Freitag, 16. Oktober 2026
Triage
anje, 22:00h
Das Wort "Triage" lernte ich, wie vermutlich die meisten anderen auch, erst in der Pandemie kennen. Da ich persönlich aber, wie vermutlich die meisten anderen nicht, Tod und Sterben völlig normal und überhaupt nicht als Drama oder als unbedingt zu verhinderndes Sonderschicksal betrachte, ist das Wort Triage bei mir nicht negativ, sondern im Gegenteil eher pragmatisch positiv konnotiert.
Für mich bedeutet Triage die Priorisierung von Tätigkeiten bei beschränkten Kapazitäten, wenn also nicht für alles, was man gern tun würde, genug Zeit, Kraft und Möglichkeiten zur Verfügung stehen, dann werden eben Dinge nicht getan, die weniger schlimme Folgen haben, wenn sie unerledigt bleiben, oder zumindest werden diese Dinge so lange aufgeschoben, bis wieder ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.
In gewissem Widerspruch dazu stehen in meinen persönlichen Triagierungsprozessen so Tätigkeiten wie Bügeln oder Fensterputzen, die bei ausreichenden Kapazitäten sozusagen niemals ausgeführt werden, sondern immer nur dann in den Fokus rücken, wenn andere, wirklich super dringlich wichtige Aufgaben kurz vor ihrem endgültigen Existus vielleicht doch noch mal eine Runde in die Warteschleife geschoben werden, denn irgendwann müssen die Hemden ja schließlich auch mal gebügelt und die Fenster geputzt werden.
Ich glaube allerdings, dass man das nicht Triage, sondern zwanghafte Verdrängung nennt, aber nun denn, der Weg zur Prokrastination ist eben mit Leichen gepflastert.
Wie auch immer, bedingt durch den Endspurt beim Neubau und den anstehenden Umzug werden meine Kapazitäten zur Zeit regelmäßig mehr als nur ein bisschen überausgelastet, oder anders ausgedrückt: Ich habe schlicht viel zu wenig Zeit zum Nichtstun.
Das ist insofern schlecht, als dass ich während meiner aktiven Nichtstu-Phasen nicht nur Zeit verbrenne, sondern vor allem Energie und Kapazitäten wieder auflade, rein strategisch betrachtet ist es also unklug, meine Nichtstuzeiten hinten runterzukippen, weil ich dadurch insgesamt weniger Energie für alles andere habe.
Ich muss also andere Aktivitäten streichen und in meinem Fall ist das Lesen und Schreiben.
Zwar halte ich verbissen an meinen täglichen Blogeinträgen fest, die entstehen zur Zeit aber alle spät abends kurz bevor es zu spät ist und bestehen nur aus einem grob zusammengeklöppelten Tagesbericht, für alle anderen Texte fehlt es schlicht an Zeit und Energie.
Ich beantworte keine private Post mehr, weder Papierpost noch E-Mails - sorry, aber es geht halt grad nicht.
Und ich lese auch andererleuts Blogs nur noch sehr eingeschränkt und dann schwallartig, weil: es geht grad nicht.
Es kommen sicherlich auch wieder bessere Zeiten, aber aktuell habe ich das Gefühl, ich lebe quasi dauerhaft Unterwasser und allein dieses Gefühl saugt durch die darin enthaltene hohe Frustration eine große Menge Energie ab.
Dieses Wochenende sind wir noch mal auf Borkum, ich muss unbedingt demnächst mein Auto aufs Festland bringen und hier im Haus noch einmal für Ordnung sorgen, denn ich werde dann wahrscheinlich frühestens im Dezember wieder dazu kommen, hier nach dem Rechten zu schauen.
Allein die Vorstellung, die nächsten sechs Wochen dann komplett ohne Haushaltspendelei zu leben, entspannt allerdings sofort sehr
.
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Für mich bedeutet Triage die Priorisierung von Tätigkeiten bei beschränkten Kapazitäten, wenn also nicht für alles, was man gern tun würde, genug Zeit, Kraft und Möglichkeiten zur Verfügung stehen, dann werden eben Dinge nicht getan, die weniger schlimme Folgen haben, wenn sie unerledigt bleiben, oder zumindest werden diese Dinge so lange aufgeschoben, bis wieder ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.
In gewissem Widerspruch dazu stehen in meinen persönlichen Triagierungsprozessen so Tätigkeiten wie Bügeln oder Fensterputzen, die bei ausreichenden Kapazitäten sozusagen niemals ausgeführt werden, sondern immer nur dann in den Fokus rücken, wenn andere, wirklich super dringlich wichtige Aufgaben kurz vor ihrem endgültigen Existus vielleicht doch noch mal eine Runde in die Warteschleife geschoben werden, denn irgendwann müssen die Hemden ja schließlich auch mal gebügelt und die Fenster geputzt werden.
Ich glaube allerdings, dass man das nicht Triage, sondern zwanghafte Verdrängung nennt, aber nun denn, der Weg zur Prokrastination ist eben mit Leichen gepflastert.
Wie auch immer, bedingt durch den Endspurt beim Neubau und den anstehenden Umzug werden meine Kapazitäten zur Zeit regelmäßig mehr als nur ein bisschen überausgelastet, oder anders ausgedrückt: Ich habe schlicht viel zu wenig Zeit zum Nichtstun.
Das ist insofern schlecht, als dass ich während meiner aktiven Nichtstu-Phasen nicht nur Zeit verbrenne, sondern vor allem Energie und Kapazitäten wieder auflade, rein strategisch betrachtet ist es also unklug, meine Nichtstuzeiten hinten runterzukippen, weil ich dadurch insgesamt weniger Energie für alles andere habe.
Ich muss also andere Aktivitäten streichen und in meinem Fall ist das Lesen und Schreiben.
Zwar halte ich verbissen an meinen täglichen Blogeinträgen fest, die entstehen zur Zeit aber alle spät abends kurz bevor es zu spät ist und bestehen nur aus einem grob zusammengeklöppelten Tagesbericht, für alle anderen Texte fehlt es schlicht an Zeit und Energie.
Ich beantworte keine private Post mehr, weder Papierpost noch E-Mails - sorry, aber es geht halt grad nicht.
Und ich lese auch andererleuts Blogs nur noch sehr eingeschränkt und dann schwallartig, weil: es geht grad nicht.
Es kommen sicherlich auch wieder bessere Zeiten, aber aktuell habe ich das Gefühl, ich lebe quasi dauerhaft Unterwasser und allein dieses Gefühl saugt durch die darin enthaltene hohe Frustration eine große Menge Energie ab.
Dieses Wochenende sind wir noch mal auf Borkum, ich muss unbedingt demnächst mein Auto aufs Festland bringen und hier im Haus noch einmal für Ordnung sorgen, denn ich werde dann wahrscheinlich frühestens im Dezember wieder dazu kommen, hier nach dem Rechten zu schauen.
Allein die Vorstellung, die nächsten sechs Wochen dann komplett ohne Haushaltspendelei zu leben, entspannt allerdings sofort sehr
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