anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Montag, 26. Januar 2026
Bilder vom Bau
Heute hatten wir uns um 10h auf der Baustelle in Rheda mit den Architekten und dem Installateur verabredet, weil es noch einige technische Details zu klären und zu entscheiden gab.

Als wir um 9h in Greven losfuhren, schneite es seit einer halben Stunde und es lag ca. 1 cm Schnee.
Den Rest des Vormittags schneite es gleichmäßig weiter, wir kamen deshalb auch mit fast einer halben Stunde Verspätung an, wurden im Haus dann aber belohnt durch eine schöne Winterlandschaft direkt vor den Fenstern.

Hier einmal der Blick auf den See, oben von oben, also im Obergeschoss fotografiert und unten von unten, also der Blick aus dem Küchenfenster

Blick auf den verschneiten See, aus der ersten Etage und aus dem Küchenfenster

K will die Stadt bitten, die Bäume, die direkt vor unserem Grundstück stehen, zu entfernen, das haben die Nachbarn auch gemacht, alle anderen haben freie Sicht auf den See.

In der Küche wurde das Loch für den Dunstabzug (der nach unten entlüftet) gebohrt und ordnungsgemäß gesichert

Ein Loch

Immer wieder aufs neue begeistert bin ich von der Deele, die wird wirklich so groß und so geil wird, wie ich mir das erträumt habe

Die Deele

Ansonsten haben wir die zu lösenden Technikthemen einigermaßen sinnvoll und pragmatisch gelöst bzw. entschieden. Der Pragmatismus bestand darin, dass wir schwierige Themen einfach mit Geld beworfen haben, dann lässt sich fast alles lösen.

Aber seitdem ich weiß, was nur der blöde Garten kosten soll, bin ich bei Themen rund um die Installation, Sicherheit und Funktionalität des Hauses sehr großzügig geworden.

Auf dem Rückweg hielten wir bei Action, das, wenn keine Flohmarktsaison ist, mein Lieblingseinkaufladen geworden ist. Es gibt dort mindestens so viel unnützen Kram wie auf dem Flohmarkt und teurer ist es dort auch nicht.
Diesmal wollte ich aber gezielt nach Acrylfarbe Ausschau halten.
Wenn das Zeug sowieso eintrocknet, dann brauche ich auch keine teure Markenfarbe, dann tut es auch die von Action.
Ein Test zu Hause ergab, dass die Farbe wunderbar deckt, ich bin sehr zufrieden damit
.

760 x anjeklickt (3 mal hat hier schon jemand geantwortet)   ... ¿selber was sagen?


Samstag, 17. Januar 2026
Haus gemessen
Der Plan heute war, dass wir früh aufstehen, um endlich mal wieder auf den Flohmarkt zu gehen, vor allem auch, weil wir einen Stapel an Dingen hier liegen hatten, die wir dort abgeben wollten.

Das mit dem früh aufstehen gelang so mittel, aber immerhin noch früh genug als dass wir rechtzeitig am Flohmarkt angekommen wären, wenn der heute nicht ausgefallen wäre, weil die blöden Fußballer ihren Parkplatz selber brauchten. Hatte ich vorher natürlich nicht nachgeschaut.

Nun denn, so gingen wir direkt zu Teil 2 des Tagesplans über: Wir fuhren nach Rheda, weil wir dort alle Wände einmal selber und genau nachmessen wollten, um das Angebot des Putzers, das wir inzwischen bekommen haben, kontrollieren zu können.
Der hat nämlich anhand der Pläne des Architekten kalkuliert und irgendwie haben wir das Gefühl, dass nach diesen Plänen unser Haus locker 20% größer sein müsste als es in echt ist.

Deshalb wollten wir selber messen.

Als wir in Rheda ankamen, war strahlender Sonnenschein und mit 12°C fühlte es sich schon fast wie Frühling an.
Wir gingen mit dem Hund eine Runde und erkundeten schon mal unsere künftigen Gassirouten.

Wir schlugen einen großen Bogen und kamen von der Hinterseite wieder zum Haus zurück, da ist keine Autostraße, wohl aber ein Fußweg und so konnte ich das Haus von der anderen Seite des Sees fotografieren, also des Sees, den wir sonst vom Küchenfenster aus sehen.

Haus mit See im Vordergrund

Der See selber ist eingezäunt (weil es eigentlich ja nur ein Regenrückhaltebecken ist, aber wie hört sich das denn an, selbstverständlich nennen wir das Gewässer See) und wenn man an diesem Zaun entlangläuft, kommt man direkt hinter unserem Haus wieder an.

Haus vom Wanderweg aus fotografiert

Dass mit dem Messen und den Maßen notieren war dann komplizierter als wir uns das vorher vorgestellt hatten, wir machten es nachher so, dass wir jede Wand fotografierten (mit dem iPad) und dann die Maße direkt auf das Foto schrieben. Im Ergebnis sieht das jetzt so aus

Das Haus wird Wand für Wand nachgemessen

Welche Wand zu welchem Raum gehört erkennt man nur im Zusammenhang der Bilder, wir müssen jetzt die Maße in Ruhe in die Pläne übertragen.

Insgesamt dauerte das deutlich länger als gedacht, nach zwei Stunden hatten wir den Keller fertig, aber der Lasermesser hatte auch fertig, der brauchte neue Batterien und wir waren inzwischen gut durchgefroren, wir brauchten erst mal frische Wärme.

Das Haus ist ganz offensichtlich sehr gut isoliert, denn drinnen und vor allem im Keller war es deutlich kälter als draußen.

Also fuhren wir einkaufen, wärmten uns bei Lidl ausführlich auf, fuhren wieder zurück zum Haus, maßen das Obergeschoss aus und dann wurde es schon dunkel und wir hatten auch keine Lust mehr. Erdgeschoss wird erst demnächst gemessen
.

