Es sind nur noch sechs Monate und davon auch nur die Hälfte mit Büroanwesenheit, aber zum Ende hin wird es wirklich mit jedem Tag mühseliger.
Mein Problem ist, dass ich für meinen Geschmack viel zu viel Zeit vorm PC verbringen muss und dazu mit jedem Tag weniger Lust zu habe. Weil ich mich für die Büroarbeit schon so sehr zusammenreißen muss, um das überhaupt durchzuhalten, bleibt für die privaten Büroangelegenheiten sozusagen gar keine Energie mehr übrig und das macht mir dann besonders schlechte Laune, weil ich grundsätzlich ja bereit wäre, die privaten Bürodinge zu machen, weil die auch wesentlich sinnstiftender sind als die fremden Dinge im Büro. Denn für die fremden Dinge im Büro bekomme ich einfach nur ein Gehalt, was mich aber nicht mehr interessiert, seitdem ich meine finanziellen Dinge geordnet habe und auf dieses Gehalt einfach nicht mehr angewiesen bin. Ich weiß, Luxusprobleme, sie bestimmen aber meinen Alltag und mein Wochenende und ich bin grade maximal genervt deswegen.
Mittlerweile sind sehr viele private Verwaltungsdinge zu erledigen - und ich verbrauche 80% meiner eh schon nur schwach vorhandenen Energie dafür, dass ich mich davor drücke und dann versuche mich zu zwingen, indem ich priorisiere und dabei starke Zusammenhänge zu dem Begriff Triage entdecke, es ist alles im höchsten Maße unerfreulich, aber wenn ich mich um einige private Themen nicht jetzt kurzfristig kümmere, werden die so teuer, dass es wirtschaftlicher klüger ist, ich kündige meinen Bürojob mit sofortiger Wirkung.
Immerhin habe ich es heute geschafft, die Buchhaltung für den Vater zu aktualisieren, alle aufgelaufenen Rechnungen sind bezahlt und bei der Krankenkasse und der Beihilfe eingereicht, wenn man das anderthalb Monate schleifen lässt, dann dauert so etwas schnell schon mal zweieinhalb Stunden, bevor alles erledigt ist.
Außerdem habe ich meine eigene Buchhaltung auf Stand gebracht, mir einen Überblick über diverse Finanzthemen verschafft, ungefähr achtundsiebzig private E-Mails sortiert, abgelegt und wenn nötig beantwortet, alle privaten Rechnungen bezahlt und die gesammelte Papierpost aus Februar eingescannt und elektronisch abgelegt.
In meinem Entwurfsordner schlummern noch genau 16 angefangene Steuererklärungen für 2022 und eine für 2023, hier hatte ich eigentlich ein Vorankommen für dieses Wochenende geplant, habe diesen Plan aber inzwischen schon auf nächstes Wochenende verschoben.
Am Freitag hatten wir einen Termin mit dem Architekt für das Rheda-Haus, wir haben das beste Ausschreibungsangebot für den Rohbau besprochen, hier muss jetzt noch ein bisschen nachverhandelt werden und dann wird der Auftrag unterschrieben. Mit Glück ist dann im April Spatenstich.
Vorher müssen wir aber noch einen Galabauer finden und mit dem die Baustelleneinrichtung besprechen, denn ich träume ja nach wie vor davon, aus dem Kelleraushub einen Deich an der Grundstücksgrenze aufzuhäufen, denn schließlich verläuft dahinter ein reißender Bach. Aber was man dafür alles vorab beachten muss, das weiß nur ein professioneller Galabauer, das steht also als dringend für nächste Woche auf dem Plan.
Angebote für Elektro und Sanität liegen vor und müssen jetzt auch beauftragt werden, ich muss noch ein Baucontrolling einrichten und die vorliegenden Angebote alle vernünftig in Excel-Tabellen einpflegen.
Außer meinem privaten normalen Verwaltungskram wird dieses Bau-Vorhaben künftig noch jede Menge Zeit fressen, ich freue mich schon sehr auf das fertige Haus, habe aber auch ordentlich Respekt vor der Arbeit, die noch vor uns liegt.
