anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Freitag, 25. Oktober 2019
Alibi Platzhalter
Das wird spät heute.
Ich bin noch unterwegs und wann ich zuhause sein werde, ist ungewiss, aber ziemlich sicher erst nach Mitternacht, dann bin ich müde und platt und will nur noch ins Bett, damit fällt Bloggen heute leider aus
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Donnerstag, 24. Oktober 2019
Noch mehr Wolle verkauft und Quinoa gebraten
Erfolgreicher Bürotag, ich habe die Steuererklärungssoftware ans Laufen bekommen und von fünf Firmen die Steuererklärungen fertiggestellt und übermittelt. Ich hatte die Daten dafür natürlich schon vorbereitet, die Bilanzen waren ja auch schon länger fertig, aber die Zahlen zum Schluss noch so in das Formular einzutragen, dass die Prüfsoftware keine Fehler mehr ausgibt, das ist immer eine extra Herausforderung, was aber heute fast störungsfrei funktionierte.
Ich war sehr mit mir zufrieden.
Deshalb habe ich auch früh Schluss gemacht, weil ich noch einkaufen fahren wollte, bevor die nächsten Wollkundinnen kamen.
Jetzt sind die Kühlschrankvorräte wieder aufgefüllt, das Wolllager oben im Kinderzimmer dafür gründlich dezimiert. Fast 300 Knäuel Wolle haben die beiden Kundinnen gestern und heute zusammen mitgenommen. Im Verhältnis zum Gesamtvorrat, der noch im Onkelhaus liegt, ist das zwar nichts, aber die erzählen jetzt auch weiter, dass man bei mir ganz tolle Wolle bekommen kann und so hoffe ich mal, dass mein Kundenstamm langsam immer größer wird.

Außerdem habe ich ein neues Gericht entdeckt, was äußerst einfach in der Zubereitung ist, aber ausgesprochen lecker schmeckt.
Im Ofen gebackener Kürbis mit Quinoa als Beilage.

Alle Welt erzählt ständig was von Superfood, überall stehen Rezepte mit Zutaten, von denen ich noch nie etwas gehört, inzwischen bin ich gar gekocht (scnr) und musste auch mal was von dem Zeug ausprobieren.
Meine Wahl fiel auf Quinoa, der (das?) wird zubereitet wie Reis, schmeckt mir aber deutlich besser, auch K war sehr davon angetan. Wird es jetzt öfter geben bei uns, haben wir beschlossen.
Der Aufwand für die Zubereitung von im Ofen gebackenem Kürbis ist ungefähr so viel Arbeit wie ein Butterbrot schmieren, das Umständlichste dabei ist das etwas Schälen des Kürbisses, aber wenn man einen scharfen Sparschäler hat, kriegt Mann* das gut hin.
*Mein Westfalenmann ist ein sehr guter Kürbisschäler, ich habe diese etwas anstrengende Arbeit vertrauensvoll in seine Hände gelegt. Dadurch wird die Zubereitung eines gebackenen Kürbisses mit dem Schmieren eines Butterbrotes vergleichbar - für mich.