452 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Dienstag, 25. November 2025
Putzerbesprechung
Termine heute: am Vormittag Physio und am Nachmjittag ein Treffen mit dem Putzer auf der Baustelle, um zu besprechen, welcher Putz für welche Stellen am besten ist.

Weil ich ja so ein Prinzesschen bin, was elektrische Lüftung in Gebäuden betrifft, habe ich mich hartnäckig und konsequent geweigert, eine Lüftungsanlage einbauen zu lassen - außer im Keller, da war es technisch zwingend nicht anders möglich, weil wir im Keller komplett auf Fenster verzichtet haben. (Was den Vorteil hat, dass der Keller nicht durch durch die Fenster eindringendes Wasser vollaufen kann.)

Ich behaupte steif und fest, dass ich es spüre, wenn in einem Gebäude eine Lüftungsanlage läuft, das verändert das Raumklima und ich habe noch nie irgendwo eine Lüftungsanlage erlebt, die sich für mich angenehm angefühlt hat.

Als wir in Mönchengladbach in der Fabrik gewohnt habe, gab es in den hohen, schlecht gedämmten Räumen mit dem Glasdach eine spürbare Thermik in den Räumen, das fand ich auch schon immer unangenehm, so etwas ohne Not freiwillig durch eine Lüftungsanlage zu erzeugen, finde ich unsinnig.

Es ist mir mein gesamtes Leben gelungen, das notwendige Lüften in einem Gebäude durch aktives, manuelles Öffnen der Fenster hinzubekommen, ich gehe davon aus, das wird auch in dem neuen Haus gelingen, komplett ohne Lüftungsanlage. Es war allerdings ein echtes Stück Arbeit, die beteiligten Baufachleute davon zu überzeugen, dass ein Neubau auch ohne Lüftungsanlage genehmigungsfähig ist....

Aber grade weil mir das Raumklima so wichtig ist und grade weil ich mir einbilde, die Unterschiede zu spüren, habe ich schon sehr früh gesagt, dass ich unbedingt Lehmputz an den Wänden haben möchte, denn Lehmputz sorgt nachweislich für ein ausgeglichenes Raumklima.

Zum Glück konnte ich K ebenfalls davon überzeugen, dass Lehmputz ein sinnvoller Luxus ist, so dass wir heute mit dem Fachmann die Details besprachen und festlegten, wo er mit Gips-Zementputz arbeitet (in den Bädern und der Küche, wo gefliest wird und im Keller) und wo mit Lehmputz (der komplette Rest des Hauses).

Lehmputz ist zwar deutlich teurer als Gips-Zementputz, dafür spart man sich aber alle Malerarbeiten vollständig, denn wenn der Putzer fertig ist, ist auch die Wand fertig. Es wird nichts mehr gestrichen oder gar tapeziert, das wäre ja komplett kontraproduktiv, die Lehmoberfläche wieder zuzukleistern.

Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, ob wir alles in der gleichen Farbe geputzt haben wollen (und in welcher) oder einzelne Wände in anderen Farben, denn es gibt den Lehmputz in einer relativ breiten Farbpalette und das ist natürlich schon wieder eine Auswahl- und Entscheidungsherausforderung
.

324 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Mittwoch, 12. November 2025
Baubegehungen
Puh, das Leben auf dem Festland ist energieraubend, ich bin schon wieder so müde, dass ich eben schon fast beim Essen eingeschlafen wäre.

Dabei gab es eines meiner Lieblingsessen

Carpaccio mit Pilzsalat

Carpaccio mit Champignonsalat und Baguette dazu rotes Pesto und Kräuterbutter.

Seitdem ich vor einigen Jahren mal ein wirklich gutes Rezept für rotes Pesto entwickelt habe, wird es jedesmal auf die gleiche Weise gefertigt und gelingt auch jedesmal sehr gut.
Für die Kräuterbutter bastele ich grade an einer eigenen Kräutermischung zum Unterrühren in weiche Butter, aktuell experimentiere ich noch, farblich sieht es schon gut aus, hat aber noch zu wenig Geschmack.

Tagsüber waren wir heute wieder in Rheda, diesmal hatten wir einen langen Termin auf dem Bau, um mit dem Küchenbauer, der mittlerweile zu unserem Hausschreiner avanciert ist, alle Stellen zu besprechen, wo er uns bitte passgenaue Möbel fertigen soll.
Der Installateur war auch vor Ort, so dass wir alle Badezimmer-Küchen-Leitungsthematiken sofort gemeinsam besprechen konnten. Beide, also sowohl der Küchenbauer als auch der Installateur, machen einen sehr vernünftigen Eindruck und ich gehe jetzt davon aus, dass sie gemeinsam für eine gute Umsetzung der technisch teilweise durchaus herausfordernden Aufgabenstellung sorgen werden.

Insgesamt waren wir fast vier Stunden auf der Baustelle, zum Glück war heute ausgesprochen schönes Wetter, so dass ich nachher nur ein ganz wenig kalte Füße hatte.

Zwischendurch ist einer von uns mit dem Hund immer mal eine kurze Runde ums Haus gelaufen, weil der arme Kerl sich natürlich schrecklich gelangweilt hat.

Als ich auf der Westseite durch die Bausanddünen stapfte, sah ich eine Distel, die wirklich riesige Ausmaße hatte. Erstaunlich finde ich das vor allem, weil sie an dieser Stelle ja erst seit einem Jahr wachsen kann, die Sandberge sind die ausgeschachtete Erde aus dem Kelleraushub. Und dafür, dass sie noch so jung ist, ist sie beeindruckend groß.

Riesendistel im Bausand

Aktuell gibt es wieder Verzögerungen, weil das Gerüst noch steht und damit den Fassadeneinbau unmöglich macht. Es hätte schon vor zwei Wochen abgebaut werden sollen, aber der Gerüstbauer sagt, er hat keine Leute und er kann es frühestens nächste Woche abbauen.