Weil ich ja maximal viele Ausreden brauchte, um nicht den ganzen Tag am PC zu verbringen, habe ich heute außerdem noch einen großen Topf Gulasch gekocht, so dass wir ein sehr leckeres Abendessen hatten, eine Stunde gebügelt, drei Maschinen Wäsche zusammengelegt, ein T-Shirt gestopft und bin außerdem noch für anderthalb Stunden hier in Greven auf dem Sonntags-Flohmarkt gewesen.
Ich weiß nicht, wie man das küchen-(haha, sorry) psychologisch deuten soll, aber ich habe in der letzten Zeit einen großen Drang Kochbücher zu kaufen. Außer den vier großen, dicken Brotbackbüchern von Lutz Geißler habe ich nur auf den Flohmärkten von gestern und heute noch fast einen halben Meter weitere Kochbücher gekauft. Logischerweise gefallen die mir alle ungemein gut und am allerliebsten würde ich ab sofort ganztägig zu Hause bleiben und kochen. Noch lieber würde ich das allerdings in einer großen, modernen Küche machen. Seitdem die neue Küche auf Borkum fertig ist, fühlt sich die Küche hier in Greven unbequem, klein, eng und popelig an und ich kann es nur mühsam abwarten, bis das hier alles ein Ende hat und wir umziehen können.
Insgesamt ist mir heute also gefühlt sehr jammerig, weil es so viel gibt, was ich dringend tun muss, wozu ich keine Lust habe und weil es noch mehr gibt, was ich viel lieber tun würde, was aber nicht geht, weil die Zeit dafür noch nicht da ist. Ich glaube, ich stehe mir grade selber etwas im Weg
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Nina gab eine Warnmeldung aus
und hier kann man gucken, wo die Teile am wahrscheinlichste rumschwirren werden. Ich befinde mich natürlich genau in der trefflichsten Gegend, wenn ich mich morgen nicht melde, wissen Sie Bescheid.
Einen wesentlichen Teil des Tages habe ich mich heute mit Formatierung diverser Grafiken beschäftigt, wobei ich auch nach drei Stunden Suchen und Rumprobieren nicht rausgefunden haben, wo die Punkte an den Formen geblieben sind, an die man früher problemlos Verbindungslinien andocken konnte, die dann mit der Form fest verbunden blieben auch wenn man die Form verschob oder veränderte. Am Ende war ich ausreichend genug genervt, um unseren IT-Menschen um Rat zu fragen, etwas, was ich üblicherweise gerne vermeide, weil ich von seiner IT-Kompetenz nur sehr eingeschränkt überzeugt bin, aber was tut man nicht alles, wenn man nicht weiter weiß. Er wusste allerdings auch nicht, wie ich mein Problem lösen konnte, bot dann aber an, dass er mir eine Visio-Lizenz besorgt und nun denn, dann eben so.
Danach habe ich mir die Aktualisierung einer sehr komplexen Excel-Tabelle vorgenommen, sie muss vom 31.12.2023 auf den 1.1.2024 umgestellt werden und das ist eine ziemlich komplizierte und umständliche Angelegenheit.
Nach dem ersten Versuch hatte ich eine Differenz von 365,47, die habe ich nach kurzer Suche aber gefunden und durch Formelerweiterung entfernen können, dann hatte ich aber eine Differenz von 1 Mio, nach der habe ich schon deutlich länger gesucht und viel geflucht und gestöhnt, bis ich sie entdeckt und umprogrammiert hatte.
Als letztes gab es noch eine Differenz von 5,5 Mio, die sich aber zum Glück schnell wieder auflöste, so dass ich am Ende sehr erleichtert die final umprogrammierte Tabelle abspeichern und eine erfolgreiche "erledigt-e-mail" an eine Kollegin schreiben konnte.
Am besten gefiel mir das "letzte Mal-Gefühl" bei der gesamten Aktion, für den nächsten Jahreswechsel bin ich schon nicht mehr zuständig
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Deshalb kann ich heute nur andererleuts Content verarbeiten, mein eigener Kopf fühlt sich an wie eine zerknautschte, leere Chipstüte, außer klebrigen Krümeln findet sich dort sonst nichts sinnvoll verwertbares.
