anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 13. September 2021
Müde und nicht müde
Mein Hauptempfinden in den letzten Wochen ist eine intensive Müdigkeit, die so intensiv ist, dass ich für meine Verhältnisse ungemein schlecht und wenig schlafe.
Ich habe ständig das Gefühl, dass ich sofort und auf der Stelle stundenlang schlafen könnte, wenn es dann aber abends ist und ich ohne Probleme sofort und auf der Stelle stundenlang schlafen könnte, dann bin ich die einzigen fünf Stunden des Tages nicht müde.

Das ist schon ziemlich bescheuert und ich muss jetzt einen Plan fassen, wie das geändert wird
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Sonntag, 12. September 2021
Putztag
Hier ist jetzt alles sauber und ich bin ein klein wenig k.o., aber auch sehr zufrieden, denn es ist etwas ganz Großartiges passiert: K hat den Kühlschrank in der Küche repariert und wir haben ab sofort dort wieder einen ganz normal schließenden Kühlschrank, das macht mich ganz ungemein froh.

Der Kühlschrank ist mittlerweile schon 15 oder sogar 16 Jahre alt, so ganz genau weiß ich das gar nicht, denn ich habe die Küche 2008 gebraucht gekauft und da war sie mindestens 2, wahrscheinlich aber eher drei Jahre alt.
Die Technik funktioniert noch ganz ausgezeichnet, nur das Türscharnier, das in Plastikhülsen sitzt (Plastik!, wie kann man für tragende Teile Plastik verwenden? Ich verstehe so etwas immer nicht und nein, es ist kein Noname-Billigkühlschrank) - also diese Plastikhülsen sind an Materialermüdung gestorben und das bedeutet, die Tür schließt nicht mehr richtig. Das Altern des Materials konnte man schon die letzten 3-4 Jahre beobachten, aber bisher ließ sich die Tür immer noch mit irgendwelchen Tricks vernünftig schließen, doch seit heute Morgen hing die Tür so weit runter, dass auch keine Tricks mehr halfen, sie ging nicht mehr richtig zu.

Kühlschranktüren, die nicht richtig schließen, führen die gesamte Idee eines Kühlschranks ad absurdum, ich habe mich da schon die letzten fünf Wochen seitdem ich aus Borkum wieder zurück bin, täglich drüber geärgert und heute konnte auch mein Westfalenmann das Problem nicht länger ignorieren.

Er begann also die Tür auszubauen, was mich veranlasste, die Gelegenheit zu nutzen und den Kühlschrank einer Grundreinigung zu unterziehen.
Sowas dauert und ist anstrengend, aber nach zwei Stunden harter Arbeit war alles wieder frisch und schick und heil, dafür hat es sich definitiv gelohnt.

K hat die Plastikhülsen mit Stabilit-Kleber repariert, jetzt hoffen wir, dass das noch drei Jahre hält, spätestens dann ziehen wir hier ja aus und lassen die Küche einfach zurück.

Und weil ich einmal im Putzrausch war, habe ich auch gleich den Rest der Küche geputzt, nicht nur den Boden, sondern auch die Arbeitsfläche und alles, was so rumsteht. Dann habe ich den alten Toaster sorgfältig grundgereinigt, hier habe ich ja seit neuestem einen superduper Kenwood-Sandwichtoaster, den alten Toaster nehme ich jetzt mit nach Borkum, dort ist dann einer über, aber das war ja von Anfang an klar.

Die Bäder sind auch wieder sauber, das gesamte Erdgeschoss ist gesaugt und gewischt, vorhin habe ich dann begonnen, die gesammelten Nähsachen in Angriff zu nehmen - und wenn ich noch mehr Schwung habe, bügele ich vielleicht sogar noch ein paar Hemden
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Samstag, 11. September 2021
Einkaufssamstag
Heute war ich quasi den ganzen Tag unterwegs und mit Läden und Flohmarkt beschäftigt.

