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Samstag, 12. Dezember 2015
Böse neue Welt
anje, 00:53h
Heute habe ich den Weihnachtsmann überholt.
Er fuhr auf der rechten Spur und hatte es wohl nicht so eilig. Sind ja auch noch fast zwei Wochen Zeit bis Heiligabend.

Dass Weihnachtsmänner heute nicht mehr mit Schlitten und Rentier unterwegs sind, kann ich in Zeiten des technischen Fortschritts samt fortgeschrittenem Klimawandel mit fehlenden Schneeverhältnissen sofort verstehen, dass sie wirtschaftlich aber schon soweit runtergekommen sind, dass es als Alternative nur zu einem verbeulten Uraltopel reicht, das macht doch irgendwie traurig, oder?
Genauso traurig macht mich übrigens immer wieder die Innenstadt von Dortmund. Ich bin häufiger mal im Pott und im Ruhrgebiet unterwegs, aber ich finde es gibt dort nirgendwo eine Stadt, die im Innenstadtbereich so gruselig nach runtergekommener Armeleutestadt aussieht wie Dortmund.
Im Parkhaus vom Konzerthaus Dortmund parkte heute dort dieses Auto neben mir
und irgendwie macht einem das Angst, wenn man sieht, dass Leute (und dem Nummernschild nach Einheimische) ihren ziemlich alten, runtergekommenen Schrotthaufen noch meinen, derart sichern zu müssen.
In der Passage überm Parkhaus in größeren Mengen Obdachlose - und in den Abgang zum Parkhaus kommt man nur rein, wenn man ein Parkticket hat. Wird wohl Gründe haben.
Jedes Mal, wenn ich in der Innenstadt von Dortmund zu tun habe, kommt bei mir so ein "New York Harlem-Gefühl" auf, d.h. ich finde mich richtig mutig, dass ich mich überhaupt traue, dort alleine rumzulaufen und ich warte ständig darauf, dass ein großer, dunkler Mann zu mir kommt und mir erklärt, dass es "für Frau nix gutt hirr alleine" sei und mir seinen Schutz anbietet. Das ist mir nämlich in New York vor Jahren mal passiert - und die gefühlten Parallelen sind groß.
Böse neue Welt
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Er fuhr auf der rechten Spur und hatte es wohl nicht so eilig. Sind ja auch noch fast zwei Wochen Zeit bis Heiligabend.
Dass Weihnachtsmänner heute nicht mehr mit Schlitten und Rentier unterwegs sind, kann ich in Zeiten des technischen Fortschritts samt fortgeschrittenem Klimawandel mit fehlenden Schneeverhältnissen sofort verstehen, dass sie wirtschaftlich aber schon soweit runtergekommen sind, dass es als Alternative nur zu einem verbeulten Uraltopel reicht, das macht doch irgendwie traurig, oder?
Genauso traurig macht mich übrigens immer wieder die Innenstadt von Dortmund. Ich bin häufiger mal im Pott und im Ruhrgebiet unterwegs, aber ich finde es gibt dort nirgendwo eine Stadt, die im Innenstadtbereich so gruselig nach runtergekommener Armeleutestadt aussieht wie Dortmund.
Im Parkhaus vom Konzerthaus Dortmund parkte heute dort dieses Auto neben mir
und irgendwie macht einem das Angst, wenn man sieht, dass Leute (und dem Nummernschild nach Einheimische) ihren ziemlich alten, runtergekommenen Schrotthaufen noch meinen, derart sichern zu müssen.
In der Passage überm Parkhaus in größeren Mengen Obdachlose - und in den Abgang zum Parkhaus kommt man nur rein, wenn man ein Parkticket hat. Wird wohl Gründe haben.
Jedes Mal, wenn ich in der Innenstadt von Dortmund zu tun habe, kommt bei mir so ein "New York Harlem-Gefühl" auf, d.h. ich finde mich richtig mutig, dass ich mich überhaupt traue, dort alleine rumzulaufen und ich warte ständig darauf, dass ein großer, dunkler Mann zu mir kommt und mir erklärt, dass es "für Frau nix gutt hirr alleine" sei und mir seinen Schutz anbietet. Das ist mir nämlich in New York vor Jahren mal passiert - und die gefühlten Parallelen sind groß.
Böse neue Welt
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Donnerstag, 10. Dezember 2015
Jetzt ist es soweit
anje, 23:52h
Ich gehöre jetzt offiziell zur vielumworbenen Zielgruppe der "Silverager".