Aber ich habe zwei Links, die mir angereicht wurden und die mir beide gut gefielen.
Der eine kam von N, der mir eine Reinhard Mey Parodie auf Instagram zeigte. Ich bin ein uralter Reinhard Mey Fan und bin sehr fasziniert, wie ungemein treffend dieser Mensch Reinhard Mey nachmachen kann.
Der zweite kam von J und war eigentlich ein Privatkommentar auf meinen Text von vorgestern, in dem ich feststellte, dass ich äußerst ungern das mache, was alle machen und J schickte mir daraufhin den lateinischen Spruch "Etiam si omnes, ego non", den ich zu meinem eigenen Erstaunen nicht kannte, passt er doch perfekt als Wahlspruch für mein Leben. Entsprechend begeistert war ich davon, ihn endlich gefunden zu haben
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Die Telekom schickt einen komplett durchgegenderten Newsletter an alle Aktionär*innen, aber anstatt einheitlich stringent das Gendersternchen zu benutzen, verwenden die für den Begriff "Privatanleger" diese völlig abstruse Gerundiumsform "Privatanlegende" und bei mir im Kopf ploppt sofort das Bild eines privaten Anlegesteges an einem See auf, an dem jetzt grade jemand privat sein Boot festbindet, ein Privatanlegender an einem Privatanleger eben.
Ich muss ja bei "Studierende" schon immer innerlich kichern, weil das Wort halt eigentlich nur Menschen meint, die grade intensiv am Studieren sind, um es mal in die rheinische Verlaufsform zu übersetzen, was aber in echt ja nicht die 24/7 Beschäftigung von Menschen ist, die sich an einer Hochschule immatrikuliert haben, aber sei's drum, einen Tod muss man sterben und dann opfern wir halt die Bedeutung des Gerundiums zum Wohl der geschlechtergerechten Neutralisierung, für Mitglieder*innen der heutigen Studierendenschaft scheint das ja eine entscheidende Bedeutung zu haben und dann sei es ihnen natürlich gegönnt.
Ich habe dafür neulich folgenden Dialog mit einer Frau geführt:
Frau: Was sind Sie denn von Beruf?
Ich: Steuerberater
Frau: Sie meinen, Sie sind SteuerberaterIN?
Ich: Nein, ich bin Steuerberater. Beruflich tut mein Geschlecht nichts zur Sache, Frau bin ich nur im Privatleben.
Und dann habe ich ihr noch erklärt, dass ich meine erste Bestellungsurkunde, die mir das Finanzministerium 1992 tatsächlich in der weiblichen Fassung zuschickte, mit genau dieser Begründung zurückgeschickt und reklamiert hatte. Ich finde es nicht nur eine Unverschämtheit, sondern auch einen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, mein privates Geschlecht beruflich so zu exponieren. Demnächst müssen aus der Berufsbezeichnung noch die Religionszugehörigkeit und die Essvorlieben erkennbar sein. Die spinnen doch, als ob das irgendetwas an der Qualifikation ändert.
Ich rege mich üblicherweise über genderkonforme Sprache nicht auf, finde es aber höchst interessant, zu beobachten, wer sie benutzt und dann mache ich mir meine eigenen Gedanken, warum jemand diese neuartige Sprachform benutzt. Denn das passiert ja nicht zufällig wie eine Ansteckung als unbeabsichtigte Angewohnheit, wie zB die invasive Verbreitung des Powerpoint-Genaus. Wer selber aktiv gendert, der weiß, was er tut und denkt sich was dabei. Und ich wiederum finde es spannend, mir zu überlegen, was sich der jeweilige Mensch dabei denkt.
