Dienstag, 13. Januar 2026
Alles mögliche erledigt
anje, 23:51h
Der Tag begann früh, weil ich um 9.30h heute einen Physiotermin hatte.
Früher hätte ich 9.30h als sehr entspannten, späten Tagesbeginn definiert, aber so ändert sich der Rhythmus, denn seitdem ich mehr oder minder komplett alleine entscheiden darf, wann ich wach und aktiv bin, beginnt mein Tag selten vor 10h - und das finde ich dann früh. Weshalb 9.30h inzwischen schon ein wirklich herausfordernd früher Termin geworden ist. Aber der Mensch braucht Herausforderungen, deshalb habe ich den Termin extra auf diese Uhrzeit festgelegt.
Als ich wieder zuhause war, habe ich ein wenig Computerkram erledigt, aber ruckzuck war es dann auch schon 12.30h und wir mussten fertig machen, um nach Rheda zu fahren.
Dort hatte K den Termin beim Reifenhändler, jetzt ist wieder alles tippitoppi. Der Reifen wurde geflickt, das funktioniert bei einem Autoreifen nicht sehr anders als bei einem Fahrradreifen, er bekam halt einen Flicken von innen, dann wieder aufgeblasen, ausgewuchtet und neu in der Bordelektronik justiert - jetzt können wir wieder ohne "hoffentlichhältderReifensolangeaus" Sorgen durch die Weltgeschichte kurven.
Danach fuhren wir zur Baustelle, bei der von außen nicht mehr viel passiert ist, außer den Bohrlöchern für die Wärmepumpe ist jetzt aber auch der Brunnenschacht schon gebohrt, das freut mein Prepperherz.
Innen haben die Handwerker Unmengen an Leitungen verlegt, an manchen Stellen quollen die Kabel wie ein 100armiges Ungeheuer aus der Wand, ich kann die Elektriker immer nur wieder aufs Neue bewundern dafür, dass die am Ende immer noch wissen, welches der 1001 Kabel wohin geht, wofür sein soll und wie angeschlossen werden muss. Und dann funktioniert es am Ende auch tatsächlich so wie gewünscht, ich finde das faszinierend.
Anschließend fuhren wir beim Architekten vorbei, besprachen kurz, was grade aktuell ansteht, dann besuchten wir den Fliesenleger und nahmen eine Musterfliese für den Erdgeschossboden mit, einfach weil ich sie jetzt immer schon mal anschauen möchte, um mich darauf zu freuen, wie schön das nachher alles wird.
Nachdem wir in Rheda alles erledigt hatten, fuhren wir weiter nach Bielefeld, holten J und seine Freundin in Brackwede am Bahnhof ab, um von dort gemeinsam zu Ikea zu fahren. Ich wollte eigentlich nur ein paar Teile aus der Küchenzubehörabteilung kaufen, aber als ich zwecks Abkürzung den Laden über die Kassenseite betrat, sah ich damit auch als erstes die Schlangen an den drei geöffneten Kassen (pro Kasse ca. 50-80 Leute, es war völlig irre, die schlängelten sich rückwärts durch die halbe Kleinkramabteilung), weshalb ich spontan entschied, dass es nichts auf der Welt gibt, das es rechtfertigen würde, mich dort anzustellen. Damit war der Einkauf noch schneller erledigt als gedacht, wir aßen alle nur noch das obligatorische Hotdog und fuhren dann gemeinsam zur Mutter, um ihr mehligkochende Kartoffeln zu bringen, die wünschte sie sich nämlich dringend.
Der Mutter fällt es zunehmend schwer, sich Dinge zu merken. Leider merkt sie noch sehr genau, dass sie sich nichts mehr merken kann, was wahrscheinlich das einzig Unangenehme daran ist.
Ich nutze ihre Vergesslichkeit, um regelmäßig freche Bemerkungen zu machen, die ich mir jetzt ohne Bedenken leisten kann, denn sie vergisst das ja alles so schnell wieder, dass sie deshalb auch nie länger beleidigt ist. Im Gegenteil, sie weiß ja, dass sie es vergessen wird, so dass sie noch nicht mal dann, wenn ich es grade gesagt habe, beleidigt ist, es lohnt sich schlicht nicht und das ist ihr auch klar.
So wurde es ein sehr vergnüglicher Abend, wir schauten alte Fotoalben und als Js Freundin ein 30 Jahre altes Foto von mir sah und es kommentierte mit: "Uih, du warst ja mal richtig schön", wusste ich, dass es mir wohl genauso gehen wird wie meiner Mutter, auch ich muss mit so frechen Kindern einfach lernen zu leben.
