchfallquoten von über 40% in der theoretischen Führerscheinprüfung sind ausschließlich die neuen Bundesländer.
J. meinte, das läge daran, dass die armen Ossis auch ganz böse diskriminiert werden vom Kraftfahrtbundesamt von den Wessis. Die gemeinen Wessis drängen den armen Ossis einfach die alte deutsche Führerscheinprüfung auf und bieten weder eine Übergangsprüfung noch eine ostdeutsche Sprachvariante an. Überall sonst werden sie doch ganz langsam und behutsam an das westdeutsche Niveau herangeführt, sei es bei den Löhnen, den Renten oder den Krankenkassenbeiträgen. Nur beim Führerschein, da sollen sie einfach so, zackpengbumm, von jetzt auf gleich altes Wessirecht können. Unfair ist das
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Montag, 10. Oktober 2016
Montag bleibt Montag
Egal ob Büro oder Urlaub, Montage sind einfach problematische Tage.
Eine neue Woche zu beginnen braucht Schwung und Energie, gute Vorsätze oder besser noch: konkrete Vorhaben und vor allem brauchen Montage jemanden, der auch noch Lust hat, all diesen Kram umzusetzen.
Grade Montags stelle ich dann immer wieder fest, dass ich dafür nicht die richtige Person bin.
Montags steht man mit all diesen Sachen noch so ganz weit vorne am Anfang. Nicht nur muss man überhaupt erst mal anfangen, es dauert auch noch so lange, bis es fertig wird.
Das deprimiert mich regelmäßig und ich stelle jeden Montag aufs Neue fest, dass ich viel eher so der Freitagstyp bin.
So zum Schluss noch mal Gas geben, um dann gutgelaunt ins Wochenende zu gleiten, das kann ich gut.
Aber die Montage, die würde ich gerne ersatzlos streichen
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Montag, 10. Oktober 2016
Geburtstagsgeschenke
So, Jahrestag!
Die letzten 365 366 Tage habe ich genau 366 Blogposts hier veröffentlicht und bin grade mal wieder fasziniert, wie schnell ein Jahr vergeht und wie sehr sich Selbstverständlichkeiten innerhalb eines Jahres verselbstständigen.
Konkret bzw. offiziell habe ich ja gar nicht gesagt, dass ich ein "Tagesblog" führen möchte, aber je länger es ging, umso selbstverständlicher wurde es, dass es auch weitergeht.
Jetzt, nach immerhin schon einem Jahr, bin ich um 366 Erfahrungen reicher und jede Menge Illusionen ärmer.
Regelmäßig, täglich einen inhaltsschweren, philosophisch oder humoristisch tiefgehenden Text mit geschliffenen Formulierungen hier abzuliefern war ein hehres aber genauso illusionäres Ziel. Aber überhaupt regelmäßig, täglich irgendeinen Text hier zu veröffentlichen hat mir eine wirklich angenehme zusätzliche Struktur in den Tag gebracht und meine eigene, früher extrem schlechte Meinung meiner persönlichen Schlurigkeit hat sich spürbar verbessert und ich bin schon ein wenig stolz auf mein bisheriges Durchhaltevermögen. Hätte ich mir nicht zugetraut.
Aber vielleicht bin ich gar nicht so schlecht wie ich selber immer von mir denke.
Neben diesem selbst gemachten Geburtstagsgeschenk kam heute Krischans Geschenk noch an:

Ein Fahrradanhänger in edel, den ich schon ziemlich sehr toll finde, für den ich selber aber immer viel zu geizig gewesen wäre, denn natürlich gibt es sowas auch in deutlich billiger.
Dann aber nicht so toll - und wenn ich jetzt entspannt sagen kann: "Hätte ich mir selber ja nie gekauft, aber was soll ich tun, es war ein Geschenk." - Dann muss ich mich nicht für ein peinliches Bonzentum schämen, sondern kann es entspannt genießen
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Sonntag, 9. Oktober 2016
Mit Verspätung
aber immerhin noch vor 21h war ich heute auf der Insel, genaugenommen war es 20.55h als wir endlich zuhause vorfuhren. Da ab 21h hier generelles Fahrverbot herrscht, war ich schon sehr froh, dass wir günstig auf der Fähre platziert waren und mit als erste von Bord fahren konnten. Lust auf eine Auseinandersetzung mit der Polizei hätte ich heute nicht mehr gehabt.
Es war nämlich eine Fähre kaputtgegangen und ausgefallen, was am ersten Ferientag von NRW recht üble Folgen mit unsäglich langen Warteschlangen produziert.
Jetzt hatte ich ja sowieso schon einen Sonderplatz auf einer Sonderfähre, die außerplanmäßig zusätzlich um 18.15h noch fahren sollte, gebucht, aber mit der Fähre wurden erstmal alle liegengebliebenen Passagiere der ausgefallenen Fahrten transportiert, so dass nach der späten Sonderfähre noch eine zweite, noch spätere Sonderfähre fuhr, und immerhin bin ich da dann draufgekommen.
Alles irgendwie nervig und anstrengend, man wartet sinnlos stundenlang am Anleger in Holland, weil ich Roaming ausgeschaltet habe, gibt es dort auch kein Internet für mich und etwas zu tun gibt es dort auch nicht, der Borkumanleger in Eemshaven ist wirklich ganz einsam mitten im Nichts.
Nunja, letztlich hat es ja dann doch noch geklappt, nur vom vielen Warten bin ich jetzt so müde, dass ich außer ins Bett zu fallen nichts mehr geregelt kriege
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Samstag, 8. Oktober 2016
Internetschutzwall
So, das ist jetzt mein zweiter Geburtstagstisch, den meine Schwester für mich vorbereitet hat.


