anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 30. Juni 2020
Das Jahr ist halb vorbei


Die Zeit schreibt ihre eigene Geschichte,
das Tempo wählt sie dazu ganz allein.
Es gibt kaum Fortschritt, nur so zähe Dichte,
ein grauer Nebel hüllt uns stetig ein.

Ein Tag vergeht, ein anderer folgt,
es ist ein steter Reigen
und plötzlich ist das Jahr halb rum.
Da staunen wir und schweigen.

Denn was nach vorne niemals rennt,
jagt rückwärts wie ein Krieger,
die Zeit hat Tag für Tag verpennt
und ist doch erster Sieger.

Erst neulich war's als ich dich fragte,
wie lange dieses Jahr wohl braucht.
Nichts geht voran, war's was ich klagte -
und plötzlich ist die Zeit verraucht.

Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder.
Schon Kästner war davon verwirrt,
ich wunder mich nicht minder.
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Montag, 29. Juni 2020
Mode
Es ist schon seltsam mit der Mode, oder genauer: mit dem Modegeschmack einzelner Menschen.
Jeder lebt ja in seiner ganz eigenen Filterblase, aus der sich sein ganz eigener Modegeschmack bildet. Der wird deshalb durch Vorbilder, wie man gerne sein möchte, genauso beeinflusst wie durch Hinternbilder, wie man auf keinen Fall sein möchte. "Am Arsch" denkt man sich, wenn man Leute sieht, die man nur rein optisch schon ungemein abstoßend findet. Hinternbilder sind damit genauso prägend wie Vorbilder und als drittes spielen dann noch Traumbilder eine wichtige Rolle, denn natürlich lebt jeder gleichzeitig noch in dem jeweils individuell ausbalanzierten Spannungsfeld zwischen Dunning-Kruger-Effekt und Impostor-Syndrom.

Ich nehme mich da keineswegs aus, ganz im Gegenteil, ich versuche nur meinen eigenen Modegeschmack sowohl in dem Bereich, der mir persönlich gut gefällt und den ich versuche, nachzuahmen, nach dem Warum zu ergründen als auch meine Modeabneigungen, also alle Stilrichtungen, die ich mit "ach du meine Güte, da hat es aber jemand nötig" pauschal extrem herablassend diskriminiere, zu verstehen*.
*Irgendwas hat sich in dem Satz grammatikalisch verduddelt, aber ich bin zu faul, da jetzt länger drüber nachzugrübeln, wie es richtig gehört, ich gehe davon aus, es ist auch in der grammatikalisch avantgardistischen** Form verständlich.
**avantgardistisch ist die schicke Form von "ich kann es grad nicht besser"


So, nach meinen passiv-aggressiven Angriffen auf den selbsternannten "ich bin Kulturschaffender und damit systemrelevant" Umtriebler, komme ich zurück, zu dem, was ich eigentlich sagen wollte: Es gibt Leute, die pflegen eine äußerlich durchaus auffallende Optik und beschweren sich dann gleichzeitig über Lookism.
Ich stehe dann jedesmal fasziniert am Rand und frage mich, wer denen eigentlich ins Hirn geschissen hat, dass sie die Widersprüchlichkeit ihrer eigenen, optisch gestylten Existenz im Kontrast zu dieser Forderung nicht bemerken.

Ich sagte es ja neulich schon, ich finde Lookism völlig okay, weil es in meiner Definition die Vorbeurteilung einer Person rein nach ihrer optischen Erscheinung ist und das betrifft vor allem die optischen Aspekte, die jeder Mensch aktiv selber beeinflussen kann.
Jemanden nur wegen seiner Hautfarbe in eine bestimmte Schublade zu stecken, ist meiner Meinung nach kein Lookism, sondern nur dämliche Ignoranz. Wenn sich aber jemand große Mühe gibt, seine Hautfarbe noch durch allerlei andere Modeaccessoires zu unterstreichen und damit besonders hervorzuheben, dann denkt der sich ja was dabei und dann finde ich es legitim, dass ich mir als Beobachter der Szenerie mir auch etwas dazu denken darf.
So'n Punk zB, der sich die Mühe macht, seine Haare regelmäßig optisch passend zu seinem Rollenbild anzupassen, der will doch mit seiner Optik etwas ausdrücken und insofern wäre es ja fast schade, wenn sich da niemand drum kümmern würde.

