anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Dienstag, 7. Mai 2019
Anwaltsgespräch beim Spanier und Bau einer Präsentation
Zwischendurch gibt es dann auch immer wieder so Tage wie heute, wo die Arbeitszeit nur so verfliegt, weil es grade gut läuft und man Spaß hat an dem, was man da macht.
Um 19h hatten wir uns mit einem befreundeten Anwalt beim Spanier verabredet, so sind auch Anwaltstermine was Angenehmes. Das Essen war super und ich freue mich, endlich mal wieder ein Lokal entdeckt zu haben, wo sich auch ein zweiter Besuch lohnt. Dass ich in den meisten Fällen beim Testen eines neuen Restaurants immer irgendetwas am Essen zu nörgeln habe, finde ich zwar selber ätzend, aber wie soll ich es ändern, wenn in den meisten Restaurants so unlecker gekocht wird.
Doch dieser Spanier war prima Und so habe ich mich nicht nur über das leckere Essen gefreut, sondern auch darüber, dass wir da demnächst noch mal hin gehen können.

Im Büro war nicht sehr viel los, so dass ich tatsächlich endlich mal die Zeit hatte, einige Stunden ungestört und konzentriert an einer neuen Präsentation arbeiten zu können, die mir im Konzept schon seit Wochen vorschwebt, wo ich aber auch immer wusste, dass es eine echte Herausforderung sein wird, das praktisch umzusetzen. Aber heute habe ich schon mal die ersten fünf Folien mit der Einführung erstellt, da war ich anschließend auch angemessen stolz
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Montag, 6. Mai 2019
Artenvielfalt
Manchmal ist es ja erstaunlich, wie wenig Arbeit Dinge machen, wenn man sie dann tatsächlich einfach nur mal macht, nachdem man sich vorher ein Jahr lang sehr viel Mühe mit dem Aufschieben und dem Nichtmachen gegeben hat.
Wobei, "manchmal" ist der falsche Begriff, "immer" ist wahrscheinlich deutlich richtiger.
Denn tatsächlich schiebt man ja überwiegend nur Dinge, weil man keinen Bock hat sie zu machen, nicht weil sie so zeitintensiv zu erledigen sind. Im Gegenteil, Sachen, die wirklich viel Zeit brauchen, nimmt man viel schneller in Angriff, eben weil sie ja so viel Zeit brauchen.
Es ist schon ziemlich verrückt, wie man sich regelmäßig selber austrickst.

Meine aktuelle Meisterleistung ist der Verkauf unserer alten Terrassenstühle über ebay Kleinanzeigen. Seit über einem Jahr gehen mir diese Stühle auf den Senkel, sie sind groß und sperrig und schrecklich schwer und wir haben schon drei Sperrmülltermine verpasst, aber irgendwas kam immer dazwischen und so stehen die Dinger immer noch auf der Terrasse rum.
Jetzt habe ich letzten Freitag auch noch neue Terrassenstühle gekauft, jetzt wird es also endgültig dringend Zeit, dass die Teile hier verschwinden, aber der nächste Sperrmüll dauert noch, deshalb habe ich gestern in einem zweiminütigen Anflug von Aktionismus K gebeten, mir einen der Stühle einfach mitten auf den Rasen zu stellen, habe ein Foto gemacht, das Foto bei ebay-Kleinanzeigen hochgeladen und dazu geschrieben, dass ich von diesen Stühlen sechs Stück habe und sie für 5€ das Stück verkaufe. K meint nämlich, dass verschenken nicht gut ist, dann haben die Dinge keinen Wert mehr und die Leute benehmen sich seltsam beim Abholen, das habe ich ja grade live auf Borkum erlebt. Deshalb jetzt mit Kaufpreis und die Resonanz ist beachtlich.

Lustig auch, wie unterschiedlich die Leute schreiben, es gibt ja diese Stilblütensammlung "best of ebay Kleinanzeigen", das ist tatsächlich wohl der Normalfall und erscheint mir nicht mehr übertrieben.
Aber warum nur so wenige Menschen ganze Sätze schreiben, begreife ich nicht, es kann doch nicht sein, dass nur Analphabeten bei ebay Kleinanzeigen unterwegs sind, wer schreiben kann, kauft dort nicht mehr? Ich finde es echt seltsam.