Als erstes bin ich heute früh zur Post gefahren und habe ein Einschreiben abgeholt, anschließend fuhr ich zum Schuhgeschäft, um dort das zweite Paar Schuhe zurückgegeben.
Ich habe meine grünen Giessweinschuhe nämlich bei einer Schuhladenkette online bestellt, die auch eine Filiale in Greven hat, aber in der Grevener Filiale waren die Schuhe nicht vorrätig, deshalb musste ich sie liefern lassen und weil ich bei diesen Schuhen nie weiß, wie sie ausfallen (wir erinnern uns, ich habe schon zweimal Schuhe zurückgeschickt bzw. weiterverkauft, weil die Größe, die ansonsten bei allen anderen Paaren passt, bei genau diesen beiden Paaren zu klein war), habe ich vorsichtshalber gleich beide möglichen Größen bestellt. Es war also von vornherein klar, dass ein Paar wieder zurückgeht, aber zurückgeben kann man dann immerhin in jeder Filiale, das mindert das schlechte Gewissen der unsinnigen Verschickerei etwas.

Anschließend fuhren wir nach Münster, ich wollte unbedingt dort auf den Samstagsflohmarkt, weil ich unbedingt noch eine zweite Winkekatze haben wollte. Ich finde den Plan, aus der Winkekatze einen Winkeseehund zu machen, zwar nach wie vor gut, ich fürchte aber, es ist komplizierter als gedacht und wenn ich Pech habe, geht da was kaputt beim Ohrenabschneiden (die müssen halt irgendwie ab, es gibt keine Seehunde mit Ohren) und deshalb wollte ich gerne ein zweites Exemplar als BackUp haben.
Mit dem Winkekatzenverkäufer hatte ich am Mittwoch vereinbart, dass er mir noch ein Exemplar besorgt und reserviert im Auto liegen lässt, da wollte ich es aber nicht zu lange ließen lassen, es scheint aktuell eine ungewöhnlich große Nachfrage nach Winkekatzen zu geben.

Weil ich dann schon einmal auf dem Flohmarkt war, konnte ich natürlich alle anderen Stände auch abgehen - K war derweil alleine unterwegs und guckte Autos. Das ist stets eine sehr praktische Aufteilung, denn im Umkreis von 5km um den Flohmarkt sind mindestens vier Autohäuser und K geht genauso gerne Autos gucken wie ich über Flohmärkte gehe bzw. er findet über den Flohmarkt gehen genauso langweilig wie ich Autos gucken und so fügt es sich perfekt, dass wir uns für diese Beschäftigungen gemeinsam nach Münster begeben und dann jeweils separat unterwegs sind.

Nach dem Flohmarkt fuhren wir zum Großmarkt, ich hatte dort neulich etwas gekauft, was ich zurückgeben wollte und wenn man schon mal da ist, kann man ja auch eben noch mal durchlaufen und unter Umständen noch mal frischen Thunfisch kaufen, von gestern waren noch Sushireste da, die wir heute mit frischem Fisch perfekt aufpimpen konnten.

Vom Großmarkt ging es weiter zu einem Discounter und zu einem Drogeriemarkt, dann waren auch alle notwendigen Wochenendeinkäufe erledigt. Auf dem Weg nach Hause kamen wir an einem weiteren Flohmarkt vorbei, natürlich musste ich da auch noch mal gucken. Und als nächstes stoppten wir dann noch bei einem weiteren Drogeriemarkt, ich suche einen Kosmetikspiegel mit 10fach Vergrößerung und Schwanenhals, den habe ich allerdings bisher noch nirgends gefunden. (online schon, aber ich dachte, ich versuche es wenigstens mal lokal)

Zu Hause waren wir erst am späten Nachmittag und mussten uns dann stark ausruhen. Solche ausgedehnten Einkaufstouren sind erstaunlich anstrengend, es hat aber auch ungemein viel Spaß gemacht
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Freitag, 10. September 2021
Dies und das
Heute wäre Afterwork-Flohmarkt gewesen, aber als ich um 19h aus dem Büro kam, lohnte sich das alles nicht mehr.
Dafür hatte sich aber K um ein wunderbares Abendessen gekümmert und brachte eine große, bunte Portion Sushikram vom Japaner in Münster mit.
Das war eindeutig ein Highlight.

Außerdem ist ein neues Paar Giesswein Schuhe angekommen, es gab mal wieder ein sehr attraktives Angebot und jetzt habe ich auch khakigrüne.

Schiefergrau und beige hätte ich jetzt gerne noch, dann besäße ich insgesamt sieben Farben, damit wäre ich fürs erste zufrieden.