Zusammen mit Quinoa ergab das eine vollwertige Mahlzeit, genau genommen zwei Mahlzeiten, weil es so viel war, dass wir gestern nur die Hälfte geschafft haben. Heute habe ich den Rest vom Kürbis und den fertig gekochten Quinoa in der Pfanne erwärmt, noch ein paar Kräuter und Eier drüber gehauen - und es war wieder richtig lecker. Dringende Nachkochempfehlung
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Mittwoch, 23. Oktober 2019
Büro und kein Ende
Eigentlich ein ruhiger Tag im Büro, bis ich auf die Idee kam, mal ein paar 2018er Steuererklärungen zu erstellen, von dem Moment an wurde es anstrengend.
Ich stellte nämlich fest, dass das Programm, mit dem ich die meisten Erklärungen letztes Jahr erstellt habe, nicht mehr funktionierte, also war erst mal eine ausführliche Computer- und Softwarereparatur angesagt.
So als Computer- und IT-Techniker tauge ich ja mal gar nicht.
Das dauert alles.....
Mich macht das ganz hibbelig, dass ich dann tatenlos vor meinem Computer sitzen muss, um ihm dabei zuzusehen, wie er irgendwelche Dinge installiert, denn weggehen und in der Zeit etwas anderes machen, geht leider nicht, da er alle fünf Minuten irgendeine Handlung oder Entscheidung von mir verlangt.
Aber irgendwann war das blöde Programm erst de- und dann neu installiert, dazu konnte ich die ProgrammDVD benutzen, die ich sowieso alle Vierteljahr mit einem Update bekomme.
Weil ich für diese Reparatur kein Internet brauchte, war ich schon ganz froh und stolz, wie gut das alle geklappt hat, nur eine Stunde verdröselt und Programm läuft wieder - bis ich an die Stelle kam, wo die Schnittstelle zum Finanzamt verifiziert werden musste - die kann nicht von der DVD geladen werden, die muss man sich in der aktuellsten Version aus dem Internet, von der Elster-Seite holen. Blöd nur, dass unsere Firmenfirewall die Elster-Seite als bedrohlich einstuft (kann ich zwar irgendwie verstehen, andererseits: Hilft ja nix.) Bedeutet aber, dass an der Stelle im Büro für mich Schluss war, solche gefährlichen Dinge muss ich immer in meinem privaten W-LAN installieren, wir nehmen das sehr genau mit der Sicherheit.

Deshalb habe ich jetzt eben die Elsterschnittstelle nachinstalliert, ich hoffe, die läuft auch noch, wenn ich den Rechner morgen wieder ins Firmennetz einlogge.

Am Abend kam eine neue Wollkundin, so langsam verbreitet sich die Kunde von meinen schier unerschöpflichen Wollvorräten, diese nahm auch noch ein paar Stoffe mit, läuft.

Morgen kommt noch eine Kundin, die war schon mal als Begleitung einer anderen Kundin da, jetzt will sie morgen mit einer weiteren Freundin kommen, wenn das so weiter geht, dann muss ich demnächst ein größeres Auto haben, um genug Nachschub rüberholen zu können.

Leider ist aber das, was ich hier schon losgeschlagen habe, nur ein Bruchteil dessen, was noch beim Onkel lagert, die war echt durchgeknallt, diese Ex-Tante, im Grunde kann er froh sein, dass er die los ist
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Dienstag, 22. Oktober 2019
Wenn man ein Pikachu nicht von einem Glumanda unterscheiden kann
Jeder hat ja so seine Vorlieben und Abneigungen und daneben hat ganz bestimmt jeder auch noch einige Dinge, die sind ihm dermaßen egal, dass es noch nicht mal für eine gepflegte Abneigung reicht.
Wenn man es aktiv ablehnen würde, dann müsste man sich ja trotzdem damit beschäftigen, um belastbare Argumente parat zu haben, weshalb man es ablehnt, wenn man Dinge aber einfach nur komplett ignoriert und sich weigert, irgendetwas davon auch nur so weit wahrzunehmen, dass man Begriffe kennt, dann fällt es in die Kategorie "ich verstehe nicht, was daran interessant sein könnte."
So geht es meinem Westfalenmann mit Fußball, was ihn mir sehr sympathisch macht, weil wir das Thema deshalb einfach gar nicht behandeln müssen. Ich selber pflege speziell bei Fußball ja eher akute Abneigungen und kann mich sehr gut ereifern, weshalb ich es so überflüssig finde. Für das entspannte Miteinander ist es aber definitiv förderlicher, wenn man einzelne Reizthemen von vornherein gleich komplett beiseite lässt.