Irgendwas ist immer...
Ohne dass die Fassade geschlossen ist, fängt der Putzer nicht an und der Elektriker auch nicht und so zieht sich alles immer weiter.
Aber hilft ja nicht, keine Leute sind keine Leute
.

298 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Montag, 8. September 2025
Neues vom Bau
Um pünktlich zu seinem Termin in Rheda zu kommen, ist K heute irgendwann nach 5h morgens aufgestanden und hat sich so leise angezogen und reisefertig gemacht, dass weder der Hund noch ich etwas davon gemerkt haben.

Wir wurden beide so gegen halb neun wach und weil ich um diese Uhrzeit noch keine Lust auf fröhliche Hundespiele hatte, ging der Hund ums Bett herum und versuchte es auf der anderen Seite. Dass dort keiner war, hat ihn sehr erstaunt.

Termine, die früh anfangen, sind dafür meist auch früh wieder fertig, K war schon vor 12h wieder zurück in Greven. Weil er sowieso in Rheda war, ist er natürlich auch bei der Baustelle vorbeigefahren und hat Fotos mitgebracht.
Die wichtigsten Fotos waren die mit den verschiedenen Fugenfarben, denn die Maurer hatten an einer Stelle den Klinker mit vier verschiedenen Fugenfarben untereinander als Muster verfugt, damit wir entscheiden, welche Farbe uns am besten gefällt.

Was ich schon gelernt habe, als wir noch nach Klinkern suchten: Man kann die Optik auch des allertollsten Klinkers blitzschnell mit einer falschen Fugenfarbe ruinieren. In den Klinkerwerken gab es für jedes Klinkermodell Mustertafeln mit verschiedenen Fugenfarben und wenn es nicht eindeutig dabei gestanden hätte, dass es immer derselbe Klinker war, hätte ich teilweise geschworen, dass es andere Steine sein müssen, so sehr beeinflusst die Fugenfarbe den Gesamteindruck.

Das Haus in Rheda ist inzwischen vollständig verklinkert, jetzt muss es verfugt werden und zu dem Zweck müssen wir die Farbe entscheiden.

Bei den Fotos, die K gemacht hatte, war aber keine Fugenfarbe dabei, die mir gefiel. K sagte, es wäre vielleicht auch schwierig nur nach Foto zu entscheiden, in echt wirkten die Farben doch noch anders, er fände auf der Musterwand die zweite von oben am schönsten, zermentgrau. Ich wischte zwischen seinen Fotos hin und her und in dem Moment rief der Architekt an, der grade auf der Baustelle war, weil er auch die Fugenfarben anschauen wollte. Wir sagten, dass wir Probleme mit den Fotos hätten, die K gemacht habe, weshalb der Architekt einen Videoanruf machte und uns seinen Favoriten, zementgrau, zeigte.
Ich hielt das Videobild neben Ks Foto und der Unterschied war krass, eindeutig dieselbe Stelle, aber deutlich andere Farben

Zweimal dieselbe verfugte Stelle mit unterschiedlichen Farben

Da ich schon seit längerem nicht mehr selber auf der Baustelle war und die Fotos auch offensichtlich nicht den wirklich echten Farbton zeigten, überredete ich K, dass wir noch mal gemeinsam nach Rheda fahren, damit ich die Musterfugen selber in echt anschauen kann, nur so können wir uns anschließend gemeinsam für eine Fugenfarbe entscheiden.

Und so fuhr K heute also noch mal nach Rheda, das kommt davon, wenn man Termine zu so unchristlichen Zeiten vereinbart.

Die Musterfugen sahen in echt wirklich ganz anders aus,

Verschiedene Fugenfarben im Vergleich

jetzt gefiel auch mir zementgrau (die zweite von oben) und so gaben wir diese Entscheidung an den Rohbauer weiter.

Was ich aber eigentlich viel dringlicher in echt sehen wollte, war die Brücke, die ist jetzt nämlich auch schon fertig und wirkt auf Bildern erst recht ganz anders als wenn man selber drüber läuft.
Ich war komplett begeistert.

Die Brücke ist fertig

Von unten sieht sie genauso aus wie die Decke der Deele, von oben wird sie noch denselben Bodenbelag bekommen, wie die gesamte erste Etage, Mühlenbodendielen.

Außerdem war ich neugierig auf die inzwischen eingebauten Veluxfenster und auch hier ist der Raumeindruck in echt noch mal intensiver als auf Fotos.

Das künftige Schlafzimmer

Im Schlafzimmer gibt es ein großes Doppelfenster, unter dem dann später das Bett stehen wird.

Und schließlich noch das künftige Arbeits- und Bastelzimmer, einmal Richtung Norden und einmal Richtung Süden fotografiert

Das Arbeitszimmer, einmal nach Norden und einmal nach Süden fotografiert

Ein einziger, ziemlich großer Raum und wir haben noch keine Ahnung, wie wir ihn aufteilen und einrichten, aber das wird sich finden.

Anschließend fuhren wir noch nach Gütersloh und kauften in dem Tierfachmarkt, in dem ich vor 14 Tagen ein wirklich praktisches Hundekissen mitgenommen hatte, noch zwei weitere dieser Kissen, die legen wir jetzt einfach in jedes Auto und ins Flugzeug auf die Rückbank und der Hund kann bequem transportiert werden, ohne dass er die Polster beschmiert oder vollhaart.

Zum Abendessen gab es Gemüsesuppe, die ich aus Borkum mitgebracht hatte, jetzt sind wir beide satt und schlapp und freuen uns auf unser Bett
.