Überhaupt wundere ich mich oft über die Art der digitalen Kommunikation vieler Menschen und ich frage mich, wie diese Menschen wohl früher, also vor Internet und Smartphone, ihr Sozialleben gestaltet haben.
Aber vielleicht möchte ich das auch gar nicht wissen.
Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, bin ich sogar sehr sicher, dass ich das bestimmt nicht wissen möchte.

Das ist wie mit der Artenvielfalt in einem Wassertropfen aus dem Gartenteich, direkt um einen herum existieren unendliche viele Welten, die man normalerweise gar nicht wahrnimmt, über die man nicht nachdenkt und zu denen man auch keinen Zugang hat, die aber in sich selber unglaublich komplex und schillernd sind, man lernt sie normalerweise nur nie kennen.

Und ich alter Menschengrantler bin ganz bestimmt gut beraten, sie auch nicht kennenlernen zu wollen. Mir reicht schon der tiefbegabte Assistent unserer Geschäftsleitung. Das ist für mich schon ausreichend Artenvielfalt, um mich regelmäßig wie in einer fremden Welt zu fühlen, wenn ich mit diesem Menschen kommunizieren muss.
Heute suchte ich eine Datei, die er auf dem Server abgelegt hat. Es handelte sich um eine Performanceanalyse einiger Fonds, die eine unserer Gesellschaft vor Jahren mal gekauft hat.
Ich suche solche Dateien in dem Ordner "Finanzen" unter "Kapitalanlagen". Da war sie aber nicht.
Auf Nachfrage bekam ich den Link, die Datei war unter "Bilanzen 2018" abgespeichert. Und auf weitere Nachfrage bekam ich dann auch die Erläuterung dazu: "Sie haben in letzter Zeit fast alle Dateien unter Bilanzen 2018 abgespeichert, da dachte ich, Sie wollen alle Dateien hier haben."
Dass ich am Jahresanfang, wenn die Bilanzen 2018 erstellt werden, dort naturgemäß sehr viel abspeichere, eben weil es mit der Bilanz 2018 zu tun hat, auf die Idee ist er nicht gekommen.
Stirn-Tisch-Verzweiflung.
Artenvielfalt.
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Sonntag, 5. Mai 2019
geschmortes Kaninchen im Crockpot
Als ich neulich in der Kühltheke meines bevorzugten Lebensmitteldiscounters ein ganzes Kaninchen als Sonderangebot* entdeckte, war ich spontan versucht, das zu kaufen, habe es dann aber doch wieder zurückgelegt, weil mir einfiel, dass ich Kaninchen bisher nur beim Spanier, bei meiner Oma und bei meiner Schwiegermutter gegessen habe und es auch immer sehr lecker fand, ich selber aber überhaupt keine Ahnung habe, wie man Kaninchen zubereitet und was dabei zu beachten ist. Ich erinnerte mich dumpf an einen Vortrag meiner Schwiegermutter, die das Vieh immer über Nacht in Buttermilch eingeweicht hat und mir mal lang und breit versucht hat, zu erläutern, was beim Schmoren von Karnickeln alles zu beachten ist, aber bei solch komplizierten Aktionen fand ich 15€ für ein Experiment, was eine gute Wahrscheinlichkeit hat, daneben zu gehen, dann schlicht zu teuer.
*Mit Sonderangebot meine ich nicht unbedingt einen besonders günstigen Preis, sondern die Tatsache, dass es überhaupt als Frischware angeboten wurde, was ich mit Bewusstsein noch nie gesehen hatte. Also ein besonderes Angebot, zusätzlich zu der normalen, dauergelisteten Alltagsware.

Meine Oma auf Borkum hielt selber Kaninchen (ich denke zwar, es war der Onkel, aber egal, meine Oma hat sie dann verarbeitet), dort gab es also öfter mal "Kanin"**, aber meine Oma verbrachte den größten Teil ihres Tages in der Küche, Kaninchen zuzubereiten ist bei mir also fest mit "Sonntagsbraten" und "viel Arbeit" und "bestimmt ganz kompliziert" verknüpft.
** Ebenfalls legendär ist die Geschichte mit den "Boatpeople" aus Vietnam, von denen eine größere Menge im Winter 1979 auch auf Borkum untergebracht wurden und die einheimischen Familien aufgefordert waren, die armen Leute über Weihnachten in ihre Familie aufzunehmen, damit die Menschen das Fest der Liebe nicht einsam in ihren Flüchtlingsunterkünften verbringen mussten. Meine Oma, an der die Weltpolitik meistens komplett ungehört vorbeizog, antwortete im Sommer auf die Frage eines Badegastes, ob sie zu Weihnachten auch "Fietnamesen" gehabt hätten, mit "Nein, wir hatten Kanin."

