
Am Abend sind wir dann nach Greven zurückgeflogen, auch dieser Flug verlief völlig unspektakulär, so unspektakulär, dass ich noch nicht mal Fotos gemacht habe.
Im Grunde also ein sehr unauffälliger Tag, wenn der Sturz in der Nacht nicht gewesen wäre. Als wir nämlich gestern (es war allerdings schon heute) nach dem Grillen beim Onkel nach Hause fahren wollten, bin ich beim Aufsteigen aufs Fahrrad abgerutscht und dadurch mitsamt Fahrrad umgekippt.
Wie und weshalb ich überhaupt so komplett umgefallen bin, weiß ich nicht, aber es ist mir gelungen, genau aufs Gesicht zu fallen und mir dabei die Oberlippe so aufzuschlitzen, dass wir dann mitten in der Nacht noch ins Krankenhaus gefahren sind, um die Lippe gründlich nähen zu lassen.
Ich sehe jetzt ziemlich wüst aus, wie frisch an der Hasenscharte operiert. Ich hoffe allerdings sehr, dass die Narbe, die bleiben wird, dann weniger auffällig sein wird als eine Hasenscharten-Narbe
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Wenn ich mir überlege, dass ich bis vor ca. einem halben Jahr noch gar nicht wusste, was ein Barcamp ist, dann aber durch Zufall über verschiedene, teilweise sehr enthusiastische Berichte von irgendwelchen Barcampteilnehmern gestolpert bin und mir deshalb im ersten Schritt erstmal neugierig den Begriff, die Idee und weitere Informationen zum Thema Barcamp grundsätzlich ergoogelt habe, (an dieser Stelle keine Links, weil, wen es interessiert, der kann einfach selber googeln, es ploppen sofort viele passende Seiten auf) habe ich jetzt den zweiten Schritt gemacht und mich tatsächlich zu so einer Veranstaltung angemeldet und freue mich über die verbindliche Zusage, die ich schon erhalten habe.
Am 21. September bin ich also auf dem Barcamp Dangast, ich bin sicher, das wird eine interessante Veranstaltung.
Dieses Barcamp habe ich mir ausgesucht, weil es mich a) natürlich rein von der Location (Dangast, Nordsee!) her schon sehr anspricht, weil
b) Dangast eine der wenigen "ländlichen" Barcamp-Veranstaltungen ist, was mir einfach wesentlich sympathischer ist als Großstadt (ich finde Großstadt mittlerweile körperlich anstrengend, zu viel Beton, zu viel Krach, zu viele Menschen, überhaupt zu viel von allem, vor allem zu viel von Dingen, die ich alle gar nicht brauche), weil es
c) auch noch keine über Jahre gewachsene Kultveranstaltung ist, sondern erst zum zweiten Mal stattfindet. Das heißt, es wird (hoffentlich) noch keine festen Grüppchen von Menschen geben, die sich schon lange kennen, weil sie sich traditionell immer hier treffen (ein Grund, der mich sehr oft davon abhält, überhaupt an irgendwelchen "öffentlichen" Veranstaltungen teilzunehmen, weil ich es hasse, wenn ich da dann so alleine und verloren rumstehe und nicht weiß, mit wem ich reden soll, weil ich das Gefühl habe, nirgendwo dazuzugehören.), weil es
d) zumindest beim letzten Mal noch keine reine "Internetmenschen" Veranstaltung war, denn genau das sind die Leute, bei denen ich mich schnell ausgeschlossen fühle. Das Barcamp Dangast wirbt grade damit, dass beim ersten Mal ungewöhnlich viele "normale" Leute teilgenommen haben, das gibt mir Hoffnung. Diese "Social-Media-Menschen" sind bestimmt alle sehr nett und sie betonen auch immer selber, dass sie alle sehr nett und offen sind und ganz bestimmt niemanden ausschließen oder diskriminieren wollen - aber letztlich sind sie ja selber auch alles nur Menschen, die sich persönlich eher selten treffen und dann natürlich mit Begeisterung die Gelegenheit nutzen, sich mit den Menschen zu unterhalten, die sie sonst nur übers Internet kennen - und schwupp, stehe ich auf der Warteliste für den nächsten Gesprächspartner auf Platz 89, weil ich ja noch nicht mal übers Internet Menschen kenne.