480 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 28. August 2025
Vom Hausbau und passenden Verzögerungen
Eigentlich hatten wir ja gehofft, dass unser Neubau pünktlich zum Ende unseres aktiven Arbeitslebens fertig wird und wir umziehen können, wenn wir nicht mehr täglich nach Münster ins Büro fahren müssen.
Wenn ich also gefragt werde, wann das Haus denn soweit ist, dass wir einziehen werden, antworte ich meist "Weihnachten 2024".

Wenn ich jetzt sehe, wie viel Zeit und Arbeit für die Baubetreuung regelmäßig erforderlich ist, bin ich über die Verzögerungen heilfroh. Das hätte niemals funktioniert, das auch noch zusätzlich neben dem Job einigermaßen sinnvoll hinzubekommen.
Das hätte vielleicht funktionieren können, wenn wir einen Generalunternehmer mit dem Bau beauftragt hätten und nicht, so wie wir es jetzt machen, jedes Gewerk einzeln zu beauftragen.

Ich bin aber gleichzeitig auch sehr froh darüber, dass wir nicht mit einem Generalunternehmer bauen, also "schlüsselfertig", was wir ganz zu Anfang ja mal angedacht hatten und was unser Architekt sehr favorisierte, denn dann hätte er sich nach den Entwürfen nicht weiter kümmern müssen und es wäre wirklich alles viel schneller gegangen.

Aber dann wären all die kleinen und großen, vor allem aber wichtigen Details und Verbesserungen, die wir erst während des Baus entdeckt und zusätzlich entschieden und beauftragt haben, nicht umgesetzt worden und ich bin sehr sicher, wir hätten uns nachher über viele Dinge sehr geärgert. "Baubegleitende Planung" ist eigentlich für jeden kostenbewussten Bauhandwerker das Horrorszenario schlechthin, denn natürlich führt es zu Verzögerungen, die Kosten verursachen, es bedeutet aber auch, dass man sich als Bauherr in einigen Jahren aufwändige Umbauten spart, wenn man irgendwann dann doch keinen Bock mehr hat, sich mit den schlecht oder lückenhaft geplanten, aber trotzdem irgendwie umgesetzten 1b-Lösungen zu arrangieren.

So ein "schlüsselfertiges Haus" funktioniert gut, wenn man mit einem "Haus von der Stange" zufrieden ist. Eben irgendetwas, bei dem einem die Pläne vom Reißtisch gut gefielen und man dann jemand anderem sagt: "Das ist okay, das bau mir mal."
Klassische Einfamilienhaussiedlungen entstehen so, wo alle Häuser irgendwie ähnlich sind. Standardlösungen für Standardprobleme, ein normaler Raumplan mit graden Linien und überall rechten Winkeln.
Oft gibt es Musterhäuser zur Besichtigung, damit sich die künftigen Bauherren schon mal konkret anschauen können, wie das später so werden könnte und an welchen Stellen sie ihre persönliche Individualität einbringen können (möchtet ihr weiße oder schwarze Fliesen? Und das Treppengeländer dürft ihr auch noch aussuchen…..)
Hier war uns schon vor Jahren klar, dass das für uns nicht funktioniert, weil ich eigentlich nur Häuser gesehen habe, wo ich feststellte, was ich alles nicht will.

Unser Haus ist so anders, dass es nirgendwo als Musterhaus abgebildet werden könnte, nicht nur die Architektur ist ganz weit weg von massentauglich, sondern auch die allermeisten Einzeldetails bzw. die Kombination dieser Details. Um einzelne Details zu entscheiden, zB Klinker, Bodenbeläge, Treppe usw. sind wir viel rumgefahren, um uns andere Häuser anzuschauen, wo ähnliches verbaut wurden, denn natürlich ist es hilfreich, wenn man sich eine Umsetzung nicht nur im Prospekt, sondern auch in echt anschauen kann, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob es einem nachher gefallen wird.

Diese Häuser waren alle bewohnt, also keine Musterhäuser, sondern der Architekt oder der jeweilige Handwerker hat uns privat organisierte Besichtigungstermine bei anderen Leuten vermittelt, damit wir ein Gefühl dafür bekommen, wie das vorgeschlagene Material nachher im verbauten Zustand aussehen könnte.
Für solche Privat-Besichtigungen braucht man zwar viel Zeit, sie waren aber alle ungemein hilfreich und natürlich auch superinteressant. Ich liebe es, andererleuts Wohnungen zu begucken, hier bekam ich viele zusätzliche Anregungen und Ideen. Gleichzeitig wurde mir an vielen Stellen aber auch noch mal extra deutlich klar, was ich ganz bestimmt nicht will und wo ich drauf achten muss, dass es bei uns eben genau so nicht umgesetzt wird.

Handwerker neigen zu Standardlösungen, weil die nicht nur erprobt und geübt sind, sondern weil sie auch den meisten Leuten gefallen bzw. weil sie daran gewöhnt sind. Mit Standardlösungen macht man selten was falsch und wenn der Bauherr nicht ganz energisch nach etwas anderem verlangt (und es im Zweifel mit Unterschrift auch schriftlich bestätigt und damit aktiv und beweisfest die Verantwortung übernimmt), bekommt er in aller Regel die kostenoptimierte Standardausführung.

Auf meinen seitenlangen Listen mit all den Dingen, die ich nicht will, standen sehr viele Dinge, die aktuell modern sind und deshalb oft so ausgeführt werden, weshalb sie in vielen Fällen als Standardlösungen bei den Handwerkern eingeübt sind. Ich war also früh gewarnt, dass ich hier besonders gut aufpassen muss, um nicht doch plötzlich die von mir so ungeliebte 08-15-Pauschal-Variante zu bekommen.

Alles in allem bin ich also sehr zufrieden, dass wir keinen Generalunternehmer mit der pauschalen Umsetzung der Entwurfsplanungen des Architekten beauftragt haben, weil ich dann längst nicht mehr so viel baubegleitendes Mitspracherecht gehabt hätte und mich dann auch wahrscheinlich deutlich weniger selber gekümmert, dafür dann aber später deutlich mehr geärgert hätte.