Und das gilt meiner Meinung nach für alle optischen Spirenzchen, die sich Menschen im weitgefassten Rahmen von "Mode" selber ausdenken.

Ich selber ziehe eine möglichst unauffällige Mode vor. Maximales Understatement war schon immer mein Credo und im übrigen bin ich viel zu eingebildet arrogant als dass ich zugeben würde, dass mich optische Überlegenheit beeindrucken könnte.

"Möglichst unauffällig" heißt dabei 'maximal unterstützend', ohne sich je selber in den Vordergrund zu spielen, weder positiv noch negativ.

Dabei gibt es für mich ein paar NoGos, die ich für mich selber kategorisch ausschließe und wegen derer ich alle Menschen, die hier eine andere Meinung haben, erst mal in eine Schublade mit Minuspunkten stecke, weil sie eindeutig dem Leitbild "die Optik bestimmt nicht den Menschen" widersprochen haben.

Tattoos gehören für mich in diese NoGo-Schublade. Jeder Mensch, der sich ein Tattoo stechen lässt, wird dafür gute Gründe haben - und ich reagiere ganz pauschal mit einem abwertenden "na, dann wird er das wohl brauchen" Schulterzucken darauf, und bin jedesmal froh, dass dieser Krug an mir vorüberging.

Ich hatte auch tatsächlich noch nie das Gefühl, das ich ein Tattoo brauche, ich hatte aber auch noch nie das Gefühl, dass ich heiraten möchte oder mich zu etwas ähnlich "Ewigem" mit nach außen gekehrter Symbolwirkung zu entschließen. Ich habe eben überhaupt wenig Bedarf, anderen Leuten etwas beweisen zu wollen.
Und wenn ich es nur für mich mache - na, dann brauche ich auch kein echtes Tattoo. "Die wahren Abenteuer sind im Kopf" - und nicht von anderen in meinen Körper gepiekst.

Dabei muss ich meinem Vater bis heute zutiefst dankbar sein, dass ich kein eigenes Tattoo habe, denn eine meiner größten Schwächen ist ein 100%iger Widerspruchsgeist. Hätte mein Vater mir vor 40 Jahren verboten, dass ich mich tätowieren lassen, dann wäre ich heute bunt wie ein Bootsmann auf Kaperfahrt. Weil ich es mir natürlich nie hätte verbieten lassen.
Zu meinem großen Glück hat er es aber einfach vergessen mir zu verbieten, was so gesehen schon fast wieder eine Leistung ist, weil er mir ansonsten so gut wie alles verboten hat. Nur an die Tattoos, da hat er tatsächlich nicht dran gedacht. Uffff.

Und um den Bogen zum Einleitungssatz zurück zu schlagen: ich war in einem Männer-Modehaus und ich sach mal so: Die Männer haben echt Glück, dass grade Corona ist und jeder jetzt damit eine perfekte Ausrede hat, nicht den dernier cri tragen zu müssen, weil, das wären sonst bunte Blumenhemden, und das kann doch wirklich niemand wollen, oder
?

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Sonntag, 28. Juni 2020
Aufgeräumt
heute war Aufräumsonntag.
K hat seine Schreibtischschubladen sortiert und erstaunliche Dinge gefunden, ich habe erst ein bisschen das Haus gestaubsaugt und gewischt und dann in meinem Stempelzimmer rumsortiert, dieses Vergangenheitsaufräumen ist ansteckend.
Dabei habe ich neben unglaublich viel Kram, den ich schon komplett vergessen hatte, erstaunlicherweise einige Dinge trotz wirklich ausführlicher und gründlicher Suche nicht gefunden, es ist also zu vermuten, dass ich sie nicht besitze, was mich zwar sehr erstaunt, aber mein Ausstieg aus der Szene ist mittlerweile schon über 12 Jahre her, deshalb habe ich nicht mehr auswendig parat, was ich mal alles besessen habe und was ich vor allem beim Umzug mitgenommen habe.
Der Umzug meiner Schwester wirkt bei mir noch nach, ich bin heute lange durch dieses Haus hier gewandert und habe mir beguckt, was ich alles an Kram besitze und mir dabei dann überlegt, was davon ich beim nächsten Umzug nicht mehr mitnehmen möchte, es sieht so aus, als wäre das eine Menge.