Ich glaube, so nennt man Leute mit altersbedingter Blasenschwäche.
Das kam heute mit der Werbepost

In meinem angeschlagenen Gesundheitszustand so eine Werbung aus der Post zu ziehen - das ist hart. Ich kann mich noch nicht mal vernünftig deshalb betrinken, weil ich dazu noch zu erkältet bin. Ich glaube, ich werde jetzt erstmal eine Runde depressiv, dann aggressiv und dann schreibe ich den Procter&Gamble Leuten, dass sie mich bitte aus dem Verteiler nehmen sollen, das verkraftet mein Gemütszustand nicht auf Dauer.
Ich meine, dass ich ständig irgendwelche skurrilen Vorschlägen für "das könnte Ihnen auch gefallen" von Google und Co eingeblendet bekomme, habe ich mit einem sehr guten Adblocker weitestgehend bekämpfen können.
Facebook habe ich schon vor längerem aufgehört zu benutzen, hier war die eingeblendete Werbung auch gerne mal "anzüglich". (ich finde diese Tenaladybinde da oben entschieden anzüglicher als wenn mir jemand eine Penisverlängerung vorschlägt.)
Nur wenn ich versuche, mich im Netz zu anonymisieren - schicken sie mir den Kram per Post ins Haus.
Vielleicht bin ich auch grade nur doppelt empfindlich, weil ich seit zwei Tagen ganz viel tagsüberfernsehen konsumiert habe - und dabei kann man nur depressiv werden, wenn man dieser Werbung nachhaltig ausgesetzt ist.
Ich gebe ja zu, dass ich regelmäßig neue körperliche Zipperlein an mir entdecke und dass mir meine neue Gynäkologin, die ich tatsächlich prima finde, die aber eben auch gnadenlos ehrlich ist, neulich gesagt, das mit den Symptomen der Wechseljahre muss nicht mehr aufhören, weil der Körper gar nicht darauf ausgelegt ist, dass es wieder aufhört. Rein biologoisch hätte ich das Verfallsdatum überschritten und da gibt sich die Natur keine Mühe mehr, dass es danach noch mal besonders nett oder besser wird. Wenn ich Glück hätte, gewöhnt sich der Körper tatsächlich daran, dass der Hormonpegel gesunken ist und dann wird das mit den Symptomen wie Heiß-Kalt und Hoch-Tief wieder besser , es gäbe aber keine Garantie dafür, und manch eine plagt sich damit bis über 90 rum.
Okay, das habe ich verstanden, aber ist das ein Grund mir jetzt und heute schon Binden für Blasenschwäche als Muster zu schicken? Ich meine, ich habe die Dinger grade erst aussortiert und dachte, wenigstens das sei ein Vorteil, das auf dieser Seite jetzt Ruhe im Karton ist - und da kommt Procter&Gamble mit der Alternativvariante.
Echt, wirklich, diese Werbefuzzis haben irgendwie überhaupt keinen Anstand.
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Ich glaube, so nennt man Leute mit altersbedingter Blasenschwäche.
Das kam heute mit der Werbepost

In meinem angeschlagenen Gesundheitszustand so eine Werbung aus der Post zu ziehen - das ist hart. Ich kann mich noch nicht mal vernünftig deshalb betrinken, weil ich dazu noch zu erkältet bin. Ich glaube, ich werde jetzt erstmal eine Runde depressiv, dann aggressiv und dann schreibe ich den Procter&Gamble Leuten, dass sie mich bitte aus dem Verteiler nehmen sollen, das verkraftet mein Gemütszustand nicht auf Dauer.
Ich meine, dass ich ständig irgendwelche skurrilen Vorschlägen für "das könnte Ihnen auch gefallen" von Google und Co eingeblendet bekomme, habe ich mit einem sehr guten Adblocker weitestgehend bekämpfen können.
Facebook habe ich schon vor längerem aufgehört zu benutzen, hier war die eingeblendete Werbung auch gerne mal "anzüglich". (ich finde diese Tenaladybinde da oben entschieden anzüglicher als wenn mir jemand eine Penisverlängerung vorschlägt.)
Nur wenn ich versuche, mich im Netz zu anonymisieren - schicken sie mir den Kram per Post ins Haus.
Vielleicht bin ich auch grade nur doppelt empfindlich, weil ich seit zwei Tagen ganz viel tagsüberfernsehen konsumiert habe - und dabei kann man nur depressiv werden, wenn man dieser Werbung nachhaltig ausgesetzt ist.