Finde ich auch ganz toll und freue mich schon vor dem Auspacken darüber, aber zu Weihnachten wünsche ich mir WLAN.
Ich wünsche mir einfach nur einen funktionierenden WLAN-Zugang in ihrem Haus und nicht nur ständig die Meldung: "Der Internetzugang wurde gesperrt, da das Zeitkontingent für den heutigen Tag bereits überschritten wurde."
Ich weiß, dass Internet und Computer bösartiges Hexenzeug sind und man als verantwortungsbewusste Eltern seine Kinder davor bewahren muss, aber hey, nur weil meine Mutter auch hier im Haus wohnt, muss meine Schwester doch nicht ihren Erziehungsauftrag übernehmen und mich vor dem Teufelszeug retten.
Manno, ich bin schon selber groß.
Aber für mich gibt's in diesem Haus niemals WLAN, denn ich bin immer zu spät dran. Wenn ich hier zu Besuch bin, haben die hauseigenen Kinder das zugelassene Inzernetkontingent regelmäßig schon längst abgegriffen und mir bleibt nur 3G oder Edge und schlechte Laune

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Donnerstag, 6. Oktober 2016
geplatzte Vorhaben
Ich hatte ursprünglich mal vor, morgen Abend mit der letzten Fähre (um 16.45h) nach Borkum zu fahren und dann eine Woche nicht ins Büro zu gehen.
Dann gab es einen dringend wichtigen Termin, der ganz unbedingt ganz kurzfristig mit sieben ganz wichtigen Leuten gleichzeitig stattfinden musste und bei dem alle anderen Leute mitteilen durften, wann sie keine Zeit haben, so dass als Endergebnis kurzerhand der 7.10. festgelegt wurde.
Neulich bin ich ja schon superknapp auf den letzten Drücker mit Punktlandung grade eben noch so als letztes Auto auf die Fähre gehuscht, morgen ist aber Ferienbeginn NRW, so dass die Wahrscheinlichkeit für Stockungen unterwegs um ein Vielfaches höher ist, weshalb ich denke, es macht schlicht keinen Sinn, überhaupt noch loszufahren, wenn man erst nach 14h aus dem Büro kommt.
Deshalb habe ich die Fähre morgen zähneknirschend gecancelt - und für Samstag natürlich (eigentlich) auch keinen Platz mehr bekommen, zum Ferienbeginn muss man sowas rechtzeitig vorher reservieren.
Dann wurde um 18.15h am Samstag aber noch eine außerplanmäßige Extrafähre eingesetzt, so dass ich jetzt also wenigstens am Samstag noch rüberkomme.

Außer diesem unsäglichen Termin morgen, habe ich noch eine noch viel unsäglich längere "Dringend-to-do-Liste", von der ich heute zwar einige Punkte abhaken konnte, aber fertig sieht definitiv anders aus.
Deshalb bin ich jetzt immer noch im Büro, habe den Arbeitstag aber grade mental beendet, fahre jetzt nur noch den PC runter und werde mir anschließend beim Griechen die Ouzo-Kante geben. Jawoll.
Punkt.
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Mittwoch, 5. Oktober 2016
Fliege und Fluch
Das ist meine Dienstklatsche:



das ist die Strecke des heutigen Tages: (eben gerade gegen 19.50h)



und das sind die letzten Reste der Nervennahrung,



die ich mir heute während der Jagd des Tages zugeführt habe, in der verzweifelten Hoffnung, nicht nur die Nerven, sondern auch die Gelassenheit zu stärken.

Unglaublich, mit welcher Leichtigkeit eine einzige kleine Fliege erwachsene Menschen an den Rand des Wahnsinns treiben kann
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