Mit meiner Kocherei ist das überhaupt so ein Ding. Ich selber halte gar nicht viel von meinen Kochkünsten, weil ich für aufwändige Gerichte viel zu faul bin und grundsätzlich auch nicht wirklich mit großer Begeisterung in der Küche werkel, auf dem Sofa liegen und lesen finde ich viel attraktiver.
Gleichzeitig bin ich aber ein sehr mäkeliger Esser und da beißt sich die Prioritätenkatze ein wenig in den eigenen Schwanz.
Ich habe deshalb schon sehr früh meine Begeisterung für selbstgemachtes "fast food" entdeckt, denn Selbermachen ist nicht nur deutlich preiswerter als auswärts essen, ich kann es vor allem genau so kochen / würzen / zusammenstellen / auswählen, dass es mir schmeckt. So ideologische Überlegungen wie "gesund" oder "kalorienarm" haben mich dagegen noch nie interessiert und Kochen als meditative Beschäftigung ist ganz weit von meiner Einstellung entfernt.

Ich mag alles, was schnell geht, wobei ich damit nicht den absoluten Kochvorgang meine, sondern meine Anwesenheitszeit in der Küche. Wenn ich irgendwelche Zutaten zackzack zusammen in einen Topf werfen kann und es schmeckt dann nachher lecker, dann kann der Topf selber gerne lange Zeit zum Garen brauchen, das ist mir völlig egal, der einzige Nachteil solcher Gerichte mit langen Kochzeiten ist, dass ich rechtzeitig daran denken muss, sie anzusetzen, aber als "viel Arbeit" betrachte ich so etwas nicht.
Ich liebe deshalb natürlich auch Küchenmaschinen, die alleine vor sich hinkochen. Neben einem Kochtopf stehen zu bleiben, um ständig irgendetwas umzurühren oder kleiner zu stellen oder sonst wie zu beobachten, ist ja mal so gar nicht mein Ding.
Einen Thermomix habe ich schon seit Mitte der 90er Jahre (also lange, bevor die Dinger "hip" wurden) und eine ganz wunderbare Entdeckung Ende der 90er Jahre war der Crockpot. Ich glaube, die offizielle deutsche Bezeichnung ist Schongarer, da auf meinem Gerät aber Crockpot steht, heißt das Ding bei uns halt Crockpot. Im Durchschnitt braucht ein Gericht darin zwar 5 Stunden, aber es macht keine Arbeit, weil man gleich zu Anfang alles auf einen Rutsch reinwirft - und nach einigen Stunden ist das Essen dann fertig. Wirklich sehr genial.

Die Basics meiner Kochkenntnisse habe ich von meiner Großmutter*** gelernt. Die war Hauswirtschaftslehrerin und hatte eine sehr pragmatische Einstellung zum Kochen. Rezepte habe ich so gut wie keine von ihr übernommen (außer ihre schlesischen Kartoffelklöße), aber eine tiefsitzende Zuversicht, dass man im Grunde aus allen Lebensmitteln irgendetwas Leckeres herstellen kann, wenn man weiß, welche chemischen Reaktionen durch Koch-, Brat- und/oder Kombinationsentscheidungen ausgelöst werden und dann welche Art von Geschmack ergeben.
***Der Unterschied zwischen Großmutter und Oma ist klar definiert: Oma ist die Mutter des Vaters, Großmutter die Mutter der Mutter. Und wehe, das verwechselte jemand, der wurde sofort zurechtgewiesen. "Du hast aber ein hübsches Kleid an, hat das wieder deine Oma genäht?" - "Meine Oma kann gar nicht nähen, das Kleid hat meine Großmutter genäht."