Wenn Unternehmen oder Institutionen wie zB die Telekom solche Umbenennungen vornehmen, dann hat da sicherlich die PR-Abteilung einen entscheidenden Beitrag zu geleistet und die wiederum haben ihre Zielgruppe analysiert und erhoffen sich irgendwelche positiven Effekte davon. Im Falle der Telekom kann das meiner Meinung nach nur der verzweifelte Versuch sein, sich auf diesem Weg eine neue Zielgruppe erschließen zu wollen, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der typische Privataktionär der Telekom Genderfan ist. Ich mag mich aber natürlich auch täuschen, ich sollte mal die zuständige Mitarbeiterin aus dem Bereich Investor Relations danach befragen, die allerdings laut Ihrer Zuständigkeitsbezeichnung (noch?) nur für Privatanleger und Hauptversammlung zuständig ist.
Bei uns im Mutterhaus ist Gendern jetzt offiziell von oben verordnet, die erhoffen sich damit Vorteile bei der Personalgewinnung. In unserer kleinen Sonderfirma (Ganz Gallien? Nein!) widersetzt sich der Chef erster Ordnung hartnäckig allen Gendereien und ändert jede Vorlage und jede Anzeige, in der Sternchen oder andere neuartige Ausdrücke verwendet werden, höchstpersönlich und selber ab. Die letzten drei Mitarbeiter*innen, die wir bei uns eingestellt haben, waren alle drei sehr erleichtert, dass sie bei uns so reden und schreiben dürfen, wie sie es früher mal gelernt haben. Ich hatte in diesen Fällen das dumpfe Gefühl, dass es für unsere Personalgewinnung eher positiv ist, dass wir nicht gendern, aber nun ja, wir haben ja auch keine HR-Abteilung mit den neuesten arbeitspsychologischen Erkenntnissen.
Wir haben dafür eine junge Mitarbeiterin, die in letzter Zeit immer öfter den Glottisschlag verwendet. Ich weiß nicht, ob sie damit nur den Chef erster Ordnung provozieren will oder ob ihr das wirklich wichtig ist, ich finde es auf alle Fälle amüsant zu beobachten, weil ihre feministische Grundhaltung ansonsten ziemlich konfus ist. So hat sie zB neulich geheiratet und von mir darauf angesprochen, wie sie jetzt heißt, sagte sie, sie hätte selbstverständlich ihren Namen behalten, da würde sich nichts ändern. Als ich daraufhin wissen wollte, weshalb sie denn überhaupt geheiratet hätte, sagte sie, es wäre halt etwas anderes, ob sie ihren Partner als "mein Freund" oder als "mein Mann" vorstellen könne.
Das verwunderte mich, denn ich habe alle meine Männer stets als "mein Mann" bezeichnet, solange sie als Mann zu meiner Familie gehörten, dafür brauche ich doch keinen Trauschein. Ich habe meinen Hund ja auch als meinen Hund bezeichnet, ohne ihn geheiratet zu haben.
Als sie mir dann noch etwas von "wenn eine Frau ihrem Mann ein Kind schenkt" erzählte, gruselte mich wirklich, denn ich mag ja bekennende Rabenmutter sein, aber meine Kinder hätte ich wirklich nie verschenkt, auch nicht an "meinen Mann".
So dreht sich denn jeder die Sprache so, wie sie ihm selber gefällt. Ich habe keine Hemmungen, das Possessivpronomen zum Mann ohne rechtliche Legitimation zu benutzen und Kinder würde ich auch nicht zum Verschenken gebären, dafür ist es mir wichtig, meine Berufsbezeichnung im generischen Maskulin zu führen und nicht auf die weibliche Version reduziert zu werden
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Mich freut das, denn dann muss ich mich nicht grämen, dass ich schon wieder auf dem Festland im Büro sitze, statt weiter auf der Insel über den Strand zu schlendern.
Ansonsten war heute Montag und es schien mir, als ob der Tag sich größte Mühe gab, seinem Image gerecht zu werden, es gelang auf das Trefflichste.
In einer Besprechung konnte kein Beschluss gefasst werden, weil erst noch "alle anderen, die heute grade nicht anwesend sind" nach ihrer Meinung gefragt werden sollten und mir wurde mal wieder klar, dass meine persönlich Grundhaltung wahrscheinlich nur als zutiefst undemokratisch bezeichnet werden kann, denn ich halte nie etwas davon, immer alle zu fragen, da kommt ganz selten etwas Vernünftiges raus.