Und schließlich habe ich mir
e) (uff geschafft, eine ordentliche Aufzählung muss immer genau fünf Punkte haben, lautet eine alte Regel, von der ich nicht weiß, wer sie geschaffen hat und welchen Sinn sie hat, die ich aber trotzdem stets verzweifelt verbissen versuche zu verfolgen),
also e) das Barcamp Dangast habe ich mir ausgesucht, weil auch Vanessa Giese dorthin geht und die möchte ich tatsächlich sehr gerne mal persönlich kennenlernen. Meine ganz heimliche Hoffnung ist, dass ich dadurch dann auch endlich mal wenigstens einen Internetmenschen persönlich kenne.
Ob ich selber ein Thema vorschlagen oder anbieten werde, weiß ich noch nicht, als 100% Neuling bei einer derartigen Veranstaltung neige ich naturgemäß eher zur rein passiven Teilnahme, da kann man am wenigsten falschmachen, außerdem sind mir Leute, die sich immer und überall gleich als erstes mit lautem Hurra vordrängeln, in der Regel sehr suspekt, und damit ich mich nicht vor mir selber schämen muss, halte ich meistens in einer neuen Umgebung ganz bewusst die Klappe. Andererseits habe ich verstanden, dass so eine "Unkonferenz" davon lebt, dass jeder mitmacht und natürlich habe ich schon durch meinen Beruf von Dingen Ahnung, die für die meisten Leute einerseits böhmische Dörfer sind, sie andererseits aber tatsächlich sehr interessieren, wenn man sie so vorträgt, dass sie auch von Laien verstanden werden.
Dass ich letzteres üblicherweise recht gut kann, weiß ich aus meiner vorletzten Tätigkeit, schließlich habe ich mal fünfzehn Jahre lang Themen wie Steuerrecht und Rechnungswesen unterrichtet und war mit meiner provokanten These: "Ich erkläre Ihnen Buchführung so, dass Sie es nach zwanzig Minuten komplett verstanden haben und für den Rest Ihres Lebens anwenden können." relativ erfolgreich, ob ich das aber wirklich alles noch mal rauskramen will, hmm, auch das ist so ein Thema, bei dem ich mir nicht sicher bin. Eigentlich habe ich mit meinem früheren Leben abgeschlossen.
Nun, wir werden sehen, wer alles da ist und was sich so ergibt, vieles kann man sicherlich auch spontan entscheiden.
Und überhaupt fühle ich mich grade persönlich sehr mutig, keine Ahnung warum, aber seit fast drei Jahren halte ich nun tapfer mein Tagebuchblog durch, da kann ich ja auch mal einen Schritt mehr ausprobieren und tatsächlich an so einem Barcamp teilnehmen.
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Mein Job im Büro bestand heute überwiegend aus Lesen. Ich habe Unmengen an E-Mails, Vermerken, Berichten, Verträgen bzw. Vertragsentwürfen u.ä. gelesen, und viel im Internet recherchiert. Im Ergebnis habe ich außerdem einen Vertrag selber gefertigt und einen Vermerk zu diversen Vertragsvorschlägen erstellt. Der Output sieht nicht nach viel aus, aber Lesen, Informationen aufnehmen und ergänzende Informationen dazu im Internet suchen ist enorm zeitaufwändig, ab und zu muss ich mich dann vor mir selber rechtfertigen, wenn ich mich am Ende des Tages frage, womit ich eigentlich den Tag über meine Zeit verplempert habe, wenn nur so wenig rausgekommen ist
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Deshalb haben wir es heute urlaubsmäßig noch einmal richtig krachen lassen und sind erst am späten Nachmittag aufgestanden. Wie als hätten wir es bestellt, war ja das Wetter auch so passend schlecht, dass man das sogar ohne besonders schlechtes Gewissen tun konnte.
Aber irgendwann sind wir dann doch aufgestanden, weil ich mir überlegt habe, dass es doch vielleicht eine kluge Idee ist, das Thema Hausputzen auf zwei Tage zu verteilen, weshalb wir einen Teil bereits heute erledigt haben und insgesamt ist das jetzt ein richtig gutes Gefühl. K hat in der ersten Etage alles einmal richtig gründlich gesaugt, inklusive Wände und Decken, anders wird man den Spinnen hier im Haus nicht Herr.