Als ich vor 12 Jahren hier in dieses Haus gezogen bin, habe ich damals gefühlt fast die Hälfte meiner Sachen in MG zurückgelassen, weil das Haus hier halt nur ein ganz normales Reihenhaus ist, was nur 1/3 so viel Platz hat wie die Fabrik in Mönchengladbach, aber ich wollte ja auch nur noch ein ganz kleines, zurückgezogenes Leben führen.
Umso erstaunlicher finde ich es, wie viel Kram ich immer noch mitgeschleppt habe, der jetzt im Wesentlichen unberührt seit 12 Jahren hier rumliegt, aber vielleicht fällt es auch leichter, wenn man sich auf ein Aussortieren auf Raten einlässt.
Auf alle Fälle haben K und ich heute einen Wegwerfbeschluss gefasst, regelmäßig immer mal ein bisschen, so, dass es immer noch problemlos in die schwarze Tonne passt und das Wegwerfen keinen größeren Umstand verursacht. Wenn man jetzt schon mal damit anfängt, ist es nachher, wenn der Umzug dann wirklich ansteht, nicht mehr so viel und man kann wesentlich befreiter nur noch die Dinge einpacken, die man wirklich behalten möchte
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Samstag, 27. Juni 2020
Einkaufssamstag
Wir wollten uns ja heute morgen spontan entscheiden, was wir mit dem Wochenende so anfangen und haben uns dafür entschieden, nicht nach Borkum zu fliegen. Das Wetter wäre zwar am frühen Vormittag fliegbar gewesen, aber anschließend war sehr viel Regen angekündigt, der dann auch tatsächlich fiel (Kameras am Haus sind eine feine Sache), so dass wir uns entschlossen, dass wir nichts verpassen, wenn wir einfach hier bleiben.
Wir haben stattdessen eine Shoppingtour durch Münster gemacht, das war auch sehr nett.

Ich wollte unbedingt ein bestimmtes Paar Schuhe live anprobieren, das mir im Netz ständig von der Werbung in die Timeline gespült wird, habe also gegoogelt, welches Geschäft in Münster diese Schuhe führt und bin gezielt dorthin gefahren. Die Vorstellung, dass ich mir einfach verschiedene Schuhe direkt online aussuchen und nach Hause schicken lassen könnte, um sie anschließend wieder zurückzuschicken, wenn ich sie anprobiert habe, diese Vorstellung finde ich derart abstrus, dass es mir nicht möglich ist, das umzusetzen. Sich etwas schicken zu lassen in der festen Absicht, es wieder zurückzuschicken - sorry, aber ich finde das krank. Irgendwelche Neuronen in meinem Hirn verweigern sich hier dem Fortschritt und der allgemeinen Alltagsüblichkeit, mag sein, dass der Rest der Welt das macht, ich finde es trotzdem bescheuert und verweigere mich. Ich möchte Schuhe in einem Geschäft anprobieren, wo ich sie nach dem Anprobieren einfach wieder ins Regal stellen kann. Deshalb wollte ich zu diesem einen speziellen Schuhgeschäft in Münster. Die hatten dort dann zwar Schuhe dieses Herstellers, aber nicht die, die ich gerne gehabt hätte, das war damit ein preiswerter Ausflug, Schuhe habe ich heute also nicht gekauft.
Daneben war aber ein Schraubenladen, den fand ich letztlich viel toller als jeden Schuhladen, dort habe ich sehr lange rumgeguckt, mir alles gründlich angeschaut und nachher 20 Stahlnägel und zwei Schrauben für insgesamt 1 € gekauft , das war also deutlich erfolgreicher, auch wenn der Ladenbesitzer durch diesen Umsatz nicht unbedingt reich geworden ist.

Anschließend sind wir lange langsam, offen und suchend durch Münster gefahren, weil ich zu einem Buchbindergeschäft wollte, von dem ich wusste, dass ich früher schon mehrfach dran vorbeigefahren bin, das aber nu plötzlich nicht mehr da war. Es stellte sich schließlich raus, dass der Laden vor einiger Zeit geschlossen wurde. Hmmm.

Dann waren wir in einem Möbelgeschäft, danach noch im Großmarkt und insgesamt war das ein wunderbarer Einkaufstag.