Ich gebe ja zu, dass ich regelmäßig neue körperliche Zipperlein an mir entdecke und dass mir meine neue Gynäkologin, die ich tatsächlich prima finde, die aber eben auch gnadenlos ehrlich ist, neulich gesagt, das mit den Symptomen der Wechseljahre muss nicht mehr aufhören, weil der Körper gar nicht darauf ausgelegt ist, dass es wieder aufhört. Rein biologoisch hätte ich das Verfallsdatum überschritten und da gibt sich die Natur keine Mühe mehr, dass es danach noch mal besonders nett oder besser wird. Wenn ich Glück hätte, gewöhnt sich der Körper tatsächlich daran, dass der Hormonpegel gesunken ist und dann wird das mit den Symptomen wie Heiß-Kalt und Hoch-Tief wieder besser , es gäbe aber keine Garantie dafür, und manch eine plagt sich damit bis über 90 rum.
Okay, das habe ich verstanden, aber ist das ein Grund mir jetzt und heute schon Binden für Blasenschwäche als Muster zu schicken? Ich meine, ich habe die Dinger grade erst aussortiert und dachte, wenigstens das sei ein Vorteil, das auf dieser Seite jetzt Ruhe im Karton ist - und da kommt Procter&Gamble mit der Alternativvariante.
Echt, wirklich, diese Werbefuzzis haben irgendwie überhaupt keinen Anstand.
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Mittwoch, 9. Dezember 2015
7 Tage kommt sie, 7 Tage geht sie
anje, 23:25h
Ist das nicht so ein alter Spruch zu Erkältungen?
Ich hoffe ja, dass sich meine da nicht dran hält, denn ich finde,sie ist jetzt genug gekommen und kann ruhig wieder gehen. Vor allem weil sie ja auch nicht langsam gekommen ist, sondern sich mit einem gewaltigen Schlusssprung - zack - in mein Leben gestürzt hat.
Aber wenn ich gestern schon fand, ich bin gründlich krank, dann war es heute tatsächlich noch übler. Mittlerweile ist die Nase wund und vor lauter Husten wollen aber nicht können, habe ich Muskelkater im Rücken. Und ein Husten, der nix bringt, also keine Bröckchen oder so nach oben befördert, ist hauptsächlich frustrierend und belastet einen entzündeten Hals zusätzlich.
Ich habe jetzt keine Lust mehr auf Kranksein und beantrage umgehende Besserung.
Manno
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Ich hoffe ja, dass sich meine da nicht dran hält, denn ich finde,sie ist jetzt genug gekommen und kann ruhig wieder gehen. Vor allem weil sie ja auch nicht langsam gekommen ist, sondern sich mit einem gewaltigen Schlusssprung - zack - in mein Leben gestürzt hat.
Aber wenn ich gestern schon fand, ich bin gründlich krank, dann war es heute tatsächlich noch übler. Mittlerweile ist die Nase wund und vor lauter Husten wollen aber nicht können, habe ich Muskelkater im Rücken. Und ein Husten, der nix bringt, also keine Bröckchen oder so nach oben befördert, ist hauptsächlich frustrierend und belastet einen entzündeten Hals zusätzlich.
Ich habe jetzt keine Lust mehr auf Kranksein und beantrage umgehende Besserung.
Manno
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Dienstag, 8. Dezember 2015
Krankmeldung
anje, 22:41h
Gestern abend sprang mich eine fiebrige Erkältung an.
Einfach so ohne Vorwarnung und ohne Grund, zumindest keinen, den ich erkennen kann.
Ich musste niesen, achtmal hintereinander, und von da an war ich krank.
Halsschmerzen, Husten und zuer Kopf.
Heute morgen ging es nicht besser, es war nur noch eine rotzige Schniefnase dazugekommen.
Dem Büro telefonisch mitgeteilt, dass ich heute arbeitsunfähig bin, Decke übern Kopf gezogen und gewartet, dass dieser Blödsinn aufhört.
Tat er aber nicht, gegen Mittag kamen fiebrige Hitzewellen gefolgt von Schüttelfrost Geklapper dazu.
Also zum Arzt gefahren, der mich umgehend bis Ende der Woche krankschrieb und mich intensiv nötigte, im Bett zu bleiben.
So sei es, im Moment bin ich auch zu platt, um mich gegen irgendwelche Vorschriften zu wehren
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Einfach so ohne Vorwarnung und ohne Grund, zumindest keinen, den ich erkennen kann.