Richtig viel, viel Spaß hatte ich allerdings als sie Getränke anbot und sagte, sie hätte da eine Flasche Getränk geschenkt bekommen, das schmecke ihr gar nicht und ob J es nicht mal probieren wolle. Vielleicht fände er es ja nicht so schrecklich wie sie. J ist für solche Experimente immer offen, Js Freundin ebenfalls (deshalb passen die zwei auch so gut) und so kam die Mutter mit zwei Saftgläsern und einer Flasche Limoncello wieder, goss die (großen) Saftgläser halb voll und sagte: "Ich gieß mal nicht so viel ein, nur mal so zum Probieren."
J und seine Freundin bekamen richtig große Augen als sie begriffen, dass ihnen da zwei halbvolle Satftgläser mit Schnaps "nur mal zum Probieren" angeboten wurden und ich rutschte vor Lachen fast untern Tisch.
Wir versuchten der Mutter klarzumachen, dass es sich bei Limoncello um Schnaps und nicht um Limonade handelt, aber ich fürchte, sie hat uns nicht geglaubt.
J löste das Problem dadurch, dass er noch Mineralwasser nachgoss, dann ließ es sich etwas besser trinken, die Flasche mit dem restlichen Inhalt nahmen sie mit nach Hause, was die Mutter sehr freute.
Auf dem Rückweg setzten wir J und Freundin bei ihrer Wohnung ab und als der Hund begriff, dass ihr Lieblingsfreund aussteigt und sie nicht mit darf, hat sie anschließend bis Melle laut gewimmert, dann schlief sie erschöpft ein.
K hat in dem Wagen ja alle Sitze ausgebaut, um das große Regal für das Gartenhaus transportieren zu können und es gab keinen Grund, dass wir sie heute wieder hätten einbauen müssen, so dass alle weiteren Mitfahrer gemeinsam mit dem Hund hinten auf der Ladefläche sitzen und das verbindet natürlich noch mal extra. Auf alle Fälle ausreichend, um den Hund in tiefe Verzweiflung zu stürzen als ihr klar wurde, dass sie den Rest der Fahrt wieder alleine im Laderaum verbringen muss
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(Abgelegt in anjesagt und bisher 39 x anjeklickt)
Früher hätte ich 9.30h als sehr entspannten, späten Tagesbeginn definiert, aber so ändert sich der Rhythmus, denn seitdem ich mehr oder minder komplett alleine entscheiden darf, wann ich wach und aktiv bin, beginnt mein Tag selten vor 10h - und das finde ich dann früh. Weshalb 9.30h inzwischen schon ein wirklich herausfordernd früher Termin geworden ist. Aber der Mensch braucht Herausforderungen, deshalb habe ich den Termin extra auf diese Uhrzeit festgelegt.
Als ich wieder zuhause war, habe ich ein wenig Computerkram erledigt, aber ruckzuck war es dann auch schon 12.30h und wir mussten fertig machen, um nach Rheda zu fahren.
Dort hatte K den Termin beim Reifenhändler, jetzt ist wieder alles tippitoppi. Der Reifen wurde geflickt, das funktioniert bei einem Autoreifen nicht sehr anders als bei einem Fahrradreifen, er bekam halt einen Flicken von innen, dann wieder aufgeblasen, ausgewuchtet und neu in der Bordelektronik justiert - jetzt können wir wieder ohne "hoffentlichhältderReifensolangeaus" Sorgen durch die Weltgeschichte kurven.
Danach fuhren wir zur Baustelle, bei der von außen nicht mehr viel passiert ist, außer den Bohrlöchern für die Wärmepumpe ist jetzt aber auch der Brunnenschacht schon gebohrt, das freut mein Prepperherz.
Innen haben die Handwerker Unmengen an Leitungen verlegt, an manchen Stellen quollen die Kabel wie ein 100armiges Ungeheuer aus der Wand, ich kann die Elektriker immer nur wieder aufs Neue bewundern dafür, dass die am Ende immer noch wissen, welches der 1001 Kabel wohin geht, wofür sein soll und wie angeschlossen werden muss. Und dann funktioniert es am Ende auch tatsächlich so wie gewünscht, ich finde das faszinierend.