Ich habe derweil die gesamte Wäsche erledigt und begonnen, die Küche sauberzumachen. Eine Hälfte ist jetzt gründlich geputzt, alle offenen Lebensmittel sind in luftdicht schließende Dosen verpackt und anschließend habe ich den Kühlschrank aufgeräumt und das gesamte vorhandene Gemüse zu einem großen Blech Ofengemüse verschnibbelt. Der Kühlschrankinhalt ist jetzt durchaus überschaubar.
Außerdem habe ich meinen Kleiderschrank aufgeräumt und alle Klamotten, die ich wieder mit nach Greven nehmen möchte, in eine Tasche gepackt, morgen kann ich mich dann den ganzen Tag damit beschäftigen, was ich noch unbedingt mitnehmen will, aber ich denke, das meiste ist schon geschafft
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Morgen muss er den Flieger wieder abgeben, deshalb war heute die letzte Gelegenheit. Dass er den Flieger schon morgen wieder abgeben muss, habe ich allerdings erst gestern Abend erfahren. Ich hatte mehrfach gefragt, wie lange er das Flugzeug jetzt hat und er meinte regelmäßig, er hätte es jetzt eben. Also habe ich mir auch nichts mehr dabei gedacht, denn wenn sonst keiner damit fliegen will, ist es auch egal, ob es in Münster oder Borkum rumsteht.
Jetzt braucht es aber doch jemand anderes und deshalb muss er den Flieger morgen zurück nach Münster bringen.
Genau genommen hat dieser Mensch den Flieger auch schon vor recht langer Zeit für das kommende Wochenende reserviert, mein Westfalenmann hat sich darum aber überhaupt nicht gekümmert, er hat einfach gar nicht nachgeguckt, ob sich da noch jemand anderes in den nächsten Wochen eingetragen hatte.
Mein Westfalenmann steht nicht so auf Planung und Strategie, es ist ihm meist schlicht zu lästig, sich darum zu kümmern, er frickelt sich lieber mit stand-by Improvisation durch seine Freizeit. Er findet es toll in Urlaub zu fahren (vor allem, wenn wir dorthin fliegen), was man dort dann aber den ganzen Tag macht bzw. was man dort machen könnte, das man dann aber eventuell vorher reservieren oder buchen müsste, interessiert ihn genauso wenig wie die Frage, wo man dort wohnt, was man dort isst und was man für Kleidung mitnehmen sollte. Wir fliegen eben. Er macht die Flugplanung - ich kann mich ja um den Rest kümmern.
Das funktioniert aber nur, wenn ich Lust habe, mich um den Rest zu kümmern, was, ich muss es zu meiner Schande gestehen, immer seltener der Fall ist, ich werde immer unreisiger und auch einfache Tagesausflüge finde ich schon relativ anstrengend.
Andererseits sehe ich ja ein, dass man ab und zu auch mal was unternehmen sollte, aber die Tatsache, dass ich dann dafür zuständig bin, zu organisieren, wohin man fährt oder fliegt und was man dort dann macht, schreckt mich so, dass ich schon gleich noch weniger Lust habe, etwas zu unternehmen.
Dazu kommt, dass für mich einige Unternehmungen komplett unmöglich sind. Im Moment sind meine Hüften so zickig, dass ich mehr als 1km gar nicht mehr laufen kann, bergauf oder gar Stufen im Grunde gar nicht. Fahrradfahren ohne Hilfsmotor kann ich auch nicht mehr, das verweigert meine Lunge.
Am unproblematischsten ist es für mich, wenn ich einfach zu Hause auf meinem Sofa sitze, das steht nur in gewissen Widerspruch zu Ks Fliegerträumen.
Dinge, zu denen ich keine Lust habe, funktionieren für mich am besten, wenn man mir feste Termine gibt, sagt, bis dann und dann muss dies und jenes erledigt sein, sonst Drama.
Dann jammere ich erst eine Runde und dann kümmere ich mich darum. Deadlines sind ätzend aber ohne die letzte Sekunde bekäme ich nie irgendetwas geschafft.