Andererseits, was will man auch von jemandem erwarten, dessen Lebensmaxime lautet "ich kann alles alleine". Demokratie ist vor allem für diejenigen wichtig, die nicht alles alleine können und deswegen nur in der Gruppe stark sind.
Ich meine, können alle anderen gerne so machen, aber ich möchte dann bitte nicht. Und ich finde, auch so etwas muss eine Demokratie aushalten: Leute, die keinen Bock haben, mitzumachen
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und dann noch der um Mitternacht, als wir nach Hause kamen.
Das, was mich um diese Zeit am meisten faszinierte, war der glitzernde Sternenhimmel, der aufgrund der wolkenlosen Nacht besonders gut zu sehen war. Ist mit einem Handy etwas kompliziert zu photographieren, aber K gelang dann doch ein Bild, wo immerhin viele, viele helle Punkte um die Türme herum zu sehen sind.

Heute Vormittag war Geburtstagsfeier Teil 2, der Onkel hatte eine zweite Truppe Freunde zu einem Frühstück um 11h eingeladen, vorbereitet hatte er alles alleine, ich half vor allem beim Verteilen und Auf- und Abräumen, außerdem hatte ich frische Brötchen gebacken.
Gegen Mittag verabschiedeten wir uns vom Onkel und machten auf dem Heimweg noch einen Zwischenstop am Strand. Es war immer noch prächtiges Wetter und mit 12°C fast strandtauglich, auf alle Fälle strandspaziergangtauglich.
Ein großer Trupp Schneeammern hüpfte fröhlich durch den Sand, die Strandreinigung hatte seltsame Sandhaufen gebastelt und das Schild "Betreten der Dünen verboten" steht soweit oben auf der Düne, dass es eine echte Herausforderung ist, soweit hochzuklettern, dass man das Schild überhaupt lesen kann.

Am allerauffälligsten ist zur Zeit aber die Riesenbaustelle gleich am Strandaufgang, hier werden die Fundamente für zwei neue Milchbuden gelegt, in drei Wochen sind Osterferien und damit der traditionelle Saisonbeginn, ob die Arbeiten bis dahin fertig sind, wage ich ja zu bezweifeln, ich freue mich also jetzt schon auf das Gemecker der Kurgäste

Der Rückflug aufs Festland verlief ohne Auffälligkeiten, von Haustür zu Haustür exakt 100 Minuten, so könnte es immer laufen
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So fantastisch, dass selbst ich alter Drinnensitzer gar nicht mehr rein gehen wollte, weil es draußen so toll war.
Strahlender Sonnenschein, Wind aus Südost, der bei mir vorm Haus wunderbar durch die Dünenkette abgeschirmt wurde, für mich fühlte es sich vorm Haus also an wie windstill und ohne Wind in der Sonne war es richtig warm, schon fast T-Shirt-Wetter.
Ich bekam einen akuten Putzanfall, schrubbte den Gehweg und den Straßenrand, K sagte, die Dachrinne ist fast komplett durch Sand verstopft, also reinigte er die Dachrinne, dann leerten wir die Regentonne und schrubbten mit dem auslaufenden Wasser die Pflasterfläche vorm Haus. Außerdem sind die Schlafzimmerfenster jetzt sauber inklusive Fliegengitter, das saß ebenfalls alles dick voll Sand - so viel Sand wie dieses Jahr ist nach meiner Erinnerung hier noch nie ums, ans und ins Haus geweht worden. Da der Sand mit Salzwasser versetzt ist, klebt er prächtig und lässt sich gar nicht mal so leicht entfernen.
Am Nachmittag ging ich zum Onkel und half ihm bei den Vorbereitungen für seine Geburtstagsfeier heute Abend, dann machte er eine Stunde Pause und ich ging wieder nach Hause, räumte unser Haus auf, bereitete den Brötchenteig für morgen vor und kaufte noch schnell ein weiteres Buch von Lutz Geißler, diesmal das allerneueste, was ich bisher noch nirgends als gebraucht von privat gefunden hatte, heute dann aber doch, also musste ich es natürlich sofort kaufen, jetzt habe ich aber glaube ich alle meine Wunschbücher zusammen, jetzt könnte ich eigentlich demnächst mal anfangen, sie zu lesen und das Brot nachzubacken.