Außerdem sind meine Briefwahlunterlagen gekommen und ich stehe komplett ratlos davor. Ich weiß sehr genau, was ich alles nicht will, leider bleibt dann nichts übrig, was ich wählen könnte. Das ist schwierig.

Ein Problem aus dem privaten Bereich hat sich tatsächlich durch Ignorieren von alleine gelöst, das war heute sehr erfreulich. Ich besitze seit über 25 Jahren eine Eigentumswohnung in Mönchengladbach, die vermietet ist, nur leider wurde in den letzten vier Monaten die Miete nicht überwiesen. Ich wusste, dass ich mich da irgendwann drum kümmern muss, schließlich kann ich die Mieter nicht für immer mietfrei dort wohnen lassen, aber mir schwante, dass das ein ziemlich ärgerbehaftetes Problem werden könnte, deshalb habe ich das Thema die letzten vier Monate einfach komplett und hartnäckig ignoriert.
Heute war plötzlich die gesamte Miete für vier Monate in einem Betrag auf dem Konto. Wunderbar.

Bei ebay konnte ich meine Lieblingsgesichtscreme für einen sehr guten Preis ergattern, auch das erfreulich. Und ein sehr guter Preis bedeutet, sie war mit Versandkosten deutlich preiswerter als die Einkaufspreise für einen Apotheker, das ist nämlich die Benchmark, zu der J quasi regulär an die Creme kommt.

Als Hörbuch höre ich grade die Herrenausstatterin von Marianna Leky und bin sehr begeistert. Ich liebe die Art wie Leky skurrile Details als völlig normal beschreibt
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Donnerstag, 9. September 2021
Überall Druck
Nur fürs Protokoll: Der Druck der noch zu erledigenden Arbeiten ist noch keinen Tick besser geworden, im Gegenteil, wenn sich so eine grässliche Überlastungsspirale erstmal in Gang gesetzt hat, wird es auch dann immer noch jeden Tag schlimmer, wenn einzelne Dinge erledigt sind, weil in der Gesamtmenge aller zu erledigenden Arbeiten mit jedem Tag die Dringlichkeit steigt und es immer deutlicher wird, dass man nicht alles schaffen kann.

Irgendwas knallt also demnächst und es knallt wahrscheinlich mit sehr viel Gewumms, denn nur, wenn in der Explosion gleich noch ein paar mehr offene Aufgaben mit hinweggerissen werden, hat man, nachdem sich der Pulverstaub verzogen hat, eine Chance, aus den zerstörten Resten irgendetwas Neues zu basteln.

Was das wird ist völlig offen, niemand weiß das, ich weiß nur, dass es so, wie es zur Zeit läuft, nicht auf Dauer weitergehen kann.

Heute zeigte die Kamera, dass der Postbote die Post nicht einwarf, sondern klingelte, wartete und dann mit der Post in der Hand wieder wegging, einzige sinnvolle Deuting: Der wollte ein Einschreiben zustellen, es war aber niemand da.

K meinte sofort, dass das nur Post vom Stalker sein kann. Der hat es jetzt doch noch geschafft, irgendein Gericht zu bewegen, seine Beschwerden ernst zu nehmen und in dieser Sache wird da jetzt irgendwas zugestellt.

War aber nicht vom Stalker, war aus Velbert, hat also mit der abgesoffenen Immobilie zu tun, da kündigen die Mieter jetzt alle aus wichtigem Grund. Auch so eine Baustelle, die noch gründlich bearbeitet werden muss.

Neben dem nicht weniger werdenden Stress im Büro, wachsen auch die privaten Baustellen fröhlich vor sich hin, überall hakt und klemmt es, ein Ärger jagt den nächsten, macht alles keinen Spaß zur Zeit.

Einziger Lichtblick war der neue Drosten-Podcast, in dem er ganz offen zu gibt, dass es aus virologischer Sicht kaum etwas besseres gibt als eine dritte Impfung und dass er selber sehr gerne auch ein drittes Mal geimpft sein wäre, dass er darauf aber aus ethischen Gründen verzichtet und seine dritte Impfung lieber nach Afrika weiterreicht, weil da ja bisher noch so gut wie niemand geimpft ist.