Dadurch habe ich aber auch schon sehr früh die Erfahrung gemacht, dass man sich nur dann an Rezepte halten sollte, wenn man das Rezept schon mehrfach selber ausprobiert hat und genau weiß, dass es wirklich zum eigenen Geschmack passt.
Wenn man ein Rezept dagegen irgendwo in einem Kochbuch oder einer Zeitung entdeckt, dann ist es im Grunde nur eine skizzierte Idee, ein Vorschlag, was man vielleicht mal ausprobieren könnte, aber ganz bestimmt kein Grund, das exakt so nachzukochen.
Außerdem habe ich ja auch ein grundsätzliches Problem mit Regeln und Vorschriften. Ich halte mich an Vorschriften nur dann, wenn ich einsehe, dass sie einen echten Sinn haben, ansonsten reizen mich Vorschriften meist nur zum Widerspruch und Verändern. Keine gute Voraussetzung zum Kochen nach Rezept mit festen Vorgaben.

Gleichzeitig liebe ich aber Kochbücher und benutze sie so ähnlich wie Einrichtungsbücher, eben als Ideenlieferant, was ich dann selber nachher daraus mache, ist meist oft etwas komplett anderes, aber ohne Vorlage wäre ich halt nicht auf die Idee gekommen.

Da ich schon seit 1981 einen eigenen Haushalt führe, habe ich im Laufe der Jahre natürlich viele Dinge schon ausprobiert, sehr viel ging daneben, aber mit wachsender Erfahrung wurde die Ausschussquote immer kleiner und mittlerweile habe ich eine Trefferquote von ca. 90%, schätze ich jetzt mal so aus dem Bauch. D.h. wenn ich Dinge koche, die ich vorher noch nie gekocht habe, dann ist das Ergebnis in 9 von 10 Fällen essbar, obwohl ich die Rezepte in aller Regel stand by erfinde, sehr stark beeinflusst, von dem, was grade im Haus ist und weg muss. K jammert manchmal, dass ich auch besonders leckere Gerichte nur schwer wiederholen kann, weil ich mir meist natürlich nicht merke, was ich da so zusammengerührt habe, im Grunde ist das wie freies Improvisieren auf dem Klavier, je besser man mit dem Instrument umgehen kann, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch ein freies Rumgeklimper ohne Notenvorlage noch schön anhört, aber wiederholen kann man es eben auch nicht.

Das war jetzt eine lange Vorrede für das, was ich eigentlich sagen wollte: Obwohl ich mittlerweile eigentlich ganz routiniert und erfolgreich mit den Küchengeräten umgehen kann, habe ich mich doch zunächst mal nicht an die Zubereitung eines Kaninchens getraut, weil das eben gefühlt bestimmt sehr kompliziert ist.

Dann sagte K aber, er hätte noch nie Kaninchen gegessen und das forderte meinen Ehrgeiz heraus, wäre doch gelacht, wenn ich das nicht raus- und hinkriegen könnte, die Zubereitung eines Karnickels.

Also suchte ich im Internet nach Kaninchen Rezepten, entschied, dass das gar nicht so kompliziert klingt, und kaufte dann gestern kurzerhand einen ganzen Hoppler.

Weil ich im Internet dann so viele Rezepte gefunden hatte (und jedes war anders, Überraschung), konnte ich mich natürlich nicht entscheiden, wie ich mein Kaninchen nun selber zubereiten werde und es kam, wie es dann immer kommt, ich löste mich von einer einzelnen Rezeptvorlage, kombinierte Ideen aus drei Rezepten und für den Rest improvisierte ich frei - und, was soll ich sagen, es war so genial lecker, dass K meint, ich solle das jetzt ganz unbedingt aufschreiben, weil er genau so etwas unbedingt noch mal essen will.

Deshalb die Anleitung also hier vor allem für mich selber zum Wiederfinden:
Gekauft hatte ich ein ganzes Kaninchen, es fehlte nur der Pelz und der Kopf, der Rest, also auch alle Innereien, waren noch dran. Die habe ich als erstes ausgelöst und entsorgt. Ich gehöre eindeutig zum Team "lieber verhungern als Innereien essen".

Dann habe ich es kurz unter kaltem Wasser abgewaschen, mit Zewa trockengetupft und anschließend mit einer Geflügelschere in Stücke geschnitten, zwei dicke Hinterläufe, zwei dünnere Vorderläufe und den Rücken mit Seitenteilen. Jedes Teil mit Salz und Pfeffer bestreut und mit mildem Senf eingerieben, zur Seite gelegt.