Bei den Entwurfsplänen für ein Haus fehlen noch Unmengen an Details für die konkrete Umsetzung. Wenn man auf Basis so einer Entwurfsplanung die gesamte Bauumsetzung pauschal beauftragt, (was üblicherweise der Fall ist, wenn man mit einem Generalunternehmer arbeitet), dann muss man später an den meisten Stellen mit einer Detailumsetzung leben, die jemand anderes (der vor allem seine eigenen Kosten im Blick hat) entschieden hat, oder es gibt irrsinnige Nachträge (Bausprech für Aufschläge auf den ursprünglich vereinbarten Pauschalpreis), weil man die Kosten für eine Änderung nicht mehr verhandeln kann, man ist also den Preisforderungen des Generalunternehmers komplett ausgeliefert.

Sehr viel schneller geht es mit einem Generalunternehmer auch nur bedingt, weil natürlich jede Änderung trotzdem zu Bauverzögerungen führen kann, die man dann übrigens auch noch berechnet bekommt, kurzum, ein Generalunternehmer wäre für das Haus, was ich mir vorstelle, eine komplett kontraproduktive Lösung gewesen.

Aktuell rechnen wir mit einem möglichen Einzugstermin irgendwann im ersten Quartal 2026 und seitdem ich meinen Frieden mit dieser gewaltigen Verzögerung gemacht habe, rege ich mich nicht mehr auf, wenn es mal wieder irgendwo klemmt, sondern freue mich darüber, wie viel Zeit ich dadurch extra gewinne. Extra Zeit, um alles langsam, entspannt und ruhig angehen zu können, extra Zeit, die verhindert, dass irgendwer in Hektik verfällt und Fehler macht, extra Zeit, die in der man im Leben eben einfach mal andere Schwerpunkte setzt.

Wir genießen hier grade einen ziemlich entspannten Sommer mit einem Welpen auf Borkum. Besser hätte es gar nicht kommen können. Sommer und Welpe ist eine perfekte Kombination, viel besser als Winter und Welpe, und Sommer, Borkumer Hundestrand und Welpe ist eine nahezu perfekte Kombination. Wir haben den Hundestrand hier direkt vor der Haustür, er ist damit ein normaler Bestandteil der Standard-Gassi-Runde. Am Hundestrand gibt es nicht nur fast unbegrenzt viel Platz zum Rennen und Toben, sondern auch Unmengen an Hunden aller Größen und aller Naturelle, eine bessere Sozialisationsschule kann man sich für einen Welpen gar nicht vorstellen.

Das alles wäre nicht möglich gewesen, wenn das Haus schon jetzt im Sommer einzugsfertig gewesen wäre und alleine deshalb bin ich sehr dankbar dafür, dass sich alles so richtig weit verzögert hat, was diesen Bau betrifft. Unterm Strich finde ich, wir haben mal wieder richtig viel Glück gehabt
.

303 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 3. Juli 2025
Schreinerarbeiten geklärt
Heute hatten wir wieder einen Termin am Bau, diesmal mit dem Küchenbauer, der zu unserem Universalschreiner für die gesamte maßzuschneidernde Inneneinrichtung avanciert ist. Er baut jetzt außer der Küche, den Badmöbeln und den Einbauschränken im Schlafzimmer auch die Regale und die Fensterbänke rund um die Sitzfenster und in der Deele die Sitzbank und den Tresentisch sowie ein "Möbel mit Ausgussbecken", wie es unser Architekt formulierte, also irgendetwas, was unter die Treppe passt und in das eine kleine Spüle integriert ist, damit ich direkt neben dem Tresentisch auch Tee und Kaffee kochen kann.

Dass der Küchenbauer sich bereit erklärt hat, all diese zusätzlichen Schreinerarbeiten zu übernehmen, freut mich sehr, denn alles, was ich bisher von ihm gesehen habe, macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck, seine Vorschläge und Ideen liegen genau auf meiner Geschmackslinie und seine Lösungen sind ausgesprochen kreativ und gleichzeitig pragmatisch funktional.

Als i-Tüpfelchen sind die Preise, die er bisher aufgerufen hat, auch noch ausgesprochen bezahlbar, ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass ich mit diesem Handwerksbetrieb einen perfekten Partner für mein Bauvorhaben gefunden habe.

Die Klinkerarbeiten gehen voran, jetzt ist schon die untere Seite des rechten Hauses fertig. Auch das gefällt mir sehr und wird genau so wie ich es mir vorgestellt habe.

Die ersten Klinkerreihen sind fertig

Am Abend haben wir den Grill angeworfen und es genossen, dass es die Temperaturen jetzt wieder zulassen, abends draußen zu sitzen
.

324 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Dienstag, 24. Juni 2025
Bauentscheidungen
Heute hatten wir einen Termin beim Fensterbauer, um endgültig und final die Farbe der Fenster festzulegen. Ich hatte angenommen, das hätten wir schon vor Ewigkeiten erledigt, aber wir hatten bisher immer nur "weiß" gesagt und das ist natürlich entsetzlich unpräzise.

Es gibt nicht nur 17 verschiedene Weißtöne, sondern auch jede Menge verschiedene Oberflächen, von glänzend bis rauh und rubbelig, und ich musste mich sehr zurückhalten, um nicht pauschal alle für bekloppt zu erklären.

Die Entscheidung machte ich mir dann relativ einfach, ich fragte den Experten nach der pflegeleichtesten Oberfläche, andere Kriterien finde ich uninteressant.
Und ich hätte gerne ein ganz normales Standardweiß, 9010. Keine Spielchen, keine Extras, einfach, simpel und schlicht.

Weiße Fenster sind ja sowieso grade komplett aus der Mode, da kann ich mir dann auch den Luxus von einem simplen 9010 Weiß leisten, so etwas Langweiliges will sonst keiner und zack - schon habe ich etwas Besonders.