Wenn man mir vor der letzten Sekunde aber nicht genug Zeit zum Jammern und anschließenden Planen gibt - dann falle ich in eine ziemliche Verweigerungshaltung.
So war das heute, als K sagte, dass er den Flieger morgen zurückbringen muss und wir deshalb nur noch heute für einen Ausflug haben und wo ich denn jetzt gerne hinfliegen möchte.
Zack, jetzt! Keine Zeit zum Jammern, aber eben auch keine Zeit zum Planen. Und vor allem, er hätte es schon selber lange vorher wissen können.
So kam es, dass wir heute nach Norderney flogen, weil es schon Mittag war, bevor wir loskamen und die kleinen Inseln ihren Platz alle in der Mittagszeit schließen. Es blieb also nur Norderney. Was wir dort dann machen, wussten wir nicht, aber wir fliegen mal hin. C. wollte auch mit.
Ich habe dann etwas hektisch wenigstens noch eine Tasche mit Schwimm- und Strandzeug gepackt, Norderney hat bestimmt auch einen Strand und bevor uns sonst gar nichts einfällt, legen wir uns eben dort an Strand und warten, bis genug Anstandszeit verstrichen ist, um wieder zurückzufliegen und behaupten zu können, man hätte einen Tagesausflug gemacht.
Den Plan mit dem Strand haben wir nach Ankunft aber schnell wieder fallenlassen, dafür hätten wir fast 2km laufen müssen, eine Richtung, also auch 2km wieder zurück, und das kommt für mich überhaupt gar nicht in Frage, schon gar nicht für einen blöden Strand, den wir in mindestens der gleichen, wenn nicht besserer Qualität auf Borkum auch haben - nur muss ich dort keine 2km laufen.
Es stellte sich dann raus, dass es einen oben offenen Doppeldeckerbus gibt, der immer im Kreis über die Insel fährt und dabei eine Inselrundführung anbietet, man kauft eine Tageskarte, kann an beliebiger Stelle aus und wieder einsteigen, bis man einmal komplett rundrum ist.
Es gab eine Haltestelle in der Nähe des Flugplatzes, das war sehr praktisch, dort sind wir also eingestiegen und dann so lange mitgefahren, bis wir nach über einer Stunde wieder genau dort vorbeikamen. Dabei wurde uns über Kopfhörer die gesamte Insel erklärt.
Jetzt kenne ich also alle wichtigen Dinge von Norderney,
am lustigesten fand ich, dass wir mit dem Schild "Norderney sagt Tschüss" begrüßt wurden, als wir dort ankamen :-)
Irgendwann während des Tages bekam ich dann einen unglaublichen Appetit auf Pommes-Frites, als wir wieder auf Borkum waren, bin ich gleich vom Flugplatz auf direktem Weg zu Lidl gefahren und habe dort in größeren Mengen zwar schwer ungesundes aber genauso schwer leckeres Frittierzeug erworben,
so dass der Abend in einem Frittierfettölfresskoma endete und der Erkenntnis, dass der Einsatz einer Friteuse auf der Terrasse sehr viel Ähnlichkeit zu einem Grillabend hat
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Eben.
Drum.
Aber vielleicht gewöhne ich mich ja auch langsam an die Hitze, man weiß es nicht, gefroren habe ich allerdings heute nicht, noch nicht mal, als ich (zum zweiten Mal in Folge, sagte ich schon, dass es hier heiß ist?) heute wieder schwimmen gegangen bin. Weder beim Rein- noch beim Rausgehen.
Falls es noch jemandem heiß sein sollte, ich habe ein paar Bilder zum Erfrischen gemacht:

Das Wasser war heute ungemein klar, selbst als ich bis zum Bauch im Wasser stand konnte ich noch fast meine Füße sehen (okay, vielleicht nur meine Knie, die aber bestimmt.)

Hier habe ich K und C fotografiert, die mit großer Begeisterung nach dem Ende der offiziellen Badezeit noch bis zu den Tonnen rausgeschwommen sind (und das auch noch bei ablaufendem Wasser, wir werden alle ertrinken, bloß nicht nachmachen) - aber weil die Tonnen eben wirklich arg weit draußen sind, sind die zwei nur schlecht zu erkennen, fürchte ich.