Ein Gebiet, was mir dafür einfach nur komplett egal ist, sind Computerspiele.
Ich habe nichts dagegen - aber auch nichts dafür. Ich langweile mich sehr schnell dabei und mir fehlt komplett jede Vorstellung, was Leute daran spannend finden, ich habe allerdings auch überhaupt gar kein Wettkampfgen, vielleicht ist das schon die Schlüsselerklärung, weshalb mich Computerspiele in keiner Form je interessiert haben.
Weil mir diese Spiele so komplett egal sind, habe ich aber auch nichts dagegen. Das heißt, dass ich auch die allgemeine Hysterie aller besorgten Eltern, ihre Kinder würden verblöden, vereinsamen oder sonst wie Schaden nehmen, wenn sie sich zu viel mit Computerspielen beschäftigen, konnte ich nie teilen. Meine Kinder durften sich mit dem Kram ohne besondere Auflagen beschäftigen so viel sie wollten, ich hatte allerdings auch nie das Gefühl, sie verlieren selber die Distanz oder die Kontrolle. (Außer vielleicht beim jüngsten Kind, aber der war eh in vielen Dingen besonders.)
Aufgescheucht von allerlei Elternratgebern bzw. -warnhinweisen habe ich immerhin versucht, wenigstens pro forma zu verfolgen, welche Spiele die Kinder denn da besonders spannend finden und womit sie sich intensiv beschäftigen.
So habe ich trotz meines Desinteresses ein paar Begriffe und Namen gelernt, allerdings fällt den Kindern noch viele Jahre nach der akuten Intensivphase auf, dass ich in echt eben doch eigentlich gar keine Ahnung habe.
Weil, vor ca. 15-16 Jahren hat irgendein Kind mal diesen Schlüsselanhänger gefertigt.
Die näheren Umstände, also welches Kind, wann genau, wo, wie und warum sind nicht mehr bekannt, aber ich wusste immer, es handelt sich um ein Pokémon.



Seit dem wir hier in Greven wohnen hängt der Tiefgaragenschlüssel an diesem Schlüsselanhänger, früher war es der Schlüssel zur Eingangstür, und wie man dem guten Stück unschwer ansieht, wurde es viel benutzt und im Zweifel hat sogar früher auch der Hund mal draufrumgekaut, es ist auf alle Fälle ein festes Bestandteil unserer Familie.

In den letzten Wochen ergab es sich nun zweimal, dass ich erst J und dann N auffordern wollte, jeweils den Tiefgaragenschlüssel mitzunehmen, um aber sicherzugehen, dass sie genau diesen Schlüssel mitnahmen und nicht etwas den anderen Tiefgaragenschlüssel, den ich benutze, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, habe ich jedesmal gesagt: "Nimm den Pikachu-Schlüssel mit."
Weil, Pikachu ist der einzige Pokémonname, den ich kenne.
Und jedesmal hat erst J dann N sofort und spontan erwidert: "Das ist ein Glumanda!"

Ich fand es schon witzig, als J es als erster sagte, weil ich es bis heute eh völlig skurril finde, wie man diese seltsamen Comicfiguren alle auseinanderhalten kann, als aber N genauso spontan und selbstverständlich diese Korrektur vorbrachte, wurde mir klar, dass die Skurrilität im Zweifel bei mir zu finden ist, denn was sind das nur für seltsame Menschen, die ein Glumanda nicht von einem Pikachu unterscheiden können?
Wahrscheinlich sollte es mir peinlich sein
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Montag, 21. Oktober 2019
Schlechte Sicht und blöde Beamte
Ich entwickele mal wieder seltsame Krankheiten.
Heute morgen hatte ich eine skurrile Sehstörung, denn ich konnte nicht vernünftig scharfstellen, egal mit welcher Brille, so etwas macht mich dann sehr schnell sehr wuschig. Außerdem flimmerte irgendetwas rechts außen ständig, so wie bei einer Bildstörung früher im Fernsehen. Das Flimmern bekam ich auch mit, wenn ich gar nicht hinguckte. Bzw. ich konnte gar nicht hingucken, denn wenn ich nach rechts außen schaute, war das Flimmern automatisch noch weiter rechts außen, halt immer grade genau außerhalb des eigentlichen Blickfeldes, aber flimmerig genug, dass ich es trotzdem als sehr störend mitbekam. Das Ganze war so anstrengend und so lästig, dass ich natürlich Kopfschmerzen davon bekam, die mich erst recht nicht fröhlicher machten.

