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Anjesagtes, Appjefahr'nes und manchmal auch Ausjedachtes
Donnerstag, 15. Januar 2026
Depotumstrukturierung
Heute habe ich zunächst die Arbeit von gestern fortgesetzt und weiter die Buchhaltung aktualisiert, noch mehr Rechnungen bezahlt und einen ausgesprochen umfangreichen Antrag auf Pflegegelderstattung bei der Beihilfe erstellt und eingereicht.

Während ich damit beschäftigt war, trudelten neue Rechnung ein, einige per Mail, andere per Post, die habe ich sofort verarbeitet, um den schönen Zustand der Inbox-Zero nicht sofort wieder zu zerstören.

Da ich neulich ja schon entschieden hatte, dass ich mein Depot neu sortiere, habe ich heute noch mehr Verkaufsorders erstellt und die bereits ausgeführten reinvestiert. Währenddessen stiegen die Börsen immer weiter, ich habe allerdings beschlossen, dass ich mich davon nicht beirren lasse. Zum Investieren mag es der falsche Zeitpunkt sein, weil die Kurse sich grade auf einem Allzeithoch befinden, aber zum Verkaufen ist es dann umgekehrt ein perfekter Zeitpunkt und wenn ich das gegeneinander aufwiege, verliert der Zeitpunkt seine Bedeutung.

Als ich 2019 die hohe Liquidität aus dem Verkauf der Fabrik investiert habe, habe ich zwar eine Menge ETFs gekauft, aber auch eine Menge aktiv gemanagter Fonds, weil ich dachte, dass wirklich erfahrene Fondsmanager doch auch ihre Daseinsberechtigung haben und im Zweifel einen Mehrwert gegenüber ETFs schaffen können.

Dazu kam, dass es damals noch nicht so viele verschiedene ETFs gab wie heute und wenn ich spezielle Themenfonds haben wollte, dann gab es die nur aktiv gemanagt.
Inzwischen sind wir über sechs Jahre weiter, ich habe nicht nur meine eigenen Erfahrungen gemacht, sondern auch eine Menge gelernt in den letzten Jahren und das ETF-Universum ist gewaltig gewachsen.
Das alles zusammengenommen bringt mich jetzt dazu, die aktiven Fonds größtenteils zu verkaufen, weil die aktiven Fondsmanager eben doch nicht mehr verdient haben als eine vergleichbare passive Benchmark, im Gegenteil.

Dazu kommt, dass ich auch meine eigenen psychologischen Bewertungen inzwischen miteinbeziehe, denn es handelt sich bei mir nicht um ein Depot für den Vermögensaufbau, sondern nur noch für den Vermögenserhalt, das über Ausschüttungen Zusatznutzen generieren soll.

Wenn ich jetzt 30 wäre und wüsste, ich spare hier Vermögen fürs Alter an und das wichtigste ist, dass es sich so gut wie möglich vermehrt, dann sind thesaurierende Fonds sicherlich eine gute Wahl.

Für mich sind thesaurierende Fonds inzwischen aber keine schönes Invest mehr. Um daraus Zusatznutzen, also freie Liquidität zum Ausgeben zu generieren, müsste ich regelmäßig kleine Fondsanteile verkaufen. Das ist nicht nur lästig, das fühlt sich auch falsch an. Rein rational ist mir klar, dass es kein Unterschied ist, aber psychologisch ist es eben doch einer und deshalb lege ich inzwischen viel Wert auf eine hohe Ausschüttung.

Bei thesaurierenden Fonds kommt als extra Manko noch dazu, dass sie über die Vorabpauschale am Anfang des Jahres auch noch Liquidität verbrauchen, was ich besonders ärgerlich finde und genau deshalb habe ich diese Fonds jetzt alle zum Verkauf gestellt.

Und als weiteres, für mich persönlich wichtiges Merkmal, achte ich auf die Häufigkeit der Ausschüttungen. Es macht einfach mehr Spaß, alle drei Monate 50€ zu bekommen als einmal im Jahr 200€. Deshalb nehme ich nur vierteljährlich ausschüttende Fonds neu ins Portfolio und wenn ich es richtig perfekt machen will, achte ich auch noch darauf, dass sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausschütten, also nicht alle bei 3,6,9,12, sondern gerne auch welche bei 1,4,7,10
Schwer zu finden sind Fonds, die bei 2,5,8,11 ausschütten, aber mit ein bisschen Suchen gibt es auch die.

So war ich heute also ausgiebig damit beschäftigt, mich durch die ETF-Fondslandschaften zu lesen und Vergleichsrechnungen durchzuführen, um Gebühren, Renditen und Kostenquoten zu analysieren und stelle jetzt, am Ende des Tages überrascht fest, dass mir das richtig viel Spaß gemacht hat
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