Ich finde das ethisch sehr anständig, aber das nach Afrika Weiterreichen von Dingen, die man selber auch gerne hätte, hat flächendeckend noch nie funktioniert, zumindest nicht, dass ich wüsste, deshalb bin ich sehr zufrieden, dass ich das mit der dritten Impfung für mich schon klargemacht habe, die wäre nämlich nicht nach Afrika geschickt worden, sondern im Müll gelandet, weil sie ja schon bis zum Flohmarkt vereinzelt worden war.
Aber auch unter anderen Umständen muss ich leider zugeben: I'd do it again
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Mittwoch, 8. September 2021
Stilvoll verarmen
Heute habe ich mir wieder meine Mittwochsvormittag-Flohmarkt-Auszeit gegönnt und es war wunderbar.
Traumhaftes Wetter, viele Stände, gutes Angebot.
Ich besitze jetzt einen Kenwood-Sandwichtoaster, mit dem ich heute Abend sofort hochperfekte Tortilla-Wrap-Sandwiches hergestellt habe, ich bin höchst zufrieden mit meiner Neuerwerbung.
Außerdem habe ich noch einen Gartenzwerg aus Plastik gekauft, der kommt ins Kräuterbeet neben den Froschkönig, diese Sorte Deko macht mir ungebremst Spaß.
Naja, und dann noch so dies und das, es war insgesamt ein sehr guter Flohmarkt mit einer guten Jagdausbeute und einer interessanten Bekanntschaft:

Ich stand an einem Stand und beguckte zusammen mit einer anderen Frau, mit der ich mich vorher schon länger unterhalten hatte, eine Barbourjacke, die für einen sehr günstigen Preis verkauft werden sollte.
Die andere Frau untersuchte die Jacke gründlich und fand viele Altersschäden. An einer Stelle ging eine Naht auf, an einer anderen Stelle war die Farbe verschossen, es gab Flecken und zwei/drei kleinere Löchlein. Sie zeigte mir alle diese Mängel und meinte, die Jacke sei halt schon sehr deutlich getragen. Ich erwiderte, dass das für Barbourjacken doch sogar ein Vorteil sei, dann sehe sie nicht aus wie frisch gekauft, sondern wie edel verarmt, was doch deutlich stilvoller sei.
Das hörte ein Mann, der in dem Moment an dem Stand vorbeilief. Er blieb stehen und fragte in hörbar gebrochenem Deutsch: "Was Sie haben grade gesagt? Edel Verarmt? Das finde ich einen wunderbaren Satz, den merke ich mir. Früher, in meinem Land, war ich auch edel, jetzt bin ich hier und verarmt, aber ich kaufe gute Sachen auf Flohmarkt und dann Leute sagen, ich sei edel verarmt. Das ist gut."

So leistet der Flohmarkt einen wichtigen Beitrag zur Würde der Menschen
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Sonntag, 5. September 2021
Und zurück
Heute Mittag haben wir eine große Radtour gemacht, weil ich Pferdemist sammeln wollte, ich hatte gestern nämlich eine Tüte voll Stockrosensamen gesammelt und die wollte ich heute aussäen.

Im Internet steht, dass Stockrosen gerne humusreichen Boden mögen, was tendenziell keine hervorstechende Eigenschaft unseres Sandbodens ist, deshalb kam ich auf die Idee, den Sand in unserem Garten mit Pferdemist aufzup-äppeln (scnr). Was für Rosen gut ist, ist sicher auch für Stockrosen gut, ich packte also Eimer (mit Deckeln, immerhin) und Schaufel in die Packtaschen am Fahrrad und wir machten uns auf den Weg einmal rund um den linken Teil der Insel, nämlich dort lang, wo die Reitwege verlaufen.

Die Mission war erfolgreich, wir fanden reichlich Pferdeäpfel und haben zu Ks Vergnügen auch noch einen Abstecher zum Flugplatz gemacht. Heute war fast perfektes Fliegerwetter, das lockte auch den letzten Piloten nach draußen, als wir gegen 14h am Flugplatz waren, standen dort mindestens 30 Maschinen.
Natürlich alles nur die kleinen Propellermaschinen, für Privatjets ist Borkum nicht vornehm genug.

Ich habe übrigens das Ereignis herausgefunden, was gestern diesen Jet-Auflauf auf dem Münsteraner Flugplatz verursacht hat: Europameisterschaft der Springreiter in Riesenbeck. Keiner hat Vorurteile und natürlich ist Reiten ein echter Volkssport für alle - genau deshalb fliegen die Zuschauer für ein Reitturnier auch mit ihren Privatjets ein.