Im Büro bestand der Tag überwiegend aus Seufzern über die Dummheit anderer. Für einen geplanten Neubau von Mietwohnungen haben wir Fördermittel bei der Gemeinde beantragt, dazu muss man zwei Zentner Formulare ausfüllen und einreichen.
Ich vertrete schon seit längerem die Ansicht, dass sich die Fördermittel gar nicht mehr lohnen, weil mich ein zinsgünstiges Darlehen bei den aktuellen Niedrigzinsen nicht wirklich locken kann, unsere Hausbank bietet billigere Darlehenszinsen als die Förderbank.
Bisher haben wir die Förderdarlehen aber trotzdem beantragt, weil es auch Tilgungsnachlässe gibt, das funktioniert dann so, dass wir ein Darlehen beantragen und knapp ist es bewilligt, zahlen wir es sofort wieder abzüglich Tilgungsnachlass zurück, weil es halt auch bei einem Förderzins von 0% immer noch zusätzlich 0,5% Verwaltungsgebühren kostet - und das ist mehr als die Bank an Zinsen verlangt.
Aktuell ist es jetzt so, dass bei einer Firma, für die so ein Förderdarlehen beantragt wurde, ein neuer, zweiter Geschäftsführer bestellt wurde. Der erste Geschäftsführer ist seit Jahren derselbe und unverändert auch so geblieben. Dieser Geschäftsführer unterschreibt auch grundsätzlich die Förderanträge.
Ein Handelsregisterauszug wird chronologisch ausgedruckt, das heißt, der Eintrag des neuen, zweiten Geschäftsführers steht ganz unten. Das bedeutet aber nicht, dass der neue, zweite Geschäftsführer nun der einzige Geschäftsführer ist, er ist einfach nur dazu gekommen und jetzt auch Geschäftsführer.

Wenn nun die Bewilligungsbehörde, die über das Förderdarlehen entscheiden muss, rügt, dass der Förderantrag nicht von dem neuen Geschäftsführer unterschrieben wurde und den Antrag deshalb als unzulässig verwirft, dann bin ich in meinem Kopf gut eine halbe Stunde damit beschäftigt, mir zu überlegen, auf welche Weise ich diesem inkompetenten Bewilligungstyp nun klarmache, dass er schlicht keine Ahnung hat. Am Ende kommt dann natürlich irgendetwas Höfliches, formal und politisch Korrektes als Antwortschreiben heraus, ich habe mich aber ausführlich geärgert, weil mir der Fritze mit seiner Inkompetenz einfach nur Zeit stiehlt. Und jedesmal überlege ich mir, warum alle Welt es so wichtig findet, dass man höflich bleibt. Ich finde, Menschen, die offensichtlich inkompetent sind, die aber mit ihrer aufgeblasenen Wichtigkeit anderen Menschen so viel zusätzliche, komplett überflüssige Arbeit machen, ich finde, zu solchen Menschen muss man nicht mehr rücksichtsvoll höflich sein, solchen Menschen kann man auch mal sagen, dass die Reihenfolge erst denken, dann schreiben, grundsätzlich zu empfehlen ist.

So ein blöder Heini, dieser Bewilligungsfritze, echt mal, soll er sich sein blödes Darlehen doch sonst wohin schieben, morgen werde ich erst mal ganz genau rechnen, ob es nicht überhaupt günstiger ist, auf den Tilgungsnachlass auch noch zu verzichten - dafür kann man dann mehr Miete verlangen und im Zweifel ist das deutlich lohnender.
Ich seh ja ein, dass sozialer Wohnungsbau sinnvoll und wichtig ist - aber wenn an den Bewilligungsschreibtischen überwiegend solche Zwergponys Bürohengste wie dieser Fredel sitzen, muss sich letztlich keiner wundern, dass zu wenig Wohnungen für den sozialen Wohnungsbau gebaut werden. Es hat einfach keiner Lust, mit solchen Menschen zu arbeiten.