Ich musste niesen, achtmal hintereinander, und von da an war ich krank.
Halsschmerzen, Husten und zuer Kopf.
Heute morgen ging es nicht besser, es war nur noch eine rotzige Schniefnase dazugekommen.
Dem Büro telefonisch mitgeteilt, dass ich heute arbeitsunfähig bin, Decke übern Kopf gezogen und gewartet, dass dieser Blödsinn aufhört.
Tat er aber nicht, gegen Mittag kamen fiebrige Hitzewellen gefolgt von Schüttelfrost Geklapper dazu.
Also zum Arzt gefahren, der mich umgehend bis Ende der Woche krankschrieb und mich intensiv nötigte, im Bett zu bleiben.
So sei es, im Moment bin ich auch zu platt, um mich gegen irgendwelche Vorschriften zu wehren
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Montag, 7. Dezember 2015
Teure Freizeit
anje, 23:47h
Wieder auf dem Festland, noch zwei Wochen Büro dieses Jahr. Dann reicht's auch für 2015.
Mein Vater liegt mit einem Oberschenkelhalsbruch im Klinikum, ich wünsche ihm sehr, dass er wieder mobil wird, sonst war's das mit dem Alleinleben.
Hier ist ein lustiger Link zum Ausrechnen, was einem die eigene Freizeit wert ist. Ich stelle fest, ich habe einen sehr hohen Stundensatz.
Aber im Grunde ist das nichts Neues für mich, deshalb habe ich so eine hohe Abneigung gegen überflüssige Smalltalk Termine: es ist mir zu teuer
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Mein Vater liegt mit einem Oberschenkelhalsbruch im Klinikum, ich wünsche ihm sehr, dass er wieder mobil wird, sonst war's das mit dem Alleinleben.
Hier ist ein lustiger Link zum Ausrechnen, was einem die eigene Freizeit wert ist. Ich stelle fest, ich habe einen sehr hohen Stundensatz.
Aber im Grunde ist das nichts Neues für mich, deshalb habe ich so eine hohe Abneigung gegen überflüssige Smalltalk Termine: es ist mir zu teuer
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Sonntag, 6. Dezember 2015
Feuerplatz
anje, 21:07h
Nach der Aufregung um Vaters Unfall, haben wir den Rest des Tages sehr ruhig verbracht.
Zunächst haben wir Vaters Haus in Ordnung gebracht und Sachen fürs Krankenhaus zusammen gesucht. Hier läuft jetzt die Waschmaschine, morgen bringe ich ihm dann eine Tasche mit frischen Klamotten.
Dann haben wir etwas gekocht und gegessen, jetzt sitzen wir auf dem Sofa und lesen Internet.
WLAN läuft wieder, nur die Fritzbox ist nicht von außen erreichbar. Sieht so aus als hätte Kabel Deutschland das blockiert. Nun, ab nächsten Sommer gilt das Gesetz für freie Routerwahl, spätestens dann muss die Fritzbox wieder normal laufen.
Wenn wir zuhause sind, ist das egal, dann ist es hier einfach nur gemütlich.

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Zunächst haben wir Vaters Haus in Ordnung gebracht und Sachen fürs Krankenhaus zusammen gesucht. Hier läuft jetzt die Waschmaschine, morgen bringe ich ihm dann eine Tasche mit frischen Klamotten.
Dann haben wir etwas gekocht und gegessen, jetzt sitzen wir auf dem Sofa und lesen Internet.
WLAN läuft wieder, nur die Fritzbox ist nicht von außen erreichbar. Sieht so aus als hätte Kabel Deutschland das blockiert. Nun, ab nächsten Sommer gilt das Gesetz für freie Routerwahl, spätestens dann muss die Fritzbox wieder normal laufen.
Wenn wir zuhause sind, ist das egal, dann ist es hier einfach nur gemütlich.

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Samstag, 5. Dezember 2015
Klaasohm
anje, 20:24h
Heute ist Klaasohm und ich werde das erste Mal in meinem Leben mit meinem Vater dabei sein.
"Dabei" ist man als Frau natürlich sowieso nicht, aber mittlerweile sind soviele Touristen undSaufSchaulustige zu Klaasohm auf der Insel, dass es relativ ungefährlich geworden ist, sich abends in den einschlägigen Kneipen aufzuhalten und zuzugucken, wie die Klaasohms dort mit ihrer Entourage reinlaufen und Spektakel machen.