Egal, wo war ich? Ach so, ja, Pferdemist haben wir also erfolgreich gesammelt, K hat das Beet gründlich umgegraben, wir haben die staubtrockene Erde mit rund 150l (es lebe das Regenfass!) Wasser immer wieder angefeuchtet, die Pferdeäppel eingearbeitet, dann habe ich den Samen ausgestreut - und jetzt warten wir mal.
Schritt eins auf meinem Weg zum Bauerngarten.

Außerdem habe ich noch den Onkel besucht, ihm gezeigt, wo man den Ton am Telefon wieder anschaltet, wenn man ihn versehentlich ausgeschaltet hat, ein Betriebssystemupdate ausführen lassen und seinen Impfnachweis digital als Zertifikat aufs Handy geladen. Alles Wichtige ist jetzt also erstmal erledigt, das ist beruhigend.

Zurück nach Münster machten wir uns erst kurz vor Flugplatzschließung auf den Weg, wir waren der zweitletzte Flieger, der noch im Gras parkte, alle anderen waren schon wieder weg.
Wir flogen gleichzeitig mit der Fähre ab, d.h., die Fähre flog natürlich nicht, sondern schwamm unter uns, hatte aber auch grade erst abgelegt.



Die unteren beiden Fotos sind durch das hintere Fenster und gegen die Sonne gemacht, son Flieger ist ziemlich schnell über eine Fähre hinweg, da bleibt nicht viel Zeit zum Knipsen, aber wenn man beim Abflug zurückblickt und so stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen produziert, dann tröstet es einen selber etwas über den Abschied hinweg. Ich hätte nichts dagegen gehabt, noch ein paar Wochen zu bleiben.

Nun ja, morgen wieder Büro, dort gibt es immer noch enorm viel zu tun, aber immerhin haben die zwei Tage Wochenende etwas zum Energieauftanken beigetragen
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Samstag, 4. September 2021
Transfer
Heute passte nicht nur die Terminlage, sondern auch das Wetter, wir flogen also heute morgen nach Borkum.

Auf dem Flugplatz in Münster gab es eine größere Ansammlung von Privatjets. Sehr ungewöhnlich, so viele sind dort gar nicht stationiert und dass sie alle auf dem Vorfeld rumstehen, weist ja auf eine frische Aktivität hin. Da gibt es also irgendeine größere Veranstaltung der oberen Zehntausend Fünfhundert in der Gegend, aber die Presse weiß von nichts. Ist ja auch irgendwie interessant.



Unser Weg führte uns über die Meyerwerft, als wir über die Werft flogen, zog auch eine einzelne Wolke dort vorbei, ich fand es witzig, wie sie zwischendurch die Sicht verdeckte.


Ansonsten war sehr schönes Fliegerwetter, zwischendurch immer wieder einzelne Wolken, wir flogen aber "on top" und über dem Wasser waren dann alle Wolken weg.



Am Nachmittag mähte K nicht nur bei uns, sondern auch am Vaterhaus den Rasen, das war viel, das Zeug war gewaltig gewachsen, aber er kämpfte sich tapfer durch. Ich machte am Vaterhaus die Straße sauber, fuhr einkaufen und brachte meine Briefwahlunterlagen auf den Weg. Am Abend waren wir beide ziemlich groggy, sollten aber unbedingt noch einen Strandspaziergang machen.



Wir blieben bis zum Sonnenuntergang, patschten durchs Wasser und genossen einfach die Leere, denn seltsamerweise waren kaum Menschen am Strand. Ich habe keine Ahnung, wie ausgebucht die Insel derzeit ist, am Strand war es aber sehr ruhig, das war wunderbar.


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Mittwoch, 1. September 2021
Zeitflug und eine Therapeutin, die keine sein will
Und zack - September.
Noch vier Monate und wir haben 2022, das ist doch wahrlich unfassbar.

Ich weiß gar nicht, wann das Jahr den Turbo eingelegt hat, eben war doch noch Jahresanfang, alles ganz neu und frisch und nun ist das Jahr schon wieder fast vorbei.

Ich stehe verwundert und mit rotgeriebenen Augen vorm Kalender, schließlich habe ich mich immer noch nicht zuverlässig an die neue Schreibweise mit einer 1 hinten gewöhnt, da hat sich die 1 bald auch schon wieder überholt und ich bleibe staunend zurück und starre meine leeren Hände an. Wie kann das nur sein?