Weil mich das heute alles mehr als nur ein wenig angenervt hat, bin ich um 16h nach Hause gefahren, man muss eine neue Woche ja nicht gleich mit überzogenem Eifer verderben
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Sonntag, 20. Oktober 2019
Eine große Rhabarberschorle und ein Swopper
Ich habe in der letzten Zeit mehrere Leute unabhängig voneinander von ihrem Swopper als perfekten Bürostuhl schwärmen hören. Weil sich diese Loblieder häuften, habe ich diesen mysteriösen Swopper dann erstmal gegoogelt, dabei festgestellt, dass es ein ziemlich teurer, gefederter Hocker ist, der als ergonomisches Bürositzmöbel gefeiert wird.
Gibt es wohl schon länger, ist aber erst jetzt in meiner Filterblase aufgetaucht.

Zum Glück gibt es in Münster ein Möbelfachgeschäft für ergonomische Büromöbel, dort konnte ich den Swopper probesitzen - und ja, ich stellte fest, ich will auch dringend so ein Teil haben.

Durch das Ausprobieren in dem Möbelladen hatte ich darüberhinaus auch gelernt, dass ich erstaunlicherweise* die extrateuere Ausführung mit Lehne überflüssig finde und auch Rollen braucht er nicht, weil die Rollen eigentlich kaum rollen** und die Lehne festmontiert ist und sich nicht mitdreht.

*Üblicherweise wähle ich sehr zielsicher immer die teuerste Version irgendeines Produktes aus, dass das diesmal nicht so war, hat mich wirklich erstaunt.

**Die Rollen rollen nur sehr schwergängig, weil der gesamte Hocker ja in alle Richtungen federt und eben "swoppert", wenn er dann auch noch leicht rumrollern würde, hätte man gar keinen Halt mehr auf dem Ding. Deshalb sind die Rollen stark gebremst, heißt aber auch, ich finde, man kann gleich ganz darauf verzichten.

Teure Möbel günstig kaufen ist ja eines meiner Lieblingshobbys, es war also klar, dass ich wenn, dann so ein Teil über ebay Kleinanzeigen erwerben würde.
Eine erste Sichtung ergab, dass die gebrauchten Swopper im Schnitt so mit +/- 300€, also zum halben Neupreis, angeboten werden, da ich es aber nicht eilig hatte, habe ich einfach gewartet, bis mal ein günstigeres Angebot reinkam. Das war dann letzte Woche, da wollte jemand seinen Swopper für 120€ verkaufen und ich hatte das große Glück, dass ich die Anzeige sah kurz nachdem sie online war, so dass ich als erster den Verkäufer anschreiben konnte, der mir den Swopper dann auch freundlicherweise bis heute reservierte.

Das Abholen des Swoppers haben wir dann mit einem Besuch beim Vater in Leer kombiniert, Synergieeffekte nutzen, wo sie sich bieten. Da wir den Vater eh wieder besuchen mussten, sind wir für den Swopper also nur einen kleinen Umweg gefahren, ich rechne mir meine ebay Käufe gerne extra günstig.

Nach dem Besuch beim Vater wollten wir den Kauf des Swoppers ein wenig feiern, außerdem hatten wir Hunger.
Durch eine Googlesuche nach Restaurants in Leer sind wir dann in dem sehr schönen Hotelrestaurant Pier 23*** gelandet, absolut empfehlenswert, sehr leckere crossover Küche und auch vom Ambiente her echt gemütlich, da gehen wir bestimmt noch mal hin.
***kann sich jeder selber googeln, wen es interessiert, hier ist schließlich kein Werbeblog.