Zu meinem Vater hatte ich Zeit meines Lebens ein schwieriges Verhältnis - aber seit seiner schweren Krankheit vor ein paar Jahren hat er sich enorm verändert und plötzlich hört er nicht nur zu, sondern bemüht sich sogar eine andere Meinung/Haltung/Lebenseinstellung zu akzeptieren.
Für mich ist das immer noch sehr ungewohnt, aber es ist auch schön, endlich einen Vater zu haben, mit dem man über all die Dinge reden kann, zu denen man die letzten 50 Jahre vorher besser geschwiegen hat.
Oder gelogen hat. Aus reinem Selbstschutz und weil es sowieso keinen Sinn machte, mit ihm darüber zu reden.
Wir haben uns heute fast vier Stunden unterhalten - über uns, unsere Familie und über all die Dinge, die in unserer Familie nie ausgesprochen wurden, weil es sich niemand getraut hat.
Ich bin mit 18 ausgezogen, weil ich es immer leichter fand, der Familie aus dem Weg zu gehen als sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Ich habe mein eigenes Leben geführt und galt immer als egoistisch und rücksichtslos. Und ich war natürlich alleine für mich verantwortlich.
Das Gefühl, Eltern zu haben, die mich unterstützen, wenn es mir schlecht geht, kannte ich nicht. Meinen Eltern ging es selber schlecht und eher war ich dafür zuständig, ihnen zu helfen als umgekehrt.
Das war der Preis dafür, dass ich leben konnte, wie ich es wollte und mich nicht so sehr verbiegen musste, dass ich dabei zerbrochen wäre.
Ich habe mir einen Mann gesucht, den meine Eltern nicht leiden konnten, weil er ihnen gegenüber nicht geschwiegen hat, sondern sie offen provozierte, so dass ich Zeit seines Lebens dazu gezwungen war, ihn meinen Eltern gegenüber immer zu verteidigen, ganz egal welche Probleme ich selber mit ihm hatte. Wie oft habe ich mir gewünscht, einen Vater oder eine Mutter zu haben, bei dem ich mich mal hätte ausheulen können, aber das war unmöglich, denn das wäre nur noch mehr Wasser auf ihre Mühlen gewesen. Sie taten sich selber ungemein leid, dass sie so schlecht von ihm behandelt wurden - und erwarteten von mir, dass ich für sie Verständnis hatte und intervenierte.
Unterm Strich habe ich mich immer für Rückzug entschieden. Ich hatte die Wahl zwischen so wenig reden wie möglich - oder mich selber verleugnen und das sagen, was sie hören wollen.
Aber heute habe ich das erste Mal mit meinem Vater geredet - und er hat zugehört. Und war enorm betroffen. Und hat verstanden, dass sein Einwand "ich habe es aber doch immer nur gemeint" kein Einwand ist, sondern genau das Problem beschreibt. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht.
Wenn man nie wirklich hingeschaut hat, wenn man nie wirklich zugehört hat, wenn man all die vielen kleinen Signale, die der andere aussendet, nie wahrgenommen hat, weil man so fest davon überzeugt ist, dass es reicht, wenn man es gut meint und dass es deshalb überhaupt keinen Zweifel geben kann, dass man alles richtig macht - dann ist man natürlich unendlich betroffen, wenn man plötzlich feststellt, dass der andere einen sein ganzes Leben lang belogen hat.
Dass er sagt: "Oh ja, das finde ich schön, vielen Dank." und sich gleichzeitig überlegt, wie er den Kram wieder los wird oder wie er sich vor einer Einladung drücken kann. Dass er Dinge tut und mitmacht, die er selber langweilig, überflüssig oder sogar ätzend findet, nur weil er keine Lust hat, sich deshalb in eine Auseinandersetzung zu begeben. Dass er eben einfach eine Scheinwelt errichtet, nur um in seiner eigenen, kleinen abgeschirmten Realität so friedlich wie es geht leben zu können.
Es ist ein seltsames Gefühl, sich mit über 50 noch darauf einzulassen, einen Vater zu haben, der tatsächlich die Vaterrolle übernimmt, die man sich immer gewünscht hat - aber es ist auch unendlich schön.
Und jetzt fahre ich los und hole ihn ab, damit wir gemeinsam die Klaasohmnacht erleben.