Anschließend fuhren wir zu einem Werkzeugverkäufer und kauften eine Makita DUM 604, damit K auf Borkum endlich das Gras unter dem Waldsofa scheren kann, ohne dass jedesmal das Waldsofa zur Seite gewuchtet werden muss, das Ding ist nämlich elendiglich schwer.

Danach hatten wir diverse Termine auf der Baustelle.
Die Ziegel wurden geliefert und wir mussten nochmal bestätigen, dass wir wirklich alle Klinker in der Fußsortierung verarbeitet haben wollen.
Zu dem Zweck bauten wir ein paar Klinker mit der "ordentlichen" Seite nach vorne auf und daneben einen Stapel, wo die Rückseite (Fußseite) nach vorne gedreht war.

Klinkersortierungen

Man erkennt den Unterschied gut und ich bin natürlich eindeutig Team Fußsortierung, weil ich alles mag, was nicht sauber, grade und ordentlich ist.

Da die Zimmerleute schon einen Teil der Deelendecke fertig hatten, konnte ich alle dadurch überzeugen, dass ich sagte, die Fußsortierung passt perfekt zur Deelendecke,

Halbfertige Deelendecke

denn hiervon waren alle sehr begeistert (alle= Architekten, Zimmerleute, Maurer und wir, mehr liefen auf der Baustelle grade nicht rum) und es sagte niemand mehr, dass die Eichenbretter doch viel zu fleckig seien.

Die Decke wird nachher vor allem im Kontrast zu den sehr modernen Elementen, wie der Glasfassade und der Kragarmtreppe, wirken, aber auch jetzt, wo alles andere noch nicht fertig ist, kann man schon erahnen, welche Atmosphäre diese Decke ausströmen wird.

Mein Argument, dass die schäbbige Ziegeloptik perfekt zur schäbbigen Bretteroptik passt, überzeugte und so wurde die reine Verwendung der Fußsortierung für die Verklinkerung akzeptiert.

Außerdem wurden noch Details zur Traufe und zu den Dachfenstern und zur Deckenverkleidung im Bad geklärt und ich hoffe, jetzt ist das alles soweit fix, dass es auch genau so ausgeführt wird.

Die Eichenbalken, die das Unterkonstrukt der Deelendecke bilden, wurden mit sogenannten "Schwalbenschwanzverbindungen" zusammengesteckt und zur Erleichterung aller passte es problemlos und massgenau. Es ist ja schon immer etwas spannend, ob am Ende alles passt, wenn man Maße ermittelt, die dann per Computer in eine CNC-Maschine übertragen werden, die die Fräsarbeiten millimetergenau ausführt.
Es hatte sich aber niemand verrechnet oder vermessen, alles passte perfekt - und die Architekten wischten sich erleichtert den Schweiß von der Stirn....

Nächste große, millimetergenau Maßarbeit: die Brücke!
Da wird es noch mal spannend, aber nach dem das Team diese erste Herausforderung so gut gemeistert hat, werden sie auch die Brücke hinbekommen.

Nach drei Stunden auf der Baustelle war ich froh, mich wieder ins Auto setzen zu können. Mit dem Vollgerüst innen und außen ist die Baustelle zwar so etwas Ähnliches wie ein riesiger Kletterpark und es ist natürlich spaßig, in dem Gerüst herumzuklettern, aber auch der spaßigste Kletterpark wird irgendwann ermüdend, wenn man alle Stellen mehrfach erkundet hat.

Als letztes fuhren wir noch in den örtlichen Kaufland-Markt und erledigten größere Mengen an Einkäufen. Wir kauften dabei vor allem Dinge, die grade im Angebot waren. Das, was wir wirklich brauchten, Eier, die haben wir natürlich vergessen....

.

449 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 22. Mai 2025
Jede Menge Termine und Beratungen
Heute standen mehrere Termine auf dem Plan.
K hatte schon früh einen Friseurtermin, als er wiederkam machten wir uns gemeinsam auf den Weg und fuhren als erstes nach Gütersloh. Wir wollten die Nummer mit der Bettenberatung zum Vergleich noch mal in einem anderen großen Möbelhaus einer anderen Kette ausprobieren.
Im Ergebnis haben wir gelernt, dass die Beratung und das Angebot gestern in Münster gar nicht so schlecht waren, oder anders ausgedrückt: Es geht noch seltsamer.

Der Bettenberater, den wir heute trafen, erzählte zunächst mal das gleiche zum Thema Schlaraffia wie die Dame gestern, auch er riet uns ab und sagte, die Firma habe massive Lieferschwierigkeiten, der Firma scheint es also wirklich schlecht zu gehen.

Das Angebot an Betten, was er uns präsentierte, war dafür deutlich schlechter und weniger zielgerichtet auf unsere Vorgaben, im Grunde ging er mit uns durch die Ausstellung und fragte immer nur: "Und, wie gefällt Ihnen das hier?"
Ich schätze, bei dem werden wir ganz sicher kein Bett kaufen.

Anschließend fuhren wir zur Baustelle und besichtigten den aktuellen Zustand: Der Rohbau ist im Wesentlichen fertig, die Deckenstützen sind entfernt und es ist alles aufgeräumt und ausgefegt, nächste Woche beginnen die Zimmerleute mit dem Dach.

Im Keller steht immer noch ein bisschen Wasser, das meiste ist aber inzwischen weggetrocknet,
K kuckt Keller
Ein K-Bild: K kuckt Keller

und sonst:
Rohbau
oben links die Küche, daneben das Wohnzimmer, unten links der Flur im Obergeschoss, unten rechts die Garderobe.