Mal sehen
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K freute sich, weil er sich immer freut, wenn er fliegen kann und jetzt war es schon wieder sechs Wochen her, seitdem er das letzte Mal in der Luft war.
Er fand also, es wird Zeit und es wurde wohl auch für die Batterie des Fliegers Zeit, der ist nämlich auch länger nicht mehr bewegt worden, so dass sich die Batterie in den Winterschlaf begeben hatte. Aber mit ein bisschen Nachhilfe klappte es dann doch, irgendwann sprang der Motor an und so kamen wir grade noch rechtzeitig los, bis es zu spät gewesen wäre, denn auf Borkum schließt der Platz im Winter immer schon um 17h.
Wir hatten mal wieder reichlich Transportgepäck dabei, natürlich hauptsächlich Geburtstagsgeschenke, aber auch eine neue Pumpe für den Keller und eine große Tasche gesammelten Krimskrams, der nach Borkum sollte.

Zum Glück hatten wir Rückenwind, damit fliegt es sich doch spürbar schneller, Ankunft auf Borkum um 16.58h, perfekt pünktlich, Sonnenuntergang war rund eine Stunde später, im Landeanflug drehten wir genau gegen die Sonne, ich mag ja die Bilder, die aus solchen Konstellationen entstehen

Auf Borkum hat es in den letzten zwei Monaten so viel geregnet wie noch nie, nicht nur mein Keller steht ständig unter Wasser, sondern auch der Flugplatz.

Das sind die Flächen links und rechts neben der Rollbahn, demnächst brauchen wir ein Wasserflugzeug, um auf Borkum landen zu können.
Weil ich keine Lust hatte, größere Mengen Lebensmittel mitzuschleppen, morgen bekommen wir ja beim Onkel was zu essen und Sonntag müssen wir schon wieder zurück, habe ich angeregt, dass wir heute Abend essen gehen.
Ich gehe sehr selten auf Borkum essen, hauptsächlich deshalb, weil es nur sehr wenige Restaurants gibt, die wirklich gutes Essen haben, die überwiegende Mehrzahl kocht eher im Stil Touristenabfütterung, das brauche ich wirklich nicht, da mache ich lieber zu Hause eine Dose Ravioli auf.
Aber heute war mir nach Essen gehen und ich wählte ein Restaurant aus, wo K noch nie war, was extrem gute Bewertungen überall hat und wo wir schon häufiger Personen getroffen haben, die begeistert davon erzählten, wie gut man da essen kann.
Ich war das letzte Mal im Jahr 2006 dort und hatte damals beschlossen, dass ich das nicht wiederholen muss. Weil mich K aber nun mehrfach nach diesem Restaurant befragt hatte und ich aus seinen Fragen heraushören konnte, dass er Zweifel an meiner ablehnenden Bewertung hatte, weil es schließlich so viele Leute gab, die so offensichtlich begeistert von diesesm Restaurant sind, dass er sich nicht vorstellen konnte, dass es dann wirklich schlecht ist.
Solche Zweifel kann man nur mit einem selbst erlebten Drama ausräumen, deshalb wollte ich da heute hingehen, damit endlich die liebe Seele ihre Ruhe hat.
Die Speisekarte bot schicke Gerichte mit moderner Beschreibung, K wählte Hamburger Pannfisch, ich nahm einen Hamburger mit Pommes, ich hoffte, dass ich damit am wenigstens falsch machen kann.