Ich freu mich drauf
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"Dabei" ist man als Frau natürlich sowieso nicht, aber mittlerweile sind soviele Touristen und
Zu meinem Vater hatte ich Zeit meines Lebens ein schwieriges Verhältnis - aber seit seiner schweren Krankheit vor ein paar Jahren hat er sich enorm verändert und plötzlich hört er nicht nur zu, sondern bemüht sich sogar eine andere Meinung/Haltung/Lebenseinstellung zu akzeptieren.
Für mich ist das immer noch sehr ungewohnt, aber es ist auch schön, endlich einen Vater zu haben, mit dem man über all die Dinge reden kann, zu denen man die letzten 50 Jahre vorher besser geschwiegen hat.
Oder gelogen hat. Aus reinem Selbstschutz und weil es sowieso keinen Sinn machte, mit ihm darüber zu reden.
Wir haben uns heute fast vier Stunden unterhalten - über uns, unsere Familie und über all die Dinge, die in unserer Familie nie ausgesprochen wurden, weil es sich niemand getraut hat.
Ich bin mit 18 ausgezogen, weil ich es immer leichter fand, der Familie aus dem Weg zu gehen als sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Ich habe mein eigenes Leben geführt und galt immer als egoistisch und rücksichtslos. Und ich war natürlich alleine für mich verantwortlich.
Das Gefühl, Eltern zu haben, die mich unterstützen, wenn es mir schlecht geht, kannte ich nicht. Meinen Eltern ging es selber schlecht und eher war ich dafür zuständig, ihnen zu helfen als umgekehrt.
Das war der Preis dafür, dass ich leben konnte, wie ich es wollte und mich nicht so sehr verbiegen musste, dass ich dabei zerbrochen wäre.
Ich habe mir einen Mann gesucht, den meine Eltern nicht leiden konnten, weil er ihnen gegenüber nicht geschwiegen hat, sondern sie offen provozierte, so dass ich Zeit seines Lebens dazu gezwungen war, ihn meinen Eltern gegenüber immer zu verteidigen, ganz egal welche Probleme ich selber mit ihm hatte. Wie oft habe ich mir gewünscht, einen Vater oder eine Mutter zu haben, bei dem ich mich mal hätte ausheulen können, aber das war unmöglich, denn das wäre nur noch mehr Wasser auf ihre Mühlen gewesen. Sie taten sich selber ungemein leid, dass sie so schlecht von ihm behandelt wurden - und erwarteten von mir, dass ich für sie Verständnis hatte und intervenierte.
Unterm Strich habe ich mich immer für Rückzug entschieden. Ich hatte die Wahl zwischen so wenig reden wie möglich - oder mich selber verleugnen und das sagen, was sie hören wollen.
Aber heute habe ich das erste Mal mit meinem Vater geredet - und er hat zugehört. Und war enorm betroffen. Und hat verstanden, dass sein Einwand "ich habe es aber doch immer nur gemeint" kein Einwand ist, sondern genau das Problem beschreibt. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht.
Wenn man nie wirklich hingeschaut hat, wenn man nie wirklich zugehört hat, wenn man all die vielen kleinen Signale, die der andere aussendet, nie wahrgenommen hat, weil man so fest davon überzeugt ist, dass es reicht, wenn man es gut meint und dass es deshalb überhaupt keinen Zweifel geben kann, dass man alles richtig macht - dann ist man natürlich unendlich betroffen, wenn man plötzlich feststellt, dass der andere einen sein ganzes Leben lang belogen hat.
Dass er sagt: "Oh ja, das finde ich schön, vielen Dank." und sich gleichzeitig überlegt, wie er den Kram wieder los wird oder wie er sich vor einer Einladung drücken kann. Dass er Dinge tut und mitmacht, die er selber langweilig, überflüssig oder sogar ätzend findet, nur weil er keine Lust hat, sich deshalb in eine Auseinandersetzung zu begeben. Dass er eben einfach eine Scheinwelt errichtet, nur um in seiner eigenen, kleinen abgeschirmten Realität so friedlich wie es geht leben zu können.
Es ist ein seltsames Gefühl, sich mit über 50 noch darauf einzulassen, einen Vater zu haben, der tatsächlich die Vaterrolle übernimmt, die man sich immer gewünscht hat - aber es ist auch unendlich schön.
Und jetzt fahre ich los und hole ihn ab, damit wir gemeinsam die Klaasohmnacht erleben.
Ich freu mich drauf
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1653 x anjeklickt (3 mal hat hier schon jemand geantwortet) ... ¿selber was sagen?
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