Ich hatte im Internet gelesen, dass das größte Problem ist, dass der Braten saftig bleibt und man Kaninchen deshalb am besten schmort. So etwas mache ich ja grundsätzlich im Crockpot, da kann man am wenigstens falsch machen.
Als Gemüsebeilage habe ich Fenchel (1 Knolle), Möhren (drei Stück) und Zwiebeln (zwei Stück) verwendet, alles in kleine Stücke gehobelt und dann zusammen mit einer Packung Bacon (kleingeschnitten) in der Pfanne angebraten. Nach dem Anbraten in den Crockpot gekippt und anschließend die vier Karnickelbeine auch angebraten und ebenfalls in den Crockpot gelegt. Das Rückenteil habe ich ungebraten dazu gegeben, hier sagte mir das Internet, das wäre sehr empfindlich und mal solle es deshalb besser nicht anbraten. Als Flüssigkeit hatte ich zwei Brühwürfel in 300ml heißem Wasser aufgelöst, dazu 200ml trockener Weißwein und ein Schuss Gin. Außerdem ein wenig Ingwer kleingeraspelt dazu gegeben und drei Wacholderbeeren gemörsert, die gesamte Mischung über Fleisch und Gemüse gießen, den Crockpot zwei Stunden auf high und zwei Stunden auf low - und fertig ist das perfekt geschmorte Kaninchen.
Supersaftig und butterweich, beim Rausfischen aus dem Crockpot fielen mir die Fleischteile schon fast auseinander.



Weil ich ja nicht sicher war, ob das wirklich gelingt, hatte ich vorsichtshalber mal viele Kartoffeln dazu gekocht und noch eine Pfanne gemischtes Gemüse gebraten, war letztlich viel zu viel, aber man weiß ja nie. Jetzt haben wir für morgen noch mal die gleiche Menge Essen schon fertig gekocht.
Das Fleisch hatte ich separat aus dem Crockpot gefischt und dann die Flüssigkeit in einen Topf gegossen, um sie zu einer etwas dickeren Sauce zu reduzieren. Das Gemüse war ebenfalls superlecker geworden (das gebratene Gemüse hätte es also wirklich nicht gebraucht), das nächste Mal werde ich das eingekochte Gemüse mit den Kartoffeln und ein wenig Sauce zu einem gemischten Kartoffelstamp verarbeiten, da freue ich mich jetzt schon drauf.



Als Foodfotograf bin ich zwar eine Katastrophe und sehr viel Mühe mit Deko und Anrichten haben wir uns auch nicht mehr gemacht, aber es war wirklich so superlecker (und roch schon vor dem Essen so gut), dass ich stolz bin, überhaupt Fotos von dem vollen Teller gemacht zu haben, es kostete tatsächlich extra Disziplin
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Samstag, 4. Mai 2019
Schneller Samstag
Hui, ist dieser Tag schnell vergangen.

Ich bin für einen Samstag recht früh aufgestanden, weil heute der erste Samstag im Monat ist und am ersten Samstag im Monat ist in Greven immer Flohmarkt in der Fußgängerzone, wo ich sehr gerne hingehe, denn dort verkaufen nur Privatleute ihren eigenen Kram, also keine Händler und keine Neuware und damit noch ein richtig echter, klassischer Flohmarkt mit richtig viel echtem, klassischen Flohmarktkrempel, aber eben auch einigen wirklich schönen Schätzen dazwischen.
Die nächsten ersten Monatssamstage werde ich alle nicht in Greven sein, deshalb hatte ich mich schon richtig auf diesen Samstag gefreut.
Das Wetter war ja ziemlich miserabel angekündigt, aber bis 12h hielt es sich tapfer, dann setzte allerdings innerhalb von wenigen Minuten ein richtig dicker Schnee- und Hagelschauer ein, man glaubt es ja nicht, aber nach 20 Minuten war auch schon wieder alles vorbei und liegengeblieben ist auch nichts. Ich war grade fertig mit dem Flohmarkt und auf dem Rückweg zum Auto - auf den letzten 300m bin ich dann aber doch noch ziemlich dick beschneit worden, wenn man sonst nichts erlebt, hat man jetzt wenigstens was zu erzählen.

Dann bin ich noch eben (noch mal) Einkaufen gefahren, bei Lidl gibt es grade Kaninchen und K sagte, er hätte noch nie Kaninchen gegessen, was wir dann morgen mal ändern werden.