Am Nachmittag habe ich dann das erste Mal Erdbeerlimonade gemacht.



Ich hatte das Rezept bei Zucker, Zimt und Liebe gesehen und wollte es dringend ausprobieren.
Ergebnis: Das gibt es jetzt öfter. Saulecker!!!

Ich mag ja selbstgemachte Limonade sowieso sehr gerne, meistens mache ich Zitronenlimonade (ist das eigentlich ein Pleonasmus?), weil das schnell geht und super schmeckt (2 Biozitronen vierteln, mit 100gr. Zucker und zwei Handvoll Eiswürfeln in den Thermomix werfen, 2x je 5 Sekunden Turbo drücken, mit 1l Mineralwasser aufgießen, kurz umrühren, abseihen, fertig. Und ich versichere, das ist die beste Limonade, die es gibt.), aber Erdbeerlimonade hörte sich auch interessant an und jetzt bin ich froh, dass ich es ausprobiert habe, definitiv eine positive Repertoireerweiterung.

Dann gab es noch eine unsittliche Szene auf unserem Esstisch, bis K die Jungs alle an die Wand genagelt hatte.

Ich stehe ja auf Figuren an der Wand, links daneben krabbeln jede Menge Echsen, Frösche und Käfer um eine Riesenmohnblume, kann man hier sehen. Die Kraxelmänner habe ich heute in dem Möbelhaus entdeckt.

Zum Abendessen gab es Thunfisch-Sashimi, weil wir zu faul waren, Reis zu kochen. Denn im allergrößten Scheiß, isst man Fisch auch ohne Reis. Schmeckt super und man wird gut satt, wenn man genug Fisch gekauft hat, was wir taten
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Freitag, 26. Juni 2020
Eingeschlafen
Freitag und damit der Abschluss einer wirklich anstrengenden Woche, ich bin jetzt wochenendreif.
K plante heute morgen, dass wir heute Nachmittag (Freitag= wir machen früh im Büro Schluss) nach Borkum fliegen, für morgen sind Gewitter vorhergesagt, aber Sonntag soll schon wieder okay sein.
Also machten wir beide früh im Büro Schluss und waren gegen 16h zu Hause. K legte sich kurz hin, eben etwas Ausruhen, ich fand das auch eine gute Idee, als wir beide gegen 21h wieder aufwachten hatte sich das mit dem Fliegen für heute auch erledigt.

Mein Datenarmband sagt mir, dass ich die letzten 7 Tage im Durchschnitt 6:04h geschlafen habe, nach allem, was ich über mich selber weiß, ist das definitiv zu wenig, kein Wunder, dass da akuter Nachholbedarf bestand.

N war ja gestern unterwegs, mit einer Freundin aus Münster hat er eine Radtour hier durch die Gegend gemacht und sich beim Pause machen dabei auch irgendwo unterwegs auf den Boden gesetzt. Das war wohl ein Eichenprozessionsspinner verseuchter Platz, auf alle Fälle hat er jetzt vom Rücken an abwärts und vor allem am Hintern tausende von roten Quaddeln, die entsetzlich jucken, jetzt weiß ich wieder, warum ich allen Eichen hier in der Gegend weiträumig aus dem Weg gehe. Hier ist nämlich eine EPS-Hotspotgegend.

Die Pläne für morgen sind jetzt komplett offen und vor allem wetterabhängig, wir lassen uns überraschen, wozu wir spontan Lust haben
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Donnerstag, 25. Juni 2020
Erst Sitzungen dann Feuer
Heute war der Tag der langen Aufsichtsratssitzungen, vier Gesellschaften wurden heute besprochen, das ist anstrengend.

Aber jetzt ist das erledigt, jetzt habe ich noch genau zwei Wochen bis Urlaub, einzige Aufgabe in dieser Zeit: Aktives Abarbeiten aller aufgelaufenen Erledigungsstapel. Ziel: Inbox Zero, mal schauen, wie weit ich komme.

Heute Abend haben wir* den Tag mit einem Abschlussgrillen plus Zusatzfeuerchen beeendet, das war ganz prima.
* wir=K und ich, N nächtigt heute auswärts, wir haben also sturmfreie Bude und haben es krachen lassen.