Frühling, Sommer, zwei schnelle Tage sind vorbeigehuscht, mehr ist auch nach langem Kramen in der Erinnerung davon nicht zu finden, und ich mache mir Sorgen.

Natürlich zähle ich die Tage bis Büroende, 1.117 sind es übrigens, Stand heute, und natürlich kann ich es kaum erwarten, bis es endlich soweit ist, aber doch nicht so, herrjehnochmal.

Heute Abend war ich bei der Massage. Seitdem ich den Beschluss verinnerlicht habe, dass ich reich bin, leiste ich mir solche Dinge auf selbstbezahltem Privatrezept. Genau genommen natürlich komplett ohne Rezept, aber da es sich um eine seriöse Physiotherapiepraxis handelt und nicht um eine schnöde Wellnessbude, behandeln die dort nur auf Rezept, und überhaupt haben sie ja auch Annahmestop für neue Patienten, ich habe also nicht nur sehr viel Glück, dass ich dort überhaupt angenommen wurde, sondern auch, dass sie mein Rezept akzeptieren. Das besteht pro Termin aus einem 20 Euro Schein und wird als Vorkasse immer gleich für 10 Termine auf einmal eingereicht, vereinfacht das Handling enorm.

Heute erklärte mir meine Physiotherapeutin, dass sie gar keine Physiotherapeutin sei, sondern darauf bestände, als Physiotherapeut bezeichnet zu werden, weil sie mindestens so gut sei wie ein Mann und dass sie deshalb nicht auf ein einzelnes Geschlecht reduziert werden wolle. So wie sie massiert, kann ich diese Selbsteinschätzung absolut bestätigen, musste aber gleichzeitig auch sehr grinsen, weil sie mit dieser Argumentation bei mir natürlich offene Türen einrennt.

Sie führte sehr nach- und eindrücklich aus, was sie von all diesem Genderkrimskrams hält, redete sich dabei immer mehr in Rage und arbeitete ihren Zorn sofort an meinem Rücken ab. Ich weiß nicht, ob man Verspannungen auf Vorrat wegmassieren kann, aber wenn, dann habe ich jetzt für die nächsten drei Wochen bestimmt nicht eine einzige mehr.

Auf der Fahrt nach Hause hörte ich im Radio einen sehr hübschen Satz: "Ich schaue jeden Morgen Frühstücksfernsehen, um mich jeden Morgen frisch mit allgemeinem Menschenhass aufzuladen. Danach starte ich dann gut gelaunt erbost in den Tag."
Ich glaube, es war Benjamin von Stuckrad-Barre, der diese gut formuliert Erkenntnis von sich gab, ich fand es auf alle Fälle witzig
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Montag, 30. August 2021
Alle zu dumm
Das war ein anstrengender Tag heute und gute Laune war auch nicht dabei.
Ich war schon wieder um 7.30h im Büro, was schon als Einzelfakt sofort Punktabzug für den Tag bedeutet, es wurde aber auch danach nicht besser.

Eine Besprechung jagte die nächste, zwischendurch blitzschnell Vermerke und Protokolle fertigen, Vorabstimmungen, Nachabstimmungen, das volle Programm.

Was mich bei dem ganzen Ärger am meisten nervt, ist die eingeschränkte Auffassungsgabe unserer Aufsichtsratsmitglieder. Denen müssen wir natürlich berichten und ich stelle zu meiner Verblüffung fest, dass die Damen und Herren zu dumm sind, den Sachverhalt zu begreifen.
Zugegeben, es ist komplex, aber das ist doch keine Entschuldigung für jemanden, der offiziell das Kontrollorgan einer Firma wie unserer darstellt. Offensichtlich aber wohl doch und aktuell läuft die Meinung, wie wir uns bei dem Streit in dem großen Projekt zu positionieren haben, in eine komplett verkehrte Richtung. Das wird dermaßen katastrophal in die Hose gehen, dass es nur so kracht - aber ehrlich gesagt, ist mir das inzwischen vollständig egal. Wenn die das so haben wollen, dann soll es so sein, hat für mich den Vorteil, dass ich mich auch mit gutem Gewissen nicht mehr anstrengen muss, lohnt sich ja doch nicht
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