Lustig fand ich die Kellner, der eine hatte eine dunkelbraune Hautfarbe, sprach aber ganz normales Ostfrieslanddeutsch, der andere sah optisch zwar eher aus wie ein Durchschnittsleeraner, sprach dafür aber derart affektiert norddeutsch, der war ganz sicher nicht aus Ostfriesland, sondern eher aus so einer schnöseligen Hamburger Poppergegend. So benahm er sich auch beim Bedienen. Ich mochte ja den Kollegen mit dem richtigen Deutsch lieber, vor allem, weil er so pragmatisch meine Bestellung ausführte. Ich hatte nämlich eine große Rhabarberschorle bestellt und bekam dies:


Weil eine Flasche nur 0,2l Inhalt hat, brachte er gleich zwei, das ist dann eine große Schorle. Recht hat er.

Insgesamt sind wir heute genau fünf Stunden Auto gefahren und haben in der Zeit ganz viele Paardiology-Podcastfolgen gehört. Von der allerersten Folge war ich sehr angetan, danach wurde es etwas langweiliger, war aber auch zu erwarten
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Samstag, 19. Oktober 2019
Der Verlauf des Samstags
Gegen 8h aufgewacht, mich gefreut, dass es noch so früh ist und mir vorgenommen, aus dem Tag etwas zu machen.
Auf dem Handy gab es nix Neues, fürs Internet hatte ich keine Lust, aber aufstehen konnte ich ja auch nicht, weil K noch zu müde war, um Kaffee zu machen. Ohne im Bett einen Kaffee getrunken zu haben, stehe ich nur in äußersten Notfällen auf, der lag aber heute nicht vor, also habe ich gewartet, bis K bereit war, Kaffee zu machen.

Ich bin ein übler Morgenmuffel und der festen Überzeugung, dass aus einem Tag, der mit Aufstehen anfängt, nix mehr werden kann.
Als ich vor 30 Jahren mein Leben in die Richtung änderte, dass ich regelmäßig morgens neben CW aufwachte, lernte er auf die harte Tour, was es heißt, wenn ich nicht genug Kaffee bekomme. Damals habe ich noch gut zwei Liter Kaffee pro Tag getrunken, ohne Kaffee funktionierte bei mir kaum was, das einzige, was bei Kaffeemangel zuverlässig und perfekt funktionierte, war meine schlechte Laune. CW entdeckte also sehr schnell, dass es für ein gemeinsames Auskommen sehr klug ist, wenn mein Tag nicht mit Aufstehen, sondern mit Kaffee beginnt und stand grundsätzlich als erster auf, kochte Kaffee und brachte mir eine Tasse Kaffee ans Bett.

Dann kamen die Kinder, aber bevor ich mich morgens mit einem Kind auseinandersetzen konnte, brauchte ich dringlich erst einen Kaffee. Schon um das Überleben seiner Kinder zu sichern, brachte mir CW morgens immer erst einen Kaffee und dann erst ein zu fütterndes Baby.
Meine Kinder schliefen übrigens alle vom ersten Tag an durch. CW korrigierte diese Aussage zwar meistens und meinte, ich hätte vom ersten Tag an durchgeschlafen, was natürlich auch richtig ist, ich kann mich zumindest an keine Nachtsession wegen schreiender Babys erinnern.
Mit dem zweiten Kind kam auch das erste AuPair und der Kaffeekoch- und -ansbettbringdienst ging auf das AuPair über, der war auch zuständig für Kinderfertigmachen und in Kindergarten bringen.
Ab irgendeinem AuPairwechsel war es dann immer ein Kind, was mir morgens den Kaffee brachte, als wir keine AuPairs mehr hatten, haben die Kinder auch das Kaffeekochen übernommen, es war längst feste Tradition, dass die Kinder vor mir aufstanden und dafür sorgten, dass ich den Tag nicht gleich am Morgen ermordete.
Zu meinem 36. Geburtstag bekam ich eine handbemalte Tasse von einem Freund der Familie - das war fortan meine Kaffeetasse, die durfte niemals in die Spülmaschine gestellt werden und sie durfte natürlich auch auf gar keinen Fall runterfallen oder sonstwie zerstört werden, das besondere an der Tasse war, dass sie keinen Henkel hatte, man musste sie also immer mit zwei Händen rundum fassen, was für die Kinder eine besondere Herausforderung war, weil sie die Tasse am frühen Morgen ja auch immer noch mit frisch eingegossenem, heißen Kaffee drin tragen mussten.