Als ich nach Hause kam, war K grade fertig mit Rasen mähen, wir haben uns ein wenig unterhalten, er hat meine Flohmarktschätze bewundert und dann sind wir noch mal gemeinsam nach Münster gefahren,

Baumarkt, Gartencenter und Fahrradläden standen auf der Liste, Erkenntnis des Tages: Die Beratung im Baumarkt war prima, wir haben jetzt zwei Pötte Kreidefarbe und Versiegelungswachs gekauft, weil ich das Schiffsregal auf Borkum streichen möchte, aber Fahrradläden am Samstag sind blöd, weil komplett überlaufen und außerdem deutlich viel teurer als im Internet. Wenn ich schon wegen Überfüllung keine Beratung bekomme, dann kann ich auch im Internet bestellen und wenigstens Geld sparen.
Im Gartencenter habe ich einen Minirechen erworben, das war der gesamte Großeinkauf, aber irgendwie hatte ich auf mehr plötzlich keine Lust mehr.

Als wir gegen gefühlt 16h wieder zu Hause waren, war ich doch sehr erstaunt, dass die Uhr schon 19.30h zeigte. Der Tag war einfach verflogen, es stand aber noch sehr viel Aufräumen und Saubermachen auf dem Plan.
Die gestern erworbenen Terrassenmöbel standen noch immer nicht komplett ausgepackt zwischen Bergen von Verpackungsmüll im Wohnzimmer rum, dazwischen lag mittlerweile aber auch reichlich Grasschnitt, weil K den Rasenmäher einmal quer durchs Haus getragen hat, er hat halt auch den Vorgarten gemäht.
Die Küche sah aus wie ein Schlachtfeld, weil ich gestern nach dem Brathähnchenessen nix mehr aufgeräumt oder sauber gemacht hatte, bevor ich also heute etwas Neues kochen konnte, musste erst der Kram von gestern verschwinden.

Jetzt ist alles wieder ordentlich und wir sind beide satt.
Ich habe eine Lauch-Käse-Hack-Suppe gekocht und nebenher auch noch das Kilo Rhabarber, was ich vom Markt mitgebracht habe, kleingeschnitten, das wird morgen zu Sirup weiterverarbeitet.

Sonst steht für morgen gar nichts auf dem Programm - auch mal schön
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Freitag, 3. Mai 2019
Endlich wird die Terrasse neu möbliert
Freitage mag ich, da bleibt in aller Regel nach dem Büro noch genug vom Tag übrig, um auch mal dies und das zu machen, hier ein wenig rumstöbern, dort etwas angucken, durch den Tag treiben lassen und es schön finden.
Auf dem Rückweg vom Büro war ich bei Lidl, um die Wochenendvorräte zu aktualisieren und eigentlich wollte ich auch noch die Terrassenstühle kaufen, die es dort grade gibt, weil ich die schweren Teakstühle, die ich vor elf Jahren aus MG mitgebracht habe, jetzt endgültig leid bin.
Aber dann konnte ich mich bei den Stühlen doch nicht recht entscheiden, weil so ganz perfekt gefielen sie mir plötzlich nicht mehr, also habe ich nur frisches Obst und Gemüse und eine Biomaispoularde erworben. Mir war nach Brathähnchen, habe ich schon lange nicht mehr gemacht.
Zu Hause habe ich dann ausgiebig Rezepte geguckt, weil ich dachte, ich kann ja mal experimentieren und dabei auch ein Rezept für Tomaten-Avocado-Salat gefunden, was sich so lecker anhörte, dass ich es dringend ausprobieren musste.
Das Besondere bei diesem Rezept sind die frisch getrockneten Cherrytomaten, die man dafür mit ausreichend Vorlauf erst mal anderthalb Stunden im Backofen dörren muss und dann müssen sie auch noch wieder kalt werden, bevor man sie in den Salat wirft, ein wunderbares Rezept für Freitage, an denen man so früh zu Hause ist, dass ausreichend Vorlaufzeit für solche Experimente gegeben ist.
Cherrytomaten hatte ich im Haus, sogar in größeren Mengen (die schrumpeln durchs Dörren ganz schön zusammen, besser also man macht mehr als man meint, dass man braucht). Dazu Tomaten halbiert auf ein Backblech legen (Backpapier drunter macht total Sinn), mit Tomatensalz bestreuen und mit Olivenöl beträufeln und dann anderthalb bis zwei Stunden bei 150° einschmurgeln lassen.
Wenn die kalt sind mit einer Handvoll frischer Cherrytomaten (halbiert), zwei kleingeschnittenen Avocados, einer in sehr feine Ringe gehobelten roten Zwiebel und einer Handvoll kleingehacktem Koriander mischen und mit einer Vinaigrette aus dem Saft einer halben Limone, etwas Agavendicksaft, Salz, Pfeffer und Olivenöl (Öl:Limonensaft=2:1) übergießen.
Fertig. Kann man nochmal machen.
Außerdem habe ich noch ein Brathähnchenrezept gefunden, bei dem das Hähnchen mit einer kleingeschnittenen Zitrone, Zwiebeln und Rosmarin gefüllt wurde (Füllung nur für den Geschmack, nicht zum Essen), solche Kombinationen muss ich natürlich ausprobieren und ja, es war essbar.
Weil mir für den Tomaten-Avocadosalat noch eine Avocado fehlte, bin ich dann noch mal losgefahren, diesmal zu Aldi, die hatten auch Terrassenstühle, die gefielen mir plötzlich ausnehmend gut und schwupp - hatte ich so viel gekauft, dass ich zwei hochbeladene Einkaufswagen durch die Kasse balanzierte und draußen den Inhalt dann in mein Auto basteln musste. Aber ich sag's ja immer wieder: So ein Cabrio ist ein verhinderter LKW, mit Dach auf, passt mehr rein als in einen SUV.
Ich hatte Spaß an der Menschentraube, die sich schnell als Zuschauermenge bildete und mir dabei zu sah, wie ich mein Auto belud. Insgesamt hatte ich erworben:
eine große Sitzbank zum Klappen (hier war vor allem die Verpackung so riesig, dass sie zB in Ks Auto gar nicht reingepasst hätte), die passenden Auflagen dazu, vier Terrassenstühle zum Klappen und zwei "Fußhocker" zum Klappen (diese Fußhocker waren der Auslöser, weshalb ich genau diese Terrassenmöbelserie haben wollte. Ich spekuliere darauf, dass jetzt niemand mehr meinen Klavierhocker auf die Terrasse schleppt, nur weil er die Beine hochlegen will.)
Passte natürlich problemlos ins offene Cabrio und ich fuhr meine Einkäufe zufrieden nach Hause.