Außerdem habe ich festgestellt, dass wir schon Blumen im Garten haben, gleich neben dem Dixieklo leuchtet es knallrot
Die erste Blume blüht schon im Garten

Anschließend fuhren wir zum Architekten und besprachen die Anordnung der Fenster bzw. der Möbel darunter, das Bett wird mittig unter das Fenster gestellt und damit es ausreichend Kopffreiheit unter der Schrägen gibt, wird es etwas vorgezogen, dahinter wird ein kleines Regal gebaut, was als Bücherregal etc. nutzbar ist.
Wie üblich kritzelte der Architekt wieder erläuternd dabei auf einem Stück Papier rum, diesmal habe ich seine Zeichnung sogar erkannt. Bett unter der Schrägen mit Regal hinter dem Kopfteil des Bettes.
So passt das Bett unter die Schräge

Nach dem Architektentermin fuhren wir zum Haustür-Handwerker und besprachen die letzten Details für die Haustür. Sie wird jetzt einen Fingerabdrucksensor haben, damit man auch ohne Schlüssel reinkommt und in den Glasausschnitt neben der Tür wird die Hausnummer geätzt. bzw. nicht satiniert.

Dann fuhren wir noch zu zwei Baustoffhändlern, weil wir Belag für den Balkon aussuchen sollen, es hatten aber beide schon geschlossen, also fuhren wir nach Hause und fielen mehr oder minder ohne Umweg ins Bett
.

403 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?


Donnerstag, 1. Mai 2025
Hausbau
K liest Artikel über Hausbau und findet einen alten Spruch:
Das erste Haus baust du für deinen Feind,
Das zweite Haus baust du für deinen Freund,
Das dritte Haus baust du für dich.

Ich bin sehr beruhigt, dass er schon zwei Häuser gebaut hat und deshalb all seine Erfahrungen für Freund und Feind in unser Haus einbringen kann, weil er es ja nun endlich für sich baut ;-)

Ich dagegen baue das erste Mal in meinem Leben ein Haus, allerdings ist das so auch nicht richtig, denn ohne K baute ich kein Haus, ohne K würde das ganze Haus nicht gebaut. Ohne K täte ich das, was ich bisher immer gemacht habe: Ich suchte mir ein altes Haus und böge es nach meinen Vorstellungen zurecht. Das habe ich schon mehrfach gemacht und das wäre auch meine favorisierte Variante gewesen, aber K wollte ein Haus an einer ganz bestimmten Stelle - und da stand halt noch nie eines, da war nur Grundstück.
Eigentlich baut also K das Haus und ich biege die von ihm und von anderen (Architekt) eingebrachten Ideen so um, dass sie meinen Vorstellungen entsprechen.

Ich bin nicht gut im Erstideenhaben, ich bin aber sehr gut im Verbessern Weiterentwickeln von Ideen.
Das Verbessern habe ich durchgestrichen, weil das subjektiv ist. Klar, aus meiner Sicht sind das immer Verbesserungen, was ich mit dem Ausgangsmaterial mache, es gibt aber auch eine Menge Leuten, die fänden es anders besser, deshalb will ich da gar keine Wertung im Sinne von gut oder schlecht reinbringen.
Es ist nur so, dass ich, wenn ich eine Grundidee vorgelegt bekomme, daran dann so lange dran rumwurschtel, bis am Ende ein Anjeergebnis rauskommt. Das gilt für Kochrezepte genauso wie für Wohnideen.

In einem Satz zusammengefasst hat das meine Schwester vor vielen Jahren, als sie mich das erste Mal in meinem Grevenhaus besuchte. Ich hatte mein altes Leben grade hinter mir gelassen und aus meiner Sicht sozusagen komplett neu noch mal angefangen, im Grevenhaus gab es kaum noch Dinge aus meinem alten Leben. Das Grevenhaus ist ein völlig unauffälliges, kleines Reihenmittelhaus und damit das komplette Gegenteil zu den Häusern, die ich vorher mit CW bewohnt hatte. Und weil ich das Gefühl hatte, an und in diesem Haus ist wirklich alles anders als früher, war ich doch ziemlich erstaunt, als meine Schwester kurz nachdem sie sich das erste Mal in diesem Haus umgeschaut hatte, sagte: "Hier sieht es aus wie bei Anje."

Das erste Haus, was ich mit CW bewohnte, war eine moderne, sehr große und luxuriöse Doppelhaushälfte. Der ursprüngliche Bauherr hatte sich von seiner Frau getrennt und wollte nicht alleine in dem Riesenhaus wohnen, deshalb konnten wir es mieten. Unser zweites Haus war eine riesige, uralte Fabrikantenvilla, noch deutlich größer als das Doppelhaus, dafür aber stark renovierungsbedürftig und eben mit dem Charme einer alten Villa. Der Eigentümer hatte sich von seiner Frau getrennt und wollte nicht mehr selber in dem Riesenhaus wohnen, deshalb konnten wir es mieten.

Sowohl aus dem ersten als auch aus dem zweiten Haus mussten wir ausziehen, weil wir eine Kündigung wegen Eigenbedarf bekamen. Bei dem ersten Haus war es mir noch relativ egal, aber bei dem zweiten Haus war ich sehr sauer, denn wir hatten es mit viel Aufwand wirklich wunderschön restauriert und alles wieder hergerichtet. Weil ich so stolz auf das war, was wir aus dem heruntergekommenen Haus gemacht hatten, luden wir nach drei Jahren den Eigentümer und seine neue Frau ein, damit sie das bewundern könnten - 14 Tage später hatten wir die Kündigung wegen Eigenbedarf.
Wir waren das also mittelbar selber schuld, es ließ sich aber nicht ändern.