Die Tasse lebt bis heute, heil und ohne Macken, nur das Blattgold der Bemalung ist an der einen oder anderen Stelle etwas dünner geworden, aber ich finde, für ein empfindliches Porzellanteil, was über 15 Jahre derart viel benutzt wurde, ist das eine gute Leistung.
Seit 2013 benutze ich sie nicht mehr, denn da zog C zum Studieren aus und J ging aufs Internat, der morgendliche Kaffeedienst ging also auf meinen Westfalenmann über, der ihn seitdem auch treu und brav erledigt, nur meine Tasse, um die machte ich mir Sorgen und rettete sie vorsichtshalber als Vitrinenausstellungsstück und erklärte mich bereit, aus normalen Kaffeebechern morgens meinen Kaffee zu trinken.

Seit 2013 ist also mein Westfalenmann für meinen Morgenkaffee zuständig, der übrigens mittlerweile auch der einzige Kaffee ist, den ich noch trinke, den Rest des Tages trinke ich nur noch Tee, Kräutertee. Aus welchen Kräutern der Tee besteht, ist mir fast egal, ich trinke alle Kräuterteevarianten, Schwarztee und Grüntee jedoch nicht so gerne, Früchtetee mag ich gar nicht. Man wird aufs Alter hin halt seltsam.

Nun, um zum Anfang des Tages zurückzukommen, es dauerte heute Morgen etwas, bis K den Kaffee brachte, da war in der Zwischenzeit schon ein Gutteil des Aufwachschwungs verflogen. Weil ich keine Lust hatte, irgendwas im Internet zu lesen, mein Papierbuch mich auch grade nicht triggerte, griff ich zu meiner aktuell allerneuesten Beschäftigung, mein Strickzeug.
Ja, richtig gelesen, ich habe mir schon gestern Abend ein Spiel Stricknadeln und ein Knäuel schwarzer Wolle gesucht und beschlossen, mir genau die schwarzen Stulpen zu stricken, die mir in den letzten Tagen mehrfach gefehlt haben. Ich habe zwar schwarze Stulpen, die sind aber entweder zu dick oder zu lang, mir fehlt die Version, die aussieht wie Strümpfe ohne Fuß, also die Art, die aussieht wie ein Paar Socken, die einfach oben aus dem Schuh zu gucken.
Aber so etwas ist ja nun wirklich einfach zu stricken und wenn ich von einem genug im Haus habe, dann ist das Wolle und Stricknadeln.
Nach ca. 45 Jahren Pause habe ich mich also entschlossen, mir mal wieder etwas zum Anziehen zu stricken.

Was mich dabei am meisten faszinierte, war die Tatsache, dass man Stricken genausowenig verlernt wie Fahrradfahren.
Ich war zwar noch nie ein begeisterter Stricker und habe all die Jahre, in denen Stricken abwechselnd sehr modern und dann wieder völlig out war, ganz gelassen strickabstinent gelebt, aber ich hatte schließlich früher in der Schule Handarbeiten (übrigens Frechheit, die Jungs hatten Werken, eine der wenigen Stellen in meinem Leben, wo ich mir als Mädchen benachteiligt vorkam), und das bedeutet, ich habe Stricken noch richtig gelernt. So wie Schönschrift und das kleine Einmaleins. Solche Dinge wurden früher richtig gedrillt und wenn ich auch weder ein begnadeter Kalligraph noch ein Schnellrechenkünstler geworden bin, so reichen die einmal eingebläuten Basics doch, um auch 45 Jahre später standby loszustricken, wenn man sich schwarze Stulpen selber fertigen will.