Im Moment stehen sie noch alle im Wohnzimmer rum, weil keiner Lust hatte, die Terrasse umzuräumen, aber das kriegen wir morgen bestimmt hin
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Donnerstag, 2. Mai 2019
Von der Schwierigkeit, die Augen zu öffnen
Manchmal gibt es Tage, da werde ich so gegen halb sieben morgens von ganz alleine wach und habe auch Lust, die Augen auf zu machen. Meist liege ich dann noch so eine Stunde im Bett, schaue das Morgenmagazin im Fernsehen und lese nebenher auf dem iPad, was Neues in der Nacht passiert ist.
Gegen halb acht steige ich dann aus dem Bett aus, gehe unter die Dusche, putze die Zähne und suche mir etwas zum Anziehen zusammen.
Gegen acht bin ich fertig hergerichtet, packe meinen Laptop ein, schmiere mir ein paar Butterbrote und suche mir ein paar Stücke Obst als tagsüber-Büro-Essen. Dieses Rumgekrame dauert dann auch noch mal ca. 20 Minuten, so dass ich gegen 8.20h im Auto sitze, halbe Stunde Fahrtzeit (mit Parken und Fußweg), Ankunft im Büro dann kurz vor 9h.

Das sind die guten Tage.
Leider gibt es davon nicht sehr viele.