Der Trick ist, wirklich erst nach dem Ende der offiziellen Badezeit Schwimmen zu gehen, wenn also die DLRG-Menschen alle Badenden hemmungslos ihrem Schicksal überlassen, ihre Sachen gepackt und nach Hause gegangen sind. Schlagartig leert sich Strand und Wasser, bei solchen Gelegenheiten freue ich mich dann immer darüber, wie gehorsam der typische Deutsche an sich doch ist.

Ist aber alles gutgegangen, C und K haben überlebt und es gab sogar noch ein paar andere todesmutige Eltern, die ihren Nachwuchs unbewacht dem blanken Hans überlassen haben, dieser Ministöpsel oben links hatte viel Spaß beim wilden Surfen auf den Brandungswellen
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K, der im Moment ja intensiv mit der Theorie für seinen IFR-Schein beschäftigt ist, und grade dieses Wochenende die Zwischenprüfung in Meteorologie abgelegt hat, ist deshalb ganz groß darin, allen Wolken Namen zu geben. Diese Wolken nannte er Alto Cumulus, vorher hatte er schon Alto Stratus gesehen, aber die habe ich nicht geknipst.
Der Mond ist im Moment vor allem aus dem Dachfenster sehr gut zu sehen, wenn das so bleilbt, dann können wir übermorgen eine wunderbare Mondfinsternis bewundern.
Ansonsten war es hier urlaubsangemessen ruhig. Am Nachmittag haben wir eine Fahrradtour zum Hafen gemacht, einfach nur so, weil Fahrradfahren bei der Hitze angenehmer ist als still an einer Stelle sitzen (ich bin immer noch nicht darüber hinweg, weshalb die Leute sich zu Hunderten bei lebendigem Leib am Strand grillen).
Vor der Abfahrt hatte ich den Teig für eine Galette und für Pfannenbrote zusammengerührt und dann (natürlich in zwei getrennten Schüsseln) im Kühlschrank ziehen lassen.
Zum Abendessen gab es deshalb eine Riesenprortion Backofengemüse mit Pfannenbrot und Aioli (die habe ich gestern gemacht, dabei experimentiert und das erste Mal eine Aioli ohne Ei ausprobiert, was zu meiner Überraschung extrem gut funktioniert hat, künftig gibt es hier nur noch Aioli ohne Ei, viel bessere Konsistenz) und eine Pflaumengalette zum Nachtisch, war alles ausgesprochen lecker und als Krönung hat K uns Mojito-Caipis gemixt,. Da wir das halbe Kräuterbeet voller Minze haben, können wir da echt einen raushauen, was Mojito-Minze angeht, und weil wir noch so viele Limetten hatten, gab es halt Mojito-Caipi. Echt sehr lecker, kann ich nur empfehlen
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Ich habe dann vorgeschlagen, wir könnten doch einfach mal nach Greven fliegen. Da ist ein Einschreiben für mich angekommen, was sonst zurück gehen würde (unselige Neugier, K hat die Benachrichtigung letzten Donnerstag aus dem Briefkasten gefischt, war dann aber nicht mehr lange genug da, um die Sendung noch bei der Post abzuholen. Seit der Zeit grübel ich, was um alles in der Welt das sein könnte. Erwartet oder angekündigt hat niemand etwas, mein latenter Pessimismus lässt mich natürlich hauptsächlich Schreckliches vermuten).
Und außerdem hatte K am Donnerstag vergessen, die Gartenliege mit zu bringen und bei der Hitze kann es schließlich nicht schaden, wenn man die Blumen noch mal gründlich gießt und wässert.
Und so kam es, dass wir heute einen Halbtagesausflug nach Greven gemacht haben.
K meinte, es wäre schon ziemlich snobby, wenn man nur um Post zu holen und die Blumen zu gießen aus dem Urlaub mal eben nach Hause fliegt, ich dagegen fand diesen Ausflug jetzt viel, viel praktischer als wenn wir auf irgendeine andere Insel geflogen wären, die ich ja auch alle schon kenne und die insgesamt dann auch nicht so viel anders sind als Borkum. Ich meine, außenrum ist Wasser, es gibt überall einen Strand und ansonsten kann man in der Gegend rumlaufen und sich irgendwelche Inselhäuser angucken. Die sehen auf Helgoland sicherlich anders aus als auf Pellworm und dort noch mal anders als auf Ameland, aber wirklich spektakulär finde ich das alles nicht so wirklich.