Bis 11h habe ich gestrickt - und zugegeben, nach 45 Jahren Pause schleicht sich dann doch auch mal der eine oder andere Fehler ein, aber im Gesamtergebnis bin ich schon sehr beeindruckt von mir selber, hätte ich mir tatsächlich vorher nicht zugetraut. Wir werden sehen, wie lange ich durchhalte und ob das anvisierte Paar Stulpen je fertig wird. At least, it is worth trying.

Dann bin ich aber aufgestanden, weil sich das Aktivitätsvorhaben aus der Aufwachphase meldete und ich mir vornahm, heute mal ein paar Teile bei ebay einzustellen.
Vorher musste ich mich aber anziehen und als ich mir überlegte, welche Uhr ich heute tragen wolle, entschied ich mich für eine rot-schwarze Porscheuhr, die aber leider stehengeblieben war. Aber ich könnte ja mal eben die Batterie wechseln.
Das Gehäuse auf der Rückseite ist mit mikrokleinen Schräubchen verschraubt, ich habe zum Glück aber auch mikrokleine Schraubenzieher - bloß wo? Auf der Suche nach diesen Schraubenziehern habe ich zweieinhalb Zimmer gründlich aufgeräumt, wollte fast aufgeben, bis ich sie in der Schublade unter der Schublade fand, wo ich als erstes gesucht hatte.
Mittlerweile war es 14h, aber ich hatte ja auch schon zweieinhalb Zimmer sehr sorgfältig aufgeräumt und ich hatte endlich den Schraubenzieher gefunden, mit dem ich das Gehäuse dieser Uhr öffnen konnte. Als das Uhrwerk offen vor mir lag, stellte ich fest, dass es sich um eine Automatikuhr handelt, nunja…….

Eigentlich hätte ich jetzt damit anfangen können, Dinge bei ebay einzustellen, denn Fotos von dem ganzen Kram, der hier seit Ewigkeiten rumliegt, habe ich ja schon vor Monaten gemacht.
Aber ich habe noch zwei neue Teile aussortiert, einen Gemüsehobel und einen Zwiebelhacker, die sollten dann auch gleich mit eingestellt werden, davon habe ich aber noch keine Fotos.

Also habe ich mir die beiden Teile rausgesucht und beschlossen, dass man Küchenzubehör am besten in der Küche fotografiert, dumm nur, dass die nicht aufgeräumt ist.
Beim Kücheaufräumen fielen mir die übriggebliebenen Klöße von gestern in die Finger und ich bekam spontan Appetit auf gebratene Klöße.
Als die Klöße in der Pfanne schmurgelten tauchte K auf und ich überlegte, dass es klug ist, noch fix einen Salat dazu zu machen, dann haben wir immerhin schon mal ein vollwertiges Mittagessen für zwei.

Gegen 15.30h war die Küche wieder sauber und ich hatte auch den Gemüsehobel und den Zwiebelhacker fotografiert, aber gegen 16h hatte sich K mit jemanden drei Orte weiter verabredet und ich wollte auch mit, also unterbrach ich das Vorhaben, Dinge bei ebay einzustellen kurzfristig und machte mich fertig für einen Außerhausausflug.

Gegen 20h waren wir wieder zu Hause und hatten Hunger.

Jetzt (22.30h) sind wir beide satt.
Bei der Kühlschrankkontrolle fand ich vorhin aber noch ein Set frischer Limetten, die begannen, nicht mehr ganz so frisch zu sein, sie mussten also weg. Dazu eignet sich Cachaça ganz hervorragend, für solche Rezepturen ist traditionell K zuständig, er löste seine Aufgabe wie immer hervorragend. Deshalb sind wir jetzt nicht nur beide satt, sondern auch beide leicht angeschickert - es war ein wunderschöner Samstag, wenn ich auch nichts von dem, was ich mir heute morgen vorgenommen habe, geschafft habe
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