Das zweite Haus hatte über 350qm Wohnfläche und wenn man sich erstmal auf so einer Fläche ausgebreitet hat, dann ist es schwer, sich deutlich zu verkleinern. Wir suchten also intensiv nach einem neuen Haus, fanden aber nichts Passendes. Am Ende beschlossen wir, die Fabrik, die wir als "Anhängsel" zu dem Bürokomplex, in dem CWs Kanzlei untergebracht war, aus einer Zwangsversteigerung erworben hatten, mit einfachen Mitteln als Wohnung umzubauen, damit wir wenigstens für eine Übergangszeit in Ruhe weiter nach einer finalen Wohnlösung suchen konnten.

Immerhin war die Fabrik mit ca. 500qm groß genug, zusätzlich gab es auch noch zwei weitere Hallen mit je 1000qm, die wir als Lagerfläche nutzten. Wenn man sich dann einmal auf so viel Platz ausgebreitet hat, ist es noch schwerer, sich wieder (deutlich) zu verkleinern, weshalb wir trotz intensiver Suche in den nächsten fünf Jahren nichts Passendes (Bezahlbares) fanden.

Was wir fanden war das Borkumhaus als Ferienhaus, das war mit 125qm und fünf Zimmern zwar ein angemessen großes Haus für eine 5 bis 6-köpfige Familie, insgesamt aber natürlich deutlich kleiner als alle Häuser, in denen wir bisher gelebt hatten, weshalb ich mich heute noch mit Grinsen an den entsetzten Kommentar von J erinnere, der, als er begriff, dass wir im Jahr 2006 die gesamten Sommerferien auf Borkum verbringen werden, sagte: "Was? Die ganzen sechs Wochen? In dem Winzhaus?" So erzieht man Kinder zu Schnöseln, hihihi.

Wobei, das ist nicht fair, schnöselig ist keines meiner Kinder, sie waren nur ihr gesamtes Leben gewohnt, dass es immer unendlich viel Platz um sie herum gab und sie ihre Motorik deshalb niemals von draußen auf drinnen umstellen mussten. Sie rannten sozusagen 24/7 (ich weiß nicht, wann sie gehen gelernt haben, sie waren da aber ganz bestimmt schon älter) und waren eben an großzügigen "Auslauf" gewöhnt. Wenn sie mal für ein paar Tage bei meiner Mutter zu Besuch waren, die in einer normalen 3-Zimmer-Etagenwohnung lebte, hatten sie anschließend überall blaue Flecken, weil sie ständig gegen Türrahmen, Ecken und Möbel dengelten.
Im Borkumhaus hatte ich deshalb jede Art von Toben, Rennen, Prügeln, kurz, alles, was sie sonst drinnen machten, rigoros untersagt und sie rausgeworfen, vor der Haustür lag schließlich ein riesiger Strand. Kein Wunder, dass ihnen das Leben in so einem Winzhaus beengt vorkam.

Als ich 2008 beschloss, mein Leben noch einmal rigoros zu verändern, habe ich nicht nur CW und die Fabrik, sondern auch fast alles an Dingen, also Möbel samt Kram hintergelassen, um in Greven wirklich noch einmal komplett neu anzufangen. Die einzigen Möbel, die ich mitnahm, waren der Esstisch (ohne Stühle), ein paar Bücherregale und ein paar Bücher (wirklich nur ein paar, rund 90% der Bücher blieben zurück) der Geschirrschrank und mein Flügel, fast alles andere habe ich neu (also gebraucht über ebay und Kleinanzeigen) gekauft.
Wenn dann jemand sagt, dass es trotz dieser großen Veränderungen im Grunde immer noch nach Anje aussieht, dann wird es daran liegen, dass ich im Zweifel mal wieder ein Haus und seine Einrichtung so hingebogen habe, dass sie meinen (stilmäßig erkennbaren) Vorstellungen entsprechen.

Das Haus, das K jetzt mit mir baut, wird noch mal wieder komplett anders sein als alles, was ich bisher schon bewohnt habe. Es wird kein von außen erkennbarer riesiger Protzbau (so wie das erste Haus, in dem ich mit CW gewohnt habe, dem man von außen schon ansah, dass es riesig, teurer und randvoll mit Schickimicki-Luxus ist), es wird aber auch keine (nachgemachte) Gründerzeitvilla und ein Loft natürlich auch nicht. Ich gebe aber zu, dass ich den Komfort und den Luxus, viel Platz um sich herum zu haben, durchaus zu schätzen weiß, weshalb es deutlich größer sein wird als das Winzhaus (sorry, ich liebe diesen Begriff, grade weil er so schnöselig klingt) auf Borkum und auch größer als das Reihenmittelhaus hier in Greven, dafür wird es weniger Zimmer haben - und es wird altersgerecht barrierefrei (also zB mit Aufzug und bodengleicher Dusche).

Unser Hauptwohnbereich ist im Grunde nichts anderes als "3-ZKDB" (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bastelzimmer, Küche, Deele, Bad), außerdem gibt es im Gästehaus eine Einliegerwohnung, die wir als Gästewohnung nutzen werden, wenn mal jemand zu Besuch kommt. Naja, und zusätzlich ist alles unterkellert, damit der Proddel, den ich nicht wegwerfen möchte, nicht Ks Garage blockiert...

Ob die Optik ansonsten so wird, wie ich mir das vorstelle, weiß ich natürlich noch nicht, bin aber gutes Mutes, weil ich bei allen beteiligten Handwerkern und Akteuren das Gefühl habe, dass sie bereit sind, sich auf meinen "anderen" Geschmack einzulassen, um die besprochenen Dinge dann nachher nicht nur so umzusetzen, wie es technisch sinnvoll und möglich ist, sondern auch so, wie ich mir das vorstelle. Das ist ein Balanceakt, das ist mir klar, aber K ist ja auch noch da und kümmert sich darum, dass keiner abstürzt oder ausreißt, es kann (wird) nur sein, dass dieser Bau deutlich länger dauert als ein 08/15 Bau von der Stange
.

471 x anjeklickt (...bisher hat noch niemand was dazu gesagt)   ... ¿selber was sagen?