Die Pommes waren schlecht, der Hamburger noch schlechter, aber am schlechtesten war der Fisch von K, er meinte, er möchte künftig lieber zu Hause Fischstäbchen essen und so haben wir nun heute dieses Restaurant selber getestet, erwartungsgemäß für schlecht befunden, insgesamt waren wir aber beide sehr zufrieden, weil dieses Thema jetzt final abgeräumt ist
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Ich hatte kurz gezögert als ich das Wetter draußen wahrnahm, das Autothermometer zeigte 2°C und es war ganz entsetzlich nebelig, aber es war kein Regen angesagt und richtige Kälte hat diesen Winter hier ja auch noch keiner aushalten müssen. Ich fuhr also zum Flohmarkt und es waren immerhin ca. 10-15 Stände aufgebaut.
Auch der Bauer und die Blumenfrau waren da, die bieten ihre Produkte auf diesem Markt zu akzeptablen Flohmarkt- und nicht zu Wochenmarktpreisen an, bei den beiden Ständen kaufe ich gerne ein.
Insgesamt war ich fast eine Stunde mit Kucken, Quatschen und Kaufen beschäftigt, das machte Spaß, aber bei 2°C reichte es mir nach einer Stunde auch mit dem Draußen sein, ich war froh, dass ich anschließend ins warme Büro fahren konnte.
Im Büro ploppte dann allerlei Irrsinn aus den verschiedensten Ecken auf, am Ende war ich fest überzeugt von "alle bekloppt"
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Ich weiß, dass ich erst mit Anfang 30 so einen Aha-Moment hatte, als ich begriff, dass Spoiler nicht nur ein Bauteil am Auto ist, was die aerodynamischen Fahreigenschaften verbessert, sondern plötzlich im Deutschen dieselbe Bedeutung hat wie im englischen, also ein (Spaß)verderber.
Ich persönlich bin intensiv daran interessiert, den Fortgang bzw. das Ende einer Geschichte so früh wie möglich zu kennen, denn dann kann ich die Geschichte selber mit viel mehr Genuss lesen und muss nicht hektisch durch das Buch hetzen, weil ich unbedingt wissen will, wer der Mörder ist, oder so.
Aber gut, ich finde Spannung ja auch grundsätzlich eine sehr lästige, unangenehme Situation, die ich gerne so früh wie möglich auflösen oder noch besser, gleich von vornherein umgehen möchte.
Als Kind fand ich es schon schrecklich, wenn die Erwachsenen versucht haben, mich dadurch zu ärgern, dass sie ständig verschlüsselte Andeutungen über bevorstehende Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke machten, ich wollten dann lieber gar kein Geschenk haben als dieses Theater mitzumachen.
In jedem Buch (okay, fast jedem, bei Sachbüchern eher nicht, aber bei Krimis immer) lese ich nach den ersten 10 Seiten als nächstes die letzten 10 Seiten, um schon mal einen groben Eindruck zu bekommen, von wo bis wo sich der Spannungsbogen spannt. Manche Autoren fang ich gleich von hinten an, damit ich mir sogar das Drama in den ersten Seiten erspare.
Ich lese Bücher vor allem, weil ich Spaß an der Sprache habe, weil ich die Erzähltechnik mag, weil ich einen gutgemachten Aufbau und eine durchdachte Struktur bewundern kann, der Inhalt selber ist dabei für mich eher Nebensache. Aber all diese feinen Details kann ich nur dann wirklich genießen, wenn ich nicht vor lauter Luftanhalten, Fingernägelbeißen und atemloser Eile gezwungen bin, im Tiefflug durch die Geschichte zu jagen und mich mehr auf mich als auf die Feinheiten des Textes zu konzentrieren.
Ich wundere mich regelmäßig über den fast einheitlich akzeptierten Konsens, dass "spoilern" schlechtes Benehmen ist, ich persönlich finde spoilern eine ausgesprochen freundliche, zugewandte und rücksichtsvolle Eigenschaften, nämlich andere höflich und liebevoll zu behandeln, statt sie einer unerbittlichen Spannung auszusetzen und dort alleine zu lassen.
Wenn man mir schlechte Laune machen will, reicht es, mich auf die Folter zu spannen. Der Begriff sagt doch schon alles, wer wird eigentlich gerne auf die Folter gespannt?
Oder besteht die Mehrheit der Gesellschaft aus heimlichen Masochisten und ich habe das nur noch nicht begriffen?
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