Greven als Ausflugsziel ist zwar auch nicht spektakulär, dafür aber enorm praktisch, dieser blöde Einschreibebrief hat mich schon nervös gemacht.
Tatsächlich habe ich mich aber schließlich darüber, dass ich dieses Einschreiben heute wirklich abgeholt habe, dann sehr geärgert, denn es war von einem Typ, der mir zwei leere USB Sticks geschickt hat, weil ich ihm rund 100GB Dateien schicken soll.
Ich finde es wirklich rücksichtslos, so etwas per Einschreiben zu schicken, denn es bedeutet ja ziemlich sicher, dass ich deswegen extra zur Post gehen muss, um das Einschreiben abzuholen, weil es ja auch bekannt ist, dass ich tagsüber arbeite. Ich hätte mich also schon darüber geärgert, wenn ich nicht extra deswegen zurück nach Greven geflogen wäre, so fand ich es noch viel ärgerlicher und hätte es viel besser gefunden, wenn der Brief mit dem Vermerk „nicht abgeholt“ wieder zurück gegangen wäre. Naja, bin ich aber ja auch selber schuld, wenn ich meine Neugier nicht zügeln kann.
Um 14.30h waren wir schon wieder zurück, aber selbst hier auf Borkum, wo es tatsächlich deutlich kühler ist als auf dem Festland, war es so heiß, dass ich mich nur noch im Haus verkrochen habe. Mir ist es ein Rätsel, wie bei dieser Hitze Leute freiwillig am Strand rum liegen. Tun sie aber zu Hunderten, die Strände sind pickepackevoll. (Zum Glück nur die Badestrände, diese Touristen haben nicht nur die seltsame Angewohnheit, sich in die pralle Sonne zu legen, um sich verbrennen zu lassen, sondern das vorzugsweise auch noch alle geknubbelt auf einem Haufen. Aber mir soll‘s recht sein, so gibt es immer noch genug friedliche Stellen auf der Insel).
Fotografiert habe ich diesmal das Wattenmeer bei Ebbe und ein Atomkraftwerk.

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Dazu kommt, dass die aktuelle Sonnenlage wohl noch länger halten wird, so dass ich mich noch nicht mal von dem Gedanken "man muss dringend das gute Wetter nutzen, morgen kann es schon vorbei sein" hetzen lassen muss, sehr angenehmer Zustand.
Immerhin war ich heute tatsächlich das erste Mal am Strand, ich meine so richtig klassisch "am Strand" , im Badeanzug, mit Liegematte und Handtuch. Und ich bin sogar ins Wasser gegangen und habe damit K verleitet, auch mit ins Wasser zu gehen und wenn K ins Wasser geht, dann schwimmt er ja immer gleich richtig. K ist also ganz weit draußen, an der maximal erlaubten Demarkationslinie, die die DLRG-Bewacher grade noch erlauben bevor sie tuten, sich in ihr Kajak werfen und einen zwangsretten, was immer mit gewaltig Mecker verbunden ist, dort ist er also 10x zwischen den Buhnen hin- und hergeschwommen, und ich finde ja, es reicht, wenn in der Familie einer Sport macht, das zählt für mich dann gleich mit.
Sonst ist nicht viel passiert, ich habe ein paar berufliche Mails gelesen und beantwortet, mit dem Kaufvertragspartner vom Onkel gemailt, beim Vater das Leergut abgeholt und im Laden gegen neue Wasser- und Colaflaschen eingetauscht.
Zum Abendessen gab es Schinkennudeln mit Salat, eigentlich wollte ich ja die Pfirsich-Galette von neulich noch mal als Pflaumen-Galette neu backen, aber keiner hatte Hunger und das war sogar so ausgeprägt, dass noch nicht mal die Schinkennudeln alle geworden sind - das gab es noch nie, soweit ich mich erinnern kann. Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir am Nachmittag schon ein Baguette mit Humus, rotem Pesto und Kräuterfrischkäse weggeknuspert hatten
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Außerdem ist es jetzt auch genug, ich bin nun vier Tage recht planlos durch die Zeit geeiert, das war schon völlig okay und auf eine gewisse Weise habe ich es auch durchaus genossen, aber zu zweit lebt es sich (für mich) doch immer noch besser als alleine. Ich denke, ich bin der klassische Kugelmensch, der ohne ergänzende zweite Hälfte nur sehr holperig durchs Leben kommt.