Erst habe ich dem Feuer noch ganz entspannt einfach nur zugesehen, K hatte nämlich einfach nur das Abfallholz, das schon lange in dem Feuerkorb darauf wartete, abgebrannt zu werden, angesteckt, und mehr war nicht zu tun. Es brannte halt so vor sich hin.
Aber dann fiel mir ein, dass wir vor rund sechs Wochen doch die Wachholderhecke zum Nachbarn rigoros beschnitten hatten und wegen nicht Wissen wohin mit den Zweigen, haben wir sie hinten im Garten einfach übereinander auf einen Haufen geworfen und mittlerweile waren sie wunderbar braun geworden. Ich wollte deshalb unbedingt ausprobieren, ob sie schon trocken genug zum Verbrennen sind.
Ergebnis: Sind sie. Brennen wir Zunder.
Das hat richtig Spaß gemacht
!

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Mittwoch, 24. Juni 2020
Schlechte Texte und fehlende Diagnosen
Im Büro hatte ich heute mal wieder Texte-Überarbeitungs-Tag.
Der Chef erster Ordnung schickte mir einen Text, mit dem Hinweis: "Bitte Qualitätssicherung!" - Es handelte sich um den Text zu einem ergänzten Tagesordnungspunkt, der in einer der Aufsichtsratssitzungen morgen noch als Tischvorlage nachgeschoben werden soll. Es war also dringend, aber die zuständigen Mitarbeiter fühlten sich bisher nicht dafür zuständig. Als sie erfuhren, dass ein bestimmter Auftrag nur mit Genehmigung des Aufsichtsrats erteilt werden kann, schusterten sie "mal eben mit heißer Nadel"* eine Vorlage zusammen, die man sich schlechter kaum denken kann.
*das war der Originalkommentar der zuständigen Mitarbeiterin, mit der sie den Text der Vorlage an den Chef erster Ordnung verschickte.

Ich habe wirklich Verständnis dafür, wenn man sich mit Vorlagetexten schwer tut, denn es ist teilweise echt kompliziert zu formulieren, wenn man allen Formalansprüchen gerecht werden will und gleichzeitig noch versucht, den Inhalt einigermaßen lesbar und verständlich rüberzubringen. Ich habe aber kein Verständnis für 17 Tipp- oder Schreibfehler in einem Text mit 200 Wörtern, von denen man im übrigen noch locker die Hälfte streichen kann, weil überflüssig.
Und erst recht kein Verständnis habe ich, wenn ich sehe, dass da jemand ein Jahresgehalt im sechsstelligen Bereich bezieht, aber noch nicht mal in der Lage ist, einfachste Texte selbstständig zu schreiben bzw. auch keine Mitarbeiter hat, die das können.

Ich habe dem Chef erster Ordnung deshalb geantwortet, dass ich den vorgelegten Text im Sinne der Qualitätssicherung einfach nur in den Müll geschmissen und etwas komplett Neues zu dem Thema geschrieben hätte, der Beschlussvorschlag ist aber unverändert. Und habe mich gewaltig geärgert, denn ich bin eigentlich nur für die Buchhaltung und das Controlling dieser Firma zuständig, nicht auch noch für die Vorlagetexte, da aber mein Chef erster Ordnung auch gleichzeitig der Chef erster Ordnung dieser Tochterfirma ist, konnte ich ihn nicht hängen lassen.
Aber ich konnte mich darüber ärgern, was ich gründlich tat.

Außerdem habe ich Halsschmerzen und der Arzt im Haus hat meiner Corona Diagnose nicht widersprochen, schließlich bin ich gestern offen durch Rheda-Wiedenbrück gefahren, da liegt das nahe, dass das nicht gut geht. Könnten aber auch einfach nur normale Halsschmerzen sein, meinte der Arzt im zweiten Satz, er könne aber nichts genaues dazu sagen, seine Approbation sei noch unterwegs und bis dahin hielte er sich mit Diagnosen lieber zurück.
So geht das also, erst lässt man das Kind jahrelang studieren, damit es was lernt und dann kriegt man so schwammige Aussagen und muss undiagnostiziert vor sich hinleiden, nur weil das Kind bürokratisch wird. Das taugt alles nichts mehr, diese neue Freizügigkeit der Jugend gegenüber
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