anjesagt

Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Mittwoch, 28. Januar 2026
Abgerutscht
Und noch so ein schlapper Tag.
Bis mittags haben wir zu zweit lesend im Bett rumgegammelt, um uns dann mit einem seeehr langen Anlauf irgendwann an die Rechner zu setzen und begonnen, liegengebliebenen Kram nachzuarbeiten.

Der Termin, für den wir eigentlich hätten nach Rheda fahren müssen, wurde abgesagt und auf Freitag verschoben, damit fühlte sich der Tag plötzlich wie ein extra Ferientag an und keiner von uns hatte Lust, sich mit seriösen Dingen zu beschäftigen.

Auch wenn wir beide zum Geld verdienen nicht mehr in ein fremdes Büro gehen müssen, so haben wir immer noch genug sonstigen "Admin-Kram", der regelmäßig erledigt werden muss und mindestens den Zeitumfang eines Halbtagsjobs verbraucht. Ab und zu bewundere ich mich selber dafür, dass ich das früher alles noch nebenher erledigt habe.

Die Info für den Lacher des Tages habe ich heute in einer Borkumgruppe gefunden. Weil ich derzeit nicht auf der Insel bin, kommen die Nachrichten immer mit etwas Zeitverzug bei mir an, aber es ist auch vier Tage später noch saukomisch.

Da ist nämlich ein Lieferauto, das die Gastronomie auf der Promenade beliefern wollte, auf der vereisten Promenade ins Rutschen gekommen, runtergefallen und kopfüber auf dem Strand gelandet.
So weit so tragisch, der Fahrer war zwar in seinem Sitz eingeklemmt, ist aber nicht ernsthaft zu Schaden gekommen.
Die Polizei kam, um den Unfall aufzunehmen und als sie wieder abfahren wollte, ist sie auf der vereisten Promenade ebenfalls in Rutschen gekommen - und auch kopfüber auf dem Strand gelandet.

Auch die Polizisten sind mit einem Schrecken davon gekommen, sie werden jetzt nur damit leben müssen, für immer damit aufgezogen zu werden ;-)

Hier der Link zu einer kurzen Berichterstattung mit Fotos im NDR.

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Markus erzählt davon, dass er aus beruflichen Gründen mit einem Privatjet von Hamburg nach Belgrad geflogen ist und nennt zwei Zahlen, nämlich dass für den Ausflug 2000 Liter Kerosin verbrannt wurden und dass er für die Zeit vom Büro bis zum Take Off nur 25 Minuten gebraucht hat.

Ich kenne mich nicht mit dem Fliegen in Privatjets aus, wohl aber mit dem Fliegen mit privaten Kleinflugzeugen,
weshalb ich die Zahlen-Zusatz-Infos spannend fand und automatisch mit den Zahlen verglich, die ich bei so einem Flug "normal" fände.

Mit 2000 Litern Sprit kommt man in einem kleinen Privatflugzeug ca. 10.000km weit, ich habe mal nachgeschaut, von Hamburg nach Belgrad sind es ca. 1.250km, man kann mit 2000 Litern also ca. achtmal hin und her fliegen.

Dass Markus von Abfahrt Büro bis Take Off nur 25 Minuten brauchte, hat mich schwer beeindruckt, denn in meiner Fliegerwelt ist das sozusagen nicht möglich, weil ja alleine der Preflight-Check, also die Überprüfung des Fliegers, ob alles funktioniert und man damit losfliegen kann, schon rund 15 Minuten dauert, wenn man sich sehr beeilt. Dann muss man den Motor starten, die Kiste warm laufen lassen, auf eine Roll- und dann auf eine Startfreigabe warten, das dauert alles und da habe ich dann noch nicht die Fahrtzeit bis zum Flughafen und die Zeit in der Fummelbude mitgerechnet.

An Internationalen Flughäfen geht nichts ohne Sicherheitscheck, alles, was kein offizieller Linienflug ist wird dort am GAT (General Aviation Terminal) abgewickelt, also auch der Security Check in der Fummelbude, durch die jeder durch muss, der vom Außengelände aufs Flugfeld gehen möchte. Dass es am GAT üblicherweise keine oder nur geringe Wartezeiten gibt, ist mir natürlich klar, trotzdem muss man auch dafür Zeit einkalkulieren, ungefähr 5 Minuten braucht der Zirkus bestimmt, abhängig davon, wie viel Gepäck man mitschleppt.

Dann noch die Zeit für die Fahrt zum Flugplatz, Auto parken, bis zum GAT laufen, nein, 25 Minuten sind auch mit beschleunigter Sicherheitsabfertigung für mich nicht machbar.

Ich fragte also meinem persönlichen Privatpiloten, ob er eine Erklärung dafür hat, weshalb das bei Markus so schnell ging und er lachte mich aus und sagte nur: Na, Privatjet heißt Privatjet. Da gibt es einen eigenen Piloten, der macht die Maschine selber startklar und wartet dann neben der abflugbereiten Maschine auf das Eintreffen der Passagiere und wenn die da sind, geht es sofort los. Außerdem werden die wahrscheinlich von einem Fahrer zum Flugplatz gebracht oder wenigstens von einem Taxi, das vorm GAT hält, laufen muss von denen auch niemand mehr.

Irgendwie habe ich das Gefühl, diese Privatjet Menschen leben in einer Welt, die ist mir noch viel fremder als die der Pauschaltouristen, die sich als Massenware nach Malle fliegen lassen, weil mir das wirklich alles nicht von alleine eingefallen wäre
.
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