Jetzt sind wir also wieder komplett und es ist wirklich viel schöner so.
Meine Arbeit des Tages war das Kleiderschrankausmisten, was dringend nötig war. Einen großen blauen Müllsack voll aussortierter Kleidung habe ich nur aus dem Kleiderschrank rausgeholt, jetzt muss ich mich noch durch die Kommode probieren, aber dazu reichte meine Lust heute nicht mehr.
Am Nachmittag habe ich dann eine Fahrradtour erst zum Altkleidercontainer und dann weiter ins Dorf gemacht, im Drogeriemarkt habe ich außer den auf der Einkaufslisten stehenden Dingen auch noch fünf Lippenstifte erworben, weil es plötzlich wieder Lippenstifte in Unfarben gibt und das sind genau die Farben, die ich am liebsten mag. Rot sowie alle orange und braun Töne stehen mir gar nicht, finde ich, was die Auswahl bei Lippenstiften üblicherweise arg einschränkt. Ich mag Lippenstifte in einem zarten rosé, gerne darf es auch etwas glänzen oder glitzern, nur zu knallig darf es nicht werden. Wenn es aussieht wie Lippenstift, dann ist es mir schon wieder too much, ich gebe zu, ich bin ein schwieriger Lippenstiftkunde.
Aber in dem örtlichen Drogeriemarkt gab es heute genau meine Farben und meine Konsistenz, und weil ich das mit einem Tester auf dem Handrücken nicht sinnvoll entscheiden kann, habe ich kurzerhand alle fünf Farben, die mir geeignet erschienen, erworben, was den Tag sofort zu einem guten Tag machte.
Mit der guten Laune des erfolgreichen Lippenstiftkaufes bin ich dann ins gegenüberliegende Schnapsgeschäft gegangen und habe dort eine Flasche Kräuterschnaps mit Sanddorn und einen Grappa mit Sanddorn gekauft.
Der Grappa mit Sanddorn ist sehr, sehr lecker, den haben wir neulich schon probiert als K.s Sohn zu Besuch war und von seinem Ausflug ins Dorf eine Flasche davon mitbrachte. Genau diese Marke habe ich woanders auch noch nicht gesehen, ich habe mittlerweile zwar schon Flaschen von anderen Herstellern, die Grappa mit Sanddorn produzieren, ausprobiert, die waren auch nicht schlecht, aber nicht so lecker, wie genau dieser Hersteller, von dem ich jetzt endlich in diesem kleinen Schnapslädchen eine Flasche kaufen konnte.
Als wir neulich in Esens waren habe ich ja auch danach gesucht und nicht gefunden, dafür gab es dort einen Kräuterschnaps mit Sanddorn, den ich aus Neugier gekauft und probiert habe, der war auch sehr, sehr lecker, ganz unerwartet lecker sogar, weshalb ich davon hier jetzt auch gerne eine Flasche hätte. Diesmal ist es umgekehrt - die Marke, die ich in Esens gekauft habe, finde ich jetzt nicht in diesem Borkumer Schnapslädchen, die haben dafür eine andere, die ich testweise natürlich auch erwerbe und die ist nun wiederum nicht so gut, wie die, die ich aus Esens mitgebracht habe. Genaugenommen schmeckt das Zeug gar nicht, mal schauen, wie ich diese Flasche jetzt leer kriege.
Als ich wieder zu Hause war, habe ich den Teig für diese Pfirsich-Galette zusammengerührt, weil der ja noch eine Stunde im Kühlschrank ruhen muss, außerdem habe ich die Pfirsiche in Scheiben geschnitten und mit Zucker und Stärke mariniert, dann bin ich losgefahren, K. vom Flugplatz abzuholen und nachdem wir gebührend Wiedersehensfreude gefeiert haben, habe ich den Kuchen fertig gemacht, in Ofen geschoben und begonnen, Reis und Frikasse zu kochen.