Anschließend fuhren wir beim Architekten vorbei, besprachen kurz, was grade aktuell ansteht, dann besuchten wir den Fliesenleger und nahmen eine Musterfliese für den Erdgeschossboden mit, einfach weil ich sie jetzt immer schon mal anschauen möchte, um mich darauf zu freuen, wie schön das nachher alles wird.
Nachdem wir in Rheda alles erledigt hatten, fuhren wir weiter nach Bielefeld, holten J und seine Freundin in Brackwede am Bahnhof ab, um von dort gemeinsam zu Ikea zu fahren. Ich wollte eigentlich nur ein paar Teile aus der Küchenzubehörabteilung kaufen, aber als ich zwecks Abkürzung den Laden über die Kassenseite betrat, sah ich damit auch als erstes die Schlangen an den drei geöffneten Kassen (pro Kasse ca. 50-80 Leute, es war völlig irre, die schlängelten sich rückwärts durch die halbe Kleinkramabteilung), weshalb ich spontan entschied, dass es nichts auf der Welt gibt, das es rechtfertigen würde, mich dort anzustellen. Damit war der Einkauf noch schneller erledigt als gedacht, wir aßen alle nur noch das obligatorische Hotdog und fuhren dann gemeinsam zur Mutter, um ihr mehligkochende Kartoffeln zu bringen, die wünschte sie sich nämlich dringend.
Der Mutter fällt es zunehmend schwer, sich Dinge zu merken. Leider merkt sie noch sehr genau, dass sie sich nichts mehr merken kann, was wahrscheinlich das einzig Unangenehme daran ist.
Ich nutze ihre Vergesslichkeit, um regelmäßig freche Bemerkungen zu machen, die ich mir jetzt ohne Bedenken leisten kann, denn sie vergisst das ja alles so schnell wieder, dass sie deshalb auch nie länger beleidigt ist. Im Gegenteil, sie weiß ja, dass sie es vergessen wird, so dass sie noch nicht mal dann, wenn ich es grade gesagt habe, beleidigt ist, es lohnt sich schlicht nicht und das ist ihr auch klar.
So wurde es ein sehr vergnüglicher Abend, wir schauten alte Fotoalben und als Js Freundin ein 30 Jahre altes Foto von mir sah und es kommentierte mit: "Uih, du warst ja mal richtig schön", wusste ich, dass es mir wohl genauso gehen wird wie meiner Mutter, auch ich muss mit so frechen Kindern einfach lernen zu leben.
Richtig viel, viel Spaß hatte ich allerdings als sie Getränke anbot und sagte, sie hätte da eine Flasche Getränk geschenkt bekommen, das schmecke ihr gar nicht und ob J es nicht mal probieren wolle. Vielleicht fände er es ja nicht so schrecklich wie sie. J ist für solche Experimente immer offen, Js Freundin ebenfalls (deshalb passen die zwei auch so gut) und so kam die Mutter mit zwei Saftgläsern und einer Flasche Limoncello wieder, goss die (großen) Saftgläser halb voll und sagte: "Ich gieß mal nicht so viel ein, nur mal so zum Probieren."
J und seine Freundin bekamen richtig große Augen als sie begriffen, dass ihnen da zwei halbvolle Satftgläser mit Schnaps "nur mal zum Probieren" angeboten wurden und ich rutschte vor Lachen fast untern Tisch.
Wir versuchten der Mutter klarzumachen, dass es sich bei Limoncello um Schnaps und nicht um Limonade handelt, aber ich fürchte, sie hat uns nicht geglaubt.
J löste das Problem dadurch, dass er noch Mineralwasser nachgoss, dann ließ es sich etwas besser trinken, die Flasche mit dem restlichen Inhalt nahmen sie mit nach Hause, was die Mutter sehr freute.
Auf dem Rückweg setzten wir J und Freundin bei ihrer Wohnung ab und als der Hund begriff, dass ihr Lieblingsfreund aussteigt und sie nicht mit darf, hat sie anschließend bis Melle laut gewimmert, dann schlief sie erschöpft ein.
K hat in dem Wagen ja alle Sitze ausgebaut, um das große Regal für das Gartenhaus transportieren zu können und es gab keinen Grund, dass wir sie heute wieder hätten einbauen müssen, so dass alle weiteren Mitfahrer gemeinsam mit dem Hund hinten auf der Ladefläche sitzen und das verbindet natürlich noch mal extra. Auf alle Fälle ausreichend, um den Hund in tiefe Verzweiflung zu stürzen als ihr klar wurde, dass sie den Rest der Fahrt wieder alleine im Laderaum verbringen muss
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