Heute wurde ich gegen 7h von Ks Wecker geweckt, der zwar dafür sorgte, dass ich vom Kopf her soweit wach war, dass ich wusste, dass ich nicht mehr schlafe, aber die Augen aufmachen konnte ich deshalb noch lange nicht. Eine halbe Stunde lang habe ich mich gequält, bis ich endlich wenigstens ein Auge öffnen konnte, mittlerweile war es halb acht und ich musste außerdem dringend Pipi. Also bin ich mit einem offenen und einem immer noch halb zuen Auge zur Toilette getapst, auf dem Rückweg ins Bett war immerhin auch das zweite Auge inzwischen offen und ich war wach genug, das Morgenmagazin einzuschalten und die Mails auf dem iPad zu checken. Dann brachte K mir einen Pott Kaffee und ich begann meine Lese- und Aufwachstunde. Aufstehen, Zähneputzen und Duschen war deshalb erst ab halb neun möglich, um zehn nach neun saß ich im Auto, um kurz nach halb zehn war ich im Büro.
Die ganz normale, reguläre Anwesenheitszeit im Büro beträgt achteinhalb Stunden, weil eine halbe Stunde für die Mittagspause mitgerechnet wird. Wenn ich also abends um 18h das Büro verlasse, habe ich keine Minute Überstunde gemacht, meist bleibe ich aber bis 19h, damit ich von Montag-Donnerstag vier Überstunden aufbauen kann, die mir die Gelegenheit geben, am Freitag schon mittags Schluss machen zu können. Wenn ich bis 19h im Büro bleibe, bin ich also erst gegen 19.30h wieder zu Hause - und irgendwie ist damit der Tag auch um und es ist nichts außer Aufstehen, Büro, nach Hause kommen, etwas essen und wieder ins Bett gehen passiert. Es bleibt gar keine Zeit übrig, damit außer diesem relativ ereignislosen Rhythmus noch etwas anderen passieren könnte.
So ein Tag war heute und überhaupt sind solche Tage wie heute in der Mehrzahl.

Die guten Tage, wo ich morgens nach dem Aufwachen die Augen öffnen kann, die sind so selten, dass ich sie schon fast im Kalender markieren kann.
Weshalb ich allerdings ständig so müde bin, das habe ich noch nicht raus
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Mittwoch, 1. Mai 2019
Tag mit Arbeit und Feuer
Wunderschöner Feiertag heute.
Den ersten Mai mochte ich schon immer gern als Feiertag, weil er auch in der Kindheit nur mit positiv besetzten Erinnerungen verknüpft ist. Es gab keine lästigen, kirchlichen Verpflichtungen, die Eltern hatten nix mit der Arbeiterbewegung zu tun, der Tag ging also eigentlich niemanden wirklich etwas an, es war einfach nur geschenkt frei und das war toll.
Außerdem durfte man ab dem 1. Mai die verhassten Strumpfhosen weglassen und endlich kurze Strümpfe tragen, was ich auch kompromisslos tat, egal wie kalt oder warm das Wetter war.
Das mit den Strümpfen kontrolliert schon lange keiner mehr, aber der Rest ist immer noch gleich. Ich habe immer noch nichts mit irgendeiner Art von Arbeiterrevolution am Hut und dass dieser freie Tag nicht irgendeinem kirchlichen Anlass geschuldet ist, gefällt mir immer noch sehr.
Außerdem war heute schönes Wetter und so gegen Mittag waren wir tatsächlich ausgeschlafen genug, um freiwillig aufzustehen, um endlich mal den Garten und die Terrasse sommerfit zu machen.
Rasenmähen haben wir vorsichtshalber unterlassen, wir wussten nicht, ob man das am 1. Mai tun darf, aber es gab ja noch genug sonstige, leise Arbeiten und so haben wir den Tag der Arbeit genutzt, um mal wirklich zu arbeiten.


Wir haben die Terrasse freigeräumt und gesäubert und außerdem noch den Bambus im Garten abgeschnitten und am Abend im Feuertopf verbrannt.
Trockener Bambus brennt ganz hervorragend, es war ein Fest


Im Garten blühen seltsame Pflanzen, die Vergißmeinnicht haben sich gewaltig vermehrt, die anderen kenne ich nicht, sie sehen aber hübsch aus.


Weil es gestern kein Brot mehr gab, als ich abends einkaufte, habe ich heute kurzerhand selber welches gebacken und weil ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich ein helles oder ein dunkles Brot haben möchte, habe ich gleich von jeder Sorte eines gebacken und beide noch warm angeschnitten und probiert - selbstgebackenes Brot ist schon etwas sehr Feines.

Als noch alle Kinder im Haus waren, habe ich unser Brot fast ausschließlich selber gebacken, da lohnte sich das auch, denn es kam regelmäßig vor, dass ein Brot noch vor dem Abkühlen komplett verschwunden war. Jetzt, wo wir nur noch zu zweit sind, hat mich da ein wenig der Schwung verlassen, ich weiß gar nicht warum, ich sollte mich doch öfter mal aufraffen, weil es halt schon deutlich leckerer ist als ein gekauftes.

Am Abend haben wir auf der frisch geputzten Terrasse gegrillt und dem Bambusfeuer zugesehen, insgesamt ein wirklich schöner Tag, schade, dass jedes Jahr nur einen 1. Mai hat
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