Der Kuchen ist tatsächlich sehr lecker (das sagt eine, die eigentlich keinen Kuchen mag), ich hoffe er schmeckt auch kalt, denn mehr als drei Stück sind natürlich noch nicht weggegessen.
Diesen Text habe ich jetzt auf meinem PC geschrieben, der bis eben kein Internet hatte, weil wir eine neue Fritzbox bekommen haben und K. noch eifrig einrichtet, falls er aber irgendwann doch lesbar sein sollte - nun, dann hat das mit dem Einrichten der neuen Fritzbox wohl geklappt
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Das führt unterm Strich zu einem ziemlichen Durcheinander, 27 angefangene Dinge, nix zu Ende gebracht, alle Actionfäden ineinander verkuddelt, aber mir geht es gut.
Ich habe Lust, leckere Sachen zu kochen, muss dafür aber natürlich erst mal Rezepte lesen, dabei begeistere ich mich hauptsächlich für Kuchen und Desserts, kaufe alle möglichen Zutaten dafür ein, entscheide mich dann wieder um, kann aber nicht anfangen zu backen, weil jetzt doch wieder etwas fehlt, gehe wieder einkaufen, erwerbe dabei spannendes Koch- bzw. Backgeschirr, muss jetzt ein anderes Rezept suchen, um das neue Werkzeug sinnvoll zu benutzen, inzwischen ist es arg spät, abends 20h fühlt sich als falsche Backzeit für einen Kuchen an. Außerdem fällt mir auf, dass hier irgendwie gar keiner ist, der gerne Kuchen isst, ich möchte den Kram nur herstellen und vielleicht ein Stück probieren, was mache ich dann mit dem Rest? - Das Dauerproblem mit Kuchen in dieser Familie. (Außer mit Schwarzwälderkirsch, der geht immer weg, der ist aber erst nächste Woche zu J. Geburtstag dran.)
Ergebnis des Tages: Natürlich kein Kuchen gebacken, mittlerweile aber ganz viel Butter, eine Schale voll entsteinter Pflaumen und viele Pfirsiche im Haus. Jedoch noch keine Mandeln.
Mittendrin fällt mir ein, dass ich ja noch die Kichererbsen verarbeiten muss, die ich gestern schon mal eingeweicht habe. Das Rezept sieht vor, dass die eingeweichten Erbsen erst eine Stunde kochen müssen, bevor ich sie pürieren kann, also setze ich die Erbsen auf den Herd und mich vor den PC, muss ja jetzt eine Stunde Wartezeit überbrücken.
Das Wetter ist immer noch traumhaft, eigentlich wollte ich ja auch raus und das Wetter genießen, Strandspaziergang zum Beispiel, lohnt sich aber nicht, in einer Stunde muss ich die Kichererbsen weiterverarbeiten, deshalb PC.
Zweieinhalb Stunden später (klassischer Fall von disziplinloser Surferei), ziehe ich die Erbsen vom Herd, sie sind sehr schön weich...
Ich beschließe, den Papiermüll zur Kippe zu bringen, so komme ich wenigstens zu einer kleinen Fahrradtour.
Altkleider müssen auch noch entsorgt werden, aber der Fahrradanhänger ist randvoll mit der Pappe.
Auf dem Rückweg halte ich bei Lidl und kaufe noch mehr Hähnchenschenkel. Die von gestern sind zwar noch nicht verarbeitet, nur gekocht und auseinandergepflückt, insgesamt sah die Fleischmenge nach dem AuseinanderpflÜcken aber so wenig aus, dass ich fand, ich bräuchte noch mehr. J. möchte Frikasse, ich Hühnersuppe, besser, ich mache beides, dann bekommt jeder sein Wunschgericht, deshalb besser auch doppelte Menge Fleisch.
Ergebnis des Tages: Ich habe jetzt sehr viel explodiertes Hühnerfleisch, aber inzwischen keine Lust mehr weder Frikasse noch Hühnersuppe zu kochen, denn ich bin längst quietschesatt, weil ich mich an Humus, den Dips von gestern und Tacos kugelrund gefressen habe.
So, das war jetzt in etwa mein Tagesablauf, ziemlich durcheinander, kein roter Faden und nix Vernünftiges getan - aber mir geht es gut.
Mir geht es richtig rundum gut.
Von mir aus kann das gerne so bleiben
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